Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schubladenan
ordnung für ein Kraftfahrzeug zur Unterbringung zwischen dem auf
einem Sitzuntergestell verschiebbar gelagerten Sitz und dem Bo
denblech des Fahrzeuges.
Eine derartige Schubladenanordnung ist aus der DE 41
25 416 C2 bekannt. Bei dieser bekannten Anordnung ist ein zum
Einlegen und zum Herausnehmen von Gegenständen unter dem Sitz
angeordnetes Fach nach vorne herausziehbar oder an der Vorder
seite mit einer schwenkbaren Klappe versehen.
Durch die FR-2 710 297 ist es auch bekannt, auf dem
Bodenblech unterhalb des Sitzes ein tablettartiges, in Fächern
aufgeteiltes, die Form eines Kreissektors aufweisendes Aufnahme
fach um eine senkrechte Achse drehbar anzuordnen. Dieses Fach
gelangt durch Drehung aus dem Bereich der Sitzfläche heraus, so
daß Gegenstände hineingelegt und herausgenommen werden können.
Weitere gattungsgemäße Schubladenanordnungen sind in
DE 93 10 246 U1 und GB 22 14 475 A beschrieben.
Derartige bekannte Schubladenanordnungen können im we
sentlichen nur in der Serienfertigung oder nachträglich durch
eine Werkstatt eingebaut werden. Ein nachträglicher Einbau durch
den Kraftfahrzeugbesitzer ist gar nicht oder nur besonders geüb
ten Personen möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kon
struktiv einfache Schubladenanordnung der beschriebenen Art zu
schaffen, die auch nachträglich durch den Kraftfahrzeugbesitzer
eingebaut werden kann, ohne daß dafür eine Werkstatt bemüht wer
den muß oder spezielle Werkzeuge notwendig sind.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Schubla
denanordnung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 dadurch ge
löst, daß die Anordnung im wesentlichen folgende Teile enthält:
einen Aufnahmekasten für eine Schublade, der über formschlüssige
Rastmittel manuell an dem Sitzuntergestell einrastbar ist und
einen in den Aufnahmekasten einschiebbaren Schubladenkasten, der
bei geschlossener Schublade selbsttätig durch formschlüssige
Rastmittel an dem Aufnahmekasten arretiert ist.
Die erfindungsgemäße Lösung schafft somit einen
Nachrüstsatz einer Schubladenanordnung, der es dem Kunden ermög
licht, ohne Inanspruchnahme einer Werkstatt und ohne spezielle
Werkzeuge eine Schubladenanordnung nachträglich in ein serienmä
ßiges Kraftfahrzeug selbst einzubauen. Die Erfindung ist glei
chermaßen für die Serienfertigung als auch für den nachträgli
chen Einbau geeignet. Bei der erfindungsgemäßen Lösung wird das
ohnehin im Kraftfahrzeug befindliche Sitzuntergestell zur Auf
nahme des verschiebbaren Sitzes zusätzlich zum Aufbau der Schub
ladenanordnung ausgenutzt. Die Erfindung ist sowohl beim Fahrer
sitz als auch beim Beifahrersitz anwendbar.
Die formschlüssige Verbindung zwischen den einzelnen
Teilen erfolgt vorzugsweise durch Clipse.
Der Aufnahmekasten ist vorzugsweise so ausgebildet,
daß er schubladenartig in Schienen des Sitzuntergestells ein
schiebbar ist. Es werden somit keine oder nur wenige Mittel zur
sicheren Befestigung des Schubladenkastens an der Karosserie
benötigt.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung sind an der
Vorderwand des Schubladenkastens zwei in einer Linie liegende
und parallel zur Vorderwand verschiebbare Schloßzungen gelagert,
zwischen deren einander zugewandten Enden eine Druckfeder ge
spannt ist und deren einander abgewandten Enden in Öffnungen des
Aufnahmekastens eingreifen. Diese Schloßzungen bewirken beim
Einschieben der Schublade selbstätig die notwendige Arretierung,
ohne daß dafür eine besondere Handhabe notwendig ist. Dabei ist
an der Vorderwand des Schubladenkastens ein Entriegelungsgriff
quer zu den Schloßzungen verschiebbar gelagert, der bei manuel
ler Betätigung entgegen der Kraft einer zweiten Feder so auf die
Schloßzungen einwirkt, daß diese entgegen der Kraft der Druckfe
der aufeinander zubewegt werden und ihre einander abgewandten
Enden von den Öffnungen in dem Aufnahmekasten freikommen. Durch
die manuelle Betätigung des Entriegelungsgriffes kann gleichzei
tig die Arretierung der Schublade in dem Aufnahmekasten gelöst
und die Schublade aus dem Aufnahmekasten herausgezogen werden.
Vorzugsweise ist dabei die Blende mit einer Öffnung versehen,
durch die hindurch der Entriegelungsgriff manuell verschiebbar
ist.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist in die
Blende zusätzlich ein Schloß eingebaut, das im verriegelten Zu
stand die Verschiebung des Entriegelungsgriffes zum Herausziehen
der Schublade verhindert.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist
die Vorderwand des Schubladenkastens als Doppelwand ausgebildet.
Dadurch wird die Stabilität erhöht und ein möglicher Schaden
durch schwere in der Schublade befindliche Teile beim scharfen
Bremsen oder im Crashfall vermieden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung
näher erläutert. Darin zeigen
Fig. 1 in einer perspektivischen Darstellung Teile des
Sitzuntergestells zusammen mit der daran gela
gerten Schublade, sowie zusätzlich eine Explosi
onsdarstellung der Teile des Sitzuntergestells,
Fig. 2 die konstruktive Ausbildung des Aufnahmekastens,
Fig. 3 die konstruktive Ausführung der in den Aufnahme
kasten einschiebbaren Schublade und
Fig. 4 eine konstruktive Ausführung der Vorderwand des
Schubladenkastens in einem Schnitt entlang der
Linie A-A von Fig. 3.
Fig. 1 zeigt zunächst das Sitzuntergestell, das zur
Aufnahme eines nicht dargestellten Sitzes dient. Das Sitzunter
gestell enthält zwei schienenförmigen Träger 1, 2, die über eine
Querschiene 7 miteinander und unten mit der Karosserie des Fahr
zeuges starr verbunden sind. Die Träger 1, 2 bestehen vorzugs
weise aus Stahl. An ihrer Oberseite sind die Träger 1, 2 mit An
schlußlöchern 3 für die nicht dargestellten Sitzschienen für
eine Sitzlängsverstellung versehen. Die Träger 1, 2 enthalten
Gleitschienen 4 zur Aufnahme des Aufnahmekastens 5. Der Aufnah
mekasten 5 ist ein im wesentlichen geschlossener Kunststoffbe
hälter, der nur an seiner Vorderseite zum Einschieben der ei
gentlichen, mit einer vorderen Blende 6 versehenen Schublade of
fen ist. Die Fahrtrichtung des Kraftfahrzeuges ist durch den
Pfeil 8 angedeutet.
Fig. 2 zeigt den Aufnahmekasten 5 der Schubladenanord
nung gemäß Fig. 1 allein. Dieser Aufnahmekasten 5 enthält an
seinen gegenüberliegenden Längsseiten je drei als Führungen die
nende Gleitfüße 9, die beim Einsetzen des Aufnahmekastens 5 in
das Sitzuntergestell auf dessen Gleitschienen 4 (Fig. 1) gleiten.
An der Vorderseite ist der Aufnahmekasten 5 mit insgesamt fünf
Aufnahmen 10 versehen, die sogenannte Clipse 11 für die form
schlüssige Verbindung mit dem Sitzuntergestell aufnehmen. Mit
diesen fünf Clipsen 11 wird der Aufnahmekasten 5, nachdem er wie
eine Schublade in das Sitzuntergestell auf den Gleitschienen 4
gleitend eingeschoben ist, mit dem Sitzuntergestell formschlüs
sig verriegelt. Die beiden gegenüberliegenden inneren Seitenflä
chen des Aufnahmekastens 5 sind je mit einer Führungsnut 12 zur
Aufnahme der Schublade versehen. Außerdem enthalten die Seiten
wände je ein Vierkantloch 13, in das die später anhand von Fig.
3 beschriebenen Schloßzungen 18, 19 eingreifen. Der Boden des
Aufnahmekastens 5 ist mit einer größeren Aussparung 14 versehen,
um ohne Beeinträchtigung der Gesamtstabilität das Gewicht des
Aufnahmekastens 5 zu verringern.
Fig. 3 zeigt den Schubladenkasten 15, in dem verschie
dene Gegenstände wie Autoatlas, Medizinkästen, Werkzeug und der
gleichen abgelegt werden können. Der Schubladenkasten 15 und die
Blende 6 bilden zusammen die eigentliche Schublade. Die doppel
wandig ausgebildete Vorderwand (vgl. Fig. 4) des Schubladenka
stens 15 enthält insgesamt acht Rippen 16 je mit einem Vierkant
loch 17. In die Vierkantlöcher 17 der vier linken Rippen 16
greift eine erste Schloßzunge 18 und in die Vierkantlöcher 17
der vier rechten Rippen 16 eine zweite Schloßzunge 19 ein. Die
einander zugewandten Enden der Schloßzungen 18, 19 sind verjüngt
und bilden zapfenförmige Enden 20, 21. Die Enden 20, 21 greifen
in die beiden Enden einer Druckfeder 22 ein, die die beiden
Schloßzungen 18, 19 durch Verschiebung in den Vierkantlöchern 17
auseinanderdrückt. Die einander gegenüberliegenden Enden der
Schloßzungen 18, 19 sind mit schrägen Flächen 23, 24 versehen
und ragen aus den beiden äußeren Rippen 16 etwas hervor.
Im unteren Bereich seiner Seitenflächen weist der
Schubladenkasten 15 Gleitfüße 26 auf, die in den Führungsnuten
12 des Aufnahmekastens 5 laufen. Des weiteren ist der Schubla
denkasten 15 mit einer Ausziehsicherung 27 versehen.
In der Vorderwand des Schubladenkastens 15 ist ein
Entriegelungsgriff 25 gegen den Druck einer sich am Schubladen
kasten 15 abstützenden Druckfeder 31 vertikal nach oben ver
schiebbar gelagert. Auf der vom Betrachter abgewandten Rückseite
ist der Entriegelungsgriff 25 mit Steuerstegen versehen, die mit
in die Schloßzungen 18, 19 eingelassenen Schrägen 29 bzw. 30,
wie weiter unten stehend ausgeführt, zusammenwirken.
Die Blende 6 enthält eine Öffnung 32, durch die hin
durch der Entriegelungsgriff 25 manuell nach oben verschiebbar
ist. Die Blende 6 enthält außerdem ein Schloß 33, das im verrie
gelten Zustand eine Verschiebung des Entriegelungsgriffes 25
verhindert. Im folgenden werden nacheinander das Einschieben und
Verriegeln sowie das Herausziehen des Schubladenkastens 15 aus
dem Aufnahmekasten 5 beschrieben.
Beim Einschieben des Schubladenkastens 15 in den Auf
nahmekasten 5 laufen die schrägen Flächen 23, 24 der Schloßzun
gen 18 bzw. 19 auf die seitlichen Begrenzungskanten des Aufnah
mekastens 5 auf. Dadurch werden die Schloßzungen 18, 19 unter
Zusammendrückung der Druckfeder 22 nach innen, also aufeinander
zu geschoben. Beim weiteren Einschieben gleiten dann die spitzen
Kanten der schrägen Flächen 23, 24 an den Innenflächen des Auf
nahmekastens 5, bis sie schließlich unter dem Druck der Feder 22
in die in Fig. 2 gezeigten Vierkantlöcher 13 des Aufnahmekastens
5 einrasten. Dadurch ist die aus dem Schubladenkasten 15 und der
Blende 6 bestehende Schublade selbstätig an dem Aufnahmekasten 5
verriegelt, ohne daß dabei der Entriegelungsgriff 25 betätigt
werden muß oder eine sonstige Handhabe notwendig ist.
Zum Herausziehen der Schublade aus dem Aufnahmekasten
5 wird durch die Öffnung 32 hindurch der Entriegelungsgriff 25
manuell in Richtung des Pfeiles 34 unter Zusammendrückung der
Druckfeder 31 nach oben geschoben. Dabei laufen die nicht darge
stellten Steuerstege des Entriegelungsgriffs 25 auf die Schrägen
29, 30 der Schloßzungen 18 bzw. 19 auf. Da sich die Schloßzungen
18, 19 nur in ihrer Längsrichtung innerhalb der Vierkantlöcher
17 bewegen können, werden sie unter Zusammendrückung der Druck
feder 22 zwangsgesteuert, also nach innen verschoben, so daß die
einander abgewandten Enden der Schloßzungen 18, 19 mit den
schrägen Flächen 23, 24 von den Vierkantlöchern 13 des Aufnahme
kastens 5 freikommen. Die Schublade kann dann aus dem Aufnahme
kasten 5 so weitherausgezogen werden, bis die Ausziehsicherung
27 anschlägt. Um die Schublade bei Bedarf völlig aus dem Aufnah
mekasten 5 herausnehmen zu können, muß die Ausziehsicherung 27
leicht nach oben gebogen werden.
Fig. 4 zeigt die Vorderwand des Schubladenkastens 15
im Schnitt entlang der Linie A-A von Fig. 3. Die Vorderwand ist
als sogenannte Doppelwand mit zwei parallelen Wänden 35, 36 aus
gebildet. Durch diese Ausbildung als Doppelwand wird die Festig
keit der Schublade erhöht und verhindert, daß bei einem scharfen
Bremsen oder bei einem Crash schwere in dem Schubladenkasten 15
befindliche Teile Schaden anrichten können, indem sie durch die
Vorderwand in die Fahrgastzelle "schießen". An die Wand 36
schließen sich die in Fig. 3 dargestellten Rippen 16 zur weite
ren Verstärkung an. Jede dieser Rippen 16 enthält das in Fig. 3
dargestellte Vierkantloch 17 zur Aufnahme der beiden Schloßzun
gen 18, 19. Die zusätzlich dargestellte Nut 37 ist werkzeugbe
dingt und hat keine besondere Funktion. Die Fahrtrichtung ist
wieder durch den Pfeil 8 angedeutet.