DE19804653C2 - Großkalibrige Waffe - Google Patents
Großkalibrige WaffeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine großkalibrige Waffe mit einem Rohrvorholer und einem
Waffenrohr mit Bodenstück, in dem ein Verschlußkeil verschiebbar angeordnet ist.
Bei bekannten großkalibrigen Waffen wird häufig die durch den Rohrvorholer bewirkte
Vorlaufbewegung des jeweiligen Waffenrohres dazu benutzt, den Verschluß über eine
Öffnerkurve zu öffnen, die Hülse auszuwerfen, den Schlagbolzen zu spannen und den
Verschluß wieder selbsttätig zu schließen, sobald eine neue Patrone in das Rohr eingeführt ist.
Hierzu sind Rohrvorholer und Verschluß der entsprechenden Waffe miteinander gekoppelt.
Nachteilig ist bei diesen bekannten Waffen u. a., daß durch die Kopplung von Rohrvorholer,
Bodenstück und Verschluß durch die Öffnerkurve hohe Stoßbelastungen auftreten, die zu
Schwingungen führen und das Treffbild der entsprechenden Waffe negativ beeinflussen
können.
Aus der DE 31 42 457 A1 ist eine Waffenanlage mit Einstecklauf bekannt, bei der zum
Übungs- und Ausbildungsschießen der Verschlußkeil durch einen fremd angetriebenen
Öffnerhebel geöffnet wird. Für den Öffnungsvorgang wird dabei die Energie eines von einem
Elektromotor angetriebenen Schwungrades auf eine mit dem Öffnerhebel verbundene
Öffnerwelle übertragen. Aufgrund des nur begrenzten Schwenkbereiches des Öffnerhebels in
einem Winkelbereich von nur 100 Grad lassen sich auch hier die vorbeschriebenen negativen
Stoßbelastungen nicht vermeiden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Waffe der eingangs erwähnten
Art anzugeben, bei der während der Vorlaufbewegung der Waffe ein Öffnen des Verschlusses
möglich ist, ohne daß Stoßbelastungen auftreten, die durch Schwingungen das Treffbild der
Waffe beeinflussen.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teils des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausge
staltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
Im wesentlichen liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, das
öffnen und Schließen des Verschlußkeiles durch einen Fremd
antrieb vorzunehmen. Dadurch läßt sich nicht nur ein öffnen
des Verschlusses ohne Stoßbelastung der Waffe erreichen,
sondern auch eine sehr gleichförmige Öffnungs- und Schließ
bewegung des Verschlußkeiles. Außerdem kann durch Verwendung
des Fremdantriebes das öffnen des Verschlusses zeitlich unab
hängig von dem Bewegungsablauf des Rohrvorholers der entspre
chenden Waffe erfolgen und in Abhängigkeit von den Taktzeiten
der Munitionszuführung gewählt werden, was insbesondere bei
fernbedienbaren Waffen von großem Vorteil ist.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist zur
Verschlußsteuerung der Verschlußkeil über eine Traverse mit
zwei seitlich in Vertikalnuten des Bodenstückes verschiebbar
geführten Schiebern verbunden, die sich an entsprechenden,
mit einem gemeinsamen Fremdantrieb verbundenen und in dem
Bodenstück drehbar gelagerten Steuernocken abstützen.
Um einen besonders gleichförmigen Bewegungsablauf des Ver
schlusses beim öffnen und Schließen zu erhalten, haben sich
als Steuernocken exzentrisch gelagerte Gleichdicke bewährt,
die sich an den Innenwänden rahmenförmig ausgebildeter
Schieber abstützen.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus dem folgenden anhand von Figuren erläuterten Ausführungs
beispiel. Es zeigen:
Fig. 1 die Vorderansicht eines Bodenstückes mit geschlossenem
Verschlußkeil und ohne Getriebedeckel einer erfindungs
gemäßen Waffe,
Fig. 2 einen Querschnitt des in Fig. 1 dargestellten Boden
stückes entlang der dort mit II-II bezeichneten
Schnittlinie,
Fig. 3 und 4 den Fig. 1 und 2 entsprechende Ansichten, wobei
der Verschlußkeil teilweise geöffnet ist sowie
Fig. 5 und 6 den Fig. 1 und 2 entsprechende Ansichten, wobei
der Verschlußkeil vollständig geöffnet ist.
In Fig. 1 ist mit 1 das Bodenstück z. B. einer Panzerkanone
bezeichnet, welches vorderseitig mit einem Waffenrohr 2 ver
bunden ist. In dem Bodenstück 1 ist ein an sich bekannter
Verschlußkeil 3 vorgesehen, der das geladene Waffenrohr 2
heckseitig verschließt. Zum Laden und Auswerfen der in dem
Waffenrohr gegebenenfalls befindlichen Munition ist der Ver
schlußkeil 3 in dem Bodenstück 1 in vertikaler Richtung ver
schiebbar angeordnet.
Das Bodenstück 1 enthält auf seinen beiden gegenüberliegenden
Seiten 4, 5 (Fig. 2) jeweils eine Vertikalnut 6, in welcher
jeweils ein rahmenförmiger Schieber 7 verschiebbar angeordnet
ist. Die beiden Schieber 7 stützen sich mit ihren beiden
Führungen 8, 9 an den Seitenwänden 10, 11 der Vertikalnut 6
ab und sind über eine Traverse 12 miteinander und mit dem
Verschlußkeil 3 verbunden.
In dem Bodenstück 1 sind im Bereich der Vertikalnuten 6
außerdem zwei Gleichdicke 13 drehbar gelagert, die sich, je
nach Lage, jeweils an zwei der inneren Seitenwänden 14 und 16
des Schiebers 7 abstützen. Hierzu weisen die Gleichdicke 13
exzentrisch angeordnete Drehachsen 18 auf, die in entspre
chende Lager des Bodenstückes 1 eingreifen. Außerdem sind die
beiden Gleichdicke 13 über eine seitliche Getriebestufe
(nicht dargestellt) durch eine gemeinsame Welle mit einem an
dem Bodenstück 1 befestigten Fremdantrieb (Elektromotor)
verbunden.
Im folgenden wird auf die Wirkungsweise der Erfindung einge
gangen. Dabei soll das Waffenrohr 2 nach Abgabe eines Schus
ses seine Rücklaufbewegung beendet haben und sich mittels
eines - aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellten -
Rohrvorholers nun nach vorne bewegen. Die Ladeöffnung 21 des
Waffenrohres 2 wird dabei zunächst durch den Verschlußkeil 3
verschlossen (Fig. 2). Die beiden Gleichdicke 13 stützen sich
an den gegenüberliegenden inneren Seitenwänden 14 und 16 ab
(0°-Stellung der Gleichdicke) und die Drehachsen 18 der
Gleichdicke berühren die untere innere Seitenwand 14 des
Schiebers 7.
Bei einer vorgebbaren Stellung des Waffenrohres 2 wird der
Fremdantrieb aktiviert und dreht die beiden Gleichdicke 13
entgegen dem Uhrzeigersinn. Dadurch wird der Verschlußkeil 3
nach unten verschoben. Nach einer Drehung der Gleichdicke 13
um 90° stützen sich diese an den inneren Seitenwänden 14 und
16 ab (Fig. 3 und 4). Der Verschlußkeil 3 hat sich z. B um 90
mm nach unten verschoben.
Nach einer Drehung der Gleichdicke um 180° haben diese den
Verschlußkeil 3 in seine geöffnete Stellung verschoben (Fig. 5
und 6), in welcher die in dem Ladungsraum des Verschlusses
gegebenenfalls befindliche Patrone ausgeworfen und eine neue
Patrone zugeführt werden kann. Die Drehachsen 18 der Gleich
dicke 13 berühren nun die obere innere Seitenwand 16 des
Schiebers 7.
Zum Schließen des Verschlußkeiles 3 werden anschließend die
beiden Gleichdicke 13 um weitere 180° durch den Fremdantrieb
gedreht. Dabei kann sich das Waffenrohr und damit auch das
Bodenstück in seiner Ruhelage befinden.
Wie den Fig. 1, 3 und 5 zu entnehmen ist, hat es sich als vor
teilhaft erwiesen, den jeweiligen Schieber 7 mit einer Rück
wand 22 zu versehen, in welcher eine Längsnut 23 angeordnet
ist. Durch die Längsnut 23 ragt die Drehachse 18 des entspre
chenden in dem Schieber 7 gelagerten Gleichdickes. 13. Die
Längsnut 23 wird von den beiden inneren Seitenwänden 14 und
16 des Schiebers 7 begrenzt.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das vorstehend
beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. So kann es z. B.
ausreichen, zur Verschiebung des Verschlußkeiles nur auf
einer Seite des Bodenstückes einen in einer Nut geführten
Schieber vorzusehen.
Ferner kann anstatt eines Gleichdickes auch ein anderer Steu
ernocken verwendet werden, der eine der gewünschten Öffnungs-
und Schließbewegung des Verschlußkeiles entsprechende Steuer
kurve besitzt.
1
Bodenstück
2
Waffenrohr
3
Verschlußkeil
4
,
5
Seiten (Bodenstück)
6
Vertikalnut
7
Schieber
8
,
9
Führungen
10
,
11
Seitenwände
12
Traverse
13
Steuernocken, Gleichdick
14
,
16
innere Seitenwände (Schieber)
18
Drehachse
21
Ladeöffnung
22
Rückwand
23
Längsnut
Claims (4)
1. Großkalibrige Waffe mit einem Rohrvorholer und einem
Waffenrohr (2) mit Bodenstück (1), in dem ein Verschluß
keil (3) verschiebbar angeordnet ist, mit den Merkmalen:
- a) Der Verschlußkeil (3) ist über eine Traverse (12) mit mindestens einem seitlich in einer Vertikalnut (6) des Bodenstückes (1) beweglich angeordneten Schieber (7) verbunden;
- b) der Schieber (7) stützt sich an einem mit einem Fremdantrieb verbundenen Steuernocken (13) ab, der im Bereich der Vertikalnut (6) drehbar in dem Bodenstück (1) gelagert ist;
- c) die Steuerkurve des Steuernockens (13) ist derart ausgebildet, daß eine Drehung des Steuernockens um 180° den Verschlußkeil (3) von seiner geschlossenen in seine geöffnete Stellung verschiebt.
2. Großkalibrige Waffe nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schieber (7) rahmenförmig ausgebildet
ist und sich mit seinen beiden Führungen (8, 9) an den
Seitenwänden (10, 11) der Vertikalnut (6) und mit minde
stens einer inneren Seitenwand (14, 16) an dem Steuer
nocken (13) abstützt.
3. Großkalibrige Waffe nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß es sich bei dem Steuernocken (13) um ein
exzentrisch gelagertes Gleichdick handelt, welches sich
an mindestens zwei inneren Seitenwänden (14, 16) des
Schiebers (7) gleichzeitig abstützt.
4. Großkalibrige Waffe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußkeil (3) mit
zwei auf gegenüberliegenden Seiten (4, 5) des Bodenstüc
kes (1) in entsprechenden Vertikalnuten (6) des Boden
stückes (1) beweglich angeordneten Steuernocken (13)
über die Traverse (12) verbunden ist, und daß die beiden
Steuernocken (13) durch eine seitliche Getriebestufe
über eine gemeinsame Welle mit dem gleichen Fremdantrieb
verbunden sind.
Priority Applications (4)
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