DE20000772U1 - Kunststoffbauteil - Google Patents
KunststoffbauteilInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Kunststoffbauteil, insbesondere als Knopf oder Griff für ein Möbelstück.
Es ist bekannt, Kunststoffbauteile aus unterschiedlich eingefärbtem Thermo- oder Duroplast herzustellen, so daß das Endprodukt eine spezielle Farbe besitzt oder mit einem Muster versehen ist. Diese Kunststoffbauteile können zwar in einem großen Bereich gestaltet werden, es ist jedoch nicht möglich einen dreidimensionalen Effekt durch die Einfärbung oder die Muster zu erzielen. Insbesondere für neuere Modetrends, die auf mehr Transparenz abzielen, sind die bekannten Kunststoffbauteile hinsichtlich der ästhetischen Anforderungen nicht mehr ausreichend.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Kunststoffbauteil zu schaffen, mit dem sich schon für relativ kleine Bauteile dreidimensionale Effekte erzielen lassen.
Diese Aufgabe wird mit einem Kunststoffbauteil mit den Merkmalen der Ansprüche 1 oder 9 gelöst, wobei vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung in den Unteransprüchen gekennzeichnet sind.
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Anmeldetext vom 05.01.2000 Seite 2
Wenn das Kunststoffbauteil einen im wesentlichen transparenten Grundkörper aus einem ersten Material und Einlagerungen aus einem zweiten Material aufweist, die in dem Grundkörper sichtbar aufgenommen sind, werden die Einlagerungen als dreidimensionale Körper oder im Raum angeordnete Flächen wahrgenommen. Dies ist ästhetisch besonders eindrucksvoll, da das Auge nur an flächige Ausgestaltungen gewöhnt ist und daher automatisch das Innenleben des Kunststoffbauteils erforschen will. Dieser Effekt läßt sich insbesondere im Modebereich, für Möbel oder Geschirr besonders gut nutzen.
Gemäß einer bevorzugten Ausfuhrungsform sind die Einlagerungen aus eingefärbten Motivkörpern wie Würfeln etc. gebildet. Solche eingefärbten Motivkörper sind visuell besonders gut sichtbar. Wenn beispielsweise blaugefärbte Würfel als Motivkörper eingesetzt werden, werden diese durch den Betrachter leicht mit Eiswürfeln assoziiert.
Vorzugsweise sind zusätzlich Einlagerungen aus transparentem Material als Füllkörper im Kunststoffbauteil enthalten, so daß eine homogene Verteilung der eingefärbten Motivkörper in dem Kunststoffbauteil erhalten wird. Gute Mischungen für diesen Zweck ergeben sich, wenn das Verhältnis von Füllkörpern und Motivkörpern zwischen zwei: eins und eins : zwei liegt.
Besonders ästhetische Ausgestaltungen des Kunststoffbauteils werden erhalten, wenn flächige Einlagerungen verwendet werden, die für das Auge schräg im Raum des Kunststoffbauteils stehen. Wenn zusätzlich Pulver oder Flitter als Einlagerungen eingesetzt werden, können in dem Kunststoffbauteil auch ganze Bilder erzeugt werden.
Vorzugsweise ist das Kunststoffbauteil im Spritzgußverfahren hergestellt. Dies ermöglicht eine besonders effektive Herstellung, die auch für die industrielle Serienfertigung einsetzbar ist.
Anmeldetext vom 05.01.2000 Seite 3
Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausfuhrungsbeispiele mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfmdungsgemäßen Kunststoffbauteils;
Fig. 2 eine Querschnittsansicht eines Kunststoffbauteils gemäß einer zweiten Ausfuhrungsform;
Fig. 3 eine Querschnittsansicht eines Kunststoffbauteils gemäß einer dritten Ausführungsform;
Fig. 4 eine Querschnittsansicht eines Kunststoffbauteils gemäß einer vierten
Ausführungsform;
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Fig. 5 eine schematische Darstellung eines ersten Herstellungsschrittes für das Kunststoffbauteil nach Figur 1;
Fig. 6 eine schematische Darstellung eines zweiten Herstellungsschrittes für das Kunststoffbauteil nach Figur 1;
Fig. 7 eine schematische Darstellung eines dritten Herstellungsschrittes für das Kunststoffbauteil nach Figur 1;
Fig. 8 eine Querschnittsansicht einer Vorrichtung zur Herstellung eines Kunst
stoffbauteils;
Fig. 9 eine vergrößerte Ansicht eines Ausschnittes der Fig. 8, und
Fig. 10 eine perspektivische Ansicht eines Kunststoffbauteiles gemäß einer weiteren Ausführungsform.
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Anmeldetext vom 05.01.2000 Seite 4
Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausfuhrungsbeispiel ist ein Kunststoffbauteil 1 mit einem zylindrischen Körper gezeigt. Das Kunststoffbauteil 1 besteht aus einem Grundkörper 2, der aus einem transparenten oder transluzenten Kunststoffmaterial, vorzugsweise einem durch Spritzguß umgeformten Thermoplasten, gebildet ist. In dem Grundkörper 2 sind eingefärbte Motivwürfel 3 und transparente oder transluzente Füllkörper 4 versehen. Die Füllkörper 4 garantieren eine gleichmäßige Verteilung der Motivkörper 3, die in dem Ausführungsbeispiel aus Würfeln mit blauer Farbe gebildet sind. Die Füllkörper 4 sind in dem Grunidkörper 2 derart eingelagert, daß sie durch den Betrachter nicht mehr oder kaum noch wahrgenommen werden können. Es ist auch möglich, sie aus demselben Material wie dem Grundkörper 2 herzustellen. Der Betrachter nimmt so das Kunststoffbauteil 1 mit den Motivwürfeln 3 in seiner räumlichen Ausgestaltung wahr.
Bei dem in Figur 2 gezeigten Ausfuhrungsbeispiel sind in dem Grundkörper 2 unterschiedliche eingefärbte Motivkörper vorgesehen. Neben dem Motivwürfel 3 sind eine Kugel 5, ein Prisma 6, ein Ring 7 und ein Kegel 8 vorgesehen. Für die spezielle Gestaltung des Kunststoffbauteils können alle möglichen Motivkörper in gleicher oder unterschiedlicher Farbe eingesetzt werden. Die Motivkörper können ferner zufällig in dem Grundkörper 2 angeordnet sein oder einem speziellen Muster folgen, beispielsweise wenn verschiedene Motivkörper an einem Faden in dem Kunststoffbauteil 1 geführt sind.
Bei dem in Figur 3 gezeigten Ausführungsbeispiel sind statt der dreidimensionalen Motivkörper flächige Motivelemente in dem Grundkörper 2 vorgesehen. Beispielhaft sind eine Raute 10 und ein Mond 11 gezeigt. Ferner sind als weitere Motivelemente Pulver 12 und Flitter 13 in dem Grundkörper 2 eingelagert. Durch den gezielten Einsatz von Einfärbungen, Pulver, Motivelementen und/oder Motivkörpern können in dem Kunststoffbauteil dreidimensionale Bilder erzeugt werden.
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Anmeldetext vom 05.01.2000 Seite 5
Gemäß einer weiteren in Figur 4 dargestellten Ausführungsform sind in dem Grundkörper 2 zwei- oder dreidimensionale Firmenlogos 14 eingelagert. Diese Ausführungsform eignet sich besonders gut für Werbeartikel großer Firmen, die Knöpfe, Griffe oder Schlüsselanhänger als Werbematerial einsetzen wollen.
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In den Figuren 5 bis 7 ist in schematischer Weise das Herstellungsverfahren für das Kunststoffbauteil 1 gezeigt. Hierfür wird zunächst in einem ersten Herstellungsschritt flüssiges Kunstharz 2 mit Motivkörpern 3 und Füllkörpern 4 vermischt. Das Verhältnis der Motivkörper 3 zu den Füllkörpern 4 bestimmt die Struktur des Endproduktes. Anschließend wird das Gemisch in einen zylindrischen Hohlkörper 15 gegeben, in dem das Gemisch abbindet und aushärtet. Es ist auch möglich, statt des zylindrischen Hohlkörpers andere Formen von Hohlkörpern zu verwenden.
Zuletzt wird das ausgehärtete Kunststoffbauteil 1 aus dem Hohlkörper 15 nach der Schwindung entfernt und kann für den jeweiligen Einsatzzweck spanend oder auf andere Weise bearbeitet werden.
Es ist auch möglich, das Kunststoffbauteil durch Spritzgießen herzustellen. Dabei wird zunächst in einem Kolben eine homogene Vormischung von Kunstharz 2, Motivkörpern 3 und Füllkörpern 4 erzeugt, wobei die Homogenität durch geeignete Zufuhr- und Steuereinrichtungen mit Zufuhrkanälen mit relativ großem Querschnitt automatisch gewährleistet werden kann. Anschließend wird die Mischung aus dem Kolben in ein Werkzeug gespritzt, wobei die Spritzdiise und das Werkzeug derart bemessen ist, daß die Motivkörper und die Füllkörper problemlos hindurchtreten können. Zur Vermeidung von Luftblasen in dem Kunststoffbauteil werden breite Stangenangüsse mit großem Querschnitt verwendet.
Beim Einspritzen der Vormischung wird der Einspritzdruck in Abhängigkeit von der Härte und der Geometrie der Motivkörper so eingestellt, daß eine Beschädigung beim Einspritzen der Motivkörper vermieden wird.
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Anmeldetext vom 05.01.2000 Seite 6
Eine weitere Art der Herstellung eines Kunststoffbauteiles ist mit einer in Fig. 8 gezeigten Vorrichtung möglich. Die Vorrichtung umfaßt eine Trommel 20, in die ein flüssiger. Kunststoff mittels einer Zuleitung 21 eingefüllt wird. Bei der Befüllung der Trommel 20 wird diese gedreht, so daß sich an der Innenseite der Trommel 20 eine Kunststoffschicht 22 ausbildet, die nach und nach aushärtet. Anschließend kann eine weiter Befüllung der Trommel 20 erfolgen, um so an der Innenseite 20 ein oder mehrere Schichten 22, 23 und 24 einer Kunststoffschicht auszubilden (Fig. 9). Die innerste Schicht 24 und die äußerste Schicht 22 können dabei aus einem transluzenten Material gebildet sein, so daß die mittlere Schicht 23 bzw. die mittleren Schichten von außen sichtbar sind.
In der Fig. 10 ist ein Würfel 25 dargestellt, der aus einem in der Trommel 20 gefertigten Kunststoffmaterial geschnitten ist. Durch den großen Durchmesser der Trommel 20 von über 1 m erscheint die dekorative Zwischenschicht 23 als Ebene in dem Würfel 25. Statt eines Würfels 25 können auch andere Formen mit mehreren sichtbaren Zwischenschichten hergestellt werden.
Claims (12)
1. Kunststoffbauteil (1) mit einem im wesentlichen transparenten Grundkörper (2) aus einem ersten Material und Einlagerungen (3, 4) aus einem zweiten Material, wobei die Einlagerungen (3, 4) in dem Grundkörper (2) sichtbar aufgenommen sind.
2. Kunststoffbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlagerungen aus eingefärbten Motivkörpern (3, 5, 6, 7, 8), wie Würfeln, Kugeln, Sterne, Herzen o. dgl. gebildet sind.
3. Kunststoffbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Kunststoffbauteil (1) Einlagerungen aus transparentem Material als Füllkörper (4) enthalten sind.
4. Kunststoffbauteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Einlagerungen als Füllkörper (4) und der Einlagerungen aus eingefärbten Motivkörpern (3, 5, 6, 7, 8) zwischen zwei : eins und eins : zwei liegt.
5. Kunststoffbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in den Kunststoffbauteilen flächige Einlagerungen (10, 11) vorgesehen sind.
6. Kunststoffbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß pulverförmige Einlagerungen (12, 13) in dem Kunststoffbauteil (1) vorgesehen sind.
7. Griff für ein Möbelstück, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Kunststoffbauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 aufweist.
8. Knopf, insbesondere für Bekleidungsstücke, dadurch gekennzeichnet, daß er ein Kunststoffbauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 aufweist.
9. Kunststoffbauteil (1), erhalten durch:
1. Mischen von flüssigem Kunstharz (2) mit eingefärbten Motivkörpern (3) und/oder Füllkörpern (4);
2. Einfüllen des Gemisches in einen Hohlkörper (15);
3. Abbinden und Aushärten des Gemisches und
4. Entfernen des Hohlkörpers (15) von dem ausgehärteten Kunststoffbauteil (1).
10. Kunststoffbauteil nach Anspruch 9, ferner erhalten spanende Umformung des Kunststoffbauteils (1).
11. Kunststoffbauteil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß es aus mehreren in einer Trommel (20) gebildeten Kunststoffschichten (22, 23, 24) gebildet ist.
12. Kunststoffbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß es im Spritzgußverfahren hergestellt ist.
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