DE2129768C3 - Werkzeug zum Entgraten - Google Patents
Werkzeug zum EntgratenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Werkzeug zum Entgraten der Kanten von Bohrungen od. dgl. von
Hand, mit einem in einem Handgriff befestigten Messcrträger. der eine Längsbohrung aufweist, in die
ein Messer mit einem zylindrischen Schaft drehbeweglich einset/bar ist, wobei die Schneide des Messers auf
einem vom Schaft aus nach rückwärts gekrümmten Teil angeordnet ist.
Aus der US-PS 25 98 443 ist ein derartiges Werkzeug bekannt geworden, das ein in axialer Richtung in einen
Griff eingesetztes Messer besitzt. Der bekannte Fntprnier kann nur zum Entgraten äußerer Kanten von
Werkstücken eingesetzt werden. Für innere Kanten, wie beispielsweise Bohrungen in Rohren, für Ventile,
Ventilsitze od. dgl. kann das Messer kaum in eine richtige Arbeitsposition gebracht werden. Die Schwierigkeiten
werden bei dem bekannten Entgrater noch dadurch erhöht, daß er nur eine bestimmte Arbeitslänge
hat.
Aus dem DT-Gbm 19 72 372 ist ein Entgrater
bekanntgeworden, mit dem das Entgraten von rückwär- !0 tigen Bohrungskanten möglich ist. Aufgrund seines der
jeweiligen Bohrungsgröße genau anzupassenden Aufbaus ist er jedoch nicht allgemein einsetzbar. Er besteht
aus einem von Hand mittels eines Knopfes drehbaren, die Bohrungshinterkante hintergreifenden Messer und
einem federbelasteten, in die Bohrung passend eingesetzten Führungsteii. in dem das Messer gelagert ist.
Aus der US-PS 29 63 930 ist eine Stange zur Übertragung von Drehkräften bekannt geworden, die in
ihrer Länge mittels eines Mechanismus veränderbar ist, der eine Kugelverriegelung an einer Hülse und damit
zusammenwirkende Vertiefungen an der in der Hüls£
geführten Stange besitzt. Die Verdrehsicherung wird durch einen besonderen, mit der entsprechend profilierten
Hülse zusammenwirkenden Kopf an der Stange bewirkt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend von der
Ausführung nach der eingangs genannten US-PS 25 98 443, ein Werkzeug zum Entgraten von Hand zu
schaffen, das neben dem Bearbeiten von Außenkanten auch an Innenkanten verwendet werden kann.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der Messerträger eine die Längsbohrung
schneidende Querbohrung besitzt, in die der Schaft des Messers ebenfalls drehbeweglich einsetzbar ist, und daß
im Bereich der Bohrungen eine betätigbare Verriegelungreinrichtung zur Halterung des Messers in der
jeweiligen Bohrung vorgesehen ist.
Bei dem Werkzeug nach der Erfindung kann also durch einfaches Umstecken des Messers dieses in die
jeweils günstigste Arbeitsposition gebracht werden. Wenn das Messer mit seinem Schaft im wesentlichen in
Richtung des Griffes verläuft, können äußere oder von außen zugängliche Kanten entgratet werden. Wenn
dagegen das Messer in die Querbohrung eingesetzt ist, können auch Kanten entgratet werden, die nur von
einer Richtung quer zu ihrer Erstreckung her zugänglich sind. Dabei ermöglicht eine vorteilhaft vorgesehene
Ausziehbarkeit des Messerträgers auch die Bearbeitung von sehr weit innen liegenden Kanten. Es wird also ein
Werkzeug zum Entgraten geschaffen, das universell einsetzbar ist.
Merkmale von bevorzugten Weiterbildungen der
Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden
erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen Teillängsschnitt durch ein im folgenden als Entgrater bezeichnetes Werkzeug nach der Erfindung
und ein zu bearbeitendes Werkstück,
F i g. 2 einen Teillängsschnitt in einer Stellung, die gegenüber F i g. 1 um 90° verdreht ist,
F i g. 2 einen Teillängsschnitt in einer Stellung, die gegenüber F i g. 1 um 90° verdreht ist,
F i g. 3 einen Schnitt durch ein Detail aus F i g. 2 ohne eingesetztes Messer,
Fig.4 eine Ansicht eines Messers, in größerem
Maßstabe.
Das in der Zeichnung dargestellte Entgratwerkzeug besitzt einen zylindrischen Griff 1 mit einer axialen
Bohrung 2 und einer Befestigungsvorrichtung 3, die sich
am oberen Teil des Griffes befindet.
Der Messerträger 5 besitzt eine zylindrische Stange 5', die in der Bohrung 2 gleiten kann. Diese hat eine
Längsnut 6, an deren Nutgrund im wesentlichen halbmondförmige Vertiefungen 19 angebracht sind. Die
Stange kann bei gelöster Befestigungsvorrichtung 3 zwischen einer eingezogenen und jeder beliebigen
ausgefahrenen Stellung verschoben werden.
Die Befestigungsvorrichtung 3 besitzt eine Kugel 20,
die in einer Bohrung 21 eines die Bohrung 2 des Griffes umgebenden Hohlschaftes 22 vorgesehen ist. Der
Hohlschaft ist von einer Hülse 23 umgeben, deren Innendurchmesser derart abgesetzt ist. daß eine
Schließfläche 24 mit kleinerem Durchmesser und eine Fläche 25 mit etwas größerem Durchmesser gebildet ist.
Di" Hülse 23 ist gegen die Kraft einer sich in einer Nut
26 des Griffes abstützenden Druckfeder 27 längsverschiebbar. Im unbetätigten Zustand stützt sich die Hülse
mit einem Bund 28 an einer Umbördelung 29 des Griffes ab. In dieser Lage wird die Kugel von der Schließfläche
24 in einer der Vertiefungen 19 gehalten, so daß die Stange 5' festgelegt ist. Zum Verschieben der Stange
wird die Hülse in F i g. 1 oder 2 abwärts verschoben, so daß die Kugel bis zu der Fläche 25 nach außen
ausweichen kann. Sie kann dann aus den Vertiefungen herausgleiten, wird jedoch durch die Fläche 25 in einer
solchen Lage gehalten, daß sie sich noch innerhalb der Längsnut 6 befindet und eine Drehung der Stande 5'
verhindert.
Der Messerträger 5 hat an seinem äußeren Ende eine axiale Ausnehmung bzw. Sackbohrung 7, die einen
Trägerkopf 8 aufnehmen kann. Der Trägerkopf 8 ist eine Stange, die ein verdicktes Ende 9 hat. Der
Trägerkopf 8 ist in die Ausnehmung 7 eingepreßt. In dem Trägerkopf 8 ist eine Längsbohrung 10 etwas
exzentrisch zur Mittelachse des Trägerkopfes vorgesehen. Dies erleichtert die Anbringung der im folgenden
noch erläuterten Verriegelungseinrichtung. Eine Querbohrung 11, die die Längsbohrung 10 schneidet,
erstreckt sich durch den Trägerkopf 8 und ist ebenfalls etwas exzentrisch angeordnet. In einer Ausnehmung 30
des Trägerkopfes 8 ist ein Verriegelungsglied 12 in Form einer Kugel angeordnet, das sowohl in die
Bohrung 10 als auch in die Bohrung 11 hineinragen kann
(siehe insbesondere Fig.3). Die Ausnehmung30 für die
Kugel ist 2u den Bohrungen 10, 11 hin offen, jedoch an
der Verbindungsstelle zu diesen so schmal ausgeführt, daß die Kugel nicht vollständig in die beiden Bohrungen
eindringen kann. Sie kann beispielsweise ais abgeschrägte Sackbohrung ausgebildet sein, die dir Bohrungswandungen
nur teilweise durchdringt. Die Ausnehmung steht senkrecht zu beiden Bohrungen 10, 11
und ist gegenüber der Querbohrung 11 nach unten (Fig. 3) versetzt. Die Kugel ist in der Ausnehmung
verschiebbar geführt und durch eine Verstemmung 31 gegen Herausfallen gesichert.
Auf dem Trägerkopf 8 ist eine Hülse 13 verschiebbar geführt. Diese hat einen inneren Kragen 14, der mit
einer Schulter zwischen dem Schaft des Trägerkopfes 8 und dem verdickten Ende 9 zusammenwirkt. Eine
Druckfeder 15 ist zwischen dem Kragen 14 und der Stirnfläche der zum Messerträger 5 gehörenden Stange
5' angeordnet.
Das Messer 16 besitz! einen zylindrischen Schaft 17 mit einer umlaufenden Ausnehmung 18, die vorzugsweise
eine Ausrundung ist. Der Schaft 17 kann sowohl in die Längsbohrung 10 ( F i g. 2) als auch in die Querbohrung
11 (Fig. 1) eingesetzt werden. In der Stellung nach F ■ g. 2 dient der Entgrater vorzugsweise zum Entgraten
von von außen zugänglichen Flächen bzw. Kanten, während in der Anordnung nach Fig. 1 auch eine
Entgratung von nur von innen zugänglichen Kanten vorgenommen werden kann, wie beispielsweise der
Kante 32 einer Bohrung 33 am Inneren eines Rohres 34.
In seinen Arbeitsstellungen ist das Messer durch das
kugelförmige Verriegelungsglied 12, das in die Ausnehmung 18 eingreift und durch die Hülse 13 so festgelegt
ist. daß es nicht zurückweichen kann, in axialer Richtung fixiert, jedoch um die Achse des Schaftes 17 drehbar.
Wenn das Messer herausgenommen oder eingesetzt werden soll, wird die Hülse 13 gegen die Kraft der Feder
15 zurückgedrückt, bis die Kugel aus der Ausnehmung 18 heraustritt und sich in der Ausnehmung 30 nach
außen verschiebt, wodurch das Messer zum Herausziehen entriegelt ist bzw. die Bohrung zur Aufnahme eines
Messers frei ist. Es ist zu beachten, daß die Verriegelungseinrichtung für das Messer mit nur einem
kugelförmigen Verriegelungsglied für beide Bohrungen 10,11 wirksam ist.
Das in den Fig. 1, 2 und 4 gezeigte Messer besitzt anschließend an den Schaft 17 eine Abbiegung 35 und
daran anschließend einen exzentrisch zur Schaftachse liegenden Abschnitt 36, so daß es die Grundform einer
Kurbel mit im wesentlichen rundem Materialquerschnitt hat. Die Schneide 37 ist im Bereich des Überganges der
Abbiegung 35 in dem Abschnitt 36 vorgesehen und weist in Richtung auf die Schaftachse. Die Schneide 37
ist durch bogenförmige Flächen 38 begrenzt, die aus dem Material des Messers herausgeschliffen sind. Die
Schneide liegt gegenüber der Abbiegung 35 und dem Abschnitt 36 etwas vertieft, so daß sie nur den Grat bzw.
die Kante, nicht aber die Bohrungsinnenfläche bearbeitet.
Zum Entgraten wird das, Messer mit dem Abschnitt 36,36' (vgl. F i g. 1) in die Bohrung 33 eingeführt und das
Werkzeug von Hand kreisend bewegt. Das Messer wirkt dabei wie eine Kurbel, so daß die Schneide an der
Kante 32 entlanggleitet und den Grat entfernt. Sie stellt sich automatisch auf den richtigen Schneidwinkel ein.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Werkzeug zum Entgraten der Kanten von Bohrungen od. dgl. von Hand, mit einem in einem
Handgriff befestigten Messerträger, der eine Längsbohrung aufweist, in die ein Messer mit einem
zylindrischen Schaft drehbeweglich einsetzbar ist, wobei die Schneide des Messers auf einem vom
Schaft aus nach rückwärts gekrümmten Teil angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Messerträger (5) eine die Längsbohrung (10) schneidende Querbohrung (11) besitzt, in die der
Schaft (17, 17') des Messers (16, 16') ebenfalls drehbeweglich einsetzbar ist, und daß im Bereich der
Bohrungen (10, 11) eine betätigbare Verriegelungseinrichtung (12, 13, 20) zur Halterung des Messers
(16, 16') in der jeweiligen Bohrung (10, 11) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Messerträger (5) als verschiebbar
und in verschiedenen Stellungen festlegbar in einer Längsbohrung des Griffes (1) geführte Stange (5')
ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Messerträger (5) eine längs der
Stange (5') angeordnete Reihe von Vertiefungen (19) besitzt, in die eine Kugel (20) als Verriegelungsglied
zur Festlegung eingreift, die durch Anlage an einer Schließfläche (24) einer gegen die Kraft einer Feder
verschiebbaren Hülse (23) in der Verriegelungsstellung gehalten ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Vertiefungen (19) im Bereich einer
Längsnut (6) der Stange (5') angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungseinrichtung
(12, 13, 20) ein kugelförmiges Verriegelungsglied (12) besitzt, das in einer zur Längs- und
Querbohrung (10, 11) des Messerträgers (5) hin offenen Ausnehmung (30) liegt, wobei das Verriegelungsglied
durch Anlage an der Schließfläche einer gegen die Kraft einer Feder (15) verschiebbaren
Hülse (13) zur Festlegung des Messers (16, 16') in einer in die Bohrungen (10,11) und eine umlaufende
Ausnehmung (18) des Messers (16, 16') eindringenden Lage gehalten ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange (5') des
Messerträgers (5) eine Längsbohrung (7) besitzt, in die ein die Längs- und Querbohrung (10, 11) und die
Verriegelungseinrichtung (12, 13, 20) fragender Trägerkopf (8) eingepreßt ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712166839 DE2166839C3 (de) | 1971-06-16 | Werkzeug zum Entgraten der inneren Kanten von Bohrungen | |
| DE19732318766 DE2318766A1 (de) | 1971-06-16 | 1973-04-13 | Vorrichtung zum entgraten |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| IL3482170 | 1970-06-30 | ||
| IL34821A IL34821A (en) | 1970-06-30 | 1970-06-30 | A deburring hand tool for inner and outer surfaces |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2129768A1 DE2129768A1 (de) | 1972-01-05 |
| DE2129768B2 DE2129768B2 (de) | 1976-04-15 |
| DE2129768C3 true DE2129768C3 (de) | 1976-12-02 |
Family
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