DE3911382A1 - Sperrdifferential - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Sperrdifferential mit einem
antreibbaren Differentialgehäuse, in dem zwei koaxiale Abtriebs
räder und wenigstens ein zusammenwirkendes, den Abtriebsrädern
zugeordnetes Paar Ausgleichsräder drehbar lagern, wobei die
Abtriebsräder und die jeweils zugehörigen Ausgleichsräder
Schneckengetriebe bilden.
Unter einem solchen Sperrdifferential ist ein Differential zu
verstehen, das durch bewußt erhöhte mechanische Reibung einen
schlechten Wirkungsgrad aufweist, so daß ohne eine konstruktive
Trennung von Ausgleichs- und Sperrfunktion eine vom Antriebsmo
ment abhängige Sperrwirkung erreicht wird. Ein sogenanntes
Torsen-Differential ist eine Sperrdifferential-Bauart, bei der
durch die Verwendung von Schneckengetrieben für die Abtriebs
und Ausgleichsräder der gewünschte innere Reibungseffekt
entsteht und diese Torsen-Differentiale haben sich wegen ihrer
Robustheit und Belastbarkeit bereits durchaus bewährt. Wie
allerdings die EP-A- 1 39 679 (WO 84/03 747) zeigt, dienen bisher
die Schnecken als Abtriebsräder und die Schneckenräder als
Ausgleichsräder dieser Differentialgetriebe, wobei die
Schneckenräder paarweise parallel zueinander angeordnet sind und
über Stirnräder ineinandergreifen. Es ist daher eine Vielzahl
von Zahnrädern erforderlich, die einen hohen Herstellungsaufwand
bedeuten und darüber hinaus vor allem auch ein beträchtliches
Bauvolumen des Sperrdifferentials bedingen.
Gemäß der EP-A- 1 48 641 gibt es auch schon Sperrdifferentiale,
die zur Ausgleichsverbindung ihrer schrägverzahnten Abtriebs
räder parallel gerichtete Schnecken aufweisen, von denen jeweils
zwei einander diametral gegenüberliegende über ein Schneckenrad
zusammenwirken. Auch hier kommt es zu einem hohen Bau- und
Konstruktionsaufwand und durch die Anordnung der Schneckenräder
zwischen den Abtriebsrädern und der achsparallelen Lage von
Ausgleichs- und Abtriebsrädern zu einem besonders großen
Platzbedarf. Ähnliches gilt für die EP-B- 1 30 806, die ein
Sperrdifferential mit als Schraubengetriebe ausgebildeten
Abtriebs- und Ausgleichsrädern beschreibt. Die Ausgleichsräder
sind gleichmäßig um den Umfang verteilte Planetenräder für die
als Sonnenräder dienenden Abtriebsräder und greifen abwechselnd
ineinander ein, so daß sich neben der Vielzahl der Zahnräder auf
Grund der Achsparallelität von Ausgleichs- und Abtriebsrädern
einerseits und einer die Sonnenräder voneinander trennenden
inneren Druckeinrichtung anderseits der aufwendige und
großvolumige Aufbau ergibt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu
beseitigen und ein Sperrdifferential der eingangs geschilderten
Art zu schaffen, das sich durch seinen verhältnismäßig geringen
Bau- und Herstellungsaufwand auszeichnet und eine besonders
kompakte, kleinbemessene Konstruktion ermöglicht.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Abtriebsräder
als Schneckenräder und die Ausgleichsräder als Schnecken der
Schneckengetriebe vorgesehen sind, wobei die Ausgleichsräder
jedes Ausgleichsräderpaares gegeneinander winkelversetzte Achsen
aufweisen und direkt miteinander kämmen. Durch die Ausbildung
der Ausgleichsräder als Schnecken können die jeweils paarweise
einander zugeordneten Ausgleichsräder ohne ein Zwischenschalten
von Zwischenrädern zusammenwirken, was die Zahl der
erforderlichen Zahnräder senkt und damit den Herstellungs- und
Bauaufwand beträchtlich verringert. Darüber hinaus wird durch
das unmittelbare Ineinandergreifen der den Abtriebsrädern
zugehörenden Schneckengetriebe mit den jeweils in einer
Normalebene zu den Abtriebsräderachsen liegenden Schnecken eine
besonders kurze axiale Baulänge sichergestellt, so daß sich auf
rationelle, platzsparende Weise ein funktionssicheres, robustes
Sperrdifferential ergibt.
Die Ausgleichsräder eines Ausgleichsräderpaares können mit ihren
Schneckengewinden unmittelbar ineinandergreifen, doch ist es
auch möglich, daß erfindungsgemäß das eine Ausgleichsrad eines
Ausgleichsräderpaares zum Kämmen mit dem anderen einen ein
Schneckenradgewinde tragenden Endabschnitt aufweist, um durch
die Kombination von Schneckenradgewinde und Schneckengewinde das
übertragbare Drehmoment zu erhöhen.
Aus Festigkeits- und Unwuchtsgründen werden zumindest zwei
Ausgleichsräderpaare vorgesehen sein, die sich symmetrisch um
die Abtriebsräderachse verteilen, wobei die einfachste
Ausführung zwei einander diametral gegenüberliegende Ausgleichs
räderpaare umfaßt. Zweckmäßig kann es aber auch sein, den
Abtriebsrädern drei Ausgleichsräderpaare zuzuordnen und die
Abtriebsräder jeweils zwischen den zugehörigen Ausgleichsrädern
schwimmend zu lagern, was den Aufwand und die Baugröße weiter
verringert. Durch die drei Ausgleichsräderpaare werden jedem
Abtriebsrad drei zueinander 60° winkelversetzte Ausgleichsräder
zugeordnet, die die Abtriebsräder zwischen sich aufnehmen und
deren gesonderte Lagerung unnötig machen.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die
Ausgleichsräder an der einen und/oder anderen Stirnseite über
ein Nadellager im Differentialgehäuse abgestützt, wodurch sich
auch beim vorhandenen engen Raumangebot die Reibungsverhältnisse
und damit die erreichbaren Sperrwirkungen gut beeinflussen
lassen. Gibt es nur einseitig die Nadellager, werden sogar von
der Antriebsrichtung abhängige, unterschiedliche Sperrwirkungen
möglich.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand an Hand eines
Ausführungsbeispieles rein schematisch veranschaulicht, und zwar
zeigen
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Sperrdifferential im Axialschnitt,
Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 und
Fig. 3 und 4 Lagerungsbeispiele für die Ausgleichsräder dieses
Differentials in größerem Maßstab.
Ein Differential 1 weist ein Differentialgehäuse 2 auf, das über
einen angedeuteten Außenzahnkranz 3 antreibbar ist. In diesem
Gehäuse 2 sitzen drehbar zwei koaxiale Abtriebsräder 4, 5 über
die unter Aufteilung des Antriebsmomentes nicht weiter
dargestellte Halbachsen einer Fahrzeugantriebsachse od.dgl.
angetrieben werden können. Dazu sind den Abtriebsrädern 4, 5
zwei Paar Ausgleichsräder 6, 7 zugeordnet, die ebenfalls frei
drehbar im Gehäuse 2 lagern und nicht nur mit den zugehörigen
Abtriebsrädern 4, 5 kämmen, sondern auch paarweise zusammen
wirken. Die Abtriebsräder 4, 5 ergeben dabei mit den zugehörigen
Ausgleichsrädern 6, 7 Schneckengetriebe 8, deren Schneckenräder
8 a die Abtriebsräder 4, 5 und deren Schnecken 8 b die Ausgleichs
räder 6,7 bilden. Die Ausgleichsräder 6, 7 eines jeden Aus
gleichsräderpaares sind gegeneinander und jeweils zu den
Abtriebsrädern 4, 5 um 90° winkelversetzt und die Ausgleichs
räder 6, 7 kämmen paarweise unmittelbar miteinander und mit den
zugehörigen Abtriebsrädern 4, 5. Es kommt zu einer sehr
kompakten platzsparenden Bauweise, wobei die wenigen Zahnräder
und deren einfache, im wesentlichen durch Gehäusebohrungen 9
gegebene Lager eine rationelle, aufwandsarme Herstellung des
Sperrdifferentials 1 gewährleisten.
Um das durch die paarweise zusammenwirkenden Ausgleichsräder 6,
7 übertragbare Moment zu vergrößern, kann, wie in Fig. 2
strichliert angedeutet, jeweils ein Ausgleichsrad 7 eines
Ausgleichsräderpaares 6, 7 zum Kämmen mit dem jeweils anderen
Ausgleichsrad 6 einen ein Schneckenradgewinde 8 c tragenden
Endabschnitt 7 a aufweisen, so daß sich durch das Zusammenspiel
des Schneckenradgewindes 8 c mit dem entsprechenden Abschnitt der
Schnecke 8 b günstigere Übertragungsverhältnisse bei den
Ausgleichsräderpaaren 6, 7 ergeben.
Das erfindungsgemäße Sperrdifferential 1 zeichnet sich durch
seine geringe Baugröße, durch seine aufwandsarme Herstellung und
nicht zuletzt durch seine Kompaktheit aus, wobei die Sperr
wirkung durch die inneren mechanischen Reibungsverhältnisse der
Schneckengetriebe 8 momentengesteuert ist. Um diese Reibungsver
hältnisse ändern und damit den selbstsperrenden Effekt beein
flussen zu können, lassen sich die Verzahnungsformen der
Schneckengetriebe und vor allem auch deren Radlagerungen zweck
mäßig wählen. So ist es möglich, die Ausgleichsräder 6, 7 direkt
in den Gehäusebohrungen 9 zu lagern, was eine hohe Sperrwirkung
mit sich bringt, oder sie, wie in Fig. 3 angedeutet, über stirn
seitig angeordnete Axialnadellager 10 abzustützen, um die
Sperrwirkung zu senken. Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Fig.
4 können die Ausgleichsräder 6, 7 auch über endseitige Lager
zapfen 11 mit oder ohne Lagerbüchsen 12 gelagert sein und die
Zapfenlagerung kann in nicht weiter dargestellter Weise auch mit
einer Nadellagerung kombiniert werden. Sind an den beiden
Stirnseiten der Ausgleichsräder unterschiedliche Lagerbe
dingungen vorgesehen, kommt es je nach Antriebsrichtung sogar zu
geänderten Sperrwirkungen, wodurch sich ganz spezielle Einsatz
möglichkeiten des Sperrdifferentials eröffnen.
Claims (4)
1. Sperrdifferential (1), mit einem antreibbaren Differentialge
häuse (2), in dem zwei koaxiale Abtriebsräder (4, 5) und
wenigstens ein zusammenwirkendes, den Abtriebsrädern (4, 5)
zugeordnetes Paar Ausgleichsräder (6, 7) drehbar lagern, wobei
die Abtriebsräder (4, 5) und die jeweils zugehörigen
Ausgleichsräder (6, 7) Schneckengetriebe (8) bilden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Abtriebsräder (4, 5) als Schneckenräder
(8 a) und die Ausgleichsräder (6, 7) als Schnecken (8 b) der
Schneckengetriebe (8) vorgesehen sind, wobei die Ausgleichsräder
(6, 7) jedes Ausgleichsräderpaares gegeneinander winkelversetzte
Achsen aufweisen und direkt miteinander kämmen.
2. Sperrdifferential nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das eine Ausgleichsrad (7) eines Ausgleichsräderpaares (6,
7) zum Kämmen mit dem anderen (6) einen ein Schneckenradgewinde
(8 c) tragenden Endabschnitt (7 a) aufweist.
3. Sperrdifferential nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß den Abtriebsrädern (4, 5) drei
Ausgleichsräderpaare (6, 7) zugeordnet und die Abtriebsräder
jeweils zwischen den zugehörenden Ausgleichsrädern schwimmend
gelagert sind.
4. Sperrdifferential nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ausgleichsräder (6, 7) an der einen
und/oder anderen Stirnseite über ein Nadellager im
Differentialgehäuse abgestützt sind.
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