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verfahren zum Herstellen schnellhärtender Überzüge I)ie Erfindung
bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen schnellhärtender Überzüge auf Oberflächen
von Holz, Holzwerkstoffen und gehärteten oder ungehärteten mit Tränkharzen imprägnierten
gewebten oder ungewebten Trägermaterialien aus Papier, Vlies oder Gewebe. Hierbei
werden flüssige Überzugsmittel mif der Basis von verätherten Aminoplastharzen, Polyesterharzen
und Säuren, sowie üblichen Zusatzmitteln auf die Oberfläche aufgebracht und unter
Anwendung von Wärme gehärtet.
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Es ist bekannt, verätherte Melamin-Formaldehyd- bzw. @ar@-stoff
-Formaldehydharze
mit Alkydharzen umzusetzen. Diese Kondensatinsprodukte werden als Einbrennlacke
angewandt oder nach dem Zusatz von Säuren als sogenannte "säurehärtende Lacke" bei
Bautemperatur ausgehärtet. Solche säuerhärtenden Lacke werden zur Herstellung von
Überzügen auf Holz oder Holzwerkstof.fen verwendet. Sie werden auSerdem als Tränkharze
zum Imprägnieren von Papier, Vlies oder Gewebe verwendet. Die Härtung erfolgt durch
saure Katalysatoren unter Anwendung von Wärme und gegebenenfalls Druck.
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Die sauren Katalysatoren werden in Form säureabgebender Verbindungen,
organischer und/oder anorganischer Säuren so bemessen, daß eine ausreichende CTebrauchsdauer
(pot life) des flüssigen Überzugsmittels gewährleistet bleibt. Wird als saurer Katalysator
p-Toluolsulfosäure verwendet, so werden bekanntlich in Abhängigkeit von der Zusammensetzung
und Reaktivität des Überzugsmittels zwischen 0,5 bis maximal 3 % vorgeschlagen.
Werden größere Mengen verwendet, so redu=iert sich die Gebrauchsdauer (po-t life)
des Überzugsmittels bis auf wenige Minuten oder-man erhält Überzüge, die Säureschädigungen
in Form verminderter Haftung7 Verfärbungen oder anderer technologischer Nachteile
aufweisen.
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Die Einbrennzeiten bei Verwendung üblicher Mengen an p-Toluolsulfosäure
betragen im Regelfall 10 bis 120 Minuten bei Einbrenntemperaturen zwischen 1200
C und -200 0 C. Die Herstellung von Überzügen auf Oberflächen vor Holz und Holzwerkstoffen
benötigt meist längere Trocken- und/oder Hartungszeiten. Das gleiche gilt für die
Herstellung von Überzügen auf Oberflächen von ungehärteten oder gehärteten mit Tränkharzen
imprägnierten Trägermaterialien aus Papier, Vlies oder Gewebe, wobei bei einem Auftrag
auf ungehärteten Oberflächenaußerdem Haftschwierigkeiten nach dem gemein-Samen Erhärten
auftreten können und eine Verarbeitung unter
Anwendung von Druck
ein Festkleben an den Preßblechen bzw.
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Preßbändern aus Kunststoff oder metall nicht mit Sicherhat vermeidet
In diesen Fallen war es deshalb notwendig, eine nachträgliche Lackierung der gehärteten
Tragermaterialien in einem besonderen Arbeitsgang durch zuführen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren nu finden, das die vorstehend
geschilderten Nachteile einer reduzierten Gebrauchstüchtigkeit der flüssigen Überzugsmittel
nicht aufweist, und außerdem technologisch hervorragende Überzüge liefert. Hierbei
sollte auch die Möglichkeit der Herstellung lackierer Folien oder Schichtwerkstoffe
durch Anwendung von Wärme und Druck in einem Arbeitsgang bei Anwendung der üblichen
Einrichtungen gegeben sein.
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Aufgabe der Erfindung war es ferner, die vorstehend geschilderten
Nachteile mit Sicherheit auszuschalten und schnellhärtende Überzüge auf Oberflächen
von Holz und Holzwerkstoffen sowie gehärteten oder ungehärteten mit ränkharzen impranierten
gewebten oder ungewebten Trägermaterialien aus Papier, Vlies oder Gewebe herzustellen,
- die auch beim Auftrag auf.
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ungehärtete Oberflächen im gleichen Arbeitsgang durch Anwendung von
Wärme und Druck einwandfreie Lackierungen ergeben und somit einen nachträglichen
zusätzlichen Lackiervorgang überflüssig machen.
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Die Aufgabe wurde überraschenderweise gelöst durch ein Verfahren zum
Herstellen schnellhärtender Überzüge auf Oberflächen von Holz, Holzwerkstoffen,
gehärteten oder ungehärtexten, mit Tränkharzen imprägnierten, gewebten oder lmgewebten
Trägermaterialien aus Papier, Vlies oder Gewebe durch Aufbringen und Harten eines
flüssigen Uberzugsmittels auf der Basis von verätherten Aminoplastharzen, Polyesterharzen
und Säuren als härtende Katalysatoren, sowie gegebenenfalls
üblichen
Verdünnungsmitteln, Weichmachern, Mattierungsmitteln, Füllstoffen, farbgebenden
Substanzen, Additiven und Zusatzinitteln, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
eine Lösung oder Dispersion von niedrig molekularen Aminoplastharzen, deren Methylolg-rlpsen
mit einwertigen und/oder mehrwertigen Alkoholen mit mindestens einer funktionellen
Gruppe weitgehend veräthert sind, und die 3 - 50 /10, vorzugsweise 11 - 25 25, niedrigmolekulare,
lineare und-/oder verzweigte, vorwiegend niedrigviskose Polyesterharze mit einem
Molekulargewicht zwischen 200 und 6000 und einer Hydroxylzahl bis zu 450, 6 - 20
%, vorzugsweise 8 - 18 %, p-Toluolsulfosäure und gegebenenfalls zusätzlich 4 - -
30 %, vorzugsweise 12 - 24 %, eines polyvalenten Alkohole mit mindestens zwei primären
und/oder sekundären Hydroxylgruppen enthält, wobei sämtliche Prozentangaben auf
die Menge an Aminoplastharz bezogen sind, verwendet.
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Es war überraschend und völlig unerwartet, daß die angegebene Zusammensetzung
des verwendeten Überzugsmittels, insbesondere wegen der hohen Menge an p-Toluolsulfosäure
schnellhärtende Überzüge liefert, die nur einen Bruchteil der Härtungszeiten der
bisher bekannten säurehärtenden Überzugsmittel benötigen.
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So lassen sich solche Überzugsmittel in 5 Sekunden bei 200°C härten.
Die Härtungstemperaturen können herabgesetzt werden, wobei die Härtungszeiten dann
entsprechend verlängert werden müssen. Überraschend war es ferner, daß die flüssigen
Überzugsmittel trotz des hohen Gehaltes an p-Toluolsulfonsäure eine Gebrauchsdauer
( pot life ) von mehreren Tagen aufweisen. Die erhaltenen Überzüge sind nach der
Härtung einwandfreie, füllkräftige Lackierungen mit hervor ragenden technologischen
Eigenschaften, wie hohe Harte Eratfestigkeit und Stapelfähigkeit Durch den Säure-Katalysator
bedingte
Schädigungen des gehärteten überzuges konnten nicht; festgestellt
werden Das flüssige Überzugsmittel isst erfindungsgemäß so zusammengesetzt, daß
es bis zu 95 % seines Gewichtes nach dem Härten in den festen Zustand übergeht.
Das flüssige Überzugsmittel hat demnach den Charakter eines flüssigen Kunststoffes,
der nur unbedeutende Mengen an Wasser oder anderen organischen Lösungsmitteln enthalten
kann. Es ist deshalb in vielen Fällen möglich, mit einem einmaligen Auftrag des
Übezugsmittels die bisher üblichen mehrschichtigen Aufträge zu ersetzen.
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Anscheinend liegt die Ursache hierfür darin, daß die gleichzeitige
Anwesenheit von verätherten Aminoplastharzen, niedrig molekularen, linearen und/oder
verzweigten, vorwiegend niedrigviskosen Polyesterharzen mit einem Molekulargewicht
zwischen 200 und 6000 und.einer Hydroxylzahl b zu 450, einem polyvalenten Alkohol-
mit mindestens zwei primären und/oder sekundären Hydroxylgruppen und einem hohen
Gehalt an p-Toluolsulfosäure zu filmbildenden Vernetzungsreaktionen führt, die bisher
unbekannt waren.
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Da bei der Härtung keine bzw. nur sehr wenig Lösungsmittel oder auch
Reaktions-Spaltprodukt e frei werden, sind flüssige Beschichtungsmaterialien dieser
Art vor allem such im Zusammenhang mit dem Immissions-Schutzgesetz von Bedeutung.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht zum ersten Male d.i.e Herstellung
schnellhärtender Überzüge auf Oberflächen von Holz und Holzwerkstoffen, für die
bis heute wesentlich längere Trocken- oder Härtungszeiten notwendig waren. Darüber
hinaus kann die Herstellung schnellhärender Überzüge auf Folien oder Schichtpreßstoffen
in den vorhandenen maschinellen Anlagen durch Auftrag des Überzugsmittels auf die
Oberfläche der gehärteten und/oder ungehärteten Tränkharze enthaltenden, imprägnierten
Trägermaterialien erfolgen, so daß der anschließende Härtungsvorgang
gegebenenfalls
mittels Anwendung von Druck und Hitze in einem Arbeitsgang zusammen mit der Herstellung
der Schichtpreßstoffe erfolgen kann.
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Das erfindungsgemäße flüssige Überzugsmittel kann darüber hinaus auch
gleichzeitig als Tränkharz zum Imprägnieren von Holz und Holzwerkstoffen und von
gewebten oder ungewebten Trägermaterialien aus Papier, Vlies oder Gewebe verwendet
werden. Dadurch wird es ermöglicht, daß Überzug und Tränkharz aus ein und demselben
Material bestehen, was bei dem gemeinsamen Aushärten zu Schichtpreßstoffen zu einem
besonders innigen Verbund-der imprägnierten Trägerstof.fe mit dem überzug führt.
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Im Rahmen dieser Erfindung sollen unter "Holzwerkstoffen" Veredlungeprodukte
des Holzes verstanden werden, wie Spanholzplatten, Preßstoffplatten, Papier, Pappe
und andere geformte Cellulosematerialien.
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Die Trägermaterialien für die Aufnahme der- Tränkharze bestehen im
wesentlichen aus cellulosehaltigen Materialien, wie Papier, Pappe, Gewebe oder Faservliese
aus Cellulose.
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Sie können jedoch auch ganz oder teilweise aus Geweben oder Vliesen
aus natürlichen oder synthetischen anorganischen oder organischen Fasern zusammengesetzt
-sein, wie beispielsweise Glasfasern, Asbestfasern, Baumwollfasern, Wollfasern,
Polyamidfasern, Polyesterfasern usw.
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Schichtpreßstoffe" sind unter Anwendung von Druck und Hitze gehärtete,Tränkharze
enthaltende Werkstoffe, die aus mehreren aufeinandergelegten der vorstehend beschriebenen,
mit Tränkharzen getränkten Trägermaterialien hergestellt sind.
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Als Aminoplastharze bildende Verbindungen kommen Harnsatoff und seine
Substitutionsprodukte, ferner Aminotriazine, die
mindestens zwei
Aminogruppen enthalten, wie Melamin Ammelin, sowie Thioammelin und Benzoguanamin
zur Anwendumg. Der gebräuchlichste Aldehyd ist Formaldehyd. Die mit diesen hergestellten
i'Condensationsprodukt e werden in. üblicher TGeise unter Abspsaltung von Wasser,
Entfernen des Wassers aus dem Reaktionsgemisch und Verätherung mit einem einwertigen
und/oder mehrwertiger Alkohol mit mindestens einer funktionellen Gruppe hergestellt.
Geeignete Alkohole sind beispielsweise Methanol, Äthanol, Propanol, Isopropanol,
Butanol, Sekundär -Butanol, Isobutanol, Allylalkohol, Glykol, Diglykol, Polyglykol,
Glycerin Pentaerythrit, Sorbit, Mannit.Es hat sich herausgestellt, daß im Rahmen
der vorliegenden Erfindung ganz besonders der Verätherung des Hexamethylol-Melamins
mit den einwertigen Alkoholen der Yorzug zu geben ist. Besonders bevorzugt und die
besten Ergebnisse liefernd, wird das Hexamethoxy-Methylmelamin vorgeschlagen. Die
verätherten Aninoplastharze sind in Alkoholen leicht löslich und es lassen sich
aus diesen Lösungen stabile wäßrige Emulsionen herstellen Einige Aminoplastharze,
insbesondere die Methyläther1bilden auch in Wasser Lösungen.
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Niedrigmolekulare Polyesterharze mit Molekulargewichten von 200 -
6000 können sowohl linear als auch verzweigt sein. Die Herstellung erfolgt in üblicher
Weise durch Umsetzen von Dicarbonsäuren, wie z.B. Phtalsäure, Isophthalsäure, Hexahydroterephthalsäure,
Tetrahydrophthal säure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Addipinsäure, Sebacinsäure,
Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure oder Citraconsäure, mit Alkoholen, die zwei
oder mehr Hydroxylgruppen tragen, wie beispielsweise Äthylenglykol, Diäthylenglykol,
Propylenglykols Butyl englykol, Trimethylolpropan, Glycerin, Pentaerythrit, Sorbit,
und vielen anderen Verbindungen, die über die vorhandenen alkoholischen Hydroxylgruppen
mit Dicarbonsäuren verestert werden.können.
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Säuren und Alkohole können allein oder in Mischungen verwendet
werden
Das Molekulargewicht läßt sich in einfacher Weise iiber das Mengenverhältnis von
Polyol und Dicarbonsaure regulieren.
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Die niedrigmolekularen Polyesterharze sollen außerdem Hydro::dzahlen
bis zu 450 aufweisen. Um dies zu erreichen, wird bei der herstellung ein Überschuß
an alkoholischer Komponente angewendet, so daß Produkte entstehen, die Hydroxylgruppenhaltige
tragen. Die technische Herstellung wird in bekannter Weise durch Verestern der Komponenten
bei höheren Temperaturen unter Abführung des entstehenden Reaktionswassers vorgenommen.
Die so gewonnenen Polyhydroxy).verbindungen können mit Äthylenoxyd oder Propy'.
enoxid umgesetzt werden, so daß man teilweise verätherte Produkte erhält.
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Auch Kondensationsprodukte, die man erhält, indem man Athylenoxid
oder Propylenoxid mit Äthylendiamin oder Äthanolamin umsetzt, können für die Polyesterherstellung
verwendet werden. Außerdem sind anwendbar epoxydierte Öle, Rizinusöl, Tallöl und
andere hydroxylgruppemhaltige Produkte. Alle vorgenannten Polyestertypen können
allein oder in Mischungen angewendet werden. In dem flüssigen tberzugsmittel sind
3 - 50 % niedrigmolekulare, lineare und/oder verzweigte Polyesterh,arze, bezogen
auf die Menge an Aminoplastharzen, enthalten. Die bevorzugten Mengen betragen zwischen
11 und 25 %. Die geeigneten Polyesterharze sind in der Regel flüssig oder zumindest
vorwiegend niedrigviskos, Als Härter enthält das flüssige Überzugsmittel p-Toluolsulfonsäure
in einer Menge zwischen 6 und 20 o, bezogen auf die Menge an Aminoplastharz, Die
bevorzugte Menge bei träOrt 8 - 18 %. p-Toluolsulfosç re wird in der Regel als
wäßrige
Ilosung verwendet, kann aber auch in Lösungsmitteln gelöst werden. Obwohl auch andere
Säuren als Härter verwendet werden können, liefert die p-Toluolsulfosäure die besten
Resultate.
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Das flüssige Überzugsmittel enthält als weitere Komponente 4 - 7O
°S, bezogen auf die Menge an Aminoplastharz, eines polyvalenten Alkoholen mit mindestens
zwei primären und/oder sekundären Hydroxylgruppen. Die bevorzugten Mengen liegen
zwischen 12 und 24%. Beipiele für geeignete Alkohole sind Äthylenglykol, Propylenglykol,
Butylenglykol, Äthylendiglykol, Glycerin, Sorbit, Monoester des Glycerins mit einwertigen
Fettsäuren. Bevorzugt wird jedoch Glycerin vorgeschlagen, weil es zusammen mit den
anderen Komponenten des flüssigen Überzugsmittels besonders gute Ergebnisse hinsichtlich
der technologischen Eigenschaften des gehärteten Überzuges ergibt.
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Zun richtigen Einstellen der zweckmäßigen Verarbeitungskonsistenz
kann das flüssige Überzugsmittel noch mit Wasser oder anderen üblichen Verdünnungsmitteln,
wie Alkohole, Glykole, Glykolester, Glykoläther und anderen Lösungsmitteln weiter
verdünnt werden.
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Falls es die technologischen Eigenschaften des Filmes hinsichtlich
seiner Elastizität verlangen, können die flüssigen berzugsmittel noch zusätzlich
die üblichen Weichmachungsmittel wie Ester der Phthalsäure, z. B. Dimethylphthalat,
Diäthylphthalat, Dibutylphthalat, Dihexylphthalat, Dioc-tylphthalat und andere Weichmacher,
die mit dem Überzugsmittel verträglich sind, verwendet werden.
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Auch Füllstoffe können, falls notwendig, zugesetzt werden1 so z.B.
Kieselsäure, Silikate, Bariumsulfat usw. Auch
Mattierungsmittel,
wie hochdisperse Kieselsäure können zugesetzt werden.
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Um den Überzug eintufärben, kann das Überzugmittel auch die üblichen
farbgebenden Substanzen enthalten. Zusatz-1%d Hilfsstoffe wie Verlaufmittel, Antischaumittel,
Thixotropierungsmittel sind ebenfalls anwendbar. Auch andere Bindemittel können
zusätzlich in dem Uberzugsmittel enthalten sich, wie z.B. Epoxydharze, Polyrethanharze,
Polyvinylchloridharze usw.
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Die Herstellung des. Überzugsmittels erfolgt in üblicher Weise durch
Vermischen der Komponenten. So werden die Komponenten Aminoplastharz, Polyesterharz
und polyvalenter Alkohol homogen vermischt. Mitunter ist es angezeigt, eine Komponente,
falls sie in nicht flüssiger Form vorliegt, zunächst in einen Lösungsmittel zu lösen
und diese Lösung mit den übrigen Komponenten zu vermischen.
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Die p-Toluolsulfdsäure. wird dem Überzugsmittel in der Regel vor der
Verarbeitung zugesetzt. Um eine möglichst gleichmäßige Verteilung in dem Überzugsmittel
zu erreichen, wird die p-Toluolsulfosäure in der Regel als Lösung in- Wasser oder
einem organischen Lösungsmittel verwendet. Üblich sind 10 - 40 °,bige Lösungen,
die unter gutem Rühren in das Überzugsmittel eingemischt werden Das Überzugsmittel
wird mit dem in der Lackindustrie üblichen Methoden des Spritzens, Streichens, Tauchens,
Gießens, Walzens auf die zu beschichtenden Oberflächen aufgebracht. Die Härtung
zeiten sind sehr kurz und sind von der Einbrenntemperatur abhängig. So werden bei
einer Temperatur von 200°C G lediglich 5 Sekunden benötigt, während sich die Härtungszeit
bei GO0 C auf ca.60 Minuten verlängert. Zwischen 600 C und 2000 C sind alle dazwischen
liegenden Temperaturen anwendbar. Die Härtungszeiten liegen innerhalb der Grenze
von
5 Sekunden bis 60 Minuten, wobei die Härtungezeit kurzer wird,
je höher die Temperatur ist.
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Werden nicht gehärtete oder höchstens vorgelierte, mit Tränkharzen
imprägnierte gewebte oder ungewebte Trämermaterialien aus Papier, Vlies oder Gewebe
einseitig mit dem flüssigen Überzugsmittel beschichtet, so kann dieses Trägermaterial
die oberste Schicht eines Stapels-aus mehreren, in gleicher Weise mit Tränkharzen
imprägnierter anderer Trägermaterialien sein. Durch Anwendung von Druck und Wärme
findet hierbei in einem Arbeitsgang sowohl die Herstellung eines Schichtpreßstoffes
als auch die Aushärtung des aufgebrachten Überzugsmittels zu einem mit dem Schichtpreßstoff
fest verankerten ueberzug statt. Die zur Imprägnierung der vorstehend bezeichneten
Trägermaterialien dienenden Tränkharze sind bekanntlich wäßrige oder alkoholische
Lösungen von Phenol-, Harnstoff- oder Melaminharzen oder auch von Mischkondensationsprodukten
aus Harnstoff-und Melaminharzen. Es wurde nun gefunden, daß das erfindungsgemäß
verwendete flüssige Überzugsinittel ebenfalls als Tränkharz verwendet werden kann.
Das Tränken des zu imprägnierenden Trägermaterials mit dem erfindungsgemäß verwendeten
flüssigen Überzugsmittel kann auf verschiedene Weise erfolgen. Diese Verfahren sind
bekannt und werden hier nicht beansprucht. So kann man beispielsweise das Trägermaterial
kontinuierlich mit der Hilfe von Walzen durch einen Behälter führen, der das flüssige
Überzugsmittel enthält.
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Das Überzugsmittel kann aber auch auf das Trägermaterial aufgesprüht
werden oder man kann eine Bahn des Trägermaterials durch Walzen führen, die mit
der Emulsion angefeuchtet sind, Die Arbeitstemperatur kann in weiten Grenzen schwanken,
vorzugsweise liegt sie zwischen Raumtemperatur und etwa 300 C. Sobald das Trägermaterial
imnrägniert ist, läßt man den Überschuß ablaufen oder quetscht ihn ab.
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Die Aushärtung der imprägnierten Trägermaterialien zu unlöslichen
und unschmelzbaren Kunststoffen erfolgt erst anschlie ed nach ihrer Stapelung in
Etagenpressen unter Warme und Druck, wobei die Ausbildung einer gleichmäßigen Oberfläche
durch das Fließverhalten der oben beschriebenen Bindemittelkombination ermöglicht
wird.
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Bei den für die Imprägnierung verwendeten Papieren handelt es sich
durchweg um geeignete Natronkraft- oaer Zellstoffpapiere. Um Dekorplatten herzustellen,
deren Oberfläche bunt, helle oder dekorative Muster aufweisen soll, wird ein imprägniertes
Dekorpapier, gefärbtes oder farbig bedrucktes oder mit einem Holzmasermuster bedru.cktes
Zellstoffpapier verwendet In einer anderen möglichen Arbeitsweise werden die mit
den üblichen Tränkharzen imprägnierten Trägermaterialien nach dem Abquetschen des
Überschusses zunachst durch einen Trockenkanal geführt, der bei 100 bis 120° G eine
Vorgelierung der Tränkharze bewirkt. Danach wird entweder ummittelbar mit dem erfindungsgemäß
verwendeten flüssigen Überzugsmittel beschichtet und gehärtet oder aber es wird
zunächst eine Zwischenschicht durch Aufbringen einer Polyvinylacetat- oder Polyacrylat-Dispersion
hergestellt.
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Auf eine solche Zwischenschicht wird dann mit den erfindungsgenäß
verwendeten flüssigen Überzugsmittel weiter beschichtet und ausgehärtet.
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Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Überzüge. zeichnen
sich durch hervorragende technologische Eigenschaften aus. Es war überraschend,
daß ein Überzugsmittel, das vorwiegend aus niedermolekularen Bestandteilen besteht,
selbst in dünnen Schichten von wenigen Mikron unter der Einwirkung von höherer Temperatur
in kurzer Zeit Vernetzungsreaktionen eingeht, die zu einem harten duroplastischen
Überzug führen. Die Reaktionsgeschwindigkeit
Irjuft unerwartet
schnell ab. Bisther konnten solche duroplastischen Überzüge nur erhalten werden
durch Verwendung von Bindamittelkomponenten mit hohem. Molekulargewicht, die bereits
genügend vorvernetzt sind. Sieses Ergebnis war jedoch überraschend. Die gehärteten
Überzüge sind hart, hochglänzend und ausgezeichnet vergilbungsbeständig. Sie sind
ferner beständig gegenüber organischen Lösungsmitteln, wie Xylol, Mischungen aus
aliphatischen Kohlenwasserstoffen und Benzol, Estern und Ketonen. Darüber hinaus
weisen sie eine ausgezeichnete Säure- und Alkalibeständigkoit auf. Bei Salzsprahversuchen,
Tropentests und Prüfungen im Weatherometer zeigen die Überzüge keine nennenswerte
Beeinträchtigung ihrer technologischen Eigenschaften. Pigmentierte Überzüge besitzen
einem positiven "Ringtest" d.h., wenn ein Metallteil über den Überzug gezogen wird,
hinterläßt dieses keine Verfärbung in der Oberfläche.
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Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern, ohne sie
einzuschränken. Angegebene Teile sind Gewichtsteile, Prozente sind Gewichtsprozente,
falls nicht ausdrücklich anders angegeben.
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Beisniel 1 Ein weitgehend mit Methanol veräthertes Hexamethylolmelamin
wird beispielsweise erhalten durch Reaktion von 1 Gewichtsteil trockenem Hexamethylolmelamin
mit 5 Gewichtsteilen Methylalkohol und 0,3 Gewichtsteilen Salzsäure.
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Die klare Lösung wird nach 8 - 10 Minuten neutralisiert.
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Nach den Abdampfen des Alkohols wird der Melamin-Hexamethylol-Methyläther
in Kristallen erhalten.
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Hiervon werden 118 Teile als 85%ige wäßrige Lösung mit 17,6 Teilen
eines Polyesterharzes, hergestellt durch Veresterung von 1 Mol Phthalsäure und 1,5
Mol Äthylenglykol mit einem Hydroxylgehalt von ca. 8,5 % und einer Viskosität von
330 -+ 30 Centipoise und einer Dichte bei 200 C nach Din 51 757 von cä. 1,3, und
19,2 Teilen Glyce-rin gut durchmischt-.
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Anschließend gibt man.
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16 Teile p-Toluolsulfosäure, gelöst in 40 Teilen Äthylenglykol-Moto-Butyläther,
zu und fügt 6,9 Teile hochdisperse Kieselsäure zu.
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Nach gutem Durchmischen hat das Überzugsmittel bei25°C eiiie Viskosität
von 365 Centistokes. Die Topfzeit (pot life) beträgt, abhängig von der Temperatur,
mehrere Tage.
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Von dem Überzugsmittel werden 60 g/m² auf eine Spanholzplatte mit
Hilfe einer Gießmaschine aufgegossen. Die Härtung des Überzuges erfolgt bei Umlufttemperatur
von z.B ca. 1000 C oder mit Infrarot-Strahlen innerhalb von 1 - 3 Minuten, Man erhält
einen seidenglänzenden, transparenten Lacküberzug mit guter Haftung, der kratzfest
ist und eine ausgezeichnete Elastizität besitzt.
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Beispiel 2 Auf die Oberseite eines mit einem Tränkharz auf Basis eines
Melamin-Formaldehyd-Kondensationsproduktes getränkten Dekorpapieres mit einem Holzmaserdruck
wird mittels Drahtrakel ein Überzugsmittel aus 82, 3 Teilen des in Beispiel 1 näher
bezeichneten mit Methanol weitgehend verätherten Hexamethylolemelamines als 85%ige
wäßrige Lösung,
0,6-Teilen eines nicht ionogenen Netzmittels (iithylenoxidaddukt
einer Fettsäure), 9,8 Teilen eines Polyesters aus 1 Mol Trimethylolpropan, 1,5 Mol
Phtahlsäure mit einem Hydroxylgehalt von ca. 11, 5 %, einer Viskosität bei 250 C
von 650 + 100 Centipoise und einer Dichte nach DIN 51 757 von ca. 1, 03, 7,3 Teilen
Glycerin, den 30 Teile einer 40 %igen wäßrigen p-Toluolsulfosäurelösung zugegeben
werden, in einer Menge von ca. 5 - 50 aufgebracht.
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Die Topfzeit des flüssigen Überzugemittels beträgt 36 Stunden.
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Es wird in üblicher Weise-bei einer Temperatur von 1000 C unter Anwendung
eines Preßdruckes von 3 - 5 kg/cm² innerhalb von 2 Minuten oder bei einen Preßdruck
von 17 - 20 kg/cm² bei 170 - 200° C innerhalb von 20 Sekunden gehärtet. Man erhält
eine Folie mit einem haftfesten glänzenden Überzug. Diese Folie kann in der Möbelherstellung
in der üblichen Weise auf Spanholzplatten mittels Furnierpressen als Fertigeffektfolie
aufgeklebt werden. Die Überzugsschicht kann im Bedarfsfall mit-üblichen Lacken weiterlackiert
werden.
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Beispiel 3 Anstelle des in Beispiel 2 genannten Polyesterharzes wird
die gleiche Menge eines Polyesterharzes, der durch Umsetzen von 12 Mol 1,4 Bis-(Hydroxymethyl)-cyclohexan,
6 Mol Phthalsäureanhydrid und 5 Mol Adipinsäure erhalten wurde, verwendet.
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Der entstandene Polyester hat ein Molgewicht von 1 660 und eine Hydroxylzahl
von 63,1. Er ist leicht in Glycerin löslich.
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Nach Auftrag auf die Oberfläche einer mit Tränkhartzen imprägnierten
Papierbahn wird wie in Beispiel 2 weitergearbeitet.
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Das Resultat entspricht dem in Beispiel 2 erhaltenen Ergebnis.
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Beispiel 4 Durch Erhitzen auf 150 - 1800 C unter Schutzgas wird aus
folgenden Teilen ein Polyester hergestellt: 1160 Teile Fumarsäure 1480 Teile Phthalsäureanhydrid
1630 Teile 1,2 Propylenglykol.
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80 Teile dieses Polyesters werden in 35 Tailen Gleycerin und 35 Teilen
Äthylenglykel zu einer homogenen Lösung gelöst.
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In 100 Teilen einer 85 %igen wäßrigen Lösung von Hexamethoxymethylmelamin
und 20 Teilen einer 70 %igen Lösung eines mit Butanol verätherten Harnstoffharzes
in Butanol werden 15 Teile der oben genannten Polyesberharzlösung eingerührt und
anschließend 21 Teile einer 40 %igen p-Toluolsulfosäurelösung in Butyldiglykol zugegeben.
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Die Topfzeit beträgt ca. 48 Stunden.
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Wie in Beispiel 1 beschrieben, wird dieses Uberzugsmittnl in einer
Menge von 130 g/m2 auf eine Spanholzplatte aufgebracht und in 3 Minuten bei 120°
C gehärtet.
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Man erhält einen hochglänzenden, kratzfesten Überzug, der weitgehend
gegen Lösungsmittel bestandig ist.