[go: up one dir, main page]

DE2208076A1 - Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Industrieabwässern und Vorrichtung zur Durchführung desselben - Google Patents

Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Industrieabwässern und Vorrichtung zur Durchführung desselben

Info

Publication number
DE2208076A1
DE2208076A1 DE19722208076 DE2208076A DE2208076A1 DE 2208076 A1 DE2208076 A1 DE 2208076A1 DE 19722208076 DE19722208076 DE 19722208076 DE 2208076 A DE2208076 A DE 2208076A DE 2208076 A1 DE2208076 A1 DE 2208076A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
electrolysis
electrolytic cell
cell
cathode
anodes
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19722208076
Other languages
English (en)
Inventor
Minoru Fuchu; Ishii Masahito Hino; Tokio Ichiki (Japan). M
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Mitsui Kinzoku Co Ltd
Original Assignee
Mitsui Mining and Smelting Co Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Mitsui Mining and Smelting Co Ltd filed Critical Mitsui Mining and Smelting Co Ltd
Publication of DE2208076A1 publication Critical patent/DE2208076A1/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/46Treatment of water, waste water, or sewage by electrochemical methods
    • C02F1/461Treatment of water, waste water, or sewage by electrochemical methods by electrolysis
    • C02F1/465Treatment of water, waste water, or sewage by electrochemical methods by electrolysis by electroflotation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/46Treatment of water, waste water, or sewage by electrochemical methods
    • C02F1/461Treatment of water, waste water, or sewage by electrochemical methods by electrolysis
    • C02F1/463Treatment of water, waste water, or sewage by electrochemical methods by electrolysis by electrocoagulation

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Electrochemistry (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Hydrology & Water Resources (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Water Supply & Treatment (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Water Treatment By Electricity Or Magnetism (AREA)

Description

Patentanwalt ' Patentanwälte
Dr. phil. Gerhard Henkel Dr. rer. nat. Wolf-Dieter Henkel
D-757 Baden-Baden Balg Dip I.-Ing. Ralf M. Kern
TÄ£ Dr. rer. nat. Lothar Feiler
D-8 München 90 Eduard-Schmld-Str. 2 ρ -η Tel.: (0811) 663197
Talagr.-Adr.i Elllpeold MdndMn
Mitsui Mining & Smelting Co., τ·Ιβχ:
Ltd*,
Tokio, Japan
L J
IV ρ /Jo 21 FEB 1972
Verfahren zur elektrolytischen Behandlung
von Industrieabwässern und Vorrichtung zur Durchführung desselben
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Abwässern, wie sie in großen Mengen in metallbehandelnden Betrieben, Galvanisieranstalten, öl- und Fettfabriken und dergleichen anfallen»
Es ist bereits seit langer Zeit bekannt, daß sich Verunreinigungen aus Abwässern, z.B. Schwermetallionen, wie Eisenionen und dergleichen, Fette und öle, einschließlich tierischer, pflanzlicher und Mineralöle, sowie die verschiedensten feinteiligen, festen Trübstoffe, auf elektrolytischem Wege entfernen lassen· Obwohl der genaue Mechanismus der Reinigung von Abwasser auf elektrolytischem Wege erst noch geklärt werden muß, tritt hierbei vermutlich folgendes ein: Wenn das Abwasser als Elektrolyt dient, werden die Verunreinigungen, beispielsweise die in dem Abwasser enthaltenen Schwermetallionen, zusammen mit den aus der Aluminiumanode stammenden Aluminiumionen an die Kathode angezogen, wobei sie entweder zum Metall reduziert werden oder mit den in dem Abwasser enthaltenen Hydroxylionen unter Bildung von
-2-
209838/0690
Hydroxiden In Reaktion treten» Die hierbei gebildeten Metallteilchen und Hydroxide flocken nun zusammen mit dem in der Nähe der Kathode vorliegenden Aluminiumhydroxid aus, worauf die gebildeten Flocken mit Hilfe der bei der Elektrolyse gebildeten Wasserstoffbläschen flotlert und an der Oberfläche des Elektrolyten in Form eines schaumigen Schlamms konzentriert werden« Bei der Durchführung derartiger elektrolytischer Reinigungsverfahren ist die Elektrolysezelle In der Regel so ausgelegt, daß sie verschiedene flächig aufeinander ausgerichtete, senkrecht stehende Anoden und Kathoden aufweist« Nachteilig an den bekannten Elektrolysezellen 1st jedoch, daß etwa gebildete Oxide und der gebildete schaumige Schlamm an den Elektrodenoberflächen haften bleiben, wodurch sich mit der Zeit die Badspannung erhöht* Die Folge davon istι daß einerseits das Arbeiten mit derartigen Zellen zunehmend gefährlicher wird, der Stromverbrauch steigt und der Reinigungegrad sinkt* Gleichzeitig wird hierdurch eine kontinuierliche Elektrolyse derartiger Abwasser sehr erschwert*
Zur Vermeidung der geschilderten Nachtelle wurde bereits vorgeschlagen, in die Elektrolysezelle etwas Fluorid und dergleichen einzubringen« Nachteilig an derartigen Maßnahmen ist jedoch, daß sich hierdurch die Kosten erhöhen, Immer Fluoridreste vorhanden sind und dergleichen«
Der Erfindung lag nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Industrieabwässern zu schaffen, bei dessen Durchführung sich kontinuierlich Verunreinigungen, z.B. Fette und öle, Metallionen, beliebige feinteilige, fest· Trübstoffe und dergleichen, aus Industrieabwässern entfernen lassen, ohne daß Im Laufe der Zelt eine Erhöhung der Badspannung erfolgen muß«
-3-209838/0690
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Industrieabwässern, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man das als Elektrolyt in eine mit senkrecht stehenden Anoden und waagerecht nahe am Zellenboden angeordneten Kathoden auegestattete Elektrolysezelle eingespeiste Abwasser einer Elektrolyse unterwirft; daß man den bei der Elektrolyse gebildeten und aufsteigenden Schlamm (der aus den ausgeflockten und durch den Elektrolyten an dessen Oberfläche gewanderten Verunreinigungen besteht) aus dem oberen Teil der Elektrolysezelle austrägt und daß man das elektrolytisch gereinigte Abwasser, d.h. das Heinwasser, aus dem unteren Teil der Elektrolysezelle abzieht.
Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung erfolgen die Abwasserzufuhr und die Entnahme des elektrolytisch gereinigten Wassers in der Hegel sukzessive, folglich eignet sich zur Durchführung einer derartigen elektrolytischen Behandlung von Abwasser jede Elektrolysevorrichtung, deren elektrolytische Zelle mit senkrecht stehenden Anoden und waagerecht nahe am Zellenboden angeordneten Kathoden ausgestattet ist, die oberhalb der elektrolytischen Zelle einen Einlaß für das Abwasser und ebenfalls oberhalb der elektrolytischen Zelle eine Schlammaustragseinrichtung aufweist und die schließlich einen in der Nähe des Bodens der Elektrolysezelle vorgesehenen Auslaß für das Reinwasser besitzt.
In der Zeichnung, die zur näheren Erläuterung der Erfindung dient, ist eine zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung geeignete Elektrolysevorrichtung schematisch im Querschnitt dargestellt.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Elektrolysezelle 1 sind lediglich die Anoden 2 senkrecht angeordnet, während die Kathoden 3 waagerecht längs des Bodens L\. der Elektrolysezelle
209838/0690
vorgesehen sind« Die Kathoden 3 sind nicht flächig auf die Anoden ausgerichtet, beide Elektroden bilden vielmehr ein "umgekehrtes T". Die Kathoden 3 können, wenn die Elektrolysezelle per se nicht-leitend und ihr Boden waagerecht ausgerichtet ist, direkt auf dem Boden Zf der Elektrolysezelle aufliegen* Zwischen dem Boden if der Elektrolysezelle und den Kathoden 3 kann jedoch auch ein geeignetes Isoliermaterial vorgesehen sein* Im Falle, daß die Elektrolysezelle als ganzes aus einem Metall, d.h« einem leitenden Material, besteht, kann man entweder die Seitenwände der Elektrolysezelle isolieren und den Boden der Elektrolysezelle als Kathode benutzen, oder eigene negative Platten (als Kathode) vorsehen« Der Zwischenraum zwischen den Anoden 2 und den Kathoden 3 läßt sich je nach der Aft des zu behandelnden Abwassers, der Stromdichte und dergleichen in geeigneter Welse einstellen*
Im folgenden wird das Verfahren gemäß der Erfindung in allen Einzelheiten beschrieben*
Wie bereits ausgeführt, wird bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung eine mit senkrecht stehenden Anoden und waagerecht nahe am Zellenboden angeordneten Kathoden ausgerüstete Elektrolysezelle, wie sie beispielsweise in der Zeichnung dargestellt 1st, verwendet« In einem solchen Falle wird Fette und Öle, Schwermetallionen, verschiedene feste Trübstoffe und dergleichen enthaltendes Abwasser 5 von oben her der Elektrolysezelle 1 zugeführt« Die bei der Elektrolyse des durch einen Einlaß 6 zugeführten Abwassers 5 gebildeten Flocken und anodischen Oxide steigen rasch, ohne am unteren Teil der Anoden 2 und an den Kathoden 3 haften zu bleiben, zum oberen Teil der Elektrolysezelle« Die Folge davon ist, daß sich kaum ein Anstieg der Elektrolysespannung beobachten läßt« Einer der Gründe dafür besteht darin, daß lediglich der untere Teil der Anode 2 nahe der Oberfläche der Kathode 3 eine
209838/0690
r 5 -
intensive elektrische Entladung erfährt und in Lösung geht« Gerade an diesem Teil der Anode 2 haften jedoch weder aus der Elektrolyse stammende anodische Oxide noch irgendwelche flocken« Dies ist insbesondere auch darauf zurückzuführen, daß die auf der gesamten Oberseite der Kathode 3 gebildeten Wasserstoffbläschen nach oben steigen und an der senkrecht stehenden Anode 2 entlang streichen« Die Fette und öle sowie sonstige feinteilige, feste Trübstoffe sowie selbstverständlich auch jegliches flockiges Material werden an den an der Kathodenoberfläche gebildeten Wasserstoffbläschen absorbiert, steigen mit diesen durch den Elektrolyten und sammeln sich im oberen Teil des Elektrolyten als aus den Verunreinigungen bestehender schaumiger Schlamm 7 an· Der gebildete schaumige Schlamm wird mit Hilfe eines oberhalb der Elektrolysezelle vorgesehenen Schlammrechens 8 gesammelt und entfernt, während das Reinwasser,,d«h» das gereinigte Abwasser, über einen in der Nähe des Bodens A- der Elektrolysezelle angeordneten Auslaß 9 abgelassen wird«
Der Hechanismus, nach welchem die erfindungsgemäße elektrolytische Behandlung von Abwässern vonstatten geht, entspricht dem geschilderten Vorgang« Als Material für die Anoden 2 können Aluminium, Aluminiumlegierunge$ Eisen und dergleichen in Platten- oder Stabform dienen« Als Material für die Kathoden 3 können Kupfer, Eisen, Nickel, rostfreier Stahl und dergleichen vorzugsweise in Form nicht-perforierter Platten, perforierter Platten, Netze, Gitter und dergleichen verwendet werden«
Vorzugsweise verwendet man zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung eine Elektrolysezelle, die mittels mehrerer Trennwände IO in mehrere Abteile unterteilt ist, von denen jedes eine Anode und eine Kathode in der geschilderten Anordnung enthält« Jede Trennwand besteht in der Regel aus einer perforierten oder nicht-perforierten Platte aus einem in dem
-6-209838/0690
zu behandelnden Abwasser unlöslichen Material und ist nichtleitend. Derartige Trennwände können beispielsweise aus Kunstharzen bzw. Kunststoffen bestehen. Die Größe jeden Abteils hängt von der Konzentration des betreffenden Abwassers, dem gewünschten Reinigungsgrad und anderen Faktoren ab· Obwohl die Anode 2 bei der Elektrolyse in den Elektrolyten in Lösung geht, kann man bei einer platten- oder stabförmigen Anode 2 den Zwischenraum zwischen der Anode 2 und der Kathode 3 aufrechterhalten, indem man die Anode solange senkt, solange die Länge des (elektrischen) Drahtleiters ausreicht«
Je nach dem gewünschten Reinigungsgrad und der zu reinigenden Wassermenge kann eine bei der Durchführung desVerfahrens gemäß der Erfindung verwendbare Elektrolysezelle 2 oder mehrere Einlasse 6 aufweisen« Das über den nahe dem Boden if der Elektrolysezelle vorgesehenen Auslaß 9 entnommene gereinigte Abwasser bzw· Reinwasser enthält praktisch keine Schwermetalle, keine Schwermetallionen, Fette und UIe und feste Trübstoffe mehr. Der am oberen Teil der Elektrolysezelle angesammelte Schlamm 7 wird mit Hilfe des Schlammrechens 8 in einen Behälter M ausgetragen; der ölanteil des abgeschiedenen Schlamms kann nach der Entwässerung verbrannt, der Metallanteil durch Weiterbehandlung der im Schlamm enthaltenen Feststoffe wiedergewonnen werden·
Es sei darauf hingewiesen, daß nicht jedes Abteil der Elektrolysezelle unbedingt mit einer Anode und einer Kathode ausgestattet sein muß· Die Anzahl an den Anoden und Kathoden kann frei gewählt werden und läßt sich ohne weiteres für einen optimalen Betrieb bestimmen· Der Einlaß 6 für das Abwasser soll sich zweckmäßigerweise an einer Stelle oberhalb der Elektrolysezelle 1 und soweit wie möglich vom Ort des Auslasses 9 für das Reinwasser entfernt befinden« Der Auslaß 9 soll, wie bereits erwähnt, zweckmäßigerweise in der Nähe dos Bodens if der Elektrolysezelle vorgesehen sein« Der Grund
-7-209838/0690
hierfür besteht darin, daß sich das weitestgehend gereinigte Abwasser in der Nähe der dicht am Boden der Elektrolysezelle waagerecht angeordneten Kathode 3 befindet« Selbstverständlich können auch, je nach dem gewünschten Wirkungsgrad der Elektrolysevorrichtung, i mehrere Auslässe 9 vorgesehen sein« Der Schlammrechen 8 muß lediglich zur Entfernung des im oberen Teil des Elektrolyten angesammelten Schlamms und zur Überführung desselben in den Aufnahmebehälter 11 für den Schlamm geeignet sein* Hierbei kann es sich um eine Vorrichtung mit mehreren in eine gegebene Richtung rotierenden Rotorblättern oder eine Vorrichtung mit mindestens einer, eine Hin- und Herbewegung ausführenden langen Platte handeln·
Das in der geschilderten Weise erhaltene Reinwasser enthält praktisch keine Schwermetalle, Schwermetallionen, Fette und öle und sonstige feste Trübstoffe mehr· Sollten jedoch noch irgendwelche Bestandteile darin gelöst sein, lassen sich diese aus dem Reinwasser durch Ausfällen in üblicher bekannter Weise, z.B. mittels Oxidations- oder Reduktionsmittel oder durch Neutralisieren, beseitigen*
Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung kommt es während eines kontinuierlichen Betriebs einerseits nicht zu einer Spannungserhöhung, andererseits vermögen die auf der gesamten Kathodenoberfläche gebildeten Wasserstoffbläschen in hohem Maße. Verunreinigungen, wie Flocken, Fette und Öle und dergleichen, in der IJähe der Kathode zu adsorbieren und in adsorbierter Form nach oben mitzunehmen· Relativ zu den aufsteigenden Einzelflocken sind die gebildeten Gasbläschen so klein, daß das Gesamtvolumen dieser an die Flocke adsorbierten Bläschen gering ist* Die Folge davon ist, daß sich bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung mehr Verunreinigungen bei geringerem Stromverbrauch entfernen lassen als bei der Durchführung üblicher bekannter Elektrolyseverfahren unter Verwendung von gegeneinander ausgerichtet
-8-209838/0690
ten Elektrodenplatten· Schließlich ermöglicht es das Verfahren gemäß der Erfindung, daß Reinwasser kontinuierlich aus der Nähe des Bodens der Elektrolysezelle zu entnehmen ist, so daß nicht nur ein kontinuierlicher Reinwasseranfall gewährleistet ist, sondern auch ein weniger wasserhaltiger Schlamm am oberen Teil des Elektrolyten entnommen werden kann« Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung wird keine spezielle Vorrichtung zur Trennung des Reinwassere vom Schlamm benötigt, wie dies bei üblichen bekannten Verfahren, bei welchen ein aus dem Reinwasser und dem Schlamm gebildeter Überlauf aus der Elektrolysezelle anfällt, der Fall ist« Schließlich ermöglichet es das Verfahren gemäß der Erfindung, ähnlich wie die bekannten Elektrolyseverfahren, aus Abwässern nicht nur Metallionen, sondern auch öl zu entfernen und sonst schwierig zu trennende Emulsionen zu behandeln«
Die folgenden Beispiele sollen das Verfahren gemäß der Erfindung näher veranschaulichen·
Beispiel 1
Eine durch vier Trennwände 10 in fünf Abteile unterteilte elektrolytische Zelle 1 eines Fassungsvermögens von 300 1 (entsprechend der Zeichnung), die waagerecht längs des Bodens /f der Zelle liegende Kathoden 3 aus*600 χ 800 χ 2 mm großen Eisenplatten und in jedem Abteil senkrecht angeordnete Anoden 2, bestehend aus einem Paar ifOO χ 300 χ 10 mm Aluminiumplatten, aufwies und oberhalb der ein Schlammrechen 8 zum kontinuierlichen Austragen des in der Elektrolysezelle gebildeten Schlamms/angeordnet war, wurde mit £40 1 Abwasser aus einer Galvanisieranstalt, das 0,5 ppm Zink, 0,1 ppm Nickel, 3,0 ppm Chrom und 2,6 ppm Kupfer enthielt und einen pH-Wert von 7gQ aufwies, gefüllt. Hierauf wurde das Abwasser■einer
+ insgesamt -9-
209838/0690
Elektrolyse unterworfen, indem an die Elektronen insgesamt ein Strom von 6 Ampere angelegt wurde« Eine std nach Beginn der Elektrolyse wurde das aus der Galvanisieranstalt stammende Abwasser kontinuierlich über denAbwassereinlaß 6 mit einer Geschwindigkeit von 2ifO 1/std in den oberen Teil des äußersten linken Abteils der Elektrolysezelle (vergleiche die Zeichnung) zugeführt* Gleichzeitig wurde das erhaltene Reinwasser kontinuierlich über den in der Nähe des Bodens des äußersten rechten Abteils angeordneten Beinwasserauslaß 9 entnommene Der sich im oberen Teil der Zelle angesammelte Schlamm wurde gelegentlich entfernt· Eine std nach dem Einschalten des elektrischen Stroms wurde aus dem aus dem Heinwasserauslaß 9 ausströmenden Heinwasser eine Probe gezogen* Während der folgenden 10 Tage wurden aus dem Reinwasser weitere Proben entnommen und ebenso wie die erste Probe auf ihren Gehalt an Verunreinigungen hin analysiert» Weiterhin wurde zum Zeitpunkt der jeweiligen Probenahme die Badspannung gemessen, um deren eventuelle Erhöhung zu ermitteln· Die hierbei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle I zusammengestellt}
Ergebnisse
Tabelle I
der Behandlung von Abwasser aus einer Galvanisieranstalt
Zeit nach Beginn
der Elektrolyse
Konzentration der gereinigten
Flüssigkeit an (ppm)
Chrom Kupfer
2,6 0690 Grad der Erhö
hung der Bad-
spannunff
-10-
bei Beginn der
Elektrolyse
3,0 0,6 1,00
20 min 0,7 0,1 1,00
/fO min 0,2 0,0 1,00
1 std 0,2 0,1 1,00
2/f std 0,3 0,0 1,00
if8 std 0,2 0,0 1,01
96 std 0,1 0,0 1,02
1/f/f std 0,2 0,1 1,01
2ifO std 0,2 1,08
209838/
Bemerkung: Die Badspannung zu Beginn der Elektrolyse wurde mit 1,00 angesetzt*
Die Werte der Tabelle I zeigen klar und deutlich, daß durch das Verfahren gemäß der Erfindung nahezu sämtliche Schwermetalle aus dem Abwasser entfernt wurden. Selbst nach 10-tägiger kontinuierlicher Elektrolyse war praktisch keine Erhöhung der Badspannung zu verzeichnen« In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß entsprechende Ergebnisse erhalten wurden, wenn Anoden und/oder Kathoden aus anderen Materialien gewählt wur-den«
Beispiel 2
Dieselbe Elektrolysezelle wie in Beispiel 1 wurde mit 24*0 1 eines ölhaltigen, emulsionsartigen Abwassers (mit einer durchschnittlichen Olkonzentration von 280 ppm) aus einer Gießerei gefüllt· Das Abwasser wurde nun einer Elektrolyse unterworfen, indem an die Elektroden insgesamt ein Strom von 5 AmpeVe angelegt wurde« 2 std nach Beginn der Elektrolyse wurde das Abwasser aus der Gießerei der Elektrolysezelle kontinuierlich mit einer Geschwindigkeit von 120 1/std zugeführt· Gleichzeitig wurde das erhaltene Reinwasser kontinuierlich entnommen« Der ölhaltige Schlamm, der zum oberen Ende der Zelle aufgestiegen war, wurde kontinuierlich entfernt« 2 std nach Beginn der Elektrolyse wurde aus dem aus dem Auslaß ausfließenden Reinwasser eine Probe entnommen· Die Probe-nahme wurde bis zu einem Zeitpunkt von 600 std nach Beginn der Elektrolyse von Zeit zu Zeit fortgesetzt, wobei sämtliche Proben analysiert wurden* Ferner wurde zum Zeitpunkt der jeweiligen Probenahme die Badspannung gemessen« Die hierbei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle II zusammengestellt:
-H-209838/0690
Tabelle II
Ergebnisse der Behandlung von Abwasser aus einer Gießerei
Zeit nach Beginn
der Elektrolyse
Konzentration an Öl in der
gereinigten flüssigkeit (ppm)
Grad der Erhöhung der Badspannung
O (zu Beginn der
Elektrolyse)
2 std
10 std
Zk std
30 std
if8 std
72 std
120 std
240 std
360 std
4&Ό std
600 std
280
3,0
3,7 3,9 4,7 3,3 5,9 5,3
1,00
0,99 ,00 ,00
,01 ,01 ,01 ,01 ,07 ,10 ,06 ,06
Bemerkung: Die Badspannung zu Beginn der Elektrolyse wurde mit 1,00 angesetzt·
Den Werten der Tabelle II ist ohne weiteres zu entnehmen, daß sich der Ölgehalt des Abwassers bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung weitestgehend erniedrigen läßt« Selbst während einer 25-tägigen kontinuierlichen Elektrolyse war praktisch keine Erhöhung der Badspannung zu beobachten« In diesem Zusammenhang sei noch darauf hingewiesen, daß entsprechende Ergebnisse erhalten wurden, wenn zur Herstellung der verwendeten Anoden und/oder Kathoden andere Materialien verwendet wurden*
-12-
209838/0690

Claims (1)

  1. Patentansprüche
    J.!Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Industrieabwassern, dadurch gekennzeichnet, daß man das als Elektrolyt in eine mit senkrecht stehenden Anoden und waagerecht nahe am Zellenboden angeordneten Kathoden ausgestattete Elektrolysezelle eingespeiste Abwasser einer Elektrolyse unterwirft; daß man den bei der Elektrolyse gebildeten und aufsteigenden Schlamm aus dem oberen Teil der Elektrolysezelle austrägt und daß man die elektrolytisch gereinigte Flüssigkeit aus dem unteren Teil der Elektrolysezelle abzieht«
    2# Verfahren nach Anspruch!, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhr des Elektrolyten und die Entnahme des elektrolytisch gereinigten Reinwassers kontinuierlich erfolgen.
    3· Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Anoden platten- oder stabförmige Aluminium-, Alumini umlegi erungs- oder Eisenanoden verwendet.
    if· Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Kathoden Kupfer-, Eisen-, Nickel- oder rostfreie Stahlkathoden in Form nicht-perforierter oder perforierter Platten, Gaze oder Gitter verwendet»
    5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden der Elektrolysezelle per se als Kathode dient«
    - 13 -
    209838/0690
    220807?
    6. Elektrolysezelle zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine senkrecht stehende Anode (2) und mindestens eine waagerecht, nahe dem Boden (4) der Elektrolysezelle angeordnete Kathode (3)» eine oberhalb der Elektrolysezelle angeordnete Schlämmaustrageinrichtung (8) sowie einen nahe dem Boden der Elektrolysezelle angeordneten Reinwasserauslaß (9).
    7. Elektrolysezelle nach Anspruch 6, dadurcn gekennzeichnet, daß sie durch Trennwände (10) in mehrere, jeweils mindestens eine senkrecht stehende Kathode (2) und eine nahe dem Boden (4) liegende waagerecht angeordnete Kathode (j5) aufweisende Äbteile unterteilt ist.
    209838/0690
    Lee rseite
DE19722208076 1971-02-23 1972-02-21 Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Industrieabwässern und Vorrichtung zur Durchführung desselben Pending DE2208076A1 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
JP46008856A JPS5133872B1 (de) 1971-02-23 1971-02-23

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE2208076A1 true DE2208076A1 (de) 1972-09-14

Family

ID=11704354

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19722208076 Pending DE2208076A1 (de) 1971-02-23 1972-02-21 Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Industrieabwässern und Vorrichtung zur Durchführung desselben

Country Status (7)

Country Link
US (1) US3783114A (de)
JP (1) JPS5133872B1 (de)
CA (1) CA958373A (de)
DE (1) DE2208076A1 (de)
FR (1) FR2126359B1 (de)
GB (1) GB1372465A (de)
SU (1) SU497759A3 (de)

Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3641365A1 (de) * 1986-12-03 1988-08-25 Giselher Klose Gmbh Ingenieurb Vorrichtung zum reinigen und aufbereiten von verschmutzten waessern
DE3804573A1 (de) * 1988-02-13 1989-08-17 Carbone Ag Verfahren zur behandlung einer loesung insbesondere zur abwasserreinigung
US4915846A (en) * 1988-05-23 1990-04-10 Clean Water Technologies, Inc. Water clarification
DE3904127C1 (en) * 1989-01-17 1990-04-12 O & K Orenstein & Koppel Ag, 1000 Berlin, De Process and device for the biochemical purification of waste waters
DE4024424A1 (de) * 1990-08-01 1992-02-06 Iwatech Konrad Gmbh Verfahren und vorrichtung zum aufbereiten von verunreinigten fluessigkeiten

Families Citing this family (15)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
JPS554475B2 (de) * 1974-08-15 1980-01-30
US3970536A (en) * 1974-08-22 1976-07-20 Hydromation Filter Company Liquid treating method and apparatus
US3974051A (en) * 1975-05-07 1976-08-10 Diamond Shamrock Corporation Production of hypochlorite from impure saline solutions
US4214987A (en) * 1976-12-21 1980-07-29 Dravo Corporation Two stage wastewater flotation
US4219417A (en) * 1976-12-21 1980-08-26 Dravo Corporation Wastewater flotation utilizing streaming potential adjustment
US4194972A (en) * 1976-12-27 1980-03-25 Ford Motor Company Method for breaking an oil-in-water emulsion
CH647421A5 (de) * 1980-06-04 1985-01-31 Ciba Geigy Ag Verfahren zur trennung von gegebenenfalls tensidhaltigen oel-in-wasser emulsionen durch elektrolyse.
US4908109A (en) * 1985-10-24 1990-03-13 Mercer International, Inc. Electrolytic purification system utilizing rapid reverse current plating electrodes
US5049252A (en) * 1986-01-21 1991-09-17 Murrell Wilfred A Water cleaning system
US5326446A (en) * 1992-07-27 1994-07-05 Larry Binger Treatment of water with static and radio frequency electromagnetic fields
RU2148030C1 (ru) * 1999-03-24 2000-04-27 Ярославский государственный технический университет Способ очистки сточных вод, содержащих эмульгированные органические продукты
KR20020094706A (ko) * 2001-06-13 2002-12-18 한무영 전해부상에 의한 축산폐수에서의 유기부유물 제거방법
US8470161B2 (en) * 2010-06-04 2013-06-25 Stuart D. Cooper Biomass production and harvesting system
US10981817B2 (en) 2018-01-19 2021-04-20 National Research Council Of Canada Wastewater treatment with in-film microbial heating
CN112939165B (zh) * 2021-01-27 2023-07-07 厦门澄志精密科技有限公司 一种金属热处理废水的净化装置

Family Cites Families (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US1376495A (en) * 1921-05-03 Electrolytic cell
GB1215804A (en) * 1967-02-23 1970-12-16 Carves Simon Ltd Improvements in or relating to effluent treatment
US3562137A (en) * 1968-01-22 1971-02-09 Fischer & Porter Co System for electrochemical water treatment

Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3641365A1 (de) * 1986-12-03 1988-08-25 Giselher Klose Gmbh Ingenieurb Vorrichtung zum reinigen und aufbereiten von verschmutzten waessern
DE3804573A1 (de) * 1988-02-13 1989-08-17 Carbone Ag Verfahren zur behandlung einer loesung insbesondere zur abwasserreinigung
US4915846A (en) * 1988-05-23 1990-04-10 Clean Water Technologies, Inc. Water clarification
DE3904127C1 (en) * 1989-01-17 1990-04-12 O & K Orenstein & Koppel Ag, 1000 Berlin, De Process and device for the biochemical purification of waste waters
DE4024424A1 (de) * 1990-08-01 1992-02-06 Iwatech Konrad Gmbh Verfahren und vorrichtung zum aufbereiten von verunreinigten fluessigkeiten

Also Published As

Publication number Publication date
GB1372465A (en) 1974-10-30
SU497759A3 (ru) 1975-12-30
US3783114A (en) 1974-01-01
FR2126359A1 (de) 1972-10-06
CA958373A (en) 1974-11-26
JPS5133872B1 (de) 1976-09-22
FR2126359B1 (de) 1977-01-07

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2208076A1 (de) Verfahren zur elektrolytischen Behandlung von Industrieabwässern und Vorrichtung zur Durchführung desselben
DE2355865C2 (de) Verfahren zur elektrolytischen Reinigung einer Oberfläche eines Metallgegenstands
DE2604371C2 (de)
DE3739580C2 (de)
DE3024272A1 (de) Anlage zur elektrochemischen schmutzwasserreinigung
DE2508094A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum elektrolytischen abscheiden von metallen
DE69103369T2 (de) Methode zur reinigung von seewasser und boot zur reinigung von schmutzigem wasser.
DE2555175C3 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Reinigen von Abwassern
DE3031773C2 (de) Anlage zur elektrochemischen Schmutzwasserreinigung
DE2321417A1 (de) Verfahren zur elektrolyse und elektrolytische zelle zu dessen durchfuehrung
DE2833939A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur herstellung von metallfolien durch elektrolytische abscheidung
DE4137022C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Regenerierung schwefelsaurer, kupferhaltiger Peroxodisulfat-Beizlösungen
DE2650912C2 (de)
DE4235834C2 (de) Vorrichtung zur Behandlung von Abwässern
DE2912889A1 (de) Verfahren fuer die elektroraffination von blei sowie vorrichtung zur durchfuehrung desselben
DE2710670B2 (de) Verfahren zum Elektrolysieren unter Verwendung einer Hilfselektrode im ZeIlflüssigkeitssammelbehälter zur Verhinderung von Korrosion
DE3838181A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur entfernung von stickstoffverbindungen aus waessrigen loesungen
DE2644744C3 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Reinigen einer leitfähigen, verunreinigende Partikel enthaltenden Kühlflüssigkeit
DE4235833C2 (de) Vorrichtung und Verfahren zur Wasserreinigung
DE2243559A1 (de) Verfahren zur elektrolytischen reinigung von abwasser
DE2328254A1 (de) Verfahren zur herstellung von zinkstaub durch elektrolyse
DE4007805A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum reinigen von abwasser von mitgefuehrter geloester fracht mittels elektrolyse
DE1240836B (de) Anordnung zur Elektrolyse von Alkali-salzloesungen nach dem Amalgamverfahren und zurZersetzung des Amalgams
DE3330838C2 (de)
DE2510534A1 (de) Verfahren und zelle zum elektrochemischen entfernen von fluoridion aus einem ionisierenden medium

Legal Events

Date Code Title Description
OD Request for examination
OHW Rejection