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DE3124780C2 - - Google Patents

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Publication number
DE3124780C2
DE3124780C2 DE3124780A DE3124780A DE3124780C2 DE 3124780 C2 DE3124780 C2 DE 3124780C2 DE 3124780 A DE3124780 A DE 3124780A DE 3124780 A DE3124780 A DE 3124780A DE 3124780 C2 DE3124780 C2 DE 3124780C2
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DE
Germany
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propynyl
compound
dione
ene
compounds
Prior art date
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DE3124780A
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English (en)
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DE3124780A1 (de
Inventor
Brian W. Mason Ohio Us Metcalf
J. O'neal Milford Ohio Us Johnston
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Aventis Pharmaceuticals Inc
Original Assignee
Merrell Dow Pharmaceuticals Inc
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Publication date
Application filed by Merrell Dow Pharmaceuticals Inc filed Critical Merrell Dow Pharmaceuticals Inc
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    • A61P5/00Drugs for disorders of the endocrine system
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Description

Die weiblichen Geschlechtshormone Östron und Östradiol sind an vielen physiologischen Prozessen beteiligt und sind ausführlich studiert worden. Die Bildung dieser Steroide wird durch eine Anzahl von Enzymen geregelt. Das Enzym Aromatase ist das geschwindigkeitslimitierende Enzym bei der Umwandlung von Testosteron und Androstendion (männliche Hormone, Androgene) zu Östradiol und Östron (weibliche Hormone, Östrogene). Die nichtreversible Umwandlung dieser Androgene zu den Östrogenen umfaßt die Oxidation und die Eliminierung der Methylgruppen am C10-Atom in Form von Ameisensäure. Die 1β- und 2β-Wasserstoffe vom C-1- und C-2-Atom gehen verloren unter Bildung einer Doppelbindung, so daß nach der Enolisierung des 3-Ketons der aromatische A-Ring des Östrogens produziert wird. Die Androgene Testosteron und Androstendion können durch 17β-Hydroxysteroiddehydrogenase ineinander umgewandelt werden, und die Östrogene Östradiol und Östron können auf ähnliche Weise gemäß Schema 1 ineinander umgewandelt werden. Materialien wie Aromataseinhibitoren, die die Umwandlung von Androgen zu Östrogen regulieren oder diese Umwandlung inhibieren, besitzen therapeutische Verwendbarkeit bei der Behandlung von klinischen Zuständen, die durch die Anwesenheit von Östrogenen potenziert werden. Derartige Aromataseinhibitoren wurden identifiziert unter Verwendung von Enzympräparaten aus Protoplasmakörnchen aus menschlicher Placenta und 4-Hydroxy- und 4-Acetoxy-androst-4-en-3,17-dion, Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion, Aminoglutethimid und Testololacton wurden als Aromataseinhibitoren identifiziert.
Schema 1 Enzymatische Umwandlung von Androgenen und Östrogenen ineinander
Zu den Zuständen, die mit Aromataseinhibitoren behandelt werden können, gehören erhöhte Östrogenspiegel, die im wesentlichen gleichbleibend sind oder nur temporäre plötzliche Anstiege sein können, die aus Kreislauffunktionen des Körpers resultieren. Somit wurden Aromataseinhibitoren zur Behandlung von Hyperöstrogenämie in Zuständen wie Gynäkomastie verwendet, wobei eine klinische Verbesserung erzielt wurde. Sie wurden außerdem erfolgreich zur Behandlung von männlicher Unfruchtbarkeit eingesetzt, verbunden mit Oligospermia, die aus erhöhten Östrogenspiegeln resultiert. Aromataseinhibitoren können außerdem zur Behandlung von Hyperöstrogenämie verwendet werden, die ein Vorläufer des Herzinfarktes sein kann.
Aromataseinhibitoren sind außerdem geeignet zur Fruchtbarkeitskontrolle, wo sie wirksam sind durch Reduzierung des Östrogenanstiegs, der in verschiedenen Stadien des Ovulationszyklus beobachtet wird. Somit erwies sich 4-Acetoxy- androst-4-en-3,17-dion als wirksam zur Verhinderung der Östrogenproduktion, die bei der Ovulation bei Ratten erforderlich war. Außerdem, nachdem die Östrogensynthese zur Implantation eines befruchteten Eis in vielen Species erforderlich ist, besitzt die nachträgliche koitale Verabreichung von Aromataseinhibitoren das Potential, die Fruchtbarkeit zu regulieren insbesondere bei Haus- und Wildtieren. Insbesondere erwies sich der Aromataseinhibitor Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion als wirksam zur Verhinderung der Implantation bei männlichen Ratten. Aromataseinhibitoren sollten außerdem das Paarungsverhalten von männlichen Species, die eine Gehirnaromatisierung für ein solches Verhalten brauchen, reduzieren. Insbesondere könnte sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Nagetieren während kontrollierter Paarungsprogramme unter Anwendung von Aromataseinhibitoren eine Unterdrückung der Fortpflanzung bewirkt werden.
Es gibt wesentliche klinische Anzeichen dafür, daß viele Tumorarten mit einer erhöhten Östrogenbildung verbunden sind. Bei Patienten mit Brustkrebs wird üblicherweise die Entfernung eines Eierstocks, der Nebenniere und/oder der Hypophyse vorgenommen, um die Menge an Östrogen zu verringern. Zu den nicht chirurgischen Verfahren gehören Behandlungen mit großen Mengen an Steroiden, Antiöstrogenen und Inhibitoren enzymatischer Steroidreaktionen. Eine Behandlung mit Antiöstrogenen führt bei etwa 1/3 der Patienten zu objektiven Tumorrückbildungen. Eine Entfernung der Nebenniere bewirkt eine Rückbildung von Brustkrebs bei Frauen nach den Wechseljahren, die hormonabhängige Tumoren aufweisen, voraussichtlich als Ergebnis der Verringerung an dem zur Verfügung stehenden Östrogen, das von Androstendion abgeleitet ist, dessen Quelle in erster Linie in den Nebennieren sitzt. Es wurde gezeigt, daß das Wachstum verschiedener Arten von Brustkrebszellen von Östrogen abhängig ist und durch Verbindungen gehemmt werden kann, die der Wirkung von Östrogen entgegenwirken.
Somit können die vorstehend genannten Aromataseinhibitoren die biologisch aktiven Östrogene wirksam an der Erreichung endocriner Tumoren hindern oder die Östrogenbiosynthese in solchen Tumoren reduzieren, die zu einer endogenen Östrogensynthese fähig sind und dadurch Remissionen von metastatischem Brustkrebs produzieren.
Gebärmutterkrebs wurde mit der Gegenwart von übermäßigen Mengen an endogenem oder exogenem Östrogen in Verbindung gebracht. Gonaden- und trophoplastische Tumoren verursachen somatische Hyperöstrogenisierung, was zu unterschiedlichen Graden der Feminisierung bei Männern führt. Bei Frauen hängen die Symptome vom Alter der Patientinnen ab und können von frühreifer Pseudopubertät über Anomalitäten der Menses zu Blutungen nach den Wechseljahren führen. Aromataseinhibitoren können bei der erhaltenen Behandlung von Patienten mit solchen Tumoren als Zusatztherapie eingesetzt werden, da sie das somatische Auftreten von erhöhter Östrogenbiosynthese verringern.
In THL 23 (1979), S. 2105-2108 wird die Synthese von 10-(1-Hydroxy-2-propinyl)-androst-4-en-3,17-dion beschrieben, von der vermutet wurde, daß diese Verbindung als Aromataseinhibitor wirkt. Dies wurde in der bezüglich der hier vorliegenden Anmeldung nachveröffentlichten Druckschrift J. Biol. Chem. 256 (1981), 1076-1079 bestätigt.
Aufgabe vorliegender Erfindung war es, neue Alkinyl-Steroide bereitzustellen, welche als Aromataseinhibitoren besonders wirksam sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Bereitstellung von 10-(2-Alkinyl)steroiden gelöst, d. h. durch Steroide mit einer 2-Alkinylgruppe in der 10-Stellung anstelle der angularen Methylgruppe. Die Verbindungen könnten außerdem als 19-(1-Alkinyl)steroide bezeichnet werden, dahingehend, daß die angulare Methylgruppe in der 10-Stellung weiter durch eine 1-Alkinylgruppe substituiert ist.
Insbesondere betrifft die Erfindung 10-(2-Alkinyl)steroidaromataseinhibitoren der Formeln
worin - - - eine Einfach- oder Doppelbindung, R Wasserstoff oder C1-4-Alkyl und R² H, OH oder =O bedeuten.
Die Erfindung betrifft auch Zwischenprodukte, die sich zur Herstellung der Aromataseinhibitoren eignen und folgende Formeln besitzen
mit R und R² wie angegeben.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung und die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen.
In den Verbindungen der Formeln I und II ist R Wasserstoff oder C1-4-Alkyl wie Methyl, Ethyl, Propyl oder Butyl und ist vorzugsweise Wasserstoff; R² ist Oxo, H oder Hydroxy, wobei die Hydroxygruppe vorzugsweise β-Konfiguration aufweist. Die Verbindungen haben entweder eine 4,5-Doppelbindung, wie in Formel I gezeigt wird, oder ein 5-Wasserstoff, wie in Formel II gezeigt wird. Die Verbindungen der Formel I können außerdem eine 1,2-Doppelbindung aufweisen. Die Verbindungen der Formel II weisen außerdem eine 1,2-Doppelbindung auf. Bevorzugt sind die Verbindungen der Formel I, die nur eine 4,5-Doppelbindung aufweisen.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind optisch aktiv, und die Stereochemie an den Berührungsflächen der Ringe ist die gleiche wie in der natürlichen Androstanreihe. Somit ist die Konfiguration der Alkinylgruppe β, wie das angulare Wasserstoffatom am C-8 und der angulare Substituent am C-13. In den Verbindungen der Formeln I und II sind die B/C und C/D-Ringberührungsflächen trans, und die A/B-Ringberührungsfläche ist ebenfalls trans in den Verbindungen der Formel II.
Während die Verbindungen mit der natürlichen Steroidkonfiguration wie beschrieben die aktiven Inhibitoren sind, sind Gemische dieser Verbindungen mit ihren optischen Antipoden ebenfalls von der Erfindung umfaßt.
Spezifische und repräsentative erfindungsgemäße Verbindungen zusätzlich zu denjenigen, die in den Beispielen gezeigt werden, sind folgende:
10-(2-Propinyl)östra-1,4-dien-3,6,17-trion,
17β-Hydroxy-10-(2-propinyl)östra-1,4-dien-3-on und
10-(2-Butinyl)östr-4-en-3,17-dion.
Die Herstellung der genannten Verbindungen ist in Schema 2 wiedergegeben.
Schema 2
So wird die bekannte Verbindung, ein cyclisches Bis(ethylenacetal) von 6β-Hydroxyöstr-5-(10)-en-3,17-dion (1), mit einem Alkylvinylether umgesetzt, worin die Alkylgruppe 1 bis 4 C-Atome enthält und vorzugsweise Ethyl ist, in Gegenwart eines Mercurisalzes wie Mercuriacetat unter Bildung des entsprechenden 6-Vinylethers (6β-Vinyloxyverbindung) (2). Dieser Vinylether ordnet sich beim Erhitzen um und ergibt den 19-Carboxaldehyd (3), der mit einem entsprechenden chlorsubstituierten Ylid in einer Wittig-Reaktion umgesetzt wird unter Bildung des entsprechenden 19-(2-Chlor-1-alkinyl)-steroids (4). Insbesondere wird der Aldehyd mit einem Phosphoran, das aus (Chlormethyl)triphenylphosphoniumchlorid oder Diphenylchlormethylphosphonat hergestellt worden ist, und einer starken Base wie Lithiumdiisopropylamid in einem inerten Lösungsmittel wie Tetrahydrofuran unter Bildung von 19-(2-Chlor-1-ethenyl)steroid umgesetzt. Die erhaltene Chlorverbindung ist im allgemeinen ein Gemisch aus cis- und trans-Isomeren, das gewöhnlich nicht getrennt, sondern direkt in der nächsten Stufe verwendet wird. Die Chlorverbindung wird dehydrohalogeniert unter Verwendung einer starken Base wie Lithiumdiisopropylamid, Kalium-t-butoxid oder Na-amid unter Bildung der Alkinylverbindung (5). Die Schutzgruppen [cyclische Bis(ethylenacetal)gruppen] werden dann entfernt durch Umsetzung der Verbindung mit Aceton oder Butanon in Gegenwart einer katalytischen Säuremenge wie einer p-Toluolsulfonsäure oder in Alkohol, der Mineralsäure enthält, unter Bildung der gewünschten 10β-(2-Propinyl)verbindung (6).
Während diese Verbindung selbst eine brauchbare und wirksame erfindungsgemäße Verbindung ist, kann sie ebenfalls als ein sehr wertvolles Zwischenprodukt zur Herstellung anderer verwandter Verbindungen dienen. Somit kann das 17-Keton reduziert werden, beispielsweise mit einem Borhydridreduktionsmittel wie Kaliumborhydrid unter Bildung der entsprechenden 17-β-Hydroxyverbindung.
Das 10β-(1-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion (6) kann ebenfalls mit einer Vielzahl von Dehydrierungsmitteln behandelt werden, um weitere Doppelbindungen in die Verbindungen einzuführen. Somit ergibt die Behandlung mit Dichlordicyanochinon das 1,4-Dien. Ferner kann das Ketal (5) mit Methyllithium und dann mit Methylbromid behandelt werden unter Bildung des entsprechenden Butinylketals, wonach die Schutzgruppen entfernt werden, wie vorstehend beschrieben, unter Bildung der 10-(2-Butinyl)verbindung entsprechend (6).
Andererseits ist es zur Erzielung von Verbindungen, worin das Steroid gesättigt ist, erforderlich, den zuvor erhaltenen 19-Carboxaldehyd zu verwenden. Die Schutzgruppen in den 3- und 17-Stellungen werden entfernt durch Behandlung mit Aceton oder 2-Butanon in Gegenwart einer Säure wie p-Toluolsulfonsäure. Dabei erhält man das Δ⁴-3,17-Diketon, das mit einem Reduktionsmittel, vorzugsweise einem Borhydrid wie Natriumborhydrid behandelt wird, um das 17-Keton und den 19-Carboxaldehyd zu den entsprechenden Alkoholen zu reduzieren. Die Verbindung wird dann weiter behandelt mit Lithium in Ammoniak, um die Doppelbindung in der 4-Stellung (7) zu reduzieren, wonach die beiden Alkohole zurück zu den Carbonylgruppen durch Umsetzung mit Pyridinchlorchromat oxidiert werden.
Genau wie die vorstehend erhaltenen Aldehyde wird dieser Aldehyd mit einem geeigneten chlorsubstituierten Ylid in einer Wittig-Reaktion umgesetzt unter Bildung des entsprechenden 19-(2-Chlor-1-alkenyl)steroids (8). Insbesondere wird der Aldehyd mit einem Phosphoran, das aus (Chlormethyl)-triphenylphosphoniumchlorid hergestellt worden ist, und einer starken Base wie Lithiumdiisopropylamid in einem inerten Lösungsmittel wie Tetrahydrofuran umgesetzt unter Bildung des 19-(2-Chlor-1-ethenyl)steroids. Um eine Reaktion mit irgendeiner der anderen, im Molekül vorliegenden Ketongruppen zu vermeiden, wird nur ein Äquivalent des Triphenylphosphoniumchlorids verwendet. Die Chlorverbindung wird im allgemeinen als Gemisch von cis- und trans-Isomeren erhalten, das gewöhnlich nicht getrennt, sondern direkt in der nächsten Stufe weiter verwendet wird. In diesem Falle werden Schutzgruppen in die 3- und 17-Stellungen wieder eingeführt durch Umsetzung des Ketons mit Ethylenglykol in Gegenwart einer Säure wie p-Toluolsulfonsäure. Die Chlorverbindung wird dann dehydrohalogeniert, und die Schutzgruppen werden auf die gleiche Weise entfernt, wie vorstehend beschrieben unter Bildung von 10β-(2-Propinyl)-5α-östra-3,17-dion. Diese Verbindung kann weiter dehydriert werden, beispielsweise mit Dichlordicyanochinon unter Bildung der entsprechenden Δ′-Verbindung, 10β-(2-Propinyl)-5α-östr-1-en-3,17-dion.
Das cyclische Bis(ethylenacetal) von 6β-Hydroxy-östr-5(10)- en-3,17-dion (1), das vorstehend als Ausgangsmaterial verwendet wird, ist eine bekannte Verbindung und wird durch alkalische Hydrolyse der entsprechenden 6β-Acetoxyverbindung erhalten. Diese Verbindung wird ihrerseits erhalten aus dem cyclischen Bis-(ethylenacetal) von 19-Hydroxyöstr-5-en-3,18-dion durch Behandlung mit Bleitetraacetat. Diese gleiche Reihe von Reaktionen kann außerdem zur Umwandlung anderer, entsprechend substituierter Verbindungen der entsprechenden 6β-Hydroxyverbindungen verwendet werden, die dann bei den weiteren Reaktionen wie vorstehend beschrieben verwendet wird.
Die 18-Methylreihe kann aus dem bekannten Vorläufer (10) erhalten werden, der gemäß dem Verfahren von Baddely et al., J. Org. Chem., 31, 1026 (1966) hergestellt wurde. Um die 10-(2-Propinyl)reihe zu erhalten, wird das Hydroxyenon (10), wie in Schema 3 gezeigt, umgesetzt.
Schema 3
Das bekannte Hydroxyenon (10) wird mit Isopropenylacetat zum Enoldiacetat (11) umgewandelt. Die Reduktion mit Natriumborhydrid nach dem Verfahren von Dauben et al., J. Am. Chem. Soc., 73, 4463 (1951) liefert Endiol (12), was durch übliche Behandlung mit Essigsäureanhydrid und Pyridin in sein Diacetat (13) umgewandelt wird.
Analog der bekannten Verbindung mit einer Methylgruppe am C-13 wird das Diacetat (13) weiter behandelt nach dem Verfahren von Bowers et al., J. Am. Chem. Soc., 84, 3204 (1062).
Das Diacetat (13) wird mit N-Bromsuccinimid in das Bromhydrin (14) umgewandelt. Bleitetraacetatbehandlung liefert den cyclischen Ether (5), der zum Keton (16) durch Hydrolyse des Acetats und Oxidation umgewandelt wird. Die Behandlung mit metallischem Zink bewirkt eine reduktive Öffnung des Ethers und Konjugation der Enon-Doppelbindung unter Erzielung des 4-En-3-on-19-ols (17). Der 19-Alkohol (17) kann nach der Ketalisierung an der 3- und 17-Stellung zur 6-Hydroxyverbindung oxidiert werden und weiter nach vorstehend beschriebenen Verfahren transformiert werden.
Die vorstehenden Synthesen dienen nur als Beispiel, und es können viele andere übliche Reaktionen und Kombinationen dieser Reaktionen angewandt werden, um die erfindungsgemäßen Verbindungen herzustellen oder ineinander umzuwandeln. Diese üblichen Reaktionen und Bedingungen findet man beispielsweise in Fieser et al., Steroids (Reinhold, New York, 1959); Djerassi, Ed., "Steroid Reactions" (Holden-Day, San Francisco, 1963); Kirk et al., "Steroid Reaction Mechanismus" (Elsevier, Amsterdam, 1968); Carruthers, "Some Modern Methods of Organic Synthesis" (Cambridge U. Press, Cambridge, 1971); und Harrison et al., "Compendium of Organic Synthetic Methods" (Wiley-Interscience, New York, 1971).
Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind Aromataseinhibitoren und sind als solche zur Behandlung von Hyperöstrogenämie geeignet. So eignen sich die Verbindungen zur Kontrolle (abnorm) hoher Östrogenspiegel, sowohl wenn diese hohen beobachteten Spiegel relativ gleichbleibend sind oder wenn sie kurze plötzliche Anstiege sind, die als Teil der Kreislauffunktionen des Körpers auftreten. Es können sowohl weibliche als auch männliche Wesen behandelt werden, obgleich offensichtlich die absolute Menge an Östrogen, die als hoch bezeichnet wird, bei männlichen Wesen viel geringer ist als die Menge bei weiblichen Wesen. Besonders bevorzugte Verbindungen sind diejenigen, in denen der Steroidkern nur eine Doppelbindung in der 4-Stellung enthält. Solche Δ⁴-Verbindungen sind irreversible Aromataseinhibitoren dahingehend, daß eine irreversible Bindung mit dem Aromataseenzym besteht.
Die Verbindungen eignen sich somit als Antifertilitätsmittel, um Ovulation oder Implantation bei weiblichen Wesen zu verhindern oder das Kopulationsverhalten bei männlichen Wesen, wo Gehirnaromatisierung für ein solches Verhalten erforderlich ist, zu reduzieren. Die Verbindungen sind außerdem wertvoll zur Behandlung von Gynäkomastie, männlicher Unfruchtbarkeit, die aus erhöhten Östrogenspiegeln resultiert, und Hyperöstrogenämie, die ein Vorgänger des Herzinfarktes sein kann. Die Verbindungen sind außerdem wertvoll zur Behandlung von Brustkrebs und verschiedenen Östrogeninduzierten oder stimulierten Tumoren.
Die Aromatasehemmwirkung der erfindungsgemäßen Verbindungen kann unter Anwendung einer radioenzymatischen Bestimmung getestet werden. Dazu wird ein aus menschlicher Placenta isoliertes Aromataseenzympräparat aus der Protoplasmakörnchenfraktion eingesetzt. Um die Geschwindigkeit der Enzymreaktion im Verlauf von in vitro Inkubationen zu messen, wird eine stereospezifische Eliminierung von 1β- und 2β-Tritiummarkierungen aus Androgensubstraten, wie Testosteron oder Androstendion, und das anschließende Auftreten von tritiiertem Wasser angewendet.
Die Aromataseinhibitoren werden durch Messen ihrer konkurrierenden Inhibierung der Umwandlung von ³H-Testosteron in Östrogene auf ihre Enzym-Affinität bewertet. Das 1β,2β-³H-Testosteron (spezifische Aktivität 40 bis 60 Ci/mM) wird in einem Testpuffer zu einer Testkonzentration von etwa 1,7 · 10-9 M mit etwa 200 000 Zerfallsvorgängen pro Minute in 100 µl gelöst. Der Testpuffer enthält 100 mM KCl, 10 mM KH₂PO₄, 10 mM Dithiothreit und 1 mM Ethylendiamintetraessigsäure und hat einen pH-Wert von 8,0. Die Hemmverbindungen (etwa 10 mg) werden in Ethanol und/oder Dimethylsulfoxid gelöst und mit Testpuffer verdünnt, um Testkonzentrationen von 10-4 M bis 10-9 M zu erhalten. 100 µl(∼2,6×10-8 M) Tritium-markiertes Testosteron (Substrat) und 100 µl Enzyminhibitor werden in ein 35 ml fassendes Zentrifugenrohr gegeben, das 600 µl eines Nikotinamid-adenindinukleotidphosphat (NADPH) bildenden Systems enthält. Die Aromatase erfordert NADPH als Cofaktor, und deshalb wird ein diesen Cofaktor bildendes System zugesetzt, welches 0,5 mM NADP⁺, 2,5 mM Glucose-6-phosphat und 1,0 Einheit/ml Glucose-6- phosphat-dehydrogenase im Testpuffer enthält. Die Enzymreaktion wird durch den Zusatz von 700 µl des Aromatasepräparates, gewöhnlich 50 µg Protoplasmakörnchenprotein pro ml Testpuffer, in Gang gesetzt. Diese Präparate werden unter Anwendung eines Mischers (vortex mixer) gemischt und 30 Minuten bei 37°C in einer Gasphase aus 95% O₂ und 5% CO₂ in einem Schüttelinkubator nach Dubinoff inkubiert.
Die enzymatische Reaktion wird durch den Zusatz von 10 ml CHCl₃ beendet. Nach einem weiteren Mischen für die Dauer von 20 Sekunden werden die wäßrig-organischen Emulsionen dispergiert, und dann wird nach dem Zentrifugieren bei 600×g für die Dauer von 10 Minuten eine Phasentrennung bewirkt. Doppelte Proben von 500 µl der oberen wäßrigen Phase jeder Inkubationsprobe werden zu 10×75 mm Kulturröhrchen gegeben. Diese Röhrchen werden mit 500 µl einer kalten, 0,25%igen Suspension von mit Dextran überzogener Kohle versetzt, gemischt, 15 Minuten bei 4°C inkubiert und dann bei 2600×g in einer gekühlten Zentrifuge (4°C) zentrifugiert. Die überstehende Fraktion wird in ein Scintillationsgefäß mit einem Fassungsvermögen von 20 ml dekantiert, und 15 ml eines wäßrigen Scintillationsgemisches (scintillation cocktail) werden zugesetzt. Die Radioaktivität von ³H₂O, das aus während der enzymatischen Reaktion freigesetzten 1- und 2-Tritiumatomen entstanden ist, wird durch Zählen in einem Flüssigkeits-Scintillationszähler für die Dauer von 10 Minuten bestimmt. Dieses Testverfahren wurde nach den Verfahren von Reed u. a., J. Biol. Chem., Bd. 251 (1976), S. 1625, und von Thompson u. a., J. Biol. Chem., Bd. 249 (1974), S. 5364 und 5374, angepaßt.
Die enzymatische Wirksamkeit steht im Zusammenhang mit dem Prozentsatz an Tritium, das aus dem ³H-Testosteron freigesetzt wurde und als ³H₂O erscheint. Die Wirksamkeit jeder Inhibitorkonzentration wird als Prozentsatz der Trägerkontrolle berechnet, die willkürlich als 100% gesetzt wird. Die molare Konzentration jedes Inhibitors, die die Enzymwirksamkeit um 50% verringert, wird als 50%ige Hemmkonzentration, IC₅₀, bezeichnet. Diese Werte für eine erfindungsgemäße Verbindung, nämlich 10-(2-Pro­ pinyl)-östr-4-en-3,17-dion, als Inhibitor und für die Bezugsverbindungen Aminoglutethimid, Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion und 1-Dehydrotestololacton, werden in Tabelle 1 gezeigt. Die 10-Propinylverbindung hat eine größere Enzymaffinität als andere bekannte Inhibitoren, die bereits entweder als Antifertilitätsmittel bei Nagetieren oder zur Blockierung der peripheren Aromatisierung in Patienten mit Brustkrebs eingesetzt wurden.
Konkurrierende Inhibierung von Aromatase-Inhibitoren
Inhibitorverbindungen
IC₅₀
10-(2-Propinyl)-östr-4-en-3,17-dion (Erf.)|4,2 × 10-9 M
α-(p-Aminophenyl-α-ethylglutarimid (Vgl.) (Aminoglutethimid) 1,0 × 10-6
Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion (Vgl.) 1,0 × 10-7
1,2,3,4,4a,7,9,10,10a-Decahydro-2-hydroxy-2,4b-dimethyl-7-oxo-1-phenanthren-propionsäure-O-lacton (Vgl.) 2,5 × 10-6
Die erfindungsgemäßen Verbindungen, die eine gute Hemmung, IC₅₀10-7 M, zeigten, wurden auf eine zeitabhängige Hemmung untersucht. In diesem Test wurde der Inhibitor mit dem Enzym vorinkubiert, bevor die Enzymwirksamkeit in Gegenwart hoher Substratmengen getestet wurde. Ein zeitabhängiger Abfall der Enzymwirksamkeit zeigt eine irreversible Bindung des Inhibitors an das Enzym an.
In dem zeitabhängigen Test werden solche Mengen des Enzyminhibitors in 100 µl der vorstehend beschriebenen Testpufferlösung, die Testkonzentrationen ergeben, die etwa 1mal und 10mal dem IC₅₀-Wert entsprechen, in Zentrifugenröhrchen mit einem Fassungsvermögen von 35 ml gegeben, die bereits 600 µl des vorstehend beschriebenen NADPH bildenden Systems enthalten. Die Vorinkubation wird durch Zusatz von 700 µl Aromatasepräparat, gewöhnlich 500 bis 800 µg Protoplasmakörnchenprotein pro ml Testpufferlösung, eingeleitet. Diese Präparate werden unter Anwendung eines Mischers (vortex mixer) gemischt und für die Dauer von 0, 10, 20 oder 40 Minuten bei 25°C inkubiert. Anschließend werden 100 µl Testosteron (∼6,8×10-6 M) markiert (spiked) mit 1β,2β-³H-Testosteron in Testpuffer zugesetzt, so daß eine Testkonzentration des Substrats (4,5×10-7 M), die mindestens 10mal die Km von Testosteron (0,045 µM) darstellt, bereitgestellt wird. Nach dem Mischen wird die Inkubation des Enzyms noch 10 Minuten fortgesetzt, bevor sie durch Zusatz von Chloroform beendet wird. Die Menge der Radioaktivität in der wäßrigen Fraktion wird durch Scintillationsverfahren bestimmt. Die enzymatische Wirksamkeit wird aus dem Prozentsatz von ³H-Testosteron, das in ³H₂O umgewandelt wurde, berechnet. Die Enzymwirksamkeit für jede Inhibitorkonzentration bei jeder Vorinkubationsdauer wird als Prozentsatz der Trägerkontrolle bei "0" Minuten, die willkürlich als 100% festgesetzt wird, berechnet. Daher wird die vorliegende Enzymhemmung ausgedrückt als Prozentsatz: [100% minus prozentuale Enzymwirksamkeit des Inhibitors].
Verbindungen, die eine zeitabhängige Hemmung zeigen, werden dann getestet, um die Hemmkonstante, Ki zu bestimmen, die die scheinbare Dissoziationskonstante des Komplexes aus Enzym und Inhibitor darstellt. Diese Bestimmung erfordert Messungen bei Anfangsgeschwindigkeiten der Enzymreaktion. Die Enzymwirksamkeit wird nach unterschiedlichen Vorinkubationszeiten bei verschiedenen Inhibitor-Konzentrationen bestimmt, wenn sie bei einer Substratkonzentration von mindestens 10×der Km von Testosteron getestet werden. Die Halbwertszeit (t1/2) des Enzyms bei diesen verschiedenen Inhibitorkonzentrationen ([In]) wird verwendet, um die Ki durch die lineare Regressionsgleichung der Halbwertszeit gegen 1/[In] zu bestimmen. Die Ki ist äquivalent der Inhibitorkonzentration, wenn die Halbwertszeit gleich 0 ist.
Der ersichtliche Ki-Wert für das 10-(2-Propinyl)östr-4- en-3,17-dion ist 8,9×10-9 M. Diese Daten zeigen an, daß dieser Inhibitor irreversibel an das Enzym gebunden ist mit einer Affinität für die Enzymstelle, die 5× größer ist als diejenige des natürlichen Testosteronsubstrats, das eine Enzymaffinität (Km) von 4,5×10-8 M aufweist.
In einem Vergleichsversuch konnte ferner festgestellt werden, daß der Ki-Wert für die aus THL, 23 (1979), S. 2105-08 bekannte Verbindung 10-(1-Hydroxy-2-propinyl)estr-4-en-3,17-dion größer ist, wobei Androsteron als Substrat eingesetzt wurde.
Diese Daten demonstrieren, daß 10-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion den bekannten Aromataseinhibitoren überlegen ist. Eine bedeutende irreversible Aromataseinhibierung wird außerdem für die anderen erfindungsgemäßen Verbindungen der Formel I und II gezeigt.
Bei der Behandlung von Hyperöstrogenämie können die erfindungsgemäßen Verbindungen auf verschiedene Weisen an den zu behandelnden Patienten verabreicht werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Im vorliegenden bedeutet der Ausdruck Patient bezüglich der Behandlung von Hyperöstrogenämie Warmblüter wie Ratten, Hunde und Menschen. Die Verbindungen können allein oder in Kombination mit anderen verabreicht werden. Außerdem können die Verbindungen in Form von pharmazeutischen Präparaten verabreicht werden. Die Verbindungen können oral, parenteral, beispielsweise intravenös, intraperitoneal, intramuskulär oder subkutan verabreicht werden, einschließlich der Injektion des Wirkstoffs direkt in das Gewebe oder Tumorstellen, wie die Brustdrüse. Die zu verabreichende Menge der Verbindung schwankt innerhalb eines weiten Bereiches und kann jede wirksame Menge sein. In Abhängigkeit vom zu behandelnden Patienten, des zu behandelnden Zustands und der Art der Verabreichung kann die wirksame Menge der verabreichten Verbindung zwischen 1 bis 250 mg/kg Körpergewicht je Tag und vorzugsweise zwischen 10 und 50 mg/kg Körpergewicht pro Tag sein. Dosierungseinheiten für die orale oder parenterale Verabreichung können beispielsweise 10 bis 150 mg der erfindungsgemäßen Verbindung enthalten.
Zur parenteralen Verabreichung können die Verbindungen als injizierbare Dosierungen einer Lösung oder Suspension der Verbindung in einem physiologisch verträglichen Verdünnungsmittel mit einem pharmazeutischen Träger verabreicht werden, der eine sterile Flüssigkeit sein kann, wie Wasser-in-Öl mit oder ohne Zusatz eines oberflächenaktiven Mittels oder anderer pharmazeutisch verträglicher Hilfsstoffe. Beispiele für verwendbare Öle in diesen Präparaten sind Erdöl, tierische, pflanzliche oder synthetische Öle, beispielsweise Erdnußöl, Sojabohnenöl oder Mineralöl. Im allgemeinen sind Wasser, Kochsalzlösung, wäßrige Dextrose und ähnliche Zuckerlösungen, Ethanole und Glykole wie Propylenglykol oder Polyethylenglykol bevorzugte flüssige Träger insbesondere für injizierbare Lösungen.
Die Verbindungen lassen sich in Form einer Depotinjektion oder eines Implantatpräparates verabreichen, die so formuliert sein können, daß eine verzögerte Wirkstoff-Freigabe erfolgen kann. Der Wirkstoff kann zu Pellets oder kleinen Zylindern verpreßt und subkutan oder intramuskulär als Depotinjektion oder Implantat implantiert sein. Implantate können inerte Materialien, wie biologisch abbaubare Polymere und synthetische Silikone enthalten, wie beispielsweise Silastic, ein von der Firma Dow-Corning Corporation hergestellter Silikonkautschuk.
Die nachstehenden Beispiele erläutern die Erfindung. Alle Temperaturen sind in unkorrigierten °C angegeben, und alle Teile sind Gewichtsteile oder Gewichtsprozent, außer wenn etwas anderes angegeben ist.
A. Herstellungsbeispiele Beispiel 1
Ein Gemisch aus 30 ml frisch destilliertem Ethylvinylether, 2,1 g 3,3,17,17-Bis(ethylendioxy)östr-5(10)-en-6β-ol und 800 mg Quecksilberacetat wurden 2 Stunden lang unter Rückfluß gehalten und dann mit 250 mg frischem Quecksilberacetat versetzt. Das Erhitzen wurde weitere 2 Stunden fortgesetzt, und anschließend wurden 250 mg frisches Quecksilberacetat zugesetzt, 2 Stunden lang unter Rückfluß gehalten, weitere 250 mg Quecksilberacetat zugesetzt und schließlich 16 Stunden lang unter Rückfluß behandelt. Es wurde wäßrige Natriumcarbonatlösung zu dem gekühlten Gemisch zugesetzt, das 15 Minuten lang gerührt wurde, bevor es mit Ether verdünnt wurde. Die organische Schicht wurde abgetrennt, mit wäßriger Natriumchloridlösung gewaschen, getrocknet und das Lösungsmittel verdampft. Der erhaltene Rückstand wurde gereinigt durch Schnellchromatographie (flash chromatography) an Silicagel und 40%igem Ethylacetat/Hexan, wobei man 3,3,17,17-Bis(ethylendioxy)-6β-vinyloxyöstr-5(10)-en erhielt, das nach Umkristallisation aus Hexan einen Schmelzpunkt von etwa 82 bis 83°C besaß.
Eine Lösung von 950 mg 3,3,17,17-Bis(ethylendioxy)-6β-vinyloxyöstr-5(10)-en in 20 ml sym-Collidin wurde 3 Stunden lang auf 170 bis 175°C erhitzt. Das Lösungsmittel wurde dann unter vermindertem Druck abdestilliert und der dabei entstehende Rückstand durch Schnellchromatographie an Silicagel in 40%igem Ethylacetat/Hexan gereinigt, wobei man 3,3,17,17- Bis(ethylendioxy)androst-5-en-19-carboxaldehyd erhielt, das nach Umkristallisation aus Ethylacetat/Pentan einen Schmelzpunkt von etwa 128 bis 130°C besaß.
Eine Lösung von Lithiumdiisopropylamid, die hergestellt worden war aus 0,26 ml Diisopropylamid und 0,85 ml einer 2,1 M Lösung Butyllithium, beide in 5 ml Tetrahydrofuran, wurde 640 mg (Chlormethyl)triphenylphosphoniumchlorid in 5 ml Tetrahydrofuran bei -70°C zugesetzt. Das Gemisch wurde 10 Minuten lang bei -70°C gehalten, mit 560 mg 3,3,17,17-Bis(ethylendioxy)- androst-5-en-19-carboxaldehyd in 4 ml Tetrahydrofuran versetzt, worauf man das Gemisch sich auf Raumtemperatur erwärmen ließ. Es wurde dann in Wasser gegossen und das dabei entstehende Gemisch mit Ether extrahiert. Der Ether wurde verdampft, und der Rückstand, ein Gemisch aus Isomeren (cis und trans) 3,3,17,17- Bis(ethylendioxy)-10-(3-chlorprop-2-enyl)östr-5-en, wurde durch Schnellchromatographie an Silicagel in 40%igem Ethylacetat/Hexan isoliert.
Die vorstehend erhaltene Chlorverbindung wurde in 2 ml Tetrahydrofuran gelöst und Lithiumdiisopropylamid zugesetzt, das aus 0,18 ml Diisopropylamin, 0,6 ml einer 2,1M Lösung Butyllithium und 3 ml Tetrahydrofuran bei -70°C hergestellt worden war. Nach 1,5 Stunden bei -70°C wurde eine wäßrige Ammoniumchloridlösung zugesetzt, und das Gemisch mit Ether extrahiert. Die Etherlösung wurde getrocknet und das Lösungsmittel verdampft, wobei man 3,3,17,17-Bis(ethylendioxy)-10-(2-propinyl)-östr-5-en als einen kristallinen Rückstand erhielt, der in der nächsten Stufe direkt verwendet wurde. (Nach Umkristallisation aus Ethylacetat/Pentan besaß die Verbindung einen Schmelzpunkt von 152 bis 153°C). Der kristalline Rückstand wurde mit 30 ml Aceton behandelt, das 20 mg p-Toluolsulfonsäure enthielt, und wurde 16 Stunden lang bei Raumtemperatur stehengelassen. Das Lösungsmittel wurde dann verdampft und der Rückstand durch Schnellchromatographie an Silicagel in 50%igem Ethylacetat/Hexan gereinigt und anschließend aus Ethylacetat/Hexan umkristallisiert, wobei man 10-(2-Propinyl)-östr-4-en-3,17-dion mit einem Schmelzpunkt von etwa 174 bis 175°C erhielt. Diese Verbindung hatte folgende Strukturformel
Beispiel 2
Eine Lösung von 312 mg 10-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion in 10 ml absolutem Methanol wurde bei 0°C 1 Stunde lang mit 15 mg Kaliumborhydrid behandelt. Es wurde Essigsäure (0,05 ml) zugesetzt und das Lösungsmittel verdampft. Der Rückstand wurde in Ether gelöst, die Etherlösung mit 1N Salzsäure und Salzlösung gewaschen und getrocknet und das Lösungsmittel verdampft. Der Rückstand wurde aus Methanol umkristallisiert, wobei man 17β-Hydroxy-10-(2-propinyl)östr-4-en-3-on erhielt. Diese Verbindung hatte folgende Strukturformel
Beispiel 3
Ein Gemisch aus 150 mg 10-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion und 300 mg Dichlordicyanochinon in 10 ml Dioxan wurde 20 Stunden lang unter Rückfluß behandelt. Das Gemisch wurde gekühlt und mit Ether verdünnt und dann mit wäßrigem Natriumcarbonat gewaschen und getrocknet. Das Lösungsmittel wurde verdampft und der Rückstand an Silicagel in Ethylacetat/Hexan chromatographiert, wobei man 10-(2-Propinyl)östra-1,4-dien-3,17-dion mit einem Schmelzpunkt von etwa 200 bis 201°C erhielt. Diese Verbindung hatte die folgende Strukturformel
Beispiel 4
Ein Gemisch aus 200 mg 10-(2-Propinyl)-5α-östra-3,17-dion und 320 mg Dichlordicyanochinon in 4 ml Dioxan wurde 24 Stunden lang unter Rückfluß erhitzt. Das Gemisch wurde mit Ethylacetat verdünnt und mit wäßrigem 1N Natriumhydroxid und Salzlösung gewaschen und dann getrocknet. Das Lösungsmittel wurde verdampft und der Rückstand an Silicagel unter Verwendung von Ethylacetat/Hexan chromatographiert, wobei man 10-(2-Propinyl)-5α-östr-1-en-3,17-dion erhielt. Diese Verbindung hatte folgende Strukturformel
Beispiel 5
Eine Lösung von 152 mg 3,3,17,17-Bis(ethylendioxy)-10-(2-propinyl)östr-5-en in 7 ml Dichlormethan wurde mit 85 mg 85%iger m-Chlorperbenzoesäure versetzt. Das Gemisch wurde 16 Stunden lang auf 0°C gehalten und dann mit Dichlormethan verdünnt und mit Wasser, wäßrigem 10%igem Natriumcarbonat und Salzlösung gewaschen, bevor es getrocknet und das Lösungsmittel verdampft wurde. Der Rückstand wurde einer Schnellchromatographie an Silicagel in 60%igem Ethylacetat/Hexan unterworfen, wobei man 3,3,17,17-Bis(ethylendioxy)-5α,6α- epoxy-10-(2-propinyl)östran erhielt. Die entsprechende 5β,6β-Epoxyverbindung wurde ebenfalls erhalten.
Eine Lösung von 126 mg 5α,6α-Epoxid in 20 ml Tetrahydrofuran und 5 ml Wasser wurde mit 0,4 ml 70%iger Perchlorsäure behandelt und 48 Stunden lang bei 25°C gerührt. An diesem Punkt zeigte die Dünnschichtchromatographie die Abwesenheit von Epoxid. Das dabei entstehende Gemisch wurde mit Ether verdünnt, mit wäßriger Natriumcarbonatlösung und mit Salzlösung gewaschen und dann getrocknet. Nach Verdampfen des Lösungsmittels erhielt man rohes 5α,6β-Dihydroxy-10-(2-propinyl)östran-3,17-dion.
Das rohe Diol wurde in 25 ml Aceton bei 0°C gelöst, und Jones-Reagens wurde tropfenweise zugesetzt, bis eine braune Farbe 15 Minuten lang bestehen blieb. Das Gemisch wurde dann mit Dichlormethan und Wasser extrahiert. Die organische Schicht wurde abgetrennt, mit Salzlösung gewaschen und getrocknet und das Lösungsmittel abgedampft, wobei man als rückständiges Öl 5α-Hydroxy-10-(2-propinyl)östran-3,6,17-trion erhielt. Dieses Öl wurde in 50 ml Benzol gelöst, 15 mg p-Toluolsulfonsäure wurden zugesetzt und das Gemisch 30 Minuten lang unter Verwendung einer Dean-Stark-Falle unter Rückfluß gehalten. Das Gemisch wurde dann gekühlt, mit wäßrigem Natriumbicarbonat und Salzlösung gewaschen und dann getrocknet. Das Lösungsmittel wurde verdampft, wobei man als Rückstand 10-(2-Propinyl)-östr-4-en-3,6,17-trion erhielt. Diese Verbindung hatte folgende Strukturformel
Beispiel 6
Eine Lösung von 400 mg 3,3,17,17-Bis(ethylendioxy)-10-(2-propinyl)östr-5-en in 5 ml Tetrahydrofuran wurde bei Raumtemperatur mit Methyllithium (1,1 ml einer 1,0M Lösung in Ether) versetzt. Nach 10 Minuten wurden 200 mg Methyliodid zugesetzt und das Gemisch bei Raumtemperatur etwa 8 Stunden lang gerührt. Das Gemisch wurde dann mit Ether verdünnt, mit Salzlösung gewaschen und getrocknet und das Lösungsmittel abgedampft, wobei man als Rückstand 10-(2-Butinyl)-3,3,17,17-bis(ethylendioxy)östr-5-en erhielt. Die Ethylendioxygruppen wurden dann nach dem im letzten Absatz von Beispiel 1 beschriebenen Verfahren entfernt, wobei man 10-(2-Butinyl)-östr-4-en-3,17-dion erhielt.
B. Galenische Beispiele Beispiel 7
Tablette
(a) 10β-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion|75 g
(b) Lactose 1,216 kg
(c) Maisstärke 0,3 kg
Der Wirkstoff, die Lactose und die Maisstärke werden gleichmäßig vermischt, mit 10%iger Stärkepaste granuliert, zu einem Feuchtigkeitsgehalt von etwa 2,5% getrocknet, durch ein Sieb mit einer lichten Maschenweite von 1,41 mm gegeben und mit folgenden Bestandteilen versetzt und vermischt:
(a) Magnesiumstearat|0,015 kg
(b) Maisstärke aufgefüllt auf 1,725 kg
Danach wird auf einer geeigneten Tablettiermaschine auf ein Gewicht von 0,115 g/Tablette verpreßt.
Beispiel 8
Weichgelatinekapsel
(a) 10β-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion|0,25 kg
(b) Polysorbat 80 0,25 kg
(c) Maisöl aufgefüllt auf 25,0 kg
Die Bestandteile werden vermischt und in 50 000 Weichgelatinekapseln gefüllt.
Beispiel 9 IM-Depotinjektion
Jeder ml enthält folgende Bestandteile:
(a) 10β-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion|5,0 mg
(b) wasserfreies Chlorbutanol 5,0 mg
(c) Aluminiummonostearat 50,0 mg
(d) Erdnußöl aufgefüllt auf 1,0 ml
Die Bestandteile werden in Erdnußöl gelöst oder dispergiert.
Beispiel 10
Depot-Implantat
(a) 10β-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion|5,0 mg
(b) Dimethylsiloxan 240,0 mg
(c) Katalysator in ausreichender Menge
Der Wirkstoff wird im flüssigen Dimethylsiloxan dispergiert, der Katalysator zugesetzt und das ganze in eine geeignete monolytische Struktur gegossen.
Wahlweise kann der Wirkstoff durch eine vorgegossene Polydimethylsiloxanumhüllung eingeschlossen werden.
Wahlweise kann der Wirkstoff in einer geeigneten Menge an Hydroxyethylacrylat dispergiert sein, das anschließend polymerisiert und vernetzt wird durch Zugabe von Ethylendimethacrylat und einem Oxidationsmittel unter Bildung eines gießbaren dreidimensionalen Ethylenglycomethacrylatgels (Hydron).
Beispiel 11 IM-Injektionen
A. Ölartig
(a) 10β-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion|25,0 mg
(b) BHA, BHT aa 0,01% Gew./Vol.
(c) Erdnußöl oder Sesamöl aufgefüllt auf 1,0 ml
B. Suspensionsartig
(a) 10β-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion|25,0 mg
(b) Natriumcarboxymethylcellulose 0,5% Gew./Vol.
(c) Natriumbisulfit 0,02% Gew./Vol.
(d) Wasser zur Injektion aufgefüllt auf 1,0 ml
Beispiel 12
Bukkale oder sublinguale Tablette
(a) 10β-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion|1%
(b) Calciumstearat 1%
(c) Calciumsaccharin 0,02%
(d) granulares Mannit qs
Die Bestandteile werden auf einer geeigneten Tablettiermaschine auf ein Gewicht von 0,115 g/Tablette vermischt und gepreßt.

Claims (8)

1. 10-(2-Alkinyl)steroide der allgemeinen Formel I worin - - - eine Einfach- oder Doppelbindung, R Wasserstoff oder C1-4-Alkyl und R² H, OH oder =O bedeuten.
2. 10-(2-Propinyl)östr-4-en-3,17-dion.
3. 17β-Hydroxy-10-(2-propinyl)östr-4-en-3-on.
4. 10-(2-Propinyl)östra-1,4-dien-3,17-dion.
5. 10-(2-Propinyl)-5α-östr-1-en-3,17-dion der Formel II
6. Verfahren zur Herstellung einer der Verbindungen gemäß Anspruch 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß man
eine Chlorethylenverbindung der Formel mit einer starken Base in einem inerten Lösungsmittel umsetzt, die erhaltene 10-(2-Propinyl)-Verbindung gegebenenfalls mit einer geeigneten C1-4-Alkylverbindung alkyliert und dann zur Entfernung der Schutzgruppen in der 3- und 17-Stellung und zur Verschiebung der 5-Doppelbindung zur 4-Stellung mit einer Säure behandelt,
das erhaltene Produkt gegebenenfalls mit einem Dehydrierungsmittel zur Einführung weiterer Doppelbindungen in den Steroidkern umsetzt und
gegebenenfalls mit einem Hydrid zur 17β-Hydroxyverbindung reduziert.
7. Verfahren nach Anspruch 6 zur Herstellung der Chlorethylenverbindung, dadurch gekennzeichnet, daß man den entsprechenden 19-Carboxaldehyd mit einem Phosphoran der Formel (C₆H₅)₃P=CHCl behandelt, wobei man die Ethylendioxyschutzgruppen in der 3- und 17-Stellung gegebenenfalls durch Umsetzung des 3,17-Diketons mit Ethylenglykol in Gegenwart einer Säure einführt.
8. Verwendung einer Verbindung gemäß Anspruch 1-5 zur Inhibierung eines Aromataseenzyms.
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