DE29908787U1 - Schmuckstück mit wenigstens einer flächigen Sichtseite - Google Patents
Schmuckstück mit wenigstens einer flächigen SichtseiteInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schmuckstück mit wenigstens einer flächigen
Sichtseite, insbesondere Brosche, Ring oder Anhänger.
Nach dem Stand der Technik werden Schmuckstücke der vorbezeichneten Art im
Regelfall aus Edelmetall hergestellt, um durch Glanz und Farbe oder durch Oberflächenmusterung das ästhetische Empfinden des Betrachters
anzusprechen. Ein Nachteil dieser bekannten Schmuckstücke sind die hohen Kosten für die Edelmetalle sowie die zum Teil aufwendige Metallbearbeitung. Eine
Möglichkeit, diese Nachteile wenigstens zum Teil zu vermeiden, besteht darin, die
Grundkörper der Schmuckstücke aus unedlem Metall herzustellen und dann mit entsprechend edlem Metall zu beschichten. Besonders dann, wenn ansprechende
Oberflächenmuster erzeugt werden sollen, wird der Herstellaufwand durch die vorgenannte Beschaffenheit nur zum Teil verringert.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Schmuckstücke der eingangs
genannten Art zu schaffen, die eine Vielfalt von Oberflächenmustern zulassen, hohe Haltbarkeit aufweisen und gleichzeitig mit geringen Herstellkosten erzeugt
werden können.
Erfindungsgemäß wird die gestellte Aufgabe dadurch gelöst, daß ein
Schmuckstück der eingangs genannten Art im wesentlichen aus Faserverbundmaterial besteht und der Oberflächenbereich der Sichtseite als
flächig sichtbares Geflecht, Gewebe, Gestick oder Gestrick der Verbundfaser ausgebildet ist und mit einer transparenten Außenbeschichtung aus Matrixmaterial
oder Lack versehen ist.
ba-fr
Die erfindungsgemäße Gestaltung eines Schmuckstücks gibt die Möglichkeit, aus
den in vielfältiger Struktur als Halbzeug zur Verfügung stehenden Fasermaterialien optisch ansprechende Oberflächen zu gestalten, wobei der
Herstellungsprozeß der für faserverstärkte Bauteile hinlänglich bekannte und leicht rationalisierbare Prozeß ist. Es muß lediglich die gewünschte Form des
Schmuckstücks, also z. B. Platte, Ring oder andere gewünschte Raumform als Faserverbundwerkstoff hergestellt werden und darauf geachtet werden, daß die
als Sichtseite gewünschte Oberfläche die vorgesehene Struktur der Verbundfaser enthält. Dabei kann es sich um ein- oder mehrlagigen Schichtaufbau handeln. Als
Fasermaterial eignen sich die für Faserverbundwerkstoffe bekannten Glas-, Kohle-, oder Aramidfasern, wobei auch Mischformen zur Anwendung kommen
können. Bekannte Matrixmaterialien, wie Epoxydharz, Phenolharz, Thermoplaste oder Duroplaste ergeben bei Verwendung entsprechend glattflächiger Formen
ohne weiteres die gewünschte transparente Außenbeschichtung. Alternativ kann eine solche Außenbeschichtung auch durch einen Lack erreicht werden.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schmuckstücks sind in der bzw. den Sichtseiten Ausnehmungen vorgesehen, in denen Edelmetall- oder Edelsteineinsätze eingesetzt sind. Durch eine solche
Gestaltung wird die Vielfalt der erreichbaren optischen Eindrücke noch erhöht. Vorteilhaft ist es, wenn die Edelmetalleinsätze bündig mit der Oberfläche der
Sichtseite des Faserverbundmaterials abschließt, da hierdurch die glatte
Oberfläche der Sichtseite erhalten bleibt. Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmuckstücks besteht darin, daß im
Fall von Edelmetalleinsätzen diese zylindrische oder prismatische Form aufweisen
und den Durchgangsbohrungen des Faserverbundkörpers eingepaßt sind. Die Einpassung kann dabei bereits bei der Herstellung des Faserverbundkörpers, also
dem Laminieren erfolgen, oder dadurch, daß die Bohrungen im fertigen Faserverbund körper hergestellt werden, und danach die Edelmetalleinsätze
eingebracht werden. Eine weitere, mit geringem Herstellaufwand erreichbare
ba-fr
Oberflächenvariation besteht darin, daß die transparente Oberflächenbeschichtung aus Matrixmaterial oder Lack glänzende Metallpartikel,
wie Metallflitter oder Metallfäden aufweist, die in diese Oberflächenbeschichtung
eingebettet sind.
Als weitere Ausgestaltung der Erfindung kann die Möglichkeit, die ein
Faserverbundwerkstoff bezüglich der Herstellung von Formenvielfalt bietet, genutzt werden, indem laminierte Faserverbundplatten räumlich gekrümmt,
vorzugsweise in Wellenform gestaltet werden. Solche Faserverbundplatten lassen sich sehr dünn und leicht ausbilden, ohne daß auf die gewünschte optische
Oberflächenstruktur verzichtet werden müßte, wie das z. B. bei der Gestaltung aus Metall der Fall wäre. Insoweit eignen sich entsprechend ausgebildete
Schmuckstücke besonders als Anhänger.
Schließlich liegt eine weitere Gestaltungsmöglichkeit eines erfindungsgemäßen
Schmuckstücks darin, daß die flächig sichtbaren Geflechte, Gewebe, Gesticke oder Gestricke mit Fasersträngen unterschiedlicher Stärke ausgeführt sind.
Alternativ zu der Anwendung von Harz, Thermoplast oder Duroplast als
Matrixmaterial ist die Verwendung von Silikon als Außenbeschichtung vorteilhaft.
Diese Alternative ist eine im Hinblick auf Herstellkosten besonders günstige Lösung, wobei die geringere Härte in Kauf genommen wird.
In den beigefügten Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele erfindungsgemäßer
Schmuckstücke dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 einen Fingerring mit einer ebenflächigen Sichtseite 1, in der die
Struktur des Fasergewebes 2 der Verbundfaser sichtbar ist,
Fig. 2 einen Ring entsprechend der Gestaltung nach Fig. 1, jedoch mit
einem in einer Ausnehmung 4 der Sichtseite 1 eingesetzten Edelstein- oder Edelmetalleinsatz 3.
ba-fr
Der in Fig. 3 gezeigte Ring entspricht seiner Form nach dem Ring gem. Fig. 1, ist
jedoch mit einer Durchgangsbohrung 41 versehen, die von der ebenen Sichtfläche 1 ausgeht und im zylindrischen Außenumfang 8
des Rings mündet. In diese Durchgangsbohrung ist ein Edelmetalleinsatz eingepaßt, der bündig mit den jeweiligen
Außenflächen abschließt. Auf diese Weise ergibt sich eine besondere haltbare und dennoch optisch ansprechende Gestaltung
des Schmuckstücks.
In Fig. 4 ist ein Schmuckstück in Form einer laminierten, räumlich gekrümmten
Faserverbundplatte gezeigt, bei dem das flächig sichtbare Gewebe 2
aus unterschiedlichen Fasern erzeugt ist. Solche räumlich gekrümmten, laminierten Faserverbundplatten können sehr dünn
sein, ohne daß die Haltbarkeit dadurch beeinträchtigt ist, so daß sie auf diese Weise als Anhänger besonders geeignet sind. Der in der
Figur gezeigte Anhänger ist mit einem Aufhängebügel 7 versehen.
In Fig. 5 schließlich ist eine ebene laminierte Faserverbundplatte in Quadratform
gezeigt, deren Oberflächenstruktur wiederum durch ein Gewebe gestaltet ist. Solche Gewebe können als Leinen-, Köper- oder
Atlasbindung ausgebildet sein. Auch diese Schmuckplatte ist mit einem Aufhängebügel 7 versehen.
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Claims (10)
1. Schmuckstück mit wenigstens einer flächigen Sichtseite, insbesondere
Brosche, Ring oder Anhänger, dadurch gekennzeichnet, daß es im wesentlichen aus Faserverbundmaterial besteht und der
Oberflächenbereich der Sichtseite (1) als flächig sichtbares Geflecht, Gewebe, Gestick oder Gestrick (2) der Verbundfaser ausgebildet ist und
mit einer transparenten Außenbeschichtung aus Matrixmaterial oder Lack versehen ist.
2. Schmuckstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Fasermaterial Glas-, Kohle- oder Aramidfaser ist.
3. Schmuckstück nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Matrixmaterial Epoxydharz, Phenolharz, ein Termoplast oder Duroplast ist.
4. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß in der (den) Sichtseite(n) (1) Ausnehmungen (4) vorgesehen sind, in denen Edelmetall- oder Edelsteineinsätze (3)
eingesetzt sind.
5. Schmuckstück nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Edelmetalleinsätze eine bündig mit der Oberfläche (31) der Sichtseite (1)
des Faserverbundmaterials abschließende Oberfläche aufweisen.
6. Schmuckstück nach Anspruch 4 oder Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Fall von Edelmetalleinsätzen diese zylindrische
oder prismatische Form aufweisen und in Durchgangsbohrungen (41) des Faserverbundkörpers eingepaßt sind.
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* a
a 3
7. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in die transparente Oberflächenbeschichtung aus
Matrixmaterial oder Lack glänzende Metallpartikel, wie Metallflitter oder Metallfäden eingebettet sind.
8. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß es als laminierte Faserverbundplatte (10) ausgebildet
ist.
9. Schmuckstück nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die laminierte Faserverbundplatte räumlich gekrümmt ist, vorzugsweise
Wellenform aufweist.
10. Schmuckstück nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die flächig sichtbaren Geflechte, Gewebe, Gesticke oder Gestricke (2) aus Fasersträngen unterschiedlicher Stärke bestehen.
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Priority Applications (1)
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| DE29908787U DE29908787U1 (de) | 1999-05-19 | 1999-05-19 | Schmuckstück mit wenigstens einer flächigen Sichtseite |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE29908787U1 true DE29908787U1 (de) | 1999-07-29 |
Family
ID=8073700
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE29908787U Expired - Lifetime DE29908787U1 (de) | 1999-05-19 | 1999-05-19 | Schmuckstück mit wenigstens einer flächigen Sichtseite |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29908787U1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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-
1999
- 1999-05-19 DE DE29908787U patent/DE29908787U1/de not_active Expired - Lifetime
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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Effective date: 19990909 |
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Effective date: 20021203 |