DE2103360C - - Google Patents
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Description
I.s ist bekannt, 1-Nitroanthrachinon durch Nitrieren
vor Anthrachinon mit Salpetersäure herzustellen. In Anwesenheit von Schwefelsäure entstehen größere
Mengen Nebenprodukte, hauptsächlich Dinitroanthrachi ion neben 2-Nitroanthrachinon. Außerdem bleibt
ein·; gewisse Menge Anthrachinon nicht umgesetzt zurück. Die Reinigung des so erhaltenen 1-Nitroant'irachinons
ist umständlich und verteuert das Verfahren.
Ls wurde nun gefunden, daß man 1-Nitroanthrachhor:
in besonderer Reinheit und in besonders wirtschaftlicher Weise durch Nitrieren von Anthrachiion
mit Salpetersäure herstellen kann, wenn man in Gegenwart von Phosphorsäure nitriert und der
Wassergehalt des Reaktionsgemisches bei Reaktionsbeginn
höchstens 16% beträgt.
Die Phosphorsäure wird besonders zweckmäßig in Mengen von mindestens 1 Mol und vorzugsweise von
IC Dis 40 Mol, bezogen auf 1 Mol des zu nitrierenden
Anthrachinons, eingesetzt. Sie enthält vorzugsweise mehr als 61 % PjO5 (wobei der Säuregehalt der Phosphorsäure
als PaOt-Gehalt berechnet ist), insbesondere
mehr als 70% P2O5. (Unter Prozent wird hier und im
folgenden Gewichtsprozent verstanden.) Man kann also auch Polyphosphorsäuren und Phosphorpentoxid
verwenden.
Als Nitriermittel wird vorzugsweise Salpetersäure in Mengen von mindestens L Mol, besonders vorteilhaft
von 3 bis 13 Mol und insbesondere von 4 bis 8 Mol, bezogen auf 1 Mol Anlhrachinon, eingesetzt.
Es ist besonders 2weckmäßig, 90- bis lOOprozentige, insbesondere 95- bis 98prozentige Salpetersäure zu
verwenden. Auch 40- bis 90prozentige Salpetersäure ist brauchbar, do:h verwendet man in diesem Fall
hochkonzentrierte Phosphorsäure oder P,O{,. An
Stelle von Salpetersäure können auch wasserlösliche Nitrate, z. B. Ammoniumnitrat, als Nitriermittel verwendet
werden.
Ferner kann das Reaktionsgemisch Schwefelsäure enthalten. Diese kann als solche oder in Form von
SO ι oder Alkalinwtallsulfaten, beispielsweise Na1SO4,
in Mengen von etv/a 0,01 bis 0,1 Mol und insbesondere von 0,03 bis 0,05 Mol, bezogen auf 1 Mol Anthrachinon,
zugegeben werden. SO3 kann auch als Dimethylformamid-SO3-Komplex
zugegeben werden.
Das Reaktionsgemisch enthält bei Reaktionsbegirin
vorzugsweise nicht mehr als 5 % Wasser.
Die Reaktionstemperatur kann in einem weiten Bereich gewählt werden. So kann zwischen etwa 00C
und der Siedetemperatur des Reaktionsgemisches unter normalem Druck und bei höheren Tempe-
raturen, z.B. bis 1250C, unter erhöhtem Druck
nitriert werden. Vorzugsweise wird Anthrachinon bei 30 bis 900C und insbesondere bei 40 bis 7O0C in
1-Nitroanthrachinon übergeführt. Da iia Verlauf der Reaktion Wasser gebildet wird, kann die Reaktion
ίο durch Zugabe weiterer Salpetersäure, Phosphorsäure,
Polyphosphorsäuren und/oder Phosphorpentoxid beschleunigt werden.
Das Reaktionsgemisch kann solange erhitzt werden, bis eine vollständige oder nahezu vollständige Um-
Setzung des Anthrachinons erfolgt ist. Es ist aber auch in manchen Fällen vorteilhaft, die Reaktion zu unterbrechen,
z. B. wenn 50 bis 90% des eingesetzten Anthrachinons reagiert haben. Im zuletzt genannten
Fall trennt man das erhaltene l-Nitroanthrachinon
so ab und verwendet das Filtrat für einen neuen Ansatz,
gegebenenfalls nachdem man die ursprüngliche Konzentration an Salpetersäure und Phosphorsäure wieder
hergestellt hat.
Das Reaktionsprodukt kann in üblicher Weise iso-
s5 liert werden, z. B. durch Abfiltrieren nach Abkühlen
des Reaktionsgemische:.. Gewünschttnfalls kann es mit Wasser gewaschen und getrocknet werden. Es
besteht überwiegend aus 1-Nitroanthrachinon und enthält höchstens kleire Mengen Ausgangsprodukt
und Nebenprodukte.
Es war nicht zu erwarten, daß der Zusatz von Phosphorsäure
bei der Nitrierung von Anthrachinon zu brauchbaren Ergebnissen führen würde, da in K i r k-Othmcr.
Encyclopedia of Chemical Technology 9,
S. 317, der Zusatz von Phosphorsäure generell nicht empfohlen wird.
Die in der USA.-Patentschrift 2 874 168 erhaltenen Ergebnisse konnten von dem Erfinder nicht bestätigt
werden. Das steht im Einklang mit H ο übe n-W e y 1, »Methoden der Organischen Chemie«, Bd. X/l
(1971), S. 614.
Die in den Beispielen genannten Teile sind Gewichtsteile und die Prozente Gewichtsprozente. Die Temperaturen
sind in Celsiusgraden angegeben.
13 Teile Anthrachinon und 100 Teile kristallisierter, 98%iger Phosphorsäure werden zusammen auf 45°
erwärmt. Bei dieser Temperatur werden innerhalb von 30 Minuten 20 Teile PS%iger Salpetersäure und
0,5 Teile Schwefeltrioxid zugegeben. Nach 24stündigem Rühren bei 40 bis 45° läßt sioh dünnschichtchromatographisch
nachweisen, daß die Umsetzung zu 1-Nitroanthrachinon
zu etwa 50% erfolgt ist Man läßt das Reaktionsgemisch auf 25° abkühlen, saugt das abgeschiedene
Produkt ab, wäscht es mit Wasser, bis das Filtrat neutral ist, und trocknet es. Es enthält
96% 1-Nitroanthrachinon und 4% Anthrachinon. Die Ausbeute beträgt 7 Teile. Das Filtrat enthält
Anthrachinon neben wenig 1-Nitroanthrachinon. Es kann erneut verwendet werden, nachdem man durch
Zugabe von Polyphosphorsäure mit einem P1O6-Gehalt
von 83 bis 84% den Wassergehalt auf den ursprünglichen Wert gebracht hat.
In ein Gemisch aus 100 Teilen 98%igar Phosphorsäure
und 30 Teilen 98%'ger Salpetersäure trägt man
bei 20 bis 25° 13 Teile Anthrachinon ein, erhitzt das
Gemisch auf 45° und rührt es 6 Stunden. Der Umsatz beträgt ?.5%. Das erhaltene 1-Nitroanthrachinon enthält
nur Spuren von Dinitroanthrachinonen.
Angaben im Beispiel 4. Das erhaltene Produkt (17,2 Teile) besteht aus 90% 1-Nitroanthrachinon,
2% 2-Nitroanthrachinon, 5% Dinitroanthrachinonen
und 3% Anthrachinon
Beispiel 6
Man verfährt wie im Beispiel 4 angegeben wurde
Man verfährt wie im Beispiel 4 angegeben wurde
wobei^ ^^^^^
und 50 Teile 84%iger Phosphorsäure eingetragen Man 10J'5J^ « StSnauf 45° erwärmt. Die Ausbeute
erhitz: langsam auf 70° und rührt 13 Stunden bei dieser i. pe ersauf IfIS ttmdenau ^ Trocknen
Temperatur. Das Anthrachinon löst sich während der betragt 22,o leiie einc:>
ri u.__ J <OI
Ref.klion in der Reaktionsmischung vollständig, daueg
:n kristallisiert das 1-Nitroanthrachinon mit wenig Dir it· oanthrachinonen aus, 2-Nitroanthrachinon bleiot
mit einem großen Anteil von Dinitroanthrachinon 15 /us immen gelöst. Der Umsatz beträgt 50%. Das iso-
1Λ Teile Anthrachinon werden bei Raumtemperatur
in ein Gemisch aus 50Teilen 98%iger Salpetersäure und 50 Teile 84%iger Phosphorsäure eingetragen. Man
,0 leue en „
aus 87% 1-Nitroanthrachinon, 2,5% 2-Nitrcanthrachinon,
8% üinitroanthrachinonen, 2% Anthrachinon und 0,5% weiterer Nebenprodukte besteht.
üer.e 1-Nitroanthrachinon enthält 3^/0 Anthrachinon
(•nc·, nur r.puren von Dinitroanthrachinonen.
In ein Gemisch aus 22,4 Teilen Anthrachinon und Teilen 100%iger Phosphorsäure werden im Verlauf
von 30 Minuten 4; Teile 98%iger Salpetersäure gegeben. Das Gemisch wrd 16 Stunden auf 45° erwärmt.
Nach Filtrieren über eine GS-Glaßnutsche,
Waschen mit Wasser und Trocknen erhält man 20,5 Teile eines Produktes, das 90% 1-Nitroanthrachinon
(70% der Theorie), 1% 2-Nitroanthrachinon, 8% Dinitroanthrachinone und 1% Anthrachinon
enthält. n . . . ,
Man verwendet 22,4 Teik Anthrachinon, 180 Teile 99,5%iger Phosphorsäure und 36 Teile 98%ige» Salpetersäure
und erwärmt 22 Stunden auf 45° nach den
Man verfährt wie im Beispiel 4 angegeben wurde, erwärmt aber 22,4 Teile Anthrachinon, 1&0 Teile
99%iger Phosphorsäure und 27 Teile 98°/?iger SaI-ao
petersäure 16 Stunden auf 45°. Nach Filtrieren und Trocknen beträgt die Ausbeute 18 Teile eines Produktes, das 90% 1-Nitroanthrachinon, 8% Dinitroanthrachinone
und geringe Mengen 2-Nitroanthrachinon und Anthrachinon enthält.
In der folgenden Tabelle sind weitere Beispiele für Reaktionsbedingungen zur erfindungsgemäßen Herstellung von 1-Nitroanthrachinon angegeben.
In der folgenden Tabelle sind weitere Beispiele für Reaktionsbedingungen zur erfindungsgemäßen Herstellung von 1-Nitroanthrachinon angegeben.
Die unter (a) angegebene Ausbeute bezieht sich auf das auf konventionelle Weise durch Ausgießen auf
Eis erhaltene Produkt, das menr von /J-Nitro- und Dinitroanthrachinonen
verunreinigt ist; die unter (b) angegebene Ausbeute bezieht sich auf das bedeutend
reinere, durch Filtrieren des reagierten Gemisches erhaltene Produkt.
Beispiel
Teüe
Anthrachinon
Anthrachinon
Phosphorsäure
TeUe
Konzentration
'L
Salpetersäure
Teile
Konzentra tion
Temperatur
8
9
10
11
12
13
14
15
16
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18
19
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22
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24
25
9
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100
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210
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45
45
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45
45
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45
45
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50
43
45
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73
60 Zeit
Stunden
Mo'iverhältnis
Anthrachinon/
HNO,
Anthrachinon/
HNO,
Salze
(Teile)
(a)
Ausbeute:
°/o der
Theorie
1-Nitroanthra
chinon
°/o der
Theorie
1-Nitroanthra
chinon
Umsatz
Ausbeute: ·/. der Theorie 1-Nitroanthra chinon
| 16 | . | 3,9 |
| 16 | : | 3.9 |
| 18 | : | 5,3 |
| 18 | : | 3,3 |
| 18 | .: | 7,8 |
| 20 | .: | 6,6 |
| 16 | [: | 6.6 |
| 20 | 1 · | 6,9 < |
| 15 | 1 | 6,6 < |
| 16 | 1: | 4,72 |
| 16 | 1 | :5,3 |
| 16 | 1 | ; 5,9 |
| 16 | 1 | :5,9 |
| 16 | 1 | :6,6 |
| 1 | : 6,6 | |
| 11 | 1 | : 6,6 |
| 32 | 1 | :6,6 |
| 20 | 1 | :6,6 I |
(Q1)Na2SO4
(9)NH4NQ
(9)NH4NQ
(40)
NH4NO3
NH4NO3
46
60
74
46
67
70
76
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74
46
67
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76
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73
73
56
68
69
75
75
73
73
69
99
50
100
80
65
40
95
95
40 50 71 36 58 62 65
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von 1-Nitroanthrachinon
durch Nitrieren! von Anthrachinon mit Salpetersäure, d adurch gekennzeichnet,
daß man in Gegenwart von Phosphorsäure nitriert und der Wassergehalt des Reaktionsgemisches bei Reaktionsbeginn höchstens 16%
beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsgemisch nicht mehr
als 5 Gewichtsprozent Wasser enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei Temperaturen zwischen 30
und 9O0C nitriert.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man pro Mol Anthrachinon mindestens
1 Mol und vorzugsweise 10 bis 40 Mol Phosphorsäure und mindestens 1 Mol und vorzugsweise 3 bis 13 Mol Salpetersäure einsetzt.
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