DE3603090A1 - Reaktordruckbehaelter aus beton fuer einen gasgekuehlten kernreaktor niedriger leistung - Google Patents
Reaktordruckbehaelter aus beton fuer einen gasgekuehlten kernreaktor niedriger leistungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Reaktordruckbehälter aus Beton für
einen gasgekühlten Kernreaktor niedriger Leistung mit einer
Schüttung kugelförmiger Brennelemente, der aus einem zylindrischen
Mantel, einer Bodenplatte und einer gegebenenfalls abnehmbaren
Deckenplatte besteht und auf dessen Innenseite zur Abfuhr
der Wärme aus dem Reaktorkern von Wasser durchströmte Kühlrohre
vorgesehen sind.
Ein derartiger Reaktordruckbehälter wird in der deutschen Patentanmeldung
P 35 34 422.9 beschrieben. Der unterirdisch angeordnete
Behälter besteht aus Stahlbeton, und auf seiner inneren
Oberfläche ist ein Kühlsystem angebracht, das die in der Brennelementschüttung
erzeugte Wärme aus dem Druckbehälter abführt.
Der Gasdruck in dem Primärkreis des Kernreaktors ist so gewählt,
daß er über dem Druck des Mediums (Wasser) im Kühlsystem liegt.
In der deutschen Patentanmeldung P 35 18 968.1 ist ebenfalls ein
Reaktordruckbehälter für einen Kernreaktor niedriger Leistung
mit kugelförmigen Brennelementen beschrieben, der aus Stahlbeton
besteht und unterirdisch installiert ist. Dieser Reaktordruckbehälter
weist keine abnehmbare Deckenplatte auf, ist aber stattdessen
mit einer verschließbaren zentralen Öffnung im Behälterdeckenbereich
ausgestattet. Wie bei der eben genannten Patentanmeldung
wird die im Reaktorkern erzeugte Wärme durch ein die
Brennelementschüttung von oben nach unten durchströmendes Kühlgas
auf ein auf der inneren Druckbehälteroberfläche vorgesehenes
Kühlsystem übertragen. Das Kühlsystem ist hier jedoch von dem
Primärkreis durch einen gasdichten Mantel getrennt.
Der in den beiden Patentanmeldungen dargestellte Kernreaktor
zeichnet sich durch einen kompakten Aufbau und einen weitgehenden
Verzicht auf aktive Betriebseinrichtungen wie Beschickungsanlage,
Gasreinigungsanlage, Regelsysteme und Sicherheitssysteme
aus. Er ist besonders geeignet zur Erzeugung von Wärmeenergie
für Heizzwecke. Die unterirdische Bauweise ist jedoch mit
höheren Kosten verbunden.
Ausgehend von dem genannten Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, für einen gasgekühlten Kernreaktor
niedriger Leistung einen Reaktordruckbehälter aus Beton zu
schaffen, der bei kostengünstiger Herstellung einen sicheren
Einschluß des Kühlgases gewährleistet und zugleich dazu dient,
die in dem Reaktorkern erzeugte Wärme auf wirtschaftliche Weise
auszukoppeln.
Der Reaktordruckbehälter gemäß der Erfindung zeichnet sich durch
die folgenden Merkmale aus:
- a) der Betonkörper ist in an sich bekannter Weise in radialer und axialer Richtung von Bewehrungselementen oder Spannkabeln durchzogen, die alle aus dem Behälterinnendruck und den übrigen Lasten resultierenden Zugkräfte aufnehmen;
- b) der Reaktordruckbehälter ist in an sich bekannter Weise auf seiner Innenseite mit einem metallischen Liner abgedichtet, an dem die Kühlrohre betonseitig angebracht sind;
- c) Liner und Kühlrohre bilden zusammen den mit Kühlgas beheizten Wärmetauscher des Kernreaktors;
- d) der Liner ist mittels der Kühlrohre in dem Betonkörper verankert;
- e) der Wärmetauscher weist sekundärseitig mindestens zwei voneinander unabhängige Systeme auf, deren Kühlrohre jeweils durch radial in dem Beton verlegte Zuführungs- und Abführungsleitungen mit außerhalb des Reaktordruckbehälters befindlichen Sammlern für den Vorlauf und den Rücklauf verbunden sind;
- f) einander benachbarte Kühlrohre sowie Zuführungs- und Abführungsleitungen gehören jeweils zu verschiedenen Systemen und werden jeweils in entgegengesetzten Richtungen durchströmt.
Der erfindungsgemäße Reaktordruckbehälter ist also eine Stahlbeton-
oder Spannbetonkonstruktion, die Trag- und Dichtfunktion
hat. Beton und Bewehrungs- oder Spannelemente übernehmen die
Kräfte aus dem vollen Behälter-Innendruck. Als Dichthaut wirkt
der metallische Liner, der durch die Kühlrohre im Beton verankert
ist. Bei Bedarf können zusätzlich auch Bolzen verwendet
werden. Die den Kernreaktor aufnehmende Kaverne kann durch eine
abnehmbare Deckenplatte abgeschlossen sein, so daß nach Entfernung
der Deckenplatte sich Teile des Kernreaktors ausbauen lassen
bzw. ein Brennelementwechsel vorgenommen werden kann.
Da die Zuführungs- und Abführungsleitungen, die die Kühlrohre
mit den Sammlern verbinden, radial durch den Beton verlegt sind,
ermöglichen sie zusammen mit den radial angeordneten Bewehrungs-
oder Spannelementen in Störfällen einen schnellen Wärmetransport
nach außen. Die besondere Ausbildung des Wärmetauschers schützt
also gleichzeitig den Behälterbeton vor einer zu hohen Temperaturbelastung.
Da einander benachbarte Kühlrohre verschiedenen
Systemen angehören und jeweils in entgegengesetzter Richtung
durchströmt werden, stellt sich insgesamt eine gleichmäßige Temperatur
in dem Liner ein.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
sowie der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
im Zusammenhang mit den schematischen Zeichnungen zu entnehmen.
Die Figuren zeigen im einzelnen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Kernreaktoranlage
mit dem erfindungsgemäßen Reaktordruckbehälter,
Fig. 2 einen Schnitt durch den Reaktordruckbehälter nach
der Linie II-II der Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt durch den Reaktordruckbehälter nach
der Linie III-III der Fig. 1,
Fig. 4 ein Detail des Wärmetauschers in größerem Maßstab,
Fig. 5 eine Alternative zu dem in der Fig. 4 gezeigten
Detail,
Fig. 6 eine andere Alternative zu dem in der Fig. 4 gezeigten
Detail.
Die Fig. 1 läßt einen Reaktordruckbehälter 1 aus Stahlbeton erkennen,
der eine Kaverne 2 umschließt und in radialer sowie in
axialer Richtung verlegte Bewehrungselemente aufweist, die alle
aus dem Behälterinnendruck resultierenden Zugkräfte aufnehmen.
Der Behälter 1 besteht aus einem zylindrischen Mantel 3, einer
Bodenplatte 4 und einer Deckenplatte 5. Die Deckenplatte 5 wird
mittels Spanngliedern 6 auf dem Behälter 1 niedergehalten; sie
kann bei Bedarf abgehoben werden, so daß die Kaverne 2 zugänglich
wird. Die Spannglieder 6 werden von außen überwacht. Der
Behälter 1 ist innen auf seiner gesamten Oberfläche mit einem
metallischen Liner 7 ausgekleidet, der die Dichtfunktion übernimmt.
In der Kaverne 2 ist ein Kernreaktor 8 untergebracht, dessen
Kern aus einer stationären Schüttung 9 kugelförmiger Brennelemente
10 besteht. Die Schüttung 9 hat einen Durchmesser von ca.
1,2 bis 1,5 m und eine Höhe von 1,5 bis 2,5 m. Die Leistungsdichte
im Kern beträgt ca. 1,5 bis 2,5 MW/m3 und ermöglicht eine
Gesamtleistung von 10 bis 20 MWth. Die Brennelemente 10, die
in Warm- und Kaltpreßverfahren hergestellt werden, beinhalten
ca. 20 bis 40 g Schwermetall je Kugel. Die Schüttung 9 ist allseitig
von einem Graphitreflektor 11 umgeben, der aus Bodenreflektor
12, Seitenreflektor 13 und Deckenreflektor 14 besteht.
Der Deckenreflektor 14 liegt direkt auf der Schüttung 9 auf.
Zwischen ihm und der Deckenplatte 5 befindet sich ein freier
Raum 15. Ein weiterer freier Raum 16 ist zwischen dem Bodenreflektor
12 und der Bodenplatte 4 des Druckbehälters 1 vorgesehen;
in diesem Raum ist eine metallische Abstützeinrichtung 17
angeordnet, über die sich der Kernreaktor 8 auf der Bodenplatte 4
abstützt.
Die Schüttung 9 wird von oben nach unten von einem Kühlgas, vorzugsweise
Helium, durchströmt, das mittels eines Gebläses 18 umgewälzt
wird. Das Gebläse 18 ist in senkrechter Lage zentral in
der Deckenplatte 5 angebracht, wobei sich ein Laufrad in dem
freien Raum 15 befindet. Der Antriebsmotor 19 für das Gebläse 18
ist in einer zentralen Durchdringung 20 der Deckenplatte 5 installiert,
die außen mit einem abnehmbaren Verschlußteil 21 versehen
ist.
Die Schüttung 9 ist seitlich und unten von einem Kernbehälter 22
aus Stahl umschlossen, der auch einen Teil des Seitenreflektors
13 und des Bodenreflektors 12 aufnimmt. Seiten- und Bodenreflektor
sind also in einen inneren und einen äußeren Reflektorteil
unterteilt; beim Seitenreflektor 13 ist der innere Reflektor mit
23 und der äußere Reflektor mit 24 bezeichnet, beim Bodenreflektor
12 mit 25 und 26. In dem inneren Seitenreflektor 23 sind
senkrechte Kanäle 27 vorgesehen, in denen Absorberstäbe 28 für
Trimm- und Abschaltzwecke verfahrbar angeordnet sind. Die Antriebe
29 für die Absorberstäbe 28 sind in Durchdringungen 30
der Deckenplatte 5 installiert. Diese sind mit abnehmbaren Verschlußteilen
31 ausgestattet.
Der Kernbehälter 22 läßt sich mitsamt dem inneren Seitenreflektor
23, dem Deckenreflektor 14, den Brennelementen 10 und den
Absorberstäben 28 nach Entfernen der Deckenplatte 5 nach oben
ausbauen. Dazu wird eine Abschirmglocke zu Hilfe genommen. Die
Absorberstäbe 28 gewährleisten die Unterkritikalität der Schüttung
9 beim Aus- und Einbauvorgang. Ein Ausbau des Kernbehälters
22 wird dann vorgenommen, wenn die Brennelemente 10 hinreichend
abgebrannt sind.
In dem freien Raum 15 befindet sich ein Gasführungsmantel 32,
der Saug- und Druckseite des Gebläses 18 trennt. Er ist an dem
oberen Ende des Kernbehälters 22 angeschlossen.
Die Absorberstäbe 28 sind nur zum Trimmen und Abschalten vorgesehen;
die Regelung der Reaktorleistung wird allein über die
Drehzahl des Gebläses 18 und die sekundäre Durchströmung eines
(noch zu beschreibenden) Wärmeabfuhrsystems vorgenommen, wobei
der einem Kugelhaufenreaktor inhärente negative Temperaturkoeffizient
ausgenutzt wird. Das Gebläse 18 saugt das Kühlgas, dessen
Druck sich bei Normalbetrieb auf ca. 10 bis 20 bar einstellt,
aus dem freien Raum 15 an und fördert es in die Schüttung 9.
Beim Durchströmen der Schüttung 9 erhöht sich die Temperatur
des Gases von ca. 300°C auf 500°C. Das aufgeheizte Kühlgas
tritt durch Öffnungen in dem Kernbehälter 22 sowie in dem Bodenreflektor
12 in den freien Raum 16 ein, in dem es sich verteilt
und einem Ringraum 33 zugeführt wird. Von hier gelangt
es wieder in den Raum 15.
Der Druck des Kühlgases ist so gewählt, daß er über dem Druck
des sekundären Mediums in dem Wärmeabfuhrsystem liegt.
Das Wärmeabfuhrsystem des Kernreaktors 8 ist so ausgelegt, daß
die in der Schüttung 9 erzeugte Wärme beim Leistungsbetrieb wie
auch beim Nachwärmeabfuhrbetrieb sicher abgeführt werden kann.
Als Wärmeabfuhrsystem ist ein Wärmetauscher vorgesehen, der aus
dem Liner 7 und einer Vielzahl betonseitig auf dem Liner 7 angebrachter
Kühlrohre 35 besteht, die von Wasser durchströmt werden.
Die Kühlrohre 35 dienen zugleich der Verankerung des Liners
7 in dem Druckbehälter 1; zusätzliche Verankerungselemente sind
nicht vorhanden. Um ein Ausbeulen des Liners 7 im Bereich des
zylindrischen Mantels 3 zu vermeiden, ist für ihn in Abhängigkeit
von dem Radius der Kaverne 2 eine entsprechende Dicke festgelegt.
Jedes Kühlrohr 35 ist durch zwei radial durch den Druckbehälter
1 geführte Leitungen mit außerhalb des Druckbehälters 1 angeordneten
Sammlern für den Vorlauf und den Rücklauf des Wassers bzw.
Dampfes verbunden. Die eine Leitung dient als Zuführungsleitung
36, während die andere die Abführungsleitung 37 darstellt. Die
Sammler für die Kühlrohre 35 in dem Boden-, Decken- und Mantelbereich
des Druckbehälters 1 sind verschieden gestaltet, wie
noch beschrieben wird.
Der Wärmetauscher umfaßt sekundärseitig mehrere voneinander unabhängige
Systeme; in dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind
es zwei Systeme A und B. Die Kühlrohre 35 sind so verlegt, daß
einander benachbarte Kühlrohre sowie Zuführungsleitungen 36 und
Abführungsleitungen 37 verschiedenen Systemen zugeordnet sind.
Sie werden zudem in entgegengesetzten Richtungen von dem Wasser
bzw. Dampf durchströmt. Das heiße Helium, das durch den Ringraum
33 nach oben geführt wird, strömt außen an dem Liner 7 entlang
und gibt seine Wärmeenergie an das in den Kühlrohren 35 befindliche
Wasser ab.
Innerhalb des zylindrischen Mantels 3 des Druckbehälters 1 sind
die Kühlrohre 35 der beiden Systeme A und B in horizontalen Ebenen
verlegt, wie die Fig. 2 erkennen läßt. Sie sind so geführt,
daß sie den Liner 7 auf dessen gesamten Umfang umschlingen. Die
horizontalen Ebenen der beiden Systeme A und B sind gegeneinander
versetzt, wie die Fig. 1 zeigt, in der links das System A
und rechts das System B dargestellt ist. Jedes System weist sowohl
für den Vorlauf als auch für den Rücklauf als Sammler einen
senkrecht verlegten Rohrstrang 38 (Vorlauf) und 39 (Rücklauf)
auf. Alle Rohrstränge befinden sich außerhalb des Druckbehälters 1
(in der Fig. 1 sind die Rohrstränge 39 für den
Rücklauf versetzt gezeichnet).
Die Fig. 2 läßt erkennen, wie die Rohrstränge 38 und 39 der
beiden Systeme A und B zueinander angeordnet sind; sie liegen
sich an dem Druckbehälter 1 diametral gegenüber. Die beiden
Sammler für den Vor- und Rücklauf des gleichen Systems sind direkt
nebeneinander angeordnet.
Innerhalb der Deckenplatte 5 und der Bodenplatte 4 des Druckbehälters
1 sind die Kühlrohre 35 in Spiralen verlegt, wie die
Fig. 3 es für eines der beiden Systeme A und B zeigt. Um in
den Kühlrohren 35 gleiche Strömungswiderstände zu erreichen,
haben alle Kühlrohre die gleiche Länge und weisen daher unterschiedliche
Umschlingungswinkel auf. Als Sammler sind in den
beiden Bereichen Ringsammler 40 für den Vorlauf sowie 41 für
den Rücklauf vorgesehen, deren Anordnung so getroffen ist, daß
der Anschluß an die entsprechenden rohrstrangartigen Sammler 38,
39 gegeben ist. Dieser Sachverhalt läßt sich der Fig. 1 entnehmen
(der Ringsammler 41 ist in den Fig. 1 und 3 versetzt
gezeichnet.
Die in Höhe der Deckenplatte 5 vorgesehenen Ringsammler 40, 41
beider Systeme A und B, die mit den in der Deckenplatte 5 angeordneten
Kühlrohren 35 durch die radialen Zuführungsleitungen
36 und Abführungsleitungen 37 verbunden sind, sind an die enstprechenden
rohrstrangartigen Sammler 38, 39 durch lösbare Verbindungselemente
angeschlossen, so daß das Entfernen der Deckenplatte 5
(z. B. für einen Brennelementwechsel) keine Schwierigkeiten
bereitet.
Die Fig. 4, 5 und 6 zeigen mehrere Möglichkeiten der Ausbildung
der Wärmetauscher-Kühlrohre 35.
In der Fig. 4 haben die Kühlrohre 35 die Form von Halbkugelschalen
42, die auf dem Liner 7 aufgeschweißt sind. Um zu vermeiden,
daß bei einem Versagen (Undichtwerden) einer Halbkugelschale
42 die Dichtheit des Liners 7 gefährdet wird, ist die
Wandstärke der Halbkugelschalen 42 und damit auch die Dicke der
Schweißnähte entsprechend auf die Linerdicke abgestimmt. Auf
der gasseitigen Oberfläche des Liners 7 ist eine große Anzahl
von Stiften 43 aufgeschweißt (vorzugsweise mittels Hubzündverfahrens).
Sie haben die Aufgabe, die Wärmeübertragung vom
Kühlgas auf den Liner 7 und damit auf die Kühlrohre 35 zu verbessern.
Aufgeschweißte Stifte bieten gegenüber aufgeschweißten
Rippen sowohl fertigungstechnische als auch wirtschaftliche Vorteile.
Die in der Fig. 5 gezeigten Kühlrohre 35 haben einen quadratischen
Querschnitt 44. Sie sind ebenfalls am Liner 7 festgeschweißt.
Auch hier kann der Liner 7 gasseitig mit aufgeschweißten
Stiften 43 versehen sein. Kühlrohre mit rundem Querschnitt
sind ebenfalls verwendbar.
Wie in der Fig. 6 dargestellt, können die Kühlrohre 35 auch als
Flossenrohre 45 ausgebildet sein, wobei sie in den Liner 7 integriert
sind. Die Stifte 43 sind in diesem Fall unmittelbar an
den Flossenrohren 45 angebracht.
Claims (19)
1. Reaktordruckbehälter aus Beton für einen gasgekühlten Kernreaktor
niedriger Leistung mit einer Schüttung kugelförmiger
Brennelemente, der aus einem zylindrischen Mantel, einer
Bodenplatte und einer gegebenenfalls abnehmbaren Deckenplatte
besteht und auf dessen Innenseite zur Abfuhr der Wärme
aus dem Reaktorkern von Wasser durchströmte Kühlrohre
vorgesehen sind, gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- a) der Betonkörper ist in an sich bekannter Weise in radialer und axialer Richtung von Bewehrungselementen oder Spannkabeln durchzogen, die alle aus dem Behälterinnendruck und den übrigen Lasten resultierenden Zugkräfte aufnehmen;
- b) der Reaktordruckbehälter (1) ist in an sich bekannter Weise auf seiner Innenseite mit einem metallischen Liner (7) abgedichtet, an dem die Kühlrohre (35) betonseitig angebracht sind;
- c) Liner (7) und Kühlrohre (35) bilden zusammen den mit Kühlgas beheizten Wärmetauscher des Kernreaktors;
- d) der Liner (7) ist mittels der Kühlrohre (35) in dem Betonkörper verankert;
- e) der Wärmetauscher weist sekundärseitig mindestens zwei voneinander unabhängige Systeme (A, B) auf, deren Kühlrohre (35) jeweils durch radial in dem Beton verlegte Zuführungs- und Abführungsleitungen (36, 37) mit außerhalb des Reaktordruckbehälters (1) befindlichen Sammlern für den Vorlauf (38, 40) und den Rücklauf (39, 41) verbunden sind;
- f) einander benachbarte Kühlrohre (35) sowie Zuführungs- und Abführungsleitungen (36, 37) gehören jeweils zu verschiedenen Systemen (A, B) und werden jeweils in entgegengesetzten Richtungen durchströmt.
2. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich seines zylindrischen Mantels (3) die
Dicke des Liners (7) in Abhängigkeit vom Innendurchmesser
des Reaktordruckbehälters (1) so gewählt ist, daß keine zusätzliche
Verankerung erforderlich ist.
3. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine abnehmbar ausgebildete Deckenplatte (5) mit
Spanngliedern (6) niedergehalten wird, die von außen überwacht
werden.
4. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannglieder (6) zum Niederhalten der Deckenplatte
(5) im oberen Bereich des zylindrischen Mantels (3)
enden.
5. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannglieder zum Niederhalten der Deckenplatte
durch den gesamten zylindrischen Mantel sowie durch die
Bodenplatte des Reaktorbehälters geführt sind.
6. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Deckenplatte (5) mit einem abnehmbaren Verschlußteil
(21, 31) versehene Durchdringungen (20, 30) vorhanden
sind, die zur Aufnahme von Absorberstabantrieben (29)
und eines Gebläsemotors (19) dienen.
7. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb seines zylindrischen Mantels (3) die
Kühlrohre (35) aller Systeme (A, B) in horizontalen Ebenen
und derart verlegt sind, daß sie den Liner (7) auf dessen
gesamten Umfang umschlingen.
8. Reaktordruckbehälter nach den Ansprüchen 1 und 7, dadurch
gekennzeichnet, daß jedes System (A bzw. B) für die im zylindrischen
Mantel (3) befindlichen Kühlrohre (35) einen
Sammler (38) für den Vorlauf und einen Sammler (39) für den
Rücklauf aufweist, daß die Sammler (38, 39) jeweils als ein
senkrecht verlegter Rohrstrang ausgebildet sind und daß die
beiden Sammler (38, 39) jedes Systems (A bzw. B) auf der
gleichen Druckbehälterseite vorgesehen sind.
9. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Wärmetauscher vorzugsweise zwei unabhängige
Systeme (A, B) aufweist und daß die Sammler (38, 39) des
ersten Systems (A) den Sammlern (38, 39) des zweiten Systems
(B) diametral gegenüberliegend angeordnet sind.
10. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb der Bodenplatte (4) und der Deckenplatte
(5) des Reaktordruckbehälters (1) die Kühlrohre (35)
spiralförmig verlegt sind und daß in jedem der beiden Bereiche
für jedes System (A bzw. B) ein Ringsammler (40)
für den Vorlauf und ein Ringsammler (41) für den Rücklauf
vorgesehen ist.
11. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß alle Kühlrohre (35) infolge unterschiedlicher Umschlingungswinkel
die gleiche Länge aufweisen.
12. Reaktordruckbehälter nach den Ansprüchen 8 und 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ringsammler für den Vorlauf (40)
und den Rücklauf (41) jedes Systems (A bzw. B) mit den entsprechenden
rohrstrangartigen Sammlern (38 bzw. 39) verbunden
sind.
13. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die in der Deckenplatte (5) vorgesehenen Ringsammler
(40, 41) mit den rohrstrangartigen Sammlern (38, 39)
lösbar verbunden sind.
14. Reaktordruckbehälter nach den Ansprüchen 7 und 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kühlrohre (35) die Form von Halbkugelschalen
(42) haben, die auf dem Liner (7) aufgeschweißt
sind.
15. Reaktordruckbehälter nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wandstärke der Halbkugelschalen (42) sowie die
Dicke der Schweißnähte derart auf die Linerdicke abgestimmt
sind, daß ein Undichtwerden der Halbkugelschalen (42) nicht
zu einem Undichtwerden des Liners (7) führt.
16. Reaktordruckbehälter nach den Ansprüchen 7 und 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kühlrohre (35) quadratischen
Querschnitt (44) aufweisen und an dem Liner (7) angeschweißt
sind.
17. Reaktordruckbehälter nach den Ansprüchen 7 und 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kühlrohre (35) kreisförmigen Querschnitt
aufweisen und an dem Liner (7) angeschweißt sind.
18. Reaktordruckbehälter nach den Ansprüchen 7 und 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kühlrohre (35) als in den Liner (7)
integrierte Flossenrohre (45) ausgeführt sind.
19. Reaktordruckbehälter nach den Ansprüchen 14, 16, 17 und 18,
dadurch gekennzeichnet, daß der gasseitigen Lineroberfläche
Stifte (43) aufgeschweißt sind, deren Anzahl an die
erforderliche Wärmestromdichte angepaßt ist.
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