DE1604873B - Verfahren zum Antrocknen eines flussig aufgetragenen Schichtstoffes auf einen durch lassigen Tragerstoff mittels eines Sieb walzentrockners und Siebwalzentrockner zur Durchfuhrung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Antrocknen eines flussig aufgetragenen Schichtstoffes auf einen durch lassigen Tragerstoff mittels eines Sieb walzentrockners und Siebwalzentrockner zur Durchfuhrung dieses VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Antrocknen
eines flüssig aufgetragenen Schichtstoffes auf einen durchlässigen Trägerstoff mittels eines mit Umwälzluft
arbeitenden Siebwalzentrockners und einen Siebwalzentrockner zur Durchführung des Verfahrens.
Es ist bekannt, z. B. auf Gewebe einen Schichtstoff wie Latex oder Kautschuk aufzusprühen und anschließend
auf dem Gewebe zu trocknen. Beim Aufsprühen besteht die Gefahr, daß sich der in der Umgebung
der Sprühdüse nebenförmig verteilte Schichtstoff nicht vollständig auf das Gewebe niederschlägt,
weswegen— wie aus der deutschen Patentschrift 685 083 bekannt ist— das Gewebe nach Durchlauf en
einer Zerstäubungskammer durch einen aufwärts geneigten Kanal geführt wird, in dem in Warentransportrichtung
eine Luftströmung erzeugt wird, die auf die Warenbahn gerichtet ist und somit das Niederschlagen
der z.B. Latextröpfchen auf dem Gewebe bewirkt. Anschließend durchläuft die Warenbahn einen
ίο Laufschlaufentrockner, in dessen Gehäuse für den
notwendigen Luftaustausch im Gegenstrom Luftein- und -austrittsöffnungen vorgesehen sind.
Weiterhin ist es bekannt, einen mit einem Schichtstoff bedeckten Trägerstoff mit Hilfe von Strahlungsenergie
zu trocknen. Um die dabei nur mäßig erzielbaren Trocknungsgeschwindigkeiten erhöhen zu können,
wird die waagerecht transportierte Warenbahn — wie aus der britischen Patentschrift 877 266 bekannt
ist — unmittelbar mit einer offenen Flamme beaufschlagt. Das dabei auftretende Problem ist die von
der Warenbahn mitgeschleppte Luftschicht, die mit steigender Warengeschwindigkeit an Mächtigkeit zunimmt
und von der Flamme zunächst durchdrungen werden muß. Es werden deshalb hohe Flammenaustrittsgeschwindigkeiten
verwendet, wobei die Flamme senkrecht auf die Warenbahn gerichtet ist. Im Anschluß an diesen Erhitzungsvorgang wird die
Warenbahn entgegen der Transportrichtung mit einer eine hohe Geschwindigkeit aufweisenden Luftströ-
mung beaufschlagt. Dabei wird wiederum die mitgeschleppte
und isolierend wirkende Luftschicht von der Warenbahn gelöst und somit die Möglichkeit der
schnelleren Abkühlung, des schnelleren Verdampfens der flüchtigen Bestandteile gegeben, worauf die aufgegebene
Hitze nicht mehr in tiefere Schichten der Warenbahn dringen kann.
Die Erfindung geht ganz andere Wege zum Trocknen derartiger mit einem flüssig aufgetragenen
Schichtstoff versehender Trägerstoffe. Sie schlägt vor,
dazu den an sich bekannten Siebwalzentrockner zu verwenden, der aus einem in einem wärmeisolierten
Gehäuse drehbar gelagerten, mit einem perforierten Mantel versehenen Hohlzylinder besteht, dem stirnseitig
ein Ventilator zugeordnet ist, der den von dem Mantel umgebenen Raum unter Saugzug setzt und die
Trockenluft über Heizregister wieder zurück zur Außenseite des Zylinders bläst. Hierbei treten die
Probleme von mitgeschleppten Luftschichten u. dgl. gar nicht erst.auf.
Jedoch läßt sich das Durchlüftungssystem nicht so ohne weiteres anwenden, da hier die Gefahr besteht,
daß der zunächst noch flüssige Schichtstoff zu tief in den Trägerstoff hineingesaugt gegebenenfalls auch an
der Warenbahnoberfläche verblasen wird, womit ungleichmäßig starke Schichtstellen auf dem Trägerstoff
entstehen können.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein besonderes Behandlungsverfahren zum Trocknen
derart beschichteter Güter zu entwickeln, das die genannten Gefahren vermeidet. Zusätzlich sollen Maßnahmen
zum Bau eines dieses Verfahren durchführenden Siebwalzentrockners angegeben werden.
Das Verfahren nach der Erfindung besteht darin, daß vor dem Einlauf des Trägerstoffes in die Trockenkammer
dieser mit Schichtstoff beschichtet wird, daß der beschichtete Trägerstoff in einer ersten Trocknungsstufe
innerhalb der Trockenkammer mit Umwälzluft geringerer Geschwindigkeit und danach in
einer zweiten Trocknungsstufe mit Umwälzluft hoher Geschwindigkeit beaufschlagt wird.
Der Siebwalzentrockner zur Durchführung dieses Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsgeschwindigkeit
und damit auch die umgewälzten Luftmengen an beiden Seiten einer von dem Trägerstoff umschlossenen Siebwalze unabhängig
voneinander und unabhängig von der Drehzahl des Gebläses durch Veränderung der Größe der beiderseitigen
Einströmöffnungen, z. B. durch Regelklappen oder Abdeckschieber regelbar sind.
Die Einrichtung zum Besprühen, Beschichten oder Beschäumen des zu trocknenden mit dem Schichtstoff
versehenen Trägerstoffes ist in einer zweckmäßigen weiteren Ausbildung der Erfindung unmittelbar vor
dem Einlauf des Trägerstoffes in die Trockenkammer angeordnet. Dabei wird das zu trockende Gut vor dem
Trockenvorgang nur an einer Seite besprüht, beschichtet oder beschäumt.
Sofern beide Seiten eines Trägerstoffes besprüht, beschichtet oder beschäumt werden sollen, erfolgt
dies hintereinander, indem zunächst eine Seite besprüht und getrocknet wird, alsdann die andere Seite.
Hierzu werden zwei gleiche Vorrichtungen benutzt, die einander zugeordnet sind.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Vorrichtung nach der Erfindung dargestellt. Es zeigt
F i g. 1 einen Schnitt durch zwei in Warentransportrichtung
hintereinandergeschaltete Siebwalzentrockner zum Beschichten von beiden Seiten des Träger-Stoffs,
F i g. 2 einen Schnitt quer durch einen Siebwalzentrockner
nach F i g. 1 und
F i g. 3 und 4 zwei weitere Ausführungsformen eines Siebwalzentrockners im Längs- und Querschnitt.
Der Siebwalzentrockner 10 nach F i g. 1 weist eine einzige Siebwalze 11 auf, der über Förderbänder 12
ein Trägerstoff zugeleitet wird. Der Trägerstoff umschlingt die ganze Siebwalze und wird durch ein
Transportband 13 abgeführt. An der einen Stirnseite der Siebwalze 11 ist koaxial ein aus F i g. 2 ersichtlicher
Ventilator 14 angeordnet, der durch einen Elektromotor 15 angetrieben wird. Seine Drehzahl ist regelbar.
Der Antrieb der Siebwalze 11 erfolgt von einem nicht dargestellten Motor aus über ein Schnekkengetriebe
16. Ober- und unterhalb der Siebwalze sind Heizbatterien 17 und 18 vorgesehen, durch
welche die von dem Ventilator quer durch das Trocknergehäuse geblasene Luft aufgeheizt wird.
Zwischen der Siebwalze 11 und dem Ventilator 14 ist in dem Gehäuse des Siebwalzentrockners eine
Wand 24 vorgesehen, die oben und unten einen Durchgang für die aus dem Inneren der Siebwalze angesaugte
und durch den Ventilator 14 nach oben und unten ausgeblasene Trocknungsluft frei läßt. Der
oberhalb der Wand 24 vorgesehene Luftdurchgang ist durch eine Regelklappe 19 mehr oder weniger verschließbar,
ebenso der Luftdurchgang unterhalb der Wand 24 durch eine Regelklappe 20.
Über dem Förderband 12 kurz vor dem Einlauf des Trägerstoffes in den Siebwalzentrockner 10 ist eine
Einrichtung 25 zum Besprühen des Trägerstoffes, zum Auftragen einer Schicht auf diesen oder zum Beschäumen
angeordnet. Dabei wird lediglich die Oberfläche des Trägerstoffes beschichtet. Damit eine günstige
Trocknung des Beschichtungsstoffes auf der Oberfläche des Trägerstoffes stattfindet, wird die Regelklappe
19 so eingestellt, daß in den Raum oberhalb der Siebwalze 11 nur wenig Luft durch die Regelklappe
19 gelangen kann, so daß die Siebwalze 11 sowie der Trägerstoff zu Beginn der Trocknung mit nur
geringer Luftmenge und damit mit nur geringer Luftgeschwindigkeit beaufschlagt wird. Dadurch wird der
Schichtstoff zunächst leicht angetrocknet und schrumpft etwas.
Die untere Regelklappe 20 wird weiter geöffnet als die Regelklappe 19, so daß der Ventilator in den
Raum unterhalb der Siebwalze ein größeres Luftquantum blasen kann. Gelangt nunmehr der leicht angetrocknete
Schichtstoff an die Unterseite der Siebwalze, so erfolgt die Fertigtrocknung mit Hilfe einer
größeren Luftgeschwindigkeit.
Um nun den Trägerstoff außerdem auch von der anderen Seite beschichten, besprühen oder beschäumen
zu können, ist unmittelbar hinter dem Auslauf des einseitig beschichteten Trägerstoffes eine weitere
Einrichtung 26 zum Aufbringen des Schichtstoffes vorgesehen, die vor dem Einlauf eines weiteren gleichgearteten Siebwalzentrockners 27 angeordnet ist.
Die Regelklappen 19 und 20 lassen sich beliebig verstellen, so daß jede beliebige Trocknungswirkung
bzw. jede beliebige Abstufung der Trocknungswirkung eingestellt werden kann.
Die unterschiedliche Belüftung der Siebwalzenoberseite und der Siebwalzenunterseite kann auch
z. B. durch ein im Inneren an der Oberseite der Siebwalze vorgesehenes, in Fig. 3 dargestelltes jalousieartiges
Abdeckblech 21 erreicht werden, durch die die Geschwindigkeit des Luftstromes durch die Siebwalzenoberseite
stark gemindert werden kann. Dieses Abdeckblech kann alleine oder auch in Verbindung
mit den Regelklappen 19 und 20 gemäß F i g. 2 angewendet werden.
Außerdem ist es möglich, den Luftstrom zusätzlich zu den Regelklappen dadurch zu regeln, daß im Inneren
der Siebwalze an der Oberseite und an der Unterseite Abdeckschieber 22 und 23 vorgesehen werden,
die den vom Trägerstoff seitlich über den Umfang nicht bedeckten Teil der Siebwalze 11 mehr oder weniger
freigeben. Neben der Erzielung der verfahrensmäßigen Luftgeschwindigkeitsbemessung kann hierdurch
erreicht werden, daß —sofern der besprühte Trägerstoff im Anfang wenig Luft durchläßt— die
Trocknungsluft im wesentlichen nur auf der Oberfläche des Trägerstoffes entlangstreicht und dadurch
nur eine leichte Trocknungswirkung bewirkt wird. Die durch die Regelklappe 19 eingeströmte Trocknungsluft
tritt alsdann durch die Umfangsfläche der Siebwalze, die nicht vom Trägerstoff bedeckt ist, und wird
von dort wieder vom Ventilator angesaugt.
Entsprechend kann der Abdeckschieber 22 an der unteren Seite der Siebwalze eingestellt werden, um
mehr oder weniger Luft an dem Trägerstoff vorbeiströmen zu lassen.
In jedem Falle kommt es darauf an, daß die Siebwalzenoberseite geringer belüftet werden kann als die
Siebwalzenunterseite, so daß die Trocknung des Schichtstoffes sachgemäß leicht beginnt und schärfer
aufhört, so daß der Schichtstoff nicht ins Innere des Trägerstoffes eindringen kann und auch kein Verblasen
des Schichtstoffes vor der Antrocknung und damit eine ungleichmäßige Sichtdicke über die Stofffläche
eintreten kann.
Es sind selbstverständlich viele andere Mittel möglich, um die Luftströmung in dem Siebwalzentrockner
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu steuern. Der an der Walze wirksame Luftstrom soll in Menge
und Druck durch den Ventilator unabhängig von seiner Drehzahl regelbar sein, um die notwendigen Luftströmungen
in jedem Falle erzielen zu können. Dazu sind auch z.B. Ventilatoren mit verstellbaren Leitschaufeln
verwendbar, durch die die Ventilatorcharakteristik und die Trocknercharakteristik, die wiederum
abhängig von dem zu trocknenden Gut ist, aufeinander abgestimmt werden können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Verfahren zum Antrocknen eines flüssig aufgetragenen Schichtstoffes auf einen durchlässigen
Trägerstoff mittels eines mit Umwälzluft arbeitenden Siebwalzentrockners, dadurch gekennzeichnet,
daß vor dem Einlauf des Trägerstoffes in die Trockenkammer dieser mit Schichtstoff
beschichtet wird, daß der beschichtete Trägerstoff in einer ersten Trocknungsstufe innerhalb der
Trockenkammer mit Umwälzluft geringer Geschwindigkeit und danach in einer zweiten Trocknungsstufe
mit Umwälzluft hoher Geschwindigkeit beaufschlagt wird.
2. Siebwalzentrockner zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Strömungsgeschwindigkeit und damit auch die umgewälzten Luftmengen an beiden
Seiten einer von dem Trägerstoff umschlossenen Siebwalze (11) unabhängig voneinander und
unabhängig von der Drehzahl des Gebläses (14) durch Veränderung der Größe der beiderseitigen
Einströmöffnungen, z.B. durch Regelklappen (19, 20) oder Abdeckschieber (22, 23) regelbar
sind.
3. Siebwalzentrockner nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Einrichtung (25)
zum Aufbringen des zu trocknenden Schichtstoffes unmittelbar vor dem Einlauf des Trägerstoffes
in die Trockenkammer angeordnet ist.
-·■ 4. Siebwalzentrockner nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Trägerstoff nicht die gesamte Breite der Siebwalze (11) bedeckt
und der vom Trägerstoff freie Teil der Siebwalze (11) zur Regulierung und/oder Veränderung
der Luftumwälzung dient.
5. Siebwalzentrockner nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß für den vom Trägerstoff
freien Teil der Siebwalze (11), vorzugsweise für jede Trocknungsstufe wenigstens ein axial verschiebbares
Abdeckblech vorgesehen ist.
6. Siebwalzentrockner nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß für den vom Trägerstoff
freien Teil der Siebwalze wenigstens bei der ersten Trocknungsstufe ein jalousieartiges Abdeckblech
(21) vorgesehen ist.
7. Siebwalzentrockner nach Anspruch 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zum beiderseitigen
Auftragen des Schichtstoffes auf einen durchlässigen Trägerstoff dem ersten Siebwalzentrockner
(10) ein weiterer, gleichartiger Siebwalzentrockner (27) zugeordnet ist.
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