DE2134979C2 - Nach dem Silbersalzverfahren arbeitendes photographisches Laufbild-Aufzeichnungsmaterial - Google Patents
Nach dem Silbersalzverfahren arbeitendes photographisches Laufbild-AufzeichnungsmaterialInfo
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Description
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Die Erfindung betrifft ein nach dem Sübersalzverfahren
arbeitendes photographisches Laufbild-Aufzeichnungsmaterial,
das nach der Aufnahmebelichtung und Einleitung der Entwicklungsbehandlung durch Auftrag -to
einer flüssigen Behandlungszusammensetzung auf sich aufgerollt wird, in Form eines permanenten Laminats,
das auf der einen Oberfläche eines Trägers eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsion sowie Silberausfällungskeime
enthält.
Nach dem Silbersalzverfahren arbeitende photographische Aufzeichnungsmaterialien beruhen sämtlich auf
dem Grundgedanken, daß in einer belichteten Silberhalogenidemulsionsschicht die nicht belichteten Teile des
Silberhalogenids die für die Erzeugung eines z. B. im durchfallenden Licht (als Diapositiv) oder im reflektierten
Licht (als Reflexkopie) betrachtbaren Positivbildes erforderliche Positivinformation enthalten. Behandelt
man eine derartige Emulsionsschicht zur Entwicklung mit einer Behandlungsflüssigkeit, welche neben einem
üblichen Silberhalogenidentwickler (zur Reduktion des belichteten Silberhalogenids zu einem Negativsilberbild)
ein Lösungsmittel für das nicht belichtete Silberhalogenid enthält, welches dieses unter Bildung
eines ggf. diffundierbaren Silberkomplexsalzes löst, so erhält man eine bildmäßige, die gewünschte Positivinformation
enthaltende Verteilung dieses gelösten und ggf. diffundierbaren Silberkoinplexsalzes. Aus dieser
bildmäßigen Verteilung des Positiv-Silberkomplexsalzes kann unter der Einwirkung von Silberausfällungskeimen
entweder in der Emulsionsschicht selbst oder in einer oder mehreren von dieser verschiedenen,
angrenzenden oder ggf. auch durch Zwischenschichten getrennten Bildempfangsschicht(en) nach Diffusion des
Silberkomplexsalzes in diese durch Ausfällung des Positivstibers ein Positivsilberbild erzeugt werden, das
in der gewünschten Weise eine der Heüigkeitsverteilung
der Aufnahmeszene umgekehrt proportionale Schwärzungsdichteverteilung zeigt Durch geeignete
Ausbildung der Emulsionsschicht der mit dieser gegebenenfalls zusammenwirkenden Bildempfangsschicht
und der die Ausfällung des Positivsilbers aus der bildmäßigen Verteilung des gelösten Silbersalzkomplexes
bestimmenden Umgebungsparameter, insbesondere der Art und Konzentration der Silberfällungskeime, läßt
sich dabei erreichen, daß das Negativbild mit einer sehr geringen Deckkraft und sehr geringer maximaler
Bilddichte, das Positivbild hingegen mit einer wesentlich höheren Deckkraft erzeugt wird, derart daß das
Negativbild und Positivbild in dem als integral-permanentes Laminat ausgebildeten Aufzeichnungsmaterial in
Überdeckung miteinander betrachtet bzw. projiziert werden können, ohne daß das mit geringer Deckkraft
erzeugte Negativbild die Wiedergabe des mit einer vielfachen Deckkraft erzeugten Positivbildes beeinträchtigt
Silbersalz-Aufzeichnungsmaterialien dieser Art eignen sich außer zur Herstellung monochromer (Schwarz-Weiß-)Aufzeichnungsbilder
in einfacher Weise auch für farbphotographische Aufzeichnungen, indem die an sich
nur eine monochrome Aufzeichnung liefernde Emulsionsschicht bei der Aufnahme durch einen Farbraster
hindurch belichtet wird, und das erzeugte monochrome Positivbild durch einen entsprechenden und entsprechend
ausgerichteten Farbraster hindurch betrachtet wird. Vorzugsweise kann dabei vorgesehen sein, den
Farbraster räumlich-körperlich dauerhaft mit dem Aufzeichnungsmaterial zu integrieren, derart, daß ein
und derselbe Farbraster für die Aufnahmebelichtung und die Wiedergabe (Betrachtung bzw. Diapositiv-Projektion)
verwendet wird, wodurch die erforderliche genaue Ausrichtung des Farbrasters zwischen Aufnahme
und Wiedergabe von selbst gewährleistet ist und Registrierprobleme sowie Probleme hinsichtlich der
Gleichartigkeit der Farbraster vermieden werden.
Silbersalz-Aufzeichnungsmaterialien dieser Art für monchrome und auch für farbphotographische Aufzeichnungsmaterialien,
bevorzugt in der Ausführungsform als permanent-integrale Laminate (mit ggf. integriertem Farbraster) mit stark unterschiedlicher
Deckkraft von Positiv- und Negativbild sind in verschiedenen Ausführungen bekannt bzw. vorgeschlagen
worden, vgl. beispielsweise die älteren DE-OS 20 57 648 und 20 52 706. Beispiele derartiger Aufzeichnungsmaterialien,
bei denen die Erfindung vorzugsweise anwendbar ist, sind in der Zeichnung veranschaulicht
und werden w. u. im einzelnen beschrieben. Dabei betrifft F i g. 1 ein Aufzeichnungsmaterial, das auf einem
Träger 10 eine lichtempfindliche Schicht 11 aufweist, welche die lichtempfindliche Silberhalogenid-Emulsion
und in diese unmittelbar eingemengt Silberausfällungskeime enthält. Hierbei dient also die eine Schicht 11
sowohl als lichtempfindliche (Negativ-)Schicht und als Positivbildschicht, in welcher das Positiv-Silberbild
durch Ausfällung des Silbers an den Ausfällkeimen aus dein von nicht belichteten Emulsionsmaterial bei der
Entwicklung gebildeten Silberkomplexsalz erzeugt wird. Bei dem Aufzeichnungsmaterial gemäß F i g. 2 sind
auf dem Träger 10 eine gesonderte lichtunempfindliche, Silberausfällkeime enthaltende Schicht 12 und die
übliche lichtempfindliche Silberhalogenidemulsions-
schicht (die ggf. zusätzlich weitere Silberausfällkeime enthalten kann) vorgesehen. Der Hauptteil des Positivbildes
entsteht dabei in der als »Bildempfangsschicht« dienenden Silberausfällschicht 12, in welche der von den
nicht-belichteten Emulsionsbereichen abgeleitete SiI-bersalzkomplex
bei der Entwicklungsbehandlung hineindiffundiert Bei der Ausführungsform nach Fig.3
sind auf dem Träger 10 eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichi 13 mit zwei beidseits
anliegenden lichtunempfindlichen, Silberausfällkeime enthaltenden Schichten 12 vorgesehen. Eine derartige
Anordnung mit zwei beidseits der Emulsionsschicht anliegenden Silberausfäll-Bildempfangsschichten bieten
gewisse Vorteile für die Positivbilderzeugung, da der mittlere, durchschnittliche Diffusionsweg des bei der
Entwicklungsbehandlung erzeugten löslichen Silberkomplexes sich, bezogen auf eine gegebene zu
übertragende Positivsilbermenge, gegenüber dem Fall mit nur einer anliegenden Bildempfangsschicht verringert
und damit sich die Bildschärfe erhöht (durch Verringerung des Einflusses der seitlichen Diffusion).
Fig.5 veranschaulicht ein Aufzeichnungsmaterial, bei
welchem auf dem Träger 10 zwei lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten (in denen ggf. zusätzlich
Silberausfällkeime vorgesehen sein können) beidseits einer zwischen ihnen angeordneten Silberausfällkeime
enthaltenden lichtunempfindlichen Bildempfangsschicht 12 vorgesehen sind. Auch bei dieser
Ausführung mit zwei beidseits einer gemeinsamen Ausfäll-Bildempfangsschicht angeordneten lichtempfindlichen
Emulsionsschichten ergibt sich der vorstehend erwähnte Vorteil verringerter Diffusionslänge und
-dauer, und zwar mit erhöhter Schärfe des Positivbildes. Fig.4 schließlich veranschaulicht eine besonders
vorteilhafte Ausgestaltung der erwähnten Art zur Erzeugung farbphotographischer Auszeichnungen mit
Hilfe eines integrierten additiven Farbrasters 14, der in Kombination mit der insoweit mit F i g. 3 übereinstimmenden
Schichtfolge 12,13,12 auf dem Schichtträger 10 angeordnet ist, durch welchen hindurch die Aufnahmebelichtung
und die spätere Positivbildbetrachtung bzw -projektion erfolgt. Ein derartiges Material gestattet
farbphotographische Aufzeichnung mit nur einer nicht-farbspezifisch sensibilisierten lichtempfindlichen
Schicht, durch Verwendung eines additiven Farbrasters, wobei durch die dauerhafte Verbindung des Farbrasters
mit dem integralen Aufzeichnungsmaterial Registrierprobleme zwischen Aufzeichnung und Wiedergabe
vermieden werden.
Derartige Silbersalz-Aufzeichnungsmaterialien eignen sich wegen ihres einfachen Aufbaues und ihrer
einfachen Entwicklungsbehandlung und der hohen Qualität und Deckkraft des erzeugten Silberpositivbildes
besonders zur Verwendung für nach dem Sofortbildverfahren arbeitenden Lauffilme, und die Erfindung
betrifft näherhin ein derartiges nach dem Silbersalzverfahren arbeitendes Laufbild-Aufzeichnungsmaterial, bei
welchem das Aufzeichnungsmaterial nach der Aufnahmebelichtung und Einleitung der Entwicklungsbehandlung
durch Aufbringung einer Behandlungszusammensetzung zu einem Wickel aufgerollt wird. Ein derartiges
Sofortbild-Laufbildfilm-System ist beispielsweise in der älteren DE-OS 19 53 210 vorgeschlagen; hierbei erfolgen
Aufnahmebelichtung, Entwicklungsbehandlung und Projektion des Lauffilms in ein und derselben Kassette,
welche der Lauffilm nach der Herstellung nie mehr verläßt. Zur Einleitung der Entwicklungsbehandlung
wird in einer Entwickluiigsstation die Behandlungszusammensetzung
auf den durchlaufenden Film aufgetragen, wobei diese Auftragung so erfolgen muß, daß eine
ausreichende Durchdringung des Films über seine Schichtdicke hin gewährleistet ist.
Im Zusammenhang mit diesem Auftrag der Behandlungszusammensetzung im Durchlaufverfahren auf den
das Aufzeichnungsmaterial bildenden Filmstreifen besteht das Problem, daß einerseits auf die Flächeneinheit
des Films eine ausreichende Meng<s zur vollständigen
Durchtränkung des Films und Ausübung der Entwicklungsfunktion aufgebracht werden muß, daß jedoch
andererseits vermieden werden muß, daß überschüssiger Entwickler beim unmittelbar darauffolgenden
Aufspulen seitlich in den Perforationsbereich gedrängt oder gar seitlich herausgequetscht wird, was zu
Verklebungen an den Flanschseiten des Wickels, Verschmutzung der Kassette und ggf. Funktionsstörungen
führen könnte. Dies hat zur Folge, daß für den Auftrag der Behandlungszusammensetzung eine kritische
Dosierung erforderlich war, die unter den gegebenen Bedingungen derartiger Sofortbild-Lauffilm-Systeme,
nämlich: Auftrag im Durchlaufverfahren in einer Filmicassette, einen nicht unerheblichen
apparativen Aufwand bedingt, der nicht nur die Gestehungskosten, sondern auch die Störanfälligkeit
derartiger Systeme unerwünscht erhöht. Außerdem hat diese Kritizität des Auftrags dazu genötigt, verhältnismäßig
hoch-viskose Behandlungszusammensetzungen zu wählen, was eine unter bestimmten Umständen,
unerwünschte Einschränkung bedeutet. Zur Veranschaulichung verhältnismäßig aufwendiger mechanischer
Vorrichtungen, welche in Sofortbild-Lauffilmsystemen vorgesehen werden mußten, um der hohen
Kritizität des Auftrags der Entwicklerflüssigkeit in der richtigen Menge Rechnung zu tragen, wird beispielsweise
auf die bereits erahnte ältere DE-OS 19 53 210 sowie
auf die DE-AS 19 31 091 verwiesen.
In beiden Fällen handelt es sich um Sofortbild-Laufbildsysteme in Kassettenform, bei welchen Auinahmebelichtung,
Entwicklungsbehandlung und Projektion des entwickelten Films in ein und derselben Filmkassette
erfolgen, in welcher der Laufbildfilm nach der Herstellung während seiner gesamten Lebensdauer
verbleibt. Bei dem System nach der DE-OS 19 53 210 weist die in der Kassette vorgesehene Filmbehandlungsstation
aus den genannten Gründen eine verhältnismäßig aufwendige Auftragsvorrichtung mit gesondertem
Kolbenantrieb auf, der seinerseits über eine Steuerung von außerhalb der Kassette durch in dem Gerät
(üblicherweise dem Projektionsgerät), in welchem die Entwicklungsbehandlung vorgenommen wird, vorgesehene
Mittel so gesteuert wird, daß die Auftragsdüse genau mit der vorgesehenen dosierten Entwicklerflüssigkeitsmenge
beim Rückspuldurchlauf des Films beaufschlagt wird. Des weiteren ist eine nachfolgende
Trocknungsstation in Gestalt einer langgestreckten Trocknungskammer vorgesehen, welche der Filmstreifen
über ihre gesamte Länge zweimal durchläuft, wobei diese Trockungskammer von außen mit einem im
Behandlungsprojektor erzeugten Warmluftstrom beaufschlagt wird. Entsprechend ist bei dem System
gemäß der DE-AS 19 31 091 in einer eine Entwicklerflüssigkeitsauftragsstation mit einem Vorratsbehälter
für die Entwicklerflüssigkeit verbindenden Schlauchleitung ein Steuerventil angeordnet, welches über ein
kompliziertes Betätigungsgestänge von außerhalb zu betätigen ist; des weiteren ist eine gesonderte
Abstreifstation vorgesehen, die ebenfalls in Abhängig-
keit von dem Steuergestänge, in welcher das Kassetteninnere über eine öffnung von außen mit erhitzter Luft
aus einem Heizlüfter beaufschlagt wird. Insgesamt unterstreichen diese verhältnismäßig aufwendigen apparativen
Mittel zur Erzielung einer genauen Dosierung bzw. zur Beseitigung überschüssigen Entwicklers das
Problem, welches der Kritizität der dosierten Beaufschlagung mit der Behandlungsflüssigkeit zukommt.
Der Erfindung liegt daher, ausgehend von einem Laufbild-Aufzeichnungsmaterial der eingangs genannten
Art, als Aufgabe die Schaffung eines derartigen Aufzeichnungsmaterials zugrunde, das mit einer weniger
genauen Dosierung des Entwicklerauftrags auskommt und daher keinen vergleichbaren apparativen
Aufwand erfordert, welcher die Gestehungskosten erhöht und das Gesamtsystem störanfälliger macht, und
das auch keinen engen Beschränkungen hinsichtlich der Viskosität der Behandlungszusammensetzung unterliegt.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Aufzeichnungsmaterial der eingangs genannten Art gemäß der
Erfindung vorgesehen, daß auf der gegenüberliegenden Oberfläche des Trägers eine Stabilisierungsschicht aus
einem für die Entwicklerflüssigkeit durchlässigen, für Alkali aufnahmefähigen hydrophilen filmbildenden
Polymer angeordnet ist, das photographisch stabilisierende Substanzen enthält.
Diese erfindungsgemäß auf der der Schichtseite gegenüberliegenden Seite des Schichtträgers angeordnete
hydrophile Stabilisierungsschicht wirkt einerseits, als Hauptfunktion, nach Art eines Aufsaugschwamms
als Aufnahmereservoir für überschüssige Behandlungsflüssigkeit; der Erfindung liegt in dieser Hinsicht die
Erkenntnis zugrunde, daß sich mit dieser saugfähigen Stabilisierungsschicht beim nachfolgenden Aufspulen
des Films überschüssige Entwicklerflüssigkeit zuverlässig absorbieren und an einer sowohl für den
mechanischen Aufbau des Films und der Filmkassette wie auch für das chemische System des Filmmaterials
unschädlichen Stelle immobilisieren läßt obzwar diese saugfähige Stabilisierungsschicht doch von der eigentlich
photographisch wirksamen Emulsionsseite des Filmmaterials, auf welche auch die Entwicklerflüssigkeit
aufgetragen wird, durch den undurchlässigen Schichtträger getrennt ist. Gleichzeitig bietet diese primär als
Aufsaugschicht für übermäßigen Entwickler vorgesehene Stabilisierungsschicht die Möglichkeit, photographische
Stabilisierungsmittel in sie einzulagern, also insbesondere Substanzen zur chemischen Neutralisierung
der Entwicklerflüssigkeit (nach Ausübung ihrer Entwicklungsfunktion), Antioxydationsmittel usw. Insgesamt
wird durch die Erfindungsmaßnahme erreicht, daß die Dosierung des Entwicklerauftrags wesentlich
weniger kritisch wird in dem Sinn, daß zunächst nur die
Aufbringung einer ausreichenden Menge sichergestellt zu werden braucht, was ohne besonderen Aufwand mit
einfachen Mitteln möglich ist. Insbesondere wird durch
die Erfindung auch die Verwendung von Behandlungszusammensetzungen verhältnismäßig geringer Viskosität,
beispielsweise verhältnismäßig dünnflüssiger, wäßriger Lösungen, ermöglicht, ohne daß sich hieraus
Schwierigkeiten bei übermäßigem Auftrag ergeben.
Aus der DE-PS 13 00 017 und der DE-OS 19 64 534 ist — im Rahmen Sofortbildaufzeichnungsmaterials für
Einzelbild- bzw. Standaufnahmen, d.h. also nicht
speziell für Sofortbild-Lauffilme — die Einbeziehung einer den üblicherweise alkalischen Entwickler nach
Abschluß des Behandlungsvorgangs desaktivierenden Neutralisierungsschicht in das Aufzeichnungsmaterial
bekannt. In der DE-OS 19 64 534 ist über Art und Ort der Anordnung eines derartigen Neutralisierungssystems
im Schichtverband des Aufzeichnungsmaterials nichts Näheres gesagt, in der DE-PS 13 00 017 heißt es,
daß die Neutralisierungssubstanz im Schichtträger oder in einer das endgültige Bild liefernden Schicht
vorgesehen sein kann. Das Problem einer mechanischen Aufsaugung überschüssigen Entwicklers ist in keiner
ίο dieser Veröffentlichungen berührt und stellt sich auch
bei derartigen Aufzeichnungsmaterialien für Standaufnahmen nicht oder nicht in vergleichbarer Weise. Diese
Veröffentlichungen konnten daher auch keine Anregung zur Lösung der nur bei Laufbildfilmen auftretendenspeziellenAufgabeder
Erfindung vermitteln.
Die Erfindung eignet sich besonders vorteilhaft zur Anwendung bei einem nach dem Silbersalzverfahren
arbeitenden Lauffilm-Aufzeichnungsmaterial, das in Ausbildung als farbphotographisches Aufzeichnungsmaterial
einen additiven Farbraster integriert enthält.
Nachfolgend wird die Erfindung näher erläutert und Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnung
beschrieben; in dieser zeigt
F i g. 1 in scheniatischer vergrößerter Querschnittsansieht ein photographisches Aufzeichnungsmaterial gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in Form eines permanenten Laminats,
F i g. 1 in scheniatischer vergrößerter Querschnittsansieht ein photographisches Aufzeichnungsmaterial gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in Form eines permanenten Laminats,
F i g. 2,3,4 und 5 jeweils in der F i g. 1 entsprechender
schematischer vergrößerter Querschnittsansicht Auf-Zeichnungsmaterialien gemäß weiteren Ausführungsbeispielen der Erfindung,
F i g. 6 in schematischer, vergrößerter Querschnittsansicht ein erfindungsgemäßes Aufzeichnungsmaterial
zur Veranschaulichung der gegenseitigen Anordnung der Schichten im aufgerollten Zustand des Films.
Wie dargelegt werden durch die erfindungsgemäße Anordnung einer für die Entwicklerlösung durchlässigen
stabilisierenden Schicht auf der zweiten Oberfläche des Trägers deutliche Vorteile, insbesondere hinsichtlich
der Stabilität des als Folge der Aufnahmebelichtung des lichtempfindlichen Silberhalogenids in dem ein permanentes
Laminat bildenden Aufzeichnungsmateria! erhaltenen Silberbilds erreicht Die erfindungsgemäß auf der
von der Schichtseite abgewandten Oberfläche des zusammengesetzten Aufzeichnungsmaterials angeordnete
Stabilisierungsschicht kommt beim Aufwickeln des Films nach dem Auftrag der Entwicklerlösung in
Berührung mit den Schichten, auf welche die Entwicklerlösung aufgebracht wurde, wodurch sich eine erhöhte
Flexibilität in den Entwicklungsbedingungen hinsichtlich
der Entwicklermenge des Entwicklers ergibt und gleichzeitig ein Reservoir für Entwicklerlösung gegeben
ist das bei der Entwicklung des belichteten Bilds gewährleistet daß stets genügend Entwicklerlösung für
die richtige Entwicklung des latenten Bilds verfügbar ist Außerdem können gegebenenfalls in der Stabilisierungsschicht
enthaltene stabilisierende Substanzen verfügbar gemacht werden, welche einer etwaigen
schädlichen Wirkung von in den Schichten enthaltenen oder in der Stabilisierungsschicht absorbierten Reagenzien
entgegenwirken und damit dem so erzeugten Silberbild Stabilität und Dauerhaftigkeit verleihen.
Die erfindungsgemäße für die Entwicklerflüssigkeit durchlässige hydrophile, für Alkali aufnahmefähige
Schicht besteht aus einem filmbildenden durchsichtigen Material, das für alkalische Lösungen inert und
photographisch unschädlich in dem Sinn ist, daß es die photographischen Eigenschaften des Gesamt-Aufzeich-
nungsmaterials nicht ungünstig beeinflußt. Beispiele für geeignete Polymermaterialien sind mit Hydroxyalkyläther
substituierte Polymere, z. B. Hydroxymethylcellulose, Hydroxyäthylcellulose, Hydroxypropylcellulose, mit
Hydroxyalkyl substituierte Vinylpolymere, wie Hydroxyäthylpolyvinylalkohol
und Hydroxypropylpolyvinylalkohol; Gelatine und Gelatinederivate, Polyvinylalkohol
und Carboxymethylcellulose. Die erfindungsgemäße für Alkali aufnahmefähige Stabilisierungsschicht kann
auch an sich bekannte inerte Füllmittel, wie Siliciumdioxyd, Diatomeenerde und dergleichen enthalten. Das
Füllmittel ist nicht kritisch und muß lediglich die Bedingungen erfüllen, daß es keinen schädlichen Einfluß
auf die absorbierenden Eigenschaften der für Alkali aufnahmefähigen Schicht oder auf die' photographs is
sehen Eigenschaften des Films hat.
Die in der Beschreibung verwendete Bezeichnung »Stabilisierungsmittel« bzw. »stabilisierende Substanz«
soll sich auf herkömmlicherweise verwendete Substanzen beziehen, die schädlichen Wirkungen der bei
integralen Filmeinheiten naturgemäß nach der Bilderzeugung in Zuordnung mit den Emulsionsschichten und
den Bildaufnahmeschichten verbleibenden Entwicklerreagenzien entgegenwirken können und somit dem
Silberbild eine größere Stabilität verleihen. Beispiele für geeignete Stabilisierungsmittel sind sauer reagierende
Substanzen, Mercaptothiadiazole, Antioxydantien, Schwermetallsalze, z. B. ein Bleisalz, das mit der
Entwicklersubstanz eine lösliche Verbindung, z. B. eine Hypoverbindung, bilden kann sowie komplexbildende
Substanzen für das Bildsilber.
Mit dem Ausdruck »sauer reagierende Substanz« sollen hier jegliche Verbindungen bezeichnet werden,
die mit dem Alkali in der Entwicklerzusammensetzung reagieren und dabei das Alkali ausfällen oder es
neutralisieren oder die Entwicklerfähigkeit der Entwicklersubstanzen wesentlich herabsetzen oder vollständig
beseitigen. Die Bezeichnung »sauer reagierende Substanz« bezieht sich somit auf Verbindungen, die saure
Gruppen besitzen und umfaßt Säuren wie Zitronensäure. Ascorbinsäure oder Palmitinsäure, Salze wie
Cadmiumacetat, Bleiacetat, Zinkacetat, Manganacetat und dergleichen. Säureester wie Diäthyltartrat oder
Polymersäure, wie sie z.B. in der US-PS 33 62 819 beschrieben sind.
Die für die Zwecke der Erfindung verwendbaren Antioxydantien wie Benzolsulfinsäure und Natriumsulfat
sind üblich und bekannt. Ebenfalls bekannt sind Silberkomplex bildende Substanzen.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform enthält die erfindungsgemäß stabilisierende Schicht ein Silberbleichmittel,
das eine Bleichung des Silbers in der Emulsionsschicht bewirkt und somit einen größeren
optischen Dichteunterschied infolge einer Verringerung des Dmm der Emulsionsschicht hervorruft. Bei Anwendung
eines Silberbleichmittels in der erfindungsgemäßen Stabilisierungsschicht sollen vorzugsweise geeignete
Maßnahmen wie beispielsweise eine Barriereschicht vorgesehen werden, um eine Reaktion des Silberbleichmittels
mit dem Bildsilber zu verhindern, bzw. soll M
vorzugsweise das gesamte Bleichmittel verbraucht sein, bevor es das Bildsilber erreicht Demnach sollte ein
Silberbleichmittel nur dann verwendet werden, wenn die Negativschicht die äußerste Schicht in dem
Aufzeichnungsmaterial darstellt oder eine Barriereschicht etwa in Form einer Antiabriebschicht zwischen
die Bildaufnahmeschicht und die Emulsionsschicht eingebaut ist.
Sobald das Aufzeichnungsmaterial mit der Entwickler-Zubereitung in Berührung gebracht und der Film
aufgewickelt wurde, wird die Behandlungs- bzw. Entwickler-Zusammensetzung von benachbarten
Schichten her diffundieren, mit der Stabilisierungsschicht in Berührung gelangen und darin absorbiert.
Falls in der Stabilisierungsschicht nicht diffundierbare Stabilisierungsmittel enthalten sind, werden sie die
Reagenzien der Behandlungszusammensetzung einfangen oder in anderer Weise unschädlich machen.
Alternativ kann aber auch vorgesehen sein, daß die Stabilisierungsmittel in der Stabilisierungsschicht nicht
durch Ballastgruppen verankert oder anderweitig festgehalten sind, so daß sie nach dem Kontakt mit der
Entwickler-Zusammensetzung durch den übrigen Teil des Filmaufzeichnungsmaterials diffundieren und in
Kontakt mit den Substanzen und dem Bildsilber in benachbarten Schichten gelangen. Es kann sowohl eine
Kombination von Stabilisierungsmitteln, wie beispielsweise von diffundierenden und nicht diffundierenden
Stabilisierungsmitteln verwendet werden, als auch eine einzige stabilisierende Substanz.
Die Dicke der erfindungsgemäßen Stabilisierungsschicht aus dem für Alkali aufnahmefähigen Material ist
nicht kritisch, sondern kann zweckmäßig in Abhängigkeit von der für die Erzeugung des Diffusionsübertragungsbildes
erforderlichen Menge an Entwicklerlösung bestimmt werden, sowie in Abhängigkeit von der Dicke
und Durchlässigkeit der Schichten des photographischen Aufzeichnungsmaterials, von den photographischen
Anordnungen an die Entwicklerlösung sowie von der Toleranz oder Genauigkeit der Aufbringvorrichtung
für die Entwicklerlösung. Bei einer bevorzugten Ausführungsform liegt die Dicke der für Alkali
aufnahmefähigen Stabilisierungsschicht zwischen 50 und 200 mg/0,09 m2. Bei der Herstellung des erfindungsgemäßen
Aufzeichnungsmaterials kann die Stabilisierungsschicht aus dem für Alkali aufnahmefähigen
Material nach den üblichen Überzugsverfahren direkt auf den Träger aufgebracht werden. Je nach den für
diese Überzüge verwendeten Materialien kann sich die Anwendung von Adhäsionshilfsmitteln empfehlen um
eine gute Haftung der für Alkali aufnahmefähigen Stabilisierungsschicht an dem Träger zu gewährleisten.
Beispielsweise kann eine Adhäsionsschicht vorgesehen werden, vorausgesetzt daß die Adhäsionsmassen
photographisch unschädlich sind und auch nicht anderweitig die photographischen Eigenschaften des
Films störend beeinflussen. Falls Adhäsionshilfsmittel erforderlich sind, ist die Anwendung elektrischer
Entladungsmethoden zur Gewährleistung der Adhäsion zwischen dem für Alkali aufnahmefähigen Material und
dem übrigen Teil des Aufzeichnungsmaterials zu empfehlen. Die Anwendung derartiger elektrischer
Entladungs- oder anderweitiger Oberflächenoxydationsmethoden ermöglicht auch die Einsparung einer
ansonsten bei Anwendung chemischer Adhäsionsmaßnahmen, wie etwa einer Adhäsionsschicht, erforderlichen zusätzlichen Schicht im Gesamtaufbau des
Aufzeichnungsmaterials.
Zum Zweck der vorstehend erwähnten Haftungsbzw. Adhäsionsverbessening kann man den Träger in
Bandform durch eine Behandlungseinrichtung hindurchführen, die eine erste Elektrode nahe der zu
behandelnden Oberfläche des Materials und eine zweite, von der ersten isolierte Elektrode in Anlage gegen die
gegenüberliegende Oberfläche des Materials aufweist. An die beiden Elektroden wird sodann eine Spannung,
vorzugsweise eine Wechselspannung, angelegt zur Erzeugung einer Entladung, vorzugsweise einer Koronaentladung,
derart, daß die gewünschte Oberfläche des Trägers kurz der Entladung ausgesetzt wird.
Der in F i g. 1 in schematischer, vergrößerter Querschnittsansicht
als Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials dargestellte
Film weist eine flexible durchsichtige Filmbasis bzw. Träger 10 auf, der auf seiner einen Oberfläche eine
lichtempfindliche Silberhalogenid-Emulsionsschicht und diesen zugeordneten Silberausfällungskeimen und auf
seiner gegenüberliegenden Oberfläche eine Polymerschicht IS, aus einem für Alkali aufnahmefähigen
Material wie z. B. Hydroxyäthylcellulose, trägt. F i g. 2 zeigt eine Alternativausführungsform eines erfindungs- '5
gemäßen Aufzeichnungsmaterials mit einem Träger 10, auf dessen einer Oberfläche eine im wesentliche
lichtunempfindliche Silberausfällungskeime enthaltende Schicht 12 und eine gegebenenfalls zusätzliche Silberausfällungskeime
dispergiert enthaltende lichtempfindliehe Silberhalogenidschicht 13 angeordnet sind, während
sich auf der zweiten Oberfläche des Trägers 10 eine für Alkali aufnahmefähige erfindungsgemäße
Stabilisierungsschicht 15 befindet. Bei der in Fig.3
gezeigten bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials weist der Träger
10 auf seiner einen Oberfläche in angegebener Reihenfolge eine erste lichtunempfindliche Schicht 12,
eine lichtempfindliche Silberhalogenidschicht 13 und eine zweite lichtunempfindliche Schicht 12 auf; auf M
seiner zweiten Oberfläche trägt er eine erfindungsgemäße Stabilisierungsschicht aus einem für Alkali
aufnahmefähigen Material 15. Bei der in F i g. 4 gezeigten besonders bevorzugten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials ist auf der einen Oberfläche eines Trägers 10 ein additiver
Mehrfarbenraster 14 zwischen dem Träger 10 und den photographisch wirksamen Schichten, nämlich lichtunempfindlichen
Schichten 12 mit den Silberausfällungskeimen und der lichtempfindlichen Schicht 13 angeordnet;
auf der zweiten Oberfläche des Trägers 10 ist wiederum eine erfindungsgemäße Stabilisierungsschicht
15 aus einem für Alkali aufnahmefähigen Material angeordnet F i g. 5 zeigt eine weitere alternative
Ausführungsform, bei der eine Oberfläche des Trägers 10 eine lichtunempfindliche Schicht 12 zwischen zwei
lichtempfindlichen Schichten 13 trägt während auf der anderen Oberfläche des Trägers wiederum eine
erfindungsgemäße Stabilisierungsschicht 15 aus dem für Alkali empfänglichen Material angeordnet ist.
Fig.6 zeigt in schematischer, vergrößerter Querschnittsansicht
ein Laufbildfilm-Aufzeichnungsmaterial gemäß der Erfindung in teilweise aufgerolltem Zustand.
Der Film umf? 3t eine flexible durchsichtige Filmbasis
bzw. einen Träger 110, der auf seiner einen Oberfläche eine im wesentlichen lichtunempfindliche Schicht 111
mit Silberausfällungskeimen sowie eine gegebenenfalls dispergiert enthaltende lichtempfindliche Silberhalogenidschicht
112 mit zusätzlichen Silberausfällungskeime trägt Auf der anderen gegenüberliegenden Oberfläche ω
des Trägers 110 ist eine erfindungsgemäße Stabilisierungsschicht 115 angeordnet Der Film ist nach der
Belichtung und nach dem Aufbringen der Entwicklerlösung teilweise auf sich selbst aufgerollt dargestellt,
wobei somit die lichtempfindliche Schicht 112 mit der
Stabilisierungsschicht 115 in Berührung gelangt, derart,
daß die der Schicht 115 zugeordneten Stabilisierungsmittel mit den Materialien in den Schichten Hi und 112
in Berührung kommen und die angestrebten Stabilisierungswirkungen entfallen können.
Nach der Aufnahmebelichtung des Films wird die belichtete Emulsion mit einer eine Silberhalogenid-Entwicklersubstanz
und ein Silberhalogenid-Lösungsmittel enthaltenden wäßrigen alkalischen Behandlungslösung
in Berührung gebracht, indem man den Film kontinuierlich an einer Behandlungsstation vorbeiführt, in welcher
die wäßrige alkalische Behandlungslösung auf den belichteten Filmstreifen aufgebracht wird, um die im
Film aufgezeichneten Bilder in sichtbare Bilder umzuwandeln. Die erfindungsgemäße Ausbildung des Aufzeichnungsmaterials
ermöglicht die Verwendung sowohl relativ nicht-viskoser bzw. niedrig-viskoser wie
auch viskoser Substanzen als Behandlungszusammensetzung.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel kommt die wäßrige alkalische Entwickler-Zusammensetzung mit dem
photographischen Aufzeichnungsmaterial auf der die lichtempfindliche Silberhalogenid-Emulsionsschicht 112
enthaltenden Seite in Berührung. Die Entwicklerlösung durchtränkt die Schichten des photographischen Aufzeichnungsmaterials
zur Entwicklung der aufgezeichneten Bilder in sichtbare Bilder. Durch die erfindungsgemäß
vorgesehene Verwendung einer für die Entwicklerlösung aufnahmefähigen Stabilisierungsschicht wird
dabei auch das Herausquetschen von überschüssiger Entwicklerflüssigkeit beim Aufrollen des Films vermieden.
Das lichtempfindliche Material der photographischen Emulsion 12 bzw. 112 enthält in üblicher Weise eine
kristalline Silberverbindung, z. B. ein oder mehrere Silberhalogenide, wie lichtempfindliches Silberchlorid,
Silberjodid, Silberbromid oder insbesondere Silbermischhalogenide, wie Silberchlordbromid oder Silberjodbromid
mit wechselnden Halogenidverhältnissen, wobei das Silber vorzugsweise in einem für den
Entwickler durchlässigen Bindematerial dispergiert ist.
Bei den Silberausfällungskeimen (Schichten 13 bzw. 111) handelt es sich um eine Klasse von bekannten
Hilfsmitteln, zur katalytischen Reduktion von löslich gemachtem Silberhalogenid. Hierzu gehören im einzelnen
Schwermetalle und Schwermetallverbindungen, wie die Metalle der Gruppen Ib, Hb, IVa, VIa, VIII sowie die
Reaktionsprodukte von Metallen der Gruppen Ib, Hb, IVa und VIII mit Elementen der Gruppe VIa, in den
photographisch üblichen Mengen, vorzugsweise verhältnismäßig niedrigen Konzentrationen in der Größenordnung
von etwa 1 bis 25 χ 10-6 mol/0,09 m2. Besonders geeigenete Silber ausfällende Substanzen
sind in der US-PS 26 98 237 beschrieben. Es handelt sich im einzelnen um Metallsulfide und -selenide, einschließlich
Selenosulfiden, Dipolysulfiden und Dipolyseleniden, und vorzugsweise Schwermetallsulfide; sie sind im
allgemeinen in der Matrix als kolloide Teilchen enthalten.
Für die Träger bzw. Filmbasen 10 und 110 kann ein beliebiges durchsichtiges flexibles Trägermaterial verwendet
werden, z. B. polymere Filme synthetischen wie natürlichen Ursprungs. Besonders geeignete Materialien
sind flexible durchsichtige synthetische Polymere wie Polymethacrylsäure-Methyi- und Äthylester; Vinylchloridpolymere;
Polyvinylacetale; Polyamide wie Nylon; Polyester wie polymere Filme, die sich von
Äthylenglykol-Terephthalsäure ableiten; polymere Cellulosederivate wie Celluloseacetat -triacetat -nitrat
-propionat -butyrat -acetatbutyrat, oder -acetatpropionat;
Polykarbonate; Polystyrole und dergleichen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines speziellen Beispiels näher erläutert.
Eine mit Gelatine überzogene Cellulosetriacetat-Filmbasis
wird auf einer ersten Oberfläche mit einer Masse aus deacetyliertem Chitin und Kupfersulfid mit
einer Deckung von 4,4 mg/0,09 m2 deacetyliertem Chitin und 0,25 mg/0,09 m2 Kupfersulfid beschichtet. Auf die
äußere Oberfläche der vorhergehenden Schicht kann dann eine gehärtete Gelatine-Silberjodbromid- Emulsion
mit einer Deckung von 200 mg/0,09 m2 Gelatine, 100 mg/0,09 m2 Silber und 4,0 mg/0,09 m2 Algin aufgebracht
werden. Die so beschichtete Filmbasis kann dann auf ihrer anderen gegenüberliegenden Oberfläche mit
einer Schicht aus Polyvinylalkohol überzogen werden, in der Ascorbinsäure mit einer Deckung von 30 mg/
0,09 m2dispergiert ist.
Die verwendete Gelatine-Silberjodbromid-Emulsion kann hergestellt werden durch Erhitzen einer Mischung
von 80 g Gelatine in 880 g Wasser bei etwa 400C, bis sich die Gelatine gelöst hat. Der pH-Wert der
resultierenden Lösung kann auf 10± 0,1 eingestellt werden, worauf der Lösung im Verlauf von 30 Minuten
8,8 g Phthalsäureanhydrid in 61,1 ml Aceton zugegeben werden. Nach der Zugabe von Phthalsäureanhydrid
kann das Reaktionsgemisch etwa 30 Minuten lang bei der angegebenen Temperatur und dem pH-Wert
gehalten und schließlich der pH auf etwa 6,0 eingestellt werden.
Zu einer Lösung von 226 g des nach den vorstehenden Angaben hergestellten Gelatine-Phthalsäureanhydrid-Derivats,
161g Kaliumbromid, 2 g Kaliumjodid und 1200 g Wasser wird eine Lösung gegeben, die 200 g
Silbernitrat und 1600 g Wasser enthält. Die Zugabe erfolgt mit einer Geschwindigkeit von etwa 140 ml pro
Minute im Verlauf von etwa 3 Minuten. Sodann wird 10 Minuten lang unterbrochen und die Zugabe noch
etwa 9 Minuten fortgesetzt. Die resultierende Emulsion kann dann durch Verringern des pH auf etwa 2,5 bis 3,0
mit Schwefelsäure ausgefällt werden. Der Niederschlag wird von der darüberstehenden Flüssigkeit abgetrennt
und mit Wasser so lange gewaschen, bis das Waschwasser im wesentlichen frei von Kaliumbromid
ist Sodann werden dem Niederschlag 95 g Gelatine zugegeben, worauf das Volumen mit Wasser auf 845 ml
aufgefüllt wird. Dann wird im Verlauf von 20 Minuten auf etwa 38° C erhitzt, der pH auf etwa 5 bis 8 eingestellt
und dann werden 1,0 ml 1-n-Kaliumbromid zu der Emulsion gegeben. Zu dem Reaktionsgemisch werden
bei etwa 56° C etwa 5 ml Lösung mit 0,1 g Ammoniumthiocyanat
in 9,9 ml Wasser und 0,4 ml einer Lösung mit co 0,097 g Goldchlorid in 9,9 mi Wasser gegeben. Die
Mischung läßt man dann bei dieser Temperatur etwa 37 Stunden lang reifen. Die resultierende Emulsion kann
dann panchromatisch sensibilisiert werden, indem man nacheinander 0,1 Gew.-% methanolische Lösungen von
Anhydro-5,5'-diphenyl-3,3'-bis-(4-sulfobutyl)-9-äthyloxacarbocyanin-hydroxyd
und Anhydro-5.5'-dimethyl-S.S'-bis-p-sulfo-propylVg-äthyl-thiocarbocyanin-hydroxyd
in wirksamen Konzentrationen zugibt. Das als Silberausfällungsmittel dienende Kupfersulfid kann vor
dem Gießen in situ Zugabe von im wesentlichen äquimolaren Mengen Kupferacetat und Natriumsulfidlösungen
erzeugt werden.
Das nach obigen Angaben hergestellte photographische Aufzeichnungsmaterial wird in Form eines
Laufbildstreifens mit elektromagnetischer Strahlung belichtet und sodann zur Entwicklung etwa 2 Sekunden
mit einer Entwicklerlösung in Berührung gebracht, die 180 ml Wasser, 8,33 g Natriumhydroxyd, 16 g Natriumthiosulfat,
6,48 g Natriumsulfid, 0,42 g 6-Nitrobenzimidazol und 5 g 2,6-Dimethyl-hydrochinon enthält. Auf
diese Weise wird ein Positiv-Silberbild erzeugt, daß die oben beschriebenen optischen Eigenschaften besitzt
und die für eine wirksame Bildreproduktion erforderliche Genauigkeit aufweist. Der Film kann praktisch
sofort nach der Kontaktierung mit der Entwicklerlösung aufgewickelt werden.
Ein nach obigen Angaben hergestelltes und entwikkeltes Aufzeichnungsmaterial zeigt im wesentlichen ein
Dmax von 3,0 und ein Dmm von 0,4.
In der lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsion und/oder in der die Silberausfällungskeime enthaltenden
Schicht(en) können vorzugsweise teilchenförmige Materialien eingelagert sein, die dem Aufzeichnungsmaterial
eine größere Porosität verleihen, insbesondere Antiquellmittel. Ferner kann zusätzlich die entfernt von
dem Farbraster angeordnete Silberausfällungskeime enthaltende Schicht vorteilhaft mit einem für die
Entwicklerlösung durchlässiges Polymermaterial, wie beispielsweise gehärtete Gelatine, überzogen sein.
Geeignete Silberhalogenid-Lösungsmittel für die Zwecke der vorliegenden Erfindung sind übliche
Fixiermittel wie Natriumthiosulfat, Natriumthiocyanat,
Ammoniumthiocyanat, die in der US-PS 25 43 181 beschriebenen Substanzen sowie Kombinationen von
cyclischen Imiden und stickstoffhaltigen Basen wie Kombinationen von Barbituraten oder Uracilen mit
Ammoniak oder Aminen sowie schließlich weitere in der US-PS 28 57 274 beschriebene Substanzen.
Falls erwünscht können in der Emulsion übliche Silbertonungsmittel in einer zur wirksamen Tonung des
Positivbildes geeigneten Konzentration angeordnet sein.
Neben den oben beschriebenen wesentlichen Schichten kann das Aufzeichnungsmaterial auch eine oder
mehrere Zwischenschichten enthalten, die ihrerseits einen oder mehrere Zusätze, wie Weichmacher,
enthalten können, wobei diese Zwischenschichten beispielsweise die Adhäsion von einer oder mehreren
der beschriebenen Schichten verbessern können. Die angegebenen Schichten können ggf. auch ihrerseits aus
zwei oder mehreren aufeinanderliegenden oder voneinander getrennten Teilschichten bestehen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Nach dem Silbersalzverfahren arbeitendes photographisches Laufbild-Aufzeichnungsmaterial
das nach der Aufnahmebelichtung und Einleitung der Entwicklungsbehandlung durch Auftrag einer
flüssigen Behandlungszusammensetzung auf sich aufgerollt wird, in Form eines permanenten Laminats,
das auf der einen Oberfläche eines Trägers eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsion sowie
Silberausfällungskeime enthält, dadurch gekennzeichnet, daß auf der gegenüberliegenden
Oberfläche des Trägers (10) eine Stabilisierungsschicht (45) aus einem für die Entwicklerflüssigkeit
durchlässigen, für Alkali aufnahmefähigen hydrophilen filmbildenden Polymer vorgesehen ist, das
photographisch stabilisierende Substanzen enthält
2. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierungsschicht als photographisch stabilisierende Substanz
eine Säure, eine Antioxydationsmittel und/oder einen Silberkomplexbildner enthält
3. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierungsschicht ein Silberbleichmittel enthält
4. Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stabilisierungsschicht ein mit Hydroxyalkyläthergruppen substituiertes Polymer enthält
5. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierungsschicht als Polymer Hydroxyäthylcellulose enthält.
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