DE2631695A1 - Verfahren zur extraktion von mykotoxinen - Google Patents
Verfahren zur extraktion von mykotoxinenInfo
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Description
betreffend:
"Verfahren zur Extraktion von Mykotoxinen"
"Verfahren zur Extraktion von Mykotoxinen"
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Extraktion
von Mykotoxinen aus G-e'bäok, Mehl und Proteinkonzentraten
pflanzlicher Herkunft.
Die Verunreinigung von Nahrungs- und Futtermitteln durch
Mykotoxine kann solche Produkte für den Genuß gefährlich machen, denn die Stoffwechselprodukte der SUngi zeigen ein
breites Spektrum von akuten und chronischen Vergiftungswirkungen, darunter cancerogene und teratogene Effekte.
Unter den verschiedenen, aus einigen pathogenen Mikroorganismen isolierten Toxinen haben die 1960 entdeckten Aflatoxine
aufgrund ihrer hohen biologischen Aktivität eine besondere Bedeutung. Der toxische Paktor der Aflatoxine
wurde aus Kulturen von Aspergillus flavus isoliert; dieser Mikropilz ist unter den für das Verderben von gewissen Körnerfrüchten,
wie Erdnuß, Weizen, Mais, Sonnenblume, Raps usw. verantwortlichen Organismen der wichtigste.
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Die Klasse der Aflatoxine bestellt aus einer Vielzahl von
Substanzen, die untereinander alle chemisch, ähnlich sind
und in gewissen Fällen eine Anzahl von 10 bis 12 erreichen. Vier Verbindungen, die als Ailatoxine B., Bp, G- und G„
bezeichnet werden, sind stets anwesend. Die Metaboliten B.
und G. sind Difuran-Cuinarin-Derivate, während Bp und Gp die
entsprechenden Dihydroderivate sind. Aflatoxin B. ist die
Verbindung, die die höchste Toxizität zeigt und stets den Hauptanteil des Gemisches (eti^a 45 %) darstellt.
Verfahren zum Entzug dieser Verbindungen aus den verdorbenen Produkten bzw. zu ihrer Inaktivierung wurden von verschiedenen
Autoren entwickelt, jedoch verringerten all diese Methoden den Nährwert des Mehls.
Demgegenüber betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Entzug
der Aflatoxine und sämtlicher Mykotoxine, die eine ähnliche
Struktur aufweisen oder irgendwie löslich sind in dem Gemisch aus Lösungsmitteln, das unter für Proteine nicht schädlichen
Bedingungen verwendet wird. Somit bewirkt das Verfahren eine intensive Entgiftung von Gebäck, Hehl und Proteinkonzentraten,
die ursprünglich in verdorbenem Zustand und daher toxisch waren und ermöglicht ihre Verwendung als menschliche oder
tierische Nahrungsmittel.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein organisches Lösungsmittel'mit mindestens einer polaren Gruppe verwendet.
Ein solches Lösungsmittel muß mit einer wäßrigen Lösunggesättigt werden, die einen Elektrolyten von Säurenatur,
d.h. eine organische oder anorganische Säure oder eines ihrer sauren Salze enthält. Der Elektrolyt erhöht die
Löslichkeit der Mykotoxine in der wäßrig-alkoholischen Lösung und erleichtert som it ihre Entfernung.
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Das Extraktionsverfahren wird durchgeführt innerhalb
eines Temperaturintervalls von 4°C gegenüber der Temperatur,
welcher die Denaturierung der Proteine "beginnt, wobei das Verhältnis von gelöster Substanz zu Lösungsmittel
zwischen 1:2 und 1:5 liegt; man kann auch eine erschöpfende Percolation der Extrahierungslösung bei einem pH von
2,0 bis 6,0 anwenden.
Das Verfahren sei an der Extraktion der Aflatoxine B. und
Bp aus einem aus der Ölindustrie stammenden Erdnußine hl näher
erläutert. »Selbstverständlich kann jedoch das Verfahren ebensogut mit Vorteil für die Reinigung von anderen Iiehlsorten
angewandt werden, die durch Aflatoxine.oder andere
Mykotoxine ähnlicher Struktur verunreinigt sind und sich in dem erfindungsgemäß verwendeten Lösungsgemisch lösen,
z.B. für solche aus der Klasse der Ocratoxine, die Stoffwechselprodukte von Aspergillus ochraceus und Penicillium
viridicatum sind.
In den Beispielen wurden die folgenden Stoffe und Verfahrensweisen
angewandt. Ausgangsstoffe: Die Proben von Aflatoxin B^, und
B2 stammten von "Galbiochem". Der für die chromatographische
Dünnschichtanalyse angewandte Silicagel'träger war ein MN-Silicagel, G-HR von Macherey, Nagel & Go.; als
Eluens wurde eine Lösung von 90 Teilen Chloroform und 10
Teilen Aceton verwendet.
•Nor. Butylalkohol und Nor.Hexan stammten von Carlo Erba
als RPE-Lösungsmittel (Erba Pure Reagent).
Die Chlorwasserstoffsäure stammte von Merck.
Methoden: Die Dosierung der Aflatoxine B^ und Bp wurde''
durchgeführt gemäß der AOAC-Methode 26.00? - 26.020, 11. Ausgabe (1970) (Association Official Analytical Chemists).
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Der Versuch zur raschen Erkennung der Aflatoxine IL und B0
wurde durchgeführt gemäß der Methode von L.M. Seitz und
H.E. Mohr in Cereal Chemistry, 51 (4), 487 (1974).
Die fluorimetrische Ablesung der für die Aflatoxine B, und
B2 maßgebenden 1'1I eck en auf der Dünnschicht und die
Bewertung der Proben wurde durchgeführt mit einer "Chromato-Vue" unter Verwendung von langwelligen OT-Strahlen
(Ultraviolett Products, Inc., San Gabriel, California,USA).
Das Extraktionsmittel für die Mykotoxine war eine Lösung von nor.Butylalkohol mit einem Gehalt an Chlorwasserstoffsäure
(0,5.10 normal), pH 2,50, die in einem Volumenverhältnis
von 9:1 zugefügt wurde. Dieses Verhältnis, ist
kein Grenzwert und kann variiert werden als lunlction des pH-Wertes, bis eine völlige Sättigung des Lösungsmittels
durch die wäßrige Lösung, die den Elektrolyt enthält, erreicht ist.
Das aus einer industriellen Einrichtung zur Extraktion von Erdnußöl stammende Erdnußmehl ist pulverisiert mit
einer Bühler-Mühle, Sorte 3? und wird dem Lösungsmittelgemisch
in einem Verhältnis von 1:15 (Gew./Vol.) innerhalb 15 min bei Raumtemperatur und unter Rühren zugesetzt.
Die Suspension wird über einen Büchner-Trichter filtriert (Filterpapier Whatman Fr. J). Die Extraktion wird mit dem
gleichen Lösungsmittelgemisch mehrere Male wiederholt.
Nach Beendigung der Extraktion wird das Mehl im Stickstoffstrom mindestens 3 h getrocknet, worauf zwecks schneller
Erkenntnis der Aflatoxine JEL· und B^ ein Versuch nach der
Methode von Seitz und Mohr durchgeführt wird. Die Dosierung der Aflatoxine wird dagegen nach der Methode AOAG 26.001 26.020
durchgeführt.
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Extraktion der Aflatoxine B. und Bp aus einer entölten Probe
von Erdnußmehl nach der Methode von Seitz und Mohr.
Anfäng-liche Zusammensetzung γόη Erdnußmehl zur öl extraktion:
Feuchtigkeit 8,4 % Bezogen auf Trockensubstanz:
Proteine 58,7 %
Lipoide weniger als 1 %
Kohfaser 5>1 %
100 g Mehl werden in einen Kolben während 15 min bei Saumtemperatur
unter starkem Eiihren mit 1500 ml Lösungsmittelgemisch
vermischt. Das Gemisch wird mit Hilfe einer I'ilterpumpe abfiltriert und die Extraktion am Rückstand
mit 1%'ü ml frischem Lösungsmittel wiederholt. Diese Behandlung
wird mehrfach wiederholt, bis man auf 7 Extraktionsvorgänge kommt. Der schließlich erhaltene liückstand wird
dann im ^Stickstoffstrom ]) stunden lang getrocknet.
50 g des vom 'l'oxin befreiten Hehles werden dann nach
der Seite-und Mohr-Methode auf Aflatoxine untersucht.
Eine identische Menge unbehandeltes Erdnußmehl wird der
oben beschriebenen Prozedur unterworfen.
Auf eine Dünnschichtplatte v/erden 25 Mikroliter einer
Lösung des ursprünglichen Erdnußmehls, des' behandelten
Mehls und von vier Aflatoxinproben, die 10, 20, 30 und
50 Teile Je Billion Aflatoxin B. und B^ enthalten, in
einer Lösung von 98 Teilen Benzol und 2 Teilen Acetonitril
aufgebracht. Die Herstellung dieser ötandardlösungen wurde durchgeführt durch genaues Auflösen der Aflatoxine B. und
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IL3, Sorte A, in einer Lösung von Benzol/Acetonitril
(98:2), so daß man eine Endkonzentration von etwa 1 Mikrogramm je Milliliter erhielt. Die tatsächliche Konzentration
wurde dann bestimmt durch spektrophotcmebrische
Methoden gemäß AÜAC 26.Ü1.
Die Platte wird 10 Minuten in Chloroform/Aceton (90:10)
eluiert und dann unter UV-Licht mit hoher "Wellenlänge abgelesen.
Wie aus der Untersuchung der Platte hervorging, waren in den Aus gang sp rob en zwei charakteristische .Flecken sichtbar,
die mit Si1 eine blaue JPluoreszens ergaben, was den
ütandardlösungen der Aflatoxine B und B.- entspricht.
Die Flecken relativ zu der unbehandelten Probe hatten eine Intensität, die wesentlich höher war als diejenige der
konzentriertesten btandardlösung, während die Elecken
auf der Platte, die dem Extraktionsprozess mit dem Lösungsmittelgemisch
unterxrorf en worden waren, eine ii'luoreszens-Intensität
auxViesen, die vergleichbar war mit der niedrigsten Konzentration der Standardlösungen, d.h.
etwa gleich 10 Teilen je Billion war.
Extraktion und Dosierung der Aflatoxine B. und B^ aus einer
Probe von Erdnuß/ aus der Ölindustrie gemäß der Methode AOAC
26.001 - 26.020
mehl
100 g Erdnuß/ mit der gleichen Zusammensetzung wie in
Beispiel 1 werden in einem Kolben 15 Minuten bei Raumtemperatur
unter kräftigem Rühren vermischt mit 1500 ml eines
Lösungsgemisches. Die Piltrierung erfolgt über eine Ifilterpumpe
und der Rückstand wird nochmals mit 1500 ml frischem
Lösungsmittel extrahiert. Diese Behandlung wird mehrfach
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durchgeführt, bis man sieben Extraktionen erreicht hat
"und der letzte Rückstand wird ο Stunden im Stickstoffstp?om
getrocknet.
50 g des vom Toxin befreiten Hehles der gleichen Zusammensetzung
wie in Beispiel 1 werden nach der Methode AOAC 26.001 - 26.020 zur Dosierung von Aflatoxinen behandelt,
wobei die letzteren, nachdem sie einmal extrahiert worden sind, in 0,5 ml einer Benzol/Acetonitril-Lösung (98:2)
solubilisiert werden. Zum Vergleich wird eine gleiche
.Tnehl
Menge unbehandeltes Erdnuß/ dem oben beschriebenen AOAG-Test unterworfen.
Menge unbehandeltes Erdnuß/ dem oben beschriebenen AOAG-Test unterworfen.
Auf eine Platte, auf der eine 0,3 mm dicke Schicht von MN-Silicagel G-HR abgelagert worden war, wurden die folgenden
Proben aufgebracht:
1. Mit Aflatoxinen verunreinip,'te Probe
Abgelagert werden: 5,5 und '/ Mikroliter der Lösung der
verunreinigten Erdnußraehlprobe in Beiizol/Acetonitril
(98:2) und 5 Hikroliter der BtandardlÖsung von Aflatoxin
By,, zusammen mit 5 Mikroliter der verunreinigten Probe.
2. Standardlösungen
Es wurden 3,5 u^-d 7 Mikroliter einer Standardlösung von
Aflatoxin B^, 1 Mikrogramm/Hilliliter aufgebracht.
3. Vom üoxin befreite Probe
Es wurden aufgebracht: 5? 10 imd 15 Mikroliter der Lösung
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der Probe des vom Toxin befreiten Erdnußmehls in Benzol/
Acetonitril (98:2) und 5 Mikroliter der Standardlösung
von Aflatoxin B.,, zusammen mit 5 Mikroliter der nicht
verunreinigten Probe.
Das für die Chromatographie verwendete Eiuens war zusammengesetzt aus Chloroform und Aceton im Verhältnis 90:10
auf die Dauer von 40 Minuten, entsprechend einem !Fortschreiten der Lösungsmittelfront durch 12 crn.
Aus der mit einer UV-Lampe mit langwelligem UV-Licht beobachteten Platte wurden die folgenden Werte erhalten:
1. Probe, verunreinigt durch Aflatoxine
Die entsprechend den 3 Mikroliter der auf das ^tacixe verdünnten
ursprünglichen Probe auftretenden blauen ü'luoreszensflecken
zeigten eine identisch Intensität und einen identischen Rf-Wert an, wie die 5 Mikroliter der
Standardlösung von Aflatoxin IL.
Zur Berechnung der ursprünglich in dem Mehl enthaltenen Menge an Aflatoxin B^, ausgedrückt in Teilen Je Billion,
wurde gemäß AOAC 26.020 die folgende Formel angewandt:
S. X. V
Mikrogramm je kg = ·>
X. ¥
worin:
S = Mikroliter B. - ßtandardlösung
Y = Konzentration der B.-Standardlösung
V = Mikroliter verdünnte Probe
X = Mikroliter abgelagerte Probe, die die gleiche lO-uoreszens-Intensität zeigte wie die B.-Standardlösung
W = Gramm Mehlprobe, verwendet für die Analyse
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- 9 Das Resultat ist:
Mikrogramm je kg = = W Teile je Billion
^•1U (0,47 ppm)
5. Vom (Toxin "befreite Probe
Der den 15 Mikroliter der vom Toxin befreiten Probe entsprechende
blaue !''luoreszensfleck hatte die gleiche
Intensität und den gleichen Rf-Wert wie derjenige aus den 3 Iiikrolitern Aflatoxin B.-Standardlösung.
Zur Berechnung der 'feile je Billion an Aflatoxin B., das
in dem vom Toxin befreiten Erdnußöl noch zurückgeblieben
war, wurde die obige i'Ormel angex^andt:
Mikrogramm je kg =10 Teile je Billion oder
1^- |U 0,01 ppm
Der erhaltene V/ert entspricht einem Rückstand an Aflatoxin
B^ von 2,5 % des ursprünglichen Wertes.
Auf gleiche V/eise wurden mit den ütandardlösungen von
Aflatoxin Bp die Rückstandsmengen von B? in gereinigtem
Mehl ermittelt; sie entsprachen ebenfalls 2,5 -':/* der
ursprünglichen Menge.
PATENTANSPEUCHE:
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Claims (1)
- P A 1J E M 1» A H a P R Ü CHEVerfahren zur Extraktion von Mykotoxinen aus Pflanzenmehl, dadurch gekennzeichnet , daii man das betreffende Hehl oder die daraus erhaltenen Produkte mit einem organischen Lösungsmittel behandelt, das mindestens eine polare Gruppe aufweist" und mit einer wäßrigen Lösung eines Elektrolyts vermischt ist.(2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch g e k e η η zeichnet , daß man die Behandlung mit einem
Verhältnis von gelöstem Stoff zu Lösungsmittel im Bereich von 1:2 bis 1:50 durchführt.(3) Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß in dem Lösungsmittelgemisch der pH-Wert der x^äßrigen Elektrolytlösung 2,0bis 6,0 beträgt.(4) Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch g e k e nn ζ e i ch η e t , daß man die Behandlung bei einer Temperatur durchführt, die nicht mehr als 40G von der Denaturierungstemperatui· der Proteine
abweicht.(5) Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dau man als organisches Lösungsmittel nor.Buty!alkohol verwendet.(6)Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,6Ö98&3/1 199-t-dadurch gekennzeichnet , daß man als Elektrolyt eine anorganische Säure, insbesondere Chlorwasserstoff säure , verx^endet.(7) Anwendung des Verfahrens nach einein der vorangehenden Ansprüche zur Extraktion von Hykotoxinen aus Erdnußmehl, vorzugsweise aus einem Mehl, das "bei der technischen Extraktion von Erdnußöl anfällt.609883/119
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