DE2658362B2 - Farbwerk für eine Druckmaschine, insbesondere zum Bedrucken von Tuben, Hülsen u.dgl - Google Patents
Farbwerk für eine Druckmaschine, insbesondere zum Bedrucken von Tuben, Hülsen u.dglInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Farbwerk für eine
Druckmaschine, insbesondere zum Bedrucken von Tuben, Hülsen und dergleichen, das eine Farbkastenwalze
mit einem unabhängigen, steuerbaren Antrieb und mindestens eine Reibwalze besitzt
Bei bekannten Maschinen dieser Art wird der Antrieb der Reibwalzen von einem einzigen Gesamtantrieb des
Druckwerkes, ti»<d zwar im allgemeinen vom Antrieb
des Druckzylinders abgenommen
Die Abnahme der Bewegungen der Reibwalze vom Hauptantrieb macht es dabei unmc jlich, die Verreibergeschwindigkeit
in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Dies wäre aber bei manchen Farben zweckmäßig. Auch
der Antrieb für die Farbkastenwalze kann nicht unmittelbar vom Hauptantrieb abgenommen werden.
Auch er muß umgewandelt werden, nämlich entweder in einen kontinuierlichen Antrieb mit anderer Umfangsgeschwindigkeit
oder in einen schrittweisen Antrieb mit gleichbleibenden Intervallen.
Bei dem aus der DE-OS 23 40 300 bekanntgewordenen
Farbwerk gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 ist die Farbkastenwalze mit einem unabhängigen
zusätzlichen Antrieb versehen, mit dessen Hilfe diese Walze von ihrer Normalgeschwindigkeit auf eine
höhere Geschwindigkeit gebracht werden kann. Damit will man eine gute Steuerung der Farbmenge durch
Fernbedienung erreichen, außerdem ergibt sich hierdurch eine Farbstcuerung, die unabhängig von der
Geschwindigkeit und von der Obersetzung zwischen Maschine und Farbkastenwalze ist. Jedoch kann diese
Anordnung nicht ohne weiteres für alle Arten von Farben verwendet werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht demgegenüber darin, ein Farbwerk der eingangs
genannten Art zu schaffen, mit dem dünnflüssige und auch sehr zähe Farben verarbeitet werden können, das
also zum Verarbeiten von Farben beliebiger Konsistenz geeignet ist.
Zu dem obengenannten Zweck ist erfindungsgemäß
bei einer Verrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches I vorgesehen, daß die Reibwalze einen hin
und her bewegbaren, durch Reibungskraft angetriebenen Mantel und eine angetriebene Spindel besitzt und
daß der Antrieb der Spindel einen eigenen, stufenlos
steuerbaren Antriebsmotor enthält.
Das erfindungsgemäße Farbwerk ist für Farben beliebiger Konsistenz geeignet, da man in der Lage ist,
für das Verarbeiten von normalen, pastösen Farben — 5 oder auch extrem steifen Farben — die Farbkastenwalze
mit schrittweise unterschiedlicher Geschwindigkeit laufen zu lassen und die Reibwalze kontinuierlich
anzutreiben und eine extrem steife Verreibung zu erzielen, hingegen zum Verarbeiten von flüssigen
ίο Farben, z. B. sogenannten Flexofarben, die Farbkastenwalze
ständig langsamer umlaufen zu lassen (um ein Antrocknen der Farbe zu vermeiden) und die Verreibung
in Richtung auf Null zu verringern.
Das erfindungsgemäOe Farbwerk macht also, was bei Tubenbedruckmaschinen von besonderer Bedeutung ist, eine optimale Anpassung der Verarbeitungsart an die Art der jeweils eingesetzten Farbe möglich, da einerseits die Betriebsart und die Geschwindigkeit der Farbkastenwalze unabhängig von allem anderen gesteuert und bestimmt werden können und andererseits auch die Verreibungsbewegung und deren Geschwindigkeit in einfacher Weise dadurch regelbar bzw. beeinflußbar ist, daß die Drehzahl von Reibwalzenmantel und Antriebsspindel unterschiedlich gemacht wird, so daß je größer der Drehzahlunterschied ist, desto höher auch die axiale Verreibungsgeschwindigkeit ist, während bei gleichen Drehzahlen der Mantel der Reibwalze keine hin und her gehende Bewegung ausführt Es kann also durch Regelung einer der Drehzahlen, beispielsweise der der Antriebsspindel, eine sehr feine stufejilose Regelung der Verreibungsgeschwindigkeit erfolgen. Hierbei wird der Reibwalzenmantel über andere anliegende Walzen durch Reibungskräfte angetrieben, während die Spindel einen geson-
Das erfindungsgemäOe Farbwerk macht also, was bei Tubenbedruckmaschinen von besonderer Bedeutung ist, eine optimale Anpassung der Verarbeitungsart an die Art der jeweils eingesetzten Farbe möglich, da einerseits die Betriebsart und die Geschwindigkeit der Farbkastenwalze unabhängig von allem anderen gesteuert und bestimmt werden können und andererseits auch die Verreibungsbewegung und deren Geschwindigkeit in einfacher Weise dadurch regelbar bzw. beeinflußbar ist, daß die Drehzahl von Reibwalzenmantel und Antriebsspindel unterschiedlich gemacht wird, so daß je größer der Drehzahlunterschied ist, desto höher auch die axiale Verreibungsgeschwindigkeit ist, während bei gleichen Drehzahlen der Mantel der Reibwalze keine hin und her gehende Bewegung ausführt Es kann also durch Regelung einer der Drehzahlen, beispielsweise der der Antriebsspindel, eine sehr feine stufejilose Regelung der Verreibungsgeschwindigkeit erfolgen. Hierbei wird der Reibwalzenmantel über andere anliegende Walzen durch Reibungskräfte angetrieben, während die Spindel einen geson-
denen regelbaren Antrieb besitzt, der stufenlos
steuerbar ist Da beide Teile der Reibwalze angetrieben werden, ist auch ein sicheres Anfahren gewährleistet
und ein Durchrutschen oder Langsamerwerden aufgrund von nachlassender Reibung unmöglich, da der
axiale Relativantrieb im wesentlichen formschlüssig erfolgt
Eine Reibwalzenanordnung für sich, die einen hin und her bewegbaren Mantel und eine angetriebene Spindel
besitzt ist zwar aus der DE-OS 19 10159 bekannt
geworden, jedoch ist dort der Antrieb der WsIIc nicht stufenlos steuerbar. Auch ist diese Anordnung bei
we'.tem nicht so anpassungsfähig und vielseitig verwendbar wie der Erfindungsgegenstand.
Aus der DE-PS 1 85 198 ist eine Reibwalze bekannt die einen durch Reibungskräfte angetriebenen, drehbaren und auch verschiebbaren Mantel aufweist Bei dieser Reibwalze ist jedoch kein Antrieb der den Mantel tragenden Achse vorgesehen. Bei dieser Reibwalze ist lediglich eine Veränderung des Verreibungshubes möglich.
Aus der DE-PS 1 85 198 ist eine Reibwalze bekannt die einen durch Reibungskräfte angetriebenen, drehbaren und auch verschiebbaren Mantel aufweist Bei dieser Reibwalze ist jedoch kein Antrieb der den Mantel tragenden Achse vorgesehen. Bei dieser Reibwalze ist lediglich eine Veränderung des Verreibungshubes möglich.
Wenn z. B. die Farbkastenwalze mit ihrem unabhängigen
Antrieb über eine Freilaufkupplung in ansich bekannter Weise verbunden ist und die zusätzlich an
ihrem dem Antrieb entgegengesetzten axialen Ende mit einem Handrad versehen ist macht die Freilaufkupplung
es möglich, die Farbkastenwalze auch bei stehendem Antrieb, beispielsweise zur Ausführung von
Wartungsarbeiten zu drehen oder sie bei sich drehendem Antrieb schneller zu drehen, um während des Laufs
mehr Farbe auf die Druckwalze zu übertragen.
Weitere Einzelheiten sind der folgenden Beschreibung zu entnehmen, in der die Erfindung anhand des in
der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher beschrieben und erlSutert wird. Es zeigt
Fig. 1 in schematischer Darstellung den Walzenplan
des Farbwerkes einer Druckmaschine zum Behandeln von hohlen Werkstücken, gemäß einem Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung, s
Fig.2 eine Seitenansicht der mit einem eigenen Antrieb versehenen Farbkastenwalze.
In F i g. 1 ist im wesentlichen das Farbwerk 10 schematisch dargestellt Das Druckwerk 10 besitzt beim
dargestellten Ausführungsbeispiel einen Druckzylinder 11, einen Formzylinder 12, der mit dem Druckzylinder
11 zjjsammenwirkt uDd ein nicht dargestelltes an ihrem
Umfang aufgespanntes Klischee trägt, femer eine Übertragungswalze 12, eine Reibwalze 14, an der
Spiegelwalzen 15 und 16 anliegen können, und eine is
Heberwalze 17, die zwischen der Reibwalze 14 und einer Farbkastenwalze 18 zur Farbübertragung hin und
her pendelt. Die Farbkastenwalze 18 erhält ihre Farbe
über ein Farbmesser 19 aus einem mit einem nicht dargestellten Vorratsbehälter verbundenen Farbkasten
20 (Fig. 2). Die Farbe gelangt von der Farbkastenwalze
18 über die Reibwalze 14, zu der sie von der Heberwalze
17 angebracht wird, und über die Übertragungswalze 13
zum Formzylinder 12, von dessen aufgespanntem Klischee sie auf den Druckzylinder 11 übertragen wird.
Das Druckwerk 10 besitzt einen nicht dargestellten Hauptantrieb, der auf die Welle 21 des Druckzylinders
11 wirkt und wobei von dort z.B. über ein nicht dargestelltes Zahnradgetriebe der Antrieb des Formzylinders
12 abgenommen wird. Der Formzylinder 12 steht χ mit der Übertragungswalze 13 und dem Mantel 23 der
Reibwalze 14 in reibschlüssiger Antriebsverbindung. Der Antrieb der Heberwalze 17 erfolgt über einen nicht
dargestellten Riemenantrieb von der Welle des Formzylinders 12 aus. Außer einer Rotationsbewegung
führt die Heberwalze 17 ferner eine Schwenkbewegung mittels eines beispielsweise um die Welle 22 der
Reibwalze 14 schwenkbaren Armes 24 aus. Die zum Mantel 23 koaxiale und relativ zu ihm drehbare Welle 22
ist mit eine*n eigenen, stufenlos regelbaren Antriebsmotor 25, beispielsweise über einen Riemenantrieb,
verbunden. Während die Welle 22 der Reibwalze 14 starr in einem Rahmen des Druckwerkes 10 gehalten ist,
kann sich der Mantel 23 der Reibwalze 14 in Längsrichtung der Welle 22 zum Verreiben der Farbe
zwischen sich und beispielsweise dtr Übertragungswalze 13 hin und her bewegen, was mit Hilfe von
Steuerkurven am Außenmantel und von an diesem anliegenden vorgespannten Folgerollen geschehen
kann.
Wie aus den F i g. 1 und 2 ersichtlich, ist auch die Farbkastenwalze 18 mit einem eigenen Getriebemotor
27 verbunden, der die Farbkastenwalze 18 kontinuierlich oder schrittweise antreiben kann, so daß sie
unabhängig sowohl vom Hauptantrieb als auch vom Antrieb der Welle 22 der Reibwalze 14 rotierend
antreibbar ist. Der Getriebemotor 27 ist über ein Winkelgetriebe, ein aus zwei Zahnradern bestehendes
Zahngeiriebe 28 und eine Freilaufkupplung 26 mit der Antriebswelle 29 der Farbkastenwalze 18 verbunden.
Die Freilaufkupplung 26 kann dabei üblicher Bauart sein und braucht deshalb nicht im einzelnen beschrieben
werden.
Beim Ausführungsbeispiel ist die Freilaufkupplung 2&
zwischen der Antriebswelle 29 und dem ihr zugeordneten Zahnrad 30 des Zahngetriebes 28 angeordnet
(F ig- 2).
Die innerhalb des Zahnrades 30 angeordnete Freilaufkupplung 26 bewirkt eine drehfeste Verbindung
in einer bestimmten Drehrichtung A zwischen Antriebswelle 29 und Zahnrad 30 dann, wenn das Zahnrad 30
vom Getriebemotor 27 schneller angetrieben wird als die Antriebswelle 29 rotiert Die Antriebswelle 29 wird
also vom Zahnrad 30 mitgenommen, so daß die Farbkastenwalze 18 mit der vom Motor 27 und dem
Getriebe bestimmten Geschwindigkeit umläuft Diese Antriebsverbindung wird dann aufgehoben, wenn in
derselben Drehrichtung A die Antriebswelle 29 schneller gedreht wird als das Zahnrad JO.
Es ist dadurch einerseits wegen des separaten Getriebemotors 27 möglich, die Drehbewegung der
Farbkastenwalze 18 an gegebene äußere Einflüsse, d. h. beispielsweise an Eigenschaften der verwendeten
Farben anzupassen und andererseits kann wegen der Freilaufkupplung 26 ein Lauf der Farbkastenwalze 18
zugelassen werden, der schneller ist als der durch den Getriebemotor 27 hervorgerufene. Dies bedeutet, daß
die Farbkastenwalze 18 beispielsweise zur Erhöhung der Farbzuführung mittels eines Handrades 36, das auf
der Antriebswelle 29 an dem dem Zahngetriebe 28 abgewandten Ende der beidendig gelagerten Antriebswelle
29 drehfest sitzt schneller angetrieben werden kann. Die somit in einer Drehrichtung nicht starr mit
dem Getriebemotor 27 verbundene Farbkastenwalze 18 kann dadurch auch beispielsweise bei Stillstand verdreht
werden, was für Wartungsmaßnahmen von Vorteil ist.
Wie aus Fig.2 ferner ersichtlich, ist unter der
Farbkastenwalze 18 einerseits der zu beiden Seiten überragende Farbkasten 20 angeordnet und andererseits
das Farbmesser 19 gehalten, das mittels Stellschrauben 37 relativ zur Farbkastenwalze 18 verstellt
bzw. justiert werden kann.
Wie erwähnt rollen der Mantel 23 der Reibwalze 14 und die als Gummiwalze ausgebildete Übertragungswalze
13 reibschlüssig aneinander ab, wobei die Übertragungswalze 13, über den Formzylinder 12
reibschlüssig angetrieben wird, wobei ein Farbübertrag stattfindet. Der Mantel 23 führt jedoch auch eine axiale
Bewegung relativ zur starr angeordneten Übertragungswalze 13 aus, wodurch ein Verreiben und damit
ein gleichmäßiges Auf- bzw. Übertragen der Farbe über die gesamte Län<ge und den gesamten Umfang der
Übertragungswalze 13 erfolgt.
Claims (2)
1. Farbwerk für eine Druckmaschine, insbesondere
zum Bedrucken von Tuben, Hülsen und dergleichen, das eine Farbkastenwalze mit einem
unabhängigen, steuerbaren Antrieb und mindestens eine Reibwalze besitzt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Reibwalze (14) einen hin und her bewegbaren durch Reibungskräfte angetriebenen
Mantel (23) und eine angetriebene Welle (22) besitzt und daß der Antrieb der Welle (22) einen
eigenen, stufenlos steuerbaren Antriebsmotor (25) enthält.
2. Farbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Farbkastenwalze (18) mit ihrem Antrieb (27) über eine Freilaufkupplung (26)
verbunden ist und zusätzlich an ihrem dem Antrieb (27) entgegengesetzten axialen Ende mit einem zur
Handbetätigung dienenden Handrad (36) versehen ist.
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