[go: up one dir, main page]

DE2058371A1 - Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansaeure - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansaeure

Info

Publication number
DE2058371A1
DE2058371A1 DE19702058371 DE2058371A DE2058371A1 DE 2058371 A1 DE2058371 A1 DE 2058371A1 DE 19702058371 DE19702058371 DE 19702058371 DE 2058371 A DE2058371 A DE 2058371A DE 2058371 A1 DE2058371 A1 DE 2058371A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
variants
mutants
plumbea
culture
bovista
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE19702058371
Other languages
English (en)
Inventor
Ernst Dr Brandl
Walter Dr Kleiber
Franz Dr Knauseder
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Sandoz GmbH
Original Assignee
Biochemie GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Biochemie GmbH filed Critical Biochemie GmbH
Publication of DE2058371A1 publication Critical patent/DE2058371A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D499/00Heterocyclic compounds containing 4-thia-1-azabicyclo [3.2.0] heptane ring systems, i.e. compounds containing a ring system of the formula:, e.g. penicillins, penems; Such ring systems being further condensed, e.g. 2,3-condensed with an oxygen-, nitrogen- or sulfur-containing hetero ring
    • C07D499/21Heterocyclic compounds containing 4-thia-1-azabicyclo [3.2.0] heptane ring systems, i.e. compounds containing a ring system of the formula:, e.g. penicillins, penems; Such ring systems being further condensed, e.g. 2,3-condensed with an oxygen-, nitrogen- or sulfur-containing hetero ring with a nitrogen atom directly attached in position 6 and a carbon atom having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. an ester or nitrile radical, directly attached in position 2
    • C07D499/42Compounds with a free primary amino radical attached in position 6
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y10TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC
    • Y10STECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y10S435/00Chemistry: molecular biology and microbiology
    • Y10S435/8215Microorganisms
    • Y10S435/911Microorganisms using fungi

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

Dr. W. Schalk, Dipl.-lng. P. Wirth · '
DipL-Ing. G. Dannenberg Case 97O-Q611
. Dr. V. Schmied-Kowarzik
Dr. P. Weinhold, Dr. D. Gudel 6 Frankfurt/M., GK Eschenheimer Str. 39
BIOCHEMIE Gee.m.b.H.
Wien/Österreich
Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 6-,Aminopenicillansäure durch enzymatische Spaltung von Penicillinen.
Es ist bereits bekannt-, Penicilline zur Gewinnung von 6-Aminopenicillansäure auf enzymatischem Weg unter Verwendung von Penicillinamidase zu spalten. Gemäss der österreichischen Patentschrift Nr. '231.610 können Mikroorganismen aus den Klassen der Schizom/ceten (Arten der Ordnung Actinomycetales), Phycomyceten und Ascomyceten Penicillinaiuidase produzieren. Oie deutsche Patentschrift Nr. I.III.778 befasst sich näher mit der Penicillinamidase produkt ion bestimmter Bakterienarten, Aus der r f österreichiCGhen Patentschrift Nr. 233.738 ist schliessl£ch bekannt, dans auch ein Stamm aus der Klasse der Basidiomycoten, nämlich Pleurotus ostreatus, der zur Ordnung der Kymenomycetales, Familie Polyporaceae, gehört, Peniciliinamidase produziert.
108323/2245
- 2 - 970-9611
Es wurde nun gefunden, dass ein weiterer Stamm aus der Klasse der Basidiomyceten ebenfalls Penicillinamidase in grösserem /usmass produziert.
Das erf indungsgernasse Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man Penicilline der Formel
NH-
Il
•CH COOH
worin R für Benzyl, Phenoxymethyl, Phenylmercaptomethyl, p-Kresoxyrnethyl oder n-Butoxyrnethyl steht, oder deren Salze mit Hilfe des Mikroorganismus Bovista plumbea oder deren Varianten bzw. Mutanten spaltet.
Eine Kultur dieses Organismus wurde bei der Fermentations Division of the Northern Regional Research Laboratories, Preoria, Illinois, unter der Nummer NRRL 3501 hinterlegt. Unter der Nummer NRRL 382.4 wurde dort ferner eine Variante bzw. Mutante dieses Mikroorganismus hinterlegt.
Das obige Ergebnis ist umso überraschender, als Versuche mit mehreren hundert Stämmen von Basidiomyceten
109823/2245
- 3 - 970-9611
negativ verliefen und der Mikroorganismus Bovista plumbea durch seine Zugehörigkeit zur Familie der Lycoperdaceae, Ordnung Castromycetales, innerhalb der Klasse der Basidiomyceten systematisch zudem ferner an einer ganz anderen Stelle steht als der aus der österreichischen Patentschrift Nr. ■ 255.758 bisher einzige bekannte Penicillinamidase produzierende Basidiomycet.
Der Mikroorganismus Bovista plumbea oder dessen Varianten bzw. Mutanten können beim erfindungsgemässen Verfahren als lebende Submerskultur eingesetzt werden. Man kann aber auch dessen enzymaktive Aufbereitungen bzw. daraus gewonnene Snzympräparate, beispielsweise Suspensionen abgetöteter Zellen, Myceltrockenpulver, Autolysate, Extrakte, oder insbesondere stabilisierte Enzymbzw. Mycelkörper dieses Mikroorganismus verwenden, um Penicilline erfindungsgemäss in 6~Aminopenicillar.säure umzuwandeln. Da ferner während der Fermentation Penicillinamidase in das Kulturmedium abgeschieden wird, ist es schliesslich auch möglich, Penicillin in der Kulturlösung, % d.h. Im Kulturfiltrat, zu spalten.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird beispielsweise so durchgeführt, dass die zu kultivierende Bovista plumbea in einer Nährlösung saprophytisch herangezüchtet wird, welche das V/achstum und die optimale Enzymbildung gewährleistende assimilierbare Kohlenstoff- und Stickstoffquellen sowie Spurenelemente enthält. Je nach Grosse der verwendeten Kulturtanks werden eine oder mehrere vegetative Vorstufen eingeschaltet. Nach einer bestimmten Vorgärzeit,
109 3 23/2745
im allgemeinen nach Abschluss der Wachstumsphase, wird das zu spaltende Penicillin zugesetzt, wobei man so lange weiterfermentiert, bis ein genügend grosser Anteil des Substrates in Form von 6-Aminopenicillansäure vorliegt. Man kann aber auch in der Weise vorgehen, dass man den Fermentationsprozess in dem Zeitpunkt abbricht, in dem der Mikroorganismus die höchste Enzymkonzentration erreicht hat, das Pilzmycel bzw. die Zellen von der Kulturlösung abtrennt und nach Wiedersuspendierung des Rückstandes in nährstoffreien Lösungen, z.B. in Wasser, physiologischer Kochsalzlösung oder Pufferlösung, mit dem zu spaltenden Substrat in innigen Kontakt bringt. Dies geschieht am besten durch Schütteln oder Rühren, wobei die Spaltwirkung des Enzymkomplexes unter aeroben Bedingungen ermöglicht wird. Die Konzentration des eingesetzten Penicillins, das auch kontinuierlich oder portionsweise während des Spaltprozesses zugesetzt werden kann, wird in Abhängigkeit von der Aktivität des Enzyms vorzugsweise so gewählt, dass die Einwirkungsdauer nur wenige Stunden, höchstens aber zv/ei Tage, beträgt. Bei voller Ausnutzung der Enzymleistung wird so die Eigenzerstörung des eingesetzten Penicillins und der gebildeten 6-Aminopenicillansäure möglichst gering gehalten. Der bei der Spaltung im Medium vorliegende pH-Wert kann im schv/ach sauren bis schwach alkalischen Bereich liegen. Die Temperatur liegt in dem für die Spaltung von Penicillinen üblichen Bereich.Aehnliches gilt für die Wahl der Enzym- und Substratkon7,entrationen, welche die Spaltungsdauer mitbestimmen.
Die nach üblichen enzymatischen Spaltverfahren hergestellte
109823/2245
- 5 - 970-9611
205837T
6-^minopenicillansäure enthält jedoch stets Verunreinigungen, welche unter anderem aus penicilloylierten Eiweisskörpern bestehen und bei Mensch und Tier allergische Reaktionen hervorrufen können.
Ein bevorzugtes Verfahren zur Spaltung von Penicillinen
mittels Bovista plumbea besteht daher darin, dass man a
stabilisierte Enzymkörper von Bovista plumbea verwendet.
Nach einer ersten Verfahrensvariante wird penicillinamidasehaltiges Mycel von Bovista plumbea mit einer permeablen Membran, beispielsweise einem Polyacrylharzfilm, umgeben. Hierdurch erh'ält man ein an seinem natürlichen Träger stabilisiertes Enzym, welches wiederholt zur Spaltung eingesetzt werden kann. Die Spaltung erfolgt vorteilhaft in einer· mit coatiertem Bovista plumbea-Mycel gefüllten Säule, welche kontinuierlich mit Penicillinlösung beschickt wird. Spalttemperatur und Substratkonzentration entsprechen der einer Spaltung im Kulturbrei. "
Eine weitere Verfahrensvariante besteht darin, dass man die Penicillinamidase von ihrem natürlichen Träger· trennt. Hierzu wird das Enzym aus dem Bovista plumbea-Mycel extrahiert und an einen inerten Träger, z.B. Calciumcarbonat, Kieselgur, Meersand, gebunden. Enzym und Träger werden dabei vermischt, zu Granulat verformt und dieses wird
109823/2245
- 6 - 970-9ÖU
zum Schutz des Enzyms mit einer permeablen Membran, z.B. einem Polyacrylharzfilm, umgeben. Die Spaltung erfolgt mit Vorteil ebenfalls in einer mit dem so stabilisierten Enzym gefüllten Säule, welche kontinuierlich mit Penicillinlösung beschickt wird.
Das nach beiden Verfahrensarten stabilisierte Enzym kann natürlich auch zur Spaltung nach dem batch-Verfahren, z.B. in einem Fermenter, eingesetzt werden.
Als Trägermaterial sowie zur Coatierung können selbstverständlich auch andere übliche Agenzien verwendet v/erden.
Ein besonderer Vorteil der Spaltverfahren mittels stabilisierter Enzymkörper ist die sehr geringe Verunreinigung der so gewonnenen 6-Aminopenicillansäure, die daher zur Herstellung semisynthetischer Penicilline hervorragend geeignet ist. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dadurch, dass man in der durch Extraktion vom ungespaltenen Restpenicillin und von der bei der Spaltung des Substrates entstandenen Seitenkette befreiten Spaltlösung die 6-Aminopenicillansäure direkt zu neuen Penicillinen acylieren kann, so dass eine Isolierung und die damit verbundenen Verluste entfallen.
109823/22Λ5
- 7 - 970-9611
Die erfindungsgemäss hergestellte 6-Aminopenicillansäure stellt ein wertvolles Zwischenprodukt dar. Sie wird insbesondere zur Herstellung semisynthetischer Penicilline verwendet.
Besondere Ausführungsformen des erfindungsgemassen Verfahrens sind in den nachfolgenden Beispielen näher erläutert.
109823/2245
970-9611
Beispiel 1:
Das Mycel einer 14 Tage bei 240C bebrüteten Stammkultur von Bovista plumbea (NRRL 5501) (Nährboden: Sabouraud-Dextrose-Agar, abgefüllt in 16 χ 1βθ mm Eprouvetten zu je 5 nil, in Schräglage erstarren gelassen) wird mit 5 ml nachstehend angeführter Nährlösung abgeschwemmt, in einer sterilen Eprouvette mittels eines Glasstabes zerkleinert und in 20 ml nachstehend angeführter steriler Nährlösung, die in einen 100 ml-Enghals-Erlenmeyerkolben abgefüllt ist, übertragen.
Nährlösung:
g Stickstoff (in Form von filtriertem
Bierhefeautolysat)
50 g Glucose
1 g KH2PO4
0,5 S MgSO4-TH3O
0,5 g Ca(NO^)2
0,1 g NaCl
0,05 g FeSO4.7H2O
mit Aqua dest. auf lOCO r.il aufgefüllt " pH 6,0.
Nach dem Abfüllen der Nährlösung werden 0,6 $ Spermöl zugesetzt. Die Nährlösung wird AO'Min. bei 1200C im
109823/2245
- 9 - 97O-9Ö11
Dampfautoklaven sterilisiert und nach Beimpfung auf einem Rotationsschüttelwerk'bei ho mm Hub und 2βθ U/Min. 96 Stunden bei 24°C geschüttelt. Das Mycel dieser ersten Submersstufe ist kugelig, und die gesamte Kultur wird in einer entsprechend groosen Glasrohre mittels eines gut eingepassten Glasstempels unter sterilen Bedingungen zu breiiger Konsistenz verrieben. 10 ml dieser verriebenen Kultur werden zur Beimpfung der zweiten Submersstufe (500 ml Weithals-Erlenmeyerkolben, gefüllt mit 100 ml der oben beschriebenen Nährlösung) verwendet. Man schüttelt auf einem Rotationsschüttelwerk bei 40 inm Hub und 2βθ U/Min. 96 Stunden bei 24°C und homogenisiert die Kultur dann mittels eines geeigneten Tauchmixers unter sterilen Bedingungen bei ^000-^500 U/Min. 30 Sek. Zu diesem Zweck wird der im Dampfautoklaven während JO Minuten bei 1200C sterilisierte Dispergierkopf des Mixers in das unter sterilen Bedingungen geöffnete und waagerecht gehaltene . ■ Kulturgefäss eingeführt. 10 rnl homogenisiertes Produkt aus dieser zweiten Submersstufe werden zur Beimpfung eines Kulturgefässes der dritten Submersstufe (500 ml Weithals-Erlenmeyerkolben, der mit 100 ml der oben beschriebenen Nährlösung gefüllt ist) verwendet. Es wird unter den gleichen Bedingungen wie in der zweiten Submersstufe 96'Stunden bei 24°C geschüttelt und homogenisiert.
109823/2245
-Io - 970-9611
Zur Spaltung des Penicillins werden 500 ml-Erlenmeyerkolben, die mit je 45 ml der oben angegebenen sterilen Nährlösung gefüllt s.ind, verwendet, wobei mit je 10 $ der vorstehend beschriebenen dritten Submersstufe beimpft wird. Nach 96-stündigem Schütteln auf einein Ro-.tationsschüttelwerk bei 4o mm Hub, 2βθ U/Min, und 240C werden J50 000 Einheiten Kalium-Phenoxymethylpenicil.lin in fester Form pro ml Kolbeninhalt zugesetzt. In }-6-stündigen Intervallen werden zur Bestimmung des Restpenicillins bzw. der gebildeten 6-Aminopenicillansäure jeweils kleine Teilmengen zur Prüfung entnommen. Nach Extraktion des Penicillins wird das Verhältnis der Konzentration des Substrates zur Konzentration des Spaltproduktes jodometrisch bestimmt. Nach 8 Stunden sind 94 $ des eingesetzten Penicillins gespalten und liegen als 6-Aminopenicillansäure vor.
Beispiel 2:
Mit nach Beispiel 1 erhaltenem Impfgut werden Submerstanks 'aus Nirostastahl beimpft, die mit einer Einrichtung zum
Rühren und Belüften ausgestattet und mit 5 Liter der in Beispiel 1 beschriebenen Nährlösung gefüllt sind. Nach 96 Stunden Fermentationszeit wird das gewonnene Mycel von der Kulturlösung abgetrennt, gewaschen und in 2 Liter 0,15 molarem Phosphatpuffer mit einem pH-Wert von 7,5 suspendiert, worauf man
109823/2245
- II - 970-9611
insgesamt ICX).000 E Kalium-Phenoxymethylpenicillin pro ml KuItürbrei portionsweise zusetzt. Während der Spaltung wird der pH-Wert automatisch auf dem ursprünglichen Wert gehalten. Nach 27-stündigem Rühren und Belüften sind 90 % des eingesetzten Penicillins gespalten.
Beispiel ~*>i
4o g penicillinamidasehaltiges, durch Behandlung mit Aceton i getrocknetes Bovista plumbea-Myeel (NRRL 5501) werden mit 30 ml Polyacrylhars-Dragierlack (Eudragit retard-s) versetzt und unter Abdampfen des Lösungsmittels und dauerndem Kneten zu einer plastischen Masse verformt. Kurz vor dem vollständigen Erhärten wird die Masse durch ein Nylonsieb mit einer lichten Msschenweite von 750/u gedrückt. Man erhält ein formstabiles Mycel, das genügend mechanische Festigkeit für eine gleiehmässige Säulenfüllung besitzt. 35 6 dieses coatierten, verformten Mycels werden in 500 ml Phosphatpuffer nach Sörensen pH 7,5 auf geschlämmt und in eine mit einem Temperierxaantel versehene Glassäule (2,5 χ 50 cm) gefüllt. Die gepackte Säule mit einer Füllhöhe von etwa 33 cm und einem Volumen von etwa 162 ml wird bei Raumtemperatur mit Phosphatpuffer nach Sörensen pH 7,5 bei einer Raumgesehwindigkeit von 0,5 ^ bis 5 Stunden gewaschai.Zur Spaltung wird eine Lösung von etwa 40 000 E Kalium-Phenoxymethylpenicillin pro ml in Phosphatpuffer pH 7,5, eier 40 g Na2HPO4 . 12 H3O und 2,5 S KHgPO^ pro Liter enthält, über eine Pumpe kontinuierlich der auf 28°C temperierten Säule zugeführt. Die Raumgeschwindigkeit beträgt 0,3 bis 0,35. Die im Dauerversuch erhaltenen Ergebnisse sind der folgenden Tabelle zu entnehmeni
109 82 3/22Λ5
970-9611
Laufzeit
[Std.]
Substrat
konzentra
tion
[E/ml]
gebildete
6-,Aminopenicil
lansäure
[E/ml]
Restpeni
cillin
[E/ml 3
Spaltaus
beute
[ % J
8 40150 56280 2100 90,4
16 39210 56450 i860 92,9
32 412U0 567IO 28OO 89,1
4o 400^0 55870 5050 89,6
56 3895O 55200 I6OO 90,4
64 4o8oo 559IO 2100 88,1
80 39750 56240 2050 91.2
88 4 08 00 54810 5700 85,5
152 40150 55550 5IOO 88,4
248 40050 56500 2750 90,6
Die hohe Spaltleistung bleibt auch nach 20 Tagen Dauerbetrieb noch erhalten, /-us den fast farblosen Spaltlösungen kann die 6-Aminopenicillansäure nach üblichen Methoden rein isoliert werden.
Beispiel 4:
2,5. ml eines hochkonzentrierten Enzymextraktes aus 25 S mit Aceton getrocknatem Bovista plumbea-Mycel (NRRL 5501) werden mit 4,5 g Filtercel (Diatomeenerde) gemischt. Das Adsorbat wird dreimal mit je 50 ml kaltem Aceton gewaschen, getrocknet, mit 9 ml Polyacrylharz-Dragierlack (Eudragit retard-s) versetzt, zu einer plastischen Masse verformt und durch ein Nylonsieb mit einer lichten Maschenweite von 500/u gedrückt. Das verfestigte Granulat wird in Ph'osphatpuffer nach Sörensen pH 7,5 aufgeschlämmt
109823/2245
und in eine mit einem Temperiermsntel versehene Glassäule (1,0 χ 30 cm) gefüllt. Die Füllhöhe beträgt 25 em. Nach kurzem Waschen mit Phosphatpuffer pH 7,5 wird eine Lösung von ca. 20 000 E Kalium-Phenoxymethylpenicillin pro ml im Phosphatpuffer pH 7,5, der 4o g Ma2HPO^ . 12 H3O und 2,5 g KH2POn pro Liter enthält, mit einer Raumgeschwindigkeit von 0,2 aufgegeben. Gleichzeitig wird die säule auf 28°C temperiert. Die Ergebnisse des Spaltversuches sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
Laufzeit Substrat
konzentra
tion
gebildete 6-
Aminopenicillan-
säure
Restpeni
cillin
Spaltaus
beute
[StdJ [E/ml] [E/ml] [E/ml] [ * 3.
2 20500 150Ö0 32OO 73,4
8 I903O I6370 2050 83,4 .
20 I97OO I6830 2100 85,5
48 I9150 I56OO 25OO 81,5
50 20850 17050 2000 81,5
72 I94OO I63OO 2450 83,0
Die erhaltene Spaltlösung ist farblos, und die daraus isolierte 6-Aminopenicillansäure zeigt einen Zersetzungspunkt von 206° - 20S°C (unkorr.) und eine Aktivität von 2740 E/mg (jod.).
10982 3/2245
- 14 - 970-9611
Beispiel 3·
Gemäss der in Beispiel 1 beschriebenen Verfahrensweise wird aus einer Stammkultur von Bovista plumbea NRRL 3824, v.'elche eine Variante bzw. Mutante von Bovista plumbea MRRL 3501 ist, 1 Liter einer Submerskultur hergestellt. Mit dem so erhaltenen Inoculum wird ein Submerstank aus Nirostastahl beimpft, der mit einer Einrichtung zum Rühren und" Belüften ausgestattet und mit 5 Liter der in Beispiel 1 beschriebenen Nährlösung gefüllt ist. Nach 72 Stunden Fermentationszeit wird das gewonnene Mycel von der Kulturlösung abgetrennt, gewaschen und in 3*5 Liter 0,15 m°- larem Phosphatpuffer mit einem pH-Wert von 7>5 suspendiert, worauf man 60.000 E Kalium-Phenoxymethylpenicillin pro ml Kulturbrei portionsweise zusetzt. Während der Spaltung wird der pH-V/er t automatisch auf pH 7*5 gehalten. Nach 10-stündigem Rühren und Belüften sind 92 % des eingesetzten Penicillins gespalten.
Beispiel 6;
Die beim Abtrennen des gemäss Beispiel 5 erhaltenen Mycels gewonnene Kulturlösung vrird mit 6o 000 E Kalium-Phenoxymethylpenicillin pro ml Kulturbrühe portionsweise versetzt. Der pH-Wert wird während der Spaltung automatisch auf pH 7*5 gehalten. Nach 8 Stunden liegen 85 % des eingesetzten Penicillins als 6-Aminopenicillansäure vor.
109823/2245
Beispiel 7:
Ein Submerstank aus V4A-Stahl, der mit einer Einrichtung zur Rührung und Belüftung ausgestattet und mit 5 Liter einer im Beispiel 1 beschriebenen Nährlösung gefüllt ist, wird mit 0,5 Liter einer Submerskultur von Bovista plumbea NRRL 3501 - hergestellt wie im Beispiel 1 beschrieben - beimpft. Nach 96 Stunden Fermentation wird der Kulturbrei filtriert und das Kulturfiltrat mit 20 #-iger Schwefelsäure vorsichtig auf etwa pH 6 gestellt. Zu 3 Liter Filtrat werden nun 30 g eines { Kieselsäureaerogels gegeben,40 Minuten bei Raumtemperatur gerührt und zentrifugiert. Das abzentrifugierte Gel, welches das Spaltenzym adsorbiert hat, wird dreimal mit je einem Liter Phosphatpuffer pH 7*5 nach Sörensen gewaschen, in 1,5 Liter destilliertem Wasser suspendiert und mit 45 g Kalium-Phenoxymethylpenicillin versetzt. Die enzymatische Spaltung des Substrats erfolgt bei 280C unter Rühren und Zugabe von konz. Ammoniak, um den pH-Wert auf etwa 7*5 zu halten. Nach 6 Stunden Spaltdauer sind etwa 84 % des eingesetzten Penicillins gespalten.
Beispiel 8: |
Gemäss der Verfahrensweise des Beispiels 1 gelangt man bei Verwendung der anderen, in der Beschreibung genannten Penicilline anstelle von Kalium-Phenoxymethylpenicillin zu folgenden Ergebnissen:
Penicilline 109 Menge
(E/ml)
Spaltdauer
(Stunden)
I Spaltung
(*)
Benzyl- 30.000 8 1
Phenylmercaptomethyl- 30.000 8 1
p-Kresoxymethy1- 30.000 8 31 ·
n-Butoxymethyl- 30.000 7 92
8 2 3 / 2 2 A E

Claims (1)

  1. 970-9611
    Patentansprüche:
    Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure durch enzymatisch^ Spaltung von Penicillin, dadurch gekennzeichnet, dass man Penicilline der Formel
    S CH
    NH CH CH C\„„
    •I Il I CH3
    CO CO N CH COOH
    worin R für Benzyl, Phenoxymethyl, Phenylmercaptomethyl, p-Kresoxymethyl oder n-Butoxymethyl steht, oder deren Salze mit Hilfe des Mikroorganismus Bovista plumbea oder deren Varianten bzw. Mutanten spaltet.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Spaltung eine lebende Submerskultur von Bovista plumbea oder deren Varianten bzw. Mutanten verwendet.
    5· Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die lebende Submerskultur nach Abschluss der Wachsphase den zu spaltenden Penicillinen oder deren Salzen zusetzt.
    109823/22A5
    - 17 - 970-9611
    4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Bovista plumbea oder deren Varianten bzw. Mutanten in nährstoffreien Lösungen anwendet.
    5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Autolysate von Bovista plumbea oder deren Varianten bzw. Mutanten verwendet.
    6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Suspension von aus dem Mycel der Bovista plumbea oder deren Varianten bzw. Mutanten erhaltenen Trockenpulvern verwendet,
    7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Kulturlösung von Bovista plumbea oder deren Varianten bzw. Mutanten verwendet.
    8. . Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man stabilisierte Enzymkörper von BcVista plumbea oder deren Varianten bzw. Mutanten verwendet.
    37OO/SP/GD
    9*23/224 5
DE19702058371 1969-11-28 1970-11-27 Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansaeure Withdrawn DE2058371A1 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT1114869A AT297923B (de) 1969-11-28 1969-11-28 Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE2058371A1 true DE2058371A1 (de) 1971-06-03

Family

ID=3627060

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19702058371 Withdrawn DE2058371A1 (de) 1969-11-28 1970-11-27 Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansaeure

Country Status (17)

Country Link
US (1) US3737375A (de)
JP (1) JPS4946918B1 (de)
AT (1) AT297923B (de)
CA (1) CA947216A (de)
CH (1) CH549048A (de)
DE (1) DE2058371A1 (de)
DK (1) DK123302B (de)
ES (1) ES385907A1 (de)
FI (1) FI53972C (de)
FR (1) FR2072511A5 (de)
GB (1) GB1331959A (de)
IE (1) IE35402B1 (de)
NL (1) NL7017330A (de)
NO (1) NO141854C (de)
SE (1) SE370402B (de)
YU (1) YU35600B (de)
ZA (1) ZA708012B (de)

Families Citing this family (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB1400468A (en) * 1972-07-22 1975-07-16 Beecham Group Ltd Enzyme preparation and use thereof
JPS56115966U (de) * 1980-02-05 1981-09-05
JPS60103354U (ja) * 1983-12-22 1985-07-15 株式会社久富 任意の形態に変更可能なフリ−シ−ト
JPS6160856U (de) * 1984-09-27 1986-04-24
JPS6341255U (de) * 1986-09-01 1988-03-17

Also Published As

Publication number Publication date
FI53972C (fi) 1978-09-11
IE35402L (en) 1971-05-28
FI53972B (fi) 1978-05-31
YU35600B (en) 1981-04-30
ES385907A1 (es) 1974-01-01
DK123302B (da) 1972-06-05
AT297923B (de) 1972-04-10
FR2072511A5 (de) 1971-09-24
ZA708012B (en) 1972-07-26
NL7017330A (de) 1971-06-02
YU288570A (en) 1980-10-31
NO141854B (no) 1980-02-11
IE35402B1 (en) 1976-02-04
SE370402B (de) 1974-10-14
NO141854C (no) 1980-05-21
GB1331959A (en) 1973-09-26
US3737375A (en) 1973-06-05
CA947216A (en) 1974-05-14
JPS4946918B1 (de) 1974-12-12
CH549048A (de) 1974-05-15

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2415461A1 (de) Verfahren zum erzeugen von algenzellen
DE1944043B2 (de) Biotechnisches verfahren zur herstellung von l-asparaginase mit antitumor-aktivitaet
DE1807185B2 (de) Verfahren zur Herstellung von proteolytische Enzyme enthaltenden Aufbereitungen und deren Verwendung
DE1932981B2 (de) Verfahren zur biotechnischen herstellung eines enzyms lipase
DE3027380C2 (de)
DE2939269A1 (de) Verfahren zur optischen trennung von d,l-2-amino-4-methylphosphinobuttersaeure
DE2058371A1 (de) Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansaeure
DE2811303C3 (de) Enzymatische Komplexe, die zur Umwandlung racemischer Hydantoine in optisch aktive Aminosäuren geeignet sind, sowie deren Anwendung
DE3014001A1 (de) Verfahren zur herstellung von peroxidase und ihre verwendung
DE1931139A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Zell-lytischen Enzymen
DE2428957C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Desacetoxycephalosporin C
DE2445581C3 (de) Verfahren zur Herstellung von D-Gluconsäure-dlactam
DE2723463A1 (de) Verfahren zur herstellung von 7-amino- cephem-verbindungen unter verwendung von schimmelpilzen
DE2164018B2 (de) Verfahren zur biotechnischen herstellung von uricase
DE2550110A1 (de) Verfahren zur umwandlung von cephalosporinverbindungen
DE1247549B (de) Verfahren zur fermentativen Gewinnung des Antibiotikums Moenomycin
DE2261270C3 (de) Verfahren zur Herstellung zellwändelysierender Enzymkomplexe, so erhältliche Enzymkomplexe und deren Verwendung
DE2108760B2 (de) Verfahren zur mikrobiologischen herstellung von jodinin
DE1695598A1 (de) 9-(ss-D-Arabinofuranosyl)adenin und Verfahren zu seiner Herstellung
DE1203423B (de) Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums ZN-6 (Fusidinsaeure)
DE2502896A1 (de) Verfahren zur herstellung von alpha-galactosidase
DE1617814C (de) Verfahren zur mikrobiologischen Herstellung von Ergocryptin
DE2011811C (de) Verfahren zur Herstellung eines zell wandlosenden Enzyms
DE2126181A1 (de) Verfahren zur Gewinnung von 1-Arginase
AT215077B (de) Verfahren zur Herstellung 5, 6-Dimethylbenzimidazolcobalamin

Legal Events

Date Code Title Description
8127 New person/name/address of the applicant

Owner name: BIOCHEMIE GMBH, 6250 KUNDL, TIROL, AT

8136 Disposal/non-payment of the fee for publication/grant