DE2261270C3 - Verfahren zur Herstellung zellwändelysierender Enzymkomplexe, so erhältliche Enzymkomplexe und deren Verwendung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung zellwändelysierender Enzymkomplexe, so erhältliche Enzymkomplexe und deren VerwendungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung zellwändelysierender Enzymkomplexe, die folgende
Eigenschaften besitzen:
(a) sie lysieren lebende und tote Zellen zumindest von
Aspergillus niger, Penicillium steckii, Saceharomyces cerevisiae, Candida utilis, Candida albicans,
Candida lipolitica, Lentinus edodes. Bacillus subtilis, Lactobacillus lactis und Chlorella,
(b) ihre zellwandlysierenden Aktivitäten sind stabil im pH-Bereich von 3 bis 9, wobei der optimale
pH-Wert im Bereich von 5 bis 7 liegt,
(c) ihre zellwandlysierenden Aktivitäten sind optimal in einem Temperaturbereich von 30—400C, wobei
die optimale Temperatur in Abhängigkeit von der Natur der Mikroorganismen, deren Zellen lysiert
werden sollen, variiert,
(d) ihre zellwandlysierenden Aktivitäten sind stabil in einem niedrigen Temperaturbereich, werden jedoch
bei Temperaturen oberhalb von 500C schnell inaktiviert,
(e) ihre zellwandlysierenden Aktivitäten werden durch die Gegenwart von Mn++, Ni++ oder Zn+ +
inaktiviert,
(f) sie zeigen die enzymatischen Aktivitäten von Cellulase bei einem optimalen Temperaturbereich
von 40—500C und einem optimalen pH-Wert von
5,0, von Carboxymethylcellulase, von j3-l,3-Glucanase bei einem optimalen Temperaturbereich von
40—500C und einem optimalen pH-Wert von 5,0,
von Chitinase bei einer optimalen Temperatur von 350C und einem optimalen pH-Bereich von
4,0—5,5, von Protease, Hemi-cellulase und Amylase, und
(g) sie setzen sich im wesentlichen aus Enzymkomponenten zusammen, die jeweils ein Molekulargewicht
von mindestens 50 000 besitzen,
die so erhältlichen Enzymkomplexe und deren Verwendung.
Bekanntlich werden Hefen und Chlorella und dergleichen zur Verwendung in Nahrungsmitteln und
Futter in großem Umfang gezüchtet. Weiterhin ist
bekannt, daß Bakterien und Pilze gezüchtet werden, um
sie für die Gewinnung von wertvollen Substanzen, wie Antibiotika, Eiweißstoffen, Nukleinsäuren, Aminosäuren,
Vitaminen und Enzymen, zu verwenden. Die Zellwände der Hefen und Chlorella sind jedoch so stark,
daß sie bei der Verwendung in Nahrungs- und Futtermitteln schwer zu verdauen und abzubauen sind.
Daher ist vorgeschlagen worden, die Hefen und Chlorella mit einem Enzym zu behandeln, das die
Zellwände dieser Mikroorganismen. aufschließt oder abbaut, um die Auflösbarkeit und Verdaubarkeit zu
verbessern. Weiterhin ist vorgeschlagen worden, Bakterienkulturen und Pilzkulturen mit einem die Zellwände
lysierenden Enzym zu behandeln, um die Extraktion wertvoller intrazellulärer Substanzen aus den gezüchteten
Mikroorganismen zu erleichtern.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, Enzyme bereitzustellen, die in der Lage sind, Zellen und
insbesondere die Zellwände verschiedener Mikroorganismen zu lysieren. Bei diesen Untersuchungen wurde
ein Enzymkomplex bzw. ein aus verschiedenen Enzymen bestehender Komplex gefunden, der durch die
bekannten Stämme der Gattung Pellicularia erzeugt wird und eine hohe Lysierfähigkeit zeigt, das heißt, er
löst die Zellen verschiedener Mikroorganismen auf. Der erfindungsgemäße Enzymkomplex kann durch Züchtung
bekannter Arten der Gattung Pellicularia in einem Nährboden erhalten werden, der Quellen assimilierbaren
Kohlenstoffs und assimilierbaren Stickstoffs enthält, um diesen Enzymkomplex im Nährboden zu erzeugen
und zu assimilieren und ihn dann daraus zu isolieren.
Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Herstellung zellwändelysierender Enzymkomplexe der
eingangs genannten Art, das sich dadurch auszeichnet, daß ein bekannter Stamm von Pellicularia sasakii oder
ein bekannter Stamm von Pellicularia filamentosa in einem Nährmedium, das assimilierbare Kohlenstoffquellen
und assimilierbare Stickstoffquellen enthält, zur Erzeugung und Anreicherung des Enzymkomnlexes im
Nährmedium gezüchtet und dann der Enzymkomplex aus dem Nährmedium isoliert wird.
Der dadurch erzielbare technische Fortschritt liegt darin, daß der erfindungsgemäße Enzymkomplex im
Unterschied zum Stand der Technik endo-/M,3-Glucanase enthält, die die Mikroorganismen-Zellwände durch
statistisches Aufbrechen ihrer Moleküle in Oligopolysaccharid-Einheiten
und durch geringe Protease-Aktivität abzubauen vermag, so daß er solche Zellwände
rascher und wirksamer zu lysieren vermag.
Taxonomisch gehört die Gattung Pellicularia zur Familie der Corticiaceae der Ordnung der Aphyllophorales,
die zu der Unterklasse der Homolasidiae der Klasse Basidomycetes gehört.
Ein erfindungsgemäß verwendeter, bekannter Stamm von Pellicularia sasakii kann bekanntlich die Pflanzenkrankheit
Blattscheidenbrand bei Reispflanzen hervorrufen, ein Stamm der bekannten Art Pellicularia
filamentosa die Pflanzenkrankheit Schwarzfäule bei Kartoffelpflanzen. Bekannte Stämme von Pellicularia
filamentosa sind unter ATCC No. 14 701,14 702,14 703
und 20 206 hinterlegt worden, sowie ein Stamm von Pellicularia sasakii unter der ATCC No. 13 289, wie auf
Seite 120 des »Catalogue of Strains« 9. Ausgabe (1970) der »American Type Culture Collection« angegeben.
Bei den vorliegenden untersuchenden Arbeiten wurde ein Stamm von Pellicularia sasakii aus einer
Verletzung bei einer mit Blattscheidenbrand infizierten ReisDflanze isoliert. Dieser Stamm wurde unter F. R. I.
No. 1170 im öffentlichen japanischen Hinterlegungsinstitut »Fermentation Research Institute, Agency of
Industrial Science & Technology of Japan, Inage, Chiba
City, Japan« am 8. November 1971 hinterlegt Dieser Stamm wurde bei der American Type Culture
Collection (ATCC), Rockville, Maryland, am 12. IZ 1972
unter ATCC No. 20 365 uneingeschränkt hinterlegt Ebenfalls wurde ein Pellicularia filamentosa-Stamm aus
einer Verletzung einer mit Schwarzfäule infizierten Kartoffelpflanze isoliert Dieser Stamm wurde unter
dem gleichen Datum unter der Nummer F. R. I. No. 1171
hinterlegt Dieser Stamm wurde am IZ IZ 1972 unter
ATCC No. 20 366 uneingeschränkt hinterlegt Nichtsdestoweniger ist es bisher nicht gelungen, die Stämme
F. R. I. No. 1170 und 1171 von den bekannten Stämmen
der Pellicularia sasakii und der Pellicularia filamentosa zu differenzieren (dazu siehe die japanische Veröffentlichung
»Microbiology Handbook« Seiten 376—377, veröffentlicht am 25. Dezember 1957 in Tokio).
Die morphologischen Eigenschaften der oben angegebenen Pellicularia sasakii- und Pellicularia filamentosa-Stämme
werden im folgenden kurz angegeben:
1. Das pflanzliche Mycel ist fasrig oder hat eine Pilzhut-Form, ist anfänglich farblos und ändert
seine Farbe in eine gelblich-braune Faibe nach Alterung.
2. Das Mycel besitzt im allgemeinen einen Durchmesser von 8 bis 12 μπι.
3. Das Sklerotium wird gebildet
4. Die Basidie besitzt die Form eines Zylinders oder eiförmige Gestalt und trägt 4 bis 8 Verzweigungen.
5. Es werden farblose Sporen mit einer glatten Oberfläche gebildet
6. Das Hymenium ist flach.
7. Der Fruchtkörper bildet eine vernetzte Membran.
Pellicularia sasakii und Pellicularia filamentosa können dadurch voneinander differenziert werden, daß
Pellicularia jasakii bei Reispflanzen Blattscheidenbrand und Pellicularia filamentosa bei Kartoffelpflanzen die
Schwarzfäule und bei Auberginen die Umfallkrankheit (der Keimlinge) verursacht Weiterhin bildet Pellicularia
sasakii ein schwarzbraun gefärbtes Sklerotium von 5 bis 13 mm, eine Basidie von 18χ9μΐη und Sporen von
9x7 μιη. Pellicularia filamentosa bildet ein braun
gefärbtes Sklerotium von 1 bis 3 mm, eine Basidie von 15x8 μίτι und Sporen von 9x7 μπι. Jedoch haben einige
Taxonomen die Ansicht geäußert, daß Pellicularia sasakii lediglich eine natürliche Variante von Pellicularia
filamentosa sei.
Zur Herstellung des erfindungsgemäßen, die Zellwände
lysierenden Enzymkomplexes kann jeder der oben angegebenen Stämme von Pellicularia sasakii oder
filamentosa verwendet werden.
Beim Verfahren nach der Erfindung wird ein bekannter Stamm von Pellicularia sasakii oder Pellicularia
filamentosa in einem Nährmedium gezüchtet, das assimilierbare Kohlenstoff- und Stickstoffquellen enthält,
um den Enzymkomplex zu erzeugen und zu akkumulieren und ihn dann aus dem Medium zu
isolieren.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein Stamm von Pellicularia sasakii oder
Pellicularia filamentosa entweder in einem flüssigen Nährmedium oder in einem festen Nährmedium
gezüchtet werden, wobei bekannte Fermentationsverfahren angewandt werden. Vorzugsweise wird der
Pellicularia-Stamm bei einer InkubationstemDeratur
von 15 bis 40° C 48 bis 240 h gezüchtet, obgleich die
Züchtungsbedingungen je nach Art des benutzten Züchtungsverfahrens variieren können.
Der Nährboden, in dem der Pellicukria-Stamm nach
einem Verfahren nach der Erfindung gezüchtet wird, kann assimilierbare Kohlenstoff- and Stickstoffquellen
enthalten. Als Kohlenstoffquellen können beispielsweise Kohlenhydrate wie Stärke, Glycose, Saccharose,
Weizenkleie, Reiskleie und dergleichen verwendet werden. Als Stickstoffquellen könne« beispielsweise
Ammoniumsalze, Nitrate, Peptone, Fleischextrakte, Hefeextrakte, entfettetes Sojabohnenmehl und dergleichen
verwendet werden. Auch kann eine geeignete Menge einer das Wachstum fördernden Substanz, wie
beispielsweise Vitamine, dem Nährboden zugegeben werden. Ebenso kann ein Pulver aus Trockenhefe,
Chlorella und/oder Pilzen zugesetzt werden, um die Enzymbildung zu fördern. Weiterhin können Spuren
von organischen Salzen, wie beispielsweise Kaliumsalzen,
Calciumsalzen, Magnesiumsalzen, Eisensalzen,
Phosphaten und dergleichen, dem Nährboden zugesetzt werden, um verschiedenartige Spurenelemente zuzuführen,
die für das Wachstum des Pellicularia-Stamms wesentlich sind.
Die Züchtung des Pellicularia-Stammes wird so lange fortgesetzt, bis eine ausreichende Menge des erwünschten
Enzymkomplexes erzeugt und im Nährboden akkumuliert worden ist. Der Pellicularia-Stamm wird
vorzugsweise unter aeroben Bedingungen gezüchtet.
Die Züchtung in flüssigem Nährmedium erfolgt vorzugsweise bei einer Temperatur von 20 bis 33° C 48
bis 120 h unter aeroben Submersbedingungen. Die Züchtung auf festem Nährboden erfolgt vorzugsweise
bei 20 bis 35° C 3 bis 10 Tage.
Der auf die Zellwände verschiedener Mikroorganismen Iysierend wirkende Enzymkomplex wird während
der Züchtung in der Pellicularia-Zuchtkultur erzeugt und akkumuliert. Die überstehende Kulturbrühe, die
durch Abfiltrieren oder Zentrifugieren des festen Materials wie beispielsweise des Mycels und der festen
Rückstände aus dem Nährmedium erhalten wird, kann als solche zum Lysieren der Zellwände verschiedener
Mikroorganismen verwendet werden. Diese Überstandsflüssigkeit kann ebenfalls gefriergetrocknet werden,
um ein rohes Enzympräparat herzustellen. Wenn eine Züchtung im festen Nährboden durchgeführt wird,
kann die angefallene feste Kultur mit Wasser oder gepuffertem Wasser von einem pH-Wert von 4,0 bis 7,0
extrahiert werden. Das dabei erhaltene wäßrige Extrakt enthält den Enzymkomplex, der in ähnlicher Weise wie
das oben erwähnte Filtrat benutzt werden kann.
Um den Enzymkomplex in Form eines reineren Enzympräparates zu isolieren, kann das die Enzyme
enthaltende Nährmedium von festen Stoffen beispielsweise durch Filtrieren oder Zentrifugieren befreit
werden, oder man kann diese mit Wasser oder gepuffertem Wasser extrahieren. Die so hergestellte
wäßrige Rohlösung des Enzymkomplcxes kann dann einer Behandlung mit bekannten Aussalzmitteln, wie
Ammoniumsulfat, Natriumchlorid und dergleichen, unterworfen werden oder es wird mit einem mit Wasser
mischbaren organischen Lösungsmittel behandelt, wie mit den niederen aliphatischen Alkoholen Methylalkohol
oder Äthylalkohol, oder mit Aceton, um den Enzymkomplex aus der Rohlösung auszufällen. Zur
weiteren Reinigung kann der ausgefällte Enzymkomplex in einer geeigneten Pufferlösung gelöst werden.
Eine solche Pufferlösung ist ein 0,1 m Acetat-gepuffertes Wasser. Die Enzymlösung kann anschließend einer
Dialyse oder einer Gel-Filtration unterworfen werden. Die gereinigte Enzymlösung kann dann gefriergetrocknet
werden und ergibt ein Enzympräparat, das im wesentlichen aus dem erwünschten Enzymkomplex
besteht. Die erfindungsgemäß hergestellten Enzymkomplexe aus Pellicularia sasakii und aus Pellicularia
filamentosa sind in Wasser Iöslirh, in Aceton und Äthanol unlöslich und besitzen folgende Eigenschaften:
a) Sie können lebende und tote Zellen von Bakterien, Pilzen, Hefen, Basidiomyceten und Chlorella
lysieren,
b) die zellwändelysierenden Aktivitäten sind stabil in einem pH-Bereich von 3 bis 9, wobei der optimale
pH-Bereich im Bereich von 5 bis 7 liegt,
c) optimale Aktivität und insbesondere zellwändelysierende Aktivität liegt in einem Temperaturbereich
von 30 bis 40° C, jedoch kann die optimale Temperatur je nach der Art der Mikroorganismen,
deren Zellen lysiert werden sollen, etwas variieren,
d) die zellwändelysierenden Aktivitäten sind stabil in niederem Temperaturbereich, sie werden jedoch
schnell bei Temperaturen über 50° C inaktiviert,
e) die zellwändeiysierenden Aktivitäten werden durch
die Gegenwart von Mn++, Ni++ oder Zn+ +
inaktiviert,
f) der Enzymkomplex zeigt die enzymatischen Aktivitäten von Zellulase, Glucanase, Chitinase, Protease,
Hemi-Cellulase und Carboxymethylcellulase und
g) der Enzymkomplex setzt sich im wesentlichen aus Enzymkomponenten zusammen, die jeweils mindestens
ein Molekulargewicht von 50 000 besitzen.
Es wird angenommen, daß die von Pellicularia sasakii und Pellicularia filamentosa erzeugten Enzymkomplexe
eine Mischung aus Cellulase, Glucanase, Chitinase, Protease, Hemi-Cellulase und Carboxymethylcellulase
in Form eines Komplexes sind und ihre hohe Aktivität beim Lysieren von Zellen verschiedener Mikroorganismen
aufgrund eines synergistischen Effekts der Wirkungen der einzelnen Enzymkomponenten zeigen,
obgleich ebenfalls angenommen wird, daß diese Enzymkomplexe, die durch die verschiedenen Pellicularia-Arten
erzeugt werden, Zusammensetzungen besitzen, die mehr oder weniger voneinander unterschiedlich
sind. Es wurde nämlich beobachtet, daß diese Enzymkomplexe mehr oder weniger unterschiedliche Eigenschaften
und Wirkungsstärken für die einzelnen enzymatischen Aktivitäten zeigen.
Die aus einem bekannten Stamm von Pellicularia sasakii und Pellicularia filamentosa hergestellten zellwändelysierenden
Enzymkomplexe besitzen, weiterhin folgende gemeinsame Eigenschaften:
a) Sie können lebende und tote Zellen zumindest von Aspergillus niger, Penicillium steckii Saccharomyces
ceirevisiae, Candida utilis, Candida albicans, Candida Iipolitica, Lentinus edodes, Bacillus subtilis,
Lactobacillus lactis und Chlorella lysieren:
b) ihre zellwändelysierenden Aktivitäten sind stabil in einem pH-Bereich von 3 bis 9, wobei der optimale
pH-Bereich bei 5 bis 7 liegt;
c) ihre zellwändelysierenden Aktivitäten sind optimal in einem Temperaturbereich von 30 bis 40° C,
jedoch kann die optimale Temperatur je nach Art der Mikroorganismen, deren Zellen lysiert werden
sollen, variieren;
d) ihre zellwändelysierenden Aktivitäten sind stabil in niedrigem Temperaturbereich, sie werden jedoch
schnell inaktiviert bei einer Temperatur oberhalb 50° C;
e) ihre zellwändelysierenden Aktivitäten werden durch die Gegenwart von Mn++, Ni + + oder Zn + +
inaktiviert,
f) sie zeigen die enzymalischen Aktivitäten von Cellulase, Carboxymethylcellulase, Glucanase, Chi··
tinase, Protease, Hemi-Cellulase und Amylase und
g) sie setzen sich im wesentlichen aus einzelnen Enzymkomponenten zusammen, die ein Molekulargewicht
von mindestens 50 000 besitzen.
to
15
Der von Pellicularia sasakii gebildete Enzymkomplex zeigt weiterhin eine Cellulaseaktivität, die einen
optimalen Temperaturbereich von 40 bis 50° C und einen optimalen pH-Wert von 5,0 besitzt, eine
|3-1,3-Glucanase-Aktivität, die einen optimalen Temperaturbereich
von 40 bis 50° C und einen optimalen pH-Wert von 5,0 besitzt, und eine Chitinase-Aktivität,
die einen optimalen Temperaturbereich von 35° C und einen optimalen pH-Wert von 4,0 bis 5,5 besitzt. Der von
Pellicularia filamentosa gebildete Enzymkomplex zeigt weiterhin eine Cellulase-Aktivität, die einen optimalen
Temperaturbereich von 40 bis 50° C und einen optimalen pH-Wert von 5,0 besitzt, eine /M,3-Glucanase-Aktivität,
die einen optimalen Temperaturbereich von 40 bis 50°C und einen optimalen pH-Wert von 5,0
besitzt und eine Chitinase-Aktivität, die einen optimalen Temperaturbereich von 35° C und einen optimalen
pH-Wert von 4,0 bis 5,5 zeigt.
Die zellwändelysierenden Aktivitäten der oben angegebenen allgemeinen Eigenschaften b)—e) der
erfindungsgemäßen Enzyinkomplexe werden wie folgt
bestimmt: Der Enzymkomplex wird mit 5 ml einer Suspension von Zellen von Candida utilis IFO-0396
umgesetzt, die anfänglich eine Trübung besitzt, die einem Wert optischer Dichte (O. D.) von 1,0 entspricht,
gemessen bei einer Wellenlänge von 660 nm. Die Reaktion wird bei 35° C 60 min bei einem pH-Wert von
5,0 durchgeführt. Nach dieser Reaktion wird die optische Dichte der Zellensuspension, die die lysierten
Zellen und die nicht lysierten Zellen enthält, bei 660 nm gemessen. Wenn die zur Reaktion gebrachte Zellensuspension
eine Reduzierung von 1% der Trübung (oder des O. D.-Wertes) im Vergleich mit der anfänglichen
Zellensuspension zeigt, dann kann angenommen werden, daß diese Menge des Enzymkomplexpräparates
eine Wirkungsstärke von einer Einheit von je zeliwändeiysierende Aktivität besitzt Die CeÜuiase-Aktivität,
die J3-1,3-Glucanase-Aktivität und die Chitinase-Aktivität
des Enzymkomplexes nach der Erfindung werden wie später in Beispiel 13 beschrieben gemessen.
Wenn die Zellwände von Mikroorganismen mit Hilfe des erfindungsgemäßen Enzymkomplexes lysiert oder
aufgelöst werden, wird der Enzymkomplex mit den in Wasser suspendierten Zellen des Mikroorganismus
umgesetzt Diese Reaktion kann in geeigneter Weise bei einer Temperatur von 20 bis 60° C und vorzugsweise bei
30 bis 40°C und bei einem pH-Wert von 2 bis 10 und vorzugsweise bei einem pH-Wert von 3,4 bis 8
durchgeführt werden. Die angewendete Reaktionstemperatur und der pH-Wert können je nach der Natur des
Mikroorganismus gewählt werden, dessen Zellen unter der Wirkung des Enzymkomplexes lysiert werden
sojjen. Die zu lysierenden Zellen der Mikroorganismen
können lebende oder tote Zellen sein, wenn sie mit dem Enzym in Kontakt gebracht werden. In jedem Fall
können die Zellen im wesentlichen ganz aufgelöst werden, wobei die Zellwände und die zellulären
Substanzen der Zellwände in die wäßrige Phase der Zellensuspension gehen, und zwar innerhalb 20 h nach
Beginn der Reaktion.
Um die Reaktion des Enzymkompkxes mit den Zellen der Mikroorganismen durchzuführen, kann das
Enzympräparat in Form eines festen Pulvers oder einer wäßrigen Lösung oder die Nährbrühe oder ein Extrakt
der Nährbrühe einer Suspension der Zellen in Wasser zugesetzt werden, die auf einen optimalen pH-Wert
abgepuffert worden ist, um die enzymatische Reaktion zu bewirken. Die Zellen können alternativ zu einer
Lösung des Enzympräparates in Wasser oder in einer gepufferten Lösung gegeben werden, die auf den
optimalen pH-Wert eingestellt worden ist, um die enzymatische Reaktion zu bewirken. Wenn die Reaktion
abgelaufen ist, sind die Zellen vollständig aufgelöst, ohne daß ein fesler Rückstand in der Lösung
zurückbleibt. In manchen Fällen bleibt jedoch ein fester Rückstand selbst nach Beendigung der Reaktion zurück.
Ob die Zellen bis zu dem erwünschten Grad aufgelöst worden sind, kann bestimmt werden, indem die
Veränderung der Trübung der Zellensuspension oder die Konzentration einer wäßrigen Komponente des
Zellenprotoplasmas bestimmt wird, oder durch mikroskopisch Beobachtung der Bedingungen der Zellen in
der Suspension. Auf diese Weise kann eine wäßrige Zellenlösung erhalten werden, in der das Material der
Zellmembranen und des Protoplasmas der Zellen zusammen mit dem verwendeten Enzymkomplex in
Wasser aufgelöst worden ist. Falls erwünscht, kann die so erhaltene Zellenlösung abfiltriert werden, um
mögliche feste Rückstände zu entfernen. Diese Lösung kann erwärmt werden, um die übriggebliebenen
Enzyme falls notwendig zu desaktivieren. Die Zellenlösung kann dann anschließend im Vakuum entwässert
oder eingeengt werden, um ein Trockenprodukt zu erhalten. Die so behandelte Zellenlösung kann auch in
geeigneter Weise extrahiert oder Chromatographien werden, um die brauchbaren Substanzen daraus zu
isolieren.
Der Enzymkomplex nach der Erfindung kann die Zellen, genauer gesagt die Zellwände verschiedener
Mikroorganismen lysieren. Solche Mikroorganismen sind beispielsweise Bakterien, Pilze, Hefe, Basidiomyceten
sowie Chlorella, eine der Algen.
Diese Eigenschaften des erfindungsgemäßen Enzymkomplexes sind bedeutend vorteilhafter im Vergleich
z. B. mit dem bekannten Enzym, das aus Corticium rolfsii-Kulturen nach dem Verfahren der veröffentlichten
japanischen Patentanmeldung Nr. 11 978/67 isoliert wird. Das aus Corticium rolfsii isolierte Enzym hat einen
optimalen pH-Bereich von 2,0—2,5 und eine auf das Auflösen der Zellwand lediglich von Hefe und Chlorella
begrenzte Lysierfähigkeit Der Mikroorganismus der Gattung Corticium kann von der Gattung Pellicularia
dadurch differenziert werden, daß die erstere ein kontinuierliches Hymenium produziert, worin die
Basidie Seite an Seite kontinuierlich angeordnet ist, während die letztere ein diskontinuierliches Hymenium
produziert, worin die Basidie in Abständen voneinander angeordnet ist
Der Zellwände lysierende Enzymkomplex nach der
Erfindung kann bei der Extraktion von wertvollen intrazellulären Substanzen aus den Zellen sowie zur
Erzeugung eines konzentrierten Extraktes verwendet
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werden, der Nährstoffe und andere wertvolle Substanzen enthält, die im Protoplasma der Zelle verschiedener
Mikroorganismen, wie von Hefen, Chlorella, Bakterien und Pilzen, vorhanden sind. Zu diesem Zweck werden
die Zellen mit dem Enzymkomplex in Wasser behandelt, um die Zellwände zu lysieren und das Protoplasma
freizusetzen, so daß man eine Zellenlösung enthält, die man dann teilweise entwässern kann oder vollständig in
ein Konzentrat oder in ein Trockenpulver umwandeln kann. Der Zellwände lysierende Enzymkomplex nach
der Erfindung kann weiterhin dazu verwendet werden, daß man Nahrungsmittel oder Getränke vor dem
Verderben bewahrt, indem eine wirksame Menge des Enzymkomplexes zugesetzt wird und man dadurch die
Zeilen eventueii vorhandener Bakterien oder Piize auflöst. Aufgrund der vorteilhaften Eigenschaften
können die Enzymkomplexe nach der Erfindung auf den verschiedensten Gebieten der Lebensmittelindustrie,
der pharmazeutischen Industrie, der Futtermittel herstellenden Industrie und der Schädlingsvertilgungsmittel
herstellenden Industrie verwendet werden.
Der Enzymkomplex nach der Erfindung und das Verfahren zur Herstellung desselben werden in den
folgenden Beispielen anhand bevorzugter Ausführungsformen im einzelnen erläutert.
In einen 300 ml-Erlenmeyerkolben wurden 19 g
Weizenkleie, 1 g getrocknete Hefe und 18 ml Wasser gegeben. Der Kolben wurde dann erwärmt und der
Inhalt des Kolbens wurde zu einer gleichmäßigen pastösen Mischung gerührt Der Nährboden wurde zur
Sterilisation 20 min bei 1200C mit Dampf behandelt.
Eine Pellicularia sasakii-Stammkultur (F. R. I. No. 1170)
wurde auf den sterilen Nährboden aufgeimpft Die Festbodenkultur des Pellicularia-Stammes wurde 120 h
bei einer konstanten Temperatur von 28° C durchgeführt. Die dabei erhaltene Kultur wurde mit 80 ml einer
Acetatpufferlösung vom pH-Wert 4,0 vermischt und die Mischung wurde bei Raumtemperatur 1 h bewegt, um
sicherzustellen, daß die Enzyme in die flüssige Phase extrahiert wurden. Die Mischung wurde dann unter
Druck abfiltriert und das zentrifugierte Filtrat ergab 70 ml einer klären Lösung, die den von Pellicularia
sasakii gebildeten Enzymkomplex enthielt Zu dieser klären Lösung wurden 210 ml Aceton zugesetzt so daß
der Enzymkomplex ausfiel. Der ausgefallene Enzymkomplex wurde abfiltriert und getrocknet und ergab
700 mg eines Enzympräparats in Pulverform. Dieses Enzympräparat besaß eine ausgezeichnete lysierende
Äkiiviiät für Zeüwäüdc der verschiedenen Mikroorganismen
einschließlich Bakterien, Pilze, Hefen, Basidiomyceten und Chlorella.
In einen 300 ml-Erlenmeyerkolben wurden 10 g Weizenkleie, 10 g Reiskleie, 2 g Pepton und 20 ml
Wasser gebracht Der Kolben wurde erwärmt und der Inhalt des Kolbens wurde bewegt um eine gleichmäßige
pastöse Mischung zu erhalten. Dieser Nährboden wurde zur Sterilisation 20 min bei 120° C mit Wasserdampf
behandelt Eine Pellicularia filamentosa-StammkuItur (F. R. L No. 1172) wurde auf den sterilen Nährboden
aufgeimpft Die Festbodenkultur erfolgte 170 h bei 28° C. Die so erhaltene Kultur wurde dann mit 80 ml
Wasser vermischt, und diese Mischung wurde bei Raumtemperatur gut bewegt um sicherzustellen, daß
die Enzyme in die wäßrige Phase extrahiert wurden. Die Mischung wurde dann unter Druck filtriert und das
Filtrat zentrifugiert, wobei eine klare Lösung erhalten wurde, die den durch Pellicularia filamentosa erzeugten
Enzynikomplex enthielt. Zu der klären Lösung wurde Ammoniumsulfat bis zu 70%iger Sättigung zugesetzt, so
daß der Enzymkomplex ausfiel. Der Niederschlag wurde abfiltriert und getrocknet und ergab 1 g eines
Enzympräparates in Pulverform. Dieses Enzympräparat erwies sich als die Zellwände verschiedenster Mikroorganismen,
wie von Bakterien, Pilzen, Hefen, Basidiomyceten und Chlorella, lysierend aktiv.
In einen 1 1-Erlenmeyerkolben wurden 9 g Saccharose,
b g Reiskleie, 0,6 g eines Pulvers aus getrockneten Pilzen (Cortinellus shiitake), 1,5 g Ammoniumsulfat,
1,5 g Monokaliumphosphat, 0,3 g Kaliumchlorid, 0,4 g Magnesiumsulfat und 0,003 g Eisen(II)-sulfat gebracht.
Dazu wurden zum Auflösen 300 ml Wasser zugesetzt.
Der Nährboden in Form einer wäßrigen Lösung wurde mit Wasserdampf 20 min lang bei 120° C sterilisiert. Eine
Stammkultur von Pellicularia filamentosa (F. R. I. 1172)
wurde auf das sterile flüssige Nährmedium aufgeimpft. Die Schüttelkultur des Pellicularia-Stammes wurde
120 h bei 23° C durchgeführt Die dabei erhaltene Kulturbrühe wurde filtriert, um die vorhandenen
Feststoffe zu entfernen, und das dabei erhaltene klare Filtrat, das die Enzyme enthielt, wurde auf ein Drittel
des ursprünglichen Volumens konzentriert und anschlie-Bend durch eine Dialysemembran dialysiert Der
konzentrierten Lösung wurden 400 ml wäßrigen 99%igen Äthylalkohols zugesetzt, so daß der Enzymkomplex ausfiel. Der Niederschlag wurde abfillrierl und
getrocknet und ergab 450 mg eines Enzympräparats in Pulverform. Dieses Enzympräparat zeigte eine gute
Aktivität und lysierte Zellwände verschiedener Mikroorganismen, einschließlich Bakterien, Pilze, Hefen,
Basidiomyceten und Chlorella.
In einen 300 ml-Erlenmeyerkolben wurden 5 g feinzerteilte Weizenkleie, 0,5 g Ammoniumsulfat 0,5 g
Monokaliphosphat 0,1 g Kaliumchlorid, 0,1 g Magnesiumsulfat, 0,001 g Eisen(II)-suIfat und 100 ml Wasser
gebracht Der Kolbeninhalt wurde mittels Wasserdampf 20 min bei 120° C sterilisiert Eine Stammkultur von
Pellicularia sasakii (F. R. I. No. 1170) wurde auf das
sterile flüssige Nährmedium aufgeimpft Die Schüttelinkubation wurde 24 h lang bei 28° C mittels eines
Drehschüttlers durchgeführt um eine Saatflüssigkultur herzusieiien. Parailel dazu wurden 200 g Weizenkleie,
5 g eines Pulvers getrockneter Pilze (Cortinellus shiitake) und 160 ml einer 5%igen wäßrigen Ammoniumsulfatlösung
in 5 Holzschalen gebracht In jeder Schale wurden die Materialien gut vermischt um eine
einheitliche Mischung zu ergeben, die dann mit Wasserdampf sterilisiert wurde. 20 ml der obigen
Saatflüssigkultur wurden auf den Nährboden in jeder Schale aufgeimpft Die Stationskultur erfolgte 96 h bei
28° C. Die Kulturen in diesen Schalen wurden gereinigt und die kombinierte Kultur wurde mit 41 einer
wäßrigen Lösung aus einem Acetatpuffer von einem pH-Wert von 4,0 extrahiert Der Extrakt wurde unter
Druck filtriert und das zentrifugierte Filtrat ergab 3,61 einer klären Lösung, die den von Pellicularia sasakii
gebildeten Enzymkomplex enthielt Dieser klären Lösung wurde Ammoniumsulfat bis zu 7O°/oiger
Sättigung zugesetzt, so daß der Enzymkomplex ausfiel.
Der Niederschlag wurde gesammelt und in 900 ml Wasser aufgenommen. Die wäßrige Enzymlösung
wurde im Vakuum lyophilisiert und ergab 32 g eines Enzympräparates in Pulverform. Dieses Enzympräparat
erwies sich als Zellwände verschiedener Mikroorganismen, wie von Bakterien, Pilzen, Hefen, Basidiomyceten
und Chlorella, lysierend aktiv.
In drei 300 ml-Erlenmeyerkolben wurden je 19 g
Weizenkleie, Ig Trockenhefe und 18 ml Wasser gebracht, und der Inhalt eines jeden Kolbens wurde
erwärmt und zu einer gleichförmigen pastösen Masse gerührt. Dieses Kulturmedium wurde dann 20 rnin mit
Wasserdampf bei 120°C sterilisiert. Stammkulturen von Pellicularia sasakii und Pellicularia filamentosa wurden
auf die sterilen Kulturmedien in allen drei Kolben aufgeimpft. Die Festbodenkultivierung wurde 120 h
lang bei einer konstanten Temperatur von 28° C durchgeführt Danach wurden die erhaltenen Kulturen
mit 80 ml-Portionen einer 0,1 η Acetatpufferlösung (pH
5,0) vermischt, und die Mischungen wurden bei Raumtemperatur 1 h bewegt, um sicherzustellen, daß
die Enzymkomplexe, die durch die verschiedenen Pelliculariaarten erzeugt worden waren, in die flüssige
Phasen extrahiert wurden. Die Mischungen wurden unter Druck filtriert, und die Filtrate ergaben nach dem
Zentrifugieren 70 ml-Portionen von 2 klaren Lösungen, die die Enzymkomplexe enthielten.
Parallel dazu wurden Zellsuspensionen von Pilzen, Hefen, Bakterien und Chlorella in Wasser aus Kulturen
von Aspergillus niger, Penicülium steckii, Saccharomyces cerevisiae IFO-0209, Candida utilis IFO-0396,
Candida albicans, Candida lipolitica und Lentinus edodes, jede in einem Malzmedium inkubiert, hergestellt;
Kulturen aus Bacillus subtilis und Lactobacillus lactis wurden in einem Bouillonmedium inkubiert; und
die Chlorella pyrenoidosa-Kultur wurde in einem Nakamuramedium inkubiert. Jede dieser Zellsuspensionen
wurde in 3 Reagenzgläser gebracht 20 ml-Portionen der oben angegebenen drei klaren Lösungen des
Enzymkomplexes wurden dann in die 3 Reagenzgläser gegeben, die die Zellsuspensionen enthielten. Der Inhalt
ίο eines jeden Reagenzglases wurde 20 h leicht in einem
Wasserbad bei einer konstanten Temperatur von 35° C geschüttelt, so daß die Enzyme mit den Zellwänden
umgesetzt wurden, um die Zellen in der Suspension aufzulösen. Die Zellsuspensionen wurden unter dem
irlikroskop beobachtet, um festzustellen, bis zu weichern
Grad die Zellen unter der Wirkung der Enzymkomplexe von Pellicularia sasakii und Pellicularia filamentosa
aufgelöst oder abgebaut worden waren. Der Grad der Auflösung der Zellen wurde nach der folgenden Skala
beurteilt:
+ + bezeichnet vollständige Auflösung der Zellen,
+ bezeichnet die Auflösung eines größeren Teils der Zellen,
± bezeichnet die Auflösung eines kleineren Teiles der Zellen,
+ bezeichnet die Auflösung eines größeren Teils der Zellen,
± bezeichnet die Auflösung eines kleineren Teiles der Zellen,
- bedeutet, daß keine Auflösung der Zellen festgestellt werden konnte.
Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden
Tabelle I zusammengefaßt. Zum Vergleich wurde das Verfahren wiederholt, indem 2 ml der Acetatpufferlösung
anstatt der oben erwähnten klären Enzymlösungen zugesetzt wurde. Bei den Vergleichsversuchen wurde
keine Auflösung der Zellen festgestellt
| Art der aufzulösenden Zeiien | Enzymzusatz | Aufiösungsgrad der Zeiien durch |
| Enzym von Enzym von | ||
| Pellicularia Pellucularia | ||
| sasakii filamentosa | ||
| Aspergillus niger | zugesetzt | ++ ++ |
| nicht zugesetzt | — — | |
| Penicillium steckii | zugesetzt | ++ ++ |
| nicht zugesetzt | - - | |
| OHUlnMOl UlliJTUGS UCICVIMiIC | zugesetzt | |
| nicht zugesetzt | — — | |
| Candida utilis | zugesetzt | ++ ++ |
| nicht zugesetzt | — — | |
| Candida albicans | zugesetzt | ++ ++ |
| nicht zugesetzt | — — | |
| Candida lipolitica | zugesetzt | ++ ++ |
| nicht zugesetzt | — — | |
| Lentinus edodes | zugesetzt | + + |
| nicht zugesetzt | — — | |
| Bacillus subtilis | zugesetzt | ± ± |
| nicht zugesetzt | — — | |
| Lactobacillus lactis | zugesetzt | + + |
| nicht zugesetzt | — - | |
| Chlorella pyronoidosa | zugesetzt | + + |
| nicht zugesetzt | — — |
Zellsuspensionen in physiologischer Kochsalzlösung wurden aus Candida utilis IFO-0396, Saccharomyces
cerevisiae IFO-0209 und Hansenula anomala IFO-0122
hergestellt, die jeweils durch Schüttelkultur der Mikroorganismen in einem flüssigen Nährboden erhalten
wurden, der 3% Glucose, 0,8% (NHi)2SO4, 0,5%
KH2PO4, 0,2% NaCl, 0,2% MgSO4 · 7 H2O und 0,1%
Hefeextrakt (Gewichtsprozent) enthielt, und zwar bei einem pH-Wert von 5,2 und über einen Zeitraum von
20 h. Während dieser Zeit wurde mit einem Rotator (200 UpM) geschüttelt Ein Tropfen einer jeden
Zellsuspension wurde auf einen Objektträger gebracht, und ein Tropfen der klaren Lösung des Enzymkompiexes
von Pellicularia sasakü, wie in Beispiel 1, wurde diesem Tropfen der Zellsuspension auf dem Objektträger
zugesetzt Die Flüssigkeiten dieser Tropfen wurden schnell vermischt und dann mit dem Deckglas
zugedeckt Die so hergestellten Objektträger wurden in einem Raum bei einer konstanten Temperatur von 300C
aufbewahrt, und die Veränderung der Zellen in der
flüssigen Masse auf der Glasplatte wurde unter dem Mikroskop über bestimmte Zeit beobachtet Es konnte
festgestellt werden, daß die Zellen mit der Zeit allmählich aufgelöst wurden. Der Grad der Auflösung
der beobachteten Zellen wurde nach der folgenden Skala festgestellt:
+ bedeutet, daß die Auflösung der Zellen begonnen hat,
IU + + bedeutet, daß die Auflösung der Zellen fortschreitet,
+ + + bedeutet, daß die Auflösung der Zellen aufgehört hat,
— bedeutet, daß keine Veränderung bei den Zellen zu beobachten war.
Die Untersuchungsergebnisse sind in der folgenden Tabelle II zusammengefaßt Zum Vergleich wurde ein
Versuch durchgeführt, bei dem ein Tropfen der Acetatpufferlösung an Stelle des Tropfens der Enzymlösung
zugesetzt wurde. Bei den Vergleichsversuchen wurde keine Auflösung der Zellen beobachtet.
Aufzulösender Mikro- Enzymorganismus zusatz
Grad der Auflösung der Zellen der Mikroorganismen mit Ablauf der Zeit (Minuten)
1 3 5 10 15 30 60 90
| Candida utilis | ja |
| nein | |
| Saccharomyces | ja |
| cerevisiae | nein |
| Hansenula anomala | ja |
| nein | |
| Beispiel 7 |
In einen konischen 300 ml-ErlenmeyerkoIben wurden
20 g Weizenkleie, 0,5 g eines Pulvers getrockneter Pilze (Cortinellus shiitake) und 16 ml einer wäßrigen 5%igen
Ammoniumsulfatlösung gegeben, und der Inhalt des Kolbens wurde erwärmt und zu einer geiehförmigen
.pastösen Mischung gerührt Dieses Nährmedium wurde 20 min bei 120° C mit Wasserdampf sterilisiert Eine
Stammkultur von Pellicularia filamentosa wurde auf das sterile Kulturmedium aufgeimpft und die Festbodenkultur
wurde 144 h lang bei 250C durchgeführt Die hierbei erhaltene Kulrur wurde mit 8Om! entionisicrtcrn
Wasser vermischt und die Mischung wurde bei Raumtemperatur eine Stunde bewegt um sicherzustellen,
daß der von Pellicularia filamentosa erzeugte Enzymkomplex in die flüssige Schicht extrahiert wurde.
Die Mischung wurde dann unter Druck Filtriert, das Filtrat zentrifugiert, und man erhielt 65 ml einer klaren,
den Enzymkomplex enthaltenden Lösung. Dieser klären Lösung wurde Ammoniumsulfat bis zu 70%iger
Sättigung zugesetzt, so daß der Enzymkomplex ausfiel. Der Niederschlag wurde abfiltriert und getrocknet und
man erhielt 1,7 g eines Enzympräparates in Pulverform.
Dieses Enzympräparat wurde in einer Acetatpufferlösung mit einem pH-Wert von 5,0 aufgelöst um eine
Enzymlösung herzustellen, die 1 % des Enzympräparats enthielt 10 ml dieser Enzymlösung wurden in ein
L-förmiges Rohr gegeben undl g Trockenhefe oder 1 g getrockneter Chlorella wurden zusätzlich in das L-Rohr
gegeben. Die Trockenhefe wurde aus einer Candida-Art hergestellt die inkubiert wurde, indem ein Nährmedium
verwendet wurde, das eine paraffinische Erdöl-Kohlenwasserstoff-Fraktion als Kohlenstoffquelle enthielt Das
L-Rohr wurde bei einer konstanten Temperatur von 400C geschüttelt so daß die Enzyme mit den Zellen der
Hefe oder der Chlorella zur Reaktion gebracht wurden und die Lysis der Zellwände bewirkten. Nach einer
Reaktionszeit von i h oder 3 h wurden 3 ml einer wäßrigen Natriumhydroxidlösung der Reaktionsmischung
zugesetzt urn den pH-Wert auf etwa 7 ciüZüSiciicin. D;c fviiSCuUng Würde ΰαϊϊϊϊ Wiederum
weitere 15 min geschüttelt und zentrifugiert um die Feststoffe zu entfernen. Die so erhaltene klare Lösung
wurde auf den Gehalt an Zucker und Proteinen analysiert die aus den Zellen herausgelöst worden
waren. Die Zucker wurden bestimmt durch eine kolorimetrische Methode bei 530 nm unter Verwendung
von 3,5-Dinitrosalicylsäure als Farbentwicklungsmittel.
Die Menge an Zucker wurde als Glucosemenge ausgedrückt Der Proteingehalt wurde berechnet, indem
der Stickstoffgehalt der Proteine durch die bekannte Kjeldahl-Ninhydrinmethode bestimmt und der festgestellte
Stickstoffgehalt mit 6,25 multipliziert wurde. Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden
Tabelle III zusammengefaßt Zu Vergleichszwecken wurde ein Versuch durchgeführt, in dem 10 ml einer
Acetatpufferlösung vom pH-Wert 5,0 an Stelle der oben angegebenen Enzymlösung verwendet wurde.
Tabelle ΠΙ
Aufzulösende Mikro- Enzym
organismen zusatz
| Reaktionszeit | Gehalt an aus den Zellen her | Proteine |
| ausgelösten Substanzen (in mg) | 291,0 | |
| (Stunden) | Zucker | 368,2 |
| 1 | 70,2 | 95,1 |
| 3 | 75,4 | 95,4 |
| 1 | 5,7 | 162,2 |
| 3 | 5,6 | 198,9 |
| 1 | 30,3 | 40,1 |
| 3 | 34,1 | 30,6 |
| 1 | 0,4 | |
| 3 | 0,4 |
Getrocknete Hefe
Getrocknete
Chlorella
Chlorella
ja
nein
nein
ja
nein
nein
Durch diesen Versuch sollte gezeigt werden, daß der Enzymkomplex nach der vorliegenden Erfindung sich
auch dazu eignet, verschiedene Nahrungsmittel und Getränke wie beispielsweise Tomatensaft, Kartoffelsaft
und Orangensaft, vor dem Verderb zu bewahren.
10 ml-Portionen Tomatensaft, Kartollfelsaft und
Orangensaft wurden in kleine Schalen gegeben. Das nach Beispiel 1 hergestellte Enzympräparat wurde mit
einem Ionenaustauschharz gereinigt. 0,1 mg, 1 mg und 10 mg des gereinigten Enzympräparates wurden dem
Inhalt der Schalen zugesetzt. Einigen Schalen der verschiedenen Getränke wurden keine Enzympräparate
zugesetzt. Man ließ dann die Schalen an Luft bestimmte Zeit bei 28° C stehen, und ein Verderben wurde dadurch
festgestellt, daß die Verfärbung das Aussehen und der Geruch der Säfte geprüft wurden. Die Versuchsergebnisse
sind in der folgenden Tabelle IV zusammengefaßt. Das Symbol — gibt an, daß der Saft nicht verdorben
war.
| Tabelle IV | Enzymzusatz | Zeitablauf (Tage) | 2 | 4 | 7 |
| Material | 1 | iii + | III + | + +Il | |
| kein Zusatz 0,1 mg/10 ml 1 mg/10 ml 10 mg/10 ml |
I I I I | III + | : | + | |
| Tomatensaft | kein Zusatz 0,1 mg/10 ml 1 mg/10 ml 10 mg/10 ml |
111 + | I I I I | III + | III + |
| KartofTelsaft | kein Zusatz 0,1 mg/10 ml lmg/10 ml 10 mg/10 ml |
I I I I | |||
| Orangensaft | |||||
Zu 100 g eines getrockneten Zellkuchens einer
Candida lipolitica-Hefe wurde 1 1 einer wäßrigen Lösung (pH 5,0) eines O,5°/oigen, nach Beispiel 2
hergestellten Enzympräparates zugesetzt. Die Mischung wurde 30 min bei 35° C gehalten, um die
enzymatische Reaktion durchzuführen. Anschließend wurde die Reaktionsmischung 1 1 einer wäßrigen 0,2 η
Natriumhydroxidlösung zugesetzt Die Mischung wurde 30 min auf 50° C erwärmt, um sicherzustellen, daß das
Protein der Hefezellen in die wäßrige Phase extrahiert wurde. Der dabei erhaltene wäßrige Extrakt wurde
zentrifugiert, um den Zellkuchen zu entfernen, und die
überstehende Flüssigkeit wurde mit 6 η-Salzsäure auf einen pH-Wert von 4,0 eingestellt, so daß das Protein
beim isoelektrischen Punkt ausfiel. Die Menge des ausgefallenen Proteins entspricht 76% des gesamten
Proteingehalts der Hefezellen. Wenn dieser Versuch ohne das Enzympräparat wiederholt wurde, beträgt die
Menge des ausgefällten und isolierten Proteins nur 15% des gesamten Proteingehalts der Hefezellen.
Beispiel 10
10 g eines Futters, das aus getrockneten Candida utilis-Zellen bestand, wurden zu 100 ml einer wäßrigen
Lösung (pH-Wert 6,0) gegeben, die 0,5% des nach Beispiel 3 hergestellten Enzympräparates enthielt. Die
Mischung wurde 1 h bei 35°C gehalten, so daß die Enzyme mit den Zellwänden der Hefe reagierten. Die
Reaktionsmischung wurde dann gefriergetrocknet und ergab ein pulverförmiges Futtermittel, das aus dsr mit
Enzym behandelten Candida-Hefe bestand. Der Versuch wurde ohne Zusatz des Enzympräparates wiederholt,
und man erhielt ein gepulvertes Futtermittel, das lediglich aus der gefriergetrockneten Candida-Hefe
bestand. Die anfängliche getrocknete unbehandelte Candida-Hefe, die enzymbehandelte Candida-Hefe und
die lediglich gefriergetrocknete Hefe wurden mit Pepsin behandelt, um die Verdaubarkeit festzustellen. Die dabei
erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle V zusammengefaßt.
Proben
Verdaubarkeit
durch Pepsin
durch Pepsin
Getrocknete Candidahefe
Unbehandelt (Vergleich)
Unbehandelt (Vergleich)
Lediglich gefriergetrocknete
Candidahefe (Vergleich)
Candidahefe (Vergleich)
Candidahefe, behandelt mit dem
erfindungsgemäßen Enzymkomplex
erfindungsgemäßen Enzymkomplex
58,4%
60,2%
97,7%
60,2%
97,7%
11
Einem Volumen einer klaren Lösung, die den nach Beispiel 5 mit Pellicularia sasakii hergestellten Enzym-
030 208/153
komplex enthielt, wurde zweimal Aceton zugesetzt, so
daß der Enzymkomplex ausfiel. Der Niederschlag wurtle gesammelt und getrocknet und ergab ein
pulverförmiges Enzympräparat 20 g eines nassen Kuchens (Feststoffgehalt: 48 Gewichtsprozent), der aus
Candida utilis-Zellen bestand, wurde zu 100 ml einer
wäßrigen Lösung (pH-Wert 4,0) gegeben, die ein Prozent des gepulverten Enzympräparates enthielt Die
Mischung wurde dann 1 h bei 350C leicht geschüttelt, um die enzymatische Reaktion durchzuführen. Nach der
Reaktion wurde die Reaktionsmischung zentrifugiert, um die zurückbleibenden Feststoffe zu entfernen. Die
überstehende Flüssigkeit wurde lyophilisiert, und man erhielt 7,8 g eines trockenen pulverförmigen Extrakts
der löslichen intrazellulären Substanz der Candida utilis-Zellen. Die Analyse ergab, daß der trockene
pulverförmige Extrakt 54,3% Rohproteine, 4,0% Rohfette, 1,7% rohe faserartige Materialien, 6,4% Asche
und 33,6% lösliche Stickstoff-haltige Substanzen enthielt.
Das Verfahren wurde wiederholt, indem 100 ml Acetatpufferlösung mit einem pH-Wert von 4,0 an
Stelle der Enzymlösung zugesetzt wurden, und man erhielt lediglich 1,7 g eines trockenen Pulvers nach dem
Lyophilisieren der überstehenden Lösung.
Ein Impfstoff aus der pathogenen Hefe Candida albicans wurde hergestellt, indem eine Schrägkultur
dieser Hefe auf 100 ml eines Kartoffel-GIucose-Nährbodens
aufgeimpft wurde. Dieser Ansatz wurde 24 h bei 300C inkubiert, und der Nährboden wurde dann mit
Wasser auf das lOfache Volumen des ursprünglichen Volumens verdünnt 1 ml-Portionen des so hergestellten
Impfstoffs (der 6 χ lO^-Zellenkolonien ml enthielt)
wurden 10 ml-Portionen eines Kartoffel-Glucose-Nährbodens
(pH-Wert 6,0) zugesetzt, der 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 4 mg, 8 mg, 16 mg bzw. 32 mg/ml) des Enzympräparates
aus Pellicularia sasakii nach Beispiel 1 enthielt Der geimpfte Nährboden wurde stationär 24 h lang bei 35° C
inkubiert, und dann wurde die Zahl der nicht lysierten Zellen von Candida albicans festgestellt Die Ergebnisse
sind in Tabelle VI zusammengefaßt
Gehalt an Enzympräparat im inkubierten Nährboden
(mg/ml)
Anzahl der Zellkolonien
je ml des Nährbodens
je ml des Nährbodens
0,5
16
32
32
2X106
IXlO5
7X104
4X104
2X102
Beispiel 13
In diesem Beispiel wurden die enzymatischen Aktivitäten der Enzymkomplexe untersucht, die mit
Pellicularia sasakii und Pellicularia filamentosa nach den Beispielen 4 und 2 hergestellt wurden. Die Bestimmung
der enzymatischen Aktivitäten wurde in folgender Weise durchgeführt:
1) Cellulase-Aktivität: 5 ml einer Enzymlösung
(pH-Wert 5,0), wurde in ein L-förmiges Rohr gegeben, und 2 Filterpapierstücke (1 cm χ 1 cm) wurden in die
Enzymlösung in dem Rohr getaucht Die Lösung wurde mit einem Monod-Schüttler bei 400C geschüttelt Es
wurde die Zeit bestimmt, die notwendig war, bis die Filterpapierstücke vollständig zerfallen waren. Die
Stärke der Cellulase-Aktivität wurde nach der folgenden Geichung berechnet:
Wirkungsstärke =
150
χ 1000
worin (x) die Zeit in Minuten bezeichnet, die notwendig war, bis das Filterpapier vollständig zerfallen war, und
(y) das Volumen in ml der verwendeten Enzymlösung angibt.
2) /?-l,3-Glucanase-Aktivität: 0,5 ml einer Lösung von 1 % Laminarin wurde in ein Reagenzglas gegeben, und es wurden 0,5 ml einer verdünnten Enzymlösung (pH-Wert 5,0) zugesetzt. Die Mischung wurde 30 min auf 45°C erwärmt Anschließend wurde die in der Reaktionsmischung vorhandene Glucosemenge kolorimetrisch bestimmt. 1 ml der in der Reaktionsmischung gebildeten Glucose wurde als einer Einheit der /M.S-Glucanase-Aktivität je 0,5 ml der verdünnten Enzymlösung entsprechend gewertet.
2) /?-l,3-Glucanase-Aktivität: 0,5 ml einer Lösung von 1 % Laminarin wurde in ein Reagenzglas gegeben, und es wurden 0,5 ml einer verdünnten Enzymlösung (pH-Wert 5,0) zugesetzt. Die Mischung wurde 30 min auf 45°C erwärmt Anschließend wurde die in der Reaktionsmischung vorhandene Glucosemenge kolorimetrisch bestimmt. 1 ml der in der Reaktionsmischung gebildeten Glucose wurde als einer Einheit der /M.S-Glucanase-Aktivität je 0,5 ml der verdünnten Enzymlösung entsprechend gewertet.
3) Chitinase-Aktivität: Diese Aktivität wurde gemessen, indem 1 ml einer l%igen Suspension eines
gepulverten Poly-N-acetylglucosamins (0,147 mm) bei
pH 5 verwendet wurde und diese mit 1 ml verdünnter Enzymlösung 2 h bei 45°C umgesetzt wurde. Die
Bildung von 1 μg/ml des N-Acetylglucosamins in der
Reaktionsmischung wurde als die einer Einheit der Chitanase-Aktivität je ml der Enzymlösung entsprechende
Menge gewertet.
Die optimale Temperatur und der optimale pH-Wert für die Enzymaktivitäten wurden, für die durch
Pellicularia sasakii und Pellicularia filamentosa erzeugten Enzympräparate gemessen. Die dabei erhaltenen
Ergebnisse sind in den Tabellen VII und VIII zusammengefaßt.
Die Enzymaktivitäten wurden mit einer nach Beispiel 5 hergestellten Enzymlösung gemessen.
Eigenschaften des von P. sasakii erzeugten Enzymkomplexes
| Enzymatische Aktivität | Wirkungsstätte | Optimale | Optimaler |
| Temperatur | pH-Wert | ||
| (E/ml) | CQ | ||
| Zellwändelysierende Aktivität | 210 | 30-40 | 5-7 |
| Cellulase | 500 | 40-50 | 5,0 |
| jff-l,3-Glucanase | 17,0 | 40-50 | 5,0 |
| Chitinase | 12,0 | 35 | 4,0-5,5 |
Eigenschaften des von P. filamentosa erzeugten Enzymkomplexes
| Enzymatische Aktivität | Wirkungsstärke | Optimale | Optimaler |
| Temperatur | pH-Wert | ||
| (E/ml) | TQ | ||
| Zellwandlysierende Aktivität | 220 | 30-40 | 5-7 |
| Cellulase | 500 | 40-50 | 5 |
| ^-1,3-Flucanase | 17,2 | 40-50 | 5,0 |
| Chitinase | 12,0 | 35 | 4,0-5,5 |
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung zellwändelysierender Enzymkomplexe, die folgende Eigenschaften
besitzen:
(a) sie lysieren lebende und tote Zellen zumindest von Aspergillus niger, Penicillium steckii,
Saceharomyces cerevisiae, Candida utilis, Candida albicans, Candida lipolitica, Lentinus
edodes, Bacillus subtilis, Lactobacillus lactis und Chlorella,
(b) ihre zellwandlysierenden Aktivitäten sind stabil im pH-Bereich von 3 bis 9, wobei der optimale
pH-Wert im Bereich von 5 bis 7 liegt,
(c) ihre zellwandlysierenden Aktivitäten sind optimal in einem Temperaturbereich von 30—400C,
wobei die optimale Temperatur in Abhängigkeit von der Natur der Mikroorganismen, deren
Zellen lysiert werden sollen, variiert,
(d) ihre zellwandlysierenden Aktivitäten sind stabil in einem niedrigen Temperaturbereich, werden
jedoch bei Temperaturen oberhalb von 500C schnell inaktiviert,
(e) ihre zellwandlysierenden Aktivitäten werden durch die Gegenwart von Mn++, Ni++ oder
Zn + + inaktiviert,
(f) sie zeigen die enzymatischen Aktivitäten von Cellulase bei einem optimalen Temperaturbereich
von 40-500C und einem optimalen pH-Wert von 5,0, von Carboxymethylcellulase,
von jS-l,3-Glucanase bei einem optimalen Temperaturbereich von 40—500C und einem
optimalen pH-Wert von 5,0, von Chitinase bei einer optimalen Temperatur von 35° C und
einem optimalen pH-Bereich von 4,0-5,5, von Protease, Hemi-cellulase und Amylase, und
(g) sie setzen sich im wesentlichen aus Enzymkomponenten zusammen, die jeweils ein Molekulargewicht
von mindestens 50 000 besitzen,
dadurch gekennzeichnet, daß ein bekannter Stamm von Pellicularia sasakii oder ein
bekannter Stamm von Pellicularia filamentosa in einem Nährmedium, das assimilierbare Kohlenwasserstoffquellen
und assimilierbare Stickstoffquellen enthält, zur Erzeugung und Anreicherung des
Enzymkomplexes im Nährmedium gezüchtet und dann der Enzymkomplex aus dem Nährmedium
isoliert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein bekannter Pellicularia-Stamm 48
bis 120 Stunden bei einer Temperatur von 20 bis 35"C unter aeroben Bedingungen in einem flüssigen
Medium gezüchtet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein bekannter pellicularia-Stamm
3—10 Tage bei einer Temperatur von 20 —35°C in
festem Nährboden gezüchtet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als eine der assimilierbaren Kohlenstoff-
und Stickstoffquellen Kleie verwendet, das Nährmedium mit Wasser oder gepuffertem Wasser
zu einer wäßrigen Extraktlösung des Enzymkomplexes extrahiert, der Enzymkomplex aus dem Extrakt
durch Aussalzen mit Ammoniumsulfat oder durch Zusatz von Aceton oder Äthylalkohol ausgefällt und
der Niederschlag dann getrocknet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einem flüssigen Nährmedium unter
aeroben Bedingungen gezüchtet, entstandene Kulturbrühe zum Entfernen der Feststoffe filtriert, das
erhaltene klare Filtrat durch eine Dialyse-Membran dialytisch konzentriert, der Enzymkomplex aus dem
konzentrierten Filtrat durch Aussalzen oder durch Zugabe von Aceton oder Äthylalkohol ausgefällt
und der Niederschlag dann getrocknet wird.
6. Zellwändelysierende Enzymkomplexe, dadurch gekennzeichnet, daß sie nach dem den Verfahren
gemäß Anspruch 1 —5 erhältlich sind.
7. Verwendung der zellwändelysierenden Enzymkomplexe gemäß Anspruch 6 zum Auflösen von
Zellen von Mikroorganismen, einschließlich Bakterien, Pilzen, Hefen, Basidiomyceten und Chlorella,
wobei die in einem wäßrigen Medium suspendierten Zellen mit den Enzymkomplexen oder mit den
Enzymkomplexen in Form der entsprechenden Zuchtbrühe oder in Form eines Extraktes aus einem
entsprechenden festen Nährboden behandelt werden.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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