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Verfahren und Vorrichtung zum dosierten Abgeben einer zähviskosen
Paste Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum dosierten Abgeben einer zähviskosen
Paste, wobei die Paste aus einem Vorratsbehälter in einen Zylinderraum mit einstellbarem
Kolbenhub gegeben wird, worauf die Paste unter Anwendung von Druck aus dem Zylinderraum
zu einer Abgabeöffnung gepreßt wird.
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Werner bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Ausübung
dieses Verfahrens mit einem mit dem Vorratsbehälter und der Abgabeöffnung verbindbaren
Zylinderraum, in dem ein Meßkolben mit einstellbarem Hub verschieblich ist.
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Durch die DX PS 58 250 ist ein derartiges Verfahren und eine derartige
Vorrichtung bekannt, bei der das zu dosierende Gut in einen trichterartigen Vorratsbehälter
eingegeben wird, von wo es über einen Zweiwegehahn dadurch in den als Meßraum dienenden
Zylinderraum gefördert wird, daß ein am Ende dieses Meßraumes angeordneter Kolben
unter der Einwirkung einer sich drehenden Nockenscheibe ein Stück aus dem Zylinderraum
gezogen wird, wodurch sich dieser vergrößert. Die Förderung es Guts erfolgt also
über den atmosphärischen Druck, ist aiso auf einen Förderdruck von einer Atmosphäre
beschränkt. Aus
diesem Grunde können nach diesem bekannten Verfahren
keine zähviskosen Pasten gefördert werden. Derartige Pasten, beispielsweise Silikon-
,KautschuIasten, Thiokolmassen, Eugendichtungsmassen, Kitte, Polyesterspachtelmassen
und dergl.
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besitzen einen derartig hohen Viskositätsgrad, daß bei diesem Vakuumfördern
die Gefahr besteht, daß gleichzeitig Luft eindringt. Dies ist für eine Reihe derartiger
Pasten schwad lich. Pasten mit h&her~Visko-slita^t--lassen sich mit diesem bekannten
Verfahren überhaupt nicht fördern bzw. dosiert abgeben.
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Aus diesem-Grunde werden in dieser Patentschrift auch neben pastösen
Gütern Flüssigkeiten als Beispiel für zu fördernde Güter aufgeführt.
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Die Abgabe der Paste aus dem Zylinderraum mit einstellbarem Volumen
erfolgt bei dem bekannten Verfahren dadurch, daß der Kolben in den Zylinderraum
gedrückt wird, so daß nach Umschaltung des Zweiwegehahns die Masse aus einer Abgabeöffnung
abgegeben wird, wo sie in andere Behälter, z.B. Kartuschen, Tuben und dergl. dosiert
abgefüllt werden kann.
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Die Erfindung vermeidet diese Nachteile. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren der eingangs genannten Art vorzuschlagen, mit dem auch zähviskose
Pasten einwandfrei gefördert und abgefüllt werden können. Zur Lösung dieser Aufgabe
ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daßdipste unter Anwendung von DrUck in
den Zylinderraum gepreßt wird.
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Bei dem Verfahren nach der Erfindung liegt somit keine Beschränkung
des maximal anwendbaren Drucks auf eine Atmosphäre vor.
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Der angewendete Druck kann vielmehr praktisch beliebig hoch gewählt
werden, vorausgesetzt, die Apparatur ist für einen derartigen Druck ausgelegt. Außerdem
besteht keine Gefahr mehr, daß Luft in den Zylinderraum eingesaugt wird. Der den
Zylinderraum einseitig abschließende Meßkolben wird auch nicht mehr durch eine äußere
Kraft aus dem Zylinderraum gezogen, sondern die eingefüllte zähviskose Paste treibt
den Kolben heraus,- wodurch
ebenfalls die Neßgenauigkeit erhöht
wird.
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Eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art, die also zur Ausübung
dieses Verfahrens bevorzugt wird, ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Preßkolben
vorgesehen ist, der auf die in eine einem zylinderförmig ausgebildeten Vorratsbehälter
befindliche Paste Druck ausübt.
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Derartige Pasten werden vom Hersteller.n der Regel ohnedies in derartige
zylinderförmige Vorratsbehälter, d.hX also Tonnen abgefüllt. Es erübrigt sich hierbei
also ein Umfüllen der in den Tonnen angelieferten Paste in einen weiteren Behälter,
wiediti der vorbekannten Vorrichtung der Fall ist. Der zylinderförmige Behälter
wird dadurch in eine Kolben- Zylinderanordnung verwandelt, daß nach Abheben des
Deckels anstelle des Deckels der Preßkolben aufgesetzt wird, der den erforderlichen
Preßdruck aufbringt. Die Paste wird dann über eine im Bodenbereich des Behälters
vorgesehene Öffnung über den Zweiwegehahn dem Zylinderraum und damit der eigentlichen
Dosiervorrichtung zugeführt.
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Um die zur Betätigung des Zweiwegehahns notwendige Kraft aufzubringen,
wird es bevorzugt, wenn der Zweiwegehahn über einen Steuerkolben betätigt wird,
der an der Drehwelle des Zweiwegehahns angreift. Hiermit ist es gleichzeitig möglich,
die Betätigung des Zweiwegehanns vn einem Steuerpult aus zu schalten, so daß eine
selbsttatige Abfüllung möglich ist.
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Um das Volumen des Zylinderraums genau einstellen zu können, wird
es bevorzugt, wenn auf der Kolbenstange des Meßkolbens eine dort arretierbare Einstellmutter
drehbar ist, die zuspannen mit einem Anschlag den Kolbenhub bestimmt.
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Während bei der bekannten Vorrichtung der Meßkolben über ein Gestänge
von einer Nockenscheibe betätigt wird, wird es bei der Erfindung bevorzugt, wenn
die Kolbenstange des Meßko1er an ihrem zweiten Ende als Kolben in einen Druckzylinder
lut.
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Zur Betätigung des Meßkolbens wird also ebenfalls eine Ey-drsulikanordnung
geschaffen,
mit der bedeutend größere Drücke anwendbar sind, als dies bei der bekannten Vorrichtung
möglich ist.
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Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausfuhrungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine Vorderansicht einer Abfüllvorrichtung
nach der Erfindung; Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung nach Fig. 1; Fig.
-3 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig.
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1 und 2; Fig. 4 eine Ansicht entsprechend Fig. 1 bei einer abgeänderten
Ausführungsform; Fig. 5 eine Ansicht einer Dosiervorrichtung zur Zusammenarbeit
mit einer Äbfüllvorrichtung nach den Figuren 1 bis 4 und -VI Fig. 6 einen Schnitt
längs der Linie VI,Ader Fig. 5.
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In den Figuren 1 bis 3 ist eie Abfülivorrichtung dargestellt, bei
der die Hubvorrichtung in den Seitenstreben 1 des Ständers untergebracht ist. Sie
wird dort durch zwei Hubzylinder 2 gebildet. Aus Fig. 1 und 3 ist ferner ersichtlich,
daß der in Fig. 1 dargestellten oberen Arbeitsposition zwei Arretierstangen 3 durch
entsprechende Öffnungen in den Seitenstreben 1 geschoben werden und in dieser Lage
eine Plattform 4 tragen.
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Auf diese^Plattform 4 wird auf senkrecht stehende Behälterstützen
5 ein Vorratsbehälter 6 mit der abzufüllenden Paste gestellt. Ferner zeigen die
Figuren eine Dosiervorrichtung 7, die über eine Schnellschlußkupplung mit einer
Dehältoröffnung verbunden werden kann.
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In Fig. 1 ist ferner ein;"ahrwcrk 8 angedeutet, mit dem der Vorratsbehälter
6 vom Boden aus auf die Behäl;tcrstützen 5 gefahren werden kann.
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Zum Fördern der Paste aus dem Vorratsbehälter 6 in die Dosiervorrichtung
7 ist ein Preßkolben 9 an einem Querhaupt 10 des Ständers vorgesehen. Der Preßkolben
wird hydraulisch von einem Steuerschrank 11 aus betätigt. Ferner ist ein Steuerkolben
12 und ein Betätigungskolben 13 der Dosiervorrichtung 7 über Leitungen mit der Hydranlik
verbunden. Die Betätigung des Steuerkolbens-l erfolgt über einen Fußschalter 14.
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Die Arbeitshöhe der Dosiervorrichtung 7 ist über Verstellmuttern 15'
einstellbar.
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Fig. 4 zeigt eine abgeänderte Ausführungsform, bei der mit der Plattform
4 ein Galgen 16 verbunden ist. Dieser Galgen ist bei 17 lösbar mit dem Preßkolben
9 verbunden.
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Es entfallen hierbei also die Hubzylinder 2.
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Die Dosiervorrichtung 7 ist im einzelnen nochmals in den Figuren 5
und 6 dargestellt. Daraus ist ein Meßzylinder 18 mit einem Meßkolben 19 ersichtlich,
in den die Paste über einen Zweiwegehahn 20 eingefüllt wird. Fig. 6 zeigt die Füllstellung
des Zweiwegehahnes 20.
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Zum Verschwenken des Zweiwegehahnes 20 dient der bereits erwähnte
Steuerkolben 12, der unter einem Winkel an der Drehwelle 21 des Zweiwegehahnes angreift
Die
Solbenstange 22 des Meßkolbens 19 ist aus dem Meßzylinder 18 herausgeführt. Ihr
freies Ende ist als Betätigungskolben 23 ausgebildet, der in einem Betätigungszylin
der 24 gleitet. Über diesem Betätigungskolben wird nach Schwenken des ZweixFegehahnes
20 die im Meßzylindor 18 befindliche Paste über den Ausgang 25 abgegeben.
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Zur Einstellung des Volumens des Meßzylinders 18 ist die Kolbenstange
22 mit einem Gewinde versehen, auf dem eine Einstellmutter ?6 drehbar ist. Diese
Einstellmutter besitzt einen Anschlag 27, der den Hub des Meßkolbens 19 begrenzt.
Die Einstellmutter kann über eine Feststellschraube 28 arretiert werden.
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- Pätentansprüche -