DE2039465C3 - Cis-Naphthoylenbisbenzimidazol-Pigment, Verfahren zu seiner Herstellung und damit pigmentierte Substrate - Google Patents
Cis-Naphthoylenbisbenzimidazol-Pigment, Verfahren zu seiner Herstellung und damit pigmentierte SubstrateInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein cis-Naphthoylenbis-benzimidazolpigment
in seiner neuen und wertvollen ^-Modifikation, die charakterisiert ist durch ein
Röntgenbeugungsdiagramm mit Maxima hoher Intensität bei Glanzwinkeln von 43°, 6,65° und 13,45° und
Maxima minierer Intensität bei Glanzwinkeln von 4,8°, 12,!° und 14,45°, gemessen mit Cu-Ka-Strahlung sowie
ein Verfahren zu dessen Herstellung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man rohes cis-Naphthoylenbis-benzimidazol
in Wasser und/oder einem Lösungsmittel auf Temperaturen zwischen etwa 100 und 250° C
erhitzt und das so erhaltene Pigment in üblicher Weise isoliert
Aus der deutschen Patentschrift 4 30 632 sowie aus BIOS 987, S. 100; und FIAT 1313, Bd. 11, S. 103, ist
bereits bekannt daß man bei der Kondensation von 1,4,5,8-Naphthalintetracarbonsäureanhydrid mit
1,2-Diaminobenzol als Reaktionsprodukt ein Gemisch
der beiden folgenden Isomeren erhält:
C C=O
CIS
möglich, daß man ihr Gemisch in Äthanol mit Kaliumhydroxid behandelt Das trans-Isomere bildet
jo hierbei ein schwer lösliches Umsetztungsprodukt mit
Kaliumhydroxid, das leicht abgetrennt werden kann, während das Umsetzungsprodukt des cis-Isomeren
aufgrund seiner besseren Löslichkeit im Filtrat (Trennlauge) verbleibt. Durch Ansäuren oder Hydrolyse kann
j) das cis-Isomere hieraus abgeschieden werden. Dieses
cis-lsomere fällt dabei in einer Kristallmodifikation an, die im folgenden als α-Phase bezeichnet wird und die im
Röntgenbeugungsdiagramm charakteristische Peaks bei Glanzwinkeln von 3,05°, 5,85°, 12,45° und 13,55°
zeigt. Während das trans-Isomere (C. I. Vat Orange 7) als Küpenfarbstoff und als Pigment große technische
Bedeutung erlangt hat wird das cis-lsomere (C. I. Vat Red 15) in der Hauptsache nur als Küpenfarbstoff
verwendet Es hat nicht an Versuchen gefehlt auch das
4) cis-lsomere in eine Form zu bringen, die die
Verwendung als Pigment gestattet. So wird in der US-Patentschrift 30 72 661 vorgeschlagen, aus der
Trennlauge nach Abdestillieren eines Teiles des Alkohols durch Fällung mit p-Toluolsulfosäure das
cis-lsomere abzuscheiden. Diese Proc?»;kte, die in der
«-Phase vorliegen, genügen jedoch wegen der schlechten Überlackierechtheit der damit erzielten Lackfärbungen
sowie ihre? trüben Farbtons nicht den hohen Anforderungen der Praxis.
Die Herstellung der neuen ^-Modifikation erfolgt durch Behandeln der «-Modifikation mit organischen
Lösungsmitteln, gegebenenfalls unter Zusatz geringer Mengen Alkali bei erhöhten Temperaturen zwischen
100- 250° C, vorzugsweise 150 -200° C. Da die Phasenumwandlung auch durch mehrstündiges Erhitzen in
Wasser, gegebenenfalls in Gegenwart von oberflächenaktiven Mitteln möglich ist, kann die Umwandlung der
«-Phase mit organischen Lösungsmitteln auch in Gegenwart von Wasser erfolgen, so daß das cis-lsomere
h') der «-Modifikation, das bei der Herstellung als feuchter
Preßkuchen erhalten wird, direkt in dieser Form eingesetzt werden kann. Die Phasenumwandlung kann
auch unter Druck erfolgen, eine Verfahrensmaßnahme, j
die besonders vorteilhaft beim Arbeiten in Gegenwart
von Wasser ist.
Die so erhaltene neue ^-Modifikation liefert im Röntgenbeugungsdiagramm (Cu-Ka-Strahlung]i charakteristische
Peaks bei Glanzwinkeln von 4,3", 4,8",
6,65°, 12,1°, 13,45° und 14,45°, Alle diese Werte haben
eine Genauigkeit von 1 —2%,
Als Lösungsmittel für die Phasenwandlung seien beispielsweise folgende genannt: aromatische Kohlenwasserstoffe,
wie z. B. Benzol, Xylol, halogenierte bzw.
nitrierte aromatische Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Chlorbenzol, Nitrobenzol, aromatische Basen, wie z. B.
Dimethylanilin, Chinolin; Ester organischer Säuren, wie z. B. Benzoesäuremethylester; anorganische und organische
Säureamide, wie z. B. Phosphorsäuretrisdiraethylamid,
Dimethylformamid; Ketone, wie z. B. Aceton, Acetophenon; Alkohole, wie z. B. Methanol, Biutanol;
Phenole, wie z. B. o-Chlorphenol. Auch Gemische dieser
Lösungsmittel eignen sich hervorragend für die Umwandlung der α- in die ^-Kristallmodifikation. Beim
Arbeiten in Gegenwart von Wasser bewähren sich oberflächenaktive mitte!, wie z. B. Oleylaminacetat,
oxyäthylierte Stearylakohole, Kollophoniumseife oder
ähnlich wirkende Substanzen.
Durch die Art und Menge des verwendeten Lösungsmittels, bzw. Lösungsmittel/Wassergemisches,
die Höhe der Temperatur und die Dauer der Behandlung zwischen 1 und 10 Stunden, kann die
Teilchengröße des Pigments und damit zusammenhängend die Deckkraft des Pigments beeinflußt werden.
Am geeignetsten für Lack- und Kunststoff-Färbungen erweist sich ein Pigment mit einer Oberfläche von
15-25 m2/g (ermittelt nach der Haul-Oümbgen-Methode).
Als Ausgangsmaterial für die Phasenumwandlung
dient das cis-Isomere, wie man es nach der Kondensation von 1,4,5,8-Naphthalintetracarbonsäureanhydrid
und 1,2-Diaminobenzol und anschließender Isomerentrennung
erhält. Dabei kann man, wie bereits oben angeführt, die Trennung in der Weise vornehmen, daß
man zuerst das Isomerengemisch aus dem Reaktionsansatz isoliert und dann in der geschilderten Weise durch
Behandeln mit Kaliumhydroxid in Äthanol trennt Es ist aber auch möglich, die Kondensation der Ausgamgsverbindungen
unter Druck in Äthanol durchzuführen, so daß die Kondensation und die Isomerentrennung in
einem Ansatz erfolgen. Die Trennlauge, die in beiden Fällen anfällt, kann zur Isolierung des cis-Isomeren
benutzt werden. Als sehr vorteilhaft für die Phasenumwandlung, wie auch für die Qualität des resultierenden
Pigments erweist es sich, das cis-Isomere aus der alkalischen Trennlauge als Kaliumhydroxidumsetzungsprodukt
kristallin zur Abscheidung zu bringen. Dies ist z. B. möglich, indem man nach Abdestillieren des
Alkohols aus der Trennlauge bei einer KOH-Konzentration
von ca. 25% und einem Verhältnis wäßriger Lauge zur eis-Verbindung von ca. 30:1 feste oder
gasförmige Kohlensäure oder Alkalicarbonate zugibt. Durch eine Behandlung mit Chlorlauge kamn das
Kaliumhydroxidumsetzungsprodukt der eis-Verbindung anschließend gegebenenfalls einer Reinigung unterzogen
und nach Hydrolyse als Rohpigment der α-Phase isoliert werden.
Das erfindungsgemäß erhaltene Pigment des cis-Naphthoylen-bis-benzimidazols
der /?-Phase ergibt im Lack klare rote Färbungen hoher Deck- und Falbkraft
mit ausgezeichneter Licht-, Wetter- und Überlnckierechtheit. In gleicher Weise läßt es sich zum Anfärben
von Kunststoffen und plastischen Massen mit Erfolg einsetzen,
s a) 60g lAS.e-Naphthalintetracarbonsäureanhydrid
werden mit 45 g o-Phenylendiamin unter Zusatz von 7,5 g Essigsäure in 390 g Äthanol 8 Stunden im Autoklav
auf 150°C erhitzt Die Suspension des erhaltenen Farbstoffgemisches wird nun mit Äthanol auf 690
ίο Volumenteile aufgefüllt und dann mit 162 g Kaliumhydroxid
versetzt Man erhitzt das Gemisch 2 Stunden zum Sieden, saugt vom Umgelösten ab und wäscht
dieses mit 3O°/oiger alkoholischer Kaliumhydroxidlösung
gut aus. Aus dem erhaltenen Filtrat wird das Äthanol restlos abdestilliert Der erhaltene Rückstand
von -:a. 340 g wird mit dem gleichen Volumen Wasser verdünnt und bei 60-70° C mit 25 g Chlorbleichlauge
(13% aktives Chlor) ca. 2 Stunden lang verrührt Nach
Reinigung mit Aktivkohle und anschließender Filtration werden in das Filtrat portionsweise 33 g CO2 in Form
von Trockeneis eingerührt, wobei sich die gelbe Aikaüadditionsverbindung kristallin abscheidet Diese
Alkaiiadditionsverbindung kann durch kurzer» Erhitzen bei etwa 70°C in 240 g Natronlauge (ca. 16—20%) und
25 g Chlorbleichlauge noch weiter gereinigt werden.
b) 100 g wäßrigfeuchtes (20%) Rohpigment der α-Phase wird mit 500 g Wasser, 2,5 Natronlauge (33%)
und 10 g einer lOVoigen wäßrigen Lösung eines
oxyäthylierten Stearylalkohols in einem geschlossenen Gefäß 5 Stunden lang auf 180-185° C erhitzt Danach
wird bei ca. 8O0C filtriert, mit Wasser neutral gewaschen
r, und bei 60-100° C getrocknet. Man erhält so 20 g
Pigment der 0-Phase, das Weich-PVC in lichtechten Rottönen färbt
100 g wäßrigfeuchtes Rohpigment (20vb) der α-Phase
gemäß Beispiel la, 500 g Wasser und eine Emulsion von 1 g Oleylaminacetat, 3 g o-Dichlorbenzol, 3 g Chinolin
und 2,5 g Natronlauge in 100 ml Wasser werden 5 Stunden lang im geschlossenen Gefäß bei 185-19O°C
v> erhitzt Danach wird bei 80°C filtriert, mit Wasser
gewaschen und getrocknet Ausbeute: 20 g. Das so in die /?-Phase überführte Pigment eignet sich besonders für
Einbrennlacke. Es werden klare, farbstarke, deckende Rottöne mit hervorragender Überspritz- und Lichtechtheiterhalten.
100 g wäßrigfeuchtes Rohpigment (20%) der <x- Phase
gemäß Beispiel la wird zusammen mit 500 g Wasser, 5 g Anilin, 2,5 g Natronlauge und 6 g einer 50%igen
wäßrigen Lösung von Na-Resinat in einem geschlossenen Gefäß 5 Stunden lang auf 170-175° C erhitzt Aus
dieser Suspension wird dann das Anilin mittels Trägerdampfdestillation entfernt und das erhaltene
bo Pigment der /?-Phase isoliert und getrocknet Ausbeute:
20 g. Mit diesem Produkt werden rote Lack- und Weich·PVC-Färbungen mit ausgezeichneten Echtheiten
erhalten.
h5 B e i s ρ i e I 4
100 g wäßrigfeuchtes Rohpigment (20%) der α-Phase gemäß Beispiel 1 werden zusammen mit 400 g Äthanol
im geschlossenen Gefäß 5 Stunden lang auf I45-I5O°C
erhitzt Danach wird das erhaltene Pigment der/3-Phase
durch Absaugen isoliert und getrocknet, Ausbeute: 20 g. Im Einbrennlack und in Weich-PVC werden Rotfärbungen
mit hervorragenden Echtheiten erhalten.
20g Rohpigment (α-Phase) gemäß Beispiel la werden in 200 g a-Cnlornaphthalin 2 Stunden lang zum
Sieden erhitzt (ca. 245-2.1IO0C). Das Reaktionsgemisch
wird anschließend bei 70-80° C abgesaugt und der Füterrückstand mit Methanol ausgewaschen. Das so
erhaltene methanolfeuchte Produkt der /3-Phase wird im Rotationsverdampfer getrocknet. Ausbeute: 19-2Og.
Das auf diese Weise erhaltene Rotpigment eignet sich besonders zum Einfärben in Weich-PVC.
Claims (6)
1. Cis-Naphthoylen-bis-benzimidazol in der /J-Kristallmodifikation,
gekennzeichnet durch ein Röntgenbeugungsdiagramm, mittels Cu-Ka-Strahlung,
mit Maxima hoher Intensität bei Glanzwinkeln von 4,3°; 6.65° und 13,45° und Maxima
mittlerer Intensität bei 4,8°; 12,1° und 14,45°.
2. Cis-Naphthoylen-bis-benzimidazol in der j3-Kri-Stallmodifikation
nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Oberfläche zwischen 15-25 m2/g, vorzugsweise
2OmVg, ermittelt nach der Haul-Dünbgen-Methode.
3. Verfahren zur Herstellung von cis-Naphthoy- π
len-bis-benzimidazol in der ^-Kristallmodifikation,
die im Röntgenbeugungsdiagramm mittels Cu-Ka-Strahlung
bei Glanzwinkeln von 43°; 6,65° und 13,45° Maxima hoher Intensität und bei 4,8°; 12,1°
und 14,45° Maxima mittlerer Intensität aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Suspension
von cis-Napthoyien-bis-benzimidazol der «-Modifikation
in Wasser und/oder einem Lösungsmittel auf Temperaturen zwischen etwa 100 und 25O0C,
vorzugsweise zwischen etwa 150 und 200° C erhitzt und das so erhaltene Pigment in an sich üblicher
Weise gewinnt
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung in Gegenwart von
Wasser und einem anionischen, nichtionischen oder kationischen Dispergiermittel vornimmt
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Lösungsmittel aromatische
Kohlenwasserstoffe, deren Nitro- oder Halogenderivate, aromatische Basen, Ester, anorganische oder
organische Säureamide, Ketone oder Alkohole oder deren Gemische verwendet
6. Lacke, Kunststoffe und plastische Massen, die mit cis-Naphthoylen-bis-benzimidazol in der neuen
ß-Kristallmodifikation nach Anspruch 1 gefärbt sind.
Priority Applications (6)
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