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Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterialaus linearen
Polyestern Es wurde gefunden, daß man und Drucke auf Textilmaterial aus linearen
Polyestern erhält, wenn man von ionogen wasserlöslich machenden Gruppen freie Farbstoffe
der allgemeinen Formel I
verwendete worin n die Zahlen von 2 bis 12 bedeutet und die Ringe A gegebenenfalls
noch weiter gleich oder@versehieden substituiert sein können.
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Der Farbstoff der Formel T mit n = 2' und ohne: weitere- Substitutenten
ist hekarm-t. Er wurde aus o-Nitrobromhenzol durch Umsetzung mit Äthylendiamin im
geschlossenen Rohr gewonnen (s. Jedlicka, Journal für praktische Chemie DI. 48,
195).
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Die zu verwendenden, Farbstoffe der Formel T werden zweckmäßigerweiae
durch Kondensation von a-Nitrohalogenbenzalen; der Formel II
-mit aliphatischen Diaminen der allgemeinen Formel III H2N-CnH2n-NH2 III hergestellt,
wobei Hal ein Chlor- oder Bromatom bedeutet und n die angegebene Bedeutung'hat.
Als Substituenten für die Ringe A seien z. B. Halogenatome oder Acyl-, Alkoxy-,
Sulfonamid-, Carbonamid-, Cyan-, Nitro- oder Alkylsulfonreste und im einzelnen Chlor,
Brom, Methoxy, Äthoxy, Dimethylsulfonamid, Dimethylearbonamid, Methylsulfonyl oder
Äthylsulfonyl genannt. Der Formel II entsprechende Verbindungen sind beispielsweise
1,4-Dichlor-2-nitrobenzol, 1-Chlor-2,4-dinitrobenzol oder die Verbindungen der Formel
sowie insbesondere 1-Chlor-2-nitrobenzol. Die Diamine der Formel III können geradkettig
oder verzweigt se.. im einzelnen seien beispielsweise die folgenden Verbindungen
genanntz 1,2-Äthylendiamin,, 1,2-Propylendiamin, 1,3-Propylendiamät 1,,6-Hexamethylendiamin
oder 1,1ß-Dekamethylendamin. Bevorzugt
wird Hexamethylendiamin verwendet.
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Man verwendet@die Farbstoffe der Formel I vorteilhaft in feinverteilter
Form und kann damit Textilmaterial aus linearen Polyestern sowohl bei Temperaturen
von 95 bis 100 0C bei atmosphärischem Druck als auch bei Temperaturen über-100
°C, im allgemeinen zwischen 105 und 140 o C, unter erhöhtem Druck färben. Ebenfalls
kann man aufgeklotzte Farbstoffe nach dem Thermosol-Verfahren fixieren. Um kräftige
Färbungen auch bei 95 bis 100 oC zu erzielen, ist es zweckmäßig, den Färbebädern
Färbebeschleuniger, sogenannte Carrier, z. B. aromatische Carbonsäuren, wie Benzoe-,
Salicyloderr Phthalsäure öder deren Methylester, oder Phenole, wie.
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o- oder p-Hydroxydiphenyl,.oder aromatische Halogenverbindungen, wie
Chlorbenzole, oder aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Naphthalin;-Diphenyl, oder
Carbinoie, wie -Phenylmethylcarbinole, zuzusetzen. Textilgut aus Polyestern wird
erfindungsgemäß zweckmäßigerweise mit Druckpasten bedruckt, die neben den üblichen
Verdickungsmitteln und Druckereihilfsmitteln die zuvor genannten Farbstoffe in feinverteilter
Form enthalten. Zweckmäßig enthalten auch die Druckpasten Färbebeschleuniger. Nach
dem Bedrucken wird das Gut wie üblich gedämpft und fertiggestellt. Geeignete Verdickungsmittel
sind z. B. Kristallgummi, AZginate, Johannisbrotkernmehl; Stärkeäther oder Stärke.
Als Druckereihilfsmittel seien z. B. Resorcin, p-Hydröxydiphenyl, o-Hydroxydiphenyl-,oder
ß-Naphtholgenannt:
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Farbstoffe
zeichnen sich durch große Ergiebigkeit und sehr gutes Aufziehvermögen auf Textilien
aus linearen Polyestern, z. B. Polyäthylenterephthalat, aus. Die damit erhaltenen
Färbungen und Drucke zeigen gute Echtheitseigenschaften, insbesondere Lichtechtheiten.
Auch Polyesterfasern in Fasermischungen können mit den Farbstoffen gefärbt werden.
Die in den folgenden Beispielen genannten Teile und Prozentangaben sind Gewichtseinheiten.
Raumteile verhalten sich zu Gewichtsteilen wie das Liter zum Kilogramm unter Normalbedingungen.
Beispiel 1 In einem Färbebad aus 3000 Raumteilen Wasser, 9 Teilen feinverteiltem
o-Phenylphenol und 0,5-Teilen des feinverteilten Farbstoffs N,N'-Di-o-nitrophenyl-äthylendiamin
der Formel
werden 100 Teile eines Polyäthylenterephthalatgewebes 90 Minuten bei 100
°C behandelt. Das gefärbte Gewebe wird mit Wasser gewaschen und anschließend in
einem Bad aus 3000 Raumteilen Wasser, 3 Teilen Natriumdithionit und 3 Teilen 32%iger
Natronlauge 15 Minuten bei 85 °C reduktiv gereinigt. Danach wird erneut mit Wasser
gewaschen. Man erhält eine farbstarke, brillante gelbe Färbung mit guten Echtheitseigenschaften,
insbesondere sehr guter Lichtechtheit.
Beispiel 2 In einem Färbebad
aus 2000 Raumteilen blasser, 5 Teilen des Anlagerungsprodukts von 1 Mol Äthylenoxid
an 1 Mol p-Chlorphenol und 0,6 Teilen des feinverteilten Farbstoffs N, NI
-Di-o-nitrophenyl-hexamethylendiamin der Formel
werden 100 Teile eines Strangmaterials- aus Polyäthylenterephthalat 60 Minuten bei
102 °C behandelt. Falls erforderlich, wird das Strangmaterial, wie in Beispiel 1
beschrieben, reduktiv nachbehandelt. Man erhält eine farbstarke, brillante gelbe
Färbung mit guten Echtheitseigenschaften. Beispiel 3 In einem Färbebad aus 1000
Raumteilen Wasser, 2 Teilen einer durch.Umsetzung von 1 Mol Spermölalkohol mit 80
Mol Äthylenoxid und nachfolgender Sulfonierung erhältlichen Verbindung und 0,5 Teilen
des feinverteilten Farbstoffs der Formel
werden 100 Teile Faserflocken aus Polyäthylenterephthalat 45 Minuten bei 125 °C
behandelt. Man erhält eine farbstarke, brillante gelbe Färbung mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel
4 In einem Färbebad aus .3000 Raumteilen Wasser, 7 Teilen eines feinverteilten Gemischs
aus isomeren Trichlorbenzolen und 0,7 Teilen des feinverteilten Farbstoffs der Formel
werden 100 Teile eines Polyhexahydroterephthalylterephthalatgewebes 90 Minuten bei.
100 °C behandelt. Man erhält eine farbstarke, brillante gelbe Färbung mit guten
Echtheitseigenschaften. Beispiel 5 Man bedruckt ein Polyäthylenterephthalatgewebe
mit einer Druckpaste, die aus 20 Teilen Triisobutylphosphat, 15 Teilen eines Gemischs
der Natriumsalze der Disulfonimide von solchen Kohlenwasserstoffen, die im Molekül
durchschnittlich 10 Kohlenstoffatome enthalten, 650 Teilen Kristallgummi, 275 Teilen
Wasser und 15 Teilen des Farbstoffs N-o-Nitrophenyl-N1-2,4-dlnitrophenylhexamethylendiamin
der Formel
besteht. Nach dem `trocknen wird das bedruckte Gewebe 30 Minuten unter einem Druck
von 1,5 atü gedämpft. Man erhält einen bril.latiten gelben Druck mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel
6 Man klotzt ein Polyäthylenterephthalatgewebe mit einer Flotte aus 1000 Teilen
Wasser, 15 Teilen des feinverteilten Farbstoffs N,N'-Di-2-nitro-4-chlorphenyl-hexamethylendiamin
der Formel
Teilen einer 50%igen Lösung des Natriumsalzes eines Mischpolymerisats aus
80 Teilen Äthylacrylat und 20 Teilen Acrylsure und 1,5 Teilen eines Anlagerungsprodukts
von 40 Mol Äthylenoxid an 1 Mol Ricinusöl, trocknet, thermofixiert 30 Sekunden bei.200
°C und behandelt wie üblich reduktiv nach. Man erhält eine farbstarke, brillante
gelbe Färbung mit guten Echtheitseigenschaften.