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Kunststoff-Laufflächenbelag für Skier
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Die Erfindung bezieht sich auf einen Kunststoff-Laufflächenbelag
für Skier mit einer eine Steighilfe bildenden Lauffläche, die eine Vielzahl von
in Skilängsrichtung ausgerichteten Zungen aufweist, die gegen das hintere Skiende
hin in einer aufbiegbaren Spitze auslaufen.
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Bei Langlaufskiern ist es bekannt, die Lauffläche im mittleren Längsbereich
schuppenartig zu strukturieren, so daß sich in einem Längsschnitt ein sägezahnartiger
Verlauf der Lauffläche ergibt. Diese sägezahnartige Laufflächenausbildung weist
eine Vielzahl von gegen das hintere Skiende hin flach ansteigenden Zahnrücken und
von daran anschließenden, steilen Zahnbrüsten auf, die bei einer Skibewegung entgegen
der Laufrichtung zur Wirkung kommen und einen erhöhten Gleitwiderstand bilden. Unabhängig
von der Form und der Verteilung der Schuppen oder Zähne muß bei derartig strukturierten
Laufflächen ein gegenüber einer glatten, ebenen Lauffläche ein größerer Gleitwiderstand
in Kauf genommen werden, weil eben der freie Rücken der Schuppen oder Zähne zwangsläufig
gegenüber der Laufflächenebene geneigt sein muß. Abgesehen von den unbefriedigenden
Gleiteigenschaften bereitet die Herstellung solcher Kunststoff-Laufflächenbeläge
wegen der Formung der Schuppen oder Zähne durch eine spanabhebende Bearbeitung oder
einen Prägevorgang erhebliche Schwierigkeiten.
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Um die durch eine schuppenartige Laufflächenstrukturierung erzielbare
Steighilfe zu vergrößern, ist es bekannt (DE-OS 27 23 176), die die Schuppen bildenden
Zähne oder
Zungen in aufbiegbaren Enden auslaufen zu lassen, so
daß durch das beim Rückgleiten des Skis erfolgende Aufbiegen der Zähne oder Zungen
der Gleitwiderstand erhöht wird. Nachteilig bei einer solchen Konstruktion ist allerdings,
daß die Zähne oder Zungen einen erheblichen Biegewiderstand aufweisen und daß die
Gleiteigenschaften in Fortbewegungsrichtung nicht verbessert werden.
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Werden an den Enden der Zungen oder Zähne gegen das Skiende hin gerichtete,
aufbiegbare Spitzen angesetzt (FR-PS 2 269 358), so kann zwar der Biegewiderstand
der aufbiegbaren Spitzen erheblich verringert werden, weil nicht die Zähne oder
Zungen selbst aufgebogen werden müssen, doch bleibt der Nachteil bestehen, daß beim
Verschieben des Skis in der Fortbewegungsrichtung nicht die Wirkung einer im wesentlichen
glatten, unstrukturierten Lauffläche erreicht werden kann.
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Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden
und einen Kunststoff-Laufflächenbelag der eingangs geschilderten Art so zu verbessern,
daß er eine gute Steighilfe bietet, ohne die Gleiteigenschaften in der Fortbewegungsrichtung
stark einschränken zu müssen. Außerdem soll der Laufflächenbelag einfach hergestellt
werden können.
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Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die Zungen
durch im Laufflächenbelag vorgesehene, von der ebenen Lauffläche ausgehende und
mit dieser einen spitzen Winkel einschließende Laufflächeneinschnitte begrenzt sind.
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Da die Steighilfe durch Zungen sichergestellt wird, die mit ihrem
freien Rücken in der Laufflächenebene liegen, erhält man eine im wesentlichen unstrukturierte,
ebene Lauffläche, die naturgemäß bessere Gleiteigenschaften als eine durch Zungen
oder Zähne getreppte Lauffläche aufweist.
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Trotzdem kann ein hoher Gleitwiderstand bei einer Skibewegung entgegen
der Laufrichtung sichergestellt werden, weil die Spitzen der Zungen beim Rückwärtsgleiten
des Skis aus der Laufflächenebene ausgebogen werden, um beim anschlieBenden
Vorwärtsgleiten
wieder in die Laufflächenebene hineingedrückt zu werden. Die Begrenzung der Zungen
durch Laufflächeneinschnitte, die von der ebenen Lauffläche ausgehen und mit ihr
einen spitzen Winkel einschließen, stellt nicht nur die geschilderten Eigenschaften
des erfindungsgemäßen Laufflächenbelages sicher, sondern auch dessen einfache Herstellung,
da ja in dem Laufflächenbelag lediglich entsprechende Einschnitte vorzunehmen sind.
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Besonders einfache Konstruktionsverhältnisse werden erreicht, wenn
zwei Scharen von einander in der Laufflächenebene unter einem spitzen Winkel schneidenden,
parallelen Laufflächeneinschnitten vorgesehen sind, die scharenweise gegensinnig
zu einer Laufflächennormalen geneigt verlaufen.
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Diese Laufflächeneinschnitte ergeben eine allen Anforderungen entsprechende
Zungenform und stellen eine wenig aufwendige Bearbeitung sicher, weil die Lauffläche
durch eine Zahnscheibe mit über den Umfang verteilten Schneidezähnen eingeschnitten
werden kann, wobei diese Zahnscheibe entsprechend geneigt an die Lauffläche angestellt
und relativ zur Lauffläche bewegt wird. Wegen der geneigten Anstellung wird bei
der Vorschubbewegung der Zahnscheibe entlang des Laufflächenbelages auf die Zahnscheibe
ein Drehmoment ausgeübt, das den aufeinanderfolgenden Einsatz der einzelnen Schneidezähne
und damit das Einschneiden einer Vielzahl von in der Bewegungsrichtung mit Abstand
hintereinander liegenden, geneigt zur Vorschubrichtung verlaufenden Laufflächeneinschnitten
gewhrleistet. Mit einem zweiten Schneidvorgang, bei dem ein bezüglich einer in Bewegungsrichtung
verlaufenden Normalebene zur Lauffläche symmetrisch angestelltes Werkzeug Verwendung
findet, kann die Laufflächenbearbeitung beendet werden. Die gegensinnige Neigung
der einander schneidenden Laufflächeneinschnitte bezüglich einer Laufflächennormalen
bedingt dabei die Ausbildung von spitz auslaufenden, hinterschnittenden Zungenenden,
die ihren Anforderungen besonders vorteilhaft entsprechen können. Durch die Wahl
des Winkels, unter dem sich die Laufflächeneinschnitte
in der Laufflächenebene
schneiden, des Abstandes der Laufflächeneinschnitte voneinander, der Tiefe der Laufflächeneinschnitte
und der Neigung der Laufflächeneinschnitte gegenüber einer Laufflächennormalen können
die Zungenformen und -größen an unterschiedlichste Verhältnisse angepaßt werden.
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Wegen der verbesserten Laufeigenschaften des erfindungsgemäßen Kunststoff-Laufflächenbelages
kann dieser Laufflächenbelag nicht nur bei Langlaufskiern, sondern beispielsweise
auch bei Tourenskiern im Alpinbereich mit gutem Erfolg eingesetzt werden. Durch
die Wahl bestimmter Laufflächenbereiche für die Zungenausbildung können dabei zusätzliche
Effekte erzielt werden. Die örtliche Begrenzung der mit Zungen versehenen Laufflächenbereiche
bereitet auf Grund der einfachen Herstellungsmöglichkeit durch Laufflächeneinschnitte
keine Schwierigkeiten.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispiels weise dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 eine Draufsicht auf die Lauffläche eines erfindungsgemäßen Kunststoff-Laufflächenbelages,
Fig. 2 eine durch sich schneidende Laufflächeneinschnitte gebildete Zunge des Laufflächenbelages
in Draufsicht in einem vergrößerten Maßstab, Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie
III-III der Fig. 2 und Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig.2.
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Wie insbesondere der Fig. 1 entnommen werden kann, weist der dargestellte
Laufflächenbelag 1 zwei Scharen von einander in der Laufflächenebene unter einem
spitzen Winkel schneidenden, parallelen Laufflächeneinschnitten 2a und 2b auf, die
scharenweise gegensinnig zu einer Laufflächennormalen 3 geneigt verlaufen, wie dies
im Schnitt nach der Fig. 3 dargestellt ist. Auf Crund der so geführten Laufflächeneinschnitte
2a, 2b ergeben sich zwischen den vorgesehenen Laufflächeneinschnitten 2a und 2b
in Skilängsrichtung ausgerichtete, rautenförmige Zungen 4, deren freier Rücken 5
in der Laufflächenebene 6 liegt und die gegen das
hintere Skiende
hin spitz auslaufende, hinterschnittene tnden 7 bilden. Diese hinterschnittenen
Enden 7 können auf Grund der Werkstoffeigenschaften des Laufflächenbelages 1 aus
der Laufflächenebene 6 aufgebogen werden, wie dies strichliert in Fig. 4 angedeutet
ist. Damit ergibt sich eine wirksame Steighilfe, weil bei einem Rückgleiten des
Skis die Zungenenden 7 durch den in die Hinterschneidungen 8 eindringenden Schnee
aus der Laufflächenebene 6 ausgebogen werden und den Gleitwiderstand wesentlich
erhöhen. Wird der Ski anschließend wieder vorwärtsbewegt, so werden die Zungenenden
7 zurück in die Laufflächenebene 6 gedrückt, die demnach eben verläuft und alle
Voraussetzungen für gute Gleiteigenschaften mit sich bringt.
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Wie sich aus der Zeichnung unmittelbar ergibt, kann die Form der
Zähne 4 in einfacher Weise durch den Verlauf der Laufflächeneinschnitte 2a und 2b
variiert werden, wobei nicht nur der Winkel « , sondern auch der Neigungswinkel
ß bezüglich der Flächennormalen 3 (Fig. 3), die Einschnittiefe und der Abstand der
Laufflächeneinschnitte 2a und 2b voneinander geändert werden können, um die jeweils
günstigsten Verhältnisse für das Einsatzgebiet des Skis sicherzustellen.
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Wegen der einfachen Herstellungsmöglichkeit über die Laufflächeneinschnitte
2a und 2b können auch fertige Ski nachträglich zur Ausbildung einer erfindungsgemäßen
Lauffläche bearbeitet werden.
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Obwohl im Ausführungsbeispiel die Zungen 4 ausnahmslos durch zwei
Scharen von einander unter einem spitzen Winkel schneidenden Laufflächeneinschnitten
2a und 2b gebildet werden, ist die Erfindung selbstverständlich nicht auf diese
Ausbildungsform beschränkt. Da es nur darauf ankommt, daß die Zungen mit ihrem freien
Rücken in der Laufflächenebene liegen und gegen das hintere Skiende hin in hinterschnittene,
aufbiegbare Enden auslaufen, können auch Zungenformen Verwendung finden, die nicht
spitz auslaufende Enden, sondern breite Enden aufweisen, wenn nur sichergestellt
ist, daß auf Grund der Hinterschneidung dieser Enden ein Aufbiegen
aus
der Laufflächenebene ermöglicht wird. Unter den genannten Voraussetzungen sind den
einsetzbaren Zungenformen keine wesentlichen Beschränkungen gesetzt.
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