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DE4234679A1 - Leder, insbesondere solches mit rauher Oberfläche, und Verfahren zum Veredeln von Leder - Google Patents

Leder, insbesondere solches mit rauher Oberfläche, und Verfahren zum Veredeln von Leder

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Publication number
DE4234679A1
DE4234679A1 DE4234679A DE4234679A DE4234679A1 DE 4234679 A1 DE4234679 A1 DE 4234679A1 DE 4234679 A DE4234679 A DE 4234679A DE 4234679 A DE4234679 A DE 4234679A DE 4234679 A1 DE4234679 A1 DE 4234679A1
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DE
Germany
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leather
silicone rubber
impregnation
moisture
component silicone
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Withdrawn
Application number
DE4234679A
Other languages
English (en)
Inventor
Philipp Schaefer
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Helcor-Leder-Tec 37619 Hehlen De GmbH
Original Assignee
Individual
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Publication date
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C9/00Impregnating leather for preserving, waterproofing, making resistant to heat or similar purposes

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein Leder nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 und ein Verfahren zum Veredeln von Leder nach dem Oberbegriff des Anspruches 6. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Leder mit rauher Oberfläche, wie ein sogenanntes Anilinleder, Semi-Anilinleder, Nubukleder mit angeschliffener Narbenseite und Spaltvelourleder, sowie ein Verfahren zum Veredeln eines solchen Leders.
Unter dem Begriff "Imprägnieren" wird eine Vorgangsweise verstanden, bei welcher auf zumindest eine Seite des Leders, gegebenenfalls auch auf beide Seiten desselben, eine in der Regel flüssige Masse derart aufgebracht wird, daß sie von der Oberfläche des Leders ausgehend zumindest einen Teil der Dicke des Leders durchdringt und auch an dieser Oberfläche eine dünne Schicht bilden kann.
Aus Leder werden verschiedene Produkte, beispielsweise Schuhe, Sicherheits- oder Sportschuhe, sowie Polsterüberzüge hergestellt. Hierbei sollen die natürlichen Eigenschaften des Leders, nämlich Atmungsaktivität, Wasserdampfdurchlässigkeit und Feuchtigkeitsaufnahme erhalten bleiben, das Leder soll aber auch weich bzw. je nach Verwendungsart mehr oder weniger flexibel, schmutzabweisend, wasserabweisend, kälte- und hitzebelastbar, ab­ riebfest, unbrennbar, lichtecht und frei von flüchtigen Bestandteilen sein. Damit das Leder diese Eigenschaften aufweist, ist es bereits bekannt, die Oberfläche mit dünnen polymeren Zurichtungen zu versehen oder mit hydro­ phoben flüssigen oder pastösen Substanzen, wie beispielsweise Öle, Fette, Wachse usw. zu imprägnieren, um die Oberfläche haltbarer zu machen und um ein Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Als Imprägnierung wurden auch bereits Silikonöle verwendet. Es ist ferner bekannt, den polymeren Zurich­ tungen als Griffverbesserer Silikonöle oder Silikonharze beizusetzen.
Ferner ist es bekannt, Silikonharze oder Zweikomponenten-Silikonkaut­ schuktypen für die Imprägnierung von Leder zur Verbesserung der hydrophoben Eigenschaften zu verwenden. Nachteilig ist hierbei, daß die Silikonharzlö­ sungen eine unerwünschte Verhärtung des Leders bewirken und daß die Zwei­ komponenten-Silikonkautschuklösungen nur eine kurze Topfzeit haben, also Zweikomponentenansätze nur kurze Zeit stabil sind. Die Bestandteile des Le­ ders, beispielsweise Gerbstoffe, reagieren oft mit den Vernetzern, so daß kein gleichmäßiges Produkt mit einer homogenen Einbettung des Silikonkaut­ schuks in das Leder erzielbar ist.
Leder mit einer dicken Polymerbeschichtung aus organischen Polymeren besitzen zwar eine strapazierfähige Oberfläche, die ein Eindringen von Wasser verhindert, die natürlichen wertvollen Eigenschaften des Leders wie Weich­ heit und Wasserdampfdurchlässigkeit gehen jedoch bei solchen Ledern weitge­ hend verloren.
Bei Ledern mit rauher Oberfläche, wie Anilinleder, Semi-Anilinleder, Nubukleder und Spaltvelourleder ist es besonders wichtig, die Oberfläche ge­ gen Eindringen von Schmutz, Wasser und Chemikalien zu schützen, da derartige Leder sonst rasch unansehnlich werden.
Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, ein Leder, insbesondere ein solches mit rauher Oberfläche, zu schaffen, sowie ein Ver­ fahren zum Veredeln eines solchen Leders anzugeben, wobei ein guter, hydro­ phober Oberflächenschutz gegeben ist, und trotzdem die erwünschten natür­ lichen Eigenschaften des Leders erhalten bleiben. Trotz des hydrophoben Oberflächenschutzes soll weiterhin ein solches Leder problemlos verklebt werden können. Weiterhin soll ein derartiges Leder bei der Entsorgung durch Verbrennung die Umwelt nicht belasten.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Leder vor, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die Imprägnierung aus einem mittels Feuchtigkeit vernetzbaren Einkomponenten-Silikonkautschuk besteht. Diese Imprägnierung kann hiebei von einer Seite des Leders oder von beiden Seiten des Leders ausgehend in das Leder eindringen und kann auch eine dünne Ober­ flächenschicht in Form eines quasihomogenen dünnen Filmes von weniger als 0,05 mm bilden. Zweckmäßig besteht die Imprägnierung aus Polydimethyl­ siloxan.
Die für die Vulkanisation des Einkomponenten-Silikonkautschuks er­ forderliche Feuchtigkeit wird nicht nur der stets einen gewissen Feuchtig­ keitsgehalt aufweisenden Umgebungsluft entnommen, sondern auch dem gleich­ falls stets einen gewissen Feuchtigkeitsgehalt besitzenden Leder, so daß da­ durch nicht nur eine oberflächliche Vulkanisation, sondern eine räumliche Vulkanisation auch im Inneren des Leders erfolgt. Das erfindungsgemäße im­ prägnierte Leder ist somit äußerst einfach herstellbar, wobei die Imprägnie­ rung nach ihrer endgültigen Verfestigung absolut frei von flüchtigen Be­ standteilen ist. Das erfindungsgemäße Leder bzw. die daraus hergestellten Produkte sind außerdem extrem kälte- und hitzefest, und zwar von etwa -50°C bis kurzzeitig +250°C, so daß selbst Zigarettenglut kaum sichtbare Schäden hinterläßt, und trotz der Weichheit mechanisch, physikalisch und chemisch äußerst belastbar. Es kann daher das erfindungsgemäße Leder mit üblichen Reinigungsmitteln gereinigt werden, ohne daß die Eigenschaften desselben, wie dies bei den bisher bekannten imprägnierten Ledern der Fall ist, ver­ lorengehen. Der Grund hiefür ist darin zu erblicken, daß sich der während der Vernetzung mittels Feuchtigkeit vulkanisierte Einkomponenten-Silikon­ kautschuk durch die Reinigung nicht verändert und vor allem nicht herausge­ waschen werden kann. Der Silikonkautschuk ist vielmehr nach der Vernetzung mittels Feuchtigkeit untrennbar mit dem Leder und zwar im Inneren und an der Oberfläche desselben verbunden bzw. im Leder verankert und kann auch unter extremen Bedingungen, beispielsweise durch Verwendung von Lösungsmitteln, nicht entfernt werden. Durch die räumliche Vernetzung ist die Imprägnierung durch Lösungsmittel, wie beispielsweise Kohlenwasserstoffe oder Ketone, le­ diglich anquellbar, wobei nach Verdampfung der Lösungsmittel diese Quellung wieder zurückgeht. Das erfindungsgemäße Leder ist schmutzabweisend, be­ ständig gegen Sauerstoff und schwache Säuren und Laugen und die Imprägnie­ rung selbst ist physiologisch inert und beim Entsorgen durch Verbrennen ent­ stehen keine umweltbelastenden Rückstände, wie dies bei den bisher für Lederzurichtungen verwendeten organischen Polymeren der Fall ist.
Zweckmäßig beträgt die Dicke der Imprägnierung, ausgehend von einer Oberseite des Leders, maximal 40% der Gesamtdicke des Leders. Eine solche Eindringtiefe der Imprägnierung gewährleistet einen hinreichenden Schutz, wobei die durch die Imprägnierung hydrophobe Oberfläche des Leders, die sich klebefeindlich verhält, bei einem Verkleben desselben beispielsweise bei der Schuhherstellung durch Aufrauhen auf einfache Weise entfernt werden kann.
Obwohl der Einkomponenten-Silikonkautschuk beliebig eingefärbt werden kann, ist es doch von Vorteil, wenn das Leder an wenigstens einer Seite eine vor der Imprägnierung aufgebrachte Farbzurichtung aufweist und die Im­ prägnierung farblos bzw. transparent ist, so daß die Farbstoffe und Pigmente des vorher gefärbten Leders durchscheinen. Dadurch wird auch eine verbes­ serte Lichtechtheit erreicht.
Die Imprägnierung aus Einkomponenten-Silikonkautschuk weist ohne Leder­ fasern eine Härte zwischen 18 und 40 Shore A und eine Druckdehnung von mehr als 300% auf. Bei einer Dicke der Imprägnierung von etwa 0,06 mm, die etwa zu 40% von der Oberfläche des Leders ausgehend in dieses eingedrungen ist, wird die Wasserdampfdurchlässigkeit des Leders kaum nennenswert verändert, während bei den bisher verwendeten Zurichtungen aus organischen Polymeren bei gleicher Stärke die Wasserdampfdurchlässigkeit erheblich reduziert wurde.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Veredeln von Leder, insbesondere von solchem mit rauher Oberfläche, also beispielsweise von Anilinleder, Semi- Anilinleder, Nubukleder, Spaltvelourleder, besteht darin, daß eine Silikon­ kautschuklösung aufgebracht wird, daß das Lösungsmittel, vorzugsweise durch Wärmezufuhr und/oder durch Belüftung, entfernt wird, und daß eine Vernetzung des Einkomponenten-Silikonkautschuks mittels Feuchtigkeit, vorzugsweise mit­ tels der Feuchtigkeit in der Umgebungsluft und/oder der im Leder enthaltenen Feuchtigkeit, erfolgt. Dadurch, daß auch das Leder eine natürliche Feuchtig­ keit besitzt und diese abgibt, wird ermöglicht, dieses Leder mit dem erfin­ dungsgemäßen Verfahren wirtschaftlich zu imprägnieren, weil eine räumliche Vulkanisation des Silikonkautschuks und nicht nur eine oberflächliche Vul­ kanisation erfolgt. Die Einkomponenten-Silikonkautschuklösung wird zweck­ mäßig als nasse Schicht aufgebracht, wobei die Eindringtiefe durch entspre­ chende Wahl der Viskosität des Lösungsmittels, des Feststoffanteiles der Lö­ sung und/oder durch entsprechende Vorbehandlung des Leders sowie auch durch die Auftragsmethode beeinflußt werden kann.
Nach dem Verdampfen des Lösungsmittels, mit welchem der Einkompo­ nenten-Silikonkautschuk verdünnt und ins Leder transportiert wurde, ist das behandelte Leder sofort stapelbar.
Der Einkomponenten-Silikonkautschuklösung können vor dem Aufbringen auf das Leder Füllstoffe, insbesondere feinpulverige organische Stoffe, bei­ spielsweise Quarzmehl, zugemengt werden, wodurch eine Mattierung bewirkt wird.
Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn der Feuchtigkeitsgehalt des Leders vor dem Einbringen der Einkomponenten-Silikonkautschuklösung auf we­ niger als 16%, vorzugsweise auf weniger als 14%, eingestellt wird. Dadurch wird einerseits ein leichtes Eindringen der Einkomponenten-Silikonkautschuk­ lösung in das Leder ermöglicht, andererseits wird durch die Feuchtigkeit des Leders auch eine Vernetzung und damit Vulkanisation des Einkomponenten-Sili­ konkautschuks innerhalb des Leders in kurzer Zeit gewährleistet.
Das Lösungsmittel und/oder die bei der Vernetzung entstehenden Abspalt­ produkte, beispielsweise Essigsäure, Amine oder Oxim, werden zweckmäßig ab­ gesaugt, so daß keine Beeinträchtigung der Umwelt erfolgt.
Das Leder kann vor dem Imprägnieren mit einer Farbzurichtung versehen werden, deren Lichtechtheit durch das Imprägnieren verbessert wird. Diese Farbzurichtung, die keine Fette und Wachse enthalten sollte, besteht vorzugsweise aus Polyurethan, Polyacrylat und/oder aus Polyamid, in welchem Fall die aus Einkomponenten-Silikonkautschuk bestehende Imprägnierung fest und untrennbar auf der Farbzurichtung haftet. Insbesondere die Haftung der Imprägnierung auf gefärbtem Leder mit rauher Oberfläche der beschriebenen Art bereitet keine Schwierigkeiten. Gegebenenfalls müssen das Leder bzw. die Farbzurichtung mittels eines Lösungsmittels oder mechanisch bzw. physi­ kalisch vorbehandelt werden.
Die Einkomponenten-Silikonkautschuklösung kann in mehreren Schichten auf das Leder aufgebracht werden, wobei jedoch letztlich eine zusammen­ hängende Imprägnierungsschicht gebildet wird. Das Aufbringen in mehreren Schichten erleichtert bzw. beschleunigt die Vernetzung.
Das Aufbringen der Einkomponenten-Silikonkautschuklösung auf das Leder kann durch Aufsprühen, aber auch durch Aufdrücken oder Aufgießen auf wenig­ stens eine Oberfläche desselben erfolgen. Es kann aber auch das Leder in ein aus der Einkomponenten-Silikonkautschuklösung bestehendes Tauchbad einge­ taucht werden, wobei anschließend die überflüssige Einkomponenten-Silikon­ kautuschlösung durch Abquetschen, beispielsweise mittels Walzen, entfernt und wieder dem Tauchbad zur neuerlichen Verwendung zugeführt wird.
Das erfindungsgemäße Leder, insbesondere das empfindliche Nubukleder, weist weiterhin den Vorteil auf, daß es sich zumindest auf jener Seite, auf der die Imprägnierung aufgebracht wurde, im Vergleich zu bekanntem Nubuk­ leder auch im nassen Zustand relativ trocken anfühlt und eine formstabile Oberflächenstruktur besitzt, wogegen bekannte Nubukleder eine ähnliche Struktur wie ein nasses Fensterleder aufweisen. Dieser Unterschied verstärkt sich noch, wenn dem Wasser ein Reinigungsmittel beigesetzt wird. Die er­ findungsgemäß aufgebrachte Imprägnierung verhindert beispielsweise bei einem Nubuk-Wasserbüffelleder und anderen Anilinledern das gefürchtete Speckigwer­ den, das durch Ablagerung von Schweiß, Talg, Schmutz od. dgl. in der Ober­ schicht des Leders hervorgerufen wird, da sich diese Ablagerungen in den Le­ derfasern verkleben. Beim erfindungsgemäßen Leder hingegen werden diese Fa­ sern mit einem hauchdünnen Silikonkautschukfilm zumindest teilweise ummantelt und daher geschützt.
In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles schematisch veranschaulicht, welches ein erfindungsgemäßes Leder in starker Vergrößerung zeigt. Das Leder ist hierbei mit 1 bezeichnet, die imprägnierte Schicht desselben mit 2 und die einen dünnen Film bildende Oberfläche mit 3.
Beispiel
Bei einem besonders empfindlichen Anilin-Wasserbüffelleder, welches ei­ nen Naturfarbton besitzt, wird der Feuchtigkeitsgehalt auf ca. 12% einge­ stellt. Auf eine Oberfläche dieses Leders wird eine 11 Gew.-%ige Einkompo­ nenten-Silikonkautschuklösung durch Aufsprühen auf die feingeschliffene Narbenseite aufgebracht. Diese 11 Gew.-%ige Silikonkautschuklösung enthält 60 Gew.-% Benzin und 29 Gew.-% Aceton. Bei einem Naßauftrag von ca. 180 g/m2 zieht die aufgebrachte Lösung nahezu spontan und vollständig in das obere Drittel des ca. 1,3 mm starken Wasserbüffelleders ein. Durch Erwärmung auf etwa 80°C und durch Belüftung beispielsweise mittels eines Ventilator erfolgt innerhalb von etwa 5 Minuten eine Entfernung des Lösungsmittels und eine Vernetzung des Einkomponenten-Silikonkautschuks, wobei dieser vulkanisiert bzw. verfestigt wird, so daß das imprägnierte Leder nach dieser Zeit bereits manipulierbar ist und gestapelt werden kann. Das bei der Vernetzung mittels der Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft und der im Leder enthaltenen Feuch­ tigkeit entstandene Abspaltprodukt Essigsäure wird zusammen mit dem Lösungs­ mittel abgesaugt. Die vollständige Vernetzung vollzieht sich bei Raumtempe­ ratur ohne Belästigung durch Lösungsmittel und bei kaum noch anfallender Essigsäure.
Nach 24 Stunden wurde das derart imprägnierte Leder mit dem Ausgangs­ produkt und mit Ledern, welche auf bisher bekannte Weise schmutzabweisend gemacht wurden, im Vergleich getestet. Das erfindungsgemäße Leder quoll bei der Beaufschlagung von mit einem Reinigungsmittelzusatz versehenen Wasser an seiner Oberfläche kaum auf, während die anderen Leder bereits nach kurzer Zeit eine sehr nasse deformierte Oberfläche aufwiesen. Das erfindungsgemäße Leder griff sich nach Abtupfen der nassen Oberfläche wieder nahezu trocken an, wogegen die anderen Leder sich auch nach einem solchen Abtupfen noch naß und kalt anfühlten. Das erfindungsgemäße Leder war nach etwa 9 Stunden bei einer Lagerung bei Raumtemperatur bereits wieder trocken, während die ande­ ren Leder sich noch immer naß anfühlten.
Die Wasserdampf- und Luftdurchlässigkeit wurde durch die Imprägnierung nicht wesentlich verändert. Sie betrug nach DIN 53 333 vor dem Imprägnieren 4,8 mg/cm2h und nachher 4,1 mg/cm2h.

Claims (15)

1. Leder, insbesondere solches mit rauher Oberfläche, welches an zu­ mindest einer Seite mit einer sich wenigstens über einen Teil seiner Dicke erstreckenden, Silikon enthaltenden Imprägnierung versehen ist, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die Imprägnierung aus einem mittels Feuchtigkeit vernetz­ baren Einkomponenten-Silikonkautschuk besteht.
2. Leder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Imprägnierung aus Polydimethylsiloxan besteht.
3. Leder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Imprägnierung, ausgehend von einer Oberseite des Leders, maximal 40% der Gesamtdicke des Leders beträgt.
4. Leder nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß es an wenigstens einer Seite eine vor der Imprägnierung aufgebrachte Farbzu­ richtung aufweist und daß die Imprägnierung farblos ist.
5. Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Imprägnierung ohne Lederfasern eine Härte zwischen 18 und 40 Shore A und eine Druckdehnung von mehr als 300% aufweist.
6. Verfahren zum Veredeln von Leder, insbesondere von solchem mit rau­ her Oberfläche, durch Aufbringen einer Silikon enthaltenden Imprägnierung auf wenigstens eine Seite des Leders, dadurch gekennzeichnet, daß eine Ein­ komponenten-Silikonkautschuklösung aufgebracht wird, daß das Lösungsmittel, vorzugsweise durch Wärmezufuhr und/oder durch Belüftung, entfernt wird, und daß eine Vernetzung des Einkomponenten-Silikonkautschuks mittels Feuchtig­ keit, vorzugsweise mittels der Feuchtigkeit in der Umgebungsluft und/oder der im Leder enthaltenen Feuchtigkeit, erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Einkompo­ nenten-Silikonkautschuklösung vor dem Aufbringen auf das Leder Füllstoffe, insbesondere feinpulverige organische Stoffe, beispielsweise Quarzmehl, zugemengt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Feuchtig­ keitsgehalt des Leders vor dem Aufbringen der Einkomponenten-Silikonkaut­ schuklösung auf weniger als 16%, vorzugsweise auf weniger als 14%, einge­ stellt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungs­ mittel und/oder die bei der Vernetzung entstehenden Abspaltprodukte, bei­ spielsweise Essigsäure, Amine oder Oxim, abgesaugt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Leder vor dem Imprägnieren mit einer Farbzurichtung versehen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbzu­ richtung aus Polymeren, insbesondere aus Polyurethan, Polyacrylat und/oder aus Polyamid besteht.
12. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ein­ komponenten-Silikonkautschuklösung in mehreren Schichten auf das Leder auf­ gebracht wird.
13. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Auf­ bringen der Einkomponenten-Silikonkautschuklösung auf das Leder durch Auf­ sprühen auf wenigstens eine Oberfläche desselben erfolgt.
14. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufbrin­ gen der Einkomponenten-Silikonkautschuklösung auf das Leder durch Aufdrücken oder Aufgießen auf wenigstens eine Oberfläche desselben erfolgt.
15. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufbrin­ gen der Einkomponenten-Silikonkautschuklösung auf das Leder durch Eintau­ chen desselben in ein Tauchbad erfolgt und daß die überflüssige Einkompo­ nenten-Silikonkautschuklösung durch Abquetschen, beispielsweise mittels Walzen, entfernt wird.
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