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Maschine zum Bearbeiten von Fellen, Häuten
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und Leder.
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Maschine zum Bearbeiten von Fellen,
Häuten oder Leder, die zwischen einer den Transport bestimmenden einstellbaren Walze
und einer Andruckwalze hindurchführbar sind.
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Eine derartige Maschine kann beispielsweise eine Bandmesserspaltmaschine
sein, welche in der DE-OS 1 785 597 beschrieben ist.
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Ebenfalls kann eine derartige Maschine eine Durchlaufentfleischmaschine
sein, wie sie in der DE-PS 25 23 555 beschrieben ist.
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Mit derartigen Maschinen zu bearbeitende Häute lassen sich unverspannt
nicht flach auf eine ebene Unterlage legen, weil sie aufgrund der Körperform des
Tieres dessen Körperwölbung zu umspannen hatten. Beim Auflegen derartiger Häute
auf eine ebene Unterlage ergibt sich demzufolge der Effekt, daß die Häute in ihrem
mittleren Bereich flach auf der Unterlage aufliegen, dagegen in ihrem Randbereich
Wellen bilden.
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Bei der Zuführung beispielsweise zu einer Bandmesserspaltmaschine
und während des Transports durch eine solche Maschine wird durch das Bedienungspersonal
dafür gesorgt, daß aufgrund eines entsprechenden Verspannens der Haut von Hand deren
flach auf der Unterlage aufliegende Bereiche gezogen, insbesondere zurückgehalo
ten werden, so daß die aufgrund der Wellung längeren Randbereiche che glatt von
der Maschine eingezogen werden können, während sich im mittleren Bereich aufgrund
eines sich einstellenden Schlupfes ein verzögerter Transport ergibt. Diese Betriebsweise
ist insofern nachteilig, als sie einerseits eine besondere Geschicklichkeit des
Bedienungspersonals erfordert, das dabei auch erhebliche körperliche Anstrengungen
aufzubringen hat. Andererseits besteht aufgrund des sich notwendigerweise in der
Mitte der Haut einstellenden Schlupfes für diese die Gefahr einer Beschädigung,
und zwar gerade auf der sogenannten Narbenseite, auf deren nversehrtheit es vor
allem ankommt.
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Während des Transports der Häute in einer Durchlaufentfleischmaschine
(DE-PS 25 23 555, Fig. 3) kommt es vor, daß die längeren Randbereiche vorwiegend
beim Einlauf in die Bearbeitungsstufen vor den zylindrischen Walzen Wellen bilden,
welche häufig dann zu einem Materialstau führen, wenn in den gewellten Hautbereichen
sich übermäßig viel Fett (Hautgewebe) und Unterhautbindegewebe befindet, was zu
einem Verziehen der Haut in der Maschine führt. Hierdurch kann es zu Beschädigungen
der Häute kommen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu beseitigen
und einen glatten Durchlauf derartiger Felle, Häute oder Leder zu ermöglichen, ohne
daß es einer zusätzlichen Verspannung der Felle, Häute oder Leder bedarf. Erfindungsgemäß
geschieht dies dadurch, daß die den Transport bestimmende Walze eine von außen zu
ihrer Mitte hin verlaufende derartige Verjüngung (z.B. 10 %) aufweist, daß die von
den Außenbereichen dieser Walze transportierten Häuteteile entsprechend ihrer gegenüber
der Hautmitte größeren Länge schneller transportiert werden.
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Durch diese Verjüngung ergibt sich automatisch an den AuSenbereichen
der den Transport bestimmenden Walze bei deren Drehung eine gegenüber dem mittleren
Bereich höhere Umfangsgeschwindigkeit, wodurch die Mitte der Haut gegenüber ihren
gewellten Randteilen verzögert durch die Maschine hindurch transportiert wird.
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Es ist also nicht erforderlich, wie z.B. bei den bekannten Spaltmaschinen,
die Haut in ihrer Mitte zurückzuhalten. Der schnellere Transport im Bereich der
Ränder der Haut liefert darüberhinaus noch den besonders erwünschten Effekt einer
Ausbreitung, auf den es bei Bandmesserspaltmaschinen darum besonders ankommt, weil
nur eine gut ausgebreitete Haut überhaupt zu einer gleichmäßigen Spaltdicke führt.
Bei schlecht ausgebreiteten Häuten ergeben sich nämlich während des Spaltvorganges
gestauchte Hautbereiche, die in diesem Zustand gespalten werden, was nach dem
Entspannen
der Haut zu unterschiedlichen Spaltdicken führt.
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Die oben beschriebene Verjüngung der den Transport bestimmenden Walze
berücksichtigt darüberhinaus einen weiteren unerw1.1nschten Effekt, der sich aufgrund
der inneren Struktur der Häute ergibt und besonders in Bandmesserspaltmaschinen
auftritt. Die Häute weisen nämlich in ihrem gewellten Randbereich aufgrund ( der
dort bestehendenden loseren Struktur ein viskoseres Verhalten auf als im mittleren
Bereich, was vor allem bei hohen spezifischen Drücken wie in Bandmedsserspaltmaschinen
zur Folaen TTansport bestimmenden ge hat, daß sich diese Randbereiche von der oberen
Salze und der unteren Andruckwalze mehr zusammendrücken lassen, als die im mittleren
Bereich der Fall ist. Dies bedeutet mit anderen Worten, daß die Spaltweite zwischen
diesen beiden Walzen, im Falle gleicher Hautdicke quer zur Transport richtung im
mittleren Bereich größer ist als in dem Randbereich. Bei zylindrischen Walzen ergibt
sich dann aufgrund von deren konstanter Umfangsgeschwindigkeit im mittleren Bereich
ein größerer Transport von Hautmaterial als im Randbereich, weil wegen der größeren
Spaltweite im mittleren Bereich hier mehr Hautmaterial transportiert werden kann.
Die Folge davon ist ein Stau vor diesen Walzen in den Randbereichen, was den vorstehend
behandelten, notwendigenen Ausbreitungseffekt erheblich beeinträchtigt.
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Dies wird durch die Verjüngung der oberen Walze vermieden, da nämliche
durch den gewählten Grad der Verjüngung auch dieser Staueffekt berücksichtigt werden
kann. Die erhbhte Umfangsgeschwindigkeit der oberen Walze, in ihrem Außenbereich
kann also den Staueffekt verhindern. Schließlich ergibt sich aufgrund der beschriebenenen
VerjUngunS der oberen Walze bei einer Spaltmaschine auch eine Einsparung an Bedienungspersonal,
weil die Notwendigkeit des Zurückhaltes der Haut in ihrem mittleren Bereich von
Hand praktisch vollständig entfällt.
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Bei Bandmasserspaltmaschinen der hier behandelten Art wird die obere
Walze durch von oben drückende Druckrollen fest eingestellt, wobei ihr im allgemeinen
eine Durchbiegung in der Mitte gegeben wird, die in Richtung auf die untere Andruckwalze
zu
verläuft. Eine derartige Durchbiegung kann auch bei Anwendung
der vorstehend beschriebenen verjüngten oberen Walze notwendig sein. Es ist darüberhinaus
vorteilhaft, die obere Walze auch senkrecht zu dieser Durchbiegungseinrichtung durchbiegbar
zu gestalten. Dies bedeutet also, daß die obere Walze durch Führungsmittel im wesentlichen
sowohl senkrecht zur Spaltmesserebene als auch parallel zu dieser Ebene durchbiegbar
ist. Hierdurch läßt sich einerseits die Spaltbreite zwischen Spaltmesserebenen und
oberer Walze einstellen, andererseits aber auch der Abstand der oberen Walze von
der Spaltmesserschneide, wodurch es möglich ist, jeweils individuell in der optimalen
Schneidzone zu arbeiten.
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Als Führungsmittel verwendet man zweckmäßig einerseits die an sich
bekannten, von oben drückenden Druckrollen und andererseits seitliche Führungsleisten,
die jeweils entsprechend einzustellen sind. Transportwalzen dieser Art sind vorzugsweise
auch in Entfleischmaschinen einsetzbar. In diesen Maschinen, die im allgemeinen
von der Hautmitte in Herauslauf arbeiten, ist ein guter Ausbreiteffekt von Vorteil,
der durch den schnelleren Transport im Bereich der Hautränder erzielt wird. In Entfleisch+*eßmaschinen
werden üblicherweise Walzen mit Gummiauflagen verwendet.
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Mit der oben beschriebenen, sich zur Mitte hin verjüngenden Transportwalze
ergibt sich nur dann eine konstante Spaltweite zwischen den Transportwalzen und
der Andruckwalze, wenn die Andruckwalze entsprechend der Verjüngung der Transportwalzen
eine Verdickung vom Rand zur Mitte erhält. Hierdurch ergibt sich zwar auf der Andruckwalze
im Randbereich eine geringere Umfangsgeschwindigkeit als im mittleren Bereich, was
jedoch auf die Hautgeschwindigkeit keinen Einfluß hat, da die Haut von der profilierten
Transport walze mitgenommen wird und auf der glatten Gegendruckwalze rutscht. Vorteilhaft
ist der Einsatz einer oben beschriebenen, sich zur Mitte hin verjüngenden Transportwalze
in Maschinen zur durchlaufenden Bearbeitung von Häuten (DE-PS 25 23 555).
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In solchen Maschinen werden die Häute in zwei gleichartigen Bearbeitungseinheiten
nacheinander hälftig bearbeitet, wobei die Häute für die Bearbeitung Von jeweils
jeder Bearbeitungseinheit individuell angeordneten Transportwalzen gehalten und
gefördert werden Während der Bearbeitung in der ersten Bearbeitungsstufe wird die
unbearbeitete Hälfte der Haut zwischen den Transportwalzen und der Gegendruckwalze
in die zweite Bearbeitungsstufe transportiert.
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Hierbei ergibt sich bei dem Einsatz von den oben beschriebenen.
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sich zur Mitte hin verjüngenden Transportwalzen beim Einfahren der
Haut in die 2. Bearbeitunsstufe ein im Randbereich der Haut schnellerer Transport
als in dem mittleren Bereich, so daß die überlnge des Haut randes einen Staueffekt
vor den Walzen bewirkt.
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In den Figuren sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 eine Ansicht einer oberen Walze, in einer Bandmesserspaltmaschine,
die sich nach innen hin verjüngt, und zwar in unverspanntem Zustand.
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i. 2 die gleiche Walze in einer Draufsicht von oben gesehen (wobei
die Förderrichtung horizontal verläuft), und zwar mit einer Durchbiegung des mittleren
Bereichs in Förderrichtung (siehe eingezeichnete Pfeile), Fig. 3 einen Schnitt durch
den mittleren Bereich der oberen Walze gemäß Fig. 2.
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Fig. 4 eine Ansicht einer profilierten Transportwalze, die sich nach
innen verjüngt und eine dazugehörende Gegendruckwalze, deren Balligkeit der Verjüngung
der Transportwalze entspricht.
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Fig. 5 ein Schnitt durch den mittleren Bereich der temäß Fig. 4 dargestellten
Walzen mit der darunter angeordneten Bearbeitungseinheit.
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In der Fig. 1 ist die obere Walze 1 einer Bandmesserspaltmaschine
dargestellt, die über ihre Zapfen 2 und 3 in bekannter Weise gelagert ist. Es handelt
sich dabei um eine Walze, wie sie in der oben erwähnten DE-OS 17 85 597 in Fig.
1 dargestellt und dort mit dem Bezugszeichen 21 versehen ist. Die Walze 1 ist im
unverspannten Zustand dargestellt, wie ersichtlich, besitzt sie in ihrer Mitte den
Durchmesser Di, der gegenüber dem Durchmesser DA an ihren äußeren Rändern wesentlich
geringer ist. Aus Gründen der Deutlichkeit der Darstellung ist hier die Ve5ngung
überhöht gezeichnet, sie beträt in der Praxis etwa 10 %. Der Grad der Verjüngung
hängt, wie oben bereits dargelegt, davon ab, wie stark die zu verarbeitenden Häute
in ihren Randbereichen gewellt sind und welche Struktur diese Randbereiche gegenüber
dem mittleren Bereich aufweisen.
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Die Walze 1 ist in bekannter Weise mit der Riffelung 4 versehen, die
dazu dient, eine zugeführte Haut sicher mitzunehmen.
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In der Fig. 2 ist die gleiche obere Walze 1 in Fig. 1 dargestellt,
und zwar in einer Draufsicht von oben auf die Walze, die hier zu einer Maschine
mit horizontaler Transportrichtung gehört. Die Transportrichtung ist durch die beiden
eingezeichneten Pfeile 5 und 6 angedeutet. Wie ersichtlich, ist der Walze 1 eine
Durchbiegung in ihrem mittleren Bereich in Transportrichtung gegeben, und zwar mittels
der Führungsleisten 7 und 8, die seitlich neben der Walze 1 angebracht sind (siehe
auch Fig. 3). Derartige Führungsleisten sind an sich bekannt. Sie sind z.B. in der
vorstehend erwähnten DE-AS 17 85 597 dargestellt und dort in Fig. 1 mit dem Bezugszeichen
22 versehen. Diese Führungsleisten hat man bisher gerade ausgebildet. Bei dem hier
dargestellten Ausführungsbeispiel ist jedoch die Führungsleiste 7 verspannt, und
zwar mittels der Spannschrauben 9,10 und 11, die an Gestellteilen 12, 13 und 14
angebracht sind. Die Spannschrauben 9,10 und 11 drücken
auf die
Führungsleiste 7 und geben ihr die in der Fig. 2 gezeichnete Biegung, die sich aufgrund
der Anlage der Führungsleiste 7 an der Walze 1 auf dies entsprechend überträgt.
Die auf der gegenAberliegenden Walze angeordnete Filhrungsleiste 8 ist durch die
dort vorgesehenen Spannschrauben 15, 16 und 17 in eine geradlinig gestreckte Lage
eingestellt. Die Spannschrauben 15,16 und 17 durchsetzen hier die Gestellteile 18,
19 und 20.
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In der Fig. 3 ist ein Schnitt durch den mittleren Bereich der Anordnung
gemäß Fig. 2 gezeichnet. Die aus der Fig. 2 ersichtliche Durchbiegung der Walze
1 ist in Fig. 3 als Länge a dargestellt. Der Walze 1 ist darüberhinaus noch eine
weitere Durchbiegung aufgedrückt, nämlich in vertikaler Richtung, und zwar durch
die Druckwalze 22. Die betreffende Durchbiegung ist in Fig. 3 als Länge b eingezeichnet.
Um diese beiden Durchbiegungen in der Fig. 3 zu verdeutlichen, ist außer dem mit
1 bezeichneten äußeren Bereich der Walze noch deren mittlerer Bereich geschnitten
gezeichnet und mit dem Bezugszeichen 21 versehen. Aus dieser Versetzung des mittleren
Bereichs 21 der Walze gegenüber deren äußeren Bereich 1 ergibt sich im Bezug auf
die Schneide des Bandmessers 23, daß die Oberfläche der Walze 1 in etwa gleichbleibendem
Abstand zur Schneide des Bándmessers 23 geführt wird.
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Durch wahlweise Einstellung der Druckwalze 22 und der Führungsleisten
7 und 8 kann man nun der Walze 1 praktisch jede gewünschte Durchbiegung geben, womit
sich dann auch längs des Bandmessers 23 eine bestimmte Spaltbreite, gemessen in
Richtung zur Oberfläche der Walze 1 ergibt. Hierdurch ist es möglich, das Bandr.esser23
immer in einer optimal wirkenden Arbeitszone schneiden zu lassen. Es ist insbesondere
hierdurch möglich, z.B. in der Mitte das Leder dünner zu spalten, als im Randbereich.
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Bei bekannten Bandmesserspaltmaschinen mit zylindrischer oberer Walze
ergibt sich ein Durchhängen dieser Walze, wenn sie nicht durch besondere Halteorgane,
z.B. in bekannter Weise durch Magnete, in ihrer gestreckten Lage gehalten wird.
Diese Walzen besitzen
nämlich Längen von bis zu 3 Metern und einen
Durchmesser von etwa 50 mm. Dieser Durchhang wird bei der hier beschriebenen verjüngten
Walze weitgehend kompensiert, so daß aufgrund der Verwendung einer verjüngten Walze
sich die Anbringung der vorstehend erwähnten Halteorgange erübrigt.
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In der Fig. 4 ist eine Ansicht einer profilierten Transportwalze 24
mit den Lagerzapfen 25 und 26 dargestellt, die gemeinsam mit der Gegendruckwalze
27 als Walzenduo den Transport der Häute übernehmen. Die Form der Walzen 24 und
27 ist so gewählt, daß sich zwischen den Walzen eine konstante Spaltweite c ergibt,
wobei die den Transport bestimmende profilierte Walze im äußeren Bereich einen größeren
Durchmesser aufweist als im mittleren Bereich.
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Der Durchmesserverlauf der Andruckwalze 27 ist genau umgekehrt.
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In gg. 5 ist ein Schnitt durch den mittleren Bereich einer Entfleischeinheit
gezeichnet, wobei die Haut 28 von zwei Transportwalzen 29 und 30 und einer Gegendruckwalze
27 geführt wird.
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Die durch die Bearbeitungseinheit) bestehend aus dem Bearbeitungszylinder
32 und Gegenlager 31, aufgebrachten Bearbeitungskräfte in Hautrichtung müssen durch
die Transportwalzen 29 und 30 und die Gegendruckwalze 27 gehalten werden.
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