DE3419764C2 - Vorrichtung zum seitlichen Transportieren überschüssiger Farbe, Farb-/Wasseremulsion oder Wasser - Google Patents
Vorrichtung zum seitlichen Transportieren überschüssiger Farbe, Farb-/Wasseremulsion oder WasserInfo
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Abstract
Um von einer Walze, beispielsweise einer Farbauftragswalze (61), von den Walzenrandbereichen zur Walzenmitte hin Farbe zu verschieben, wird an diese eine Reiterwalze (60) angestellt, die zwei exzentrisch zueinander versetzte Mantelhälften (63, 64) umfaßt. Die Mantelhälften (63, 64) sind über Lager (75 bis 78) auf einer durch einen Motor (72) antreibbaren, rotierenden und changierenden Achse (65) positioniert. Durch eine auf der Achse (65) angeordnete Steuerkurve (79, 80) und eine in diese eingreifende ortsfeste Kurvenrolle (81) wird eine Changierbewegung erzeugt, deren Phasenlage so gewählt ist, daß jeweils nur die Mantelhälfte (z. B. 63) mit der Gegenwalze (61) in Berührung steht, die eine Changierbewegung nach innen, d. h. zur Walzenmitte hin, ausführt, während die andere Mantelhälfte (64), die zum Ende der Walze (61) hin changiert, abgehoben ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung in einem Färb- oder Feuchtwerk für eine Rotationsdruckmaschine
zum seitlichen Transportieren überschüssiger Farbe oder Farb-/Wasseremulsion von Randbereichen einer
Farb-/Feuchtwerkswalze zur Walzenmitte hin mittels einer Walze.
Aus der DE-PS 30 14 144 ist es bereits bekannt, mittels eines Transportbandes, das in Form einer geschlossenen
Schleife um eine Farbwerkswalze, zwei parallel zu diesem angeordneten Umlenkwalzen und um zwei
schräg verlaufende Führungsstangen geführt ist, überschüssige Farbe von den Endbereichen der Walze zur
Walzenmitte hin zu fordern. Des weiteren sind aus der DE-PS 31 27 880 und aus der DE-PS 31 48 667 lcegelstumpfförmige,
in V-Form gegeneinander angestellte rotierende Rollen bekannt, die an eine Farbwerkswalze
anstellbar sind, so daß über diese Rollen ein Farbtransport von den Außenbereichen einer Walze zur Mitte hin
erfolgen kann. Ein gemeinsamer Nachteil dieser bekannten Vorrichtung besteht u.a. darin, daß unerwünschte
Umfangsgeschwindigkeit-Differenzen durch die Schrägführung der Bänder bzw. infolge der kegelstumpfförmigen
Mantelkontur der Rollen im Kontaktbereich zwischen diesen und der Farbwerkswalze unvermeidlich
sind. Hinzu kommt, daß bei der erstgenannten, mit Bändern ausgestatteten Schrägtransportvorrichtung
eine erhebliche Verschmutzungsgefahr besteht, während die bekannten, mit kegelstumpfförmigen
Transporteiementen arbeitenden Vorrichtungen lediglich »puf/ktuell« an bestimmten Abschnitten der Farbwerkswalze
angreifen können und von diesen Farbe wiederum nur zu bestimmten Abschnitten der Farbwerkswalze
übertragen können.
Aufgabe der Erfindung ist es, für ein Fvb- oder Feuchtwerk eine Vorrichtung zum Transportieren
überschüssiger Farbe von Randbereichen einer Walze zur Walzenmitte hin zu schaffen, die kontinuierlich über
den gesamten Walzenbereich zur Walzenmitte hin unter Verwendung einer changierenden und rotierenden
Walze das überschüssige Färb- und/oder Feuchtmittel schiebt.
Diese Aufgabe wird durch die Anwendung der Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Die Zeichnung
zeigt
F i g. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäß changierenden Walze,
F i g. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäß changierenden Walze und
F i g. 3 ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäP
changierenden Walze.
F i g. 1 zeigt im Längsschnitt eine zwischen zwei nicht dargestellten Seitenwänden einer Rotationsdruckmaschine
positionierbare Walze, die als Reiterwalze vorzugsweise an eine FarbVFeuchtauftragswalze angestellt
werden kann und die die Funktion eines »Reaklivators« auiübt. Vorzugsweise sind atch mehrere derartige
changierende Reiterwalzen 1 an eine Farbauftragswalze anstellbar, wobei dann die Phasenlage der Changierbewegungen
so festlegt wird, daß die nachfolgende Walze mit ihrer Verreibtsag einsetzt, wenn die vorauslaufende
im Leerhub zurückchangiert, um eine permanent wirkende Reibkomponente an der Farbauftragswalze aufrechtzuerhalten. Dadurch wird u. a. das unangenehme
Schablonieren weitgehend unterdrückt. Die als Gegenwalze wirkende Auftragswalze 2 ist in Fig. 1
lediglich angedeutet.
Die erfindungsgemäße Reiterwalze 1 besteht aus mindestens zwei Abschnitten, die vorzugsweise gleich
groß sind. Dabei liegt das Prinzip der Erfindung darin, daß stets nur derjenige Mantelabschnitt Kontakt mit
der Gegenwalze 2, hier der Auftragswalze, bekommt, der eine Changierbewegung zur Walzenmitte hin ausführt,
während die Walzenabschnitte, die sich jeweils nach außen bewegen, keine Berührung mit der Gegenwalze
2, also der Auftragswalze, haben. Dadurch wird in vorteilhafter Weise erreicht, daß unerwünschte Farb-
und Hmulsionsüberschüis; auf der Gegenwalze 2 bzw.
der Auftragswalze von außen zur Mitte hin geschoben werden, während bei der nach außen gerichteten Changierbewegung
der Walzenabschnitte kein Farbtransport erfolgt.
Die in F i g. 1 dargestellte Reiterwalze 1 wird durch Friktion von der Gegenwalze 2 angetrieben. Der Mantel
3 der Reiterwalze 1 umfaßt zwei Abschnitte, und zwar die exzentrisch zueinander angeordneten und etwa
in der Walzenmitte gegeneinanderstoßenden Mantelabschnitte 4 und 5. Der exzentrische Versatz E beträgt
in dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel 0,15 mm. Der Walzenmantel 3 und somit die Mantelabschnitte
4 und 5 umschließen eine feststehende Achse 6. Durch quasi als Klauenkupplung arbeitende Mitnehmerstifte
7 wird eine Antriebsverbindung zwischen den Mantelabschnitten 4 und 5 erreicht, die erforderlich ist,
da stets nur ein Mantelabschnitt, in F i g. 1 ist es gerade der Mantelabschnitt 4, Kontakt mit der Gegenwalze 2
aufweist und somit angetrieben wird. Bei der entgegengesetzten Changierbewegung hingegen ist der Mantelabschnitt
4 abgehoben, und der Mantelabschnitt 5 steht in Kontakt mit der Gegenwalze 2. «.<
diesem Fall wird über die Mitnehmerstifte 7, die trotz exzentrischem Versatz die Antriebsverbindung aufrechterhalten, auch
der Mantelabschnitt 4 angetrieben.
Der Mantelabschnitt 4 ist über Lager 8, 9 und der Mantelabschnitt 5 über Lager 10,11 auf einem über der
feststehenden Achse 6 angeordneten Rohr 12 positioniert. Das Rohr 12 wiederum sitzt drehbar über Büchsen
13, 14, beispielsweise über großen Bronzebüchsen, auf der feststehenden Achse 6. Wie an der rechten Seite der
Reiterwalze 1 angedeutet, ist vorzugsweise für diese Stellen jeweils eine Schmiervorrichtung 15 vorgesehen.
Drehfest auf der Achse 6 ist ein Steuerkurvenrohr 16
positioniert, an dem eine den Changierhub vorgebende Kulisse 17 vorgesehen ist. Des weiteren weist das Steuerkurvenrohr
16 ein Zahnrad 18 mit einer Außenverzahnung auf, das im Ausführungsbeispiel dreißig Zähne
besitzt. Exzentrisch über dem Zahnrad 18 >st ein innenverzahntes
Zahnrad 19 angeordnet, das jeweils nur an einer Stelle, entsprechend der Drehlage, in Eingriff mit
dem Zahnrad 18 steht und das eine größere Anzahl von Zähnen, hier dreiunddreißig Zähne, aufweist. Das innenverzahnte,
exzentrisch angeordnete Zahnrad 19 ist über Lager 20, 21 im Mantel 3, hier dem Mantelabschnitt 4,
der Reiterwalze 1 positioniert Durch die exzentrische Anordnung des innenverzahnten Zahnrades 19 über
dem zentrisch zur Achse 6 angeordneten außenverzahnten Zahnrad 18 und infolge der unterschiedlichen
Zähnezahl wird erreicht, daß das außenverzahnte Zahnrad 19 bei einer Rotation der Reiterwalze 1 ebenfalls
rotiert, jedoch mit einer entsprechend untersetzten Geschwindigkeit. Das Untersetzungsverhältnis berechnet
sich wie folgt:
(33 - 30): 3 = 1 : 11 .
Diese um den Faktor 11 kleinere Drehbewegung wird über eine flexible Kupplung 22 unter Einschaltung eines
Verbindungsstück» 24 auf eine Kurvenrolle 25 übertragen, die an der ortsfesten Kulisse 17 im Steuerkurvenrohr
16 umläuft. Der exzentrische Versatz des Zahnrades 19 wird durch die flexible Kupplung 22, beispielsweise
in Form eines innenverzahnten, flexiblen Schlauches (Zahnriemen), bezogen auf die nachfolgenden, wieder
zentrisch angeordneten Teile, ausgeglichen. Diese umfassen die Kurvenrolle 25, die an einem konzentrisch,
bezogen auf die Achse 6, angeordneten rohrförmigen Kurvenrollenträger 23 befestigt ist. Der Kurvenrollen-
träger 23 ist an der rechten Seite mit dem Rohr 12 verbunden, beispielsweise mit diesem verschweißt.
Somit werden der Kurvenrollenträger 23 und das Rohr 12 mit der genannten untersetzten Drehzahl angetrieben
und führen gleichzeitig eine Changierbewegung aus, die durch die an der Kulisse 17 ablaufende Kurvenrolle
25 diktiert wird. Über die Lager 8 bis 11 werden auch die Mantelabschnitte 4 und 5 zu dieser Changierbewegung
gezwungen. Zur Verbesserung der Laufeigenschaft ist auch an der linken Seite der Reiterwalze 1
eine Schmierung 26 vorgesehen.
Durch die dargestellte und beschriebene Ausbildung der miteinander verbundenen Mantelabschnitte 4 und 5
wird erreicht, daß, unabhängig von der Phasenlage des Changierhubes, beide Mantelabschnitte 4, 5 stets durch
die Gegenwalze 2 in Drehung versetzt werden. Durch die umfangsmäßige Abstimmung der Kulisse 17 auf der
Achse 6, bezogen auf den exzentrischen Versatz von vorzugsweise iööc der ManieiabschniUe 4, 5 zueinander,
wird somit erreicht, daß ohne zusätzlichen Antrieb an der Reiterwalze 1 stets der jeweils zur Mitte der
Gegenwalze 2 hin changierende Abschnitt in Kontakt mit der Gegenwalze 2 steht, so daß von den Außenbereichen
zur Walzenmitte hin durch diese nach innen laufende Changierbewegung Farbe geschoben wird.
Der jeweils sich von der Mitte nach außen bewegende Mantelabschnitt weist keinen Kontakt mit der Gegenwalze
2 auf, so daß. entgegen dem üblichen bekannten Changierprinzip, von der Walzenmitte in Richtung Walzenende
keine Farbe verschoben wird.
Die erfindungsgemäße Reiterwalze 1 eignet sich, wie bereits erwähnt, besonders für den Einsatz an Farbauftragswalzen,
jedoch versteht es sich, daß auch ein Einsatz an anderen Walzen, vorzugsweise im plattenzylindernahen
Bereich, in Frage kommt, wobei im Prinzip sowohl Farbe als auch Farb-Feuchtmittelemuisionen
oder Fcuchtmittc! in der erfändur.gsgerriäßer! Weise von
den Walzenendbereichen zur Walzenmitte hin verschoben werden können.
Im folgenden wird anhand von F i g. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel nach der Erfindung beschrieben,
bei dem keine flexible Kupplung zum Ausgleich des exzentrischen Versatzes der Zahnräder benötigt wird.
Eine der Reiterwalze 1 entsprechende Reiterwalze 27 ist wiederum mit einer Gegenwalze 28, also vorzugsweise
einer Farbauftragswalze, anstellbar. Die Reiterwalze 27 weist einen Mantel 29 auf, der aus zwei Mantelabschnitten
30, 31 besteht. Diese sind wiederum exzentrisch zueinander, vorzugsweise um 180°, versetzt und
mittels Mitnehmerstiften 33 so miteinander verbunden, daß zwischen den Mantelabschnitten 30, 31 stets ein
Antriebsmoment übertragbar ist.
Der Mantel 29 bzw. die Mantelabschnitte 30,31 sind auf einer Welle 32 angeordnet, die mit einem entsprechenden
Untersetzungsverhältnis, bezogen auf die Rotationsgeschwindigkeit der durch die Gegenwalze 28
angetriebenen Mantelhälften 30, 31, rotiert und außerdem für die Übertragung der Changierbewegung über
Lager 34, 35, 36, 37 eingesetzt wird. Die beiden Enden der Welle 32 sind über Büchsen 38, 39, denen eine
Schmiervorrichtung 40 zugeordnet ist, über ein Rohr 41, das über einen Zapfen 42 in einer Seitenwand 43 gelagert
ist, bzw. über ein Rohr 44, das über einen 7_pfen 45
in der anderen Seitenwand 46 gelagert ist, seitlich fixiert.
Auf dem links dargestellten Rohr 44 ist drehfest ein
mit einer Außenverzahnung versehenes Zahnrad 47 angeordnet, über dem sich ein innenverzahntes, exzentrisch
zu diesem angeordnetes Zahnradpaar 48, 58 abrollt. Das Zahnrad 47 entspricht funktionsmäßig dem
Zahnrad 18 und das exzentrisch sich in diesem abrollende Zahnrad 48 dem Zahnrad 19 in F i g. 1.
Anstelle der in Fig. 1 verwendeten flexiblen Kupplung 22 ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ein weiteres Zahnrad 51 konzentrisch und drehfest auf der Welle 32 positioniert, das ebenfalls mit den Zähnen des über Lager 49 und 50 in dem Mantelabschnitt 30 positionierten Zahnrades 58 abrollt. In dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel weist das Zahnrad 47 dreiundzwanzig Zähne, das innenverzahnte Zahnrad 48 dreißig Zähne, das Zahnrad 58 achtunddreißig Zähne und das Zahnrad 51 einunddreißig Zähne auf. Exzentrizität und Zähnezahl müssen entsprechend berücksichtigt werden, um ein Abrollen (Zahneintritt, Zahnaustritt) der Zahnräder 47 und 51 im Zahnradpaar 48 und 58 sicher zu ermöglichen. In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ergibt sich durch die Verwendung der Zahnräder 47, 48, 51, 58 ein Übersetzungsverhältnis von:
Anstelle der in Fig. 1 verwendeten flexiblen Kupplung 22 ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ein weiteres Zahnrad 51 konzentrisch und drehfest auf der Welle 32 positioniert, das ebenfalls mit den Zähnen des über Lager 49 und 50 in dem Mantelabschnitt 30 positionierten Zahnrades 58 abrollt. In dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel weist das Zahnrad 47 dreiundzwanzig Zähne, das innenverzahnte Zahnrad 48 dreißig Zähne, das Zahnrad 58 achtunddreißig Zähne und das Zahnrad 51 einunddreißig Zähne auf. Exzentrizität und Zähnezahl müssen entsprechend berücksichtigt werden, um ein Abrollen (Zahneintritt, Zahnaustritt) der Zahnräder 47 und 51 im Zahnradpaar 48 und 58 sicher zu ermöglichen. In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ergibt sich durch die Verwendung der Zahnräder 47, 48, 51, 58 ein Übersetzungsverhältnis von:
(30-23) (38-30)
30· 31
1 :16,607,
das heißt, daß das fest auf der Welle 32 positionierte Zahnrad 51 und somit die Welle 32 entsprechend untersetzt
rotieren. Wie angedeutet, kann das Zahnrad 51 beispielweise mittels einer Paßfeder 52 fest mit der
Welle 32 verbunden sein.
Des weiteren ist drehfest auf der Welle 32 ein Steuerkurvenrohr 53 mit einer Kulisse 54 angeordnet, an der
eine Kurvenrolle 55 abläuft, die aber ein Verbindungsstück 56 mit dem ortsfesten Rohr 44 verbunden ist. Infolge
der erwähnten Drehbewegung der Welle 32 wird auch das Steuerkurvenrohr 53 mitgedreht, wodurch diesem
und somit der Welle 32 durch die Kulisse 54 und die K-urvenroUe 55 eine Changierbewegung aufgezwungen
wird. Diese Changierbewegung wird über die Lager 34 bis 37 auf den Mantel 29 bzw. auf die Mantelabschnitte
30, 31 übertragen. Wie bereits erwähnt, wird durch die Verwendung der Mitnehmerstifte 33 sichergestellt, daß
der Mantel 29 stets durch Friktion von der Gegenwalze 28 her in Drehung versetzt wird, unabhängig davon, ob
der Mantelabschnitt 30 oder der Mantelabschnitt 31 an die Gegenwalze 28 angestellt ist.
Über eine Paßfeder 57 ist das Steuerkurvenrohr 53 fest mit der Welle 32 verbunden. Zur Verbesserung der
Laufeigenschaften kann wiederum ein Schmiersystem 59 eingesetzt werden. Ansonsten erfolgt die Verschiebung
der Farbe in der gleichen Weise von den äußeren Bereichen der Gegenwalze 28 zur Walzenmitte hm, wie
im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 1 beschrieben.
Ein besonders einfaches Ausführungsbeispiel ist in F i g. 3 dargestellt, bei dem jedoch ein separater Antrieb
für die Axialverschiebung, beispielsweise in Form eines Motors oder über einen entsprechenden Antriebsräderzug
vom Maschinenantrieb her, benötigt wird. Die den Reiterwalzen 3 bzw. 27 entsprechende Reiterwalze 60
ist an eine Gegenwalze 61 anstellbar, die wiederum eine Auftragwalze sein kann. Die Reiterwalze 60 umfaßt einen
rotierenden Walzenmantel 62, der aus zwei exzentrisch zueinander versetzten Mantelabschnitten 63, 64
besteht. Im Gegensatz zu den Ausführungsbeispielen gemäß F i g. 1 und 2 müssen die Mantelabschnitte 63,64
antriebsmäßig nicht miteinander verbunden sein, da ein separater über eine Welle 65 wirkender Antrieb vorgesehen
ist.
Die Welle 65 ist an den Zapfen mit überbreiten Innenringen
66, 67 ausgcstatlet, die in Nadellagern 68, 69 zwischen Seitenwänden 70,71 positioniert sind.
Der Antrieb für die Axialbewegung der Reiterwalze 60 erfolgt über einen Motor 72 und Zahnräder 73,74 auf
die Welle 65 und somit über Lager 75, 76; 77,78 auf dem Mantel 62 bzw. die exzentrisch zueinander angeordneten
iWantelhälften 63,64. An der linken Seite der Welle
65 ist auf dieser drehfest eine Steuerkurve 79 mit einer Kulisse 80 positioniert. Die Kulisse 80 läuft an einer
feststehenden Kurvenrolle 81 ab, die in dem ortsfesten Rohr 82 befestigt ist, das wie ein Rohr 83 zur Aufnahme
der Nadellager 67,78 mit verwendet wird.
Durch den Antrieb der Welle 65 wird erreicht, daß über die Kulisse 80 und die ortsfeste Kurvenrolle 81 der
Welle 65 und somit dem Mantel 62 bzw. den exzentrisch zueinander angeordneten Mantelabschnitten 63,64 eine
Changierbewegung aufgezwungen wird. Die Umfangslage der Steuerkurve 79 auf der Welle 65 muß so gewählt
werden, daß jeweils derjenige Mantelabschnitt in F i g. 3, z. B. 63, nach innen, das heißt zur Walzenmitte
hin, changiert, wenn diese an der Gegenwalze 61 anliegt. Zum gleichen Zeitpunkt muß der andere Walzenabschnitt,
hier 64, von der Gegenwalze 61 abgehoben sein, da dieser Walzenabschnitt in Richtung rechtes Walzenende
changiert.
Allen drei Ausführungsbeispielen liegt, wie dargelegt, ein gemeinsames, neuartiges Funktionsprinzip zugrunde,
dessen Anwendung nicht nur auf die dargestellten Beirniele beschränkt ist.
Die die diversen Mantelabschnitte tragenden Wellen 32 bzw. 65 sowie das Wellenrohr 12 können auch gleichzeitig
den Changier- und den rotierenden Exzenterantrieb (E) erzeugen. Dadurch ergibt sich Synchronität
zwischen den beiden Bewegungen, wodurch die Verreibung stets zur Walzenmitte hin erfolgt.
Die dargesteiiten und vorangehend beschriebenen Ausführungsformen zur Erzeugung der Changierbewegung
lassen sich in vorteilhafter Weise auch ohne die Kombination der doppelexzentrischen Welle und den
geteilten Walzenhälften verwenden. Dadurch erhält man eine sich selbst antreibende, changierende Reiterwalze
bekannter Wirkung, die jedoch in ihrem Antrieb gegenüber bisherigen Ausführungen folgende Vorteile
aufweist. Bisher bekannte, einstufige Antriebe bedurften einer flexiblen oder auf Mitnehmerflächen gleitenden
Kupplung, damit die exzentrisch erzeugte Abtriebsdrehbewegung wieder zentrisch zur Welle läuft. Die in
Fig.2 vorgeschlagene zweistufige Anordnung ermöglicht
es, auf eine solche Kupplung zu verzichten. Durch den Entfall der Kupplung ist es möglich, die Exzentrizitat
zwischen dem außen- und dem innenverzahnten Rad relativ groß auszuführen. Dies ermöglicht bei noch einwandfreiem
Zahnein- und -auslauf den Modul der Verzahnung groß auszulegen und dadurch ein großes Drehmoment
übertragen zu können.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
60
65
Claims (10)
1. Vorrichtung in einem Färb- oder Feuchtwerk
für eine Rotationsdruckmaschine zum seitlichen Transportieren überschüssiger Farbe, Farb-/Wasseremulsion
oder überschüssigen Feuchtmittels von Randbereichen einer Färb- oder Feuchtwerkswalze
zur Walzenmitte hin, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (3; 29; 62) einer an die als
Gegenwalze (2; 28; 61) wirkenden Färb- oder Feuchtwerkswalze angestellten Reiterwalze (1; 27;
60) aus mindestens zwei exzentrisch zueinander versetzten Mantelabschnitten (4, 5; 30, 31; 63, 64) besteht,
daß durch eine Changiervorrichtung (17, 25; 54,55; 79,80) die Mantelabschnitte (4,5; 30,31; 63,
64) entlang einer Gegenwalze (2; 28; 61) axial hin- und herbewegbar sind in der Weise, daß jeweils der
mit der Gegenwalze (2; 28; 61) in Berührung stehende MantefetBschnitt (4; 30; 63) durch die Changiervorrichtung
(17, 25; 54,55; 78,8C) zur Walzenmitte
hin geschoben wird, während bei der entgegengesetzten Bewegung der zuvor von der Gegenwalze
(2; 28; 61) abgehobene Walzenabschnitt (5; 31; 64) in Anlage mit der Gegenwalze (2; 28; 61) kommt, so
daß jeweils abwechselnd durch die exzentrisch gegeneinander versetzten Mantelabschnitte (4, 5; 30,
31; 63,64) von den Randbereichen der Gegenwalze (2; 28; 61) Farbe und/oder Feuchtmittel zur Walzenmitte
hin geschoben wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reiterwalze (\; 27) durch Friktion
von der Gegenwalze (2; 28) angetrieben wird und daß durch eine Vorrichtung (18.19,22,23,24,25,17;
47,48,51,53,54,55,58) von der Walzen-Rotationsbewegung
die transiatorische Changierbewegung abgeleitet wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelabschnitte (4,5) jeweils über
Lager (8—11) auf einem axial verschiebbaren, die feststehende Achse (6) umfassenden Rohr (12) angeordnet
sind, das durch die Changiervorrichtung (17, 25) zusammen mit den Mantelabschnitten (4, 5) hin-
und herschiebbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der feststehenden Achse (6)
ein Zahnrad (18) mit einer Außenverzahnung angeordnet ist, das exzentrisch über diesem (18) ein eine
größere Zähnezahl aufweisendes, mit diesem kämmendes, innenverzahntes Zahnrad (19) angeordnet
ist, das über Lager (20,21) in einem Mantelabschnitt (4) positioniert ist und das über eine flexible Kupplung
(22) die untersetzte Walzenrotationsbewegung auf eine mit dem Rohr (12) verbundene Kurvenrolle
(25) überträgt, die an der Kulisse (17) eines auf der Achse (6) drehfest angeordneten Steuerkurvenrohres
(16) umläuft, so daß das Rohr (12) und somit die Mantelabschnitte (4, 5) entsprechend dem Kurvenhub
changieren, wobei die Mantelabschnitte (4, 5) durch als Klauenkupplung wirkende Mitnehmerstifte
(7) miteinander verbunden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch Gekennzeichnet,
daß der exzentrische Versatz der Mantelabschnitte (4, 5) 0,15 mm beträgt, daß das drehfest
auf der Achse (6) angeordnete Zahnrad (18) dreißig 6ü Zähne, und das exzentrisch auf diesem angeordnete
und mit diesem kämmende Zahnrad (19) dreiunddreißig Zähne aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die über Mitnehmerstifte (33)
miteinander verbundenen Mantelabschnitte (30,33) über Lager (34 bis 37) auf einer beidseitig gelagerten
(38, 39) rotierenden Welle (32) angeordnet sind, die durch die Changiervorrichtung (54, 55) zusammen
mit den Mantelabschnitten (30, 31) hin- und herbewegt wird-
7. Vorrichtung nach einem der Ansprücho 1, 2, 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf einem an einem
Ende der Reiterwalze (27) lagernden, dieses umfassenden Rohr (44) ein erstes Zahnrad (47) mit seiner
Außenverzahnung angeordnet ist, das mit einem exzentrisch zu diesem angeordneten, eine größere
Zähnezahl aufweisenden Zahnrad (48) des Zahnradpaares (48, 58) kämmt, das über Lager (49, 50) in
einem Mantelabschnitt (z. B. 30) positioniert ist, und
daß in dem Zahnrad (58) konzentrisch zur Welle (32) ein weiteres, mit diesem kämmendes Zahnrad (51)
positioniert ist, das drehfest auf der Welle (32) sitzt, auf der eine Kulisse (54) positioniert ist, in welche
eine ortsfeste Kurvenvolle (55) eingreift, so daß infolge der durch die Zahnräder (47,48,51,58) auf die
Welle (32) übertragenen, untersetzten Rotationsbewegung diese zusätzlich eine Changierbewegung
ausführt
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der exzentrische Versatz zwischen den
Mantelabschnitten (30,31) 0,15 mm beträgt, daß das erste drehfest auf dem stationären Rohr (44) angeordnete
Zahnrad (47) dreiundzwanzig Zähne, das exzentrisch um dieses umlaufende Zahnrad (48) dreißig
Zähne, das zweite exzentrisch laufende Zahnrad (58) achtunddreißig Zähne und das drehfest auf der Welle
(32) angeordnete Zahnrad (51) einunddreißig Zähne aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die exzentrisch zueinander angeordneten
Mantelabschnitte (6~, 64) über Lager (75 bis 78) auf einer durch einen Antrieb (72) drehbaren
Welle (65) positioniert sind, daß die Welle (65) mit einer drehfesten Kurve (79) ausgestattet ist, an deren
Kulisse (80) eine ortsfeste Kurvenrolle (81) läuft, so daß die Welle (65) und somit die Mantelabschnitte
(63,64) changieren.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (65) durch einen Elektromotor
(72) über Zahnräder (74, 73) antreibbar ist und daß sie über überbreite Innenringe (66, 77) in
Nadellagern (68,69) positioniert ist, die in an Seitenwänden (70, 71) befestigten Trägerrohren (82, 83)
angeordnet sind.
Priority Applications (5)
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| DE3419764A DE3419764C2 (de) | 1984-05-26 | 1984-05-26 | Vorrichtung zum seitlichen Transportieren überschüssiger Farbe, Farb-/Wasseremulsion oder Wasser |
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