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Titel: " Dachkonstruktion und Verfahren zu deren Herstellung'
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Die Erfindung betrifft eine Dachkonstruktion mit einer aus profiliertem
Blech bestehenden Dachhaut, deren Profilierung In Richtung der Spannweite der mit
Abstand voneinander angeordneten, vorzugsweise als Fachwerk träger ausgebildeten
Dach träger ver= läuft, und mit einer gleichfalls aus derart profiliertem Blech
bestehenden Dachuntersicht.
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Eine solche Dachkonstruktion ist bereits aus der DE-OS 1 559 423
bekanntgeworden. Bei dieser vorbekannten Konstruktion weist jeder Fachwerkträger
seinen eigenen Ober- und seinen eigenen Untergurt auf, und diese von Profilstäben
verkörperten Gurte sind ihrerseits mit der aus Wellblech bestehenden Dach= haut
bzw. mit der Dachuntersicht verbunden. Diese Verbindung der Dachträger mit der Dachhaut
und Dachuntersicht ist aber nicht steif, sondern sie besteht lediglich längs einer
Erzeugen= den der wellig rund profilierten Flächengebilde, so daß über diese Verbindung
lediglich solche Kräfte übertragen werden können, die in der Ebene der Fachwerkträger
wirken.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Gestaltung einer Dachkonstruktion
der eingangs bezeichneten Gattung, bei der der Querschnitt und die Flächensteifigkeit
der profilierten Dachhaut und Dachuntersicht voll in den tragenden Querschnitt der
Dachträger einbezogen wird und für deren Tragfähigkeit nutzbar gemacht Erfindungsgemäß
ist vorgesehen, daß sowohl die Dachhaut als auch die Dachuntersicht aus trapezförmig
profiliertem Blech bestehen und selbst den Ober- und den Untergurt der Dachträger
verkörpern.
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Die trapezförmige Profilierung der Dachhaut und der Dachunter= sicht
ermöglichen es vorteilhafterweise, diese Flächengebilde
sehr solide
und zuverlässig steif mit dem lediglich aus Streben und Vertikalstehern gebildeten
Fachwerksteg der Dachträger zu verbinden. Diese Fachwerke der Dachträger bedürfen
somit keiner eigenen stabförmigen Gurte, die Flächensteifigkeit und Tragfähigkeit
der erfindungsgemäßen Dachkonstruktion wird vielmehr allein durch die innige Verbindung
der Dachträger mit den die Dachhaut und Dachuntersicht verkörpernden Flächen= gebilden
gewährleistet, wodurch diese Dachkonstruktion sehr vereinfacht und wirtschaftlich
gestaltbar ist.
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Eine Dachhaut aus trapezförmig profiliertem Blech ist zwar bereits
aus der AT-PS 151 829 bekanntgeworden, doch besteht der Untergurt dieser vorbekannten
Dachkonstruktion lediglich aus einzelnen Zugbändern, die über Diagonalstäbe unmittelbar
mit aus Profilen gebildeten, unterhalb der Dachhaut angeordneten Querträgern verbunden
sind. Der Gedanke, sowohl die Dachhaut als auch die Dachuntersicht unmittelbar als
die Ober- bzw.
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Untergurte von Fachwerk-Dachträgern heranzuziehen und diese beiden
Flächengebilde hiefür vorteilhafterweise trapezförmig zu profilieren, wobei sie
mittels Fachwerkstegen zu einem räumlichen, geschlossenen Tragwerk vereint werden,
ist demnach dieser vorbekannten Konstruktion fremd.
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Die flächensteife Verbindung der Dachträger mit der Dachhaut bzw.
Dachuntersicht kann im Rahmen der Erfindung zweckdienlich durch vorzugsweise-aus
Fachwerken und/oder Rahmen gebildete Querträger erfolgen, deren Vertikalstäbe die
Steher jeweils benachbarter Dachträger bilden und deren Gurte mit den die Dachhaut
und die Dachuntersicht bildenden profilierten Blechen flächig, vorzugsweise durch
Schraubung, verbunden sind.
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Dank dieser Maßnahme vereinfacht sich der Zusammenbau der Dachkonstruktion
erheblich,und die Anzahl der insgesamt erforderlichen Konstruktionsteile verringert
sich auf ein optimales Minimum, weil die Querträger gewissermaßen die Steher und
Dachhaut und Dachuntersicht die Gurte der Dachträger verkörpern, somit diese Dachträger
als Fachwerke lediglich noch Diagonalstreben zur Vervollständigung benötigen.
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Außerdem dienen diese als Stabwerke ausgebildeten Querträger nicht
nur einer zuverlässigen Verbindung der Dachhaut und Dachuntersicht mit den Fachwerkstegen
der Dachträger, sondern sie ergeben auch eine hohe räumliche Steifigkeit der Dach=
konstruktion, zumal die in regelmäjger Anordnung auf einander folgenden ebenen Kontaktflächen
der Dachhaut und Dachunter= sicht an die Gurte der Querträger satt angeschlossen
werden können, Zur Verbindung der Fachwerkstege der Dachträger mit den Querträgern
können die Enden diagonaler Streben dieser Dach= träger an Knotenbleche angeschlossen
werden, die innenseitig der Dachhaut bzw Dachuntersicht von den Enden der Querträger
abstehend in der Ebene der Dachträger ausragen.
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Die Erfindung umfaßt schließlich auch noch ein besonders wirtschaftlich
durchführbares Verfahren zur Herstellung einer solchen Dachkonstruktion. Der besseren
Verständlichkeit halber wird dieses Verfahren später an Hand der Zeichnungen erläutert.
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Diese Zeichnungen zeigen ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Dachkonstruktion, und zwar zeigen im einzelnen die
Fig.1 eine Teil-Längsansicht
eines Dachträgers, die Fig.2 eine Teil-Draufsicht auf einen Dachträger ohne Dachhaut,
die Fig.3 bis 5 die Seitenansichten verschiedener Querträger, die Fig. 6 bis 8 die
Ansichten verschiedener Details in größerem Maßstab, die Fig.9 die schematische
Draufsicht auf einen Teil einer Dachfläche und die Fig. 10 bis 12 verschiedene Phasen
des Zusammenbaues in Seitenansichten der Querträger.
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Der in Fig.1 veranschaulichte einzelne Dachträger 1 erstreckt sich
über die gesamte Spannweite der Dachkonstruktion und trägt an seiner Oberseite die
aus trapezförmig profiliertem Blech bestehende Dachhaut 2 und an seiner Unterseite
die gleichfalls aus solchem Blech bestehende Dachuntersicht 3. Die Profilierung
beider Flächengebilde verläuft in Längsrichtung des Dachträgers.
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Die Enden des Dachträgers 1 ruhen auf Stehern 4, an denen auch die
Seitenwände 5 des von der Dachkonstruktion überdachten Raumes 6 befestigt sind.
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Die Vertikalstäbe des als Fachwerk gestalteten Dachträgers 1 werden
von den Vertikalen der Querträger 7,- 7' und 7" verkörpert, die innenseitig der
Dachhaut 2 bzw. der Dachuntersicht 3 in der Ebene der Dachträger 1 abstehende Knotenbleche
8 tragen, an denen die Enden diagonaler Streben 9 der Fachwerkstege der Dachträger
1 angeschlossen sind.
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Auf der Dachuntersicht 3 kann bedarfsweise eine Wärmedämm= schicht
.3' angeordnet sein, die den von der Dachkonstruktion überdachten Raum 6 abschirmt
und gestrichelt angedeutet ist.
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Selbstverständlich können auch die Seitenwände 5 dieses Raumes 6
mit solchen Wärmedämmschichten ausgestattet werden.
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Die Querträger 7 sorgen für die steife Verbindung der aus den Querträger-Vertikalen
und den diagonalen Streben 9 gebil= deten Dachträger-Stege mit den als deren Gurte
dienenden Flächengebilden, der Dachhaut 2 und der Dachuntersicht3.
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Die Fig. 4 bis 5 zeigen einzelne solche Querträger, und zwar betrifft
die Fig.3 einen Querträger 7 der Ebene III-III der Fig.1, die Fig.4 einen Querträger
7' der Ebene IV-IV und die Fig.5 einen Querträger 7" der Ebene V-V derselben Figur
1.
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Alle Querträger 7, 7 und 7" bestehen aus Obergurt 10 und Untergurt
11 sowie Vertikalstäben 12. Die steiferen Querträger nach den Fig. 4 und 5 besitzen
außerdem Diagonalstreben 13.
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Die verschiedenartige Steifigkeit bzw. Bemessung der Quer= träger
ergibt sich aus ihrer Verwendung im Verband der Dach= konstruktion und wird später
noch erläutert.
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In der Fig.6 ist dargestellt, wie der beispielsweise aus einem U-Profil
bestehende Untergurt 11 eines solchen Querträgers 7-mit dem profilierten Blech der
Dachuntersicht 3 mittels paarweise angeordneter Schraubbolzen 14 und einer Unterlags=
platte 14' flächig verbunden werden kann.
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Die Fig.7 zeigt die Verbindung des Obergurtes 10 eines Quer= trägers
7 mit dem profilierten Blech der Dachhaut 2. Für diese Verbindung sind auf der Oberseite
des Obergurtes 10 Bügel 15 aufgeschweißt, und das Blech der Dachhaut 2 wird von
Klemm= platten 16 erfaßt, die von Schraubbolzen 17 durchsetzt sind.
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Die Fig.8 zeigt im Detail den Anschluß einer diagonalen Strebe 9
eines Dachträgers an das seitwärts senkrecht aus=
ragende Knotenblech
8 eines Querträgers 7. Ein solches in der Ebene des Dachträgers 1 angeordnetes Knotenblech
8 kann durch eine zwischen die Dachuntersicht 3 und die Unterkante des Knotenbleches
8 eingesetzte, den Untergurt des Querträgers 7 ve<breiternde Platte 18 konsolenartig
versteift sein, wodurch das Knotenblech 8 statisch einwandfrei mit dem Querträger
7 verbunden wird.
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Das erfindungsgemäße Verfahren sei nun an Hand der Fig.9 bis 12 nachstehend
erläutert, wobei - der Einfachheit halber -in der Fig.10 alle Querträger einheitlich
mit diagonalen Streben dargestellt und mit 7 bezeichnet sind.
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DieseVerfahren zufolge werden an einer Stirnseite 19 der Dachfläche
in Abständen b (A-B, B-C usw.) Böcke 21 aufgestellt.
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An diesen Böcken 21 werden je ein Querträger 7 (bzw. 7 oder 7") mit
der Länge a1 in der Arbeitsrichtung 19 verlaufend momenten= steif befestigt. Unter
diese erste Schar frei auskragender Quer= träger 7 (7' oder 7") werden die Bleche
der Dachuntersicht 3 eingeschoben, und anschließend wird das Ende jedes Querträgers
7 mit einem Bock 20 unterstellt; gleichzeitig werden die Quer= träger in ihre Soll-Lage
ausgerichtet. Anschließend werden die Dachuntersicht 3, dann die Diagonalen 9 und
die Dachhaut 20' an dieser ersten Schar von Querträgern bis zum Bock 20 befestigt.
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Als nächster Verfahrensschritt wird der Bock 20' in einem Abstand
c von der Stirnseite 19, also auch in einem Abstand vom freien Ende des Querträgers
7, aufgestellt und sodann der Bock 20 an diesem freien Ende ent£ernt.
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Nach diesem Anfangs takt folgen die Regeltakte:
In
jedem dieser Regeltakte werden die Querträger 7 bzw.
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7', 7" mit den Längen a1, a2 usw. durch Scharen von Querträgern gleicher
Längen a2, a3 usw. in Arbeitsrichtung 19' fortschrei= tend verlängert. Unter die
jeweils frei auskragQnden Querträger 7 werden wieder die Bleche der Dachuntersicht
3 eingeschoben und an den Querträgern befestigt, worauf dann die Böcke 20' in den
Abständen c' von den der vorhergehenden Querträgerschar zugeordneten Böcken 20'
aufgestellt, die diagonalen Streben 9 des nächstfolgenden Dachträgers 1 und die
Dachhaut 2 an den Querträgern 7 befestigt werden. Im Regeitakt kann - zum Unter=
schied vom Anfangs takt - auf die an den freien Enden der Quer= träger 7 angeordneten
Böcke 20 verzichtet werden.
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Diese Verfahrensschritte werden bis zur Fertigstellung der gesamten
Dachkonstruktion taktweise fortschreitend wiederholt.
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Schließlich wird das fertige Dach mittels an den Anhebestellen 23
angreifender Hebezeuge auf die hiefür vorgesehenen Stützen 4 aufgesetzt.
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Die in den Fig. 3 bis 5 dargestellten, verschieden ausge= bildeten
bzw. verschieden bemessenen Querträger 7,7 und 7" sind im oben erläuterten Verfahren
an verschiedenen Stellen des Tragrerkes einsetzbar, und zwar sind die in Fig.3 zarge
stellten Querträger 7 gemäß Fig.9 in den Achsen B, D und E bzw. B'-, D' und E ,
die in der Fig.4 dargestellten Querträger 7' als End-Querträger in den Achsen A
und A' und die in der Fig.5 dargestellten, stärker bemessenen Querträger 7" als
Anhebe-Querträger in den Achsen C und C' anzuordnen, in denen die Anhebestellen
23 liegen.