DE4328771C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines gesponnenen Fadens - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines gesponnenen FadensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren entsprechend dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 sowie eine Spinnvorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens
entsprechend dem Anspruch 3.
Da es bei einem Spinnvorgang dieser Art erforderlich ist,
mittels der Spinndüse einen Fadenballon zu bilden, ist die
Drehzahl von Abzugswalzen geringfügig niedriger als die der
Vorderwalzen.
Wenn die Vorderwalzen und Abzugswalzen nahe aneinanderliegen,
wird die Ballonbildung des Fadens schwierig, was als Ursache
für fehlerhaftes Spinnen und Fadenbrüche angesehen wird, so
daß in einer Spinnvorrichtung, in der ein Spinnverfahren die
ser Art angewendet wird, die Vorderwalzen und Abzugswalzen so
angeordnet sind, daß zwischen ihnen ein ausreichender Abstand
liegt.
Bei einer vorstehend beschriebenen herkömmlichen Spinnvor
richtung treten jedoch häufig Fadenbrüche auf, insbesondere
wenn lange Fasern, wie z. B. Wollfasern verwendet werden.
Aus der EP 372 255 A1 ist eine Düsenspinnvorrichtung mit einem Streckwerk
bekannt, dessen Vorderzylindern in Arbeitsrichtung eine Falschdralleinheit
nachgeschaltet ist, und mit einem in Arbeitsrichtung nach der Falschdralleinheit
angeordneten Abzugswalzen paar, bei der der Abstand von der Klemmlinie der
Vorderzylinder zur Klemmlinie des Abzugwalzenpaares 15 bis 30 cm unabhängig
von der Länge der verarbeiteten Stapelfasern beträgt, wobei die Länge der Fasern
geringer als dieser Abstand ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Produktivität einer Spinnvorrichtung
zu verbessern und die Qualität des Fadens ebenfalls zu verbessern, indem die
Häufigkeit von zwischen den Vorder- und Abzugswalzen auftretenden Fadenbrü
chen beträchtlich vermindert wird.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1
angegebenen Merkmale. Eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist
im Anspruch 1 angegeben. Zweckmäßige Ausgestaltungen ergeben sich aus den
zugehörigen Unteransprüchen.
Nachfolgend werden unter Bezug auf die Figuren bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung näher erläutert. Es zeigen.
Fig. 1 eine schematische Ansicht einschließlich einer
Schnittdarstellung der Spinnvorrichtung gemäß
vorliegender Erfindung;
Fig. 2 die Vorderansicht einer Doppelfadenspinnvorrich
tung; und
Fig. 2 eine schematische Darstellung einschließlich ei
ner Schnittdarstellung einer herkömmlichen
Spinnvorrichtung.
Nachfolgend wird unter Bezug auf Fig. 1 eine bevorzugte Aus
führungsform der Erfindung beschrieben.
In Fig. 1 bezeichnen Bezugszeichen 1, 3 bzw. 4 jeweils Hin
terwalzen, Walzen mit Laufriemchen und Vorderwalzen, die ein
allgemein bekanntes Streckwerk bilden, wobei Bezugszeichen 2
eine Verdichtungseinrichtung bezeichnet.
Bezugszeichen 6 bezeichnet ein Spinndüsenaggregat, gebildet
aus einer ersten Düse 5a und einer zweiten Düse 5b, die je
weils Luftstrahldüsen Na und Nb enthalten. Die Luftstrahldü
sen Na und Nb sind jeweils in der ersten Düse 5a bzw. der
zweiten Düse 5b dergestalt angeordnet, so daß sie in der
Weise Luft ausstrahlen, daß der wirbelnde Luftstrom aus der
ersten Düse 5a und der wirbelnde Luftstrom aus der zweiten
Düse 5b in entgegengesetzten Richtungen laufen. Bezugszeichen
51, 52 und 52 bezeichnen jeweils Fadenballonsteuerringe, die
zur Drosselung der Fadenballonbildung und Steuerung bzw. Be
grenzung derselben eingesetzt sind.
In Fig. 1 bezeichnet Bezugszeichen 7 die Abzugswalzen, die
den gesponnenen Faden Y abziehen. Bezugszeichen S bezeichnet
das Stapelfaserband.
Der Abstand D zwischen den Vorderwalzen 4 und den Abzugswal
zen 7 ist so eingestellt, daß er kleiner ist als die Länge
der längsten Faser f, aus denen das Stapelfaserband S gebil
det ist. Beispielsweise liegt bei der Herstellung eines
langfaserigen Fadens, wie z. B. Kammgarn oder Synthetikfaden,
die größte Länge der tatsächlich zugeführten Fasern annähernd
zwischen 150 und 190 mm, so daß der vorstehend genannte Ab
stand D kürzer als diese Strecke eingestellt ist.
Nachfolgend wird die vorliegende Ausführungsform genauer im
Vergleich zu dem in Fig. 3 dargestellten Fall beschrieben,
wobei der Abstand Da zwischen den Vorderwalzen 4 und den Ab
zugswalzen 7 größer ist als die Länge der längsten Faser.
Das Stapelfaserband S wird von den Vorderwalzen 4 im Streck
werk über die erste Düse 5a in die zweite Düse 5b eingeführt
und durch die Einwirkung des Luftstrahles aus der Strahldüse
Nb in der zweiten Düse 5b falschgedreht, so daß sein Falsch
draht den Klemmpunkt der Vorderwalzen 4 erreicht.
Andererseits wird im Raum zwischen den Vorderwalzen 4 und der
ersten Düse 5a ein Ballon des Stapelfaserbandes S in
entgegengesetzter Richtung zu vorstehend genanntem Falsch
draht durch den Luftstrahl aus der Düse Na in der ersten Düse
5a gebildet, und mittels dieser Ballonbildung werden die den
Oberflächenbereich des Stapelfaserbandes bildenden Faserenden teilweise
gelöst.
Diese abstehenden Fasern, die den Umfang des Stapelfaserbandes S
bilden, durchlaufen die zweite Düse 5b, die ihnen einen
Falschdraht erteilt, und dadurch
um die Kernfasern geschlungen, die in entgegen
gesetzter Richtung zum Falschdraht rückgedreht wurden. Damit
ist der aus Kernfasern und umschlingenden Fasern bestehende
gesponnene Faden fertiggestellt.
Der gesponnene Faden Y, der die Abzugswalzen 7 durchläuft,
wird mittels einer bekannten Spuleinrichtung (nicht darge
stellt) auf eine Auflaufspule aufgewickelt.
Der auf diese Weise gebildete Faden Y wird zwi
schen der zweiten Düse 5b und den Abzugswalzen 7 rückgedreht
oder abstehende Fasern werden um die Kernfasern geschlungen, bis er die
Abzugswalzen 7 durchläuft.
Weiter wird in diesem Raum der Faden Y durch die
Luftstrahldüse Na der ersten Düse 5a und die Luftstrahldüse
Nb der zweiten Düse 5b erzeugt, und da im gesponnenen Faden,
während er im Düseninneren verbleibt, ein Drehmoment vorhan
den ist, bis er die Abzugswalzen 7 passiert, sind die den
Faden Y bildenden Fasern nicht stabil, so daß
folglich ein Fadenbruch am Faden Y
im Raum zwischen den Vorderwalzen 4 und den Abzugswal
zen 7 auftreten kann.
Wie Fig. 3 zeigt, sind, wenn der Abstand Da zwischen den
Vorderwalzen 4 und den Abzugswalzen 7 größer als die Länge
der längsten Faser der zugeführten Fasern f1, f2 oder f3 ein
gestellt ist, während des zwischen den Vorderwalzen 4 und den
Abzugswalzen 7 auftretenden Fadenbildungsschrittes Fasern
vorhanden, die entweder nur von den Vorderwalzen 4 (Faser
f1), nur von den Abzugswalzen 7 (Faser f3), oder der weder von den
Vorderwalzen 4 noch den Abzugswalzen 7 erfaßt sind und frei
vorliegen (Faser f2), so daß keine Fasern vorhanden sind, die
sowohl von den Vorderwalzen 4 als auch den Abzugswalzen 7 er
faßt sind.
Dadurch treten in einer Spinnvorrichtung mit erhöhtem Abstand
Da, wie vorstehend beschrieben, während des zwischen den Vor
derwalzen 4 und den Abzugswalzen 7 auftretenden Fadenbil
dungsschrittes aufgrund der Unregelmäßigkeiten der Fadenbal
lonbildung Probleme auf, wie z. B. ein übermäßiges Verschie
ben der den gesponnenen Faden Y bildenden Fasern, so daß Fa
denbrüche ohne weiteres möglich sind.
Demgegenüber ist gemäß vorliegender Erfindung, wie in Fig. 1
dargestellt, da die Länge des Raumes D zwischen den Vorder
walzen 4 des Streckwerkes und den Abzugswalzen 7, die den
gesponnenen Faden abziehen, kürzer eingestellt ist als die
Länge der längsten Fasern f, die das zugelieferte Stapelfa
serband S bilden, im Raum zwischen den Vorderwalzen 4 und den
Abzugswalzen 7 ein Anteil von Fasern vorhanden, der gleich
zeitig sowohl von den Vorderwalzen 4 als auch von den Abzugs
walzen 7 erfaßt ist.
Gemäß diesem Aufbau kann, da normalerweise ein Anteil von Fa
sern gleichzeitig sowohl von den Vorderwalzen 4 als auch von
den Abzugswalzen 7 erfaßt ist, beispielsweise im Raum zwi
schen den Vorderwalzen 4 und den Abzugswalzen 7 eine be
trächtliche Verringerung der Häufigkeit von Fadenbrüchen auf
treten, die durch Probleme, wie etwa Unregelmäßigkeiten bei
der Fadenballonbildung verursacht werden, was die Erzeugung
eines stabilen gesponnenen Fadens ermöglicht.
Es ist angestrebt, 15% oder weniger der Gesamtfaserzahl
sowohl von den Vorderwalzen 4 als auch den Abzugswalzen 7 er
fassen zu lassen.
Der ideale Prozentsatz innerhalb dieses 15%-Bereiches ba
siert auf der Art des zugelieferten Stapelfaserbandes und an
deren Faktoren, wie etwa dem Verstreckverhältnis und der Fa
denspinngeschwindigkeit. Dieser Wert kann theoretisch oder
auf der Basis von Versuchen eingestellt werden.
Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform einer Dop
pelfadenspinnvorrichtung unter Verwendung einer Spinnvorrichtung gemäß vorliegender Erfindung unter
Bezug auf Fig. 2 erläutert.
Derartige Doppelfadenspinnvorrichtungen sind an sich z. B.
durch die DE 40 25 312 A1 bekannt.
In Fig. 2 bezeichnen S1 und S2 Stapelfaserbänder und 2a und
2b bezeichnen Spinntrichter. Weiter bezeichnen Bezugszeichen
1a, 1b, 3a, 3b und 4a bzw. 4b jeweils Hinterwalzen, Walzen
mit Laufriemchen und Vorderwalzen, die ein bekanntes Streck
werk, wie in Fig. 1 und 3 dargestellt, bilden. Bezugszeichen
6a und 6b sind jeweils Spinndüsenaggregate, deren Aufbau dem
in Fig. 1 bzw. Fig. 3 gezeigten entspricht.
Bezugszeichen 7a und 7b sind die oberhalb der Achsenverlänge
rung der beiden Spinndüsenaggregate 6a und 6b vorgesehenen
Abzugswalzen, die in Fadenlaufrichtung den Spinndüsenaggrega
ten 6a bzw. 6b jeweils nachgeordnet sind. Bezugszeichen 8 be
zeichnet eine Dublierführung, die in Fadenlaufrichtung den
Abzugswalzen 7a und 7b nachgeordnet ist und auf die im Faden
lauf eine Changierführung 9 folgt. Weiter bezeichnet Bezugs
zeichen 10 eine Auflaufspule, die mittels der Changierführung
9 mit dem Doppelfaden Y3 bewickelt wird.
Wie vorstehend beschrieben, werden die Fadenlaufwege der
gesponnenen Fäden Y1 und Y2, die die jeweiligen Spinndü
senaggregate 6a und 6b durchlaufen, jeweils in einer geraden
Linie gehalten, bis sie durch die Abzugswalzen 7a und 7b lau
fen, die den beiden Spinndüsenaggregaten 6a und 6b entspre
chend vorgesehen sind, worauf nach dem Durchlaufen der Ab
zugswalzen 7a und 7b die beiden gesponnenen Fäden Y1 und Y2
mittels der Fadendublierführung 8 zu einem Doppelfaden Y3 zu
sammengeführt werden.
Die gesponnenen Fäden Y1 und Y2 sind noch nicht vollständig
ausgebildet, bevor sie die Abzugswalzen 7a und 7b durchlau
fen, und sind daher nicht stabil. Aus diesem Grund ist es
möglich, daß, wenn der Faden zwischen dem Spinndüsenaggregat
und den Abzugswalzen ohne Krümmung bzw. Richtungsänderung ge
führt wird, die Menge der Fadenbrüche verringert wird.
Bei dieser Ausführungsform ist der Abstand Dw zwischen den
Vorderwalzen 4a und 4b und den Abzugswalzen 7a und 7b der
vorstehend beschriebenen Doppelfadenspinnvorrichtung kürzer
eingestellt als die Länge der längsten Fasern, die die zuge
führten Stapelfaserbänder S1 und S2 bilden, und im Raum zwi
schen den Vorderwalzen 4a und 4b und den Abzugswalzen 7a und
7b ist diese Ausführungsform so aufgebaut, daß ein gewisser
Anteil von Fasern sowohl von den Vorderwalzen 4a bzw. 4b als
auch den Abzugswalzen 7a bzw. 7b erfaßt ist. Aufgrund dieses
vorstehend beschriebenen Aufbaus kann die Häufigkeit von Fa
denbrüchen zwischen den Vorderwalzen 4a und 4b und den Ab
zugswalzen 7a und 7b der Doppelfadenspinnvorrichtung verrin
gert werden.
Desweiteren kann die Menge von Fadenbrüchen in vorstehend be
schriebener Doppelfadenspinnvorrichtung beträchtlich verrin
gert werden, bis die gesponnenen Fäden Y1 und Y2 die Abzugs
walzen 7a und 7b durchlaufen, da diese Vorrichtung so aufge
baut ist, daß die gesponnenen Fäden Y1 und Y2 in gerader Li
nie gehalten werden und desweiteren, da der Abstand Dw zwi
schen den vorstehend beschriebenen Vorderwalzen 4a und 4b und
den Abzugswalzen 7a und 7b so eingestellt ist, daß er kürzer
ist als die Länge der längsten Fasern, die die zugeführten
Stapelfaserbänder S1 und S2 bilden. Eine Fadenführung einer
Fadenüberwachungseinrichtung kann als Dublierführung 8 ver
wendet werden.
Bei vorliegender Erfindung tritt gemäß vorstehend beschrie
benem Aufbau eine beträchtliche Verringerung von Fadenbrüchen
in dem Bereich auf, in dem der Fadenbildungsschritt stattfin
det, d. h. zwischen dem Abschnitt der Vorderwalzen und den
Abzugswalzen, die den gesponnenen Faden abziehen, so daß die
Produktivität der Spinnvorrichtung beträchtlich verbessert
ist.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung eines gesponnenen Fadens
in einem Spinndüsen
aggregat, wozu dem Spinndüsenaggregat über ein Streckwerk ein
Stapelfaserband zugeliefert und der fertige Faden von Abzugswalzen,
die am Ausgang des Spinndüsenaggregates vorgesehen sind,
abgezogen wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß
ein Teil der Fasern des Stapelfaserbandes gleichzeitig sowohl von den
Abzugswalzen als auch von Vorderwalzen des Streckwerkes er
faßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mengenanteil von Fasern, die gleichzeitig sowohl von
den Vorderwalzen als auch von den Abzugswalzen erfaßt sind,
15% oder weniger der gesamten Fasern des zugelieferten Fa
serbandes beträgt.
3. Spinnvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstand zwischen Abzugswalzen (7), die in Fadenlaufrichtung dem
Spinndüsenaggregat (6) nachgeordnet sind, und Vorderwalzen (4) eines Streckwerkes
kurzer eingestellt ist als die Länge der längsten Faser (f) von zwischen ihnen
zugelieferten Fasern.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Weise
das Spinndüsenaggregat (6) die Bildung eines Ballons im Faserband (S) mittels eines
Drehluftstroms bewirkt und dem Faserband (S) einen Falschdraht erteilt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß in an sich bekannter Weise das Spinndüsenaggregat (6) aus einer ersten Düse (5a) und
einer zweiten Düse (5b) gebildet ist und Luftstrahldüsen (Na,
Nb) jeweils in der ersten Düse (5a) bzw. der zweiten Düse
(5b) vorgesehen sind, und die erste Düse (5a) und die zweite
Düse (5b) so eingestellt sind, daß die Richtung der umlaufen
den Luft in der ersten Düse (5a) und die Richtung der umlau
fenden Luft in der zweiten Düse (5b) einander entgegengesetzt
sind und die Enden eines Teiles der Fasern des Faserbandes
(S) unter der Einwirkung der ersten Düse (5a) frei sind und
dem Faserband (S) durch die zweite Düse (5b) ein Falschdraht
erteilt wird.
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Legal Events
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