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Nitroanthrachinone Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung von
sulfonsäuregruppenfreien Verbindungen der allgemeinen Formel
in der R für einen gegebenenfalls substituierten Phenylrest, ein X für eine Nitrogruppe,
das andere X für Wasserstoff stehen, oder deren Mischungen zum Färben und Bedrucken
von synthetischen Fasermaterialien.
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Geeignete Substituenten an R sind alkyl, Cycloalkyl, Aralkyl, Aryl,
Cycloalkoxy, Aralkoxy, Aryloxy, Alkoxy, Alkoxycarbonyl, Alkoxycarbonyloxy, Acylamino,
insbesondere Alkylcarbonylamino, Alkylsulfonyl, Arylsulfonyl, Alkylaminocarbonyloxy,
Acylaminocarbonyloxy, Alkylaminocarbonylamino, Acylaminocarbonylamino, Altylaminothiocarbonylamino,
Alkylaminosulfonyloxy, Acylaminosulfonyloxy, Amino, Mono- und Dialkylamino, Arylcarbonyloxy,
Alkylthio, Arylthio, Alkylsulfonyl, Arylsulfonyl, Amino, Alkylsulfonyloxy, Arylsulfonyloxy,
Alkoxysulfonyl, Aryloxysulfonyl,
Alkoxycarbonyl, Alkylaminosulfonyl,
Aralkylaminosulfonyl, Dialkylaminosulfonyl, Halogen wie F, Cl, Br, Carboxy, Cyan,
Nitro, Hydroxy und Cycloalkylamino.
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Alkyl als Substituent an R hat bevorzugt 1 - 12 C-Atome und kann weitere
Substituenten der vorstehend genannten Gruppe enthalten.
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Die anderen Alkyl- und Alkoxygruppen enthalten bevorzugt 1 - 4 G-Atome,
Cycloalkyl und Oycloalkoxygruppen und im besonderen solche mit 5 - 7 C-Atomen. Bei
den Arylresten handelt es sich bevorzugt um Phenylreste. Die genannten Gruppen können
weiter durch Amino, Hydroxy, Carboxy, Cyan, Halogen oder C1-C4-Alkoxy substituiert
sein.
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Als Beispiele für I sind 1-Anilino-6- oder -7-nitro-anthrachinon,
1-gMethyl-, 2',6'-Dimethyl-, 2',4',6'-Trimethyl-, Äthyl-, 4'-tert.-Butyl-, 4'-Dodecyl-,
2'-Methyl-6'-äthyl-, 2',4'-Dimethyl-6'-äthyl-, Chlor-, Brom-, Fluor-, Cyan-, Methoxy-,
Äthoxy-, ß-Hydroxyäthoxy-, ß-Cyanäthoxy-, 3'-Chlor-4'-methoxy-, 2'-Methyl-4'-methoxy-,
2' ,5'-Diathoxy-, 4'-Methylaminomethyl-, 4'-Phenyl-, 4'-Cyclohexyl-, 2',5'-Dimethoxy-,
2'-, 3'- oder 4'-Dimethyiaminomethyl-, 4'-Phenoxy-, 4'-Methylthio-, 4'-Phenylthio-,
3'-(ß-Hydroxyäthylsulfonyl)-, 3'-Phenylsulfonyl-, 2'-, 3'- oder 4'-Amino-, Acetylamino-,
N-Methylacetylamino-, N-Cyclohexyl-acetylamino-, Hydroxyacetylamino-, Methoxyacetylamino-,
Phenylsulfonyloxy-, Methylsulfonyloxy-, Phenoxysulfonyl-, Äthoxysulfonyl-, 4'-Acetylamino-2'
-carboxy-, Methoxycarbonyl-, Acetyl-, Phenylcarbcinyl-, Diäthylaminosulfonyl-, N-(ß-Hydroxyäthyl)-N-(ß-cyanäthyl)-aminosulfonyl-,
N,N-Di(B-cyanäthylamino)-sulfonyl-, ß-Phenyläthylaminosulfonyl-, ß-Hydroxyäthoxy-äthoxy,
γ-Hydroxypropoxy-, ß-Hydroxyäthylmercapto-, N-(ß-Hydroxyäthylamino)-carbonyl
-,
ß-γ-Dihydroxypropoxyphenyl, weiterhin Methoxy-, Cyclohexyloxy-, Benzyloxy-
und Phenoxycarbonylamino-, o-p-Propyloxy-; o-p-tert. Butyloxy-; o-, p-Methoxyäthoxy-;
4'- oder 5'-Chlor-2'-methoxy-; 4',5'.-Dichlor-2'-methoxy-; 2'-, 3'-oder 4'-Hydroxy-;
3',5'-Dichlor-4'-hydroxy-; 4'-Chlor-3'-hydroxy-; 2- oder 3'-Methoxy-4'-acetylamino]-anilino-6-
oder 7-nitro-anthrachinone. Ferner Alkyl-, Hydroxy-, Alkoxy-, Amino-subst. 1-Anilino-6,
(7)-nitro-anthrachinone, die im Anilinrest durch einen oder mehrere Phthalimino-N-methylen-,
Caprolactam-N-methylen-, Propionylaminomethylen-, Succinimidomethylen-, Benzoylaminomethylen-,
Carbamoylaminomethylen-oder Carbäthoxyaminomethylenreste substituiert sind.
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Binde bevorzugte Gruppe von Farbstoffen innerhalb der Formel I
| entspricht der Formel |
| > R2 (II) |
| o |
worin R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Hydroxy, C1-C4-Alkyl, Halogen,
C1-C4-Alkoxy, Amino oder C1-C5-Alkylcarbonylamino steht und X die vorstehend angegebene
Bedeutung besitzt. Die Alkoxygruppen können durch Hydroxy oder C1-C4-alkoxy weitersubstituiert
sein.
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Besonders bevorzugt sind Verbindungen der Formel II, worin R1 Wasserstoff,
Chlor, Brom, Hydroxy, C1-C4-Alkyl oder C1-C4-Aikoxy, wobei der Alkoxyrest durch
Hydroxy oder C1-C4-Alkoxy weitersubstituiert sein kann, und R2 Wasserstoff bedeutet,
während X die oben angegebene Bedeutung besitzt.
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Man kann diese Verbindungen herstellen durch Umsetzen von 1,6-oder
1,7-Dinitro-anthrachinon mit Aminen der allgemeinen Formel H2N-R (III) worin R die
in Formel I angegebene Bedeutung hat. Technisch und wirtschaftlich besonders vorteilhaft
ist es jedoch, Mischungen aus 1,6- und 1,7-Dinitro-anthrachinon umzusetzen.
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Solche Gemische lassen sich leicht nach Abtrennung von 1,5-und 1,8-Dinitro-anthrachinon
aus der Anthrachinon-Dinitrierung gewinnen.
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Die Umsetzung erfolgt in organischen Lösungsmitteln bei Temperaturen
von 60 - 2000C, vorzugsweise bei 80 - 1500C.-Dabei werden die ß-ständigen Nitrogruppen
nicht angegriffen. Als Lösungsmittel kommen hochsiedende halogenierte oder nitrierte
Kohlenwasserstoffe, wie Dichlor- und Tetrachloräthan, Chiorbenzol, o-Dichlorbenzol,
Trichlorbenzol und besonders Nitrobenzol, oder solche hydrophiler Art, wie riäthanolamin,
Pyridin, Dioxan, Dimethylsulfoxid, Sulfolan und besonders Dimethylformamid in Frage.
Vorteilhaft ist es auch, als Lösungsmittel die Basen der Formel III im überschuß
zu verwenden.
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Man kann dabei zur Neutralisation der primär abgespaltenen salpetrigen
Säure säurebindende Mittel, wie Salze schwacher anorganischer oder organischer Säuren,
beispielsweise die Na-, K-, Mg-Salze der Kohlensäure oder Essigsäure, oder auch
organische oder anorganische Basen, wie Triäthanolamin, Pyridin, Chinolin oder Magnesiumoxid
zusetzen.
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Die Umsetzungszeiten hängen ab von der Art des umzusetzenden Amins,
von der gewählten Reaktionstemperatur und der Konzentration der Reaktionspartner.
Die Reaktionszeiten können, de nach Wahl der Bedingungen, in weiten Grenzen schwanken;
sie liegen normalerweise zwischen 4 - 10 Stunden. Die Isoleerung der Umsetzungsprodukte
kann in an sich bekannter Weise durch Verdünnen mit niedermolekularen Alkoholen
oder durch Eindampfen der Reaktionsgemische, vorzugsweise in Venuleth, erfolgen.
Werden Verbindungen der Formel III als Lösungsmittel verwendet, können die Reaktionsprodukte
auch durch Verdünnen mit gegebenenfalls wäßrigen Mineralsäuren oder organischen
Säuren abgeschieden werden.
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Selbstverständlich kann man nach der Umsetzung an R weitere chemische
Umsetzungen vornehmen, z.B. vorhandene Aminogruppen acylieren oder vorhandene Acylaminogruppen
verseifen oder Hydroxygruppen durch Alkylierung in Alkoxygruppen oder durch Acylierung
in Estergruppen überführen. Durch Einwirkung von Halogenen, wie Chlor oder Brom,
halogenabspaltenden Mitteln, wie S02C12 oder SOC12, HN03 oder HN03-H2S04-Gemischen
kann man Verbindungen der Formel I herstellen, in denen R ein oder mehrere C1, Br
oder N02-Gruppen enthält. Die Umsetzung mit methylenaktiven Verbindungen, z.B. N-Methylolcaprolactam,
gestattet die Einführung von-Resten, die über eine Methylenbrücke gebunden sind.
Sulfonylreste lassen sich durch Sulfochlorierung und nachfolgenden Austausch des
Chlors gegen amino- oder hydroxygruppenhaltige Reste einführen.
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Die Verbindungen der Formel I eignen sich vorzüglich zum Färben und
Bedrucken synthetischer Fasern, wie Cellulosetriacetat-, Polyamid- und vor allen
Polyesterfasern. Auch in der Lösungsmlttelfärbung können sie eingesetzt werden.
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Polyesterfasern können dabei in bekannter Weise nach dem Carrier-,
Hochtemperatur- oder Thermosolverfahren gefärbt werden.
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Auch als Basisprodukte für braune, marineblaue, dunkelblaue und schwarze
Farbstoffeinstellungen sind sie vorzüglich geeignet. So lassen sich z.B. durch Kombination
mit handelsüblichen blau(grun)ein Farbstoffen echte marineblaue Polyesterfärbungen
herstellen.
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Die erhaltenen Färbungen und Drucke zeichnen sich durch gute Echtheiten
aus.
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Beispiel 1 a) 1Q g Strangmaterial aus Polyäthylenterephthalat werden
in einer Flotte aus 400 ml Wasser, Q,4 g eines Gemisches aus 1-Anilino-6- und -7-nitro-anthrachinon
in fein verteilter Form, 3,4 g eines Gemisches aus o-, m-, p-Kresotinsäuremethyl.
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ester und 0,6 g einer Mischung aus gleichen Teilen eines anionischen
Dispersionsmittels und eines nichtionogenen Polyglykoläthers nach Zusatz von Schwefelsäure
bis zur Einstellung eines pH-Wertes von 4,5 2 Stunden bei 96 - 980C gefärbt, anschließend
wird gespült und getrocknet. Man erhält eine tiefe rotstichig violette Färbung,
die sehr gut lichtecht ist.
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b) Das in a) eingesetzte Farbstoffgemisch kann wie folgt erhalten
werden: 298 g eines Gemisches aus 1,6- und 1,7-Dinitro-anthrachinon (80,4 «ig) werden
in 900 ml Anilin eingerührt und solange bei 100 - t050C geruhrt, bis in einer Probe
kein Einsatzmaterial mehr nachweisbar ist (ca. 8 Stunden erforderlich), man verdünnt
bei 50 - 600C innerhalb 2 Stunden mit 900 ml Methanol, rührt 2 Stunden nach, saugt
das kristallin ausgeschiedene Reaktionsprodukt ab, wäscht es mit einer Lösung von
150 g Anilin in 300 ml Methanol, abschließend mit 300 ml Methanol und heißem
Wasser
und trocknet bei 80°C. Erhalten werden 277 g eines Gemisches aus 1-Anilino-6- und
-7-nitro-anthrachinon.
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c) Das in b) eingesetzte Dinitro-anthrachinon kann wie folgt erhalten
werden: 10 kg Anthrachinon werden in 40 kg Oleum 20 %ig gelöst, in 2 Stunden unterhalb
50°C mit 20,6 kg einer Mischung, betstehend aus 33 % HNO3 und 67 % H2S04, versetzt,
in 2 Stunden auf 900C erwärmt und bei dieser Temperatur gehalten, bis kein Anthrachinon
und Monoitrierungsprodukt mehr nachweisbar sind. Man rührt kalt, saugt das abgeschiedene
1,5- und 1,8-iinitro-anthrachinon ab und wäscht das Nutschgut portionsweise mit
37 kg wasserfreier Schwefelsäure. Die Ablaufbrühen (ca. 91 kg) werden bei 1000C
filtriert, bis 700C kalt gerührt, in ca.
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1 Stunde mit 7,8 ltr. Wasser versetzt, wodurch die Temperatur auf
80 - 85°C ansteigt. Nach weiteren 50 Minuten saugt man bei 800C ab und wäscht mit
20 kg 88%iger H2S04 nach.- Nach Neutralwaschen nnd Trocknen erhält man 3,3 kg eines
Produktes, das wie folgt zusammengesetzt ist: 1,6-Dinitro-anthrachinon 41,8 ffi
1,7 38,6 ffi 1,8-" " 12,0 % 1,5-" " 1,6 % 2,6- + 2,7-Dinitro-" < 1,0 % Hydroxy-dinitro-
" 1,2 ffi Beispiel 2 au 1 g eines lappens aus Polyäthylenterephthalat werden in
einer Flotte vom pH 4,5 aus 400 ml Wasser und 0,4 g des in feinster Verteilung vorliegenden
Farbstoffgemisches aus 1-m-Toluidino-6- und -7-nitro-anthrachinon sowie 0,3 g einer
Mischung aus gleichen Teilen eines anionischen Dispersionsmittels und eines nichtionogenen
Polyglykoläthers 2 Stunden bei 120 - 130°C gefärbt. Nach dem Spülen und Trocknen
erhält man eine tief violette Färbung.
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b) Behandelt man Cellulosetriacetat nach einer der in 3eispiel la)
und 2a) gegebenen Vorschrift mit dem gleichen Farbstoffgemisch, so erhält man ebenfalls
violette Färbungen.
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c) Das in a) und b) eingesetzte Farbstoffgemisch kann durch Umsetzung
von 1,6- und 1,7-Dinitro-anthrachinon mit m-Toluidin analog der in Beispiel Ib)
gegebenen Vorschrift erhalten werden.
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Beispiel 3 a) Ein Gewebe aus Polyäthylenglykolterephthalatfasern wird
auf dem Foulard mit einer Flotte imprägniert, die in 1000 g 20 g des in feiner Verteilung
vorliegenden Farbstoffes 1-(p-tert.-Butyl-anilino)-6-nitro-anthrachinon sowie 10
g eines in der belgischen Patentschrift 615 102 beschriebenen Polyäthers als Thermosolhilfsmittel
enthält.
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Das Gewebe wird sodann bis auf eine Gewichtszunahme von 70 abgequetscht
und in einem Schwebedüsentrockner oder im Trockenschrank bei 80 - 1200C getrocknet.
Anschließend wird das Gewebe in einem Spannrahmen oder in einer DUsenhot-flue ca.
45 Sekunden bei 190 - 20000 mit heißer Luft behandelt, hiernach gespült, eventuell
reduktiv nachgehandelt und getrocknet. Die reduktive Nachbehandlung zwecks Entfernung
von oberflächlich an den Fasern haftenden Farbstoffanteilen kann so erfolgen, daß
man mit dem Gewebe bei 2500 in eine 3 - 5 cm3/ltr. Natronlauge von 380 Be und @
- 2 g/ltr. Hydrosulfit (konzentriert) enthaltende Flotte eingeht, innerhalb ca.
15 Minuten auf 700C erhitzt und weitere 10 Minuten bei 700C beläßt. Anschließend
wird heiß gespult, mit 2 - 3 cm3/ltr. 85iger Ameisensäure bei 5000 abgesäuert, gespült
und getrocknet. Man erhält
eine klare violette Färbung, die sich
durch gute Licht-, Thermofixier-, Reib- und Waschechtheiten auszeichnet.
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Eine sehr ähnliche Färbung erhält man, wenn man anstelle der Polyäthylenterephthalatfasern
Polyesterfasern aus 1,4-Bis-hydroxy-methylcyclohexan und Terephthalsäure verwendet.
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b) Das in a) eingesetzte Produkt kann wie folgt erhalten werden: 15
g 1,6-Dinitro-anthrachinon und 30 ml p-tert.
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Butyl-anilin werden solange bei 125°C verrührt, bis kein Dinitro-anthrachinon
mehr nachweisbar ist (ca. 6 Stunden erforderlich). Man verdünnt in der Wärme mit
30 ml Äthylenglykolmonomethyläther, rührt kalt, saugt ab und wäscht nacheinander
mit Äthylenglykolmonomethyläther und Wasser.
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Erhalten werden 13,9 g 1-(p-tert.-Butyl-anilino)-6-nitroanthrachinon.
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Beispiel 4 a) Ein vorgereinigtes und thermofixiertes Gewebe aus Polyäthylenterephthalatfasern
wird mit einer Druckpaste bedruckt, die aus folgenden Komponenten besteht: 40 g
eines Gemisches aus 1-[m(p)-Acetylamino-anilino]-6(7) nitro-anthrachinon, 475g Wasser,
465g Kristallgummi (1:2) und 20 g sulfiertes Rizinusöl.
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Anstelle von Kristallgummi kann auch eine Alginatverdickung Verwendung
finden. Die bedruckte und getrocknete Ware wird zur Farbstoff-Fixierung bei 190
- 2000C über einen Hochleistungsspannrahmen oder durch einen tondensationsapparat
gefahren. Die Einwirkungsdauer liegt bei 30 - 60 Sekunden.
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Der erhaltene fixierte Druck wird anschließend kalt gespült, mit
1 - 2 g/ltr. anionaktivem Waschmittel bei 70 - 800C ca. 10 Minuten geseift, erst
heiß und dann kalt gespült und getrocknet. Man erhält einen violetten Druck, der
sich durch gute Echtheiten auszeichnet.
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b) Die in a) eingesetzten Komponenten kann man aus dem technischen
Gemisch von 1,6- und 1,7-Dinitro-anthrachinon (siehe Beispiel 1c) entweder durch
Umsatz mit m- oder p-Acetylamino-anilin unter Zusatz von Dimethylformamid bei 130
- 140°C oder durch Umsatz in überschüssigem m- oder p-Phenylendiamin und nachfolgende
Acetylierung in Pyridin als Lösungsmittel erhalten.
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Beispiel 5 a) Ein Gewebe aus Cellulosetriacetat wird, wie in Beispiel
3a) beschrieben, aber mit je 15 g 1-m-Anisidino-6(7)-nitroanthrachinon und 1 -p-Anisidino-6
(7) -nitro-anthrachinon foulardiert und anschließend wie dort beschrieben, aber
bei 21000 mit heißer Zuluft behandelt. Man erhält eine tiefe blaustichig violette
Färbung von sehr guter, Licht- und Sublimierechtheit.
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b) Man erhält die in a) eingesetzten Farbstoffe durch Umsetzung von
1,6- und 1,7-Dinitro-anthrachinon mit m- oder p-Anisidin entweder analog der in
Beispiel 1a) gegebenen Vorschrift, wobei die Umsetzung mit m-Anisidin längere Reaktionszeit
erfordert als diejenige mit p-Anisidin, oder man setzt Dinitroanthrachinon in der
2 - 3fachen Menge Nitrobenzol bei 150 - 1600C unter Zusatz von 2 Mol Anisidin/ Mol
Dinitroanthrachinon um.
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Beispiel 6 a) 100 g eines Gewebes aus texturierten Polyäthylenterephthälatfasern
werden ohne Vorreinigung bei Raumtemperatur in ein Färbebad eingebracht, das aus
1 g 1-(p-Hydroxy-anilino)-6- und -7-nitro-anthrachinon und 1000 g Tetrachloräthylen
bereitet ist. Das Bad wird unter lebhafter Flottenzirkulation innerhalb von 10 Minuten
auf 1150C erhitzt und 30 Minuten auf dieser Temperatur gehalten. Dann wird die Flotte
abgetrennt und das Färbegut mit frischem Bösungsmittel 5 Minuten bei etwa 400C gespült.
Nach Abtrennen der Spülfiotte wird das Färbegut zentrifugiert und im Luftstrom getrocknet.
Man erhält eine blaustichig rubinfarbene Färbung mit sehr guter Sublimierechtheit
sowie guten Wasch- und Reibechtheiten.
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Eine gleichwertige Färbung wurde auf die gleiche Weise auf einem
Gewebe aus Polycyclohexan-dimethylen-terephthalatfacern erhalten.
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Zersetzt man das Tetrachloräthylen durch die gleiche Menge 1,1.2-lrichloräthan,
so wird eine gleichwertige Färbung erhalten.
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b) 100 g Garn aus Acetatfäden werden bei ca. 220C in ein Färbebad
eingebracht, das aus 1,0 g des im Beispiel 6a) verwendeten Farbstoffs, 1000,0 g
Tetrachloräthylen, 1,5 g Ölsäureäthanolamid, 1,5 g Oleylalkoholheptaäthylenglykoläther
und 6,0 g Wasser
bereitet ist. Man erwärmt das Bad innerhalb von
20 Minuten auf 78°C und hält es 45 Minuten bei dieser Temperatur.
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Nach Abtrennen der Färbeflotte und Spülen mit frischem Tetrachloräthylen
wird das Färbegut durch Absaugen und Trocknen im luftstrom vom anhaftenden Lösungsmittel
befreit.
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Man erhält eine blaustichig rubinfarbene Färbung.
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c) Das in und b) eingesetzte Farbstoffgemisch kann aus 1 -p-Anisidino-6(
7)-nitro-anthrachinon durch Ätherspaltung in 10 g 78 - 80%iger H2S04 bei 4oO" (ca.
6 Stunden erforderlich) in quantitativer Ausbeute erhalten werden.
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Färbt oder druckt man nach einer der in den Beispielen 1 - 6 beschriebenen
Vorschriften Polyäthylenterephthalat-oder Cellulosetriacetatfasern mit den in der
Tabelle aufgeführten Farbstoffen der Formel
so erhält man stark rotstichig - schwach blaustichig violette Färbungen oder Drucke.
Dabei bedeutet in der zweiten Spalte die Angabe 6 bzw. 7, daß mit einem Reinfarbstoff,
dessen Nitrogruppe in der angegebenen Position steht, gefärbt wurde, während die
Angabe 6,7 den Einsatz eines Farbstoffgemisches kennzeichnet.
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Tabelle Substituent in Bsp. Stellung 2 3 4 5 6 NO2
| 7 6 H H H H H |
| 8 6,7 CH3 H H H H |
| 9 7 H CH3 H H H |
| 10 6 H H CH3 H H |
| 11 6,7 H H CH3 H H |
| 12 6 CH3 H H H OH3 |
| 13 6,7 H3 H CH3 11 0113 |
| 14 7 C-(CH3)3 H CH3 H H |
| 15 6,7 H Cl H H H |
| 16 6,7 H H Cl H H |
| 17 6,7 H Cl Cl H H |
| 18 6,7 H H N-CQ-CH3 H H |
| CH3 |
| 19 11 K -NH-C0-GHD H H H |
| 20 6,7 H H < H H |
| 21 6,7 E Br H K H |
| 22 6 H NH2 X H H |
| 23 6 CH3 H -CH2-N ß H H |
| 0 |
| 24 6 CH3 S02NH2 C2H5 H OH3 |
| 25 7 S02-NH-CH3 H OH H H |
| 26 6,7 H H 11 < X H |
| 27 6,7 H H H H |
| -So |
| 28 6 H H NH-CQ-CHX H 11 |
| C2Hs |
Substituent in Bsp. Stellung 2 3 4 5 6 NO2
| 29 7 H H S-CH2-CH2-OH H H |
| 30 6 H CN H H H |
| 31 6 H oH |
| 11 11 11 |
| NH-CO-CH, |
| 32 6 CH3 H H N-OO-O113 H |
| 02H5 |
| 33 7 H H -S-CHD H H |
| 7 7 S02-0-CH3 H CH3 11 H |
| 35 6,7 E OH3 Ol H H |
| 36 7 H OF'3 H H H |
| 37 6,7 H H 02115 H H |
| 38 6,7 H 0113 H CH3 H |
| 39 6 H 11 C12H25 11 H |
| 40 6 H H NH-CH3 H H |
| 41 6,7 H H H o CH3I-\ 11 H |
| 42 6,7 H NH-CO-CH3 OH3 K H |
| 43 6,7 11 H 4 H H |
| 44 6,7 00113 H H H H |
| 45 7 00113 H H H H |
| 46 6,7 H OCH3 H H H |
| 47 6,7 H 11 OX H H |
| 48 7 H OH 11 E H |
| 49 6,7 -O-CH, -0-CH2-C-OH H H H H |
| 50 6,7 11 - H OC2H5 H H |
| 51 6 H 3 7 H H |
| 52 6,7 NOCH, H 11 OCH3 H |
| 53 6 H OH Ol 11 H |
| 54 7 H Cl OH Ol 11 |
Substituent in Bsp. Stellung 2 3 4 5 6 NO2 55 6,7 CH3 H OCH3 H
H 56 6,7 OC2H5 H H CH3 H 57 6 OCH3 H Cl OCH3 H 58 6,7 OCH3 H Cl CH3 H 59 6,7 OCH3
H NH-COCH3 H H 60 6,7 OC2H5 H H OC2H5 H 61 7 O-(C2H4O)2CH3 H H H H