DE10031728C1 - Vorrichtung zur Bandbearbeitung - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bandbearbeitung mit mindestens einer Abhaspelstation, mindestens einer Bandbearbeitungsstation (1) und mindestens einer Aufhaspelstation. Insbesondere zum Abbau unerwünschter Bandkantenspannungen wird eine bekannte Vorrichtung zur Bandbearbeitung dadurch ausgestaltet, daß zwischen der Abhaspelstation und der Aufhaspelstation eine die Bandkanten des Bandes reckende Bandkantenreckstation (2) vorgesehen ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur
Bandbearbeitung mit mindestens einer Abhaspelstation,
mindestens einer Bandbearbeitungsstation und mindestens
einer Aufhaspelstation.
Derartige Vorrichtungen sind in einer Vielzahl von
Ausgestaltungen bekannt. Besteht beispielsweise die
Bandbearbeitung im Besäumen eines Bandes, so wird das
Band von einem Coil in einer Abhaspelstation abgehaspelt,
der Besäumstation zugeführt, in der Besäumstation durch
Besäummesser besäumt und anschließend von einer
Aufhaspelstation auf ein Coil aufgehaspelt. Neben dem
Besäumen werden gattungsgemäße Vorrichtungen zur
Bandbearbeitung auch zum Teilen, Kaltwalzen oder
dergleichen eingesetzt. Während der Herstellung eines
Bandes wird dieses Band in der Regel einer Mehrzahl von
Walzstichen unterzogen. Über den größten Teil der Breite
des Bandes führt die Dickenabnahme beim Walzen zu einer
Längenzunahme des Bandes. Im Bereich der Bandkanten
jedoch tritt neben den Effekt der Bandlängenzunahme beim
Walzen der der Bandbreitenzunahme. Durch die Zunahme der
Breite des Bandes an der Bandkante steht weniger Material
für die Zunahme der Bandlänge an der Bandkante zur
Verfügung, was dazu führt, daß im Band eine mehr oder
weniger hohe Bandkantenspannung entsteht. Die
beschriebene Bandkantenspannung führt zu verschiedenen
Problemen in der weiteren Bandbearbeitung. So kommt es
beispielsweise bei der Herstellung von Dosenbodyband,
welches in weiteren Verarbeitungsschritten zum
Getränkedosenkörper verarbeitet wird, durch die bei
diesem Band meist sehr hohe Bandkantenspannung beim
Besäumen zu einer unerwünschten Kantenverlängerung durch
Reibung der Schnittkanten am Besäummesser. Diese
unerwünschte Kantenverlängerung führt einerseits zu einer
sogenannten Starburst- oder Sternmusterbildung am
aufgehaspelten Coil und andererseits zu einer schlechten
Verarbeitbarkeit bei der Weiterverarbeitung.
Bei der Weiterverarbeitung von sogenanntem
Dosendeckelband kommt es bei dem bei der
Weiterverarbeitung vorgenommenen Recken gelegentlich zu
Bandrissen, die ihren Ursprung unter anderem darin haben,
daß die Bandkanten des der Weiterverarbeitung zugeführten
Dosendeckelbandes eine hohe Bandkantenspannung aufweisen
und damit beim Recken eine Rissbildung begünstigen.
Schließlich führt eine hohe Bandkantenspannung während
des Walzprozesses dazu, daß zur Überwindung der
Bandkantenspannung bei jedem Walzstich eine höhere
Walzenergie aufgebracht werden muß, als dies notwendig
wäre, wenn die Bandkantenspannung vollständig abgebaut
wäre. Kann die Bandkantenspannung also zwischen zwei
Walzstichen abgebaut werden, so reduziert sich die
erforderliche Walzenergie beim zweiten Stich.
Weiterhin ist aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 43 10 063 A1
eine reversierende Kompaktanlage zum Kaltwalzen
von bandförmigen Walzgut bekannt, bei der zwischen einer
Aufwickel- und einer Abwickelhaspel zusätzlich zu einem
Reversiergerüst ein weiteres Reversiergerüst vorgesehen
ist, und bei Durchführung eines Walzvorgangs beide
Reversiergerüste entsprechend zwei aufeinanderfolgenden
Walzstichen anstellbar sind. Auch hier führt der
Walzvorgang zu einer erhöhten Bandkantenspannung, die
nicht kompensiert werden kann und sich negativ auf
weitere Verarbeitungsprozesse auswirkt.
Ausgehend von dem zuvor beschriebenen Stand der Technik
liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung zur Bandbearbeitung zur Verfügung zu
stellen, die einen gezielten Abbau der Bandkantenspannung
in einem Band ermöglicht.
Erfindungsgemäß ist die zuvor hergeleitete und
aufgezeigte Aufgabe dadurch gelöst, daß zwischen der
Abhaspelstation und der Aufhaspelstation eine die
Bandkanten des Bandes reckende Bandkantenreckstation
vorgesehen ist. Durch die erfindungsgemäße
Bandkantenreckstation wird die Möglichkeit eröffnet, die
Bandkantenspannung im gewünschten Umfang abzubauen oder
sogar gezielt eine Bandkantenüberdehnung herzustellen.
Durch den gezielten Abbau der Bandkantenspannung werden
beispielsweise die oben beschriebenen, aus dem Stand der
Technik bekannten Probleme bei der Bandbearbeitung
reduziert oder gar vollständig eliminiert.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bandbearbeitung
eignet sich insbesondere zur Bearbeitung von Bändern aus
Aluminiumwerkstoffen, da aufgrund der
Kaltverfestigungseigenschaften von Aluminium beim
Kaltwalzen von Aluminiumbändern besonders hohe
Bandkantenspannungen auftreten.
Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur
Bandbearbeitung kann die Bandbearbeitung insbesondere
ausschließlich im Recken der Bandkanten des Bandes
bestehen. Es ist jedoch in der Regel vorteilhaft, das
Recken der Bandkanten des Bandes mit mindestens einem
weiteren Bearbeitungsschritt, beispielsweise dem Besäumen
des Bandes, in einer Vorrichtung zur Bandbearbeitung zur
verbinden.
Eine Möglichkeit zur Konstruktion einer erfindungsgemäßen
Bandkantenreckstation bestünde beispielsweise darin, die
Bandkanten einem separaten Walzstich zu unterziehen, der
vorzugsweise keine Bearbeitung des Bandes zwischen den
Bandkanten umfaßt. Denkbar ist etwa die Anordnung zweier
kurzer Walzen im Bereich der Bandkanten, die
beispielsweise im Zusammenwirken mit einer Umlenkrolle im
Walzwerk die Bandkanten gezielt walzen, wodurch die
Bandkantenspannungen abgebaut werden.
In der praktischen Erprobung hat sich als besonders
vorteilhaft eine Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Bandbearbeitung bewährt, bei der die
Bandkantenreckstation zwei jeweils seitlich in das Band
eingreifende Bandkantenreckeinheiten aufweist und eine
Bandkantenreckeinheit die jeweils mindestens drei
Bandkantenumlenkrollen aufweist. Bei einer derartigen
Bandkantenreckstation werden die Bandkanten dadurch
gereckt, daß sie zwischen den Bandkantenumlenkrollen
nicht gerade in Bandtransportrichtung hindurchlaufen,
sondern über die Bandkantenumlenkrollen in einer Schleife
geführt werden, die aufgrund der Wegverlängerung für die
Bandkanten zu einem Recken der Bandkanten führt. Eine
derartige Bandkantenreckstation ist in ihrem Aufbau sehr
einfach und läßt sich problemlos in bestehende
Vorrichtungen zur Bandbearbeitung integrieren.
Dadurch, daß gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung die
Bandkantenumlenkrollen im wesentlichen senkrecht zur
Bandebene gegeneinander einstellbar sind, läßt sich die
über die Bandkantenumlenkrollen erzwungene Schleife
einstellen, wodurch wiederum der Grad des Reckens
einstellbar wird.
Sind die Bandkantenumlenkrollen gemäß einer Weiterbildung
der Erfindung kegelstumpfförmig ausgebildet, so
vereinfacht sich zum einen das Einfädeln der Bandkanten
zwischen die Bandkantenumlenkrollen und zum anderen ist
gewährleistet, daß zum Rand des Bandes hin eine
zunehmende Reckung erfolgt, wodurch dem
Spannungsgradienten in der Bandkante Rechnung getragen
wird. Es sind selbstverständlich auch andere
Dickenprofile für die Bandkantenumlenkrollen denkbar, die
jeweils an den gewünschten Reckverlauf angepaßt sind.
Dadurch, daß die Bandkantenreckeinrichtungen in der
Bandebene, senkrecht zur Bandlaufrichtung verschiebbar
angeordnet sind, läßt sich die Eintauchtiefe der
Bandkantenumlenkrollen in das Band einstellen und somit
der Bereich der Bandkanten der gereckt wird variieren.
Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten die
erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bandbearbeitung
auszugestalten und weiterzubilden. Hierzu wird
beispielsweise verwiesen einerseits auf die dem
Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche
andererseits auf die Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung. In
der Zeichnung zeigt
Fig. 1 einen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Bandbearbeitung mit einer
Bandkantenreckstation in einer perspektivischen
Ansicht,
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel einer
Bandkantenreckeinheit in einer perspektivischen
Ansicht,
Fig. 3 das Ausführungsbeispiel einer
Bandkantenreckeinheit in einer Aufsicht in
Richtung der Bandbreite und
Fig. 4 eine Ansicht des Ausführungsbeispiels der
Bandkantenreckeinheit in Bandlaufrichtung,
teilweise geschnitten.
Der in Fig. 1 dargestellte Ausschnitt einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Bandbearbeitung zeigt
weder eine Abhaspel- noch eine Aufhaspelstation, deren
Konstruktion jedoch an sich bekannt ist. Als
Bandbearbeitungsstation 1 ist unter anderem eine
Rollenschere zum Besäumen eines nicht dargestellten
Bandes dargestellt. Erfindungsgemäß ist zwischen den
nicht dargestellten Ab- und Aufhaspelstationen eine die
Bandkanten des ebenfalls nicht dargestellten Bandes
reckende Bandkantenreckstation 2 dargestellt.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, weist die
Bandkantenreckstation 2 zwei seitlich in das nicht
dargestellte Band eingreifende Bandkantenreckeinheiten 3
auf, wobei jede der Bandkantenreckeinheiten 3 jeweils
drei, in Fig. 1 nur teilweise sichtbare,
Bandkantenumlenkrollen 4 aufweist.
In Fig. 1 ist weiter dargestellt, daß die
Bandkantenreckeinheiten in der Bandebene, senkrecht zur
Bandlaufrichtung auf Führungen 5 verschiebbar angeordnet
sind. Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
erfolgt die Verschiebung der Bandkantenreckeinheiten 3
auf den Führungen 5 manuell. Alternativ ist es ohne
weiteres denkbar, die Bandkantenreckeinheiten auf
entsprechenden Führungen mit einem entsprechendem Antrieb
automatisch zuzustellen.
In Fig. 2 ist eine Bandkantenreckeinheit 3 in einer
vergrößerten perspektivischen Ansicht dargestellt. Man
erkennt in Fig. 2 besonders deutlich die drei
Bandkantenumlenkrollen 4, die Rollenwellen 6 und
teilweise eine Führung 5. Aus der Darstellung in Fig. 3
ist ersichtlich, daß die oberste der
Bandkantenumlenkrollen 4 über eine Stellschraube 7 in
ihrer Eintauchtiefe gegenüber den unteren der
Bandkantenumlenkrollen 4, also senkrecht zur Bandebene,
einstellbar ist. Über diese Eintauchtiefe wird die
Schleife eingestellt, in der das in Fig. 3
strichpunktiert dargestellte Band 8 durch die
Bandkantenreckeinheit 3 läuft.
Aus der Bandlaufrichtung gesehen erkennt man in Fig. 4
besonders deutlich, daß die Bandkantenumlenkrollen 4
kegelstumpfförmig ausgebildet sind, was zu einem
unterschiedlichen Grad an Reckung der Bandkante in
Abhängigkeit vom Abstand vom Rand des Bandes führt.
Weiter ist aus Fig. 4 ersichtlich, daß die
Bandkantenumlenkrollen 4 vorzugsweise über zwei Lager 9
gegenüber der Rollenwelle 6 gelagert sind, um die nicht
unerheblichen Radialkräfte beim Bandtransport
aufzunehmen.
Claims (5)
1. Vorrichtung zur Bandbearbeitung mit mindestens einer
Abhaspelstation, mindestens einer Bandbearbeitungsstation
(1) und mindestens einer Aufhaspelstation,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Abhaspelstation und der Aufhaspelstation eine die
Bandkanten des Bandes reckende Bandkantenreckstation (2)
vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Bandkantenreckstation (2) zwei jeweils seitlich in das
Band eingreifende Bandkantenreckeinheiten (3) aufweist
und eine Bandkantenreckeinheit (3) jeweils mindestens
drei Bandkantenumlenkrollen (4) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Bandkantenumlenkrollen (4) im wesentlichen senkrecht zur
Bandebene gegeneinander einstellbar sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Bandkantenumlenkrollen (4) kegelstumpfförmig ausgebildet
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Bandkantenreckeinheiten (3) in der Bandebene, senkrecht
zur Bandlaufrichtung verschiebbar angeordnet sind.
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