DE19513797A1 - Verfahren zum Herstellen eines Trägerelementes und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Herstellen eines Trägerelementes und Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Bei kartenförmigen Datenträgern, sogenannten Chipkarten, wer
den als Trägerelemente bezeichnete Halbleiterchipgehäuse in
ein kartenförmiges Plastikgehäuse eingebracht, beispielsweise
geklebt. Heutige Trägerelemente bestehen meist aus einem kup
ferlaminierten Glasepoxidfilm, wobei aus den Kupferlaminat
Strukturen geätzt sind, die Kontaktfelder darstellen und die
beispielsweise mittels Bonddrähte mit einem auf dem Glasepo
xidfilm oder in einer Aussparung des Glasepoxidfilms angeord
neten Halbleiterchip verbunden sind, um eine Kommunikation
des Halbleiterchips mit einem Lesegerät, in das die Chipkarte
eingeführt ist, zu ermöglichen.
Es sind jedoch auch schon Trägerelemente bekannt, bei denen
die Halbleiterchips auf einem von mehreren elektrisch leitfä
higen Kontaktelementen angeordnet ist, die während der Ferti
gung mit einem Leiterrahmen verbunden sind und von diesem
Leiterrahmen in dessen Mitte ragen, und dort freie Enden bil
den. Diese Kontaktelemente sind innerhalb des Rahmens durch
Schlitze voneinander getrennt. Ein solcher Kontaktelemente
tragender Leiterrahmen wird üblicherweise als Leadframe be
zeichnet. Der Halbleiterchip und zumindest ein Teil der Kon
taktelemente wird meist mit einer Kunststoffmasse umgossen.
Hierzu werden die zwei Teile einer Gießform in Kontakt mit
den zwei Seiten des Leadframes gebracht und die Hohlräume der
Gießform mit einer Kunststoffmasse gefüllt, so daß der Halb
leiterchip und die ihn mit den Kontaktelementen verbindenden
Bonddrähte von der Kunststoffmasse umgeben sind, so daß die
Kunststoffmasse einen Schutz vor äußeren Einflüssen bewirkt.
Wenn auf einer Seite des Trägerelements eine plane Fläche ge
wünscht ist, so muß ein Teil der Gießform eine plane Fläche
aufweisen, so daß auf diese Seite des Leadframes keine Kunst
stoffmasse gelangt und somit die den Halbleiterchip schüt
zende Kunststoffmasse nur um diesen und in den Schlitzen zwi
schen den Kontaktelementen ausgebildet ist.
Dieser Fall ist in Fig. 2 dargestellt. Dort ist ein Schnitt
durch die Gießformteile und das Leadframe gezeigt, wobei der
Schnitt durch einen Schlitz zwischen den äußeren Kontaktele
menten 1 verläuft und somit nur das mittlere Kontaktelement
1a geschnitten dargestellt ist. Das erste, untere Gießform
teil 6 weist eine plane Fläche auf, auf der die Kontaktele
mente 1, 1a des Leadframes aufliegen. Das zweite, obere Gieß
formteil 7 weist einen Hohlraum 13 auf, in den der Halblei
terchip 3 und die ihn mit den Kontaktelementen 1 verbindenden
Bonddrähte 12 zu liegen kommen. Zwischen den äußeren Kontakt
elementen 1 und dem mittleren Kontaktelement 1a sind Schlitze
2 ausgebildet, die eine elektrische Isolierung der Kontakt
elemente 1, 1a bewirken. Wird nun eine Kunststoffmasse in den
Hohlraum 13 der Gießform 6, 7 eingefüllt, was meist unter
Druck geschieht, so kommt es häufig vor, daß zum einen Kunst
stoffmasse auch unter den Rand des ersten Gießformteils 7 ge
langt und dort als sogenannter Bleed 10 aushärtet. Zum ande
ren wird die Kunststoffmasse auch in die Schlitze 2 gedrückt
und kann von dort zwischen die Kontaktelemente und das erste
Gießformteil 6 gelangen und dort als sogenannter Flash 10
aushärten. Bleed und Flash 10 sind teils nur Schönheitsfeh
ler, führen aber auch bei nachfolgenden Prozessen wie Löten,
Oberflächengalvanik oder den Kontaktieren zu Haftungs- und
aufgrund ungenügender elektrischer Leitfähigkeit zu Funkti
onsfehlern. Bleed und Flash müssen deshalb mit herkömmlichen
Verfahren in einem zusätzlichen Arbeitsgang, dem "Deflashen",
entfernt werden. Dies geschieht entweder mit Wasserhochdruck,
chemisch oder auch mechanisch mit Glaskugeln, Kirschkerngra
nulat oder ähnlichem.
Die Aufgabe vorliegender Erfindung ist es somit, bei einem
Verfahren zum Herstellen eines Trägerelementes das Auftreten
von Bleed und Flash zu verhindern sowie eine Vorrichtung zur
Durchführung eines solchen Verfahrens anzugeben.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß dem Anspruch 1 und
eine Vorrichtung gemäß dem Anspruch 4 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Durch die erfindungsgemäße Verwendung von Niederhaltern in
dem den Hohlraum aufweisenden Gießformteil werden die Kon
taktelemente während des Einfüllens der Kunststoffmasse in
den Hohlraum der Gießform so fest gegen das plane Gießform
teil gedrückt, daß keine Kunststoffmasse aus dem Hohlraum
zwischen die Gießformteile und die Kontaktelemente gelangen
kann. Die Niederhalter verharren dabei in erfindungsgemäßer
Weise während des gesamten Gießvorgangs in ihrer vorgegebenen
Position. Die dadurch entstehenden Löcher in der den Halblei
terchip umhüllenden Kunststoffmasse können in einem weiteren
Verfahrensschritt in vorteilhafter Weise mit einem Klebstoff
aufgefüllt werden. Da ein Klebstoff mit der Kunststoffmasse
und auch mit den die Löcher im Bodenbereich abschließenden
Kontaktelementbereichen eine bessere Haftung eingeht als die
Kunststoffmasse mit den Kontaktelementen, wird dadurch eine
insgesamt bessere Haftung der Kunststoffmasse auf dem Lead
frame erreicht. Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn
die Niederhalter eine konische Form aufweisen, so daß der
sich in den ebenfalls chronisch verlaufenden Löchern ausbil
dende Klebstoffpfropf eine Quasi-Niet-Wirkung hat.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spiels mit Hilfe von Figuren näher erläutert werden. Dabei
zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Gieß
form mit sich zwischen den Gießformteilen befinden
den Leadframe und
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines mittels des
erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Träger
elements.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch Teile einer erfindungs
gemäßen Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Kontaktelemente 1, 1a sind mit nicht dargestell
ten Mitteln zwischen die zwei Teile einer Gießform 6, 8 ge
bracht worden. Der Schnitt verläuft dabei durch Schlitze zwi
schen den äußeren Kontaktelementen 1 und schneidet ein mitt
leres Kontaktelement 1a. Auf dem mittleren Kontaktelement 1a
ist ein Halbleiterchip 3 angeordnet, der mittels Bonddrähte
12 mit den äußeren Kontaktelementen 1 elektrisch verbunden
ist. Üblicherweise sind zwei oder mehrere solcher Leadframes
nebeneinander in einem Endlosband gebildet, an dessen äußeren
Rändern sich eine Perforierung befindet. Das Mittel zum Ein
bringen des Leadframes zwischen die zwei Teile der Gießform
6, 8 können somit zum Beispiel Zahnräder sein, deren Zähne in
diese Perforierungslöcher eingreifen und damit das die Lead
frames beinhaltende Band transportieren. Nachdem das Lead
frame in die gewünschte Position gebracht ist, wird ein er
stes, eine plane Fläche aufweisendes Gießformteil 6 und ein
zweites, einen Hohlraum aufweisendes Gießformteil 8 in Kon
takt mit dem Leadframe gebracht. Dabei kommt der Halbleiter
chip 3 und die Bonddrähte 12 in dem Hohlraum zu liegen. Das
zweite Gießformteil 8 weist zumindest einen Niederhalter 9
auf, der die freien Enden der Kontaktelemente 1, 1a gegen die
plane Fläche des ersten Gießformteils 6 drückt. Wenn nun eine
Kunststoffmasse in den Hohlraum des ersten Gießformteils 8
gepreßt wird, so wird diese durch die Niederhalter in erfin
dungsgemäßer Weise daran gehindert, zwischen die Kontaktele
mente 1, 1a und die mit diesen in Kontakt stehenden Bereiche
der Gießformteile 6, 8 zu gelangen. Auf diese Weise kann kein
Bleed und Flash entstehen, so daß ein nachfolgender Bearbei
tungsvorgang, um Bleed und Flash wieder zu entfernen, entfal
len kann. Nach dem Aushärten der Kunststoffmasse werden die
Gießformteile 6, 8 wieder von dem Leadframe entfernt. Die
Kontaktelemente können nun aus dem sie tragenden Leiterrahmen
ausgestanzt werden, so daß ein Trägerelement entsteht, das in
eine Plastikkarte eingebracht, beispielsweise eingeklebt,
werden kann.
Fig. 3 zeigt ein solches Trägerelement. Die Kontaktelemente
1, 1a werden nun nur noch durch die Kunststoffmasse 4 gehal
ten. Diese weist dort, wo zuvor die Niederhalter waren, Lö
cher auf. Diese können in erfindungsgemäßer Weise mit einem
Klebstoff gefüllt werden. Da ein Klebstoff sowohl mit der
Kunststoffmasse als auch mit dem den unteren Bereich der
Löcher abschließenden Bereichen der Kontaktelemente eine bes
sere Haftung eingeht als die Kunststoffmasse mit den Kontakt
elementen, führt dies zu einer deutlich erhöhten Stabilität
des Trägerelements. Wenn die Niederhalter 9 wie in Fig. 1
dargestellt, eine konische Form haben, so weist auch der in
den Löchern der Kunststoffmasse 4 ausgehärtete Klebstoff eine
konische Form auf und hat somit quasi eine Nietwirkung. Der
Klebstoff wird natürlich zweckmäßigerweise in die Löcher ein
gefüllt, wenn die Kontaktelemente noch in Verbindung mit dem
Leiterrahmen sind und somit in den perforierten Band mittels
Zahnrädern von Bearbeitungsstation zu Bearbeitungsstation
transportiert werden können.
Die Mittel zum Bewegen der Gießformteile können beliebige,
mit den Gießformteilen verbundene Arme sein, die beispiels
weise mittels eines Motors derart bewegt werden können, daß
sich die Gießformteile zwischen einer offenen und einer ge
schlossenen Position bewegen lassen.
Claims (4)
1. Verfahren zum Herstellen eines Trägerelementes, insbe
sondere zum Einbau in einen kartenförmigen Datenträger,
wobei das Trägerelement mit einer Anzahl elektrisch leitfä higer Kontaktelemente (1), die durch isolierende Schlitze (2) voneinander getrennt sind und von denen zumindest eines einen Halbleiterchip (3) trägt, gebildet ist und
wobei der Halbleiterchip (3) derart von einer Kunststoffmasse (4) umgossen ist, daß ein Teilbereich (5) jedes Kontaktele mentes (1) einseitig mit der Kunststoffmasse (4) in Kontakt ist und von dieser gehalten wird mit den Schritten:
wobei das Trägerelement mit einer Anzahl elektrisch leitfä higer Kontaktelemente (1), die durch isolierende Schlitze (2) voneinander getrennt sind und von denen zumindest eines einen Halbleiterchip (3) trägt, gebildet ist und
wobei der Halbleiterchip (3) derart von einer Kunststoffmasse (4) umgossen ist, daß ein Teilbereich (5) jedes Kontaktele mentes (1) einseitig mit der Kunststoffmasse (4) in Kontakt ist und von dieser gehalten wird mit den Schritten:
- - die mit einem Leiterrahmen verbundenen, von dem Leiterrah men in dessen Mitte ragenden Kontaktelemente (1) mit zu mindest einem darauf montierten Halbleiterchip (3) werden zwischen die zwei Teile einer Gießform (6, 8) gebracht,
- - das erste, eine plane Fläche aufweisende Gießformteil (6) wird mit der dem Halbleiterchip (3) abgewandten Seite der Kontaktelemente (1) und das zweite, einen Hohlraum mit zu mindest einem darin angeordneten Niederhalter (9) aufwei sende Gießformteil (8) mit der dem Halbleiterchip (3) zu gewandten Seite der Kontaktelemente (1) derart in Kontakt gebracht, daß nicht mit dem Leiterrahmen verbundene Enden der Kontaktelemente (1) durch den oder die Niederhalter (9) gegen das zweite Gießformteil (6) gedrückt werden,
- - der sich in dem Hohlraum des zweiten Gießformteils (8) befindenden Halbleiterchip (3) wird mit einer Kunststoff masse (4) umgossen,
- - nach Aushärtung der Kunststoffmasse (4) werden die Gieß formteile (6, 8) von den Kontaktflächen (1) entfernt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem weiteren
Schritt der oder die in der Kunststoffmasse (4) durch den
oder die Niederhalter (9) bewirkten Löcher mit einem Klebe
mittel aufgefüllt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem weiteren
Schritt das Trägerelement aus dem Leiterrahmen ausgestanzt
wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß An
spruch 1,
- - mit Mitteln zum Zuführen des die Kontaktelemente (1) tra genden Leiterrahmens zwischen die Teile einer Gießform (6, 8), und
- - mit Mitteln zum Bewegen der Gießformteile (6, 8) gegen die zwei Seiten der Kontaktelemente derart, daß die nicht mit dem Leiterrahmen verbundenen Enden der Kontaktelemente (5) von in den zweiten Gießformteil (8) angeordneten Nieder haltern (9) gegen das plane erste Gießformteil (6) ge drückt werden.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19513797A DE19513797A1 (de) | 1995-04-11 | 1995-04-11 | Verfahren zum Herstellen eines Trägerelementes und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
| PCT/DE1996/000637 WO1996032744A1 (de) | 1995-04-11 | 1996-04-10 | Verfahren zum herstellen eines trägerelementes und vorrichtung zur durchführung des verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19513797A DE19513797A1 (de) | 1995-04-11 | 1995-04-11 | Verfahren zum Herstellen eines Trägerelementes und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19513797A1 true DE19513797A1 (de) | 1996-10-24 |
Family
ID=7759507
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19513797A Withdrawn DE19513797A1 (de) | 1995-04-11 | 1995-04-11 | Verfahren zum Herstellen eines Trägerelementes und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19513797A1 (de) |
| WO (1) | WO1996032744A1 (de) |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| WO1996032744A1 (de) | 1996-10-17 |
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