DE2813003C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Rechengerät zur Anzeige der
Wirkung der Sonnenstrahlung auf eine Fassade entsprechend dem
Datum, der Stunde, der Richtung der Fassade und der geo
graphischen Breite, bestehend aus einem Basisteil mit Führungs
mitteln zur Aufnahme eines darin in dessen Längsrichtung ver
stellbaren Hauptschiebers sowie eines durchsichtigen, oberhalb
dieses längsverstellbaren Hauptschiebers angeordneten und quer
zur Längsrichtung des Basisteils verschiebbaren Querschieber, der
mit einem System von Kurven bedruckt ist.
Das auf eine Fassade oder hinter eine Glasfläche ge
worfene Sonnenlicht führt zu einem Aufheizungseffekt, der be
rücksichtigt werden sollte, wenn für ein Gebäude Heiz-/Ventila
tion-/oder Sonnenschutzsystem ausgearbeitet werden, damit zwar
genügend Licht für einen Raum zur Verfügung steht, aber eine
unerwünschte direkte Sonneneinstrahlung in den Raum verhindert
wird.
Sowohl die Heizwirkung als auch die Richtung des
Sonnenlichtes auf eine gegebene Fläche hängen von mehreren
Parametern ab:
- 1. von der geographischen Breite;
- 2. Von der georgraphischen Richtung der Fassadenfläche;
- 3. vom Datum und
- 4. von der Tageszeit.
Ein weiterer Parameter ist die Neigung der Fläche,
jedoch ist nachfolgend allgemein angenommen, daß es sich um
vertikale Flächen handelt. Bemerkungen zu geneigten Oberflächen
werden jedoch weiter unten noch angegeben.
Um die erforderlichen Berechnungen zu erleichtern, sind
zahlreiche Tabellen erstellt worden, die jeweils auf den er
wähnten vier Parametern beruhen und die Beziehungen zwischen den
anderen Parametern in Abhängigkeit von der Sonnenwärmeerzeugung
pro Flächeneinheit der Fassade oder von Bemessungsbedingungen für
Sonnenschutzanordnungen angeben, jedoch sei bemerkt, daß es für
ein genaues Bild der Wirkung irgendeiner Kombination dieser
Parameter notwendig ist, eine nahezu unendliche Anzahl von Tabel
len zur Verfügung zu haben.
Aus dem DE-GM 0 31 850 ist eine Datenermittlungsvor
richtung in Form eines Rechenschiebers bekannt, der aus min
destens zwei, in einem Basisteil geführten und als Diagrammträger
ausgebildeten Schiebern besteht. Die beiden Schieber sind im
Basisteil relativ zueinander in zwei Dimensionen verschiebbar,
wobei der eine den anderen mindestens teilweise überdeckt und
durchsichtig ist. Durch Überdeckung bestimmter Flächenpunkte von
auf den Schiebern vorgesehenen Diagrammen ist eine Ermittlung von
Ergebnissen möglich, die sich aus den unterschiedlichsten Kombi
nationen von einer Vielzahl von Parametern ergeben.
Diese Datenermittlungsvorrichtung könnte von ihrem
prinzipiellen Aufbau her zum Anzeigen bestimmter Wirkungen der
Sonnenstrahlung auf eine Fassade in Abhängigkeit vom Datum, der
Tageszeit, der Richtung der Fassade und der geographischen Breite
herangezogen werden. Dazu müßte dann der Querschieber mit einem
System sich schneidender Kurven versehen werden, die in Abhängig
keit von einer bestimmten geographischen Breite verschiedene
Stunden des Tages bzw. verschiedene Jahreszeiten oder Jahresdaten
darstellen, und in einem Koordinatensystem angeordnet sind, deren
Abszisse in Verschiebungsrichtung des Hauptschiebers und deren
Ordinate in Verschiebungsrichtung des Querschiebers verläuft.
Wird nun der Querschieber durch Verschieben entsprechend der
Fassadenausrichtung eingestellt, stellt jeder Punkt im
Koordinatensystem eine Kombination von relativem Azimut und
absoluter Sonnenhöhe dar. Würde desweiteren der Hauptschieber mit
einem anderen Kurvensystem bedruckt werden, welches eine Funktion
der oben genannten Parameter darstellt, könnte durch Einstellung
einer entsprechenden Überdeckung der beiden Kurvensysteme für
jeden Punkt des Kurvensystems auf dem Querschieber eine bestimmte
Wirkung der Sonnenstrahlung auf eine Fassade abgelesen werden.
Ein Nachteil eines derart gestalteten Rechengerätes
wäre der, daß weitergehende, noch kompliziertere Berechnungen,
die auf dem Ergebnis der Einstellung zwischen Querschieber und
Basisteil beruhen, wie z. B. die Berechnung der Wirkung einer
Sonnenschutzvorrichtung, auch nur wieder umständlich und zeit
raubend mittels vieler Tabellen und Formeln möglich wären.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein einfaches
Rechengerät zur Anzeige der Wirkung der Sonnenstrahlung auf eine
Fassade zur Verfügung zu stellen, bei dem das Ergebnis der Ein
stellung eines ersten Schiebersystems, bestehend aus Basisteil
und Querschieber, den Ausgangspunkt für die Einstellung eines
zweiten, der Berechnung der Wirkung einer Sonnenschutzvorrichtung
dienenden Schiebersystems bildet, wobei das Ergebnis des ersten
Schiebersystems automatisch in das zweite Schiebersystem über
nommen wird.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Rechen
gerät gelöst, dessen längsverstellbarer Hauptschieber mit einer
Kurve zu seiner jeweiligen Einstellung gegenüber einem Kurven
system auf dem Querschieber versehen ist, und einen längsver
laufenden Schlitz zur Aufnahme eines längsverstellbaren Unter
schiebers aufweist, dessen Skala mit bezüglichen Ablesemarken auf
dem Hauptschieber und dem Basisteil des Rechengerätes zusammen
wirkt.
Jeder Punkt des bereits beschriebenen Kurvensystems auf
dem entsprechend der Fassadenausrichtung eingestellten Quer
schieber stellt eine Kombination von relativem Azimut und ab
soluter Sonnenhöhe dar und ist damit auch eine Funktion der
Schattenneigung. Unter Ausnutzung dieses Zusammenhanges ist der
Hauptschieber mit einer Kurve versehen, deren Punkte für jede
Ordinate, die ja den Azimut der Sonne angibt, den notwendigen
Korrekturfaktor für die Umwandlung des Einfallswinkels der
Sonnenstrahlen (relativer Azimut senkrecht zur Fassade) in den
Neigungswinkel (Funktion von Azimut und Sonnenhöhe) darstellen.
Wird nun der Hauptschieber so eingestellt, daß seine Kurve mit
einem ausgewählten Punkt des Kurvensystems auf dem Querschieber
in einem Punkt zusammenfällt, so ist seine Lage in Relation auf
das Basisteil ein Maß für die Schattenneigung. Mit dieser Grund
einstellung kann dann mittels des Unterschiebers, der in einem
längsverlaufenden Schlitz des Hauptschiebers verschiebbar ange
ordnet ist, in seinem Zusammenwirken mit einer Marke auf dem
Hauptschieber und einer Marke auf dem Basisteil die Höhe des
beschatteten Teils eines mit einem Sonnenschutz versehenen
Fensters berechnet werden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung nimmt der im
Hauptschieber längsverstellbare Unterschieber einen weiteren
Unterschieber auf, der eine Ablesemarke besitzt, die auf eine auf
dem im längsverlaufenden Schlitz des Hauptschiebers geführten
Unterschieber angeordnete Skala zur Anzeige der Höhe eines be
schatteten Fensters zeigt und der selbst eine Skala aufweist, die
im Zusammenwirken mit einer Ablesemarke auf dem Basisteil den
beschatteten Prozentsatz der Fensterhöhe anzeigt.
Dadurch wird die Ermittlung weiterer, mit der Wirkung
einer Sonnenschutzvorrichtung zusammenhängender Werte möglich.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. In der Zeichnung bedeuten:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines
erfindungsgemäßen Rechengerätes,
Fig. 2 eine Draufsicht auf das Rechengerät bei
Verwendung zur Ermittlung der Heiz
wirkung des Sonnenlichtes,
Fig. 3 eine Draufsicht auf einen Hilfsschieber
für denselben Zweck,
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines
mit einem Sonnenschutz versehenen
Fensters,
Fig. 5 eine Draufsicht auf das Rechengerät
bei Verwendung zur Berechnung der
Schattenwirkung,
Fig. 6 eine Draufsicht auf den Hauptschieber
und
Fig. 7 und 8 Draufsichten von zwei unterschiedlichen
Querschiebern.
Das in Fig. 1 dargestellte Rechengerät besteht aus
einem Mehrfach-Rechenschieber mit einem Basisteil 2, das sich
aus einem mit einer Längsrille 6 versehenen Unterteil 4 und einem
Oberteil 8 zusammensetzt, das aus durchsichtigem Material be
steht und eine Querrille 10 aufweist, die zur Aufnahme eines
Querschiebers 12 aus durchsichtigem Material dient. In der Rille
6 befindet sich im zusammengebauten Zustand von Unterteil 4 und
Oberteil 8 ein Hauptschieber 14 mit einer Längsrille 16, in der
sich ein Unterschieber 18 befindet, der seinerseits mit
einer Rille 20 zur Aufnahme noch eines weiteren Unterschiebers 22 versehen ist.
Auf dem Querschieber 12 ist ein Kurvensystem aufge
druckt, das in Fig. 2 deutlicher dargestellt ist und aus einer
ersten Gruppe von etwa halbkreisförmigen oder parabolischen
Kurven A besteht, die verschiedene Tage des Jahres darstellen und
entsprechend markiert sind, und zu dem Kurvensystem gehört ferner
eine zweite Gruppe von Kurven B, die die Kurven A schneiden und
die einzelnen Stunden des Tages darstellen. An seinem linken
Rand besitzt der Querschieber 12 eine Skala a, die mit einer
Marke P1 auf dem Basisteil 2 zusammenwirkt und die Skala bezieht
sich auf die geographische Richtung der Fassade, d. h. die hori
zontale Richtung einer zur Fassade senkrechten Linie. Die Skala
erstreckt sich von Westen durch den Süden zum Osten. Der Quer
schieber 12 selbst ist mit einer Anzeige M versehen, die die
geographische Breite darstellt, zu der die Kurven A und B ge
hören, d. h. für andere Breiten oder Breitenbereiche werden dann
entsprechend andere Querschieber verwendet.
Wenn der Querschieber 12 beispielsweise die nördliche
Breite von 56° darstellt, wird er in die Querrille 10 einge
schoben und auf die genaue Position eingestellt, die durch die
Skala a und die Marke P1 gegeben ist, wobei die beiden verblei
benden grundsätzlichen Parameter durch die Kurvengruppen A und B
dadurch definiert sind, daß der Schnittpunkt zwischen den Kurven
durch seine Lage in bezug auf den Basisteil eine spezifische
Kombination für alle vier Parameter darstellt. Beispielsweise
ist in Fig. 2 ein Punkt Q angegeben, der ein Maß für die Sonnen
position bei einer Fassadenausrichtung von 200° und einer nörd
lichen Breite von 56° vormittags um 10.00 Uhr zwischen dem 21.
Juni und dem 21. März oder dem 21. September ist, d. h. etwa am
6. Mai oder August. Das Kurvensystem kann natürlich im Hinblick
auf eine höhere Genauigkeit noch verfeinert werden.
Die Oberfläche des Hauptschiebers 14 kann als Koordi
natensystem angesehen werden, bei dem die Skala a die Ordinate
und eine quer verlaufende Mittellinie s′ die Abszisse darstellt.
Die Ordinate bildet den Azimut der Sonne bei äquidistanter
Eichung, wobei sich die s′-Achse im südlichen Azimut befindet,
während die Abszisse die Sonnenhöhe im logarithmischen Maßstab
darstellt, der nicht aufgetragen werden muß. Im Kurvensystem B
entspricht die mit der Abszisse s′ zusammentreffende Mittellinie
dem Mittag, und zu dieser Linie ist das gesamte Kurvensystem A, B
symmetrisch. Jeder Punkt in dem System stellt eine Sonnenposition
dar, wobei die Höhe durch die Abszisse des Punktes und ein be
stimmter astronomischer Azimut durch die Ordinate des Punktes
entsprechend der Eichung der Ordinatenskala a bestimmt ist. Wenn
der Querschieber 12 auf eine genau nach Süden gerichtete Fassade
eingestellt ist, fällt die Linie s′ mit der Marke P1 zusammen,
die auf eine unterhalb des durchsichtigen Querschiebers 12 auf
dem Basisteil 2 verlaufende Mittellinie s gerichtet ist. Eine Ein
stellung der Schieberposition beeinträchtigt nicht die Abszissen
position der Kurvenpunkte, jedoch führt eine Einstellung auf eine
nicht nach Süden weisende Fassade dazu, daß das Kurvensystem
nicht symmetrisch zur Linie s verläuft, die eine feste Abszissen
achse in einem entsprechenden Koordinatensystem des Ablese
bereiches auf dem Basisteil bildet. Durch Bewegung des Quer
schiebers 12 von der Südposition S zu irgendeiner anderen
Position werden alle Ordinaten entsprechend der Verschiebung des
Schiebers in bezug auf die s-Linie verringert oder vergrößert,
so daß als Folge die Ordinaten in dem Koordinatensystem s, a
so eingestellt werden, daß sie den relativen Azimut der Sonne
in bezug auf die Fassade darstellen, und natürlich ist dieser
relative Azimut zur Berechnung der Sonneneinwirkung auf die
Fassade von Wichtigkeit.
Auf dem Ablesebereich des Basisteils 2 ist ein
weiteres Kurvensystem C aufgedruckt, das durch den Querschieber
12 sichtbar ist. Dieses Kurvensystem bildet eine Bezugsbasis,
die eine Ablesung des Heizeffektes der Sonnenstrahlen für jeden
Punkt im Kurvensystem A, B und damit für jede Gruppe der erwähn
ten vier Hauptparameter ermöglicht. Im allgemeinen sind die
Kurven geschlossen und symmetrisch zur Linie s, und jede Kurve
stellt einen bestimmten Betrag von K Joule/m2/h dar und kann
entsprechend bezeichnet werden, jedoch sind die Kurven in Fig. 2
mit den Ziffern 1-5 bezeichnet, die sich am linken Ende des
Basisteils auf dessen Oberseite wiederfinden. Jeder Punkt der
Kurven stellt die Heizwirkung dar, die sich bei einer bestimmten
Kombination von Sonnenhöhe und relativem Azimut unabhängig davon
ergibt, wie diese Kombination durch irgendeine Gruppe der vier
Parameter zustande gebracht wird. Die Kurven beziehen sich vor
zugsweise auf die innen durch die Sonnenstrahlen pro Quadratein
heiten von in der Fassade befindlichen Fensterbereichen erzeugte
Wärme. Aus dem Beispiel ist ersichtlich, daß der Punkt Q eine
Wärmeerzeugung von etwa 1700 K Joule/m2 angibt (diese Zahl ist
jedoch nicht authentisch). Man sieht ferner, daß an dem frag
lichen Datum die Wärmeerzeugung ein Maximum bei etwa 11.00 Uhr
vormittags erreicht. Ein Maximum um 12.00 Uhr wird nur erreicht,
wenn die Fassade genau nach Süden weist.
Fig. 3 zeigt einen Hilfsschieber 24, der in die
Rille 6 des Basisteils 2 anstelle des Hauptschiebers 14 eingesetzt
werden kann. Der Hilfsschieber 24 besitzt zwei rechteckige Unter
bereiche F1 und F2, die jeweils unter den Querschieber 12 ge
bracht werden können, und jeder dieser Unterbereiche enthält ein
Kurvensystem C1 bzw. C2, von denen das ausgewählte System das
Kurvensystem C als Ablesebasis ersetzt. Jeder Unterbereich be
zieht sich in Form einer aufgedruckten Information oder der
gleichen auf bestimmte Umstände, z. B. auf den Wärmedurchgang von
Fenstern mit Dreischeibenverglasung oder auf die Heizwirkung
bei Oberflächen aus bestimmtem Material, wobei die jeweiligen
Kurvensysteme entsprechend bemessen sind. Eine wichtige Möglich
keit besteht darin, daß jeder Unterbereich eine bestimmte Neigung
der fraglichen Oberfläche darstellen kann, wobei beispielsweise
der Effekt für Sonnenkollektorplatten ablesbar ist. Natürlich
können im Bedarfsfall ähnliche Träger mit einer beliebigen Zahl
von Kurvengruppen vorgesehen werden.
Die Kurvensysteme B stellen die Heizwirkung des direk
ten Sonnenlichtes dar, jedoch können zusätzliche Kurven C′
hinzugefügt werden, um die Wirkung der sogenannten diffusen
oder sekundären Strahlung ablesen zu können.
Anstelle getrennter C-Kurventräger F für unterschied
liche Oberflächenmaterialien oder Fenstertypen können einige
wenige typische Standardkurven ausgewählt werden, wobei dann
von Übersetzungsskalen Gebrauch gemacht wird, die beispielsweise
auf die Rückseite des Rechengerätes aufgedruckt sind, um Ver
gleiche zwischen dem zu der Standardkurve gehörenden Wert und
einem anderen Material zu ermöglichen.
Der Hauptschieber 14 (Fig. 1) dient für Berechnungen
der Wirkung einer Sonnenschutzanordnung, die über dem Fenster
angeordnet ist. Zur Erleichterung des Verständnisses zeigt
Fig. 4 schematisch einen Querschnitt durch ein Fenster W in
einer Wand K. Vom oberen Rand des Fensters steht horizontal ein
Sonnenschutz L mit einer Überhanglänge l vor. Das Fenster hat
eine Höhe Hw. Ein Sonnenstrahl Rs verläuft durch das Fenster,
wobei der obere Teil hs des Fensters im Schatten bleibt. Die
Neigung des Sonnenstrahls in bezug auf die horizontale Richtung
ist durch den Winkel is gegeben. Dieser Winkel ist die "Schatten
neigung" und tatsächlich der einzige Sonnenparameter, der die
Beziehung zwischen der Höhe des Fensters und dem beschatteten
Teil hs definiert.
Der Winkel is ist in direkter Art weder durch den rela
tiven Azimut noch durch die absolute Höhe der Sonne gegeben,
sondern natürlich durch irgendeine tatsächliche Kombination
dieser Werte. Es sei bemerkt, daß jeder Punkt Q des Kurvensystems
A, B auf dem Querschieber 12, der entsprechend der Fassaden
richtung eingestellt ist, eine solche Kombination darstellt,
und es hat sich gezeigt, daß es möglich ist, das linke Ende des
Hauptschiebers 14 mit einer Kurve D zu versehen, die im Falle
der Koinzidenz mit irgendeinem ausgewählten Punkt Q bewirkt, daß
der Hauptschieber 14 eine Lage einnimmt, die ein Maß für den
Schattenneigungswinkel is ist, wobei weitere trigonometrische
Rechnungen hinsichtlich der Abmessungen des beschatteten Fenster
teils hs leicht mittels eines Rechenschiebersystems durchführ
bar sind.
Die Kurve D ist so geformt, daß ihr vorderes Ende
sich auf der Linie s befindet, so daß sie dem relativen Sonnen
azimut senkrecht zur Fassade entspricht, wobei der Winkel is
identisch mit dem sogenannten Einfallswinkel der Sonnenstrahlen
auf die Fassade ist, der durch die Höhe der Sonne gegeben ist,
während für kleinere und größere Azimutwinkel die Punkte auf der
Kurve D für jede Ordinate so angeordnet sind, daß sie den not
wendigen Korrekturfaktor für die Umwandlung des Einfallswinkels
in den Neigungswinkel des Schattens i darstellen. Wenn somit der
Hauptschieber 14 so eingestellt wird, daß die Kurve D und ein
ausgewählter 4-Parameterpunkt des Querschiebers 12 in Koinzidenz
sind, ist die Lage des Hauptschiebers, in bezug auf den Basisteil 2
ein Maß für die Schattenneigung, die durch eine Skala b auf dem
Hauptschieber 14 angegeben und durch eine Marke P2 auf dem Basisteil 2
abgelesen werden kann, wobei natürlich Skalenanordnung und Marke
vertauscht werden können.
Die Skala b hat eine derartige Anomalie, daß sie in
Verbindung mit Rechenschieber-Berechnungen für trigonometrische
Funktionen verwendbar ist, die sich auf den beschatteten Teil
hs des Fensters W als Funktion der Überhanglänge l des Sonnen
schutzes L und der Schattenneigung is beziehen.
Somit kann der Hauptschieber 14 mit einer Skala c ver
sehen werden, die mit einer Marke P4 auf dem durchsichtigen
Oberteil des Basisteils 2 gemäß Fig. 1 und 5 zusammenwirkt, wobei
die Höhe hs des beschatteten Fensterteils für jede Überhanglänge
l des Sonnenschutzes auf der die Skala c beruht, ablesbar ist. Wegen der
Anomalie des Systems kann die Skala c jedoch auf einem Unter
schieber 18 angebracht werden und mit einer Marke P3 des Haupt
schiebers 14 so zusammenwirken, daß der Unterschieber auf jede
gewünschte Überhanglänge einstellbar ist, worauf die Schatten
höhe hs für diese Länge an der Marke P4 ablesbar ist.
Auf einem weiteren Unterschieber 22, der im ersten
Unterschieber 18 verschiebbar ist, befindet sich eine Marke P5,
die mit der Skala c zusammenwirkt und die Höhe Hw des Fensters
auf dieser Skala anzeigt, und es ist darauf eine weitere Skala
d vorgesehen, die mittels einer Marke P6 auf dem Oberteil des
Basisteils ablesbar ist, wobei die Skala d den Prozentsatz der
Schattenhöhe hs von der gesamten Fensterhöhe Hw darstellt. Diese
Skala endet natürlich bei 100%, da über das Ende der Skala
hinaus die gesamte Fensterhöhe beschattet ist.
Wenn die Überhanglänge l und die Fensterhöhe Hw bereits
bekannt sind, und die Unterschieber 18 und 22 entsprechend ein
gestellt werden, dann bleiben die an der Marke P6 abgelesenen
Ergebnisse (Schattenprozentsatz des Fensters) auch richtig, wenn
das gesamte Schiebesystem 12, 18, 22 bewegt wird, um Koinzidenz
zwischen der Kurve D und irgendeinem ausgewählten 4-Parameter
punkt auf dem Querschieber 12 herzustellen. Im allgemeinen ist
zu begrüßen, daß es leicht möglich ist, irgendeinen Parameter
aus der Gesamtmenge der Parameter zu ändern und die Konsequenzen
auf andere Parameter zu beobachten. Die Parameter können in
Billionen von Möglichkeiten kombiniert werden, aber das einfache
erfindungsgemäße Rechengerät kann alle relevanten Kombinationen
erfassen.
Der Fachmann weiß, daß die Neigung des Schattens über
die Stunden der Tage des Äquinoktiums nahezu unverändert ist,
d. h. am 21. März und 21. September, und demzufolge sollte die
Kurve D gleich der Kurve B sein, die diese Daten des Jahres
darstellt, so daß eine Koinzidenz eintritt, wenn der Querschieber 12
seine Südposition einnimmt und die Marke P2 die bestimmte
Schattenneigung auf der Skala b anzeigt. Der genannte Winkel
ist 34° bei der geographischen Breite von 46° und ist gegeben
durch den Komplementärwert zur Breite von 90°. Diese Tatsache
ermöglicht es, daß das Kurvensystem A, B auf verschiedenen
Querschiebern 12 umso mehr nach links gebracht werden sollte,
je kleiner die geographische Breite ist. Dies ist deutlich
in Fig. 7 und 8 zu sehen, wo die Kurvensysteme A und B für
die Breiten von 56° bzw. 68° dargestellt sind.
Da wie erwähnt, die Abszisse des Koordinatensystems
des Querschiebers 12 die Sonnenhöhe darstellt, kann das Rechen
gerät mit einer Skala versehen werden, die die Höhe anzeigt,
und zwar entweder mit einer direkt entlang der Linie s aufge
druckten Skala oder in Form einer Skala, die längs des Haupt
schiebers 14 verläuft und die Schieberposition in Abhängigkeit zu
einer vertikalen Markierungslinie D′ in der Nähe der Kurve D
anzeigt, die auf die fraglichen 4-Parameterpunkte eingestellt
ist. Die Anzeige der Höhe ist jedoch von geringem praktischen
Interesse, so daß in der Praxis vorzugsweise von einer in Fig. 6
dargestellten Skala e Gebrauch gemacht wird, die auf die auf
die Heizwirkung pro Flächeneinheit einer senkrecht zur Sonnen
strahlung verlaufenden Fläche geeicht ist.
Fig. 6 zeigt ferner eine vertikale Skala f, die auf
den Hauptschieber 14 in der Nähe der Kurve D aufgedruckt ist. Die
Skala f stellt die Länge des Seitenschattens dar, der auf einer
Fassade durch eine vertikale Schattenplatte erzeugt wird, die
eine Längeneinheit senkrecht von der Fassade vorsteht. Der
Seitenschatten wird allein durch den relativen Azimut der Sonne
bestimmt, und da dieser die Ordinate der verschiedenen 4-Para
meterpunkte auf dem Querschieber 12 ist, kann der Seitenschatten
faktor leicht durch Verschiebung des Hauptschiebers 14 gefunden werden,
bis Koinzidenz zwischen der Skala f und dem fraglichen Parameter
punkt hergestellt ist, worauf dann das Ergebnis von der Skala f
abgelesen wird.
Claims (2)
1. Rechengerät zur Anzeige der Wirkung der Sonnenstrahlung
auf eine Fassade entsprechend dem Datum, der Stunde, der Richtung
der Fassade und der geografischen Breite, bestehend aus einem
Basisteil mit Führungsmitteln zur Aufnahme eines darin in dessen
Längsrichtung verstellbaren Hauptschiebers, sowie eines durchsich
tigen, oberhalb dieses längsverstellbaren Hauptschiebers angeord
neten und quer zur Längsrichtung des Basisteils verschiebbaren
Querschieber, der mit einem System von Kurven bedruckt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der längsverstellbare Hauptschieber
(14), der mit einer Kurve (D) zur jeweiligen Einstellung gegen
über den Kurven (A, B) des Querschiebers (12) versehen ist, einen
längsverlaufenden Schlitz zur Aufnahme eines längsverstellbaren
Unterschiebers (18) aufweist, dessen Skala (c) mit bezüglichen
Ablesemarken (P3, P4) auf dem Hauptschieber (14) und dem Basis
teil (2) zusammenwirkt.
2. Rechengerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Unterschieber (18) einen Unterschieber (22) aufnimmt, der
eine Ablesemarke (P5) besitzt, die auf die Skala (c) auf dem
Unterschieber (18) zur Anzeige der Höhe (Hw) eines beschatteten
Fensters zeigt und der eine Skala (d) aufweist, die im Zusammen
wirken mit einer Ablesemarke (P6) auf dem Basisteil (2) den be
schatteten Prozentsatz der Fensterhöhe anzeigt.
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| JPS54697A (en) | 1979-01-06 |
| JPS6053911B2 (ja) | 1985-11-27 |
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