DE1617568C - Verfahren zur Abschwachung von Schwel necholeravirus in Schweinezellkulturen - Google Patents
Verfahren zur Abschwachung von Schwel necholeravirus in SchweinezellkulturenInfo
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Description
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bei dem die Gefahr der Verunreinigung mit Mikro- trennungs- und Züchtungsstufe jeweils einzeln für
Organismen geringer ist. . ■ ■ : etwa 80 Passagen wiederholt, wodurch eine wirksame
Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe auf Abschwächung des Schweinecholeraviriis erzielt wird,
überraschend einfache Art und Weise dadurch gelöst Die Erfindung wird durch das folgende Beispiel
werden kann, daß man zur Attenuierung des Schweine- 5 näher erläutert. ■
choleravirus die Viren nicht auf jeweils neue Zellkulturen überimpft, wie bei dem vorstehend beschrie- . Beispiel
benen bekannten Verfahren, sondern daß die Über- ·■■■·.'.
impfung der virusinfizierten Zellen auf stets neue Gesunde, für HCV hochempfindliche Yorkshire-Nährlösungen
erfolgt, wodurch es möglich ist, die io Schweine, die in einer isolierten und geschlossenen
vorstehend aufgezeigten Gefahrenquellen vollständig Anstalt unter Beachtung aller gesundheitlichen Regeauszuschalten,
lungen gehalten wurden, wurden mit einem virulenten
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren Stamm von HCV geimpft. Der Stamm bestand aus
zur Abschwächung von Schweinecholeravirus in einem Standardimmunitätstest-Virus und war unter
Zellen, die durch eine einen Phosphatpuffer, 0,1 % 1S strengem Ausschluß von Bakterien- und Viren-Ver-
Trypsin und 0,1 °/0 EDTA enthaltende Salzlösung unreinigungen gehalten worden. Beim Höhepunkt
getrennt wurden, das durch die folgenden Schritte der Infektion ließ man die Schweine ausbluten und
gekennzeichnet ist: die Nieren wurden aseptisch entnommen. Die Nieren
_ _, , „ , _ „ . T. , , wurden zerkleinert und bei 40C über Nacht gerührt,
1. Beschaffung der Zellen aus Nieren oder anderen 2o wobd das Gewebe Jn einer phosphatpuffersalzlösung
Schwemecholerav.rus enthaltenden Organen e.nes (pBS) aufgetrennt wurd die 0,25«>/0 Trypsin und
sonst gesunden Schweines das frei von einem 0,25 °/0 Pankreatin (auf das Gewicht bezogen) enthielt.
Schweinecholeravirus-Antikorper ist und das mit Die ZeUen wurden mmelt gewaschen und in
einem Standardimmunitatsvirus geimpft wurde, einem Nahrmedium mit einer Konzentration von
wobei diese Nieren oder anderen Organe asep- 25 5.105ZelIen je Miimiter suspendiert. Die Zeü.
tisch beim Höhepunkt der Infektion entnommen suspension wurde in Glasgefäße gebracht und stawurden
durch Zerstückelung der Niere oder tionär bd 36 big 37oc üchtet Die an der Glas.
der anderen Organe und Trennung des Zellver- wand anhaftenden Zellen bildeten einen zusammenbandes
durch Trypsinisierung be! 4 C, hängenden Einschichtzellrasen.
2. Züchtung eines Zellrasens bei 36 bis 37° C aus 3O Nach vollständiger Ausbildung des Zellrasens
den durch Trypsin getrennten, infizierten Zellen wurde die Schicht erneut mit PBS, das 0,1 Gewichts-
ijin einem Nährmedium zur Erlangung eines pri- prozent Trypsin und 0,1 Gewichtsprozent EDTA
mären Einschichtzellrasens von infizierten Zellen, enthielt, aufgetrennt. Die Zellen wurden wieder
3. Auftrennung der primären Einschichtzellkultur gesammelt, gewaschen und in einem Nährmedium
durch eine einen Phosphatpuffer, 0,1 °/0 Trypsin 35 mit einer Konzentration von etwa 1 · 105 Zellen je
und 0,1 °/0 EDTA enthaltende Salzlösung, Milliliter suspendiert. Die suspendierten Zellen wur-
4. Weiterzüchtung der Zellen der Stufe 3 bei 36 den in Kulturgefäße gegeben und stationär bei 36
bis 37°C in einem frischen Nährmedium, die bis 37° C kultiviert, wobei sich wiederum ein zudarin
eine neue Generation von infizierten Zellen sammenhängender Einschichtzellrasen bildete.
,,bilden, und Gewinnung einer Einschichtzellkultur 4<
> Dieses Verfahren wird als Zellpassage bezeichnet,
in der zweiten Passage Zellen, die hintereinander mehr als 50mal passiert
5. Wiederholung sowohl der Auftrennung als auch . ^urden' werden nachfolgend als Träger-Zellstämme
"der Züchtung in frischen Nährmedien über 50 bezeichnet. ...... c . ..„
oder mehr Passagen, um den Schweinecholera- w D f as u Ausgangsmatenal fur das erfindungsgemaße
virus abzuschwächen, bis der Virus für Schweine +5 Verfahren, nämlich der in den Nieren befindliche
unschädlich ist und die mit dem abgeschwächten HCV' war^fur die oben beschriebenen Zellpassagen
Virus geimpften Schweine einer Schweinecholera- sowie zur Gewinnung von Tragerzellstammen geeigvirusinfektion
widerstehen können. "et· Außerdem zeichnete sich dabei die Änderung
des virulenten Virus zu einem nichtpathogenen Virus
'Das Verfahren der Erfindung unterscheidet sich 50 klar ab, wenn Schweine mit der Kulturflüssigkeit,
von dem bekannten Abschwächungsverfahren da- die bei verschiedenen Stufen der Zellpassagen abgedurch,
daß zur Durchführung von 100 Viruspassagen nomraen worden waren, geimpft wurden. Die mit
nur einmal ein primärer Einschichtzellrasen hergestellt dem Zellstamm 1-1 und dem Zellstamm 3-2 erhalwerden
muß und daß in den verschiedenen, für die tenen Ergebnisse, die jeweils von zwei infizierten
Abschwächung erforderlichen Passagen nur jeweils 55 Schweinen herstammen, sind in der folgenden Tabelle
ein frisches Nährmedium verwendet werden muß. zusammengefaßt.
Dadurch wird, abgesehen von der Wirtschaftlichkeit Der Zellstamm 1-1 zeigte, falls der HCV bei der
und leichten Durchführbarkeit des Verfahrens, die vierzigsten Passage oder vorher abgenommen worden
Gefahr praktisch ausgeschaltet, daß — wie in dem war (was einem Kultjvierungstag von 375 oder früher
bekannten Verfahren — bei der Durchführung der 60 entspricht), keine Änderungen hinsichtlich seiner
Passagen Mikroorganismenverunreinigungen einge- Virulenz. Bei der 66. Passage (was einem Kultivieschleppt
werden. rungstag von 500 entspricht) war der Virus nicht
Die in dem Verfahren der Erfindung verwendeten mehr letal für Schweine. Die Reaktion eines Schweiprimären
Einschichtzellkulturen können von den nes, das den Virus erhielt, war stark, jedoch erholte
Nieren, der Milz oder anderen Organen oder Geweben 65 es sich wieder und überlebte, wobei es im Wachstum
von Schweinen hergestellt werden, die mit Schweine- zurückblieb. Die mit einem bei der 80. Passage abcholeraviren
künstlich infiziert worden sind. Gemäß genommenen Virus geimpften Schweine (Kultivieeiner
Ausgestaltung der Erfindung werden die Auf- rungstag 600) blieben gesund und ohne klinische
Symptome. Sämtliche überlebenden Schweine waren immun gegenüber einem Test mit einem virulenten
HGV bei der 104fachen der LDnHn. Die Immunität
war 10 Tage nach der Impfung mit dem abgeschwächten Virus vorhanden.
Das im Zellstamm 3-3 enthaltene HCV war nicht
schädlich für Schweine beim 63. Durchgang (Kultivierungstag 500). Die Reaktion der Schweine auf
den Virus war schwach. Beim 80. Durchgang (KuI- : tivierungstag 600) war der Virus offensichtlich un-
schädlich für Schweine. Die überlebenden Tiere waren immun gegenüber, der 104fachen LDmin eines
virulenten HCV, und zwar bereits 10 Tage nach der Impfung mit dem abgeschwächten Virus.
Im.Gegensatz hierzu war ein HCV, der in nichtpassierten
Einschichtzellrasen verblieb, welche während mindestens 600 Tagen unter periodischem Wechsel
des Mediums gehalten worden waren, noch letal für Schweine. Das waren Kulturen, aus denen die
.Trägerzellstämme gewonnen werden konnten.
Reaktion von Schweinen auf Schweinecholeravirus, der bei verschiedenen Stufen von Zellpassagen von virustragenden
Schweineniereneinschichtzellstämmen abgenommen worden war
| Irioculurr | ι für Versuchsschweine | Virus- titer |
Anzahl der Schweine***) |
Reaktion der Schweine | Reaktion der Schweine | . .. | |
| ZeIl- | Anzahl | Kulti | 2,75*) | 4 | auf das Inoculum | auf Immunitätstest | |
| stamm- bezeich- nung |
der Passagen |
vierungs- tag |
Tod durch Schweine | ||||
| 10 | 151 | 2,50 | 9 | cholera (9)**) | |||
| Tod durch Schweine | |||||||
| 24 | 300 | 4,25 | 13 | cholera (22) | 5 Wochen keine Reak | ||
| Tod durch Schweine- . | tion****) | ||||||
| 1-1 | 40 | 375 | 3,75 | 17 | cholera (16) | ||
| krank, jedoch Erholung, | 2 Wochen keine Reaktion | ||||||
| 66 | 500 | aber im Wuchs zurück | 10 Tage keine Reaktion | ||||
| 3,75 | 24 | geblieben | |||||
| 3,75 | 25 | blieb gesund | ... | ||||
| 80 | 600 | 5,00 | 6 | blieb gesund | |||
| 80 | 600 | Tod durch Schweine | ... ; | ||||
| 20 | 200 | 1,50 | 11 | cholera (11) | |||
| Tod durch Schweine | ; . . | ||||||
| 35 | 300 | 2,83 | 15 | cholera (27) | 3 Wochen keine Reaktion | ||
| Tod durch Schweine | |||||||
| 3-2 | 44 | 350 | 5,00 | 19 | cholera (37) | 2 Wochen keine Reaktion | |
| Überleben mit schwacher | 10 Tage keine Reaktion | ||||||
| 63 | 500 | 5,25 | 26 | Reaktion | |||
| 5,25 | 27 . | blieb gesund | |||||
| 80 | 600 | blieb gesund | |||||
| 80 | 600 | ||||||
*) Log^TCIDjo-Virustiter je Impflösung (1 ml), erhalten nach END-Test.
**) Tage bis zum Tod.
***) Yorkshire-Schwein, frei von HCV-Antikörper, 50 bis 60 Tage alt.
♦***) Zeitraum zwischen Impfung und Ansprechen auf Immunitätsversuch.
Aus der vorstehenden Tabelle ergibt sich, daß das in Zellkulturen überlebende HCV hinsichtlich seiner Virulenz
durch Passagen der Zellen abgeschwächt worden war.
Claims (5)
1. Beschaffung der Zellen aus Nieren oder betrachtet werden müssen.
anderen Schwe.necholeravtrus enthaltenden Es wjrd a„ ein anerkannt, daß die ideale Virus-Organen
eines sonst gesunden Schweines, yakzine eJne s0,che mk ejnem abgeschwächten virus
das frei von einem Schweinecholeravirus- darstellt da eine Vakzine in jeder Hinsicht sicher
Antikörper ist und das mit einem Standard- ^n muß und bd niedri Dosierung eine schnelle
immunitatsvirus geimpft wurde, wobei diese Entwicklung der Immunität herbeiführen soll, die
Nieren oder anderen Organe asept.sch beim fQr j Zek anhält Dies läßt sich zufriedenstellend
Höhepunkt der Infektion entnommen wurden, nuf durch einen sicher abgeschwächten virusstamm
durch Zerstückelung der Niere oder der erreichen. Außerdem können dadurch die Gestehungsande
re n Organe und Trennung des Zellver- 2o kosten drastisch herab etzt werd da zur Her.
bandes durch Trypsinisierung bei 4 C, ste„ung s0,cher Vakzine Gewebekulturverfahren ein-
2. Züchtung eines Zellrasens bei 36 bis 37° C gesetzt werden können.
aus den durch Trypsin getrennten, infizierten Es wurde nun bereits auf die verschiedenste Art f
Zellen in einem Nährmedium zur Erlangung und Weise versucht, unter Anwendung von Gewebe-
eines primären Einschichtzellrasens von infi- 35 kulturverfahren abgeschwächte Schweinecholeraviren
zierten Zellen, (nachfolgend abgekürzt mit HCV) herzustellen. Bei
3. Auftrennung der primären Einschichtzellkultur vielen dieser Versuche ging man davon aus, Schweinedurch
eine einen Phosphatpuffer, 0,1% Tryp- choleraviren auf Gewebekulturen zu überimpfen, die
sin und 0,1% Äthylendiamintetraessigsäure von gesunden Tieren hergestellt worden waren. So
enthaltende Salzlösung, 30 ist beispielsweise in der USA.-Patentschrift 3 226 296
4. Weiterzüchtung der Zellen der Stufe 3 bei ein Verfahren zur Abschwächung von Schweine-
36 bis 37°C in einem frischen Nährmedium, choleravirus beschrieben, bei dem Schweinecholera- ■ !
die darin eine neue Generation von infizierten viren auf Zellkulturen von Gewebeteilen eines Schwei-
Zellen bilden, und Gewinnung einer Einschicht- nes überimpft werden. Dabei erfolgt eine Attenuie-
zellkultur in der zweiten Passage, 35 rung des Schweinecholeravirus durch wiederholtes
5. Wiederholung sowohl der Auftrennungsstufen Überimpfen der Kulturbrühe auf stets neue ZeIlals
auch der Züchtung in frischen Nähr- kuit.uren·.,. .. . „
medien über 50 oder mehr Passagen, um Nachteilig an diesem Verfahren ist, daß es verden Schweinecholeravirus abzuschwächen, bis hältnismaßig kostspielig ist, einen großen apparativen der Virus für Schweine unschädlich ist und 4° Aufwa.nd erfordert und die Möglichkeit zur Verdie mit dem abgeschwächten Virus geimpften unreinigung mit Mikroorganismen verhaltn.smäß.g Schweine einer Schweinecholeravirusinfektion Sr°ß »st· Be! d'e,sem bekannten Verfahren muß namwiderstehen können. lich fur ->ede Viruspassage zur Abschwachung des
medien über 50 oder mehr Passagen, um Nachteilig an diesem Verfahren ist, daß es verden Schweinecholeravirus abzuschwächen, bis hältnismaßig kostspielig ist, einen großen apparativen der Virus für Schweine unschädlich ist und 4° Aufwa.nd erfordert und die Möglichkeit zur Verdie mit dem abgeschwächten Virus geimpften unreinigung mit Mikroorganismen verhaltn.smäß.g Schweine einer Schweinecholeravirusinfektion Sr°ß »st· Be! d'e,sem bekannten Verfahren muß namwiderstehen können. lich fur ->ede Viruspassage zur Abschwachung des
Schweinecholeravirus ein neuer primärer Einschicht- ζ
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- 45 zellrasen der Schweineniere verwendet werden. Wenn ^- ·
zeichnet, daß die Auftrennungsstufe und die z. B. 100 Passagen durchgeführt werden sollen, so
Züchtungsstufe jeweils einzeln für etwa 80 Pas- müssen lOOmal primäre Einschichtzellrasen aus
sagen wiederholt werden. Schweinenieren hergestellt werden, d. h., es müssen
100 Schweine getötet werden. Die Verwendung von 50 derart vielen· Schweinen zur Erzielung einer aus-
reichenden Abschwachung des Schweinecholeravirus
ist aber nicht nur teuer und arbeitstechnisch sehr aufwendig und zeitraubend, da die Herstellung von
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ab- Einschichtzellrasen verhältnismäßig schwierig ist, son-
schwächung von Schweinecholeravirus in Schweine- 55 dem es besteht auch die große Gefahr, daß die jeweils
zellkulturen. verwendeten Primärzellen Bakterien- und Virusver-
Schweinecholera ist eine bekannte Krankheit der unreinigungen enthalten, d. h. durch die Verwendung
Schweine, die in den verschiedensten Ländern auf der vielen verschiedenen primären Einschichtzellrasen j
dem Gebiet der Schweinezucht große wirtschaftliche für die Passagen zur Abschwächung des Schweine-'
Schaden anrichtet. Zur Bekämpfung der Schweine- 60 choleravirus wird nach diesem bekannten Verfahren
cholera wurden Schweinecholeravakzine entwickelt, auch die Gefahr vergrößert, daß in die Zellkulturen ,
die aus abgetöteten oder lebenden Viren bestehen. unerwünschte Verunreinigungen eingeschleppt werden.
Ein typisches Beispiel für eine Vakzine mit abgetöteten Aufgabe der Erfindung ist es nun, ein Verfahren
Viren ist die Kristallviolettvakzine. Nachteilig an zur Abschwächung von Schweinecholeravirus in
dieser Vakzine ist jedoch, daß zur Erzielung einer 65 Zellen anzugeben, bei dem die vorstehend geschil-
starken Immunität große Dosen erforderlich sind derten Nachteile möglichst vermieden werden und
und die Immunität sich nur langsam entwickelt und das vor allem billiger ist, einen geringeren arbeits-
nur kurze Zeit anhält. Nachteilig ist ferner, daß die technischen und zeitlichen Aufwand erfordert und
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