DE2412199C2 - Verfahren zur abschnittsweise mit wechselnder Drallrichtung bzw. Drallänge erfolgenden Verseilung von elektrischen Kabeln oder Leitungen - Google Patents
Verfahren zur abschnittsweise mit wechselnder Drallrichtung bzw. Drallänge erfolgenden Verseilung von elektrischen Kabeln oder LeitungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur abschnittsweise mit wechselnder Draü.-ichtung bzw. Drallänge
erfolgenden Verseilung (SZ-Verseilung) von elektrischen Kabeln oder Leitungen, bei dem die Verseilelemente
einzeln von raumfest gelagerten Vorräten abgezogen, durch eine mit wechselnder Drehrichtung
umlaufende Verseilvorrichtung verseilt werden und auf die verseilten Verseilelemente eine Umhüllung aus
Gummi, Kunststoff oder dergleichen aufgebracht wird.
Bei der Herstellung von aus Einzeladern bestehenden Formsträngen geht man meist so vor, daß die
Einzeladern, d. h. die Verseilelemente, von in einem um die Verseilachse rotierenden Verseilkorb abgezogen
und durch Drehung des Verseilkorbes miteinander zu einem Formstrang verseilt werden. Der Schlag der
Verseilung läuft dabei schraubenlinienförmig über die gesamte Länge des Formstranges. Ein solches Verfahren
besitzt den Nachteil, daß hohe umlaufende Massen der Fertigungsgeschwindigkeit Grenzen setzen und daß
die Rüstzeiten, durch die Anordnung der Vorratsspulen im Verseilkorb bedingt, sehr groß sind. Hohe Fertigungsgeschwindigkeiten,
wie sie zur rationellen Kabelherstellung unerläßlich sind, sind auf diese Weise also
nicht möglich.
Es sind bereits Verseilverfahren zur Herstellung von Nachrichtenkabeln bekanntgeworden (US-PS
31 69 360), bei denen die zu verseilenden Verseilelemente mit periodisch wechselnder Drallrichtung verseilt
werden. Der Vorteil gegenüber den bekannten Verfahren, bei denen die Verseilelemente in einer kontinuierlichen
Wendel verseilt werden, liegt vor allem darin, daß die schweren Vorrats- und Aufwickeltrommeln nicht
mehr zu rotieren brauchen, so daß die Fertigungsgeschwindigkeit wesentlich erhöht werden kann.
Vorgeschlagen ist auch bereits ein Verfahren (DE-OS 24 03 047), bei dem eine elektrische Leitung aus
mehreren zu einem Bündel mit reversierendem Schlag verseilten Adern und einer die Adern umgebenden ein-
oder mehrschichtigen Umhüllung in der Weise hergestellt wird, daß die einzelnen, beispielsweise fünf Adern,
in eine nacheinander mindestens in jede Richtung einmal umlaufende Lochscheibe einlaufen, die von
einem Scheibenläufermotor angetrieben ist, dessen in Richtung der durchlaufenden Adern durchbohrte Welle
zur Führung der Adern dient.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Fertigungsgeschwindigkeit des eingangs dargelegten
Verfahrens zu erhöhen.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Verseilelemente durch eine umlaufende
Verseilvorrichtung verseilt werden und die so verseilte Strecke durch eine in umgekehrter Richtung umlaufende
Verseilvorrichtung gehalten und dabei gleichzeitig noch einmal verseilt wird, wobei die gehaltene Strecke
gleich oder einem vielfachen der gewählten Schlaglänge
A :f diese Weise ist es möglich, die Fertigungsgeschwindigkeit um ein zwei- oder mehrfaches zu steigern,
da die Verseilelemente nach der Verseilung in umgekehrter Richtung bereits im Doppelschlag verseilt
sind. Bei einer anschließenden weiteren Verseilung wiederum in entgegengesetzter Richtung könnte eine
dreifache, vierfache, usw. Verseilung erreicht werden. Vorteilhaft ist es hierbei auch, daß die für die Verseilung
benötigten Kräfte vermindert werden, so daß das Verfahren auch auf größere Aderquerschnitte angewendet
werden kann.
Zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung hat sich eine Vorrichtung als zweckmäßig erwiesen, die
aus zwei gegenläufig umlaufenden Verseilvorrichtungen besteht, von denen die in Durchlaufrichtung der
Verseilelemente zweite Vorrichtung in der Lage ist, eine durchlaufende Kabel- oder Leitungsstrecke in dem
jeweiligen Verseilzustand zu halten.
Als Vorrichtungen, die für Verseilzwecke verwendet werden und in der Lage sind, eine gewisse Verseilstrekke
zu halten, haben sich Raupenabzüge bekannter Art und Bauweise als zweckmäßig erwiesen. Geeignet sind
aber auch sogenannte Scheibenabzüge, bei denen das durchlaufende Gut zwischen drei oder mehr gegeneinander
wirkende Rollen oder Scheiben hindurchgeführt wird. Sowohl der obengenannte Raupenabzug als auch
die Scheibenabzüge können in wechselnder Folge mehrmals hintereinander angeordnet sein, um die
Durchlaufgeschwindigkeit der Verseilelemente bei gleichbleibender Schlaglänge zu erhöhen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sei anhand der F i g. 1 und 2 näher erläutert.
Die von nicht dargestellten Adervorräten ablaufenden Verseilelemente 1 werden der mit reversierender
Verseilrichtung umlaufenden Verseilvorrichtung 2, die als z. B. Scheibe ausgebildet ist, zugeführt und mittels
dieser im Verseilnippel 3 verseilt. Eine durch den Umlauf der Verseilscheibe 3 in der einen Richtung
verseilte Leitungsstrecke gelangt in die anschließende Verseilvorrichtung 4 etwa in Form eines Raupenabzuges.
Dieser besteht aus den Rollen 5, die entweder mit dem Gut mitlaufen oder auch angetrieben sein können,
den vertikal verstellbaren Spannrollen 6 und den in Richtung des durchlaufenden Gutes in ihrer Lage
veränderlichen Rollen 7. Die Rollen 5, 6 und 7 werden von dem Band 8 umschlungen. Zwischen den Rollen 5
und 7 wird die zunächst verseilte Leitungsstr-cke gehalten, wtr.n diese Verseilvorrichtung 4 in einer zur
Verseilscheibe 2 umgekehrten Richtung umläuft und die verseilte Leitungsstrecke in der gleichen Richtung noch
einmal verseilt wird. Beim Auslauf des nunmehr verseilten Gutes 9 aus der Verseilvorrichtung 4 sind die
einzelnen Verseilelemente 1 zweifach verseilt, d.h. die Schlaglänge hat sich um die Hälfte vermindert.
Der Festpunkt in Form des Nippels 10 dient ebenfalls zur Zusammenfassung der verseilten Verseilelemente,
wenn das verseilte Gut 9 anschließend miuels der aus
den angetriebenen Roilen 11 und dem umlaufenden Band 12 bestehenden Abzugsvorrichtung 13 abgezogen
wird. Für den Fall, daß nicht eine Dreifachverseilung sondern eine Vierfach- oder Mehrfachverseilung bei
gleichbleibender Durchlaufgeschwindigkeit gefordert wird, kann die Abzugsraupe 13 auch in einer zur
Verseilvorrichtung 4 umgekehrten Richtung umlaufen. In diesem Fall müßte lediglich hinter der letzten
umlaufenden Verseilvorrichtung ein Festpunkt, z. B. als Abzugsvorrichtung in Form eines Raupen- oder
Scheibenabzuges angeordnet sein.
Abweichend von dem in der Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist es auch möglich und oft
besonders vorteilhaft, die umlaufende Verseilvorrichtung als einen Scheiben-Abzug auszubilden. Zu diesem
Zweck wird das aus dem Verseilnippel 3 auslaufende Gut 14 über die Rolle 15 bzw. anschließende Rolle 15
geführt, wobei die Rolle 17 dafür sorgt, daß das Gut 14 an den Durchlaufpunkten 18 und J9 gehalten wird.
Auch für diese Verseilvorrichtung ist es wesentlich, daß das durch eine erste Verseilvorrichtung bereits
einmal verseilte Gut gehalten wird, während gleichzeitig dem zwischen den Stellen 18 und 19 befindlichen
Kabel- oder Leitungsabschnitt durch Umlauf der Vorrichtung in einer zur ersten Verseilvorrichtung
umgekehrten Richtung ein weiterer Schlag in der gleichen Richtung aufgedrückt wird, d. h. beim Verlassen
der Stelle 19 sind die Verseilelemente 1 mit einem Doppelschlag verseilt.
Bei Veränderung der gewünschten Anzahl der Schläge oder der Schlaglänge kann durch Verstellen der
Spannrollen 6 in vertikaler Richtung bei der Ausführung nach der Fig. 1 die Strecke der Vorrichtung bzw. des
Bandes 8, die mit dem Gut in Berührung ist, verkürzt oder verlängert werden. Die Rollen 7 werden dann
entsprechend in Achsrichtung verschoben. Derselbe Effekt läßt sich bei dem Ausführungsbeispiel nach der
Fig. 2 durch Auseinanderziehen oder Verkürzen der zwischen den Rollen 15 und 16 befindlichen Strecke
erreichen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zur abschnittsweise mit wechselnder Drallrichtung und Drallänge erfolgenden Verseilung
von elektrischen Kabeln oder Leitungen, bei dem die Verseilelemente einzeln von raumfest gelagerten
Vorraten abgezogen und durch eine mit wechselnder
Drehrichtung umlaufende Verseilvorrichtung verseilt werden und auf die verseilten Verseilelemente
eine Umhüllung aus Gummi, Kunststoff oder dergleichen aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verseilelemente (1) durch eine umlaufende Verseilvorrichtung (2) verseilt werden und die so verseilte Strecke durch
eine in umgekehrter Richtung umlaufende Verseilvorrichtung (4) gehalten und dabei gleichzeitig noch
einmal verseilt wird, wobei die gehaltene Strecke gleich ode;· einem vielfachen der gewählten
Schiiaglänge ist.
2. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zwei oder
mehrere gegenläufig umlaufende Verseilvorrichtungen (2,4), von denen die in Durchlaufrichtung jeweils
folgende in der Lage ist, eine durchlaufende Kabelstrecke zu halten, d. h. an einem Aufkorben zu
hindern.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in Durchlaufrichtung erste
Verseilvorrichtung (2) aus einer reversierend angetriebenen Verseilscheibe besteht.
4. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in Durchlaufrichtung zweite oder
weitere Verseilvorrichtung (4) aus einem Raupenabzug besteht.
5. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in Durchlaufrichtung zweite oder
weitere Verseilvorrichtung als Scheibenabzug ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
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| DE2412199A DE2412199C2 (de) | 1974-03-14 | 1974-03-14 | Verfahren zur abschnittsweise mit wechselnder Drallrichtung bzw. Drallänge erfolgenden Verseilung von elektrischen Kabeln oder Leitungen |
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ID=5910024
Family Applications (1)
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| DE2412199A Expired DE2412199C2 (de) | 1974-03-14 | 1974-03-14 | Verfahren zur abschnittsweise mit wechselnder Drallrichtung bzw. Drallänge erfolgenden Verseilung von elektrischen Kabeln oder Leitungen |
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| DE (1) | DE2412199C2 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10111961A1 (de) * | 2001-03-13 | 2002-10-02 | Ccs Technology Inc | Elektrisches Datenkabel |
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1974
- 1974-03-14 DE DE2412199A patent/DE2412199C2/de not_active Expired
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Also Published As
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