DE2411151A1 - Verseilvorrichtung zur herstellung von elektrischen kabeln oder leitungen - Google Patents
Verseilvorrichtung zur herstellung von elektrischen kabeln oder leitungenInfo
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Description
- Verseilvorrichtung zur Herstellung von elektrischen Kabeln oder Leitungen Die Erfindung bezieht sich auf eine Verseilvorrichtung zur Herstellung von elektrischen Kabeln oder Leitungen, deren Verseilelemente mit in Abständen wechselnder Schlagrichtung verseilt sind, bestehend aus einer feststehenden Führungsscheibe und einer drehbar gelagerten, angetriebenen Lochscheibe, die durch einen größeren Zwischenraum voneinander getrennt vor dem Verseilpunkt angeordnet sind und jeweils eine der Anzahl der zu verseilenden Verseilelemente entsprechende Anzahl von Bohrungen zur Durchführung der Verseilelemente aufweisen.
- Kabel und Leitungen im Sinne der Erfindung kannen Wernmelde-, Starkstrom- und Hochspannungskabel sowie Starkstromleitungen oder Leitungsschnüre sein. Verseilelemente sind dementsprechend Adern, Paare, Vierer oder Bündel und auch die Einzelelemente des konzentrischen Schutzleiters bei Starkstromliabeln.
- Die Verseilung mit wechselnder Schlagrichtung hat gegenüber den üblichen Verseilverfahren mit gleicher Schlagrichtung den Vorteil, daß keine rotierenden Spulenabl.iufe (Körbe) benötigt werden, die eine nur begrenzte Lauflänge des Verseilguts zulassen ulld unter Berücksichtigung von oft erheblichen Fliehkräften entsprechend dimensioniert werden müssen. Die reversierende Verseilung bietet die Möglichkeit einer kontinuierlichen Fertigung mit hohen Abzugsgeschwindigkeiten.
- Eine Vorrichtung, wie sie eingangs beschrieben ist, geht bereits aus der DT-OS 2 262 705 hervor. Bei dieser bekannten Vorrichtung werden die Verseilelemente zwischen der Führungsscheibe und der Lochscheibe in Schläuchen geführt, die aus einem Material mit niedrigem iteibungsLoeffizienten bestehen, um auf diese Weise eill Verdrehen bzw. Verheddern der einzelnen Verseilelemente zu vermeiden. Die Führung der Verseilelemente iii den Schläuchen ist insofern nachteilig als die einzelnen Eleniente über lange Strecken eingefädelt werden müssen. Außerdem liegt ein relativ hoher Verschleiß vor, so daß die Schläuche oft ausgewechselt werden miissen. Weiterhin kann auch trotz der Schläuche nicht ausgeschlossen werden, daß eine Verdrehung bzw. Verhedderung stattfindet, insbesondere dann, wenn der Abstand zwischen Führungsscheibe und Lochscheibe groß ist.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verseilvorrichtung zur Herstellung von Kabeln und Leitungen anzugeben, llittels derer das Verheddern bzw. Verdrehen der Verseilelemente ohne die Verwendung von Verschleißteilen auf einfache Weise gesichert ist. Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung der eingangs geschilderten Art gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß zwischen Führungsscheibe und Loch scheibe ein Rohr mit extrem glatter Oberfläche angebracht ist, und daß die Bohrungen in den beiden Scheiben so angeordnet sind, daß die zu verseilenden Verseilelemente außerhalb des Rohres geführt sind.
- Der Vorteil einer solchen Vorrichtung ist darin zu sehen, daß durch das zentrale Rohr, an dessen Umfangsfläche die Verseilelemente entlanggeführt werden, ein Verdrehen bzw. Verheddern derselben nicht mehr möglich ist. Weiterhin ist das Einfädeln der Verseilelemente gegenüber der bekannten Anordnung erheblich vereinfacht, da dieselben nur noch durch die beiden relativ schmalen Scheiben hindurchgezogen zu werden brauchen.
- Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in den Zeichnungen dargestellt.
- Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Gesamtansicht einer Verseilvorrichtung nach der Erfindung, Fig. 2 gibt eine Ansicht eines Einzelteils der Vorrichtung wieder und in Fig. 3 sind Schnitte durch das verwendete Rohr in vergrößertem Maßstab bei unterschiedlicher Gestaltung desselben dargestellt. Die folgende Beschreibung soll als herausgegriffenes Beispiel die Herstellung eines Fernmelde-Bündelkabels aufzeigen, bei dem die Verseilelemente als aus mehreren verseilten Adern bestehende "Grundbündel" bezeichnet sind.
- Mit i ist ein Ablaufgestell bezeichnet, in dem eine größere. Anzahl von nur schematisch angedeuteten Spulen 2 angeordnet ist. Auf diesen Spulen sind vorgefertigte Grundbündel 3 angebracht, die beispielsweise aus jeweils zehn miteinander verseilten Aderpaaren bestehen.
- Diese Grundbündel sollen zu einem Hauptbündel verseilt werden, wozu es unterschiedliche Möglichkeiten gibt.
- Im vorliegenden Fall soll das Hauptbündel aus zehn Grundbündeln 3 aufgebaut werden, wobei drei Grundbündel in einem sogenannten Kern zusammengefaßt sind, während die restlichen sieben Grundbündel um diesen Kern herum mit reversierendem Schlag verseilt werden sollen.
- Zu diesem Zweck werden die Grundbündel 3 einer Führungsscheibe 4 zugeführt, die mit Bohrungen 5 entsprechend der Darstellung in Fig. 2 versehen ist. Durch die zentrale Bohrung werden in diesem Fall drei Grundbündel als Kern gemeinsam hindurchgeführt, während durch die restlichen sieben Bohrungen jeweils nur ein Grundbündel hindurchtritt. Anschließend werden die Grundbündel durch die Lochscheibe 6 geführt, welche mit den gleichen Bohrungen wie die Führungsscheibe 4 versehen ist. Diese Lochscheibe 6 ist durch die Lager 7 drehbar gelagert und wird von einem Reversiermotor angetrieben, was durch den Pfeil 8 angedeutet sein soll. Nach dem Verlassen der Lochscheibe 6 werden die Grundbündel dem Verseilpunkt 9 zugeführt, wo sie zum Hauptbündel 10 zusammengefaßt werden.
- Zwischen der Führungsscheibe 4 und der Lochscheibe 6 ist ein Rohr II angebracht, dessen Durchmesser so groß ist, daß die drei Grundbündel des Kerns hindurchgeführt werden können, während die äußeren Grundbündel an seiner Umfangsfläche entlang geführt werden, was nur für ein Grundbündel eingezeichnet ist. Das Hauptbündel wird in Richtung des Pfeiles 12 abgezogen, wozu eine bekannte Abzugsvorrichtung verwendet werden kann, und gleichzeitig wird die Lochscheibe 6 in Drehung versetzt. Diese Drehung erstreckt sich über einen Winkel von mindestens 3600, worauf die Drehrichtung umgekehrt wird und die Lochscheibe in der Gegenrichtung gedreht wird. Auf diese Weise wird die Schlagrichtung der Grundbündel 3 in Abständen umgekehrt und es ergeben sich hierfür die bereits weiter oben geschilderten Vorteile. Bei der Verseilung legt sich dann auch immer eine entsprechende Anzahl von Grundbündelwindungen um das Rohr il, was durch die gestrichelte Darstellung angedeutet sein soll.
- Hinter dem Verseilpunkt 9 kann das Hauptbündel 10 mit weiteren Hauptbündeln zu einem hochpaarigen Kabel verseilt-werden. Es ist jedoch auch möglich, das Hauptbündel 10 beispielsweise einer Vorrichtung zuzuführen, in welcher dasselbe mit einer Masse gefüllt wird, welche das Eindringen von Wasser verhindern soll. Anschließend kann dann unmittelbar der äußere Kabelmantel aufgebracht werden, so daß das Hauptbündel dann die Kabel seele selbst darstellt. Um den Vorgang des Füllens des Hauptbündels 10 zu vereinfachen, ist es weiterhin möglich, im Bereich des Rohres 11 eine Vorrichtung 13- anzuordnen, mittels derer schon auf die Grundbündel derartiges Material aufgebracht wird.
- Die Oberfläche des beispielsweise aus Stahl bestehenden Rohres 11 soll extrem glatt sein, was sich beispielsweise durch Polieren erreichen läßt. Zur Herabsetzung des Reibungskoeffizienten gegenüber den Grundbündeln kann das Rohr auch mit einem entsprechenden Kunststoff beschichtet werden, wozu beispielsweise Fluor-Äthylen-Propylen verwendet werden kann. Dieses Material eignet sich auch wegen seiner guten Temperaturbeständigkeit.
- Als weitere Maßnahme zur Herabsetzung der Reibung zwischen Rohr 11 und den Grundbündeln 3 ist es möglich, dem Rohr eine Gestaltung entsprechend den Darstellungen in Fig. 3 zu geben. Hierbei wird das Rohr mit längsverlaufenden Rillen 14 versehen, die dasselbe außen in ein "Vieleck" mit runden Ecken verwandeln und die Anlagefläche insgesamt gegenüber dem runden Rohr verkleinern.
- Die innere Oberfläche des Rohres bleibt davon unberührt.
- Das Rohr 11 ist sowohl an der Führungsscheibe 4 als auch an der Lochscheibe 6 befestigt, wobei die Befestigung an der Lochscheibe 6 wegen deren Drehbarkeit über ein Lager erfolgen muß. Weiterhin ist es aber auch möglich, das Rohr 11 auch an der Führungsscheibe 4 über ein Lager zu befestigen, so daß das Rohr quasi frei drehbar ist.
Claims (5)
- PatentansprücheVerseilvorrichtung zur Herstellung von elektrischen Kabeln oder Leitungen, deren Verseilelemente mit in Abständen wechselnder Schlagrichtung verseilt sind, bestehend aus einer feststehenden Führungsscheibe und einer drehbar gelagerten, angetriebenen Lochscheibe, die durch einen größeren Zwischenraum voneinander getrennt vor dem Verseilpunkt angeordnet sind und jeweils eine der Anzahl der zu verseilenden Verseilelemente entsprechende Anzahl von Bohrungen zur Durchführung der Verseilelemente aufweisen, dadurch xekennzeichnet, daß zwischen Führungsscheibe (4) und Lochscheibe (6) ein Rohr (ii) mit extrem glatter Oberfläche angebracht ist, und daß die Bohrungen in den beiden Scheiben so angeordnet sind, daß die zu verseilenden Verseilelemente (3) außerhalb des Rohres (il) geführt sind.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (ii) mit einem einen geringen Reibungskoeffizienten gegenüber den Verseilelementen (3) gewährleistenden Material beschichtet ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (ii) mit längsverlaufenden Rillen (14) versehen ist.
- 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (ii) an der Führungsscheibe (4) und an der Lochscheibe (6) über Lager frei drehbar befestigt ist.
- 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Führungsscheibe (4) und der Lochscheibe (6) eine Vorrichtung (13) zum Zuführen von die Verseilelemente (3) gegenüber Wasser abdichtenden Material angebracht ist.
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