DE2645119A1 - Verfahren zur herstellung eines coregarns - Google Patents
Verfahren zur herstellung eines coregarnsInfo
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Description
Patentanwälte Dipl.-Ing. H.Wcickmann, Dipl.-Phys. Dr. K. Fincke
Dipl.-Ing. F. A. Ve ι ckmann, Dipl.-Chem. B. Huber
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Verfahren zur Herstellung eines Coregarns
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Coregarns, bei dem zwei Faservlieslunten gemeinsam in einem
Streckwerk verstreckt werden, den Faservlieslunten in dem letzten Walzenpaar des Streckwerks zwei oder mehr Seelenfäden
zugeführt werden und die verstreckten Faservlieslunten und Seelenfäden gemeinsam einer Ringspindel, Flügelspindel oder
anderer Konstruktion zugeführt werden.
Ein solches Verfahren ist aus der CH-PS 395 8I9 bekannt. Bei
dem bekannten Verfahren werden für das letzte Walzenpaar (und auch für die vorangehenden Walzenpaare) Walzen großer Länge
verwendet (vgl. Seite 2, rechte Spalte, Zeilen 98, 99), um die Faservlieslunten in großem Abstand voneinander führen zu
können; so läuft jeweils ein Seelenfaden in dem letzten Walzenpaar des Streckwerks mit einer Faservlieslunte zusammen.
Die zusammengehörigen Faservlieslunten und Seelenfäden werden zuerst gemeinsam miteinander verdreht. Erst später nach Durchlaufen
eines in der axialen Verlängerung der Ringspindel liegenden Fadenführers werden die einzelnen Paarungen von je
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einem Seelenfaden und je einer Faservlieslunte miteinander verzwirnt. Die Spitze des Zwirndreiecks liegt dabei in dem
genannten Fadenführer.
Mit dem bekannten Verfahren wird eine hohe Schiebefestigkeit des Faservliesluntenmaterials längs der Seelenfäden angestrebt.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß die Schiebefestigkeit noch nicht voll befriedigend ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art die Schiebefestigkeit des Faservliesmaterials
längs der Seelenfäden weiter zu verbessern.
überraschenderweise hat sich gezeigt, daß dies dadurch möglich
ist, daß die Faservlieslunten unmittelbar nebeneinander durch das letzte Walzenpaar des Streckwerks geführt werden, d.h.
entweder mit seitlicher Berührung oder mit einem endlichen Abstand und daß die Seelenfäden im Bereich der Berührungslinien
bzw. des Spalts zwischen den beiden Faservlieslunten zwischen ' die Walzen des letzten Streckwerks eingeführt werden. Die
Größe des Zwischenraumes zwischen den Lunten ist von der zu spinnenden Garnnummer und Faserart abhängig, sicherlich auch
von der Berührung sperriger, abstehender Fasern. Beispielsweise ist der Abstand zwischen den !unten kleiner als 2 mm,
vorzugsweise kleiner als 1 mm, noch besser kleiner als 0,5 mm, wobei sich die Einzelwerte nach der Luntenstärke
richten.
Als Seelenfäden können handelsübliche Endlosfilamentfäden verwendet werden, die aus einer größeren Anzahl Endlosfibrillen bestehen, die sich nach der gewünschten Feinheit des
Fadens richtet, wobei diese Endlosfäden mit einem leichten Schutzdrall versehen sein können.
Daneben können als Seelenfäden verwendet werden: texturierte Fäden, Fäden aus echter Seide, Stapelfaser-Garne oder -Zwirne,
je nach Verwendungszweck.
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— it —
Die Garnstärke der zur Anwendung kommenden Seelenfäden ist abhängig
von der jeweilig gewünschten Garn- bzw. Zwirn-Endnummer, die ihrerseits vom Endprodukt bestimmt wird.
Beispiel 1: feine Garne für Nähfaden
2: grobe Garne für Filztuchgewebe, z.B. für Papiermaschinen.
Im Falle von Endlosfilamentfaden kommen insbesondere solche
auf der Basis von Nylon, Perlon, Polyamid, Polyester usw. in Frage.
Die Endlosfilamentfaden können glatte oder gekräuselte Endlosfilamentfaden
sein, z.B. solche, die durch Hochdrehen und Hitzefixierung im hochgedrehten Zustand gekräuselt worden
sind.
Die Faservlieslunten werden durch die Behandlung in dem Streckwerk
breit gewalzt. Diese Breite ist gegeben durch die Feinheit des Vorgarns und diese wiederum ist abhängig von der Feinheit
der Fasern.
Die Seelenfäden werden bevorzugt auf die breitgewalzten Faservlieslunten
so aufgelegt, daß ihr Abstand von den einander zugekehrten Rändern der jeweils zugehörigen Faservlieslunten
klein ist gegen die Gesamtbreite der Faservlieslunten. Bevorzugt beträgt der Abstand der Seelenfäden vom jeweils zugehörigen
Rand weniger als 1/2, vorzugsweise weniger als 1/5, am besten weniger als 1/10 der Gesamtbreite der jeweiligen
Faservlieslunte.
In absoluten Zahlenwerten ausgedrückt, empfiehlt es sich, daß die Seelenfäden auf den Faservlieslunten in Abständen von
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deren einander zugekehrten Rändern geführt werden, welcher kleiner als 2 mm, vorzugsweise kleiner als 1 mm, am besten
kleiner als 0,5 nun sind.
Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird jeder Faservlieslunte
ein Seelenfaden zugeführt.
Die Faservlieslunte kann beispielsweise aus tierischen oder pflanzlichen Fasern bestehen, wobei dann die Faserlänge unterschiedlich
ist. Hierdurch lassen sich unterschiedliche Garnfeinheiten erzielen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der Zug zwischen dem letzten Walzenpaar und der Aufwickelstelle auf die Spule der
Ringspindel bzw. Flügelspindel durch die Seelenfäden aufgenommen, so daß auch bei geringfügig verfestigter Faservlieslunte
diese vom Fadenzug entlastet ist; dies insbesondere im Vergleich zur Spinnmethode herkömmlicher Art. Dadurch ist es
ermöglicht worden,auch den Verzug wesentlich zu vergrößern (z.B. anstatt 1 zu 20 ca. 1 zu 40). Also werden bei gleicher
Garnqualität die Spinnkosten gesenkt.
Es hat sich gezeigt, daß bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens schon bei verhältnismäßig geringem Drall eine sehr
gute Schiebefestigkeit des Faservliesmaterials auf den Seelenfäden besteht. Die Einbindung der Fasern in das entstehende
Coregarn ist so gut, daß an der Spinnstelle kaum Fasern abgesondert werden.
Die beiliegenden Figuren erläutern die Erfindung. Es stellen
dar:
Pig. 1 ein Streckwerk mit nachgeschalteter Ringspindel zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
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Fig. 2 eine Ansicht in Richtung des Pfeils II der Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt nach Linie III-III der Fig. 2,
Fig. 4 eine Seitenansicht zu Fig. 1,
Fig. 5 eine Detailansicht der Zuführung für die Seelenfäden.
In Fig. 1 erkennt man ein aus drei Walzenpaaren 10, 12, 13 bestehendes Streckwerk. Zwischen diesem Streckwerk werden
zwei Faserlunten 14» 16 gestreckt. Die einander zugekehrten Ränder der Faservlieslunten 14, 16 haben kurz vor dem Einlauf
in das letzte Walzenpaar 13 einen sehr kleinen Abstand a voneinander oder berühren sich; in dem letzten Streckwerk 13
werden zwei Seelenfäden 18, 20 zugeführt, deren Abstand voneinander b nur geringfügig größer ist als der Abstand a der
einander zugekehrten Ränder der Faservlieslunten 14, 16, so daß die Seelenfäden 18, 20 im Spalt des Streckwalzenpaares 13
eben noch auf den jeweils zugehörigen Faservlieslunten 14, 16 aufliegen.
Auf das letzte Streckwalzenpaar 13 folgt eine Fadenftihreröse 22,
die in axialer Verlängerung einer Ringspindel 24 angeordnet ist.
Fig. 2 läßt das Entstehen des Coregarns deutlich erkennen. An
der Spitze S des Spinndreiecks bildet sich der Kern des Coregarns aus, der aus den beiden Seelenfäden 18, 20 und aus den
miteingedrehten Randbereichen der Faservlieslunten 14, 16 besteht. Daran anschließend werden die noch freien seitlichen
Bereiche der Faservlieslunten 14, 16 teils eingewickelt, teils um den bereits entstandenen Kern 26 herumgewickelt, wobei die
herumgewickelten Fasern Halt an den miteingewickelten Fasern erhalten.
Das erfindungsgemäß hergestellte Coregarn zeichnet sich nicht nur durch eine hohe Schiebefestigkeit des Faservliesluntenma-
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terials auf den Seelenfäden aus, sondern insbesondere auch, dadurch,
daß die Seelenfäden durch das Faservliesmaterial in optimaler Weise abgedeckt sind.
Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch ein erfindungsgemäß hergestelltes
Coregarn. Man erkennt, daß die Fasern des Faservliesluntenmaterials
teilweise zwischen den Seelenfäden 18, 20 liegen und teilweise diese umgeben.
In Fig. 4 erkennt man, daß zwei Lunten 14, 16 von einer gemeinsamen
"Vorlagespule 28 abgezogen werden; dies gilt insbesondere für die Verarbeitung von Wolle. Bei der Verarbeitung
von Baumwolle ist es vorteilhaft, für jede Lunte eine besondere Spule zu verwenden. Die beiden Seelenfäden 18, 20 werden
von zwei Spulen 30 bzw. 32 abgezogen.
Weiter entnimmt man der Fig. 4 und insbesondere der Fig. 5, daß die beiden Seelenfäden 18, 20 vor dem Einlauf in das
letzte Walzenpaar 13 über Führungsrollen 34, 36 verlaufen,
von denen mindestens eine, vorzugsweise die letztere 36 mit Führungsrillen 38, 40 versehen ist, die jeweils einen Seelenfaden
18 bzw. 20 aufnehmen und den gewünschten Abstand der Seelenfäden definieren.
Im Streckwerk können, vorzugsweise vor dem letzten Walzenpaar 13, ebenfalls Führungsorgane für die Lunten 14, 16 angeordnet
sein, beispielsweise auch eine Rolle mit Führungsrillen.
Erfindungsgemäß hergestellte Coregarne sind beispielsweise zur Herstellung von Gestricken geeignet; dies gilt besonders
für texturierte Coregarne nach der Erfindung. Solche Gestricke zeichnen sich durch hohe Dehnung, hohen Berstdruck
und sehr gutes Ausbeulverhalten aus. Beim Waschen zeigen sie geringen Einsprung und gutes Knitterverhalten.
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1.) Nummer des fertigen Garns:
Nm 30/1 = 53,33 tex
Nm 30/1 = 53,33 tex
2.) Luntenmaterial:
Baumwolle 17,8 tex (2 Lunten je 8,9 tex) = 54 %
3.) Seelenmaterial:
2 Pa.-Filament (endlos) 15,2 tex = 46 %
4.) Spinndrall:
584 Z t/m
584 Z t/m
5.) Verzug der Faservlieslunten:
40 fach
40 fach
6.) Lieferung:
' 18 m/min, (am Lieferwerk gemessen)
7.) Art des Streckwerks:
Spinnmaschine
Spinnmaschine
8.) Art der Spindel:
Ringspindel, Flügelspindel, oder dergleichen
9.) Vorlagespulen:
für Faservlieslunten hängend oder stehend, Abzug tangential
für Seelenfäden Streckkops vertikal, Abzug über Kopf
10.) Fad enbrerase:
Tellerbremse für die Filament-Seelenfäden
11.) Filament-Seelenfäden (Pa) einzeln über Rillenüberlaufrollen zugeführt.
12.) Zwei Vorgarnlunten über Hinterzylinder zugeführt.
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AO
Leerseite
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Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung eines Coregarns, bei dem zwei
Faservlieslunten gemeinsam in einem Streckwerk verstreckt werden, den Faservlieslunten in dem letzten Walzenpaar
des Streckwerks zwei oder mehr Seelenfäden zugeführt werden und die verstreckten Faservlieslunten und Seelenfäden
gemeinsam einer Ringspindel oder Flügelspindel oder dgl. zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Faservlieslunten
unmittelbar nebeneinander durch das letzte Walzenpaar des Streckwerks geführt werden, d.h. entweder
mit seitlicher Berührung oder mit einem kleinen von der Fadenstärke abhängenden Abstand und daß die Seelenfäden
im Bereich der Berührungslinien bzw. des Spalts zwischen den beiden Faservlieslunten zwischen die Walzen des letzten
Streckwerks eingeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Seelenfäden Endlosfilamentfäden verwendet werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Seelenfäden in dem letzten Walzenpaar des Streckwerks auf den Faservlieslunten in einem
größeren Abstand als der Spalt zwischen den beiden Lunten geführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1>, dadurch gekennzeichnet, daß die
Seelenfäden auf den Faservlieslunten in einem Abstand von deren einander zugekehrten Rändern geführt werden, welcher
klein ist im Vergleich zur Gesamtbreite der Faservlieslunte.
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5. Verfahren nach Anspruch 4·, dadurch gekennzeichnet, daß die
Seelenfäden auf den Faservlieslunten in Abständen von deren einander zugekehrten Rändern geführt werden, welche
kleiner als 2 mm, vorzugsweise kleiner als 1 mm, am besten kleiner als 0,5 mm sind.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5* dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Faservlieslunte ein Seelenfaden zugeführt wird.
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