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TECHNISCHES GEBIET
Die Erfindung betrifft einen Teleskopkran, der aus einem Unterwagen, einem drehbar darauf angeordneten Oberwagen, einem Gegengewicht und einem Ausleger besteht, der wiederum einen Hauptausleger mit einem Grundkasten und mindestens einen darin ein- und ausschiebbaren Teleskopschuss aufweist. Ferner betrifft die Erfindung eine Abspannvorrichtung zur Befestigung an einem Ausleger eines Teleskopkranes der zuvor genannten Art.
STAND DER TECHNIK
Teleskopkrane der zuvor genannten Art sind bekannt. So zeigt die DE 29 17 829 Al einen Fahrzeugkran mit Teleskopausleger, der an einem drehbaren Oberwagen schwenkbar angelenkt ist. Bei dem hier vorgestellten Fahrzeugkran soll das Tragvermögen des Krans gesteigert werden, indem eine auf dem Oberwagen des Fahrzeugkrans angeordnete Aufnahme- und Anhebeeinrichtung für ein Zusatzgegengewicht vorgesehen wird. Die Aufnahme- und Anhebeeinrichtung kann eine nach hinten ausladende Stütze aufweisen, die zweckmäßigerweise schräg nach hinten und oben gerichtet und für die Aufnahme des Zusatzgegengewichtes absenkbar ist. Es wird herausgestellt, dass es von besonderem Vorteil wäre, wenn die Stütze mit dem Teleskopausleger oberhalb dessen Anlenkung am Oberwagen verbunden ist, da hierdurch eine Biege- und Knickentlastung des Teleskopauslegers bewirkt wird. Zur Verbindung der Stütze und des Teleskopauslegers ist insbesondere ein Spannseil vorgeschlagen.
Ein ähnlicher Fahrzeugkran mit Teleskopausleger ist in der DE 31 39 853 Al beschrieben. Wiederum ist ein Gegengewicht vorgesehen, das mittels eines am Oberwagen des Fahrzeuges angebrachten, nach hinten gestellten, in seiner Neigung veränderbaren Mastes auf eine entsprechende Ausladung bringbar ist. Die Ausladung des Gegengewichtes ist in
Abhängigkeit von der Veränderung der Schwerpunktlage des Gerätes infolge der Verschwenkung des Auslegers steuerbar.
Die DE 38 38 975 C2 zeigt ebenfalls einen Teleskopkran mit einem ausschwenkbaren Mast für ein an einer Hängevorrichtung befestigtes Gegengewicht. Der Mast ist von einem sich auf dem Oberwagen abstützenden Mastzylinder aufrichtbar. Der Mast selbst besitzt eine Teleskopverlängerung, an deren Spitze ein Anlenkpunkt für eine längenveränderbare Hängevorrichtung und eine längenveränderbare Abspannvorrichtung für den längenveränderbaren Ausleger vorhanden ist.
Teleskopkrane der zuvor erläuterten Bauart sind im ausgefahrenen Zustand je nach Anstellwinkel unterschiedlich großen Belastungen ausgesetzt. Bei flachen und mittleren Anstellwinkeln sind die in der Einspannung der ausgefahrenen Teleskopschüsse auftretenden Belastungen ein wesentliches Kriterium für die maximale Traglast. Für einen solchen Belastungsfall ist als Momentenentlastung ein sogenannter Superliftbetrieb entwickelt worden. So ist in der DE 31 13 763 Al eine grundsätzliche Ausgestaltung eines Teleskopkran, der einen Superliftbetrieb erlaubt, offenbart. Im Bereich der Anlenkung eines Wippzylinders für den Hauptausleger ist gemäß der DE 3113 763 Al am Grundkasten ein sich quer zum Ausleger nach oben erstreckender Abspannbock angeordnet. Das freie Ende dieses Abspannbocks ist über Seile oder Seilstränge mit dem Ende eines der Teleskopschüsse und dem Fuß des Hauptauslegers verbunden. Eine Detaillösung sieht vor, dass der Abspannbock aus beidseitig vom Grundkasten beabstandeten, sich nach oben erstreckenden Streben besteht, die starr miteinander verbunden sind. Ferner ist ausgeführt, dass der Abspannbock in eine Transportstellung an den Grundkasten anklappbar ist. Die Verbindung zwischen Abspannbock und Auslegerfuß wird auch als in der Länge unveränderbar vorgeschlagen. Darüber hinaus ist eine Windenanordnung vorgesehen, um die Länge des zwischen Abspannbock und Teleskopausleger vorgesehenen Seiles zu verändern. Außerdem kann eine Steuereinrichtung für die Winden zur Aufbringung einer vorgegebenen Seilkraft auf
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den Abspannbock und die hiermit verbundenen Abspannungen vorgesehen sein. Es ist in der Beschreibung erwähnt, dass durch die Ausbildung mit sich vom Grundkasten nach oben erstreckenden Streben, die einen festen Abstand zueinander aufweisen und nur wie ein Abspannbock in der Wippebene verschwenkbar sind, sich auch seitliche Biegeverformungen des Auslegersystems verringern lassen, die beispielsweise durch Windkräfte oder Lastpendeln entstehen können.
Der guten Ordnung halber ist hierzu anzumerken, dass die Wippebene diejenige Ebene ist, in der sich der Ausleger bewegt, wenn er um seine horizontale Schwenkachse verschwenkt wird. Die Wippebene steht also senkrecht zur Wippachse des Auslegers.
Ein realisierter Teleskopkran mit einem "Superlift" ist beispielsweise aus dem Firmenprospekt: Mannesmann Demag Fördertechnik; Demag AC 1600; 04/96, Seiten 5, 17 und 27 oder auch aus DE 38 40 408 C2 bekannt. So ist zur Erhöhung der Traglast und zur Minderung der Durchbiegung des ausgefahrenen Hauptauslegers am Grundkasten des Hauptauslegers ein auf den Grundkasten ablegbarer Abspannbock angeordnet. Dieser Abspannbock ist mit einer nahezu längenunveränderbaren Abspannung mit dem Fußbereich des Hauptauslegers einerseits und mit einer weiteren Abspannung, die im Regelfall längenveränderbar ist, mit dem Kopf bzw. Kragen eines der inneren Teleskopschüsse andererseits verbunden. Diese versteifende Anordnung ist anwendbar für das Grundgerät allein, aber auch in Verbindung mit der Anordnung eines aus Gittermastteilen gebildeten starren oder wippbaren Hilfsausiegers.
Eine dem Superliftbetrieb ähnliche Ausgestaltung ist in der DE 297 20 972 Ul beschrieben. Der hier gezeigte teleskopierbare Ausleger umfasst ein Seil, das am unteren Auslegerende angreift und über eine dem Auslegergrundkörper zugeordnete, in ihrer Winkellage verstellbaren Vorrichtung nach Art eines Abspannbockes geführt ist. Damit soll das als Abspannseil benutzte Rückholseil, das zum Einholen der verschiedenen Teleskopschüsse
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eines solchen Teleskopauslegers dient, eine stabilisierende Wirkung auf den Ausleger ausüben und insbesondere eine unzulässige Durchbiegung des Teleskopauslegers verhindern. Das die Funktion eines Abspannbockes übernehmende Abspannvorrichtung umfasst ein Gestänge, das um einen Anlenkpunkt am Teleskopausleger bzw. dessen Grundkasten verschwenkbar ist. Zum Aufstellen ist eine Kolben-Zylinder-Einrichtung vorhanden. Es ist herausgestellt, dass dieses Gestänge in seiner Winkellage gegenüber dem Teleskopausleger veränderbar ist, d.h. also in der Wippebene. Damit wird ein Durchbiegen des Auslegers in der Wippebene verhindert.
Abschließend ist noch anzumerken, dass aus der DE 1 751 383 ein Kranausleger in Schalenbauweise bekannt ist. Dieser Kranausleger besteht aus einem einzigen torsionssteifen Tragkörper mit vorzugsweise kreisförmigem Querschnitt. Der Tragkörper ist über- und/oder unterspannt. Als besondere Ausführungsform ist eine allseitige Überspannung vorgesehen, was mit Holmen geschieht. Insbesondere sind am Kranausleger ein oder mehrere Sternträger vorgesehen, an deren radial außenstehenden Enden die Holme angebracht sind und sich längs des Kranauslegers erstrecken. Dieser Sternträger und die Holme bilden an dem Kranausleger eine räumlich feststehende Verspannung. Offensichtlich ist dieser Kranausleger für Turmdrehkrane vorgesehen.
Eine der DE 1 751 383 gleichende Ausgestaltung eines Mastes eines Turmdrehkranes bzw. hier eines Derrick-Kranes ist aus der Zeitschrift "Deutsche Hebe- und Fördertechnik", 1972, Seiten 576 - 580 bekannt. Hier sind auch sowohl an einem Gitterturm als auch einem Gittermast realisierte feste Verspannungen und Verstrebungen gezeigt.
Ein Ausleger mit horizontaler Seilabspannung ist aus der DE 3734919A1 bekannt. Der hier gezeigte schwenkbare Ausleger weist mehrere, parallel zur Schwenkachse verlaufende Traversen auf, die über Seile abgespannt sind. Die Traversen sind schlussendlich ist die gezeigte Auslegerausgestaltung nichts anderes als ein verspannter Träger mit festen
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Traversen. Im Übrigen ist diese Art von Ausleger für beispielsweise auf Raupen fahrbaren Tragrahmen vorgesehen.
Ein Ausleger eines Kranes für Containerbetrieb ist aus der DE-OS 1 531 155 bekannt. Es wird insbesondere auf die spezielle Problematik bei der Handhabung von Containern eingegangen. Offenbart wird ein Spitzenausleger eines Doppellenker-Wippkranes, bei dem zwei den äußeren Teil des Auslegers bildende, schnabelartige spreizbare Arme vorhanden sind, die zwei Kopfrollen oder Kopfrollengruppen tragen. Die Arme sind in einer solchen Spreizlage feststellbar, in welcher der Abstand, den die Mitten der beiden Rollen oder Rollengruppen voneinander haben, etwa gleich der Entfernung zwischen den Mitten der die Containertraverse tragenden Hubseilgehänge ist. Die beiden Arme sind im zusammengekuppelten Zustand gegeneinander versteift und sind formschlüssig und schubfest verbunden. Die spreizbaren Arme selbst sind wieder, wie bereits zuvor erläutert, gegen Durchbiegen über einen Abspannbock abgespannt.
Es hat sich nun gezeigt, dass Teleskopkrane der zuvor erläuterten Art in Steilstellung auch unter Einsatz der zuvor erläuterten Superlift-Technologie nur eine begrenzte Traglast aufnehmen können.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Das der Erfindung zugrunde liegende technische Problem besteht darin, einen Teleskopkran bereitzustellen, der gerade auch in Steilstellungen des Auslegers eine erhöhte Tragslast aufnehmen kann.
Dieses technische Problem wird gelöst durch einen Teleskopkran mit Unterwagen, drehbar darauf angeordnetem Oberwagen, Gegengewicht und einem Ausleger, der einen
Hauptausleger mit einem Grundkasten und mindestens einem darin ein- und ausschiebbaren Teleskopschuss aufweist, wobei mindestens eine am Ausleger angeordnete Abspannstütze vorhanden ist, die mit einem im Wesentlichen in Längsrichtung des Auslegers verlaufenden Spannmittel verbunden ist und deren Neigung zur Wippebene veränderbar ist.
Es wird, vorzugsweise individuell angepasst an die jeweilige Wippstellung des Auslegers, eine Erhöhung der Traglast erzielt, insbesondere in einer Steilstellung, weil, wie sich gezeigt hat, in diesem Fall oftmals die seitliche Verformung des Auslegers das traglastbegrenzende Kriterium ist, nun aber durch die in der Neigung zur Wippebene veränderbare Abspannstütze auch gezielt seitliche Kräfte, die auf den Ausleger wirken, aufgenommen werden können. Insbesondere kann eine derartige Ausbildung auch eine Doppelfunktion haben, nämlich dahingehend, dass in einer Betriebsstellung ein normaler Superliftbetrieb und in einer anderen Betriebsstellung eine Kombination aus Superlift und seitlicher Abspannung durchführbar ist. Bei normalem Superliftbetrieb befindet sich die erfindungsgemäße neue Abspannstütze in der Wippebene bzw. verläuft parallel hierzu. Bei der Kombination aus Superlift und seitlicher Abspannung nimmt die Abspannstütze eine Winkelstellung zur Wippebene ein.
Bei einer beispielhaften Ausführungsform ist die Neigung der Abspannstütze in einer Ebene quer und/oder längs zur Längsrichtung des Auslegers veränderbar. Mit anderen Worten, die Abspannstütze ist gegenüber der Wippebene in verschieden senkrecht dazu stehenden Ebenen liegend neigbar.
Die Veränderung der Neigung der Wippebene kann stufenweise oder kontinuierlich über ein Verschwenken der mindestens einen Abspannstütze einstellbar sein. Eine einfache Ausführungsform sieht vor, dass nur mehrere verschiedene Stufen von Neigungen zur Wippebene einnehmbar sind. Eine andere Ausführungsform kann vorsehen, dass die Neigung im Bereich von größer 0° bis 90° gegenüber der Wippebene einstellbar ist, was eine genauere
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Anpassung an die jeweilige Steilstellung des Auslegers und die abzusehenden Belastungen zulässt.
Beispielsweise ist am Ausleger mindestens eine gegenüber der Wippebene geneigte Abspannstütze angeordnet, die mit einem im Wesentlichen in Längsrichtung des Auslegers verlaufenden Spannmittel verbunden ist, wobei die Neigung der Abspannstütze so gewählt ist, dass die auf den Ausleger wirkende seitliche Belastung teilweise oder vollständig durch die Abspannung aufgenommen wird. Die Neigung der Abspannstütze kann quer zur Längsrichtung oder in Längsrichtung oder überlagernd quer zur und in Längsrichtung des Auslegers erfolgen.
Vorzugsweise sind auf der Oberseite des jeweiligen Auslegerelementes zwei geneigte Abspannstützen vorgesehen, wobei im Regelfall die Winkelneigung beider Abspannstützen gleich ist. Sie kann aber je nach Richtung der am Ausleger angreifenden Kräfte auch verschieden sein. Die Fußenden beider Abspannstützen können an einer gemeinsamen Stelle mit der Oberseite des Auslegers verbunden sein, aber ebenso auch versetzt zueinander. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist das Fußende wenigstens einer Abspannstütze im Übergangsbereich zwischen Oberseite oder jeweiliger Seitenwand mit dem Ausleger verbunden. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fußende wenigstens einer Abspannstütze auf einen quer zur Längsachse des Auslegers und über diesen hinauskragenden träger anzuordnen.
Die beispielhafte Anordnung hat den Vorteil, dass je nach Winkelstellung der Abspannstützen der Anteil der Abspannkraft, der in die Seitenrichtung wirksam wird, stufenlos oder kontinuierlich verändert werden kann. Im Falle der Anordnung von zwei versetzt angeordneten Abspannstützen bedeutet dies, dass in der einen Extremlage, d.h. in der Vertikalstellung, die beiden parallel stehenden Abspannstützen die gleiche Wirkung im Sinne eines Superliftbetriebes haben wie der bekannte Abspannbock. In einer Winkelstellung <90°
bis >0° für die beiden Abspannstützen wird die wirksame Spannkraft aufgeteilt in eine Komponente Superliftbetrieb und eine Komponente seitliche Abspannung. In der zweiten Extremlage, d.h. in der Horizontalstellung, bewirken die beiden Abspannstützen nur eine Verstärkung in beide Seitenrichtungen.
Das jeweilig freie Kopfende der Abspannstütze ist über ein erstes Spannmittel wahlweise mit dem Unterwagen, dem Oberwagen, dem Fußbereich des Auslegers, dem festen oder separat geführten Gegengewicht oder dem Boden in Richtung Fußende des Auslegers und über ein weiteres Spannmittel mit einer ausgewählten Stelle des Auslegers in Richtung Auslegerkopf verbunden. Die jeweils gewünschte Winkelstellung der Abspannstützen kann stufenweise oder kontinuierlich über ein Verschwenken der Abspannstützen eingestellt werden. Damit ist auch eine asymmetrische Winkeleinstellung möglich. Dies bedeutet, dass bei einer angreifenden Seitenkraft nur an einer Seite die jeweilige Abspannstütze mehr in Richtung seitlicher Abspannung geneigt wird, während die zweite Abspannstütze in einer Mittellage verbleibt.
Da auch der Abstand der Spannmittel vom Ausleger Einfluss auf die gewünschte Verstärkung hat, kann beispielsweise vorgesehen sein, die Länge der Abspannstützen in Stufen oder kontinuierlich zu verändern. Die Spannmittel können als Seil oder als Stange ausgebildet sein. Das Spannmittel bzw. die Spannmittel können mit und ohne Vorspannung angeordnet werden. Im Falle einer Vorspannung und eines nachregulierbaren Spanngrades wirkt das Spannmittel mit einer Spannvorrichtung zusammen. Vorzugsweise ist dies eine Winde oder eine Kolben-Zylinder-Einheit. Aber auch die Winkelverstellung und/oder die Längenänderung der Abspannstütze kann im Sinne einer Spannvorrichtung genutzt werden. Die Spannvorrichtungen sind wahlweise an den Abspannstützen, am Ausleger, am Ober- oder Unterwagen oder am Gegengewicht anordenbar.
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Vorzugsweise werden die Abspannstützen am Hauptausleger im Bereich des Grundkastens angeordnet, insbesondere im vorderen Bereich zwischen der Anlenkung des Wippzylinders und der vorderen Lagerung. Zur kontinuierlichen Verstellung der Abspannstützen ist vorzugsweise jede Abspannstütze mit einer auf dem Grundkasten sich abstützenden Kolben-Zylinder-Einheit verbunden. Zur Anordnung der Winde weist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung die Abspannstütze zwei Holme auf, zwischen denen die Winde anordenbar ist.
Die Ausrüstung des Teleskopauslegers kann noch ergänzt werden mit der Anordnung eines aus Gittermastteilen gebildeten starren oder wippbaren Hilfsausiegers. Auch an diese Auslegerelemente kann die vorgeschlagene seitliche Abspannung angebracht werden.
Besonders wirkungsvoll kann die seitliche Abspannung eingesetzt werden, wenn der Kran mit einem Messmittel zur Erfassung der seitlichen Verformung des Auslegers versehen ist. Überschreitet die Verformung einen festgelegten zulässigen wert, wird das mit der Abspannung verbundene Spannmittel aktiviert und die Abspannung nachgespannt. Der Grad der seitlichen Verformung kann direkt oder indirekt über Krangrößen ermittelt werden. Beispielsweise sind dies die Seilspannung, die Seillänge und Seildehnung. Aber auch über die an den Ausleger angreifenden Kräfte in Form des seitlich auftretenden Windes, der Sonneneinstrahlung sowie der im Ausleger vorherrschenden Temperaturen kann eine Aussage über den Grad der seitlichen Verformung gemacht werden.
Eine an einem Teleskopkran mit Ausleger anbringbare Abspannvorrichtung, mit der insbesondere beidseitig eines Auslegers Abspannstützen in eine gewünschte Neigung gegenüber der Wippebene bringbar sind, und damit die Vorteile der zuvor genannten Bauart noch besser verwirklicht werden, umfasst ein am Ausleger anzuordnendes Rahmengestell und zwei Abspannstützen, wovon jede zum Verbinden mit einem im Wesentlichen in Längsrichtung des Auslegers verlaufenden Spannmittel ausgestaltet ist. Eine der beiden Abspannstützen ist an dem Rahmengestell in Längsrichtung des Auslegers gesehen zur
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rechten Seite verschwenkbar angeordnet, und die andere Abspannstütze ist an dem Rahmengestell in Längsrichtung des Auslegers gesehen zur linken Seite verschwenkbar angeordnet.
Vorzugsweise sind zur seitlichen Verschwenkung jeweils eine Kolben-Zylinder-Einheit vorgesehen, mit der die jeweilige Abspannstütze dann verbunden ist. Damit ist insbesondere eine beliebige Neigung eine der Abspannstützen gegenüber der Wippebene des Auslegers, an dem die Abspannvorrichtung zu befestigen ist, einstellbar.
Eine weitere beispielhafte Ausfuhrungsform der vorliegenden Erfindung sieht vor, dass das Rahmengestell der Abspannvorrichtung ein Schwenkgelenk umfasst, so dass für den Transport des Teleskopkranes die beiden Abstandsstützen am Ausleger ablegbar sind. Damit wird, wie beim bekannten Superliftbetrieb, eine zweckmäßige Transportstellung erzielt, die Abspannvorrichtung muss nicht separat zum Einsatzort eines Teleskopkranes gebracht werden.
Vorzugsweise ist am Rahmengestell zum Aufrichten des Rahmengestells mit den zwei daran schwenkbar angeordneten Abspannstützen mindestens eine Befestigungseinrichtung für eine Kolben-Zylinder-Einheit vorgesehen. Ähnlich zu der zuvor erläuterten Ausgestaltung ist vorzugsweise jede Abspannstütze mit einer Winde versehen, die als Spannvorrichtung für das im Wesentlichen in Längsrichtung des Auslegers verlaufenden Spannmittels dient.
Jede Abspannstütze kann so ausgestaltet werden, dass sie bei der größtmöglichen Verschwenkung zur Seite sich fußseitig am Ausleger abstützt.
Bei einer beispielhaften Ausfuhrungsform weist jede Abspannstütze zwei Holme auf, die über Querstreben verbunden sind.
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Vorzugsweise weist der jeweils innenliegende Holm einer Abspannstütze am fußseitigen Ende ein Gelenk auf, das die Verschwenkung zur Seite erlaubt.
Weiter vorzugsweise ist im unteren Bereich der Abspannstütze zwischen den Holmen eine Winde angeordnet.
Schließlich ist bei einer beispielhaften Ausführungsform das Rahmengestell der Abspannvorrichtung über Befestigungslaschen an einem Grundkasten eines Hauptauslegers eines Teleskopkranes anbringbar.
BESCHREIBUNG VON AUSFUHRUNGSBEISPIELEN DER ERFINDUNG
Im Folgenden sind zur weiteren Erläuterung und zum besseren Verständnis mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. Ia-Ic als Prinzipskizze die mögliche Anordnung einer gegenüber der Wippebene geneigten Abspannstütze;
Fig. 2 als Prinzipskizze die Anordnung zweier geneigter Abspannstützen mit einem
gemeinsamen Fußende;
Fig. 3a - 3d als Prinzipskizze die mögliche Anordnung zweier geneigter Abspannstützen mit getrennten Fußenden;
Fig. 4 als Prinzipskizze die Anordnung einer quer liegenden Abspannstütze
Fig. 5 a in einer Vorderansicht ein praktisches Ausführungsbeispiel mit zwei neigbaren
Abspannstützen;
Fig. 5b eine Seitenansicht von Figur 5a.
In den Figuren la - c sind als Prinzipskizze die mögliche Anordnung einer gegenüber der Wippebene geneigten Abspannstütze dargestellt. Die Abspannstütze 2 ist vorzugsweise auf der Oberseite 3 eines hier symbolhaft dargestellten Auslegerelementes 1 angeordnet. Dieses Auslegerelement 1 kann ein Grundkasten oder ein Schuss eines Hauptauslegers eines Teleskopkranes oder das Gittermastelement eines starren oder wippbaren Hilfsauflegers ein. Die im Auslegerelement 1 eingezeichnete Mittelachse 4 ist im Idealfall auch die Wippebene des Auslegers. Erfindungsgemäß ist die Abspannstütze 2 gegenüber der Wippebene in einem Winkel a>0 geneigt. Die gestrichelte Darstellung der Abspannstütze 2' soll verdeutlichen, dass die Abspannstütze 2 auch nach der anderen Seite hin neigbar ist. Das freie Ende 5 der Abspannstütze 2 ist mit einem Spannmittel 6, 7 vorzugsweise einem Seil verbunden. Nicht dargestellt ist hier die Verbindung der Spannmittel 6, 7 mit einer am Ausleger angeordneten Fixstelle oder einer Spannvorrichtung wie Kolben-Zylinder-Einheit oder Winde. Ein Spannen der Spannmittel 6, 7 kann man aber auch ohne Spannvorrichtung erreichen. Zum einen in der Weise, dass die Spannmittel 6, 7 bei einem kleineren oder größeren Winkel &agr; angeordnet werden und danach die Abspannstütze 2 weitergeneigt wird. Alternativ ist es auch möglich, die Abspannstütze 2 teleskopartig auszubilden und durch Längenveränderung einen Spanngrad zu erreichen.
Im Teilbild b ist die Möglichkeit dargestellt, die Abspannstütze 2 auch in der anderen Ebene in einem Winkel ß>0 zu neigen. Teilbild c zeigt die Möglichkeit, die Abspannstütze 2 überlappend in beiden Ebenen zu neigen.
In Fig. 2 ist ebenfalls in einer Prinzipskizze die Anordnung zweier Abspannstützen 2.1, 2.2 dargestellt. Die Besonderheit bei dieser Anordnung ist, dass beide Abspannstützen 2.1, 2.2 mit nur einem einzigen Fußende 8 auf der Oberseite 3 des Auslegerelementes 1 angeordnet sind. Der jeweilige Neigungswinkel al, a2 kann gleich oder verschieden sein.
In Teilbildern a-d von Fig. 3 sind ebenfalls als Prinzipskizze die Möglichkeit der Anordnung zweier Abspannstützen 2.1, 2.2 dargestellt, die ein getrenntes Fußende 8.1, 8.2 aufweisen. Im ersten Teilbild a befinden sich die Fußenden 8.1, 8.2 im Bereich der Oberseite 3 des Auslegerelementes 1, während im Teilbild b die Fußenden 8.1, 8.2 im Übergangsbereich von der Oberseite 3 zur jeweiligen Seitenwand 9, 9' sich befinden.
Im Teilbild c ist die Möglichkeit dargestellt, zumindest ein Fußende 8.1 außerhalb des Auslegerelementes 1 anzuordnen. Dazu ist auf der Oberseite 3 ein hier nach rechts sich erstreckender Träger 10 angeordnet, an dessen Ende das Fußende 8.1 der sich hiernach rechts neigenden Abspannstütze 2.1 sich befindet. Im Teilbild d kragt der Träger 11 nach beiden Seiten über, so dass beide Fußenden 8.1, 8.2 der beiden Abspannstützen 2.1, 2.2 außerhalb des Auslegerelementes 1 liegen.
Ein Sonderfall ist in Fig. 4 dargestellt. Hier bildet der querliegende Träger 12 selber die beiden nach rechts und nach links sich erstreckenden Abspannstützen. Diese Sonderform ist gedanklich ableitbar, wenn man dazu in Figur 2 die beiden Neigungswinkel al und a2 auf 90° anwachsen lässt.
In Fig. 5 ist in einer Vorder- und einer Seitenansicht ein praktisches Ausführungsbeispiel dargestellt. Das Auslegerelement ist in diesem Beispiel ein Grundkasten 13 eines Hauptauslegers eines Teleskopkranes. Parallel zur Oberseite 14 des Grundkastens 13 ist schwenkbar ein Rahmengestell 15 angeordnet, das über Befestigungslaschen 16, 16' mit dem Grundkasten 13 verbunden ist. Am unteren Träger 17 des Rahmengestells 15 ist im jeweiligen
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Endbereich eine zur Seite neigbare Abspannstütze 18.1, 18.2 angeordnet. Die kontinuierliche Neigbarkeit erfolgt mittels einer an der jeweiligen Abspannstütze 18.1, 18.2 und am oberen Träger 19 des Rahmengestells 15 angeordneten Kolben-Zylinder-Einheit 20.1, 20.2. Die hier gezeigte Darstellung zeigt den Sonderfall, dass die rechts angeordnete Abspannstütze 18.1 vertikal steht, vergleichbar wie ein Abspannbock, während die linke Abspannstütze 18.2 die größte neigbare Stellung aufweist. Jede Abspannstütze 18.1, 18.2 weist zwei Holme 21.1, 21.2, 22.1, 22.2, die im unteren Bereich in etwa parallel und im oberen Bereich etwas zueinander laufen. Die Verbindung der beiden Holme erfolgt über Querstreben 23.1, 23.2. Der jeweils innen liegende Holm 21.2, 22.2 weist am fußseitigen Ende ein Gelenk 24.1, 24.2 auf. Der jeweils außenliegende Holm 21.1, 22.1 kommt bei der größten Neigung der Abspannstützen 18.1, 18.2 am oberen Bereich der Seitenwand 25, 25' des Grundkastens 13 zur Anlage. Diese jeweilige Anschlagstelle an der Seitenwand 25, 25' ist durch ein Blech 26, 26' verstärkt. Zwischen den Holmen 21.1, 22.1, 21.2, 22.2 ist im unteren Bereich der jeweiligen Abspannstütze 18.1, 18.2 eine Winde 27.1, 27.2 angeordnet.
Wie schon zuvor erwähnt, ist das Rahmengestell 15 schwenkbar angeordnet, damit für den Transport des Teleskopkranes die beiden Abspannstützen 18.1, 18.2 parallel zur Oberseite 14 des Grundkastens 13 ablegbar sind. Zum Wiederaufrichten ist als Rüsthilfe je eine Kolben-Zylinder-Einheit 28.1, 28.2 vorgesehen, die an einem Ende an der Seitenwand 25 und mit dem anderen Ende im hälftigen Bereich der jeweiligen Abspannstütze 18.1 angeordnet ist.
Das Spannmittel, je ein Seil 29.1 ist mit einem Ende über eine Seilkausche 31.1 am Kopfbereich der Abspannstütze 18.1 befestigt. Von dort läuft es zum in Richtung Auslegerkopf angeordneten Umlenkpunkt (auch hier nicht dargestellt) und läuft zurück über ein im Kopfbereich der Abspannstütze 18.1 angeordneten Umlenkrolle 30.1 und von dort zur Winde 27.1.
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Auf der rückwärtigen Seite im Kopfbereich der Abspannstütze 18.1 ist eine Abspannspange 32.1 angeordnet, die die rückseitige Sicherung für die jeweilige Abspannstütze 18.1 darstellt.
BEZUGSZEICHENLISTE
| Nr. |
Bezeichnung |
|
1
|
Auslegerelement |
| 2,2' |
Abspannstütze |
| 3 |
Oberseite Auslegerelement |
|
4
|
Mittellinie-Wippebene |
| 5 |
Freies Ende Abspannstütze |
| 6,7 |
Spannmittel |
| 8 |
Fußende |
| 9,9' |
Seitenwand Auslegerelement |
|
10,11,12
|
Träger |
| 13 |
Grundkasten |
| 14 |
Oberseite Grundkasten |
| 15 |
Rahmengestell |
| 16, 16' |
Befestigungslasche |
| 17 |
Unterer Träger Rahmengestell |
| 18.1,18.2 |
Abspannstützen |
| 19 |
Oberer Träger Rahmengestell |
| 20.1; 20.2 |
Kolben-Zylinder-Einheit (Seitenverstellung) |
| 21.1,21.2 |
Außenliegender Holm |
| 22.1,22.2 |
Innenliegender Holm |
| 23.1,23.2 |
Querstrebe |
| 24.1,24.2 |
Gelenk Abspannstütze |
| 25,25' |
Seitenwand Grundkasten |
| 26, 26' |
Blechverstärkung |
| 27.1,27.2- |
Winde |
| 28.1,28.2 |
Kolben-Zylinder-Einheit |
| 29.1,29.2 |
Spannmittel |
| 30.1,30.2 |
Umlenkrolle |
| 31.1,31.2 |
Seilkausche |
| 32.1,32.2 |
Abspannstange |