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DE2709020A1 - Verfahren zur behandlung eines sauren mercaptanhaltigen kohlenwasserstoffdestillates - Google Patents

Verfahren zur behandlung eines sauren mercaptanhaltigen kohlenwasserstoffdestillates

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Publication number
DE2709020A1
DE2709020A1 DE19772709020 DE2709020A DE2709020A1 DE 2709020 A1 DE2709020 A1 DE 2709020A1 DE 19772709020 DE19772709020 DE 19772709020 DE 2709020 A DE2709020 A DE 2709020A DE 2709020 A1 DE2709020 A1 DE 2709020A1
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DE
Germany
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tetraalkylguanidine
hydrocarbon
treatment
solution
distillate
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DE2709020B2 (de
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Charles Alfred Stansky
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Honeywell UOP LLC
Original Assignee
UOP LLC
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Publication date
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    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G27/00Refining of hydrocarbon oils in the absence of hydrogen, by oxidation
    • C10G27/04Refining of hydrocarbon oils in the absence of hydrogen, by oxidation with oxygen or compounds generating oxygen
    • C10G27/10Refining of hydrocarbon oils in the absence of hydrogen, by oxidation with oxygen or compounds generating oxygen in the presence of metal-containing organic complexes, e.g. chelates, or cationic ion-exchange resins

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  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)
  • Catalysts (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft eine Verbesserung bei der Behandlung von Kohlenwasserstoffdestillaten und spezieller ein verbessertes Verfahren zur Süssung saurer Kohlenwasserstoffdestillate durch Oxidation von Mercaptanen in dem Destillat zu Disulfiden in Gegenwart eines Phthalocyaninkatalysators auf einem Kohleträger in Gegenwart eines basischen Mediums und von Sauerstoff.
Das Süßen saurer Kohlenwasserstoffe ist in der Erdölraffiniertechnik bekannt. Es gibt reichlich Verfahren zur Behandlung von Erdöldestillaten, wie saurem Benzin, gekracktem Benzin, straight-run-Benzin, Naphtha, Düsentreibstoffen, Kerosin, Brennöl usw.
Das Hauptübel in vielen Kohlenwasserstoffdestillaten ist der Mercaptanschwefel, RSH. Mercaptanschwefel kann erfolgreich durch Wasserstoffbehändlung unter Verwendung eines Katalysators, der Co, Mo usw. auf einem Träger, wie Tonerde, enthält, bei hohen Temperaturen unter hohen Wasserstoffdrücken entfernt werden. Diese Wasserstoffbehandlung wandelt den Mercaptanschwefel in H2S um, welches durch Destillation aus normalerweise flüssigen Kohlenwasserstoff fraktionell entfernt werden kann.
Wasserstoffbehandlung ist relativ teuer, und viele Erdölprodukte können relativ hohe Schwefelgehalte aufweisen, so lange der Schwefel nicht in der Form eines Mercaptans vorliegt. Die Mercaptane sind wegen ihres starken Geruches und wegen ihrer stärker korrodierenden Eigenschaften zu beanstanden. Für viele Verfahren ist es ausreichend, wenn die Mercaptane in Disulfide, RSSH oder RSSR, umgewandelt werden.
Ein Verfahren zur Süßung von Kohlenwasserstoffdestillaten mit feststehende Katalysatorschicht (fixed bed) ist in der US-PS
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2 988 5OO beschrieben, auf deren technische Lehre hier Bezug genommen wird. In dieser Patentschrift wurde ein neuer Katalysator verwendet, um Mercaptane zu Disulfiden zu oxidieren. Der in dieser Patentschrift beschriebene neue Katalysator war Kobaltphthalocyaninsulfonat auf einem Kohleträger. Ein Gemisch von saurem Kerosin, wäßriger Natronlauge und Luft wurde über den Katalysator geschickt, um Mercaptanschwefel in ausreichendem Umfang umzuwandeln, damit das gewonnene Kerosinprodukt doktorsüß ist. Die Behandlungsreaktion erfolgte in Gegenwart eines alkalischen Reagens. Die Patentschrift lehrt, daß irgendein geeignetes alkalisches Reagens verwendet werden kann und daß die bevorzugten Reagentien Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid waren. Andere als möglich betrachtete Reagentien waren wäßrige Lösungen von Lithiumhydroxid, Rubidiumhydroxid und Caesiumhydroxid.
Ein anderes Behandlungsverfahren ist in der US-PS 2 744 854 beschrieben, auf deren technische Lehre hier ebenfalls Bezug genommen wird. In dieser Patentschrift tritt ein ähnliches Süßung sverfahren auf, doch wurde die Süßungsreaktion immer in Lagerbehältern statt in einem Reaktionskessel durchgeführt. So waren Reaktionszeiten von einigen Tagen erforderlich, um die Umwandlung von Mercaptanschwefel in Disulfide zu vervollständigen. In dieser Patentschrift gibt es eine sehr detaillierte und breite technische Lehre bezüglich des basischen Reagens, welches verwendet werden kann, um die Süßungsreaktion zu erleichtern. Sowohl organische als auch anorganische Basen werden genannt, obwohl aus den Beispielen ersichtlich ist, daß die Verwendung eines Phenylendiamine bevorzugt ist. Gegebenenfalls kann
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ein Metaliehelat zugesetzt werden, um das Süßen In dem Lagerbehälter zu beschleunigen. In der speziellen Beschreibung basischer Verbindungen, die außer Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid verwendet werden können, nennt die Patentschrift über fünfzig verschiedene Verbindungen und Verbindungsklassen, die als basische Reagentien dienen.
Das Süßen von Kohlenwasserstoffdestillaten in Lagerbehältern ist im allgemeinen nicht der bevorzugte Weg, um Mercaptane in Disulfide umzuwandeln. Raffinerien bevorzugen die Verwendung einer positiveren Behandlungsstufe, um ein doktorsüßes Produkt zu erhalten. Das Süßungsverfahren mit einer feststehenden Katalysatorschicht wurde weltweit mit industriellem Erfolg durchgeführt. Trotz der weitgehenden Verwendung feststehender Katalysatorschichten beim Süßen in Raffinerien gibt es noch einige wenige Gebiete, auf denen Versuche gemacht wurden, das Verfahren zu verbessern. Besonders die übliche Praxis, wäßrige Natriumhydroxidlösungen als das für die Oxidation von Mercaptanen zu Disulfiden erforderliche basische Medium zu verwenden, führte zu dem Problem der Beseitigung von Alkalilauge. Die in einer Anlage mit einer feststehenden Katalysatorschicht verwendete Alkalilösung wird schließlich ungeeignet für weitere Verwendung. Der üblichste Grund für das Wegwerfen von Alkalilösungen besteht darin, daß verschiedene Toxine oder Katalysatorgifte, die durch die Oxidationsreaktion gebildet werden, sich in dem Alkali ansammeln. So muß aus einer Reihe von Gründen das Alkali, das üblicherweise in einem Süßungsverfahren mit feststehender Katalysatorschicht verwendet wird, weggeworfen werden. Obwohl Natriumhydroxid beim Kauf eine sehr billige Chemikalie ist,
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ist es doch eine relativ teure Chemikalie zum Wegwerfen wegen der Probleme der Umweltverschmutzung.
Unangenehm für den Raffinierer ist auch die Gefahr, daß etwas von der Alkalilösung irgendwie seinen Weg in das Endprodukt findet. Für einige Verwendungen, wie als Düsentreibstoff, können in dem Produkt weder Natriumhydroxid noch Wasser toleriert werden. Mühselige Maßnahmen müssen angewendet werden, um zu gewährleisten, daß das für die Verwendung als Düsentreibstoff bestimmte Kerosinprodukt weder Wasser noch NaOH enthält. Die gewöhnlich angewendete Lösung besteht darin, den Kerosinauslauf aus dem Behandlungsverfahren mit feststehender Katalysatorschicht mit Wasser zu waschen, um Natriumhydroxidlösung daraus zu entfernen. Das mit Wasser gewaschene Kerosin wird dann über eine Salzschicht geleitet, so daß das Salz mit in dem Kohlenwasserstoff vorhandenem Wasser reagiert und eine Salzlösung bildet, die zurückbleibt. Schließlich wird das Kerosin durch eine Schicht von Ton oder Sand geschickt, um die letzten Wasserspuren oder Salzlösungsspuren zu entfernen, die noch in dem Produkt vorhanden sein können. Obwohl solche mühseligen Maßnahmen wirksam sind, erhöhen sie doch die Behandlungskosten und den Kapitalaufwand, der erforderlich ist, um eine Anlage für die Behandlung von Treibstoffen zu bauen, wenn das Vorhandensein kleiner Mengen wäßriger Natriumhydroxidlösungen zu beanstanden ist.
Andere Probleme, die bei dem Süßungsverfahren mit feststehender Katalysatorschicht auftraten, waren das gelegentliche Verstopfen der Katalysatorschicht infolge der Bildung von Seifen. Eine Reihe von Kohlenwasserstoffdestillaten enthielt Naphthensäuren,
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und die Naphthensäuren reagierten mit wäßrigem Natriumhydroxid unter Bildung einer Seife, die mit dem Kohlenwasserstoff ein Gel bildet, das seinerseits die Kohleschicht verstopft. Es war erforderlich, in alkalischen Vorwäschen diese Naphthensäuren aus den sie enthaltenden Beschickungen zu entfernen, so daß die Beschickung für die Süßungsanlage mit feststehender Katalysatorschicht im wesentlichen frei von Naphthensäuren war. Die typische Naphthensäurevorwaschung ist eine solche in einem großen Kessel, der mit einer verdünnten Lösung von Natriumhydroxid gefüllt ist. Obwohl ein solcher Kessel wirksam und relativ billig ist, erhöht er doch immer noch die Betriebskosten eines Behandlungsverfahrens mit feststehender Katalysator- · schicht.
Wegen dieser Schwierigkeiten, die mit einigen Beschickungsmaterialien und einigen Produktqualitäten verbunden waren, wurde im Vorfeld der vorliegenden Erfindung versucht, einen Weg zu finden, diese Probleme vollständig auzuschalten, statt eine Extrastufe aufstromwärts oder abstromwärts bestehender Behandlungsanlagen mit feststehender Katalysatorschicht hinzuzufügen. Diese Untersuchungen zeigten, daß die meisten Probleme entweder durch etwas in der Beschickung, das mit der als basisches Medium verwendeten wäßrigen Natriumhydroxidlösung reagierte, oder durch in dem Produkt auftretende Reste des basisches Mediums verursacht wurden. Es wurde nun ein Ersatz für die derzeit in Behandlungsverfahren mit feststehender Katalysatorschicht verwendeten Natriumhydroxidlösungen gefunden. Dieser Ersatz ergab einen einzigartigen zufriedenstellenden Ersatzstoff für üblicherweise verwendete basische Lösungen. Dieses Material besteht aus Tel lkylguanidinen.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung bekommt man ein Verfahren zur Behandlung eines sauren, mercaptanhaltigen Kohlenwasserstoffdestillates, indem man das Destillat und ein Oxidationsmittel über eine feststehende Schicht eines Phthalocyaninkatalysators, der mit einem Kohleträger vereinigt ist, in Gegenwart eines alkalischen Mediums schickt, wobei die Verbesserung darin besteht, daß man als das alkalische Medium ein Tetraalkylguanidin verwendet.
Außer der Ausschaltung einiger der Probleme, die durch bekanntermaßen verwendete Natriumhydroxidlösungen hervorgerufen wurden, wurde gemäß der Erfindung festgestellt, daß ein überraschender Vorteil durch Verwendung von Tetraalkylguanidin als basisches Medium erreicht wird. Dieser Vorteil ist eine überraschende unerwartete Erhöhung der offensichtlichen katalytischen Aktivität der Süßungsanlage mit feststehender Katalysatorschicht. Die Verwendung von Tetraalkylguanidin gestattet eine wesentlich verbesserte Mercaptanumwandlung in einem Süßungsverfahren mit feststehender Katalysatorschicht. Die Verwendung von Tetraalkylguanidinen ist auch vorteilhaft deswegen, da die Guanidine in der Kohlenwasserstoffphase bleiben und mit in die Lagerbehälter gehen, die für die Kohlenwasserstoffe verwendet werden. Die Guanidine unterdrücken den verfärbenden Abbau bei der Lagerung und können auch als Korrosionsinhibitoren wirken. Außerdem verändern die Guanidine die Farbe des Kohlenwasserstof fproduktes nicht, und dies steht im Gegensatz zu einigen der Phenylendiamine, die dem Produkt eine rote Farbe verleihen.
Eine ausgezeichnete Methode zur Durchführung der Kohlenwasserstoffbehandlung mit feststehender Katalysatorschicht ist in der
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US-PS 2 988 500 beschrieben, die oben erwähnt wurde und auf die hier Bezug genommen wird. Alle Dinge, die in dieser Patentschrift beschrieben sind, können mit guter Wirkung bei der Durchführung der vorliegenden Erfindung angewendet werden, sofern man das alkalische Reagens jener Patentschrift durch ein Tetraalkylguanidin ersetzt.
Das Tetraalkylguanidin ist vorzugsweise Tetramethylguanidin. Anstelle von vier Methylgruppen kann es aber auch vier Äthylgruppen, Propylgruppen, Butylgruppen usw. enthalten, oder es können Guanidine verwendet werden, die Alkylgruppen unterschiedlicher Kettenlängen enthalten. Tetramethylguanidin ist bevorzugt, da es leicht erhältlich und billig ist. Ein anderer Vorteil des Tetramethylguanidins ist jener, daß es mit leichten und schweren Naphthensäuren, Phenolen usw. ohne Bildung von seifenartigen Salzen reagieren kann. Das Reaktionsprodukt des Guanidine und der Naphthensäuren ist löslich in einem Kohlenwasserstoff medium, so daß es die Katalysatorschicht nicht verstopft. Dies steht im Gegensatz zu dem Reaktionsprodukt von Naphthensäuren mit Natriumhydroxid in wäßriger Lösung, welches Seifen und Gele bildet, die die Katalysatorschicht vollständig verstopfen und unwirksam machen. Es werden auch Emulsionsprobleme ausgeschaltet, da die Natriumsalze nicht auftreten. Emulsionen bewirken, daß Wasser in Lagerbehälter mitgenommen wird, was einen Wasserüberschuß in dem Behälter verursacht. Diese Seifen können auch Natrium und Wasser in das fertige Produkt mitnehmen, was ebenfalls nicht erwünscht ist.
Wegen der großen Zahl und Unterschiedlichkeit der rohen Beschickungsmaterialien, die zu behandeln sind, kann es erwünscht
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sein, schwerere Alkylguanidine zu verwenden, um sehr schwere Beschickungsmaterialien zu behandeln. Im allgemeinen ist das Guanidin in dem Kohlenwasserstoff um so löslicher, je länger die Alkylgruppen sind. Die vorliegenden Experimente haben jedoch gezeigt, daß selbst die leichte'sten der Tetraalkylguanidine eine sehr wirksame Süßungsarbeit bei nur sehr geringen Konzentrationen leisten, so daß sie in dem zu behandelnden Kohlenwasserstofföl, wie einem Kerosin, vollständig löslich sind.
Die Konzentration des Tetraalkylguanidins sollte ausreichen, um das basische Medium zu ergeben, das für diese erwünschten katalytischen Süßungsreaktionen erforderlich ist. Das Tetraalkylguanidin wird vorzugsweise kontinuierlich zu dem zu behandelnden Kohlenwasserstoff zugesetzt, oder stattdessen kann es in einer wäßrigen oder alkoholischen Lösung verwendet werden, die periodisch über ein feststehendes Katalysatorbett gepumpt wird, um dessen Oberfläche mit basischer Lösung zu benetzen.
Der verwendete Katalysator kann irgendein Katalysator sein, der die Geschwindigkeit der Mercaptanoxidation in Gegenwart eines alkalischen Reagens genügend beschleunigt, um eine Süßung eines sauren Kohlenwasserstoffdestillates über einer feststehenden Schicht des Katalysators zu gestatten. Einige Metallchelate besitzen ausreichende Aktivität, um ihre Verwendung in einem solchen Verfahren zu gestatten. Bevorzugt unter den Metallchelaten sind die Phthalocyanine. Besonders bevorzugt sind die monosulfonierten Derivate von Kobaltphthalocyanin. Die Sulfonierung des Kobaltphthalocyanins macht das Material löslich genug in
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verschiedenen Lösungsmitteln, um die Imprägnierung einer feststehenden Schicht von Kohle mit dem Katalysator zu erlauben. Das Monosulfonatderivat ist bevorzugt, da die stärker sulfonierten Derivate in den zu behandelnden Kohlenwasserstoffen löslicher sind, was es ermöglicht, daß Katalysator aus der Katalysatorschicht ausgelaugt wird. Jüngste Arbeiten, die mit Polyphthalocyaninkatalysatoren und Gemischen unterschiedlicher Metallphthalocyanine durchgeführt wurden, zeigten, daß diese Katalysatoren auch für die Verwendung in der vorliegenden Erfindung brauchbar sind, obwohl sie keinen Teil derselben bilden.
Das Katalysatormaterial kann mit irgendeiner geeigneten Form von Kohle, wie Aktivkohle, in herkömmlicher Weise vereinigt werden. Ein ausgezeichneter Weg zur Herstellung des Katalysators ist der, beispielsweise Kobaltphthalocyaninmonosulfonat in Methanol zu lösen und die Methanollösung des Katalysators wiederholt über eine Schicht von aktivierter Kohle zu leiten. Die genaue Art des verwendeten Katalysators, dessen Herstellungsverfahren und seine Einarbeitung in die Schicht des Kohletxägers bilden keinen Teil der vorliegenden Erfindung.
Um die Wirksamkeit des Tetraalkylguanidins nach der vorliegenden Erfindung zu bewerten, wurde eine Reihe von Experimenten durchgeführt. Ein Kerosin, das sehr schwierig zu süßen war, wurde als Bezugsbeschickungsmaterial verwendet. Das Kerosin enthielt 180 Gewichts-ppm Mercaptanschwefel.
Der verwendete Test war nicht dazu bestimmt, einen industriellen Betrieb zu ergeben, sondern er war eher dazu bestimmt, ein vereinfachtes Verfahren zu sein, das schnell gute alkalische Reagentien von schlechten trennt. Das Testverfahren besteht darin,
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2 g Katalysator, welcheifmit 5 ml des zu testenden alkalischen Reagens befeuchtet war, plus 100 ml Beschickungsmaterial in einen mit Deckel versehenen 300 ml-Kolben zu geben. Der Kolben wurde dann in eine automatische Schüttelvorrichtung eingesetzt. Die Tempeatur wurde nicht gemessen, doch wurden alle Tests bei Umgebungstemperatur in einem Raum durchgeführt, der auf etwa 25° C gehalten wurde, so daß Temperaturveränderungen nicht von Bedeutung sein dürften. Von dem Inhalt der Kolben wurden in gleichmäßigen Abständen Proben genommen, und der Mercaptanschwefelgehalt des Kohlenwasserstoffes wurde bestimmt.
Um die Gültigkeit des Tests zu gewährleisten, wurde eine Reihe von Blindproben mitgetestet, d.h. Tests wurden mit Kohle ohne Metallphthalocyaninkatalysator darauf durchgeführt, und außerdem wurden Tests mit herkömmlichem alkalischem Reagens (Natriumhydroxidlösung) durchgeführt. In dem gesamten Test wurde immer das gleiche Kohlematerial, eine Pflanzenkohle der Nuchar Co., verwendet. Der Katalysator wurde durch Imprägnierung der Kohle mit einem Kobaltphthalocyaninmonosulfonat hergestellt. Der Katalysator wurde durch Auflösen von 0,15 g Kobaltphthalocyaninsulfonat in 100 cm Methanol bereitet. Das Kobaltphthalocyanin war schwierig zu lösen, weswegen das Auflösen stufenweise erfolgte, um zu gewährleisten, daß alles in Lösung gegangen war, d.h. ein Viertel des Alkohols wurde mit dem Phthalocyanin vermischt, sodann wurde dekantiert, nun wurde der nächste Anteil von einem Viertel zu dem am Boden des Kolbens verbliebenen Kobaltphthalocyanin unter Verreiben der Kobaltverbindung zugesetzt. Dies wurde ein drittes und ein viertes Mal wiederholt, um sicher zu sein, daß das gesamte aktive Material
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in dem Alkohol gelöst war. Der Alkohol wurde dann in einen Behälter mit 15 g (1CX) can ) Kohle gegeben, leicht gerührt und
über Nacht stehen gelassen. Sodann ließ man den Alkohol von
dem Material ablaufen, und die Kohle wurde unter einem Wasserstrahlpumpenvakuum getrocknet. Das Filtrat hatte nur eine
schwach blaue Farbe, doch enthielt es keine wesentliche Menge
Kobalt, so daß der Katalysator 1 Gewichts-% des Kobaltphthalocyaninsulfonates enthielt. Dieser Katalysator wurde in mehrere Anteile von 2 g aufgeteilt, um die Aktivitätstests durchzuführen. Die verwendeten Basen und die Ergebnisse des Tests sind
in der folgenden Tabelle aufgeführt.
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Test 1 2 Tabelle 3 I Basen 5 Gewicht - s-ppm RSH 6
Gewichts-%
Katalysator
0 1,0 Anorganische 1,0 4 1,0 180 _ 180 1,0
ml Base 0 0 20 1,0 20 5
2
78 20
B asenbe s ehr e i-
bung
20 +wäßrige ++alkoholische +++wäßriges H
NaOH NaOH NH4OH
1 53 alkoholisches
NH. OH
4
Schüttelzeit (Min. 1 30
0 180 180 180 26 180
70983 5
15
167
164
158
152
44
16
25 44
OO 30 164 146 11 38
/089! 60 164 137 7 33
90 - - 3 22
120 _ 3 _
+) 1 N NaOH in H2O
++) 1 N NaOCH3-Lösung, hergestellt durch umsetzung von Natriummetall mit Methylalkohol +++) 1 N NH4OH in H2O
++++) 1 N NH4OH-Lösung, hergestellt unter Verwendung von chemisch reinem wäßrigem NH4OH und Methylalkohol
IO
O CD O K) O
Ein Strich zeigt an, daß der Mercaptangehalt nicht getestet wurde. Die für Test 3 berichteten Ergebnisse, d.h. für die Verwendung von wäßriger NaOH-Lösung, können als die Standardaktivität für ein herkömmliches Verfahren mit feststehender Katalysatorschicht angesehen werden, überraschenderweise ergibt die Verwendung einer alkoholischen NaOH-Lösung viel bessere Ergebnisse als die Verwendung einer wäßrigen NaOH-Lösung. Die Verwendung einer alkoholischen Natriumhydroxidlösung bildet jedoch nicht Teil der vorliegenden Erfindung. Nicht alle Lösungen zeigten eine Verbesserung am übergang von einer wäßrigen zu einer alkoholischen Phase, wie durch Vergleich der Ergebnisse für wäßriges NH4OH mit denen für alkoholisches NH4OH zeigt.' Das alkoholische NH4OH scheint eine etwas höhere Anfangsaktivität zu ergeben, doch nach 60 Minuten war der Mercaptangehalt 10 bis 2O % höher für die alkoholische Lösung als für die wäßrige Lösung.
Es wurde auch eine Reihe organischer Basen getestet. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tagelle II aufgeführt.
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Tabelle II Organische Basen
Test
10
Gewichts-% 1,0 1,0
Katalysator 20 20
ml Base
1 ,0 20
1,0 20
Basenbeschrei- wäßriges +alkoholisches +alkoholisches alkoholisches
bung
NaOH Diäthylamin Diäthylentriamin Tetramethylgua-
nidin
1,0 20
alkoholisches Arquad
Schüttelzeit (Min.)
15 30
60 90
120
180
44
180
16 31
11 27
7 22
3 19
--Gewichts-ppm RSH-180
71 53
42 36
180 8
7 5
3 3
180 5 (Hcbn dunkelgrün)
3 (Hcbn dunkelgrün)
3 (Hcbn dunkelgrün)
(Hcbn mittelgrüm)
2 (Hcbn mittelgrün)
+) 1 N Diäthylamin-Lösung, hergestellt unter Verwendung der reinen Base und von Methylalkohol
++) 1 N Diäthylentriamin, hergestellt unter Verwendung der reinen Base und von Methylalkohol
+++) 1 N Tetramethylguanidinlösung, hergestellt unter Verwendung der reinen Base und von Methylalkohol
++++) 1 N Armour Arquad T 50 (Trimethyltalgammoniumhydroxid), hergestellt unter Verwendung der Base und von Methylalkohol
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung wird in dem Beispiel erläutert, worin die Base eine alkoholische Lösung von Tetramethylguanidin war. Der letzte Test mit alkoholischer Lösung von Trimethyltalgammoniumhydroxid ist eine Erläuterung eines basischen Mediums, das Mercaptanschwefel umwandelt, das aber für die Verwendung beim Erdölraffinieren nicht annehmbar ist. Die in jenem Beispiel verwendete Base verlieh dem getesteten Kerosin eine tiefgrüne Farbe und führte zur Bildung einer Emulsion, wenn das Kerosin dem Doktortest unterworfen wurde. Jede dieser beiden Eigenschaften allein, d.h. die Farbbildung oder die Emulsionsbildung, disqualifiziert jene spezielle Base für die Verwendung als gewerbliches Erdöladditiv.
Demnach ist ersichtlich, daß das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung einen Weg zur Behandlung selbst schwierig zu süßender Kerosine ohne Verwendung einer wäßrigen Natriumhydroxidlösung liefert. Außerdem ergibt das basische Reagens nach der vorliegenden Erfindung ein wirksameres Süßungsverfahren als wäßrige Natronlaugen oder verschiedene organische Basen, die nach dem Stand der Technik vorgeschlagen wurden.
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Claims (5)

Dr. Hans-Heinrich Willrath t Dr. Dieter Weber Dipl.-Phys. Klaus Seiffert PATENTANWÄLTE D - 62 WIESBADEN 28. Feb. 1977 P<MtfadiBB6145 Gunw-Fitytif-Straie IS Dr . We/Wh * (061 H) 37(7to Teiefwuudreue: WILLPATENT Telex : 4-186 247 Case 1725 UOP Inc. , Ten UOP Plaza - Algonquin & Mt. Prospect Roads, Des Piaines, Illinois 60016, USA Verfahren zur Behandlung eines sauren mercaptanhaltigen Kohlenwasserstoff destillates Priorität; Serial No. 663 879 vom 4. März 1976 in USA Patentansprüche
1. Verfahren zur Behandlung eines sauren mercaptanhaltigen Kohlenwasserstoffdestillates durch Führung des Destillates und eines Oxidationsmittels über eine feststehende Schicht eines Phthalocyaninkatalysators auf einem Kohleträger in Gegenwart eines al-
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ORIGINAL INSPECTED
kaiischen Mediums, dadurch gekennzeichnet, daß man als alkalisches Medium ein Tetraalkylguanidin verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Tetraalkylguanidin Tetramethylguanidin verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als alkalisches Medium eine alkoholische Lösung des Tetraalkylguanidins verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Lösung des Tetramethylguanidins in Methylalkohol verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man das Tetraalkylguanidin in einer Menge entsprechend 1 bis 500 Gewichts-ppm, bezogen auf das Gewicht des sauren Kohlenwasserstoffdestillates, verwendet.
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