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Vorrichtung zum Entgraten (Zusatz zu Patent .
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(Patentanmeldung bzw. Offenlegungschrift 2 129 768)) Das Hauptpatent
bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Entgraten von Hand mit einem Griff, einem
Messer und einem Nesserträger, der eine Längsbohrung besitzt, in die ein runder
Schaft des Messers einsetzbar und in dieser drehbar ist.
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Mit dem Hauptpatent wird die Aufgabe gelöst, einen Entgrater dieser
Art zu schaffen, der sowohl zum Arbeiten an Innenkanten als auch an Außenkanten
verwendet werden kann. Die gleiche Aufgabe liegt dem vorliegenden Patent zugrunde.
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/r,ur Lösung dieser Aul;ahe wird gemäß der vorliegenden Erlindung
vorgescb]agcn, daß das Messer einen näher am Schart
liegenden,
schräg von diesem weggewandten Schneidenabschnitt und einen weiter vom Schaft entfernten,
diesem schräg zugewandten Schneidenabschnitt besitzt und daß die an Vorder- und
Hinterkante des Werkstückes schneidenden Schneidenabschnitte außerhalb der Drehachse
des Messers liegen.
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Nach einem vorteilhaften Merkmal der Erfindung ist die Schneide im
wesentlichen V-förmig, und der Schaft des Messers kann sich an einen freien Schenkel
des V derart anschließen, daß das V quer zur Drehachse des Messers mit zu dieser
weisender offener Seite liegt.
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Mit der Vorrichtung nach der Erfindung ist es nunmehr möglich, mit
einem einzigen Werkzeug in einem einzigen Arbeitsgang die Vorder- und Hinterkante
eines Werkstückes zu entgraten, wobei durch die geringe Größe und günstige Anordnung
des Werkzeuges in der Vorrichtung sogar das Entgraten einer relativ kleinen Bohrung
an Vorder- und Hinterkante mit einem Arbeitsgang möglich ist. Dabei kann die Hinterkante
so liegen, d#aß sie normalerweise von vorn gar nicht zugänglich ware.
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Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung gehen aus der Beschreibung
im Zusammenhang mit der Zeichnung hervor. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt und wird im folgenden näher erläutert.
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Die einzige Zeichnungsfigur zeigt die Vorrichtung nach der Erfindung
in einer teilgeschnittenen Seitenansicht bei der Arbeit an einem Werkstück.
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Die Vorrichtung 11 besitzt einen mit der Hand zu erfassenden Griff
12, in dem ein Messerträger 13 in im Hauptpatent beschriebener Weise derart angeordnet
ist, daß er zum Griff längsverstellbar und feststellbar ist. Am freien Ende, dem
Kopf 14 des Messerträgers, kann in einer Längsbohrung <5 ein Messer 16 um seine
Drehachse 17 drehbar, Jedoch in LängsrIchtung im wesentlichen fixiert angeordnet
werden.
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Das Messer 16 ist auswechselbar. Dazu dient eine bereits im hauptpatent
beschriebene Vorrichtung mit einer entgegen einer Federkraft längsverschiebbaren
Hülse 18 und mit einer Rastkugel 19. Wie im Hauptpatent kann auch eine Querbohrung
vorgesehen sein, in der das Messer 16, ebenfalls durch die Kugel 19 festgelegt,
aber drehbar angeordnet werden kann.
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Das Messer 16 besitzt einen teilweise in aer Längsbohrung 15 liegenden
Schaft 2G, der eine umlaufende, der Kugel angepaßte Nut 21 aufweist, die zu seiner
axialen Festlegung und Bohrung dient. An das außerhalb der Längsbohrung liegende
Ende des in Richtung der Drehachse 17 verlaufenden Schaftes schließt ein V-förmiges
Werkzeugteil an, das durch entsprechende Biegung aus dem auch den Schaft bildenden
Stab- oder Drahtmaterial hergestellt ist. Dieses Werkzeugteil 22 hat im dargestellten
Beispiel die Form eines V, dessert einer, näher am Messerträger liegender Schenkel
23 vom Schaft 20 schräg hinwegführt, während der andere Schenkel 24 an den Schenkel
23 anschließt und wieder zurück in Richtung auf die Drehachse 17 führt. Die Innenseite
des dadurch gebildeten V wird von zwei Schneidenab schnitten 25, 26 eingenommen.
Der Schneidenabschnitt 25 liegt näher am Messerträger bzw. am Schaft 20 des Messers
und ist schräg von diesem hinweg, jedoch auf die Drehachse zu gerichtet, während
die Schneide 26 auf dem Schenkel 24 liegt und schräg auf den Schaft 20 bzw. den
Messerträger 13
zu gerichtet ist und ebenfalls der Drehachse 17
zugekehrt ist.
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Beide Schneiden 25, 26 liegen derart außerhalb der Drehachse 17, daß
die von ihnen bearbeiteten Kanten 27 eines Werkstücks 28 außerhalb der Drehachse
17 angreifen, indem das Werkstück in den durch die V-förmige Schneide gebildeten
Einschnitt eindringt.
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Die Schneidenabschnitte 25, 26 können durch beiderseitige Anschleifungen
der Schenkel 23, 24 gebildet sein. Das Werkzeug ist dann in beiden Schneidrichtungen
zu gebrauchen.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung arbeitet wie folgt: Das Messer
16 wird an dem Werkstück 28, das im vorliegenden Fall ein starkes Blech mit einer
runden Bohrung 29 ist, angesetzt wie es die Zeichnung zeigt, indem nämlich die Drehachse
des Messers 16 parallel zur Bohrungsachse der Bohrung 29 gehalten wird und das Werkzeug
nach außen an die Kanten 27 angedrückt wird. Die Verlängerung der Drehachse läuft
dann durch das Werkstück 28 außerhalb der Bohrung 29 hindurch. Danach wird die Vorrichtung
von Hand so gedreht, daß die Drehachse des Messers 16 parallel bleibt und nur die
in leichter Berspektive durch die strichpunktierte Linie 30 angedeutete Bahn beschreibt.
Dabei schneiden beide Schneidenabschnitte 25, 26 an Vorder- und Ilinterkante 27.
In bekannter Weise stellt sich dabei das Messer selbst auf den günstigsten Schneidwinkel
ein. Durch den Versatz zwischen dem Angriffspunkt der Kanten 27 an den Schneidenabschnitten
25, 26 zur Drehachse 17 ergibt sich diese vorteilhafte Selbsteinstellung des Messers,
die dieses wie eine Kurbel der jeweiligen Lage der Werkzeugkante nachführt.
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Es ist zu erkennen, daß mit dem Werkzeug nach der Erfindung ichseitiG
zwei Kanten eines Werkstückes entgratot werden können, und zwar bei Zugänglichkeit
von nur einer Seite. Wenn vorteilhaft das Messer auch noch in eine Querbohrung eingesetzt
werden kann, so sind noch schwierigere Entgratungsaufgaben damit durchzuführen.
Das Messer ermglicht also nicht nur ein u. U. um 50 % schnelleres Arbeiten wegen
des doppelten Schnittes, sondern auch einen Einsatz an sehr schlecht zugänglichen
Stellen. Besonders vorteilhaft ist das beschriebene Messer mit der V-förmigen Schneide,
wobei die Schneidenabschnitte vorzugsweise einen Winkel von 900 zwischen sich einschließen.
Bei dieser Ausführungsform ist-sichergestellt, daß bei Werkstücken im gesamten für
das spezielle Messer vorgesehenen Dickenbereich die bei der Entgratung entstehende
leise den gleichen Winkel von 450 zu den sie begrenzenden Kanten hat. Falls es darauf
nicht ankommt, kann das Messer auch eine andere, beispielsweise halbrunde Schneide
besitzen. Normalerweise gehen die beiden Schneiden 25, 26 mit einer kleinen Rundung
ineinander über. Sie könnten jedoch auch einzeln angeordnet sein, wobei man dann
auf die Entgratung sehr dünner Teile, die in dem entsprechenden nicht mit Schneiden
versehenen Bereich liegen, verzichtet.