DE3248888C2 - Anaerob härtender Klebstoff - Google Patents
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein anearob härtender
Klebstoff, der zum Verbinden verschiedenartiger Materialien,
wie Metalle, Kunststoffe, faserverstärkte
Kunststoffe, Glas etc., geeignet ist.
In jüngster Zeit haben sich Klebstoffe in großem Umfang
durchgesetzt, die schnell bei Raumtemperatur auszuhärten
und keine aufwendigen Handhabungen, wie quantitatives
Vermischen notwendig machen. Insbesondere sind
nacheinander die anaeroben Klebstoffe, die als einen
Bestandteil ein Acrylat oder ein Methacrylat enthalten,
die kautschukmodifizierten Acrylklebstoffe der ersten
Generation und die kautschukmodifizierten Acrylklebstoffe
der zweiten Generation (abgekürzt als SGA bezeichnet)
erschienen.
Die veröffentlichte japanische Patentanmeldung Nr. 29-3348
beschreibt, daß Ester, wie Tetraäthylenglykoldimethacrylat
schnell unter anaeroben Bedingungen aushärten.
Klebstoffe, die unter anaeroben Bedingungen polymerisieren
und aushärten, werden als anaerob härtende Klebstoffe
oder anaerobe Klebstoffe bezeichnet und im
Handel als Schraubensicherungen, Wellenverbindungen und
ähnliche Zwecke empfohlen. Ein weiterer Vorteil ergab
sich durch einen anaeroben Klebstoff, der für Bauzwecke
angewandt wurde. Bei der Anwendung im Bau- oder Konstruktionsbereich
zeigen diese anaerob härtenden Klebstoffe
jedoch viele Probleme dadurch, daß sie kostspielig
sind, eine geringe Wasser- und Wärmebeständigkeit
aufweisen, ein im allgemeinen niedriges Porenfüllungsvermögen
aufweisen und das herausgequetschte
Material nicht aushärtet und klebrig bleibt, was eine
Beeinträchtigung des ästhetischen Aussehens und der
Benutzungseigenschaften mit sich bringt.
Die veröffentlichte japanische Patentanmeldung
Nr. 53-41 699 beschreibt eine Klebstoffmasse auf der
Grundlage eines hochmolekularen Materials mit einer
Chlorsulfonylgruppe in der Seitenkette und eines polymerisierbaren
Vinylmonomers, welche zusätzliche Bestandteile
enthält, wie einen Radikalbildner, einen Beschleuniger
etc. und welche Klebstoffmasse bei Raumtemperatur
schnell aushärtet. Diese Klebstoffmasse ist
als Klebstoff der zweiten Generation auf dem Markt erschienen.
Wenngleich dieser Klebstoff viele Vorteile
besitzt, dadurch daß er bei Raumtemperatur aushärtet,
nicht das Vermischen abgemessener Mengen von zwei Bestandteilen
erforderlich macht, wie es häufig für bei
Raumtemperatur aushärtbaren Epoxidharzklebstoffen der
Fall ist, und eine hohe Klebfestigkeit und Schlagfestigkeit
aufweist, ist er dennoch im Hinblick auf die
Wärmestandfestigkeit, die Beibehaltung der Haftung bei
hohen Temperaturen, die Ermüdungsbeständigkeit, die Zugfestigkeit
und dergleichen unbefriedigend.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun
darin, einen anaerob härtenden Klebstoff zu schaffen,
der frei ist von den oben angegebenen Nachteilen der
herkömmlichen Klebstoffe, eine verbesserte Wärmebestandfestigkeit,
eine gesteigerte Aufrechterhaltung der
Haftung bzw. Adhäsion bei Raumtemperatur, eine hohe
Zugfestigkeit und eine große Ermüdungsbeständigkeit
der Klebstellen aufweist und dessen herausgepreßte Anteile
nicht klebrig sind.
Es hat sich nunmehr gezeigt, daß diese Aufgabe mit
einem anaerob härtenden Klebstoff gelöst werden kann,
der eine polymerisierbare organische Säure oder eine
polymerisierbare organische Säure und ein Vinylmonomer
in Kombination mit mindestens einem Polymerisationskatalysator
und einem Polymer mit einer polymerisierbaren
Seitenkette und einem Molekulargewicht von
mindestens 500 enthält.
Gegenstand der Erfindung ist daher der anaerob härtende
Klebstoff gemäß Hauptanspruch. Die Unteransprüche
betreffen besonders bevorzugte Ausführungsformen dieses
Erfindungsgegenstandes.
Der erfindungsgemäße anaerob härtende Klebstoff zeigt
verbesserte Scherfestigkeits- und Zugfestigkeits-Eigenschaften,
eine gute Wasserbeständigkeit, Wärmestandfestigkeit
und Ermüdungsbeständigkeit und zeigt
dann, wenn das Material herausgequetscht wird, kein
klebriges Verhalten.
Der anaerob härtende Klebstoff enthält
- (1) ein Polymer mit einer polymerisierbaren Seitenkette und einem Molekulargewicht von mindestens 500,
- (2) eine organische Säure mit einer Vinyl- oder Methacryl-Gruppe, die mit dem Polymer polymerisierbar ist, und
- (3) einen Polymerisationskatalysator.
Vorzugsweise enthält der Klebstoff neben den Bestandteilen
(1), (2) und (3) als weiteren Bestandteil
(4) ein Vinylmonomer.
Das Polymer mit einer polymerisierbaren Seitenkette
und einem Molekulargewicht von mindestens 500, welches
in dem erfindungsgemäßen Klebstoff als erster Bestandteil
enthalten ist, kann mit Hilfe einer Verfahrensweise
hergestellt werden, die in der veröffentlichten
japanischen Patentanmeldung Nr. 53-6198 beschrieben
ist, die auf die Erfinder der vorliegenden Anmeldung
zurückgeht. Insbesondere erhält man das Polymer durch
Umsetzen eines Materials mit einer ungesättigten
Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und einem Molekulargewicht
von mindestens 500 mit mindestens einem
polymerisierbaren ungesättigten Monomer der nachstehenden
allgemeinen Formeln I bis III
in der
R ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe,
n eine ganze Zahl mit einem Wert von 2 bis 5,
m eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 4
und
1 eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 30 bedeuten,
in Gegenwart eines Alkylhypohalits oder eines N- Halogenamids der allgemeinen Formel
R ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe,
n eine ganze Zahl mit einem Wert von 2 bis 5,
m eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 4
und
1 eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 30 bedeuten,
in Gegenwart eines Alkylhypohalits oder eines N- Halogenamids der allgemeinen Formel
in der
X ein Halogenaatom,
A einen Carbonsäurerest, einen Sulfonsäurerest oder einen Kohlensäuremonoesterrest und
B ein Wasserstoffatom, ein Halogenatom oder einen Carbonsäurerest bedeuten.
X ein Halogenaatom,
A einen Carbonsäurerest, einen Sulfonsäurerest oder einen Kohlensäuremonoesterrest und
B ein Wasserstoffatom, ein Halogenatom oder einen Carbonsäurerest bedeuten.
Das Material mit einer ungesättigten Kohlenstoff-
Kohlenstoff-Doppelbindung und einem Molekulargewicht
von mindestens 500 kann aus einer großen Gruppe von
Materialien ausgewählt werden, die eine ungesättigte
Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung in ihrer Hauptkette
oder ihrer Seitenkette enthalten und ein Molekulargewicht
von mindestens 500 aufweisen. Beispiele für
Materialien dieser Art sind Naturkautschuk, Polyisopren,
Polybutadien, Polychloropren, Butadien/Styrol-Copolymere,
Butadien/Acrylnitril-Copolymere, Butadien/Acrylsäure-
Copolymere, Butadien/Methacrylsäure-Copolymere,
Butadien/Methylacrylat-Copolymere, Butadien/Methylmethacrylat-
Copolymere, Butaden/Vinylpyridin/Styrol-
Copolymere, Äthylen/Propylen/Cyclopentadien-Copolymere,
Äthylen/Propylen/5/Ethyliden-2-norbornen-Copolymere,
Äthylen/Propylen/1,4-Hexadien-Copolymere, Isobutylen/
Isopren-Copolymere, halogenierte oder stark ungesättigte
Derivate von Isobutylen/Isopren-Copolymeren, Norbornenringöffnungs-
Polymere und dergleichen, wobei man
eines dieser Materialien oder eine Kombination aus
zwei oder mehreren dieser Materialien anwenden kann.
Wenn das Material mit einer ungesättigten Kohlenstoff-
Kohlenstoff-Doppelbindung und einem Molekulargewicht
von mindestens 500 mit einer organischen Säure oder
allgemeinen Formel
in der R ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe
darstellt, in Gegenwart des oben angesprochenen Alkylhypohalits
oder N-Halogenamids umgesetzt wird, verläuft
die Reaktion beispielsweise gemäß dem folgenden Schema:
Erfindungsgemäß erfolgt die Einführung einer
Acryloyloxy- oder Methacryloyloxy-Gruppe
als Seitenkette so, daß die organische Säure der
allgemeinen Formeln I bis III oder ein davon abgeleiteter
Alkohol in einer Menge von 1/200 bis 1/3000
Moläquivalenten, bezogen auf das Gewicht des Materials
mit der ungesättigten Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung
und dem Molekulargewicht von mindestens 500 vorhanden
ist. Bei einer Menge der organischen Säure von mehr als
1/200 Moläquivalenten geliert das erhaltene Polymer,
während bei einer Menge von weniger als 1/3000 Moläquivalenten
der Effekt der Einführung der Seitenkette unzureichend
ist.
Bei der Herstellung eines Polymers (erster Bestandteil),
in dem die polymerisierbare Seitenkette, nämlich eine
Methacryloyloxy- oder Acryloyloxy-Gruppe,
in einer Menge von 1/200 bis 1/3000 Moläquivalenten
pro Einheitsgewicht des Materials mit einer ungesättigten
Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und
einem Molekulargewicht von mindestens 500 enthalten
ist, das heißt des Polymers mit einer ungesättigten
Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und einem Molekulargewicht
von mindestens 500, das eine Modifizierungsrate
von 1/200 bis
1/3000 aufweist, kann die Reaktion in der Weise durchgeführt
werden, daß man das polymerisierbare ungesättigte
Monomer in einer gegebenen Menge zusetzt, die
dem oben angesprochenen Moläquivalentbereich entspricht.
Alternativ kann man die angesprochene Modifizierungsrate
dadurch erreichen, daß man die Menge des verwendeten
Alkylhypohalits oder N-Halogenamids entsprechend
einstellt. So kann man die Reaktion in der Weise durchführen,
daß man eine überschüssige Menge des polymerisierbaren
ungesättigten Monomers zusetzt und das Alkylhypohalit
oder das N-Halogenamid in einer solchen Menge
zugibt, daß die Menge dieses Materials bei der Umsetzung
des polymerisierbaren ungesättigten Monomers eine bestimmte
Menge ergibt, die innerhalb des oben angegebenen
Moläquivalentbereiches liegt, so daß in dieser Weise die
Seitenkette in einer gegebenen Menge innerhalb des oben
angegebenen Bereiches eingeführt wird. In diesem Fall
verbleibt der Überschuß des polymerisierbaren ungesättigten
Monomers, welcher nicht an der Reaktion teilgenommen
hat, in dem Reaktionsprodukt.
Weiterhin wird diese Reaktion häufig in einem Lösungssystem
durchgeführt, wobei das Material mit einem
Molekulargewicht von mindestens 500 in einem geeigneten
Lösungsmittel gelöst ist, wenngleich das Material,
welches normalerweise in flüssiger oder viskoser Form
erhältlich ist, natürlich auch ohne vorherige Lösung
bei der Reaktion angewandt werden kann. Als Lösungsmittel
kann man jene verwenden, in denen nicht nur
das Material mit einem Molekulargewicht von mindestens
500 ohne weiteres löslich ist, sondern in dem auch das
Alkylhypohalit oder das N-Halogenamid und das polymerisierbare
ungesättigte Monomer stabil löslich sind,
wobei man diese Lösungsmittel einzeln oder in Form von
Mischungen verwenden kann. Beispiele für Lösungsmittel
schließen aliphatische Lösungsmittel, wie Pentan, Hexan,
Heptan, Octan etc., cycloaliphatische Lösungsmittel,
wie Cyclohexan, aromatische Lösungsmittel, wie Benzol,
Nitrobenzol, Halogenbenzole, Toluol, Xylol etc., Ätherlösungsmittel,
wie Dioxan, Tetrahydrofuran etc., Esterlösungsmittel,
wie Äthylacetat, Methylacetat etc.,
Ketonlösungsmittel, wie Methyläthylketon, Cyclohexanon,
Aceton, Methylisobutylketon etc., halogenierte Kohlenwasserstofflösungsmittel,
wie Methylenchlorid, Chloroform,
Tetrachlorkohlenstoff etc. und dergleichen ein,
wobei die bevorzugten Lösungsmittel Toluol, Benzol,
Tetrahydrofuran, Aceton, Dichlormethan, Heptan, Äthylacetat
und Methyläthylketon sind.
Als Lösungsmittel, in dem das Material mit einem
Molekulargewicht von mindestens 500 gelöst ist, kann
man auch eine oder mehrere Vinylverbindungen verwenden,
wie es in der veröffentlichten japanischen Patentanmeldung
Nr. 53-6198 offenbart ist. Beispiele für Vinylverbindungen
sind Styrol und Styrolderivate, wie α-Methylstyrol,
β-Methylstyrol, Divinylbenzol etc., Acrylsäurederivate,
wie Methylacrylat, Methylmethacrylat,
Tridecylmethacrylat, Cyclohexylmethacrylat, Tetrahydrofurfurylmethacrylat,
Dimethylaminoäthylmethacrylat,
Laurylmethacrylat, Glycidylmethacrylat, Äthyldimethacrylat,
1,3-Butylendimethacrylat etc., Acrylsäure,
Methacrylsäure, Vinylacetat, Acrylnitril, Vinylpyridin
und dergleichen.
Wenn das Material mit einem Molekulargewicht von
mindestens 500 ein Feststoff ist, kann man die
Reaktion unter mechanischem Verkneten des Materials
mit starken Scherkräften in Abwesenheit eines Lösungsmittels
oder in Gegenwart eines oder mehrerer polymerisierbarer
Vinylmonomerer zur Einstellung einer
geeigneten Viskosität des Materials durchführen, vorausgesetzt,
daß das Material relativ chemisch stabil
ist und keiner Gelierung unterliegt.
Beispiele für organische Säuren der allgemeinen
Formeln I bis III oder Derivaten davon, die mit dem
Material mit einem Molekulargewicht von mindestens
500 in Gegenwart des Alkylhypohalits oder N-Halogenamids
reagieren, schließen Acrylsäure, Methacrylsäure,
2-Hydroxyäthylacrylat, 2-Hydroxyäthylmethacrylat und
andere Monoester, wie Polyäthylenglykolacrylat, Polyäthylenglykolmethacrylat,
Polytetramethylenglykolmethacrylat
etc. ein, wobei die bevorzugten organischen
Säuren Acrylsäure und Methacrylsäure sind.
Im folgenden seien die Alkylhypohalite und N-Halogenamide
näher erläutert. Beispiele für Alkylhypohalite
sind primäre Alkylhypohalite, sekundäre Alkylhypohalite
und tertiäre Alkylhypohalite, wovon stabile tertiäre
Alkylhypohalite, wie tert.-Butylhypochlorit, tert.-
Butylhypobromit und tert.-Amylhypochlorit bevorzugt
sind. Als N-Halogenamide können N-Halogenamide mit
einem Kohlensäuremonoesterrest erwähnt werden, wie
beispielsweise N,N-Dichloräthylurethan, N,N-Dichlormethylurethan,
N,N-Dichlorpropylurethan, N,N-Dichlorbutylurethan,
N,N-Dichlorpentylurethan, N,N-Dichlorhexylurethan,
N,N-Dibrommethylurethan, N,N-Dibromäthylurethan,
N,N-Dibrompropylurethan, N,N-Dibrombutylurethan,
N,N-Dibrompentylurethan, N,N-Dibromhexylurethan,
N,N-Dichlorallylurethan, N,N-Dichlor
isopropylurethan, N,N-Dichlor-sek.-butylurethan, N,N-Dichlorbenzylurethan,
N,N-Dichlorphenylurethan, N,N-Dichlormethallylurethan
etc., wobei zusätzlich auch
N,N,N′,N′-Tetrachloräthylenglykol-biscarbamat und
N,N,N′,N′-Tetrabromäthylenglykol-biscarbamat verwendet
werden können. Typische N-Halogenamide mit einem Sulfonsäurerest
sind N,N-Dichlorbenzolsulfonamid und N,N-
Dibrombenzolsulfonamid. Andere Beispiele von Verbindungen
mit einer N,N-Dihalogensulfonamidgruppe umfassen
N,N-Dichlormethylsulfonamid, N,N-Dibrommethylsulfonamid,
N,N-Dichloräthylsulfonamid, N,N-Dibromäthylsulfonamid,
N,N-Dichlorpropylsulfonamid, N,N-Dibrompropylsulfonamid,
N,N-Dichlorbutylsulfonamid, N,N-Dibrombutylsulfonamid,
N,N-Dichlorpentylsulfonamid, N,N-Dibrompentylsulfonamid,
N,N-Dichlorhexylsulfonamid, N,N-Dibromhexylsulfonamid,
N,N-Dichlor-p-toluolsulfonamid, N,N-Dibrom-p-toluolsulfonamid,
N,N-Dichlor-o-toluolsulfonamid, N,N-Dibrom-
o-toluolsulfonamid, N,N-Dichlor-p-chlorbenzolsulfonamid,
N,N-Dibrom-p-chlorbenzolsulfonamid, N,N-Dichlor-p-brombenzolsulfonamid,
N,N-Dibrom-p-brombenzolsulfonamid,
N,N-Dichlor-p-jodbenzolsulfonamid und N,N-Dibrom-p-
jodbenzolsulfonamid, wobei man zusätzlich auch N,N,N′,N-
Tetrachlor-1,3-benzolsulfonamid, N,N,N′,N′-Tetrabrom-
1,3-benzoldisulfonamid, N,N,N′,N′-Tetrabrom-1,5-naphthalindisulfonamid,
N,N,N′,N′-Tetrachlor-1,5-naphthalindidisulfonamid,
N,N,N′,N′-Tetrachloroxibis(benzolsulfonamid),
N,N,N′,N′-Tetrabrom-oxibis(benzolsulfonamid),
N,N,N′,N′-Tetrachlor-4,4-biphenyldisulfonamid, N,N,N′,N′-
Tetrabrom-4,4-biphenyldisulfonamid, N,N,N′,N′,N′,N′-
Hexachlor-1,3,5-trisulfonamid etc. verwenden kann. Beispiele
für N-Halogenamide mit einem Carbonsäurerest
schließen N,N-Dichloracetamid, N,N-Dibromacetamid, N-
Chlorsuccinimid, N-Bromsuccinimid etc. ein.
Es ist festzuhalten, daß der erste Bestandteil bzw.
das Polymer mit einer polymerisierbaren Seitenkette
vorzugsweise in dem zweiten Bestandteil oder der
organischen Säure, dem Vinylpolymer und einem Lösungsmittel
für den Klebstoff löslich sein sollte.
Weiterhin ist der erste Bestandteil bzw. das Polymer
mit einer polymerisierbaren Seitenkette vorzugsweise
in einer Menge von 10 bis 90 Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile
des Klebstoffes vorhanden.
Die erfindungsgemäß als zweiter Bestandteil verwendbaren
polymerisierbaren organischen Säuren sind vorzugsweise
Acrylsäure und Methacrylsäure. Die organischen
Säuren können in wirksamer Weise in Mengen von 4 bis 80
Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile des sie enthaltenden
fertigen Klebstoffes eingemischt werden. Die organischen
Säuren ergeben keine zufriedenstellenden Ergebnisse
im Hinblick auf die Wasserbeständigkeit und
die Haftung, wenn sie in Mengen von weniger als 4 Gewichtsteilen
oder in Mengen von mehr als 80 Gewichtsteilen
eingemischt werden.
Vorzugsweise mischt man neben dem ersten und zweiten
Bestandteil ein polymerisierbares Vinylmonomer in den
erfindungsgemäßen Klebstoff ein. Beispiele für polymerisierbare
Vinylmonomere, die erfindungsgemäß verwendet
werden können, umfassen Methylmethacrylat, Äthylmethacrylat,
Acrylnitril, Methacrylnitril, Methylacrylat,
Äthylacrylat, Butylmethacrylat, Cyclohexylmethacrylat,
Hexylmethacrylat, 2-Äthylhexylmethacrylat,
Laurylmethacrylat, Butylacrylat, Cyclohexylacrylat,
Hexylacrylat, 2-Äthylhexylacrylat, Tridecylmethacrylat,
Tetrahydrofurfurylmethacrylat, Dimethylaminoäthylmethacrylat,
Diäthylaminoäthylmethacrylat, Stearylmethacrylat,
Glycidylmethacrylat, Äthyldimethacrylat,
1,3-Butyldimethacrylat, Benzylmethacrylat, 2-Hydroxypropylmethacrylat,
Trimethylolpropantrimethacrylat,
Pentaerythrittetramethacrylat, tert.-Butylmethacrylat,
Isobutylmethacrylat, 2-Hydroxyäthylmethacrylat, Triäthylenglykoldimethacrylat,
Tetraäthylenglykoldimethacrylat,
Trimethylolpropantriacrylat oder Kondensate
aus Methacrylsäure und Acrylsäure mit Bisphenol-A-
diglycidyl, Diisocyanaten, Epichlorhydrin und dergleichen,
Styrol, Styrolderivate, wie α-Methylstyrol,
β-Methylstyrol und Divinylbenzol, Vinylacetat, Vinylpyridin,
Acrylamid, Methacrylamid und analoge Verbindungen,
wobei man einen oder mehrere Vertreter dieser
Monomeren auswählen kann in Abhängigkeit von ihrer Verträglichkeit
mit dem ersten Bestandteil bzw. dem Polymer
mit einer polymerisierbaren Seitenkette, den Eigenschaften
des Klebstoffs und dergleichen.
Diese Vinylmonomeren können vorzugsweise in einer Menge
von 0 bis 80 Gewichtsteilen, noch bevorzugter in einer
Menge von 0,5 bis 80 Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile
des Klebstoffes vorhanden sein.
Der erfindungsgemäße Klebstoff wird mit einem Polymerisationskatalysator
versetzt. Die erfindungsgemäß
zu verwendenden Polymerisations/Härtungs-Katalysatoren
sind vorzugsweise gut bekannte organische Peroxide und
Hydroperoxide. Die Polymerisations/Härtungs-Katalysatoren
werden in einer Menge von 0,05 bis 10 Gewichtsteilen,
vorzugsweise von 0,1 bis 5 Gewichtsteilen pro
100 Gewichtsteile des Klebstoffes eingemischt. Die
Polymerisations/Härtungs-Zeit verlängert sich bei
Mengen von weniger als 0,05 Gewichtsteilen, während
Mengen von mehr als 10 Gewichtsteilen im allgemeinen
keine weitere Steigerung des vorteilhaften Effekts
mit sich bringen, die Lagerbeständigkeit wesentlich
vermindern und die Kosten in unerwünschter Weise
steigern. Beispiele für organische Peroxide und Hydroperoxide
sind Ketonperoxide, wie Methyläthylketonperoxid,
Hydroperxoide, wie tert.-Butylhydroperoxid und
Cumolhydroperoxid, Dialkylperoxide, wie Dicumylperoxid,
Diacylperoxide, wie Acetylperoxid, Peroxyester, wie
Peroxybenzoesäure-tert.-butylester und dergleichen.
Bei der praktischen Ausführung der Erfindung kann man
zur Förderung der Reaktion eines solchen Radikalbildners
eine Vielzahl gut bekannter Verbindungen allein oder in
Kombination verwenden, einschließlich tertiärer Amine,
wie N,N-Dimethylanilin, N,N-Dimethyltoluidin, N,N-Diäthylanilin,
Guanidin, N,N-Diisopropyl(p-toluidin) etc.,
Naphtenate von Kobalt, Nickel, Mangan, Eisen und ähnlichen
Metallen, Eisenpropionat, Kupferoctanat, Eisenhexoat,
Aldehydaminkondensate, Tetrahydrochinolin,
Vanadiumverbindungen, Acetylaceton, Acetoessigsäureester,
Dimedon etc. Diese Reaktionsbeschleuniger können
in wirksamen Mengen verwendet werden und auf einen oder
beide der zu verbindenden Gegenstände als Grundschicht
allein oder in Form einer Lösung in einem geeigneten
Lösungsmittel aufgebracht werden. Alternativ kann der
Klebstoff in zwei Komponenten aufgeteilt werden, wobei
der Radikalbildner der einen Komponente und der Reaktionsbeschleuniger
der anderen Komponente zugesetzt werden,
welche beiden Komponenten vor der Verwendung vermischt
werden. Wenn die Lebensdauer des Klebstoffes nicht von
besonderer Bedeutung ist, kann man den Reaktionsbeschleuniger
direkt dem Klebstoff zusetzen, ohne diesen
in zwei Komponenten aufzuteilen.
Der erfindungsgemäße Klebstoff kann weiterhin zur
Verbesserung seiner Lagerbeständigkeit eine geringe
Menge eines an sich gut bekannten Polymerisationsinhibitors
enthalten. Beispiele für solche Inhibitoren
umfassen Chinone, wie p-Benzochinon, Phenole, wie
Hydrochinonmonomethyläther und 2,6-Di-tert.-butyl-p-
cresol, mehrwertige Phenole, wie 2,5-Di-tert.-Butylhydrochinon
und dergleichen.
Zur Steigerung der Haftung an beispielsweise Glas
kann man dem erfindungsgemäßen Klebstoff eines der
gut bekannten Silankupplungsmittel zusetzen, wobei
der Klebstoff weiterhin Siliciumdioxid, Ton, Ruß,
anorganische und organische kurze Fasern, Calciumcarbonat,
Farbstoffe und andere Hilfsstoffe in den
erforderlichen Mengen enthalten kann.
Weiterhin kann der erfindungsgemäße Klebstoff ein
Lösungsmittel enthalten. Das hierfür zu verwendende
Lösungsmittel kann irgendeines der Lösungsmittel
sein, die oben im Zusammenhang mit der Herstellung
des Polymers bzw. des ersten Bestandteils aufgeführt
worden sind.
Der erfindungsgemäße Klebstoff kann dadurch hergestellt
werden, daß man dem Polymer bzw. dem ersten
Bestandteil die notwendigen Mengen der organischen
Säure bzw. des zweiten Bestandteils und des Polymerisationskatalysators
und vorzugsweise des Vinylmonomers
und anderer gegebenenfalls verwendeter Hilfsstoffe zusetzt.
Wenn bei der Herstellung des Polymers bzw.
des ersten Bestandteils die organische Säure bzw.
der zweite Bestandteil als mit dem Material mit einem
Molekulargewicht von mindestens 500 umzusetzendes
polymerisierbares ungesättigtes Monomer in einer überschüssigen
Menge zugegeben wird, das heißt im Überschuß
über die Menge, die zur Umsetzung mit dem
Material mit einem Molekulargewicht von mindestens
500 erforderlich ist (wobei dieser Überschuß der
organischen Säure bei der Herstellung des Polymers
bzw. des ersten Bestandteils als Lösungsmittel
dient), oder wenn das Vinylmonomer als Lösungsmittel
verwendet wird, enthält die gebildete Reaktionsmischung,
die das Polymer bzw. den ersten Bestandteil
enthält, den Überschuß der Säure bzw. des
zweiten Bestandteils oder das Vinylmonomer oder ein
anderes Lösungsmittel. In diesem Fall kann der Klebstoff
aus dieser Reaktionsmischung in einfacher
Weise dadurch gebildet werden, daß man lediglich den
Polymerisationskatalysator und die gegebenenfalls zu
verwendenden Hilfsstoffe zusetzt. Da die organische
Säure und/oder das Vinylmonomer in diesem Fall der
Reaktionsmischung zugesetzt worden ist, ist es nicht
notwendig, die organische Säure und das Vinylmonomer
zu der Reaktionsmischung zuzugeben.
Der erfindungsgemäße Klebstoff ist geeignet zum Verbinden
einer Vielzahl von Metallen, Kunststoffen,
faserverstärkten Kunststoffen, Glas und dergleichen.
Der erfindungsgemäße Klebstoff kann mit Hilfe der
gut bekannten Auftragsmethoden angewandt werden. So
kann er auf ein zu verbindendes Substrat mit Hilfe
irgendeiner geeigneten Methode aufgebracht werden,
wie Aufstreichen, Aufsprühen, Tauchen, Aufwalzen und
Aufrakeln, wobei die angewandte Methode von der Art
und der Form des zu verbindenden Gegenstandes abhängt.
Weiterhin kann der erfindungsgemäße Klebstoff mit
oder ohne Verdünnung mit einem Lösungsmittel aufgebracht
werden.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung
der Erfindung.
Man vermahlt 100 g eines Nitrilkautschuks mit extrem
hohem Acrylnitrilgehalt (NBRN-206 der Firma Goodyear
Company) auf einem Walzenstuhl und überführt das
Material dann in einen Dreihalskolben, der mit einem
Rührer und einem Tropftrichter ausgerüstet ist, in
den man eine 10%ige Lösung des Materials in Methyläthylketon
bildet. Dann bringt man 4,3 g Methacrylsäure
in den Dreihalskolben ein, rührt den Kolbeninhalt
gut und beschickt den Tropftrichter mit 3,6 g
tert.-Butylhypochlorit, welches dann tropfenweise
unter gutem Rühren zu der Polymerlösung zugesetzt
wird. Während der tropfenweisen Zugabe wird der Kolben
mit Wasser gekühlt, um die Reaktionslösung bei einer
Temperatur unterhalb der Raumtemperatur zu halten.
Nach Beendigung der Zugabe gießt man die Reaktionslösung
in einen großen Überschuß Methanol zur Gewinnung
eines modifizieten Polymers mit einem Modifizierungsverhältnis
von 1/3000.
Nachdem das modifizierte Polymer wiederholt durch Auflösen
in Methyläthylketon und Eingießen der Lösung in
Methanol gereinigt und dann an der Luft getrocknet
worden ist, löst man es in einer Mischung aus Methylmethacrylat,
Methacrylsäure, 2-Hydroxyäthylmethacrylat,
Äthylendimethacrylat und dergleichen in den in der
nachfolgenden Tabelle I angegebenen Mengenverhältnissen.
Durch die Zugabe eines Katalysators und eines Stabilisators
erhält man die Klebstoffe in der in der nachfolgenden
Tabelle I angegebenen Zusammensetzung.
Anschließend bringt man die in dieser Weise hergestellten
Klebstoffe auf die einander gegenüberliegenden
Enden von zweit Gegenständen (Prüfkörpern) aus
reinem Aluminium mit einer Dicke von 3,0 mm, einer
Länge von 100 mm und einer Breite von 25 mm derart auf,
daß sich eine Klebfläche mit einer Breite von 25 mm
und einer Länge von 12,5 mm ergibt. Die vereinigten
Aluminiumprüfkörper werden dann mit einer Papierklammer
zusammengeklemmt und aushärten gelassen. Die
Klebfläche der Aluminium-Prüfkörper wird vor dem Auftragen
des Klebstoffes mit einem Schleifpapier ( 100)
poliert, mit Aceton entfettet und mit einer Grundierung
in Form eines Butylaldehydamin-Anilin-Kondensats beschichtet.
Die in dieser Weise erhaltenen Klebeprüfkörper
läßt man während mehr als 24 Stunden bei Raumtemperatur
stehen, bevor man die Scherfestigkeit (Zugscherkraft)
unter Verwendung einer Zugprüfeinrichtung
(Instron) mißt, die mit einer Kreuzkopfgeschwindigkeit
von 5 mm/min bei einer Umgebungstemperatur von 20°C betrieben
wird.
Es ist festzuhalten, daß, wenn nicht anders angegeben,
bei den folgenden Beispielen die gleiche Methode zur
Herstellung der Klebprüfkörper und die gleiche Methode
zur Messung der Scherfestigkeit angewandt werden, wie
sie oben beschrieben sind. Dies trifft auch dann zu,
wenn Prüfkörper aus anderen Materialien als Aluminium
verwendet werden.
Aus der obigen Tabelle I ist ersichtlich, daß die erfindungsgemäßen
Klebstoffe eine verbesserte Klebfestigkeit
aufweisen und Scherkräften zu widerstehen vermögen,
die zu einem Bruch des zu verklebenden Gegenstandes
führen, oder diese annähernd erreichen. Es hat sich
weiterhin gezeigt, daß die Klebstoffe, die aus der
Klebfläche herausgepreßt worden sind, gut zu einem
nicht klebenden Zustand ausgehärtet sind.
Unter Anwendung der Verfahrensweise der Beispiele 1
bis 3, jedoch mit dem Unterschied, daß an Stelle des
in den Beispielen 1 bis 3 verwendeten Nitrilkautschuks
Styrol-Butadien-Kautschuk, Chloropren, flüssiges Butadien,
Polybutadien und dergleichen verwendet werden,
werden Klebstoffe der in der nachstehenden Tabelle II
angegebenen Zusammensetzung hergestellt und im Hinblick
auf ihre Klebfestigkeit unter Verwendung von Aluminiumprüfkörpern
bewertet. Die hierbei erhaltenen Ergebnisse
sind ebenfalls in der Tabelle II angegeben.
Die Klebfestigkeit wird in gleicher Weise gemessen,
wie in den Beispielen 1 bis 3 angegeben. Wie aus der
Tabelle II hervorgeht, kann eine Vielzahl von modifizierten
Polymeren in dem erfindungsgemäßen Klebstoff
verwendet werden.
Die in der nachfolgenden Tabelle III angegebenen Klebstoffe
werden durch Kombinieren des in Beispiel 4 verwendeten
modifizierten Solprenes mit variierenden Mengen
Methacrylsäure und Methylmethacrylat verwendet und bezüglich
ihrer Klebfestigkeit unter Verwendung von Prüfkörpern
aus Flußstahl (SS 41) und Aluminium untersucht.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle III zusammengestellt.
- 1. Die Prüfkörper aus Flußstahl (SS41) besaßen eine Dicke von 1,6 mm, eine Breite von 25 mm und eine Länge von 100 mm.
- 2. Die Prüfkörper aus Aluminium besaßen eine Dicke von 3 mm, eine Breite von 25 mm und eine Länge von 100 mm. Die Klebfläche war 12,5 mm lang.
- 3. Als Grundierung wurde ein Butylaldehyd-Anilin- Kondensat verwendet.
- 4. Das Eintauchen in heißes Wasser wurde in der Weise durchgeführt, daß man den Prüfkörper während 10 Stunden in heißes Wasser mit einer Temperatur von 70°C eintaucht und anschließend den Prüfkörper in eingetauchtem Zustand während 14 Stunden auf Raum temperatur abkühlen läßt. Diese Behandlung stellt einen Behandlungszyklus dar. Die in der Tabelle an gegebenen Zahlenwerte stehen für das prozentuale Verhältnis zwischen der Klebfestigkeit eines Prüf körpers, der fünf solchen Behandlungszyklen unter worfen worden ist, zu der Anfangsklebfestigkeit.
Aus der Tabelle III ist ersichtlich, daß die er
findungsgemäßen Klebstoffe eine hohe Klebfestigkeit
aufweisen und bei Vorhandensein wirksamer Mengen
Methacrylsäure eine hohe Wasserbeständigkeit besitzen.
Unter Anwendung von Acrylsäure an Stelle von Methacryl
säure werden Klebstoffe der in der nachfolgenden
Tabelle IV angegebenen Zusammensetzung hergestellt und
in gleicher Weise wie in den Beispielen 7 bis 11 be
schrieben, auf ihre Klebfestigkeit untersucht.
Dann bildet man nach der Verfahrensweise der Bei
spiele 1 bis 3 Kleb-Prüfkörper und untersucht sie,
mit dem Unterschied, daß der Prüfkörper aus Fluß
stahl eine Dicke von 1,6 mm aufweist. Aus der Tabelle IV
ist ersichtlich, daß Acrylsäure ähnlich wirksam ist
wie Methacrylsäure.
Es werden Klebstoffe der in der nachfolgenden Tabelle V
angegebenen Zusammensetzung unter Verwendung von modi
fizierten Solprenen hergestellt, die man dadurch er
hält, daß man ein Solprene 414-Grundpolymer variieren
den Modifizierungsverhältnissen unterwirft, und werden
im Hinblick auf ihre Klebfestigkeit und ihre Härtungs
zeit unter Verwendung von Aluminiumproben untersucht.
Die hierbei erhaltenen Ergebnisse sind ebenfalls in
der Tabelle V angegeben. Die eben angegebene Härtungs
zeit ist der Zeitraum in Minuten, der zur Aushärtung
des Klebstoffes nach dem Auftragen auf eine Klebfläche
zu einem Zustand erforderlich ist, in dem die ver
bundenen Bereiche bei einer Beanspruchung von 1 kg re
lativ unbeweglich verbleiben. Die Klebeprüfkörper wer
den nach der in den Beispielen 1 bis 3 beschriebenen
Verfahrensweise hergestellt und untersucht.
Aus der obigen Tabelle V ist ersichtlich, daß ein
Polymer mit einem Modifizierungsverhältnis von weniger
als 1/3000 keine hohe Klebfestigkeit ergibt und eine
extrem lange Härtungszeit aufweist. Ein Polymer mit
einem Modifizierungsverhältnis von 1/100 führt
zu einer übermäßigen Gelierung des Klebstoffes.
Man verbindet Aluminiumprüfkörper mit einer Dicke von
3 mm, einer Breite von 25 mm und einer Länge von 100 mm
mit dem Klebstoff des Beispiels 3 bei einer Kleb
flächenlänge von 12,5 mm, läßt während einer Stunde bei
einer gegebenen Temperatur in einer Wärmekammer stehen
und mißt dann die Scherfestigkeit bei dieser Temperatur.
Die Ergebnisse sind als relative Werte zu Messungen bei
20°C durchgeführt, welch letztere mit 100 angesetzt
werden.
Der Klebstoff des Beispiels 3 zeigt keine Verminde
rung der Klebfestigkeit nach der Alterung in der Wärme
bei 100°C während 30 Tagen. Es zeigt sich sogar eine
Steigerung der Klebfestigkeit nachdem man die Kleb
verbindung während 2 Stunden einer Atmosphäre mit
einer Temperatur von 150°C ausgesetzt hat.
Es ist somit ersichtlich, daß der erfindungsgemäße
Klebstoff eine deutlich verbesserte Wärmestandfestig
keit aufweist.
Man verbindet Prüfkörper aus Flußstahl (SS 41)
(Dicke 1,6 mm × Breite 25 mm × Länge 100 mm) mit dem
Klebestoff des Beispiels 3 (Klebflächenlänge 25 mm)
und unterwirft sie einem Ermüdungstest unter Ver
wendung eines hydraulischen servogesteuerten Ermü
dungsprüfgerätes (hergestellt von der Firma Saginomiya
Manufacturing K. K., Servo-Pack 10). Bei einem Strecken
der Prüfkörper bei einer statischen Beanspruchung von
400 kg wird eine dynamische Beanspruchung mit einer
Frequenz von 10 Hz angelegt, um die Anzahl der Bean
spruchungszyklen zu zählen, bis ein Ermüdungsbruch
der Prüfkörper erfolgt.
Der erfindungsgemäße Klebstoff zeigt im Vergleich zu
handelsüblichen modifizierten Acrylbauklebstoffen als
auch im Vergleich zu Epoxidharzbauklebstoffen eine
verbesserte Ermüdungsbeständigkeit.
Es werden Klebstoffe der in der nachfolgenden Tabelle VIII
angegebenen Zusammensetzung durch Modifizieren von
Solprene 414 bis zu einem Modifizierungsverhältnis von
1/500 und durch Zugabe typischer Polymerisationsinhibi
toren hergestellt und im Hinblick auf die Klebfestigkeit
untersucht. Bei Beispiel 25 wird als Radikalbildner
Methyläthylketonperoxid an Stelle von Cumolhydroperoxid
eingesetzt. Man bestimmt die Scherfestigkeit nach der in
den Beispielen 1 bis 3 angegebenen Verfahrensweise unter
Verwendung von Aluminiumprüfkörpern.
Aus der Tabelle VIII ist ersichtlich, daß den er
findungsgemäßen Kelbstoffen eine große Vielzahl von
Polymerisationsinhibitoren zugesetzt werden kann,
ohne daß dadurch ihre Klebfestigkeit beeinträchtigt
wird, wobei auch Methyläthylketonperoxid einen wirk
samen Radikalbildner darstellt.
Man bestimmt die Scherfestigkeit der in der Tabelle VIII
angegebenen Klebstoffe nach dem Auftragen auf einen zu
verbindenden Gegenstand aus faserverstärktem Kunst
stoff.
Grundierung: 50%ige Lösung einer 1/1-Mischung aus Di
methylanilin und Cobaltnaphthenat in
Methyläthylketon. Für den handelsüblichen
Klebstoff der zweiten Generation wurde die
von dem Hersteller vorgeschriebene Grun
dierung verwendet.
Prüfkörper: Dicke 3 mm × Breite 25 mm × Länge 100 mm, Klebflächenlänge 12,5 mm, Beanspruchungs rate 5 mm/min bei Raumtemperatur.
* 1 mit γ-Methacryloxypropyltrimethoxysilan be handelter Ton.
* 2 der verklebte Gegenstand ist gebrochen.
Prüfkörper: Dicke 3 mm × Breite 25 mm × Länge 100 mm, Klebflächenlänge 12,5 mm, Beanspruchungs rate 5 mm/min bei Raumtemperatur.
* 1 mit γ-Methacryloxypropyltrimethoxysilan be handelter Ton.
* 2 der verklebte Gegenstand ist gebrochen.
Aus der Tabelle IX ist erkennbar, daß die erfindungsge
mäßen Klebstoffe sich gut mit faserverstärktem Kunst
stoffmaterial verbinden.
Diese Beispiele verdeutlichen die Klebfestigkeit eines
Klebstoffs bei Veränderung des Spaltes zwischen den
zu verklebenden Gegenständen. Der Klebstoff verbindet
die Gegenstände auch dann gut, wenn sie in einem großen
Abstand voneinander angeordnet sind. Als Klebstoff wird
der Klebstoff von Beispiel 30 verwendet.
Man bestimmt für einen erfindungsgemäßen Klebstoff
der in der nachfolgenden Tabelle XI angegebenen Zu
sammensetzung die Klebfestigkeit gegenüber Nylon,
Polyesterharz und Glas. Die Klebfestigkeit an Glas
wird über die Druckscherfestigkeit bewertet.
Grundierung: Butylaldehyd-Anilin-Kondensat
1. Produkt der Firma Torey K. K., Dicke 3 mm, Breite 25 mm, Länge 100 mm.
2. Produkt der Firma Daicell K. K., Dicke 1,8 mm, Breite 25 mm, Länge 100 mm.
3. Produkt der Firma Torey K. K., Dicke 2 mm, Breite 25 mm, Länge 100 mm.
4. Produkt der Firma duPont, Dicke 4 mm, Breite 25 mm, Länge 100 mm.
5. Dicke 5 mm, Breite 25 mm, Länge 50 mm, Klebfläche 5 mm × 25 mm, das Glas wird mit Aceton gereinigt und es wird die Klebfestigkeit in der Druckrichtung ge wertet.
1. Produkt der Firma Torey K. K., Dicke 3 mm, Breite 25 mm, Länge 100 mm.
2. Produkt der Firma Daicell K. K., Dicke 1,8 mm, Breite 25 mm, Länge 100 mm.
3. Produkt der Firma Torey K. K., Dicke 2 mm, Breite 25 mm, Länge 100 mm.
4. Produkt der Firma duPont, Dicke 4 mm, Breite 25 mm, Länge 100 mm.
5. Dicke 5 mm, Breite 25 mm, Länge 50 mm, Klebfläche 5 mm × 25 mm, das Glas wird mit Aceton gereinigt und es wird die Klebfestigkeit in der Druckrichtung ge wertet.
Die anderen Prüfkörper werden mit einer Belastungs
rate von 5 mm/min bei Raumtemperatur bei einer Kleb
stellenlänge von 12,5 mm geprüft. Die Prüfkörper wer
den vor dem Auftragen des Klebstoffes mit einem Schleif
papier (# 100) poliert und mit Aceton entfettet.
Man bringt den erfindungsgemäßen Klebstoff in der in
der nachfolgenden Tabelle XII angegebenen Zusammen
setzung zwischen Flußstahlprüfkörper mit einer Dicke
von 1,6 mm, einer Breite von 25 mm und einer Länge von
100 mm (bei einer Klebfläche von 25 mm × 12,5 mm), läßt
in Abwesenheit eines Härtungsbeschleunigers (oder
einer Grundierung) aushärten und bestimmt die Scher
festigkeit nach 24 Stunden und nach 48 Stunden bei
20°C. Die Prüfkörper sind zuvor mit einem Schleif
papier (# 100) poliert und mit Aceton gereinigt worden.
Wie aus der Tabelle XII zu erkennen ist, härtet der
erfindungsgemäße Klebstoff unter anaeroben Bedingun
gen zu einer hohen Klebfestigkeit aus.
Man verbindet ein Flußstahlscheibenpaar (SS 41) (Durch
messer 40 mm, Dicke 10 mm, mittlerer Greifdurchmesser
12 mm) unter Verwendung des erfindungsgemäßen Klebstoffs
der in der folgenden Tabelle XIII angegebenen Zusammen
setzung und untersucht die Zugefestigkeit unter Anwendung
eines Zugprüfmeßgerätes (Instron) bei einer Beanspru
chungsrate von 5 mm/min. Die Klebfäche beträgt 12,56 cm².
Aus der Tabelle XIII ist ersichtlich, daß der er
findungsgemäße Klebstoff im Vergleich zu den her
kömmlichen Klebstoffen eine erheblich verbesserte
Zugfestigkeit aufweist.
Claims (3)
1. Anaerob härtender Klebstoff, enthaltend ein Polymer mit einer polymerisier
baren Seitenkette und einem Molekulargewicht von mindestens 500, eine mit dem
Polymer polymerisierbare und eine Vinyl- oder Methacrylgruppe aufweisende, orga
nische Säure und einen Polymerisationskatalysator, dadurch gekennzeichnet, daß
das Polymer mit einer polymerisierbaren Seitenkette und einem Molekulargewicht
von mindestens 500 ein Produkt ist, welches dadurch erhältlich ist, daß man ein
Material mit einer ungesättigten Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und ei
nem Molekulargewicht von mindestens 500 mit mindestens einem polymerisierba
ren ungesättigten Monomer der nachstehenden allgemeinen Formeln I bis III
in denen R ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe.
n eine ganze Zahl mit einem Wert von 2 bis 5,
m eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 4 und
l eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 30 bedeuten,
in Gegenwart eines Alkylhypohalits oder eines N-Halogenamids der allgemeinen Formel: in der X ein Halogenatom,
A einen Crbonsäurerest, einen Sulfonsäurerest oder einen Kohlensäuremono esterrest und
B ein Wasserstoffatom, ein Halogenatom oder einen Carbonsäurerest bedeuten, umsetzt, wobei
die polymerisierbare Seitenkette des Polymers eine Methacryloyloxy- oder Acryl oyloxy-Gruppe ist, die in einer Menge von 1/200 bis 1/3000 Moläquivalenten, bezo gen auf das Einheitsgewicht des Materials mit einer ungesättigten Kohlenstoff-Koh lenstoff-Doppelbindung und einem Molekulargewicht von mindestens 500, vorhan den ist, und daß als polymerisierbare organische Säure Methacrylsäure und/oder Acrylsäure in einer Menge von 4 bis 80 Gew.-Teilen pro 100 Gew.-Teile des fertigen Klebstoffs enthalten ist.
n eine ganze Zahl mit einem Wert von 2 bis 5,
m eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 4 und
l eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 30 bedeuten,
in Gegenwart eines Alkylhypohalits oder eines N-Halogenamids der allgemeinen Formel: in der X ein Halogenatom,
A einen Crbonsäurerest, einen Sulfonsäurerest oder einen Kohlensäuremono esterrest und
B ein Wasserstoffatom, ein Halogenatom oder einen Carbonsäurerest bedeuten, umsetzt, wobei
die polymerisierbare Seitenkette des Polymers eine Methacryloyloxy- oder Acryl oyloxy-Gruppe ist, die in einer Menge von 1/200 bis 1/3000 Moläquivalenten, bezo gen auf das Einheitsgewicht des Materials mit einer ungesättigten Kohlenstoff-Koh lenstoff-Doppelbindung und einem Molekulargewicht von mindestens 500, vorhan den ist, und daß als polymerisierbare organische Säure Methacrylsäure und/oder Acrylsäure in einer Menge von 4 bis 80 Gew.-Teilen pro 100 Gew.-Teile des fertigen Klebstoffs enthalten ist.
2. Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er zusätzlich ein Vi
nyl-Monomer enthält.
3. Klebstoff nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Po
lymer mit einer polymerisierbaren Seitenkette und einem Molekulargewicht von
mindestens 500 in einer Menge von 10 bis 90 Gew.-Teilen pro 100 Gew.-Teile des
Klebstoffs vorhanden ist.
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