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DE854800C - Verfahren zur Gewinnung von Mannit, Phosphatiden und Sterinen aus verfetteten mycelbildenden Mikroorganismen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Mannit, Phosphatiden und Sterinen aus verfetteten mycelbildenden Mikroorganismen

Info

Publication number
DE854800C
DE854800C DEH2841D DEH0002841D DE854800C DE 854800 C DE854800 C DE 854800C DE H2841 D DEH2841 D DE H2841D DE H0002841 D DEH0002841 D DE H0002841D DE 854800 C DE854800 C DE 854800C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sterols
phosphatides
mannitol
stage
residue
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEH2841D
Other languages
English (en)
Inventor
Arthur Dr Zimmermann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Henkel AG and Co KGaA
Original Assignee
Henkel AG and Co KGaA
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Henkel AG and Co KGaA filed Critical Henkel AG and Co KGaA
Priority to DEH2841D priority Critical patent/DE854800C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE854800C publication Critical patent/DE854800C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P7/00Preparation of oxygen-containing organic compounds
    • C12P7/02Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group
    • C12P7/04Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group acyclic
    • C12P7/18Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group acyclic polyhydric
    • C12P7/20Glycerol
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P33/00Preparation of steroids
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P7/00Preparation of oxygen-containing organic compounds
    • C12P7/02Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group
    • C12P7/04Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group acyclic
    • C12P7/18Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group acyclic polyhydric
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P9/00Preparation of organic compounds containing a metal or atom other than H, N, C, O, S or halogen

Landscapes

  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
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  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Bioinformatics & Cheminformatics (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Mannit, Phosphatiden und Sterinen aus verfetteten mycelbildenden Mikroorganismen Es wurde gefunden, daß man in guter Ausbeute Mannit, Phosphatide und Sterine aus verfetteten mycelbildenden Mikroorganismen erhalten kann, wenn man durch Abpressen oder Zentrifugieren teilweise entwässerte Mycelien drei aufeinanderfolgenden, bis zu 24 Stunden dauernden Extraktionen mit der 2- bis 3fachen Menge an niedermolekularen aliphatischen Alkoholen, insbesondere Methanol, unterwirft, wobei der Wassergehalt der Mycelien in den aufeinanderfolgenden Extraktionsstufen herabgesetzt wird, und zwar so, daß er in der dritten Stufe I bis 40/0 beträgt, wobei man aus dem Extrakt der ersten Stufe das Extraktionsmittel vorzugsweise im Vakuum abdestilliert, die zurückbleibende wässerige Lösung filtriert und aus dem beim Eindampfen anfallenden Rückstand durch Umkristallisieren Mannit gewinnt, aus demExtrakt der zweiten Stufe das Extraktionsmittel und das Wasser vorzugsweise im Vakuum abdestilliert, aus dem Rückstand durch Reinigung mit Wasser und Aceton sowie durch Umfällung die Phosphatide erhält und schließlich aus dem Extrakt der dritten Stufe die Hauptmenge des Extraktionsmittels abdestilliert und aus dem dabei erhaltenen Rückstand durch Behandlung mit verseifenden Mitteln und Extrahieren des Seifengemisches mit Lösungsmitteln die Sterine gewinnt.
  • Ausgangsstoffe des Verfahrens sind allgemein verfettete mycelbildende Mikroorganismen, d. h. mycelbildende Mikroorganismen, die unter solchen Bedingungen gezüchtet worden sind, daß eine erhöhte Fettbildung stattgefunden hat. Sie 'können dabei nach beliebigen Verfahren, z. B. auf Oberflächen, in Schalen oder submers gezüchtet sein.
  • Verwendbare Mikroorganismen sind z. B. Askomyceten und Phykomyceten, wie Rhizopus oligosporus, Mucor racemosus, Mortierella pusilla, ferner Penicillium- und Aspergillusarten, Endomvces vernalis und Oidium lactis, ferner Fusarie#, Fungi imperfecti u. dgl. m.
  • Für die Extraktion der Zellinhaltsstoffe werden niedrigmolekulare aliphatischeAlkohole, wieÄthyl-, Isopropyl-, n- oder iso-Butylalkohol u. dgl., verwendet. Ganz besonders hat sich die Behandlung mit Methanol bewährt. Die Lösungsmittel können für sich oder miteinander oder auch im Gemisch mit anderen Lösungsmitteln zur Anwendung gelangen.
  • Die stufenweise Einwirkung der Alkohole erfolgt zweckmäßig, um eine* spätere Fettextraktion durch schädliche Veränderung der Ausgangsstoffe nicht zu stören, bei Temperaturen unterhalb 40', zweckmäßig bei Zimmertemperatur. Zur Behandlung gelangen frisch abgepreßte oder zentrifugierte Mycelien, die auf einen Wassergehalt von 2o bis 35 gebracht worden sind. Nach beendeter stufenweiser Extraktion empfiehlt es sich, das Eindampfen der Extrakte unter Anwendung besonderer Vorsichtsmaßnahmen, insbesondere unter vermindertem Druck oder unterFüllung derApparatur mit inerten Gasen, vorzunehmen.
  • Der erste Alkoholextrakt, welcher nach mindestens 8stündiger Vorbehandlung des zentrifugierten und zermahlenen Mycels mit der 2- bis Yachen Alkoholmenge je nach Wassergehalt des Ausgangsmaterials zwischen 20 und 350/0 Wasser in der mycelfreien Lösung enthalten soll, wird im Stickstoffstrom vorsichtig abdestilliert, und zwar bis zur beginnenden Trübung. Man läßt erkalten, wobei sich auf der Oberfläche Fetttropfen abscheiden. Diese werden durch Filtration oder mittels Fettlösungsmittel, wie Äther, Benzin oder chlorierte Kohlenwasserstoffe, entfernt. Hierbei handelt es sich um ein Gemisch aus Fett und freien, hochmolekularen Fettsäuren, deren Verwendung für die Seifenherstellung besonders naheliegt. Nach Entfernung der Fettsäuren wird im Vakuum das Wasser weitgehend, d.h. bis zur beginnenden Kristallisation des Rückstandes, verdampft. Der erkaltete Rückstand'ist gelbbraun gefärbt. Zwecks Entfernung der alköhollöslichen Zucker wird in hochprozentigem Äthylalkohol gelöst und kalt filtriert. Dann löst man den Rückstand in 8o%igem Alkohol in der Wärme, filtriert und läßt 24 Stunden kristallisieren. Die nadelförmigen Kristalle werden abgesaugt, in möglichst wenig Wasser gelöst, durch kurzes Aufkochen mit Tierkohle entfärbt und durch Zusatz von Alkohol erneut kristallisiert. Man erhält Mannit.
  • In der zweiten Stufe werden die Schimmelpilzphosphatide isoliert. Der aus der Mannitgewinnung anfallende Mycelrückstand wird zu diesem Zweck abermals mit der doppelten bis 3fachen Menge des Ausgangsgewichtes an hochprozentigem Alkohol verrührt und mehrere Stunden sich selbst überlassen. Das Arbeiten geschieht wie in der ersten Stufe in Behältern unter Luft- und Lichtausschluß; man füllt, sofern größere Gasräume verbleiben, dieselben mit Stickstoff.
  • Nach 8 bis 24 Stunden preßt man den Rückstand scharf ab. Die goldgelb gefärbte Methanollösung enthält noch 4 bis io% Wasser. Sie wird in eine mit Stickstoff gefüllte Vakuumdestillationsapparatur gegeben. Zuerst wird, immer unter 35' bleibend, der Alkohol, dann bei etwa 10 bis 20 MM Vakuum das Wasser abdestilliert. Es bleibt ein öliger, goldbrauner Rückstand, der viskos erstarrt. Er besteht hauptsächlich aus einem Gemisch von Glyceriden und Phosphatiden. Um Reste wasserlöslicher Bestandteile, wie Kohlenhydrate, zu entfernen, wird der Rückstand mit kochsalzhaltigem Wasser bei 35' behandelt, hierbei scheidet sich eine butterartige Masse mit angenehmem Nußgeruch ab, welche aus der Hydratform des Phosphatidgemisches besteht und durch Filtration über Leinen gut abgetrennt werden kann. Diese wird dann mit Aceton ausgeknetet, um möglichst hierbei den Hauptteil Wasser sowie Fett und Sterine zu entfernen. Schließlich nimmt man in wasser- und peroxydfreiem Äther auf und fällt durch Eintropfen in gekühltes Aceton um. Dabei entstehen schwachgell)-graue Fällungen, die nach der Trocknung im Hochvakuum über Phosphorpentoxyd wasserfreie, honiggelbe Phosphatide liefern. Durch weitere Reinigungsmethoden lassen sich analysenreine Gemische aus Lecithin und Kephalin hieraus gewinnen.
  • Eine weitere Gruppe von Stoffen, deren Isolierungen aus anderen Pilzarten an sich bekannt sind, konnte durch eine weitere Behandlung des Restmycels mit der 2- bis 3fachen Menge an hochprozentigem Methanol erhalten werden.
  • Man saugt, nachdem das Restmycel bereits eine erhöhte Quellfähigkeit in absolutem Alkohol erreicht hat, unter Abpressen ab und wäscht auf der Nutsche mit Alkohol i- bis 2mal nach. Das Filtrat ist rötlichgelb gefärbt und enthält neben Fett (Triglyceriden) in der Hauptsache ein Steringemisch.
  • Man gewinnt dieses Gemisch durch teilweises Abdestillieren des Alkohols. Der Rückstand ist ein Gemisch aus etwa 12 bis 30010 Sterinen und Fett. Man trennt die Sterine ab durch Verseifen des Gesamtrückstandes mit alkoholischer Kalilauge und extrahiert die Seifenlösung oder die trockenen Seifen mit Benzol, Chloroform, Benzin oder Äther. Man gewinnt einen kristallisierten, unverseifbaren Rückstand, der ein Gemisch von Mycosterinen und dessen Hauptbestandteil Ergosterin darstellt. Auf dieseWeise und durch weitereReinigung, z. B. Kristallisation aus Alkohol, durch Fällung der Digitonide, Kristallisation der Acetvl- oder Benzoylderivate sowie mittels Adsorptionsmittel gelingt die Gewinnung des bisher hauptsächlich aus Hefe hergestellten Provitamins D, des Ergosterins. Hiermit ist eine neue Quelle für das antirachitisch wirksame Provitamin erschlossen. Beispiel i 3o kg verfettetes Fusariummycel, dessen Wassergelialt mit 630/0 und dessen Fettgehalt nach Schmid-Bondzynski mit 17,0% bestimmt wurde, wird nach Zermahlen des Naßmycels in einem Fleischwolf direkt in 7o kg 98- bis 991/oiges Methanol eingerührt. Nachdem gute Zerteilung erreicht ist, wird das abgedeckte Material 24 Stunden sich selbst überlassen, schließlich abermals i bis 2 Stunden gerührt und auf der Nutsche abgepreßt. Das Filtrat, welches vollkommen klar und tiefgelb gefärbt ist, wird in eine Vakuumapparatur gegeben und eingeengt bis zur beginnenden Trübung. Dann läßt man erkalten und filtriert das ausgeschiedene Gemisch aus Fett und Fettsäuren oder löst dieselben mittels Fettlösungsmittel. Anschließend destilliert man bei gutem Vakuum bis zur beginnenden Kristallisation des gelbbraunen Rückstandes. Den Rückstand behandelt man mit 98%igem Äthylalkohol, filtriert kalt und nimmt den kristallinen Anteil in möglichst wenig 8o%igem heißem Alkohol auf und kühlt auf o bis io' ab. Nach etwa 24 Stunden scheiden sich gelbgefärbte nadelförmige Kristalle ab. Diese werden abgesaugt und in wenig Wasser gelöst, mit Aktivkohle entfärbt und direkt durch Einengen aus Wasser oder durch Zugabe von Alkohol umkristallisiert. Man erhält auf letztere Weise von Kristallisationszentren aus wachsende, feinste, weiße Kristalle, welche unter dem Mikroskop wie Ilaarbüschel aussehen. Es handelt sich um Maimit (F. der Hexaacetylverbindung = 120').
  • Die Ausbeute betriigt nach beschriebenem Verfahren 99,8 g = o,9 1/o, bezogen auf Trockenmycel. Beispiel 2 Die Aufarbeitung des Alkoliolextraktes nach den Angaben von F i n k und J u s t (Biochern. Ztschr., Bd. 216, S. 311 ff.) ergab folgendes Resultat: Der Methanolextrakt aus 2,6i5kg Naßmycel (verfettetes Fusarium) mit 549 g Trockenmasse wurde aufgearbeitet, wie im Beispieli beschrieben, bis zur ersten Kristallisation des Rückstandes. Dieser wurde in Wasser gelöst über Aktivkohle filtriert, mit Schwefelsäure angesi . tuert und mit Quecksilbersulfat gef;illt. Die Fällutig wird abgesaugt, abgepreßt, das Filtrat mittels Schwefelwasserstoff von Ouecksilber befreit, die schwefelwasserstofffreie Lösung mittels Bariumhydroxyd neutralisiert, das Bariumsulfat abfiltriert, die Lösung eingeengt und direkt kristallisiert. Ausbeute 6,6 g = 1,2 0/0 Mannit, F.= io4#'. Beispiel 3 2217 g Nat.ii-n#,cel (verf ettetes Fusarium) = 750 -Trockenmycel geben 6200CM' Methanolwässer; deren Zusammensetzung ist 34.00/0 Wasser, 8,20/0 Gesaintfeststil)stanz, -57,#S'/o Methanol. Nach dein Abdestillieren des Methanols wurden isoliert 4,52 g = o,6% Fett-Fettsäure-Gemisch. Die Kennzahlen desselben sind
    Sz. Vz. EZ. Jz.
    112,0 204,2 92,6 122,3
    Nach F i n k und J u s t aufgearbeitet wurden erhalten 27,6 g Rohprodukt = 3,71/o Rohmannit. Dieser ist jedoch nicht rein, er enthält noch gegen Fehlingsche Lösung reduzierende Substanzen sowie 0,17 0/0 N.
  • Nach dem Verfahren des Beispiels i wurden 2,7010 Rohmannit erhalten. Beispiel 4 Der Mycelrückstand aus Beispiel i wird abermals mit 7o kg Methanol 98- bis 99%ig versetzt und mehrere Stunden kalt gerührt. Dann wird abgesaugt und der Alkoholextrakt schnellstens in eine Vakuumdestillationsapparatur gebracht, welche mit Stickstoff gefüllt ist und mittels Wasserdampfmantel erwärmt wird. Die Destillation wird stets unter 35' gehalten, das Vakuum langsam gesteigert. Schließlich erhält man einen öligen, goldbraunen Rückstand, der in der Kälte erstarrt. Nach Behandeln mit kaltem, kochsalzhaltigem Wasser erhält man butterartige, angenehm nußartig riechende Massen, die durch Dekantation oder Absaugen auf Leinenfilter gewonnen werden. Die weitere Reinigung (Befreiung von Fetten und Sterinen) vollzieht sich, wie es bei Pflanzenphosphatiden bekannt ist. Die Ausbeute an Rohphosphatiden ist stark schwankend, man erhält je nach Ausgangsmaterial 0,4 bis 2,oO/o, bezogen auf Trockensubstanz.
  • Die Untersuchung der Reinphosphatide ergab, daß das Gemisch keine Phosphatidsäuren oder Diaminophosphatide enthält. Es besteht beispielsweise aus etwa io% Lecithin und go% Kephalin. Die Fettsäuren sind fast ausschließlich ungesättigter Natur. Sie unterliegen außerordentlich leicht der Autoxydation durch Einfluß von Luft und Licht, was eine erhöhte Empfindlichkeit zur Folge hat. Die auf diese Weise gewonnenen Phosphatide sind vielfach technisch verwertbar. Beispiel 5 Der nach Beispie14 gewonnene Mycelrückstand ist in seinem Wassergehalt bereits so weit heruntergesetzt, daß er mühelos in der 2- bis 3fachen Menge Methanol (98- bis 99%ig) verteilt werden kann. Er besitzt bereits eine auffallend hohe Saugfähigkeit für Alkohol und andere wasserfreie, organische Lösungsmittel. Dies begünstigt die weitere Behandlungsweise. Nach etwa 8 bis 24 Stunden wird abermals abgesaugt. Der Rückstand ist jetzt so weit entwässert, daß er höchstens noch i bis 40/0 Wasser im Rückstand enthält und für die eigentliche Fettextraktion geeignet ist. Der hochprozentige Alkohol wird zum größten Teil abdestilliert und der stark eingeengte Rückstand nach Bestimmung seiner Verseifungszahl direkt mit alkoholischer Kalilauge oder anderen geeigneten Verseifungsmitteln verseift.
  • Z, Die Abtrennung des Unverseifbaren wird wie üblich vorgenommen, am günstigsten durch Ausschütteln des wässerig-alkoholischen Verseifungsproduktes oder durch Extraktion der trockenen Seifen mittels Äther, Benzin, Benzol, Essigester oder ähnlicher Lösungsmittel.
  • Man erhält nach Trocknen und Verdunsten derselben schwachgelb gefärbte kristalline Rohmycosterine in Ausbeuten von oj bis ö,8%, bezogen auf Trockensubstanz. Man kristallisiert um aus Alkohol, Benzolalkohol oder Essigesteralkohol und erhält fast weiße Blättchen oder Nadeln.
  • Bei der Untersuchung der Sterine zeigt sich, daß alle für Pilzsterine verlangten Reaktionen eintreten, so die Liebermann-Burchardsche Probe und die umgekehrte Salkowskische Reaktion. An speziellen Reaktionen auf Ergosterin sind positiv die Reaktionen nach Tortelli-Jaff#, nach Rosenheim sowie nach Räussler und Brauchli sowie Heilbron und Spring.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Mannit, Phosphatiden und Sterinen aus verfetteten mycelbildenden Mikroorganismen, dadurch gekennzeichnet, daß man durch Abpressen oder Zentrifugieren teilweise entwässerte Mycelien drei aufeinanderfolgenden, bis ZU 24 Stunden dauernden Extraktionen mit der 2- bis 3fachen Menge an niedermolekularen aliphatischen Alkoholen, insbesondere Methanol, unterwirft, wobei der Wassergehalt der Mycelien in den aufeinanderfolgenden Extraktionsstufen herabgesetzt wird, und zwar so, daß er in der dritten Stufe i bis ,4% beträgt, wobei man aus dem Extrakt der ersten Stufe das Extraktionsmittel vorzugsweise im Vakuum abdestilliert, die zurückbleibende wässerige Lösung filtriert und aus dem beim Eindampfen anfallenden Rückstand durch Umkristallisieren Mannit gewinnt, aus dem Extrakt der zweiten Stufe das Extraktionsmittel und das Wasser vorzugsweise im Vakuum abdestilliert, aus dem Rückstand durch Reinigung mit Wasser und Aceton sowie durch Umfällung die Phosphatide erhält und schließlich aus dem Extrakt der dritten Stufe die Hauptmenge des Extraktionsmittels abdestilliert und aus dem dabei erhaltenen Rückstand durch Behandlung mit verseifenden Mitteln und Extrahieren des Seifengemisches mit Lösungsmitteln die Sterine gewinnt. Angezogene Druckschriften: Dissertation H i e s t a d, Beiträge zur Kenntnis der pflanzlichen Phosphatide, S. 196; Der Forschungsdienst 5 (1938), S. 116.
DEH2841D 1940-09-01 1940-09-01 Verfahren zur Gewinnung von Mannit, Phosphatiden und Sterinen aus verfetteten mycelbildenden Mikroorganismen Expired DE854800C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0121228A3 (en) * 1983-04-02 1986-12-30 Hoechst Aktiengesellschaft Lipotensides, process for their isolation and their use

Non-Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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None *

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EP0121228A3 (en) * 1983-04-02 1986-12-30 Hoechst Aktiengesellschaft Lipotensides, process for their isolation and their use

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