DE3345113C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kernreaktoranlage nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine derartige Kernreaktoranlage ist aus der DE-OS
32 12 264 bekannt. Dort sind die Umwälzgebläse horizon
tal außen am Mantel des Stahldruckbehälters angebracht,
wodurch sie viel Raum beanspruchen. Die Regel- und Ab
schalteinrichtung, die von unten in Bohrungen des seit
lichen Reflektors einbringbare Absorberstäbe sowie dazu
gehörige Antriebe umfaßt, benötigt ebenfalls viel Platz
und führt zu einer unerwünschten Längenausdehnung der
Kernreaktoranlage. Als weitere Abschalteinrichtung
sind Kleinabsorberkugeln vorgesehen, die in die Brenn
elementschüttung eingebracht werden können. Zwischen dem
seitlichen Reflektor und dem thermischen Schild sind
separate Stützelemente vorgesehen, die einen erhöhten
Platzbedarf in radialer Richtung erfordern.
Aus der nicht vorveröffentlichten Patentanmeldung
DE-OS 33 35 452 ist eine Kernreaktoranlage bekannt, deren
Dampferzeuger oberhalb des Kleinreaktors und mit diesem
zusammen in einem zylindrischen Stahldruckbehälter in
stalliert sind. Das Kühlgas strömt von unten nach oben
sowohl durch den Reaktorkern wie auch durch die Dampfer
zeuger. Die Umwälzgebläse befinden sich vollständig im
Innenraum des Stahldruckbehälters und zwar oberhalb der
Dampferzeuger. Dies setzt eine relativ große Höhe des
Stahldruckbehälters voraus. Der Kleinreaktor verfügt
über zwei verschiedene Abschalteinrichtungen, die eben
falls vollständig in dem Stahldruckbehälter angeordnet
sind und einen entsprechend groß ausgelegten Stahldruck
behälter benötigen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kernreak
toranlage der eingangs genannten Art anzugeben, die bei
einer in der Höhe reduzierten Kompaktbauweise mit einer
möglichst geringen radialen Vergrößerung des Stahldruck
behälters auskommt.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch die im
Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale.
Da bei der Kernreaktoranlage aufgrund der einen sicheren
Betrieb gewährleistenden Aufteilung des Dampferzeugers
in mehrere Teilsysteme nur ein Dampferzeuger erforder
lich ist, braucht der Stahldruckbehälter oberhalb des
HT-Kleinreaktors nur einen geringeren Durchmesser zu
haben und es steht hinreichend Platz für die Unter
bringung der Stabantriebe sowie der Speicherbehälter der
Abschalteinrichtungen zur Verfügung. Diese Bauteile sind
zudem, da außerhalb des Stahldruckbehälters angeordnet,
leicht zugänglich. Durch die Verbreiterung des Kernauf
baus (Kugelschüttung und Reflektor) sowie durch die An
ordnung der Umwälzgebläse außerhalb des Stahldruckbehäl
ters auf dessen Deckel kann bei dem Stahldruckbehälter
beträchtlich an Höhe eingespart werden. Die unmittelbare
Abstützung des seitlichen Reflektors am thermischen
Schild begrenzt die radiale Vergrößerung des Stahldruck
behälters auf einfache Weise.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Kernreaktoranlage sind
den Unteransprüchen sowie der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels im Zusammenhang mit den sche
matischen Zeichnungen zu entnehmen.
Die Figuren zeigen im einzelnen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Kernreaktoranla
ge gemäß der Erfindung,
Fig. 2 den oberen Teil
des Stahldruckbehälters mit Dampfer
zeuger und Umwälzgebläsen im Längsschnitt,
Fig. 3 den Dampferzeuger allein in perspektivischer Ansicht,
Fig. 4 ein Schema des sekundärseitigen Dampferzeugerkreis
laufs mit zwei Rückkühlsystemen,
Fig. 5 einen stark vergrößerten Ausschnitt aus dem seitli
chen Reflektor, im Querschnitt gesehen.
Die Fig. 1 läßt einen Stahldruckbehälter 1 erkennen, der einen
zylindrischen Querschnitt hat und in seinem oberen Teil 1a ein
gezogen ist. In dem unteren Teil ist ein HT-Kleinreaktor 2 in
stalliert, dessen Kern von einer Schüttung 3 kugelförmiger
Brennelemente gebildet wird, die von einem Deckenreflektor 4,
einem seitlichen Reflektor 5 und einem Bodenreflektor 6 um
schlossen ist. Der seitliche Reflektor 5 stützt sich unmittel
bar an einem thermischen Seitenschild 7 ab, wie später näher
erläutert wird (Fig. 5).
Unterhalb des Bodenreflektors 6 befindet sich ein Kerntragboden
8 in Form eines Tragsterns. Die Brennelemente werden von oben
zugegeben und mit Hilfe einer Entnahmevorrichtung 9 am Boden
der Schüttung 3 abgezogen. Diese Vorrichtung besteht hier aus
einem Kugelabzugsrohr 10, an das sich zwei Kugelleitungen 11
mit je einem Vereinzelner 12 anschließen. Sind mehrere Kugelab
zugsrohre vorhanden, kann auch ein Vereinzelner mit zwei Antrie
ben (von denen einer immer im Eingriff ist) vorgesehen sein.
Die Antriebe 13 für die beiden Vereinzelner 12 sind außerhalb
des Stahldruckbehälters 1 angeordnet. Die Beschickung des Klein
reaktors mit Brennelementen erfolgt in der Weise, daß die Brenn
elemente nach einmaligem Durchlaufen der Schüttung 3 den ge
wünschten Endabbrand erreicht haben; sie werden daher dem Kern
nicht wieder zugeführt. Ein Bruchabscheider ist bei diesem Be
schickungsverfahren nicht erforderlich. (Bei Mehrfachdurchlauf
der Brennelemente müssen neben Vereinzelungseinrichtungen noch
Bruchabscheider vorgesehen sein).
Der HT-Kleinreaktor 2 hat eine Leistung von 80 bis 100 MWe; sei
ne Leistungsdichte beträgt ungefähr 4 MW/m3. Er wird von unten
nach oben vom Kühlgas durchströmt, das sich oberhalb des-Decken
reflektors 4 in einem Heißgassammelraum 14 sammelt. Der Durch
messer der Brennelementschüttung 3 wird so groß gewählt, daß ein
Abheben von Brennelementen im Oberflächenbereich aufgrund der
Kühlgasströmung vermieden wird. Der Stahldruckbehälter 1 weist
in seinem den HT-Kleinreaktor 2 enthaltenden Teil einen Durch
messer von etwa 7,00 m auf.
Auf den eingezogenen oberen Teil 1a des Stahldruckbehälters 1
ist ein gewölbter Deckel 15 aufgesetzt, der mittels einer
Flanschverbindung 16 befestigt ist. In dem Teil 1a ist ein
Dampferzeuger 17 installiert, der direkt von dem Heißgassammel
raum 14 mit heißem Kühlgas beaufschlagt wird, das in dem Dampf
erzeuger 17 nach oben strömt. Das Speisewasser wird dem Dampf
erzeuger 17 durch eine Leitung 16 zugeführt; die Abführung des
Frischdampfes erfolgt durch eine Leitung 19. Es ist zwar nur
ein Dampferzeuger vorhanden (wodurch die Durchmesserverkleine
rung des Stahldruckbehälters 1 in seinem oberen Teil 1a möglich
ist); dieser ist aber in zwei voneinander unabhängige Teilsy
steme 17a und 17b unterteilt, wie die Fig. 2 und 3 erkennen
lassen. Auf den gewölbten Deckel 15 sind zwei Umwälzgebläse 20
mit Absperrorganen aufgesetzt; sie sind an auf dem Deckel 15
vorgesehene Stutzen 21 angeflanscht.
Da die Brennelementschüttung 3 von unten nach oben vom Kühlgas
durchströmt wird und der Dampferzeuger 17 oberhalb der Schüt
tung 3 angeordnet ist, kann bei Ausfall der Umwälzgebläse 20
die in der Schüttung 3 erzeugte Nachwärme durch Naturkonvektion
an den Dampferzeuger 17 abgeführt werden.
Zur Abschaltung des HT-Kleinreaktors 2 sind zwei Abschaltein
richtungen vorgesehen. Die erste besteht aus Absorberstäben 22
und ihren Antrieben 23, die in Gehäusen 24 außerhalb des Stahl
druckbehälters 1 installiert sind, und zwar im Bereich von des
sen oberem Teil 1a. Die Gehäuse 24 sind an auf dem Stahldruck
behälter 1 aufgesetzten Stutzen 25 befestigt, wobei sie entwe
der angeschweißt oder angeflanscht sein können. Die Absorber
stäbe 22 sind von oben in Bohrungen 26 des seitlichen Reflek
tors 5 einbringbar, und zwar fallen sie durch die Schwerkraft
ein. Sie übernehmen die Aufgabe der Schnellabschaltung. Gege
benenfalls kann hierfür noch die zweite Abschalteinrichtung
eingesetzt werden, deren Bestimmungszweck jedoch die Langzeit
abschaltung ist.
Die zweite Abschalteinrichtung umfaßt eine Vielzahl von Klein
absorberkugeln 27, mehrere Speicherbehälter 28 für diese Kugeln
und einige, beispielsweise zwei, Ringleitungen 29, die oberhalb
des Deckenreflektors 4 angeordnet und durch eine Ringwand 30
gegen den Heißgassammelraum 14 abgeschirmt sind. Die Speicher
behälter 28 befinden sich außerhalb des Stahldruckbehälters 1,
und zwar ebenfalls im Bereich seines eingezogenen Teils 1a. Die
Ringleitungen 29 sind durch Leitungen 31 mit Kanälen 32 verbun
den, die in radial in die Brennelementschüttung 3 vorspringen
den Nasen 33 des seitlichen Reflektors 5 vorgesehen sind. Bei
spielsweise sind vier solcher Nasen vorhanden. An die Kanäle 32
schließen sich Abzugsrohre 34 für die Entnahme der Kleinabsor
berkugeln 27 an.
Bei extremen Kern- und Druckbehälterabmessungen (Kerndurchmesser
<3,50 m, Behälterdurchmesser <7 m) kann der HT-Kleinreaktor
2 noch mit einer dritten Abschalteinrichtung ausgestattet sein,
die aus direkt in die Brennelementschüttung 3 einbringbaren
Kleinabsorberkugeln oder aus in die Schüttung einzuspeisendem
Helium-3 besteht (nicht dargestellt). Diese Abschalteinrichtung
wird zusätzlich für die Langzeitkaltabschaltung eingesetzt.
Die Fig. 2 zeigt die Aufteilung des Dampferzeugers 17 in zwei
Teilsysteme 17a und 17b, von denen jedes über einen eigenen
Sammler und Verteiler (nicht dargestellt) und eine eigene Spei
sewasserleitung 18a bzw. 18b und Frischdampfleitung 19a bzw.
19b verfügt. Die beiden Umwälzgebläse 20 können dem gesamten
Dampferzeuger 17 zugeordnet sein (aus Verfügbarkeitsgründen
sind stets mindestens zwei Gebläse vorgesehen), oder aber - wie
hier dargestellt - die Zuordnung ist so getroffen, daß je ein
Gebläse 20 mit dem aus einem Teilsystem 17a bzw. 17b austreten
den Kühlgas beaufschlagt wird, und zwar gilt dies für Normalbe
trieb und Nachwärmeabfuhrbetrieb.
Wie aus der Fig. 3 ersichtlich, weist das Teilsystem 17a einen
kreisringförmigen Querschnitt auf und ist zentral angeordnet.
Das Teilsystem 17b ist ebenfalls im Querschnitt kreisringförmig
ausgebildet und umschließt das Teilsystem 17a. Durch den freien
Innenraum wie durch den freien Ringraum zwischen beiden Teilsy
stemen sind die Frischdampfleitungen 19a und 19b verlegt.
Die Fig. 4 zeigt den sekundärseitigen Kreislauf des zweiteili
gen Dampferzeugers 17. Zur Rückführung der beiden Teilsysteme
17a und 17b bei der Nachwärmeabfuhr ist an jeden der zugeordne
ten Sekundärkreisläufe 35a bzw. 35b ein Kühlsystem 36a und 36b
angeschlossen, das jeweils aus einem Hilfskühler 37a bzw. 37b
und einer Umwälzpumpe 38a bzw. 38b besteht.
Fig. 5 läßt einen Ausschnitt aus dem seitlichen Reflektor 5
erkennen. Der aus zwei Graphitzylindern 39 und 40 mit unter
schiedlich großen Blöcken zusammengesetzte Reflektor ist ohne
zusätzliche Stützelemente an dem thermischen Seitenschild 7
abgestützt. Dies ist möglich aufgrund der Aufwärtsströmung des
Kühlgases in der Brennelementschüttung 3, die einen relativ
kalten Kernboden zur Folge hat. Dadurch sind die thermischen
Differenzdehnungen zwischen Reflektor und thermischem Schild
vernachlässigbar. Dies gilt auch für den Bodenreflektor 6 und
den thermischen Bodenschild, so daß Kleinabsorberkugeln in die
Schüttung 3 eingebracht werden können ohne Vorspannung des Bo
denreflektors 6.
Der thermische Seitenschild 7 weist eine Anzahl von Abstütz
punkten 41 auf, die bearbeitet sind. Die übrige Fläche des
thermischen Schildes 7 ist unbearbeitet. In den Blöcken des
Graphitzylinders 40 sind Nuten 43 vorgesehen, in welche die
Abstützpunkte 41 eingreifen. Auf diese Weise wird ein Verdre
hen des thermischen Seitenschildes 7 gegen den seitlichen Re
flektor 5 verhindert. Die Abstützpunkte 41 können z. B. aufge
schweißt oder aufgeschraubt sein. Zum Toleranzausgleich wer
den bei der Montage Leisten angepaßt oder zusätzliche Unterla
gen vorgesehen. Der Raum zwischen den Abstützpunkten 41 stellt
Spalte 42 für den Durchgang von Kühlgas dar, so daß eine Küh
lung von thermischem Seitenschild 7 und seitlichem Reflektor 5
erfolgen kann.
Claims (3)
1. Kernreaktoranlage mit einem HT-Kleinreaktor,
dessen aus einer Schüttung kugelförmiger Brennelemente
bestehender Kern allseitig von einem Reflektor umgeben
ist und von unten nach oben von einem Kühlgas durch
strömt wird, mit einem Dampferzeuger, der oberhalb des
HT-Kleinreaktors und zusammen mit diesem in einem mehr
teiligen, mit einem Deckel verschließbaren zylindrischen
Stahldruckbehälter angeordnet ist und ebenfalls von un
ten nach oben von dem Kühlgas durchströmt wird, mit min
destens zwei in Strömungsrichtung dem Dampferzeuger
nachgeschalteten Umwälzgebläsen und mit einer ersten aus
Absorberstäben und einer zweiten aus Absorberkugeln be
stehenden Abschalteinrichtung, dadurch gekennzeichnet,
daß der zylindrische Stahldruckbehälter (1) in seinem
oberen, den Dampferzeuger (17) enthaltenden Teil (1a)
einen kleineren Querschnitt als der restliche Stahl
druckbehälter aufweist, daß die Umwälzgebläse (20) auf
den Deckel (15) aufgesetzt und mit ihm verbunden sind,
daß der Dampferzeuger mindestens zwei voneinander unab
hängige Teilsysteme (17a, 17b) mit eigenen Verteilern und
Sammlern sowie eigenen Zuführungs- (18a, 18b) und Abfüh
rungsleitungen (19a, 19b) umfaßt, daß ein Gehäuse zur
Aufnahne des Antriebes für die Absorberstäbe und ein
Behälter zur Aufnahme der Absorberkugeln oberhalb des
Übergangsbereichs zum oberen Teil (1a) angeordnet und in diesem Übergangsbe
reich mit dem Stahldruckbehälter verbunden sind und daß
der seitliche Reflektor (5) ohne Zwischenschaltung von
Stützelementen direkt am thermischen Seitenschild (7)
abgestützt ist, wobei durch erhaben ausgebildete Ab
stützpunkte (41) am thermischen Seitenschild (7) Spalte
(42) für den Durchgang von Kühlgas geschaffen sind.
2. Kernreaktoranlage nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Abstützpunkte (41) in Nuten (43)
eingreifen, die außen im seitlichen Reflektor (5) vorge
sehen sind.
3. Kernreaktoranlage nach Anspruch 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß die Abstützpunkte (41) an dem
thermischen Seitenschild (7) angeschweißt oder ange
schraubt und Mittel zum Ausgleich von Montagetoleranzen
vorgesehen sind.
Priority Applications (3)
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1984
- 1984-11-28 US US06/675,641 patent/US4664871A/en not_active Expired - Fee Related
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| Publication number | Publication date |
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