DE19913000C1 - Verfahren und Näheinheit zum Einarbeiten von Mehrweite - Google Patents
Verfahren und Näheinheit zum Einarbeiten von MehrweiteInfo
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Abstract
Bei einer Näheinheit zum Einarbeiten von Mehrweite in einer einzelnen Nähgutlage wird nach Eingabe der Ausgangslänge der Nähgutlage und der nach dem Raffen und Nähen gewünschten Solllänge von einem Rechner der Näheinheit der hierfür erfolderliche Raffwert errechnet. Ferner wird zur Steuerung des Endpunktes eines Mehrweiteabschnittes die tatsächliche Stichanzahl errechnet. Hierfür wird aus einem Datenspeicher der jeweils aktuelle tatsächliche Stichlängenwert ausgelesen, bei dem der raffwertabhängige Schlupf der Transporteure der Nähmaschine berücksichtigt ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Näheinheit zum
Einarbeiten von Mehrweite in einer Nähgutlage nach dem Oberbegriff des
Anspruches 1.
Aus der PFAFF-Informationsschrift "PFAFF 3811", Druckdatum 04/89, sind
mehrere Versionen einer als integrierter Nähplatz bezeichneten
Näheinheit zum Einarbeiten von Mehrweite in einer Nähgutlage bekannt.
Bei dieser auch als Vorkräuseln bezeichneten Näharbeit wird die
Nähgutlage durch das kombinierte Vorschieben eines mit einer Basis
stichlänge arbeitenden Haupttransporteurs und wenigstens eines
gegenüber diesem größere Vorschubschritte ausführenden Differen
tialtransporteurs gekräuselt bzw. gerafft und dieser Zustand durch
eine Naht festgehalten, wobei ggf. noch ein Stabilisierungsband mit
angenäht wird.
Der Grad des Vorkräuselns bzw. das Raffmaß läßt sich durch einen
Differentialstichsteller einstellen. Je nach Ausstattung der Maschine
wird der Differentialstichsteller entweder von Hand oder durch ein
elektrisch antreibbares Stellglied betätigt, dem zwanzig Sensortasten
zugeordnet sind, die jeweils einen bestimmten Raffwert repräsentieren.
Bei einer ersten Version lassen sich die benötigten Raffwerte nachein
ander abrufen. Bei einer zweiten Version können durch Betätigen einer
Handtaste zwei vorgewählte Raffwerte während des Nähvorganges wechsel
weise abgerufen werden. Bei einer dritten Version können Programme mit
einer größeren Anzahl unterschiedlicher Raffwerte gespeichert werden,
wobei diese während des Nähvorganges wiederum durch Betätigen einer
Handtaste nacheinander abrufbar sind.
In allen Fällen muß aber die Bedienungsperson zur Erzielung der
gewünschten Solllänge der Nähgutlage oder eines Mehrweitebereiches
einen geeignet erscheinenden Raffwert auswählen. Einer erfahrenen
Bedienungsperson wird dies zwar mitunter auf Anhieb gelingen. Trotzdem
muß auch sie eine Probenaht nähen, um anhand des fertigen Ergebnisses
feststellen zu können, ob der ausgewählte Raffwert richtig oder falsch
war. Eine unerfahrene Bedienungsperson wird jedoch in aller Regel den
einzig richtigen Raffwert erst nach einigem Probieren herausfinden,
wodurch Zeit verloren geht und Ausschuß produziert wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Näheinheit zu schaffen, durch die das Ermitteln der für das ordnungs
gemäße Einarbeiten von Mehrweite erforderlichen Raffwerte und ggf. die
Bestimmung der Länge eines Mehrweiteabschnittes vereinfacht wird. Die
Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale der nebengeordneten
Verfahrensansprüche 1 und 2 sowie des Vorrichtungsanspruches 5 gelöst.
Die Erfindung beruht im wesentlichen auf dem Gedanken, durch den der
Nähmaschine zugeordneten Rechner aus der Ausgangslänge und der Soll
länge der vorzukräuselnden Nähgutlage den für die Einarbeitung der
Mehrweite erforderlichen Raffwert ausrechnen zu lassen. Dieser
aktuelle Raffwert wird entweder sogleich mit Hilfe des Stellgliedes
zur Einstellung der Differentialstichstelleinrichtung verwendet, oder
zunächst in ein Nähprogramm eingefügt und in einem Datenspeicher
abgelegt, aus dem er während des Nähens entweder durch Tasterbe
tätigung oder nach Ablauf einer festgelegten Stichanzahl abgerufen und
sodann ebenfalls zur Einstellung der Differentialstichstelleinrichtung
verwendet wird.
Sofern die Länge eines Mehrweitenbereiches nicht auf manuelle Weise
oder durch Stichzählung während eines Teach in - Modus festgelegt,
sondern beim Erstellen eines durch Dateneingabe zu bildenden Programms
bestimmt wird, leisten die in den Merkmalen e, bis g, des Anspruches 1
angegebenen Maßnahmen einen weiteren wichtigen Beitrag zur Lösung der
Aufgabe. Durch die Berücksichtigung des Schlupfes der Transporteure,
d. h. des Unterschiedes zwischen dem eingestellten und dem tatsäch
lichen Vorschubwert, wobei die Größe des Schlupfes mit der Größe des
errechneten aktuellen Raffwertes zunimmt, läßt sich jetzt im Voraus
die Stichanzahl genau berechnen, die sich beim Nähen eines Mehrweite
bereiches ergibt und zur Bestimmung des Endpunktes verwendet wird.
Bei der im Anspruch 2 angegebenen Lösungsvariante wird der den
raffwertabhängigen Schlupf der Transporteure berücksichtigende
Korrekturwert dazu verwendet, den Vorschub der Transporteure so weit
zu vergrößern, daß der Schlupf ausgeglichen wird. Dies führt dazu, daß
sich aus der Solllänge der Nähgutlage und dem Wert der Basisstichlänge
unmittelbar die tatsächliche Stichanzahl ergibt.
Für das Einnähen eines Ärmels in ein Armloch, bei dem in vorbestimmten
Nahtabständen im Ärmel Mehrweite einzuarbeiten ist, gibt es verschie
dene Lösungen zur automatisierten Verteilung und Bemessung der Mehr
weiteabschnitte. So ist aus der DE-AS 17 60 182 eine Nähmaschine
bekannt, bei der eine Kurvenscheibe eine Umfangssteuerkurve aufweist,
die in ihrer Konturenführung ein Ärmel-Einnähprogramm enthält. Da die
Kurvenscheibe starr ist, ist infolgedessen das Einnähprogramm unver
änderlich. Deshalb besteht die Notwendigkeit, daß für unterschiedliche
Ärmelnahtverläufe unterschiedliche Kurvenscheiben mit entsprechenden
Einnähprogrammen verwendet werden müssen.
Durch die EP 124 211 B2 sind ein Verfahren und eine Näheinheit zum
automatischen Einnähen eines Ärmels in ein Armloch bekannt, bei der
die Näheinheit mit einer "lernfähigen" Steuerung arbeitet, d. h., nach
Programmierung der jeweils erforderlichen Mehrweitebeträge speichert
die Steuerung beim Nähen durch Stichzählung die Länge der jeweiligen
Mehrweiteabschnitte.
Aus der DE 34 90 775 C2 ist eine weitere Näheinheit zum automatischen
Einnähen eines Ärmels in ein Armloch bekannt, mit einer Vorrichtung
zur differentiellen Vorschubsteuerung und einer Datenverarbeitungs
vorrichtung. Mit Hilfe einer Eingabeeinrichtung in Form einer Muster
leseeinrichtung, eines Monitors mit Lichtgriffel oder einer Tastatur
werden die Längendaten einander entsprechender jedoch unterschiedlich
langer Abschnitte des Ärmels und des Armloches und ein die Winkellage
des ersten Nahtabschnittes zur Stoffstruktur des Ärmels berücksich
tigender Koffizient in einen Speicher der Datenverarbeitungsvor
richtung eingegeben. Aus diesen Daten berechnet die Datenverar
beitungsvorrichtung sodann die für die Erzielung des gewünschten
Nähergebnisses erforderlichen Mehrweitenbeträge und die entsprechenden
Steuerungsdaten für die Vorschubsteuerung. Auf diese Weise soll schon
recht bald das gewünschte Nähergebnis erzielt werden, so daß die
Anzahl der Nähproben verringert werden kann.
Obwohl also auch bei den für das Ärmeleinnähen vorgesehenen Nähein
heiten in einer Nähgutlage abschnittsweise Mehrweite eingearbeitet
wird, lassen sich diese trotzdem nicht mit der erfindungsgemäßen Näh
einheit bzw. dem erfindungsgemäßen Nähverfahren ohne weiteres
vergleichen. Dies liegt im wesentlichen daran, daß bei der
erfindungsgemäßen Näheinheit die Mehrweite in einer einzelnen, sich
auf der glatten Stichplatte der Nähmaschine entlangbewegenden
Nähgutlage eingearbeitet wird, während dies bei den Näheinheiten für
das Ärmeleinnähen in einer von zwei aufeinanderliegenden, durch
Reibungskontakt miteinander verbundenen Nähgutlagen geschieht. Beim
Einarbeiten von Mehrweite in einer einzelnen Nähgutlage ist nämlich
der effektive Vorschub geringer als die eingestellte Stichlänge am
Haupttransporteur. Demgegenüber ist beim Einarbeiten von Mehrweite in
die obere von zwei aufeinanderliegenden Nähgutlagen - wie beim
Ärmeleinnähen - der effektive Vorschub größer als die eingestellte
Stichlänge am Haupttransporteur. Aufgrund des gegensätzlichen
Transportverhaltens können daher die Bewegungsverhältnisse der einen
Maschinengattung nicht auf die andere Maschinengattung übertragen
werden.
Da darüber hinaus das Ärmeleinnähen im allgemeinen bei einer größeren
Anzahl gleicher, sich nur in der Konfektionsgröße unterscheidender
Bekleidungsstücke erfolgt, bietet es sich an, die Größe der für das
Nähen der verschiedenen Mehrweiteabschnitte erforderlichen Mehrweite
beträge nicht von der jeweiligen Bedienungsperson einer Näheinheit
auswählen und sodann durch Probenähen bestätigen zu lassen, sondern
diese Tätigkeiten zentral durch einen Arbeitsplaner bzw. Arbeitsvor
bereiter durchzuführen, der sodann auch gleich fertige Programme für
den gesamten Ablauf eines Ärmeleinnähprozesses erstellt. Dieser
Einschätzung steht die bei der Näheinheit nach der DE 34 90 775 C2
bestehende Möglichkeit nicht entgegen, nämlich die jeweils benötigten
Längenabschnittsdaten des Ärmels und des Armloches durch die
Bedienungsperson z. B. mit Hilfe einer ein Meßrad aufweisenden Muster
eingabevorrichtung einzugeben und die zusätzlichen, experimentel
ermittelten Parameterdaten bezüglich der Stoffart und der Winkellage
der Naht zur Stoffstruktur durch Eingabe von Schlüsselworten aus einem
Speicher abzurufen. Da die Bedienung einer solcherart ausgestatteten
Näheinheit eine erhebliche Aufmerksamkeit erfordert und bei mangelnder
Sorgfalt eine Vielzahl von Fehlermöglichkeiten besteht, dürfte es
daher auch bei dieser Näheinheit von Vorteil sein, wenn von zentraler
Stelle ein fertiges Programm für den gesammten Ablauf eines Ärmelnäh
prozesses zur Verfügung gestellt wird.
Das Vorkräuseln einzelner Nähgutlagen wird dagegen in sehr
verschiedenartigen Einsatzgebieten angewendet, z. B. in der Schuh
fertigung, der Polsterindustrie und der Bekleidungsherstellung bei der
Blusen- und Kleiderverarbeitung, wobei öfters nur geringe Losgrößen
auftreten und somit ein häufiger Wechsel unterschiedlichster Nähar
beiten stattfindet. Da unter diesen Umständen das zentrale Erstellen
von Raffwerten sehr umständlich wäre, bleibt nur die bisher übliche
Vorgehensweise, daß nämlich die Bedienungsperson an der Näheinheit die
jeweils passenden Raffwerte auswählt. Aus alledem folgt, daß generell
die das Ärmeleinnähen betreffenden Verfahren und Näheinheiten keinen
Beitrag zur Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe leisten konnten.
Die zum technologischen Umfeld gehörenden DE 40 00 633 C2 und
DE 41 18 118 A1 betreffen Nähmaschinen mit optischen Abtastvorrich
tungen für die beiden miteinander zu vernähenden Nähgutlagen und mit
einer Signalverarbeitungseinrichtung zur Ermittlung und Ausregelung
eines eventuellen Schlupfes zwischen dem oberen und unteren Transpor
teur und den beiden Nähgutlagen. Da in beiden Fällen der besagte
Schlupf aus dem optischen Vergleich der Relativlage der beiden Nähgut
lagen festgestellt wird, sind sie für die Ermittlung des Schlupfes bei
der Verarbeitung einer einzigen Nähgutlage ungeeignet.
Durch die Weiterbildung des Verfahrens nach Anspruch 3 wird die
Möglichkeit eröffnet, bei einem gleichbleibenden Nahtprogramm beliebig
feinstufig auf materialbedingte Raffintensitätsunterschiede reagieren
zu können, die z. B. bei Ledermaterialien durch geringfügige Dicken
unterschiede des Leders oder andere Ledersorten verursacht sein
können.
In den anderen Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen des
Verfahrens bzw. Ausgestaltungen der Näheinheit zur Durchführung des
Verfahrens angegeben.
Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematisch dargestellte Nähmaschine und ein
Blockschaltbild der Steuerungseinrichtung und
Fig. 2 eine schematische Darstellung des Haupt- und des
Differentialtransporteurs.
Von der Nähmaschine 1 sind die Hauptstichstelleinrichtung 2 und die
Diffentialstichstelleinrichtung 3 dargestellt, von denen die erste zum
Einstellen der Basisstichlänge am Haupttransporteur 4 (Fig. 2) und die
zweite zum Einstellen des Raffwertes am Differentialtransporteur 5
dient. Der Differentialstichstelleinrichtung 3 ist als Stellglied ein
Schrittmotor 6 zugeordnet. Zum Antrieb der Nähmaschine 1 dient in
bekannter Weise ein Motor 7 mit einer Steuerung 8, die mit einem die
Maschinendrehzahl repräsentierenden Impulsgeber 9 verbunden ist.
Ferner ist ein Rechner 10 vorgesehen, der im wesentlichen aus einem
Prozessor 11, einem I/O-Glied 12, einem EPROM 13 und einem RAM 14
besteht. Der Rechner 10 ist mit einem Bedienfeld 15, einem Knie
schalter 16 und dem Schrittmotor 6 verbunden. Der Rechner 10
kommuniziert über einen Bus 17 mit der Motorsteuerung 8. Zum bediener
abhängigen Starten und Stoppen des Motors 7 bzw. der Nähmaschine 1
dient ein Pedal 18. Schließlich ist der Rechner 10 bei Bedarf auch mit
einem externen PC 19 verbindbar, wobei das I/O-Glied 12 eine Schnitt
stelle bildet. Die Nähmaschine 1, der Motor 7 mit der Motorsteuerung 8
und der Rechner 10 samt Bedienfeld 15 bilden eine Näheinheit.
Die Arbeitsweise ist wie folgt:
Die Bedienungsperson entnimmt einem Arbeitsplan die Ausgangslänge lA einer Nähgutlage vor dem Raffen und die kürzere Solllänge ls, die durch das Raffen erreicht werden soll. Sie teilt diese Werte sodann über das Bedienfeld 15 dem Rechner 10 mit.
Die Bedienungsperson entnimmt einem Arbeitsplan die Ausgangslänge lA einer Nähgutlage vor dem Raffen und die kürzere Solllänge ls, die durch das Raffen erreicht werden soll. Sie teilt diese Werte sodann über das Bedienfeld 15 dem Rechner 10 mit.
Der Rechner 15 errechnet nun nach der Formel
die Mehrweite MW in Prozent.
Hierin bedeuten:
lmax = 100%
Rmax = maximaler Raffwert in Prozent; z. B. 50%, d. h. es kann in diesem Fall die Ausgangslänge auf den halben Wert gerafft bzw. vorgekräuselt werden, lS = lA . 0,5
MWmax = 100%; d. h. die maximal erzielbare Mehrweite wird dann er zielt, wenn die Nähmaschine mit Rmax arbeitet
lmax = 100%
Rmax = maximaler Raffwert in Prozent; z. B. 50%, d. h. es kann in diesem Fall die Ausgangslänge auf den halben Wert gerafft bzw. vorgekräuselt werden, lS = lA . 0,5
MWmax = 100%; d. h. die maximal erzielbare Mehrweite wird dann er zielt, wenn die Nähmaschine mit Rmax arbeitet
Die Berechnung sei an einigen Beispielen erläutert:
- 1. Rmax = 50%, lA = 80 mm, ls = 60 mm
- 2. Rmax = 50%, lA . 80 mm, ls = 75 mm MW = 12,5%
- 3. Rmax = 50%, lA = 80 mm, ls = 40 mm MW = 100%
Der Rechner 10 wandelt die errechnete aktuelle Mehrweite MW in
entsprechende Schrittsignale für den Schrittmotor 6 um, woraufhin
dieser die Differentialstichstelleinrichtung 3 auf den der aktuellen
Mehrweite entsprechenden aktuellen Raffwert Ra einstellt. Danach kann
die Nähmaschine 1 durch Betätigen des Pedals 18 gestartet werden.
Dadurch, daß der Differentialtransporteur 5 größere Vorschubschritte
als der Haupttransporteur 4 ausführt, wird die Nähgutlage bei jedem
gemeinsamen Vorschubschritt der beiden Transporteure 4, 5 um das Maß
des Raffwertes gekräuselt, worauf dieser Zustand durch die
anschließend erfolgende Stichbildung fixiert wird.
Durch den Kräuseleffekt beim Raffen kommt es zwischen der Stichplatte
20 und dem Nähfuß 21 zu einer Materialanhäufung und aufgrund des
dadurch bedingten Anhebens des Nähfußes 21 zu einer erhöhten
Bremswirkung des Nähfußes 21 gegenüber der gekräuselten Nähgutlage.
Dies hat zur Folge, daß zwischen den Transporteuren 4, 5 und der
Nähgutlage ein Schlupf auftritt, der um so größer ausfällt, je größer
der eingestellte Raffwert ist. Aufgrund des Schlupfes ergibt sich also
eine raffwertabhängige tatsächliche Stichlänge Stlt, die deutlich
kleiner als die eingestellte Basisstichlänge des Haupttransporteurs 4
ist.
Die Länge eines Mehrweiteabschnittes kann durch die Bedienungsperson
durch Beobachten des Nahtverlaufs, durch Speichern und späteres
Abrufen der Stichanzahl bei einem Teach in - Modus oder durch Vorgabe
oder Berechnen der tatsächlich notwendigen bzw. aktuellen Stichanzahl
festgelegt werden.
Für die Berechnung der aktuellen Stichanzahl Stza ist im EPROM 13 eine
Tabelle gespeichert, in der zu jedem einstellbaren Raffwert der Wert
der zugeordneten tatsächlichen Stichlänge Stlt eingetragen ist, bei
der also der raffwertabhängige Schlupf der Transporteure 4, 5
berücksichtigt ist.
Die Berechnung der aktuellen Stichanzahl Stza erfolgt sodann im
Rechner 10 nach der Formel
worin ls wieder die Solllänge der Nähgutlage und Stlt die schlupf
bedingte, raffwertabhängige tatsächliche Stichlänge ist.
Der Rechner 10 kann jetzt mit Hilfe der aktuellen Stichanzahl Stza
sehr genau den Endpunkt und damit die Gesamtlänge eines Mehrweite
abschnittes steuern.
Die Werte bezüglich der Ausgangslänge lA und der Solllänge ls lassen
sich auch von extern, z. B. über ein PC 19 dem Rechner 10 mitteilen.
Wenn sich eine Naht aus wenigstens einem ungerafften glatten
Nahtabschnitt und wenigstens einem Mehrweiteabschnitt zusammensetzt,
kann es zweckmäßig sein, die für die Bildung dieser Naht
erforderlichen Einstelldaten in einem Programm festzuhalten, das
sodann im RAM 14 abgelegt wird. Hierbei wird üblicherweise der Beginn
eines Mehrweiteabschnittes von der Bedienungsperson durch Betätigen
des Knieschalters 16 eingeleitet, während das Ende des Mehrweite
abschnittes - wie vorstehend erläutert - durch den Rechner 10
gesteuert wird.
Ein solches Programm in Form eines u. U. mehrere unterschiedliche
Raffwerte umfassenden Einstellprofils kann in mehreren beliebig
festlegbaren Abständen und somit in kleinen oder großen Stufen in
Richtung einer stärkeren oder schwächeren Raffintensität gesamt
heitlich verschoben werden. Auf diese Weise kann sehr gezielt auf
materialbedingte Raffintensitätsunterschiede reagiert werden. Hierbei
wird die Genauigkeit und die Reproduzierbarkeit dadurch gefördert, daß
der Schrittmotor 6 steuerungsmäßig derart an die Stellcharakteristik
der Differentialstichstelleinrichtung 3 angepaßt wurde, daß die
Stufensprünge zwischen je zwei benachbarten Raffwerteinstellungen zu
jeweils äquidistanten Raffwertergebnissen führen.
Claims (7)
1. Verfahren zum Einarbeiten von Mehrweite in einer Nähgutlage
mittels einer Nähmaschine (1) mit einem Haupt- und mindestens
einem Differentialtransporteur (4, 5), einer Haupt- und einer
Differentialstichstelleinrichtung (2, 3), einem Stellglied (6)
zum Verstellen der Differentialstichstelleinrichtung (3) und
einem Rechner (10) zum Steuern der Nähmaschine, gekennzeichnet
durch folgende Schritte:
- a) es wird die Ausgangslänge lA der Nähgutlage ermittelt,
- b) es wird die Solllänge lS der Nähgutlage ermittelt,
- c) aus der Ausgangslänge lA, der Solllänge lS und dem maximal einstellbaren Raffwert Rmax des Differentialtransporteurs (5) wird ein aktueller Raffwert Ra errechnet,
- d) die Differentialstichstelleinrichtung (3) wird auf den aktuellen Raffwert Ra eingestellt,
- e) mit Hilfe des aktuellen Raffwertes Ra wird aus einem Datenspeicher (13) ein den raffwertabhängigen Schlupf der Transporteure (4, 5) berücksichtigender tatsächlicher Stichlängenwert Stlt ausgelesen,
- f) aus der Solllänge lS und dem tatsächlichen Stichlängen wert Stlt wird die aktuelle Stichanzahl Stza berechnet, und
- g) mit Hilfe der aktuellen Stichanzahl wird der Endpunkt eines Mehrweiteabschnittes bestimmt.
2. Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruches 1, gekennzeichnet
durch folgende Schritte:
- a) es wird die Ausgangslänge lA der Nähgutlage ermittelt,
- b) es wird die Solllänge ls der Nähgutlage ermittelt,
- c) aus der Ausgangslänge lA der Solllänge lS und dem maximal einstellbaren Raffwert Rmax des Differentialtranporteurs (5) wird ein vorläufiger Raffwert Rv errechnet,
- d) mit Hilfe des vorläufigen Raffwertes Rv wird aus einem Datenspeicher (13) ein Korrekturwert ausgelesen, der den von der Höhe des Raffwertes abhängigen Schlupf der Trans porteure (4, 5) berücksichtigt,
- e) die Hauptstichstelleinrichtung (2) wird unter Benutzung des Korrekturwertes auf einen gegenüber dem Basisstichlängen wert vergrößerten korrigierten Stichlängenwert eingestellt,
- f) die Differentialstichstelleinrichtung (3) wird unter Benutzung des Korrekturwertes auf einen gegenüber dem errechneten vorläufigen Raffwert Rv vergrößerten korrigierten Raffwert Rk eingestellt,
- g) aus der Solllänge ls und dem Wert der Basisstichlänge wird die aktuelle Stichanzahl Stza berechnet, und
- h) mit Hilfe der aktuellen Stichanzahl wird der Endpunkt eines Mehrweiteabschnittes bestimmt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
ein programmierbares und speicherbares Raffwert-Einstellprofil
in mehreren beliebig beabstandbaren Stufen in Richtung
stärkerer oder schwächerer Raffintensität verschiebbar ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Werte für die Ausgangslänge lA und die Solllänge lS der
Nähgutlage über ein Bedienfeld (15) und/oder eine Schnittstelle
(12) dem Rechner (10) mitgeteilt werden.
5. Näheinheit zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen
1 oder 2 mit folgenden Merkmalen:
- a) eine Nähmaschine (1) enthält u. a.
- - einen Haupt- und Differentialtransporteur (4, 5),
- - eine Haupt- und Differentialstichstelleinrichtung (2, 3) und
- - ein Stellglied (6) zum Verstellen der Differentialstich stelleinrichtung (3),
- b) einen Rechner (10) zum Steuern der Nähmaschine (1),
- c) eine Eingabeeinrichtung (12, 15) für die Ausgangslänge lA und die Solllänge ls der Nähgutlage und
- d) einen Datenspeicher (13), in dem die den raffwertabhängigen Schlupf der Transporteure (4, 5) berücksichtigenden tat sächlichen Stichlängenwerte Stlt abgelegt sind.
6. Näheinheit nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Eingabeeinrichtung ein Bedienfeld (15) und/oder eine Schnitt
stelle (12) aufweist.
7. Näheinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Stellverhalten des Stellgliedes (6) zur Erzielung äquidistanter
Raffwertstufen an die Stellcharakteristik der Differential
stichstelleinrichtung (5) anpaßbar ist.
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