DE2923949C2 - Verfahren zur Herstellung von 1,4-Butandiol durch katalytische Hydrierung von 1,4-Butindiol - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von 1,4-Butandiol durch katalytische Hydrierung von 1,4-ButindiolInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von 1,4-ButandioI durch
kataly tische Hydrierung von 1,4-Butindiol.
1,4-Butindiols (I) zu 1,4-Butandiol (III) eine Zwischenphase
der Herstellung von 1,4-Butendiol (II) durchläuft,
entsprechend der folgenden Gleichung:
HOCH2CH=CHCh2OH (Π)
H2
OHCh2CH2CH2CH2OH
(ΠΙ)
(ΠΙ)
Es ist außerdem bekannt, daß im Verlaufe der oben genannten Hydrierungsreaktion eine sekundäre Isomerisierungsreaktion
des 1,4-Butendiols (11) auftritt unter
Bildung des Nebenprodukts y-Hydroxybutyralde-
25
Diese sekundäre Reaktion hängt sowohl von der Natur des verwendeten Katalysators als auch von den
Bedingungen (Temperatur und Druck), die für die Hydrierung des 1,4-Butindiols ausgewählt wurden, ab
und ist bekanntlich und nachteiligerweise begünstigt durch die Gegenwart des Wasserstoffs, vor allem dann,
wenn als Katalysatoren Edelmetalle verwendet werden. Infolgedessen ist nach Beendigung der katalytischer!
Hydrierung des 1,4-Butindiols unvermeidlicherweise in der Reaktionslösung stets eine mehr oder weniger
relevante Menge an y-Hydroxybutyraldehyd vorhanden. Dieses Vorhandensein stellt ein gravierendes
Problem dar, wenn für die obengenannte Reaktion praktisch quantitative Ausbeuten verlangt werden, wie
im Falle ihrer Anwendung in industriellem Maßstab.
Um die Anwesenheit des y-Hydroxybutyraldehyds im
Endprodukt zu vermeiden, wäre es angesichts der Unmöglichkeit, die sekundäre Isomerisierungsreaktion
des 1,4-Butendiols zu verhindern, erforderlich, eine wirksame Hydrierung der Aldehydgruppe des y-Hydroxybutyraldehyds
zur korrespondierenden Hydroxylgruppe während ihrer Bildung zu garantieren.
Jedoch erfolgt die Hydrierung der Aldehydgruppe bekanntlich weniger einfach als die Sättigung einer
zweifachen oder dreifachen Bindung; außerdem sind die für die Hydrierung der ungesättigten Bindungen
geeignete Katalysatoren im allgemeinen weniger oder gar nicht aktiv im Hinblick auf die Hydrierung der
Caibonylgruppen.
Um infolgedessen technisch annehmbare Ausbeuten zu erhalten, setzt das bisher am häufigsten angewandte
Verfahren zur katalytischen Hydrierung des 1,4-Butindiols einen trägerhaltigen Katalysator auf Basis von
Nickel und Kupfer im Verhältnis von etwa 4 :1 ein.
Aufgrund der erkannten geringen Aktivität eines solchen Katalysators wird die Hydrierung des l,4*Butin·
diols bei sehr hohen Drücken durchgeführt, im Bereich von 200 bis 300 bar, bei Temperaturen im Bereich von
I4O°C und mehr, mit all den dadurch bedingten negativen Folgen, die dem Fachmann auf diesem Gebiet
gut bekannt sind.
Außerdem ist die Reaktionsgeschwindigkeit sehr gering mit daraus folgendem erheblichem Einfluß auf
die Fixen Kosten einer solchen Art von Hydrierung, wenn sie in industriellem Maßstab angewandt wird.
In den US-PS 29 53 605, 29 67 893, 29 50 326 und 34 49 445 wird gelehrt, Raney-Katalysatoren, immer auf
Basis von Nickel und Kupfer, in einer oder mehreren Stufen anzuwenden. Hierdurch läßt sich einerseits keine
erhebliche Reduzierung der obengenannten technischen Nachteile erreichen, andererseits bringen sie
technische Komplikationen mit sich aufgrund eines Prozesses mit »ranning catalyst« und der Gefahren, die
von der Verwendung der selbstentzündlichen Katalysatoren ausgehen.
Zurückkommend auf die Verwendung von Edelmetallen als Katalysatoren einer Hydrierungsreaktion von
ungesättigten Bindungen besteht die grundlegende und konstante Lehre der technischen Literatur, die bis heute
zur Verfügung steht, darin, vorzugsweise Palladium zu verwenden. Angesichts der großen isomerisierenden
Wirkung dieses Metalls, vor allem in Gegenwart von Wasserstoff, und der anerkannt geringen Kapazität zur
Hydrierung der aldehydischen aliphatischen Gruppen zu korrespondierenden alkoholischen Gruppen, wurde
für die katalytische Hydrierungsreaktion des 1,4-Butindiols die Verwendung von Palladium, gegebenenfalls in
Mischung mit einem bestimmten Prozentsatz von Zink, vorgeschlagen, um den Übergang zu 1,4-Butendiol
durchzuführen, wobei die Isomerisierung des erhaltenen 1,4-Butendiols zu y-Hydroxybutyraldehyd durch Anwendung
extrem milder Hydrierungsbedingungen oder durch Verwendung von zweckmäßigerweise vergifteten
Katalysatoren, immer auf Basis vo,-> Palladium, vermieden werden sollte.
Will man eine katalytische Hydrierung mittels eines katalytischen Systems mit zwei Metallen durchführen,
wovon eines die Sättigung der ungesättigten Bindungen begünstigt und das andere die Hydrierung der
aldehydischen Gruppe begünstigt, z. B. Nickel und Kupfer oder Palladium und Zink, so lehrt der Stand der
Technik einen Prozentsatz des zur Hydrierung der aldehydischen Gruppe bestimmten Metalls anzuwenden,
der wesentlich unter dem Prozentsatz des Metalls liegt, das als Reduzierungs>
Katalysator der ungesättigten Bindungen ausgewählt ist. Jedoch ist es bekannt, daß
die Hydrierungen, die auf dieser Lehre beruhen, keine praktische Anwendung in industriellem Maßstab gefunden
haben, vor allem wegen der Druck- und Temperaturbedingungen, die für die Durchführung der
Hydrierungsreaktion erforderlich sind und wegen der geringen Ausbeuten und geringen Reaktionsgeschwin-
digkeiten, die sich in erhöhten Kosten für die industrielle
Herstellung der gesuchten gesättigten Mischung ausdrücken.
Aus dem Stand der Technik kann man außerdem entnehmen, daß das Ruthenium einer der wirkungsvoll- ϊ
sten Katalysatoren für die Hydrierung einer ajdehydischen zur korrespondierenden alkoholischen Gruppe
ist, daß jedoch seine Fähigkeit, die Reduzierung der
ungesättigten Bindungen zu katalysieren, so gering ist, daß seine Verwendung für solche Zwecke nicht ratsam in
ist
Aus der US-PS 31 77 258 ist es bekannt, 1,4-Butindiol
zu 1,4-Butandiol in Gegenwart eines Ruthenium/Palladium-Katalysators
zu hydrieren, wobei z. B. Ruthenium/ Palladium-Verhältnisse von 1:1,1:2 und 1 :4 verwendet
werden. Dabei nimmt die Hydriergeschwindigkeit mit steigender Menge an Ruthenium zwar zu, parallel
dazu aber auch die nicht erwünschte Bildung von n-ButanoL
Da das 1,4-Butandiol gegenwärtig auf dem Gebiet der expandierten Polyurethane, der polymeren Polyurethane,
der gesättigten Polyester und der Feinchemie zunehmend eingesetzt wird und seine Verwendung auf
diesen Gebieten erheblich gesteigert werden könnte, sowohl quantitativ als auch qualitativ, falls seine
Herstellung wirtschaftlicher würde, besteht das der Erfindung zugrunde liegende Problem darin, einen
Katalysator zur Verfugung zu stellen, mit welchem es möglich ist, ein Hydrierungsverfahren in industriellem
Maßstab von 1,4-Butindiol zu 1,4-Butandiol zu verwirklichen, mit welchem die obengenannten Nachteile des
Standes der Technik überwunden werden können.
Dieses Problem wird erf'idungf^einäß gelöst durch
ein Verfahren zur Herstellung von 1,4-Butandiol durch katalytische Hydrierung von 1,4 ßutiriiol in Gegenwart
von Ruthenium/Palladium-Katalysatoren bei einer Temperatur zwischen 60 und 1800C und einem Druck
zwischen 1 und 50 bar, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart eines Ruthenium/Palladium-Katalysators,
dessen Gewichtsverhältnis von Ruthenium zu Palladium 4 :1 beträgt, hydriert
Durch die Erfindung wird erreicht, daß mit dem Katalysator auf Basis von Ruthenium und Palladium im
erfindungsgemäßen Verhältnis die in industriellem Maßstab durchgeführte katalytische Hydrierungsreaktion
von 1,4-Butindiol zu 1,4-Butandiol mit quantitativen Ausbeuten, verläuft, wobei unter Druck- und Temperaturbedingungen
gearbeitet werden kann, die entscheidend wirtschaftlicher und vorteilhafter gegenüber den
bisher benötigten Bedingungen beim Einsatz von Katalysatoren nach dem Stand der Technik sind.
Es ist wichtig, auf die Tatsache hinzuweisen, daß diese
extrem vorteilhaften Ergebnisse durch Verwendung eines Katalysators mit zwei Metallen (Ruthenium und
Palladium) erreicht werden, in welchem das Verhältnis zwischen dem Metall, das für die Reduzierung der
aldehydischen aliphatischen Gruppe (Ruthenium), und dem Metall, das für die Hydrierung der ungesättigten
Bindungen (Palladium), eingesetzt wird, vollständig entgegengesetzt ist im Vergleich zu den Verhältnissen,
die der Stand der Technik lehrt und die bis heute generell verwendet werden, z. B. zwischen Nickel und
Kupfer und zwischen Palladium und Zink. Insbesondere war dies aufgrund der nach der obengenannten US-PS
31 77 258 bei der Verwendung von Ruthenium/Palladium-Katalysatoren
erhaltenen Ergebnisse (Bildung von n-dutanol) keinesfalls zu erwarten.
Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den folgenden Beispielen.
In sämtlichen Beispielen wurde ein Hydrierungsautoklav des Schaukel-Typs eingesetzt mit einem Volumen
von ca. 41 (1 US-Gallone, ausgerüstet mit einem
Heizmantel, Zufuhr- und Ausiaßleiiungen für das Gas
und einer Entleerungsleitung am Boden für die vollständige Gewinnung des Reaktionsprodukts. In
sämtlichen Beispielen wurden folgende Bedingungen eingehalten:
Druck
30 bar
5%
2 Stunden
Zum Zwecke der Vereinfachung und zum besseren Verständnis der in den erwähnten Beispielen angegebenen
Ergebnisse sind diese in der folgenden Tabelle zusammengefaßt, in welcher die Vergleichsbeispiele in
Großbuchstaben angegeben sind, während die erfindungsgemäßen Beispiele mit fortlaufenden Nummern
angegeben sind.
Die katalytische Hydrierung des 1,4· Butindiole wurde
sowohl ohne Lösungsmittel (Vergleichsbeispiel G und erfindungsgemäßes Beispiel 3) als auch in Gegenwart
von Wasser (Vergleichsbeispiel F und Beispiel 2 gemäß der Erfindung) und organischen Lösungsmitteln durchgeführt.
Als organische Lösungsmittel wurden polare, unter Versuchsbedingungen nicht hydrierungsempfindliche
Lösungsmittel verwendet Das eingesetzte Standardlösungsmittel der Vergleichsbeispiele A, B, C, D, E
und des Beispiels 1 ist Äthylenglykol-dimethylester, im Handel bekannt unter dem Namen Dowanol MG
(DMG).
| Bei | BiN | Lösungsmittel | Katalysator | Kataly | Tempe | Umwand | Selektivität zu |
| spiel | sator | ratur | lung von | ||||
| Butindiol | BAN I BEN 2 | ||||||
| (g) | (g) | (0C) |
A
B
C
D
B
C
D
430
430
430
430
430
430
430
DMG 450
DMG 450
DMG 450
DMG 450
DMG 450
DMG 450
DMG 450
Ru/C (5% Ru)
Pd/C (5% Pd)
Pd/C 1 Ru/C 1
Pd/C I Ru/C 2
Pd/C (5% Pd)
Pd/C 1 Ru/C 1
Pd/C I Ru/C 2
110
110
110
110
110
110
110
57
80
89
75
80
89
75
64
71
75
89
71
75
89
33
21
10
10
430
DMG 450
Pd/C 1 Ru/C 4
110
100
100
Fortsetzung
| Bei- | BIN ' | Lösungsmittel | Katalysator | Katoly- | Tempe | Umwand | Selektivität *U |
| spiel | snior | ratur | lung von | ||||
| Butindiol | BANI BEN 2 | ||||||
| (g) | (g) | (0C) |
E
F
F
3
4
4
430
4*0
4*0
430
700
700
430
700
430
Pd/C
Ru/C
PdZAl2O3
RuVAI2O3
BAN I
BEN 2
BIN
H2O 450 Pd/C 1 Ru/C 4 5 110 100 97 3
Pd/C 5 110 80 69
Pd/C 1 Ru/C 4 5 110 100 90 8
Palladium auf Kohle
Ruthenium auf Kohle
Palladium auf Tonerde
Ruthenium auf Tonerde
1,4-Butandiol
1,4-Butendiol
1,4-Butindiol
Ruthenium auf Kohle
Palladium auf Tonerde
Ruthenium auf Tonerde
1,4-Butandiol
1,4-Butendiol
1,4-Butindiol
30
Die Tabelle zeigt, daß der Einsatz des Lösungsmittels,
sei es wäßrig, sei es organisch, es ermöglicht, bei gleicher Reaktionsdauer erhöhte Selektivität zu erhalten;
unter allen Bedingungen jedoch ist die Koppelung des Ruhteniums an das Palladium im erfindungsgemäßen
Verhältnis entscheidend, um eine vollständige Überführung des 1,4-Butindiols in das 1,4-Butandio! zu
erreichen.
Man erhält außerdem mehr als zufriedenstellende Ergebnisse, wenn der aus Ruthenium und Palladium im
Verhältnis von 4:1 bestehende Katalysator auf Tonerde aufgetragen wird. Zusätzlich durchgeführte
Versuche zur katalytischen Hydrierung mit Ruthenium und Palladium auf Tonerde, haben gezeigt, daß
Umwandlungs- und Selektivitätsausbeuten hin zum 1,4-Butandiol erreicht werden, die praktisch gleich 100
sind, wobei die Reaktionszeit auf 2,5 Stunden verlängert wird.
Weiterhin wurde in zusätzlichen Versuchen gezeigt, daß der Druck wesentlich vermindert werden kann bis
auf Werte im Bereich von 1 bis 5 bar, immer mit Ausbeuten gleich denen, die in der obigen Tabelle
aufgeführt sind, wobei allerdings wesentlich verlängerte Reaktionszeiten resultierten. Auch die Reaktionstempe-40
45
ratur erwies sich als erheblich variierbar. Es konnte fei:gestellt werden, daß es im allgemeinen nicht von
Vorteil ist, die katalytische Hydrierung mit erfindungsgemäßen Katalysatoren bei Temperaturen unterhalb
von 6O0C durchzuführen, um die Reaktionszeiten nicht übermäßig zu verlängern, während es nicht von Vorteil
ist, Temperaturen oberhalb von 1800C anzuwenden, um
zu vermeiden, daß eine Wasserabspaltung aus dem 1,4-Butandiol unter Bildung von Tetrahydrofuran
einsetzt
Das Verfahren für die Herstellung des 1,4-Butandiols
unter Verwendung eines Katalysators gemäß der Erfindung und gemäß den vorstehend beispielhaft
gemachten Angaben, läßt sich leicht in industriellem Maßstab durchführen, wobei dieselben £rgebnisse
wesentlich wirtschaftlicher erreicht werden, als es bisher mit den Verfahren zur Herstellung von
1,4-Butandiol auf der Grundlage von Katalysatoren nach dem Stand der Technik möglich war.
Der erfindungsgemäße Ruthenium/Palladium-Katalysator
kann nach jeder üblichen Methode hergestellt werden, z. B. durch Mischen vorbestimmter Mengen der
einzeln zugesetzten einzelnen Metalle oder durch gemeinsame Absorption auf einem geeigneten Träger.
Claims (1)
- Patentanspruch;Verfahren zur Herstellung von 1,4-Butandiol durch katalytische Hydrierung von 1,4-ButindioI on Gegenwart von Ruthemum/Palladium-Katalysato-. ren bei einer Temperatur zwischen 60 und 1800C und einem Druck zwischen 1 und 50 bar, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart eines Ruthenium/Palladium-Katalysators, dessen Gew,-VerhäJtnis von Ruthenium zu Palladium 4:1 beträgt, hydriert
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