DE1617680C3 - Verfahren zur Gewinnung von hochgereinigtem Phosphatidylcholin - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von hochgereinigtem PhosphatidylcholinInfo
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Description
3 4
matitels nicht notwendig, die Rohphosphatidlösung unreinigungen und gibt sie, wie im Beispiel 1 angezieht
ohne Schwierigkeiten in das Adsorbens ein. geben, auf eine Säule mit einer Aufschlämmung
Das Erwärmen kann aber unterbleiben, wenn man von 500 g Aluminiumoxyd in Essigester. Die weitere
dem Essigester 10 bis 15% eines dichlorierten Aufarbeitung erfolgt wie im Beispiel 1 beschrieben.
Kohlenwasserstoffs mit 1 bis 2 Kohlenstoffatomen 5 Ausbeute an Neutrallipiden: 12,4 g = 31,0%>. ·Auszusetzt;
dann erhält man schon bei Zimmertempe- beute an chemisch reinem Phosphatidylcholin: 5,8 g
ratur eine klare Lösung des Rohphosphatids. Das = 72,5 °/o.
Eluieren der Neutrallipide kann auch in diesem R . . . „
Falle mit Essigester erfolgen. Beispiel i
Eluieren der Neutrallipide kann auch in diesem R . . . „
Falle mit Essigester erfolgen. Beispiel i
Die Konzentration der auf die Adsorptionssäule io 72 g handelsübliches Sojabohnenrohphosphatid
aufzubringenden Rohphosphatidlösung kann zwi- werden in 360 ml Methylenchlorid oder einem Gesehen
1 und 2O°/o liegen. Lösungen mit noch höheren misch von Methylenchlorid-Äthanol 95:5 unter
Konzentrationen an Rohphosphat sind auch noch leichtem Rühren und Einleiten von Stickstoff gelöst,
brauchbar, neigen aber unter Umständen zu einem falls erforderlich von nichtlipidartigen Verunreinileichten
Verstopfen der Säule. Vorzugsweise geeignet 15 gungen befreit und auf eine Adsorptionssäule von
sind Konzentrationen zwischen 3 und 10%. 4 cm Durchmesser und 80 cm Länge gegeben, in
: ;Als Adsorbens können basische und neutrale der sich eine Aufschlämmung von 1000 g Alumi-Aluminiumoxyde,
vorzugsweise aber basische Alu- niumoxyd in Methylenchlorid oder Methylenchloridminiumoxyde
der Aktivitätsstufe 1 bis 3 und nach Äthanol 95:5 befindet. Wenn die Rohphosphatid-Brockmann
standardisierte Produkte verwendet 20 lösung in das Adsorbens eingezogen ist, wird mit
werden. Methylenchlorid-Äthanol (95:5) eluiert, bis alle
Der zur Eluierung angewandte Äthylalkohol eignet Neutrallipide aus der Säule herausgelöst sind. Dazu
sich im Gemisch mit Wasser bei einem Gehalt von sind etwa 2 1 Lösungsmittelgemisch erforderlich.
80 bis 96%, wobei die letztere Konzentration als Nach dem Abdampfen des Lösungsmittels in einer
handelsübliche besonders vorteilhaft ist. 25 Stickstoff atmosphäre verbleiben 23 g = 31,5% eines
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es nun kräftig gelb gefärbten Öles. Die Säule wird nun zur
möglich, die Phosphatide von den Neutrallipiden Gewinnung des Phosphatidylcholins mit etwa 3,5 1
durch eine einfache Behandlung auf einer Alumi- Äthanol eluiert und schließlich der Alkohol im
niumsäule zu trennen und chemisch reines Phospha- Vakuum unter Nachziehen eines inerten Gases ab-
tidylcholin mit hohem Gehalt an essentiellen Fett- 3° destilliert. Ausbeute an chemisch reinem Phospha-
säuren zu gewinnen, das medizinisch wertvolle Eigen- tidylcholin: 11,0 g = 76%.
schäften besitzt. Dieses Verfahren erbringt bei hoch- .
stem Reinheitsgrad des Phosphatidylcholins noch Beispiel 4
eine besoders gute Ausbeute. 37 g handelsübliches Sojabohnenrohphosphatid
Das erfindungsgemäße Verfahren sei durch fol- 35 werden in 370 ml Dichloräthan, das 5% Äthanol
gende Beispiele näher erläutert: enthält, unter gelindem Erwärmen oder leichtem
R . -I1 Rühren unter dem Schutz eines inerten Gases gelöst,
Beispiel 1 falIs erforcierlich filtriert oder zentrifugiert und bei
40 g handelsübliches Sojabohnenrohphosphatid Zimmertemperatur auf eine Aufschlämmung von
werden in 800 ml Essigester unter Erwärmen auf 40 500 g basischem Aluminiumoxyd in Dichloräthan
eine 37° C nicht übersteigende Temperatur und unter oder Dichloräthan mit 5% Äthanolzusatz gegeben,
dem Schutz eines inerten Gases gelöst und warm auf die sich in einer Adsorptionssäule von 4 cm Durcheine
Adsorptionssäule von 4 cm Durchmesser und messer und 50 cm Länge befindet. Nachdem die
50 cm Länge gegeben, die mit einer Aufschlämmung Rohphosphatidlösung in das Adsorbens eingezogen
von 500 g Aluminiumoxyd in Essigsäureäthylester 45 ist, wird zur quantitativen Abtrennung der Neutralgefüllt
ist, wobei man darauf achtet, daß keine lipide mit etwa 1,51 Dichloräthan-Äthanol (95: 5)
wesentliche Abkühlung der Lösung eintritt. Nachdem eluiert. Das gesamte durch die Säule gelaufene Eluat
die Lösung in das Adsorbens eingezogen ist, wird wird vereinigt und im Vakuum unter Stickstoff einmit
etwa 1,3 1 Essigester nachgewaschen. Die Essig- gedampft. Der Rückstand besteht ausschließlich aus
ester-Eluate enthalten das gesamte Neutrallipid, das 5° Neutrallipiden. Ausbeute: 11,6g = 31,4%. Zur
nach dem Abdampfen des Lösungsmittels im Vakuum nachfolgenden Eluierung des Phosphatidylcholins
als kräftig gelb gefärbtes öl in einer Ausbeute von läßt man etwa 21 Äthanol durch die Säule laufen.
11,0 g (= 28,0%) zurückbleibt. Zur Eluierung des Nach dem Eindampfen des Äthanols im Vakuum
Lecithins läßt man etwa 1,7 !Äthanol (96%ig) durch unter dem Schutz eines inerten Gases verbleiben
die Säule laufen. Nach dem Abdestillieren des 55 5,3 g chemisch reines Phosphatidylcholin, das sind
Alkohols im Vakuum in Gegenwart eines inerten 73,0% der im Rohphosphatid enthaltenen Menge.
Gases verbleiben 6,8 g chemisch völlig reines Phos- R . ...
phatidylcholin, das sind 75% der im ursprünglichen Beispiele
Rohphosphatid vorhandenen Menge. 34 g ölhaltiges Handelslecithin werden unter leich-Beisoiel 2 6o tem Rünren und Einleiten eines inerten Gases in p 170 ml technischem Dichloräthylen gelöst und auf
phatidylcholin, das sind 75% der im ursprünglichen Beispiele
Rohphosphatid vorhandenen Menge. 34 g ölhaltiges Handelslecithin werden unter leich-Beisoiel 2 6o tem Rünren und Einleiten eines inerten Gases in p 170 ml technischem Dichloräthylen gelöst und auf
40 g handelsübliches Sojabohnenrohphosphatid eine Adsorptionssäule gegeben, die mit einer Auf-,
anderer Provenienz werden in 400 ml Essigsäure- schlämmung von 100 g Aluminiumoxyd, basisch,
äthylester gelöst, der zur Verbesserung der Löslich- Aktivstufe 2, in Dichloräthylen oder Dichloräthylenkeit
10 bis 15% Dichloräthan (Dichlormethan oder 65 Äthanol (95:5) gefüllt ist. Die weitere Aufarbeitung
Dichloräthylen) enthält. Erforderlichenfalls befreit der Säule erfolgt analog Beispiel 4. Zur Eluierung
man die Lösung durch Absitzenlassen, Filtrieren der Neutrallipide werden etwa 1,01 Dichloräthylen
oder Zentrifugieren von den nichtlipidartigen Ver- mit 5% Äthanolzusatz benötigt. Ausbeute an Neu-
trallipiden: 11,6 g = 34%. Zur Gewinnung des chemisch reinen Phosphatidylcholins wird mit etwa
•1,51 Äthanol eluiert. Ausbeute: 5,5 g = 80% des im Rohphosphatid vorhandenen Lecithins.
40 g ölhaltiges Sojabohnenrohphosphatid werden wie unter Beispiel 5 beschrieben in 1,3 1 Propylendichlorid
gelöst und auf eine Adsorptionssäule von 4 cm Durchmesser und 45 cm Länge gegeben, die
mit 550 g Aluminiumoxyd, aufgeschlämmt in Propylenchlorid, gefüllt ist. Zur Eluierung der gesamten
Neutrallipide wird die Säule mit etwa 1,21 Propylenchlorid, dem 5% Äthanol zugesetzt sind, ausgewaschen.
Ausbeute an Neutrallipiden nach dem Abdampfen des Lösungsmittels: 13,6 g = 31%. Die
nachfolgende Eluierung mit etwa 1,5 1 Äthanol ergibt nach dem Abziehen des Lösungsmittels im Vakuum
6,9 g, d. h. in 85%iger Ausbeute reines Phosphatidylcholin.
27 g handelsübliches - Sojabohnenrohphosphatid werden, wie im Beispiel 1 beschrieben, in 670 ml
Essigester gelöst und warm auf eine Adsorptionssäule (4 cm Durchmesser, Füllhöhe 26 cm) gegeben, die
mit einer Aufschlämmung von 340 g Aluminiumoxyd
ίο in Essigester gefüllt ist. Die weitere Aufarbeitung
erfolgt wie im Beispiel 1 beschrieben. Zur Eluierung der Neutrallipide werden etwa 700 ml Essigester
benötigt. Ausbeute nach dem Abdestillieren des Lösungsmittels 8,8 g = 32,5 %. Das Phosphatidylcholin
wird mit etwa 800 ml Äthanol aus der Säule herausgelöst. Ausbeute nach dem Abdampfen des
Alkohols im Vakuum unter Inertgasschutz 5,0 g = 87,5%.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung von hochgereinig- man das ölhaltige Rohphosphatid ohne jede Vortem
Phosphatidylcholin mit hohem Gehalt an 5 behandlung vorzugsweise unter leichtem Erwärmen
essentiellen Fettsäuren aus pflanzlichen »Leci- auf eine im allgemeinen 37° C nicht übersteigende
thinen« durch Lösen der ölhaltigen Rohphospha- Temperatur und unter dem Schutz eines inerten
tide in Essigester oder einem dichlorierten Gases sowie unter Zugabe eines Antioxydans, z. B.
Kohlenwasserstoff mit 1 bis 2 Kohlenstoffatomen Tocopherol, in kleinen Mengen, z.B. 0,1 bis 0,2%,
bzw. einer Mischung dieser Lösungsmittel, wobei io im Essigester und/oder dem dichlorierten Kohlendas
Lösungsmittel bis zu 6 Volumprozent Aiko- wasserstoff löst und möglichst unter Lichtausschluß
hol enthalten kann, und Behandlung der Lösung sofort auf die Aluminiumoxydsäule gibt. Erfolgt die
mit mindestens der fünffachen Menge Alumi- Auflösung des Rohphosphatids statt im Essigester
niumoxyd, bezogen auf den Gehalt an Roh- in einem-der dichlorhaltigen Lösungsmittel, so kann
phosphatid, unter Rühren und anschließendem 15 man auf das leichte Erwärmen verzichten und bei
Eluieren des hochgereinigten Phosphatidvlcholin Zimmertemperatur lösen.
vom Adsorbens mit Alkohol nach Patent Das Herauslösen der Neutrallipide beim Nach-
1617 679, dadurch gekennzeichnet, waschen mit dem Lösungsmittel läßt sich durch
daß man die Lösung der ölhaltigen Roh- Zusatz von bis zu 6 Volumprozent Alkohol zur
phosphatide auf eine Aluminiumoxydsäule auf- 20 Lösung vor Aufgeben auf die Säule beschleunigen,
gibt und das chemisch reine Phosphatidylcholin Das nachfolgende Waschen mit Essigester oder
mit Alkohol vom Adsorbens löst. einem der vorher genannten chlorhaltigen Lösungs-
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge- mittel, denen man vorzugsweise auch bis zu
kennzeichnet, daß man als Lösungsmittel Pro- 6 Volumprozent Alkohol zufügt, holt überraschenpylendichlorid
verwendet und die Säule mit 25 derweise nur die Neutrallipide quantitativ von der
Propylendichlorid, das bis zu 6 Volumprozent Säule herunter.
Alkohol enthält, auswäscht. Beim abschließenden Eluieren der Säule mit
Alkohol, wozu Äthanol besonders geeignet ist, erhält man chemisch reines, natürliches Phosphatidylcholin
30 mit hohem Gehalt an essentiellen Fettsäuren. Alle
anderen Begleitphosphatide sowie die Phytoglykollipide verbleiben hierbei auf der Säule.
Nach dem Verfahren des Patents 1617 679 oas nacn dem erfindungsgemäßen Verfahren geerfolgt
die Gewinnung von hochgereinigtem Phos- wonnene, chemisch reine Phosphatidylcholin bleibt
phatidylcholin mit hohem Gehalt an essentiellen 35 -De\m Eindampfen der alkoholischen Lösung im
Fettsäuren aus pflanzlichen »Lecithinen« durch Vakuum in Gegenwart eines inerten Gases als fast
Lösen der ölhaltigen Rohphosphatide in Essig- farblose Masse von pastenartiger Konsistenz zurück,
ester oder einem dichlorierten Kohlenwasserstoff mit Die Ausbeute beträgt bis zu 88%>. Dieses Phospha-1
bis 2 Kohlenstoffatomen bzw. einer Mischung tidylcholin ist in Alkohol, Essigester, Äther, Petroldieser
Lösungsmittel, wobei das Lösungsmittel bis 40 äther und vielen chlorhaltigen Lösungsmitteln gut
zu 6 Volumprozent Alkohol enthalten kann, und die löslich, löst sich jedoch schwer in Aceton. Eine
Behandlung der Lösung mit mindestens der fünf- typische Analyse zeigt folgende Werte:
fachen Menge Aluminiumoxyd, bezogen auf den
fachen Menge Aluminiumoxyd, bezogen auf den
Gehalt von Rohphosphatid, unter Rühren und Gesamtphosphor 3,80 %>
anschließendem Eluieren des hochgereinigten Phos- 45 Cholin 14,90%
phatidylcholins vom Adsorbens mit Alkohol. Fettsäuren 69%
Nach diesem Verfahren wird ein Produkt erhalten, . P: Cholin-Molverhältnis 1
dessen Phosphatidylcholinanteil 90% und mehr be- Fettsäuren: Cholin-Molverhältnis .. 2
trägt und das unter anderem medizinisch-therapeu- Jodzahl 100 bis 105
tisch für orale Zwecke gut geeignet ist 5o Die gaschromatographische Analyse der Fettsäuren
Es wurde nun gefunden, daß sich durch eine ibt {o, de t 5 isc£en Werte.
Abwandlung dieses Verfahrens der Phosphatidylcholinanteil des Produktes auf 100% steigern läßt, . . .. ^01
Abwandlung dieses Verfahrens der Phosphatidylcholinanteil des Produktes auf 100% steigern läßt, . . .. ^01
so daß man chemisch reines Phosphatidylcholin jalimtinsaure 12,5
erhält, das sich daher für Injektionen, insbesondere 55 Meannsaure 2,5
auch intravenöse Injektionen, eignet. ° ,r.f ''*t
Die erfindungsgemäße Abwandlung-des Verfahrens Lino saure 71,5
des Hautpatents ist dadurch gekennzeichnet, daß die Linolensäure 5,7
Lösung der ölhaltigen Rohphosphatide in dem Essig- 100,0
ester oder in dem dichlorierten Kohlenwasserstoff 60
ester oder in dem dichlorierten Kohlenwasserstoff 60
mit 1 bis 2 Kohlenstoffatomen bzw. in einem Ge- Von den angeführten Lösungsmitteln zur Eluie-
misch dieser Lösungsmittel, wobei das Lösungsmittel rung der Neutrallipide ist der Essigsäureäthylester
bis zu 6 Volumprozent Alkohol enthalten kann, das gebräuchlichste; allerdings muß man hierbei, wie
auf eine Aluminiumoxydsäule gegeben wird, worauf bereits gesagt, zur vollständigen Auflösung des
dann das Phosphatidylcholin mit Alkohol vom 65 handelsüblichen Rohphosphatids auf etwa 37° C
Adsorbens eluiert wird, bzw. daß man als Lösungs- erwärmen und die so erhaltene Lösung noch in
mittel Propylendichlorid verwendet. Üblicherweise warmem Zustand auf die Adsorptionssäule bringen,
wäscht man nach dem Aufgeben der Rohphosphatid- Bei diesem Vorgehen ist ein Beheizen des Säulen-
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