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Spulenhülse
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spulenhülse mit Fadenfangschlitz,der
wenigstens an einem Ende der Hülse am Umfang angeordnet ist und aus einem breiten
Einlaufbereich und-einem schmalen Klemmbereich besteht.
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Derartige Spulenhülsen werden benötigt für die Aufwicklung von Fäden
oder Garnen mit Hilfe von Spulmaschinen. Ihr prinzipieller Aufbau und die geeigneten
Einsatzgebiete sind beispielsweise aus der US-PS 31 03305 bekannt. In dieser Patentschrift
wird auch beschrieben, wie beim Anlegen des Garnes bei laufender Spulmaschine das
Garn mit Hilfe einer Saugpistole in den Einlaufbereich des Fadenfangschlitzes gebracht
wird, um dann bei Erreichen des Klemmbereiches auf der Seite der Sauspistole abgerissen
zu werden. Auf der Spulenhülse bildet der aufzuwickelnde Faden zunächst einen Verlustwickel.
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Der Faden wird dann meist mit Hilfe eines Hilfsfadenführers oder dergleichen
zur Ausbildung einer Fadenreserve von diesem Verlustwickel abgelenkt und dann von
dem eigentlichen Changierfadenführer aufgenommen, der den Hauptaufspulvorgang innerhalb
seines Arbeitsbereichs steuert.
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In der genannten US-PS 31 03 305 wird bei Spulgeschwindigkeiten von
etwa 700 m/min eine Fangwahrscheinlichkeit von 90 W angegeben, d.h., daß -im Mitteltei
-9 von 10 Ansetzversuchen auf Anhieb ein Erfolg verzeichnet wurde, der Faden also
sich-im schmalen Klemmbereich einfangen ließ, der neu zulaufende Faden auf die Spulenhülse
aufgewickelt wurde, während-das andere Ende des Fadens am Klemmbereich abegrissen
oder notfalls abgeschnitten werden konnte. Ein'erfol-gloser Anlegeversuch bedeutet
nicht nur Zeit und Materialverlust, das in der Saugpistole-gesammelte Material kann
nicht mehr für textile Zwecke
eingesetzt --werden, sondern häufig
auch die Ursache für eine Maschinenstörung, da es zu einer Wickelbildung auf den
Treibwalzen des Spulaggregats oder auch auf den Nutwalzen der Changiervorrichtung
kommen kann. Häufig wird auch beobachtet, daß das Anlegen zwar erfolgreich war,
daß jedoch nicht alle Einzelfilamente im Klemmbereich des Fadenfangschlitzes eingeklemmt
wurden. In einem solchen Fall tritt eine Auffächerung des Fadens ein, der Verlustwickel
wird unsauber und breitflächig.
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Es ist in solchen Fällen nicht mehr möglich, eiq einwandfrei ausgebildete
Fadenreserve herzustellen.
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Mit Zunahme der Spulgeschwindigkeiten insbesondere bei modernen Spinnmaschinen,
bei denen die Spulaggregate mit Oberflächengeschwindigkeiten von mehr als 3000 m/min
arbeiten, wurde eine starke Abnahme der auf Anhieb erfolgreichen Anlegeversuche
beobachtet.
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Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, beispielsweise mit speziell
gestalteten Fadenfangschlitzen die Fangwahrscheinlichkeit auch bei Schnellspinnprozessen
wieder zu erhöhen, d.h. auch bei den dort erforderlichen hohen Spulgeschwindigkeiten
wieder gute Erfolgsraten beim Anlegen des angelieferten Garns an die Spulmaschine
zu erhalten. Beispielsweise seien hier die folgenden Vorveröffentlichungen genannt:
US-PS 37 17 291, DE-GM 75 27 985 und DE-GM 76 25 081.
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Die spezielle Ausgestaltung der Fangschlitze kann zu einer gewissen
Erhöhung der Einfangwahrscheinlichkeit führen, die jedoch immer noch nicht als ausreichend
angesehen wird. Ein anderer Weg wurde in der DE-OS 27 17 T89 und dem DE-GM 79 21
02-2 beschritten. Hier wurde versucht, die Fadenfangwahrsche-inlichkeit dadurch
zu erhöhen, daß mehrere am Umfang der SpulenhuIse parallel nebeneinander liegende
Fadenfangschlitze angeordnet wurden bzw. der Fadeneinfangkanal dieForm einer eng
gewundenen Spirale auf der Zylinderoberfläche der
Spulenhülse aufweist.
Diese Variationen wurden durchgeführt in der Hoffnung, daß durch eine Verbreiterung
des Gebietes, in dem der aufzuwickelnde Faden auf der Spulenhülse eingefangen werden
kann, die Einfangwahrscheinlichkeit erhöht wird. Das ist bis zu einem -gewissen
Grade tatsächlich der Fall, leider sind j-edoch damit eine Reihe von Nachteilen-
verbunden. Hingewiesen sei insbesondere auf die Behinderung eines einwandfreien
Aufbereitens der Fadenreserve, wenn der Faden mehrfach gefangen wurde. Weiterhin
wird durch eine solche Maßnahme die Gefahr, daß nur Einzelfilamente des Fadens eingefangen
werden andere jedoch nicht,in keiner Weise behoben. Darüberhinaus bedeuten parallel
liegende oder parallel verschobene Fangschlitze einen unnötigen Platzbedarf auf
der Spulenhülse, der dann zum Aufbringen der Fadenreservewindungen fehlt.
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Es bestand daher immer noch die Aufgabe, eine Spulenhülse mit Fadenfangschlitzen
zu finden, bei der ein sicheres und erfolgreiches Anlegen des Garnes bei hohen Spulgeschwindigkeiten
möglich ist.Untereinem erfolgreichen Anlegevorgang wird dabei ein solcher Verstanden,
bei dem nicht nur das Garn bzw. der Faden eingefangen wird, sondern bei dem auch
ein Auffasern des Fadens bzw.
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eine Schlingenbildung vermieden wird.
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Überraschend wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe durch eine Spulenhülse
gelöst wird, bei der in geringem Abstand von einer Stirnseite der Spule ein Fadenfangschlitz
angeordnet ist, der sich über den gesamten Umfang der Spulenhülse erstreckt, wobei
dieser Fadenfangschlitz hintereinander abwechselnd mehrere weite Einlaufbereiche
und mehrere enge Klemmbereiche aufweist.
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Durch die Anordnung mehrere Einlaufbereiche und Klemmbereiche- hintereinander
in einem durchgehenden Fadenfangschlitz in der Nähe wenigstens einer Stirnseite
der Spu-lenhülse-kann die Erfolgsrate beim Anlegen auch bei sehr hohen Spulgeschwindigkeiten
und geringen Hülsendurchmesser erheblich verbessert werden.
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In einer bevorzugten Ausfühkrungsform befinden sich zwei breite Einlaufbereiche
und zwei enge Klemmbereiche hintereinander auf e-inem umlaufenden Fadenfangschlitz
der -Spulenhülse. Der -Übergang von weitem Einlaufbereich zum engen Klemmbereich
sollte vorzugsweise in der gleichen Art und Weise gestaltet sein wie der Übergang
von engem- -Klemmbereich zu weitem Einlaufbereich. In diesem Fall ist die Spulenhülse
für beide Drehrichtungen einsetzbar. Bei der speziellen Gestaltung des .Fadenfangschlitzes,
sowohl in der Schlitztiefe und Breite als -auch in der Aufteilung in Einlauf- und
Klemmbereich können die Erfahrungen mit Spulenhülsen nach dem Stand der Technik
voll übernommen werden. In einer bevorzugten -Ausfü-hrungsform besteht-der Einlaufbereich
aus einer relativ, breiten V-förmigen Kerbe, an den sich der enge Klemmbereich anschließt,
der ebenfalls aus einer V-förmigen Kerbe gleicher Tiefe jedoch mit wesentlich kleinerem
Öffnungswinkel best:eht. Einzelheiten fir die genaue Ausführung der-Einlaßbereiche
und Klemmbereiche in dem Fadenfangschlitz können -der zitierten Vorliteratur entnommen
werden. Entscheidend für die erfindungsgemäße Spulenhülse
ist die
Anordnung des Fadenfangschlitzes mit mehreren Einlaufbereichen und Klemmbereichen
in abwechselnder Folge in einer Ebene auf dem Umfang der Spulenhülse, wobei die
Ebene senkrecht zur Achse der Spulenhülse steht. Zur weiteren Verdeutlichung der
Erfindung sollen die Abbildungen dienen.
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Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Spulenhülse, die bereits eine
Fadenwicklung aufweist in der -Seitenansicht die Figur 2 einen senkrechten Schnitt
durch den umlaufenden Fadenfangschlitz gemäß Schnitt II - . - II der Figur 1, während
Figur 3 in vergrößertem Maßstab einen Schnitt gemäß III - . - III in Figur 2 wiedergibt.
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In Figur 1 ist auf die Spulenhülse 1 bereits die eigentliche Fadenwicklung
2 zum Teil aufgebracht worden. Die Spulenhülse 1 weist bei dieser Ausführungsform
nur einen Fadenfangschlitz in der Nähe einer Stirnseite der Hülse auf. Der Fadenfangschlitz
besteht aus weiten Einlaufbereichen 3,3' und engen Klemmbereichen 4,4', die sich
auf dem Umfang der Spulenhülse abwechseln.
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Weiterhin ist in Figur 1 die Fadenreserve 5 zu sehen; der Verlustwickel
im Fadenfangschlitz ist nicht gezeichnet, um den Fangschlitz sichtbar zu lassen.
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Aus Figur 2 kann die Aufteilung der Einlaufbereiche und Klemmbereiche
auf dem Umfang des Fadenfangschlitzes gesehen werden. Bei der Ausführungsform gemäß
Figur 2 weisen die Einlaufbereiche 3,3' und die Klemmbereiche 4,4' gleiche Längen
auf. Natürlich ist es möglich, diese Aufteilung auch zu verändern, beispielsweise
den Klemmbereich jeweils kürzer und den Einlaufbereich-dafür entsprechend länger
zu wählen.
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In Figur 3 ist eine mögliche Ausgestaltung des überganges von Einlaufbereich
3,3' in den Klemmbereich 4,4' wieder
gegeben. Beide Bereiche sind
V-förmige Kerben mit der gleichen Tiefe in dem Spulenhülsenmaterial. Sie unterscheiden
sich jedochdurch den öffnungswinkel. Während der Einlaufbereich 3,3' einen weiten
Winkel aufweist, der aufzuwickelnde Faden also leicht in diese Kerbe eindringen
kann, ist der öffnungswinkel des Klemmbereiches 4-,4' wesentlich kleiner. Hier soll
die Fixierung des Fadens durch Einklemmen erfolgen.
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