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DE1667141B - Verfahren zum Verpressen eines trockenen, feinkörnigen Schüttgutes - Google Patents

Verfahren zum Verpressen eines trockenen, feinkörnigen Schüttgutes

Info

Publication number
DE1667141B
DE1667141B DE1667141B DE 1667141 B DE1667141 B DE 1667141B DE 1667141 B DE1667141 B DE 1667141B
Authority
DE
Germany
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press
pressing
air
fine
pressed
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Hans Dr.-Ing. 3000 Hannover Autenrieth
Original Assignee
Kali-Forschungs-Anstalt GmbH, 3000 Hannover-Kirchrode

Links

Description

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Es sind bereits Verfahren und Vorrichtungen be- feinteiligen Stoffe in eine körnige Form zwecks einer
kannt, bei denen vor der Verpressung von pulver- verbesserten Weiterverarbeitung vorgesehen,
förmigen und feinkörnigen Substanzen zu Preßlingen Aus dem aufgezeigten Stand der Technik ist also
verschiedener horrn die in dem zu verpressenden kein Verfahren für die vollkommene Verdrängung
Gut enthaltene Luft entfernt wird. 5 von Gasen, insbesondere Luft, aus trockenen, fein-
So werden m der deutschen Patentschrift 895 286 körnigen Schüttgütern vor dem Verpressen in Hochein Verfahren und Vorrichtungen zur Erhöhung des druckpreßanlagen zu großen, tafelförmigen Preß-Raumgewichtes pulverförmiger Stoffe beschrieben, lingen bekannt.
bei denen vor der eigentlichen Verpressung die im Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
zu verdichtenden Gut enthaltenen Gase, vor allem io ein Verfahren zum Verpressen eines trockenen,
Luft, durch rotierende Walzen, die als Mantelflächen feinkörnigen Schüttgutes mittels Hochdruckpreß-
gasdurchlässige Filterflächen haben, unter Anwen- anlagen, insbesondere Glattwalzwerken, ζμ schaffen,
dung von Unterdruck abgesaugt werden. Jedoch das die genannten Schwierigkeiten und Nachteile der
haben die hier verwendeten zusätzlichen Entlüftungs- bisherigen Entlüftungs- und Preßverfahren für die
vorrichtungen den erheblichen Nachteil, daß sich die 15 Herstellung von Schülpen, die über die gesamte
Poren der Filterflächen mit dem pulverförmigen Walzenbreite gleichmäßig und hart durchgepreßt
Aufgabegut sehr leicht zusetzen. Dadurch werden sind, vollkommen beseitigt.
eine weitere Entgasung sehr bald unterbunden und Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch damit eine vollständige Entgasung überhaupt nicht gelöst, daß man aus dem Schüttgut vor dem Vererreicht. 20 pressen die in ihm eingeschlossenen schwer konden-
Die deutsche Patentschrift 1 129 459 betrifft eben- sierbaren Gase, insbesondere Luft, durch leicht falls ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Ver- kondensierbare, trockene Dämpfe, insbesondere dichtung von pulverförmigen Stoffen unter Anwen- überhitzten Wasserdampf oder Dämpfe vun Alkodung von Unterdruck zur Entgasung bzw. Entlüftung holen, Aceton, Äthern, Kohlenwasserstoffen und/ des feinteiligen Aufgabegutes. Auch bei diesem 25 oder Chlorkohlenwasserstoffen, verdrängt, wobei das Verfahren werden dafür rotierende, gasdurchlässige Schüttgut vorher auf eine oberhalb der Konden-Filtcirflächen verwendet, die auf gegeneinander sationstemperatur dieser Dämpfe liegende Temperalaufenden Hohlwalzen aufgebracht sind. Dieses tür erwärmt wird.
Verfahren und die dafür entwickelte Vorrichtung Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden
weisen aber gleichfalls den Nachteil auf, daß die 3t gleichzeitig auch die Ausbeuten und Abriebfestig-
Poren der Filterflächen sehr leicht durch das fein- keiten der Schülpen und der aus ihnen anschließend
teilige Aufgabegut verstopft werden und dadurch hergestellten Granulate erheblich verbessert,
eine weitere Entlüftung verhindert wird. Man kann diese Verdrängung der vom Schüttgut
Ferner erfolgt bei diesem bekannten Verfahren eingeschlossenen Luft auf verschiedene Art und eine Erhöhung des Raumgewichtes von pulver- 35 Weise vornehmen, z. B. durch Einblasen des Dampförmigen Stoffen nur durch eine Verdichtung des fes an geeigneten Stellen des Aufgabeschachtes des feinteiligen Aufgabegutes zu größeren Körnern. Eine Gutes zur Preßwalze, durch Einblasen des Dampfes Verpressung zu großen, über die gesamte Walzen- durch den Boden einer Förderschnecke, die das Gut breite durchgepreßten und harten Schülpen ist weder zur Preßanlage fördert, und Abpuffern des Aufgabebei diesem Verfahren vorgesehen noch mit diesem 40 Schachtes zu der Presse durch Einleiten von überdurchführbar, da die für eine solche Verpressung hitztem, also trockenem Dampf, durch Einblasen erforderlichen hohen Preßdrucke hier nicht auf- von Dampf durch den perforierten Boden eines gewendet werden können. Schwing- oder Rüttelförderers, so daß der Dampf
Die deutsche Auslegeschrift 1 147 564 beschreibt durch das geförderte Gut hindurchtreten muß, durch ein Verfahren und Vorrichtungen zum fortlaufenden 45 Einführen des Dampfes von unten in ein dem Auf-Entlüften und Komprimieren von pulverigen Stoffen gabeschacht vorgeschaltetes Rührgefäß, in dem der zwischen gegenläufigen, profilierten Preßwalzen. Dampf dem kontinuierlich zu- und abfließenden Dabei wird das pulverige Aufgabegut ebenfalls Aufgabegut im Gegenstrom zugeführt wird, durch mechanisch in einer Vorentlüftungsvorrichtung, die Einführen des Dampfes in einen den Preßwalzen z. B. aus einer Druckschnecke oder einer mit radialen 50 vorgeschalteten Mischer bekannter Bauart oder Lamellen od. dgl. versehenen Walze besteht, entlüftet durch eine Kombination einer oder mehrerer dieser und vorverdichtet. Auch kann für die Vorentlüftung Möglichkeiten, also durch Hintereinanderschalten eine zusätzliche, mit einer der beiden Kompressions- von Spül- bzw. Verdrängungszonen,
walzen zusammenarbeitende Profilwalze verwendet Wesentlich ist, daß die Temperatur des Aufgabewerden. Eine vollkommene Entfernung der Luft aus 55 gutes und auch die Temperatur des zum Herausdem zu verpressenden Schüttgut kann mit diesen spülen der Luft aus dem Aufgabegut verwendeten Entlüftungseinrichtungen keineswegs erreicht wer- Dampfes so hoch ist, daß eine Kondensation im zu den, wie eine solche für die Herstellung von platten- verpressenden Gut, aber auch an den Wänden der förmigen, gleichmäßig über die gesamte Walzenbreite der Presse vorgeschalteten Apparate nicht stattdurchgepreßten Preßlingen in einem Glattwalzwerk 60 finden kann. Die einzustellende niedrigste Temperaerforderlich ist. tür des Aufgabegutes muß also, wenn man z. B,
Ferner können nach diesem vorbekannten Ver- Wasserdampf als Verdrängungsgas benutzt, oberhalb
fahren nur mehr oder weniger stark entlüftete pulve- der Siedetemperatur der an dem betreffenden Salz rige Materialien zu kleineren Preßlingen beliebiger gesättigten wäßrigen Lösung liegen. Wenn es sich
Form, insbesondere zu Tabletten und Granulaten, 65 um zu verpressende Salzgemische handelt, muß die
aber nicht zu großen, hart durchgepreßten Schülpen Aiifgabetemperatur des Gutes über dem Siedepunkt
verdichtet werden. Es ist wiederum nur eine Erhö- der Lösung der Salzgemische liegen. Wird z. B. hung des Schüttgewichtes durch Überführung der reines KCl verpreßt, dann muß das Salz vor der
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Verpressung sowie der für die Verdrängung der vom dann gelangen also auf diese Weise in das verpreßte
zu verpressenden Salz eingeschlossenen Luft ver- Material maximal 0,0166 Gewichtsprozente flüssigen
wendete überhitzte Dampf eine Temperatur von Wassers, eine Menge also, die die in den Kristallen
über 109° C haben; wird ein Gemisch von NaCl und des Aufgabegutes an sich eingeschlossenen Wasser-
KCl verpreßt, dann muß die Temperatur des Auf- 5 mengen, die aus dem Fabrikationsprozeß stammen,
gabegutes und des Dampfes über 112° C liegen. meist erheblich unterschreitet. Dabei reduziert sich
Durch den erfindungsgemäßen Ersatz der vom zu aber auch das Porenvolumen des Aufgabegutes
verpressenden Gut eingeschlossenen Luft durch während des Preßvorganges von 300 ml auf das
überhitzten Wasserdampf oder andere leicht konden- Volumen des verflüssigten Wasserdampfes von
sierbare Dämpfe erreicht man, daß während des 10 0,166 ml/kg Preßgut.
Preßvorganges Gase aus dem Gut nicht zu ent- Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
weichen brauchen, weil der im Aufgabegut einge- Verfahrens hat sich gezeigt, daß die dem Trocken-
schlossene Dampf bei den hohen Drucken in der preßverfahren anhaftenden bekannten Schwierigkei-
Verdichtungszone der Pressen von 1000 bis 4000 at ten vollkommen zum Verschwinden zu bringen sind,
leicht zur Kondensation zu bringen ist, da diese 15 Die Verpressung des Materials erfolgt über die
Dämpfe unter den Bedingungen der Preß-one nur in gesamte Arbeitsbreite der Pressen gleichmäßig. Tote
flüssiger Form vorliegen können. Der beim Preß- Zonen, aus denen bisher die mit dem Preßgut in die
Vorgang in die flüssige Phase übergehende leicht Druckzone eingezogene Luft entweichen mußte,
kondensierbare Spüldampf, bei Anwendung von treten nicht mehr auf. Die Preßlinge sind völlig
überhitztem Wasserdampf also flüssiges Wasser, 20 gleichmäßig durchgepreßt. Schlecht verpreßte Zonen
bleibt in den Preßlingen eingeschlossen. Da es sich entfallen. Das Preßgut zeichnet sich durch besonders
dabei um sehr geringe Mengen handelt, die bei große und gleichmäßige Härte aus. Der spezifische
Wasser weit unterhalb 0,05 Gewichtsprozente, be- Leistungsbedarf pro Gewichtseinheit hergestellten
zogen auf das Gewicht des zu verpressenden Gutes, Granulats geht auf 40 bis 60 % des ohne Anwendung
liegen, tritt keinerlei den Preßvorgang selbst noch 25 von Spüldampf erforderlichen Betrages zurück, da
die Qualität der Preßlinge ungünstig beeinflussende die Energieverluste durch schlecht verpreßtes und
Wirkung ein. Da außerdem diese geringen Waster- daher in den Prozeß zurückzuführendes Material,
bzw. Flüssigkeitsmengen, die so in den Poren des das sich durch einen hohen Rücklauf von Unterkorn
entstehenden Preßgutes eingeschlossen werden, bisher besonders ungünstig auf die Wirtschaftlichkeit
durch Diffusion nach dem Preßvorgang an die 30 des Verfahrens auswirkte, unterbleiben.
Oberfläche des Preßgutes gelangen und dort ver- Ein weiterer, und zwar wesentlicher Vorteil ist der,
dampfen, tritt so zusätzlich noch eine Nachverfesti- daß auf diese Weise auch Staub sowie hochstaub-
gung in diesen Porenräumen durch Nachkristallisa- haltiges Material verpreßt werden können, was bisher
tion ein, was zu einer weiteren Verbesserung der nicht möglich war.
Festigkeit des Preßgutes und damit auch zur Ver- 35 Da die Ausnutzung der zur Verfügung stehenden
besserung der Abriebfestigkeit desselben führt. Preßfläche für die Erzeugung von Preßgut auf
Wird z.B. vorausgesetzt, daß das Aufgabegut Werte von nahe 100% ansteigt, während bisher nur
sowie der vom Aufgabegut umschlossene überhitzte etwa 50% der gesamten zur Verfügung stehenden
Wasserdampf eine Temperatur von 130° C besitzen, Preßfläche für die eigentliche Verpressung des Gutes
tritt eine Verflüssigung dieses Wasserdampfes, wie 40 ausgenutzt werden konnten, sinken zudem die
direkt aus der Mollier-Wasserdampftabelle (vgl. z. B. Kapitalinvestitionen für die Anlagen auf Bruchteile
»HÜTTE« 27. Auflage, Verlag von Wilhelm Ernst der bisherigen Beträge ab. Da die Anlagekosten
& Sohn, Berlin 1949, Band 1, Seite 557) abzulesen durch die erforderliche, sehr schwere Bauart der
ist, bereits bei einem absoluten Druck von 2,8 at ein. Anlagen sehr hoch liegen, bedeutet dies erhebliche
Werden zur Verdrängung der vom Aufgabegut um- 45 Ersparnisse durch Einsparung von Amortisations-
schlossenen Luft organische Dämpfe, wie z. B. und Anlagekosten.
Alkoholdampf, Ätherdampf, Acetondampf oder Die hier genannten Vorteile können, wie oben
Kohlenwasserstoff- oder Chlorkohlenv/asserstoff- bereits beschrieben, auch durch Verdrängung der
dämpfe, benutzt, dann kann die Aufgabetemperatur Porenluft des Aufgabegutes durch andere leicht
des Preßgutes entsprechend den niedrigeren Siede- 50 kondensierbare, überhitzte Dämpfe, wie z.B.Dämpfe
punkten dieser Mittel unter Umständei. noch wesent- von organischen Lösungsmitteln, wie beispielsweise
lieh niedriger eingestellt werden. von Alkoholen, Aceton, Äthern, Kohlenwasserstoffen,
Bei Verwendung von überhitztem Wasserdampf Chlorkohlenwasserstoffen und andere, erreicht wer-
als Verdrängungsgas errechnet sich die beim Preß- den. Auch eine Evakuierung der gesamten Anlage
Vorgang ins Preßgut gelangende Wassermenge wie 55 und Einspeisung bzw. Ausspeisung des Materials
folgt: aus der Anlage über Schleusen, z. B. Zellenrädern,
Hat z. B. das Aufgabegu* (Schüttgut), das aus ist möglich.
praktisch reinem KCl bestehen soll und dessen Wird das organische Lösungsmittel dem heißen
spezifisches Gewicht etwa 2,0 beträgt, ein Schutt- Aufgabegut in flüssiger Form zugesetzt, so ergibt
gewicht von 1,25, dann errechnet sich für 1 kg 60 sich eine weitere Vereinfachung. Durch die über der
Schüttgut ein Porenvolumen von 300 ml. Wird mit Siedetemperatur der organischen Lösungsmittel He-
überhitztem Wasserdampf von 130° C aus dem Auf- gende Temperatur des Schüttgutes verdampft die
gabegut die in diesem Porenvolumen enthaltene Luft organische Flüssigkeit sofort. Der dabei entstehende
verdrängt, dann ergibt sich aus der Dichte des über- Dampf verdrängt die im Aufgabegut vorhandene
hitzten Wasserdampfes bei 13O0C von 0,5534 g/l 65 Luft in gleicher Weise, wie bei der Behandlung des
die in 1 kg Aufgabegut eingeschlossene Wasser- Gutes mit überhitztem Wasserdampf beschrieben
dampfmenge zu 0,3 X 0,5534 = 0,166 g. Wird diese wurde. Beim Preßvorgang kondensiert dann der
Menge Wasserdampf beim Preßvorgang verflüssigt. Dampf des organischen Stoffes in gleicher Weise wie
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bei der Behandlung des Gutes mit überhitztem nen Luft benutzte Dampf wird durch 2 Reihen von Wasserdampf. horizontal angeordneten, mit Löchern versehenen
»/<-Zoll-Rohren in das Gut eingeführt. Die erste
Beispiel 1 Reihe der Dampfzuführungsrohre befindet sich 10
5 bis 15 cm unter der Salzoberfläche des beschriebenen
a) Versuch ohne überhitzten Spüldampr Aufgabeschachtes, die zweite dagegen versetzte
Reihe 10 cm unterhalb der ersten Reihe. Die Ein-
Chloridisches Kalidüngesalz mit 60% K2O sowie führung der Rohre im Aufgabeschacht erfolgt an mit 20 Gewichtanteilen unter 0,1mm und 80 Ge- einer der Breitseiten des Schachtes. Die Längt der wichtsanteilen im Kornbereich von 0,1 bis 0,5 mm io mit feinen öffnungen über die gesamte Länge verkommt aus der Trockenanlage mit einer Temperatur sehenen Dampfeinführungsrohre entspricht der von 130° C und wird in trockenem Zustand bei der Breite des Aufgabeschachtes von etwa 900 mm. Der genannten Temperatur mit einer Walzenpreßanlage Abstand zwischen den einzelnen Rohren beträgt jemit glatten Preßwalzen von 1200 mm Breite und weils etwa 10 cm. Insgesamt sind 20 dieser Dampfeinem Walzendurchmesser von 900 inm unter Vor- 15 zuführungsrohre installiert.
schaltung einer an sich bekannten Stopfschnecke Es werden nun durch diese Rohre gleichmäßig
(force-feeder) zunächst ohne Spüldampf zu glatten verteilt insgesamt 50 kg/h überhitzter Wasserdampf Schülpen verpreßt. von 130° C aus dem 2-at(Überdnick)-Dampfhetz des
Das Schüttgewicht des Aufgabegutes vor der Betriebes entnommen und in das Gut eingeblasen. Stopf schnecke beträgt 1,0, d. h., 1 kg Aufgabegut ao Der durch das Salz hindurchtretende Dampf spült umschließt 500 ml Luft. Durch die Vorverdichtung nun, wie beschrieben, die von dem Salz umschlosin der Stopfschnecke tritt eine Erhöhung des Schutt- sene Luft heraus und entweicht mit dieser über ein gewichtes des Gutes auf einen Wert von 1,25 ein. im oberen Teil des Aufgabeschachtes angebrachtes Das bedeutet, daß die Preßwalzen pro kg einge- Entlüftungsrohr von etwa 25 cm Durchmesser nach zogenen Salzes 300 ml Luft mit einziehen, die wäh- 35 außen.
rend des Preßvorganges in regelmäßig auf den Preß- Das in den Aufgabeschacht eingeführte heiße
walzen verteilten Zonen zusammen mit unverpreß- Feinsalz besitzt genau wie bei dem vorherbeschriebetem und schlechtverpreßtem Gut aus der Presse aus- nen Versuch ohne Spüldampf ein Schüttgewicht treten. vom 1,0, d. h., das Porenvolumen beträgt 500 ml/kg
Von der Walze werden 60 t/h Feingut eingezo- 3° Salz. Diese ursprünglich vom Feinsalz umschlosseue gen; davon werden 35 t/h in Form von Schülpen Luft wird nun in der Bedampfungszone des Aufgewonnen, während 25 t/h Feingut und schlechtver- gabeschachtes durch überhitzten Wasserdampf verpreßtes Gut infolge der beschriebenen Bänderbildung drängt. In der Stopfschnecke verdichtet sich das während des Preßvorganges durch die Walzen hin- Material wiederum auf ein Schüttgewicht von 1,25; durchgehen und als Fehlgut der Aufgabe wieder zu- 35 dabei verringert sich das Porenvolumen auf geführt werden müssen. 300 ml/kg Salz. Die Verringerung des Porenvolu-
Die Vermahlung der Schülpen in bekannter Weise mens in der Stopfschnecke von 500 auf 300 ml/kg in Prallmühlen und Siebung auf dem Doppeldecker Aufgabegut bedeutet, daß 200 ml überhitzter Wasergibt 26 t/h Fertigkorn der Kornspanne 0,5 bis serdampf pro kg Aufgategut aus der Verdichtungs-3,5 mm und 9 t/h Unterkorn, das gleichfalls in die 4« zone der Stopisehnecke nach oben über den Auf-Preßanlage zurückgeführt werden muß. Die Granu- gabeschacht zusätzlich entweichen müssen, so daß latausbeute beträgt also, bezogen auf die in die also ein Zutritt von atmosphärischer Luft zum AufAnlage eingeführte gesamte Salzmenge, 43,3 °/o. Der gabegut und damit die Möglichkeit deh Eindiffunspezifische Energiebedarf für die Herstellung des dierens von Luft in das Salz nach der Bedampfungs-Fertiggutes liegt bei 16 kWh/t Fertiggranulat. Die 45 zone ausgeschlossen ist.
Abriebfestigkeit des Fertiggutes ergibt sich durch Die in die Preßwalzen mit dem vorvcrd^hteten
10 Minuten langes Rütteln auf einem 0,2-mm-Sieb Feingut pro kg eingezogenen Materials mit eingezu 10%. zogenen 300 ml überhitzten Wasserdampfes (Poren
volumen) verflüssigen sich bei der Aufgabetempera-
,. „ , _„ . ^^ , . 50 tür des Salzes von 1300C bereits bei einem absolu-
b) Versuch gemäß der Erfindung mit trockenem, teQ Druck VOQ weniger ^s 2,8 at Beim Preßvorgang
überhitztem Spüldampf selbst reduziert ^ ntm das Volumen des vom Preß
gut umschlobsenen Wasserdampfes von 300 ml/kg
In einem Parallelversuch wird nun erfindungs- auf das Volumen des kondensierten Wassers von gemäß die vom zu verpressenden Aufgabegut der- 55 0,17 ml/kg. Die dadurch in das Preßgut gelangende selben Eigenschaften und Qualität umschlossene Wassermenge beläuft sich, wie die Berechnung in Luft vor dem Preßvorgang durch Einblasen von der Beschreibung ausweist, auf 0,017%, ist alsc überhitztem Wasserdampf in das Aufgabegut im vernachlässigbar klein.
Bereich oberhalb der Stopfschnecke verdrängt In Unter diesen Bedingungen werden in die oben-
der Anlage ist über der Stopf schnecke ein Schacht 60 genannte Presse 50 t/h Aufgabegut eingezogen. Ei von 1,20 m Höhe angebracht, durch den das Salz entstehen dabei 48 t/h gut durchgepreßte, sehr stabil· der Stopfschnecke zugeführt wird und dessen Fül- Schülpen, während nur 2 t/h Feingut an den beidei lungszustand so einreguliert ist, daß ein Füllungs- äußeren Enden der Walzen hindurchrieseln. Di< grad dieses Schachtes von 80 cm Höhe über der verpreßten Schülpen sind wie gesagt einheitlich har Stopfschnecke eingestellt bleibt Dieser Aufgabe- 65 durchgepreßt und ergeben bei der nachgeschaltetei schacht hat eine Länge entsprechend der Preßwal- Vermahlung und Siebung 41 t/h Fertiggranulat de zenbreite von 1200 mm und eine Breite von 900 mm. Korngröße 0,5 bis 3,5 mm, während 7 t/h Unterkon Der füi die Verdrängung der vom Salz umschlösse- wieder zur Preßanlage zurückgeführt werden. Dii
Leistung der Preßanlage hat sich also von 261 Granulat/h um 15 t/h auf 41 t/h erhöht. Der spezifische Energiebedarf für die Herstellung von einer Tonne Fertigkorn beträgt jetzt 9,8 kWh gegenüber 16 kWh ohne Spüldampf. Die Granulatausbeute beträgt, bezogen auf die frisch aufgegebene Feinsalzmenge, 82 °/o gegenüber 43,3 °/o bei Betrieb ohne Spüldampf. Die Bestimmung der Abriebfestigkeit des Fertigkornes unter den gleichen Prüfbedingungen wie oben ergibt 3 °/o Abrieb gegenüber 10 °/o bei Betrieb ohne Spüldampf.
Beispiel 2
Ein Gemisch von chloridischem Kalidüngesalz mit 60%K<,O von derselben Körnung wie in Beispiel 1 und feingemahlener Thomasschlacke im Verhältnis 1:1 wird in der beschriebenen Preßanlage bei einer Aufgabetemperatur von wiederum 13O0C einmal ohne Spüldampf und zum Vergleich nach Zufuhr von überhitztem Spuldampf vor der Verpressung, wie in den Versuchen 1 a und 1 b beschrieben, veipreßt.
a) Versuch ohne überhitzten Spüldampf
Es werden bei Aufgabe des Gutes ohne Spüldampf 40 t/h frisches Feingut in die Presse eingezogen, und es entsteht durch Vermahlung der gewonnenen Schülpen und anschließende Siebung eine Fertiggranulatmenge von 15 t/h der Korngröße 0,5 bis 2,5 mm. Die Differenz zwischen Aufgabemenge und Fertigkornmenge muß als Unterkorn gemeinsam mit dem Frischgut in die Preßanlage zurückgeführt werden. Die Granulatausbeute beträgt also, bezogen auf die Aufgabemenge, 37,5%. Der spezifische Energiebedarf pro Tonne hergestellten Granulats liegt bei 22 kWh.
b) Versuch gemäß der Erfindung mit trockenem,
überhitztem Spüldampf
Wird dasselbe Gemisch von 60er Chlorkalium und feingemahlener Thomasschlacke im Verhältnis 1:1 bei einer Temperatur von 130° C in derselben Weise, wie im Versuch 1 b beschrieben, mit 40 kg/h überhitztem Wasserdampf gespült und werden von der Presse 45 t/h frisches Feingut eingezogen, so entstehen durch Vermählen der gewonnenen Schülpen und anschließendes Sieben 24 t/h Fertiggranulat der Korngröße 0,5 bis 2,5 mm, während 21 t/h Fehlkorn in die Presse zurückgeführt werden müssen. Die Grass nulatausbeute hat sich damit von 37,5 %>, bei Betrieb ohne Spüldampf, auf 53,3% erhöht. Der spezifische Energiebedarf zur Erzeugung von 11 Fertigkom ist von 22 kWh auf 15,1 kWh zurückgegangen.

Claims (1)

  1. daß die erzeugten Platten oder Schülpen quer zur
    Patentanspruch: Umlaufrichtung der Walzen eine Banderung auf
    weisen, die abwechselnd aus harten und sehr wei-
    Verfahren zum Verpressen eines trockenen, chen bzw. völlig unverpreßten Zonen besteht
    feinkörnigen Schüttgutes mittels Hochdruckpreß- 5 Nach dem Verfahren der deutschen Auslegeschrift anlagen, dadurch gekennzeichnet, daß 1250799 werden durch Einstellung der Spaltweite man aus dem Schüttgut vor dem Verpressen die des Walzwerks auf 0,6 °/o des Walzendurchmessers in ihm eingeschlossenen, schwer kondensierbaren oder darüber, bis höchstens 1 °/o, an Stelle von quer-Gase, insbesondere Luft, durch leicht konden- gebänderten Schülpen in Richtung der Walzepsierbare, trockene Dämpfe, insbesondere über- io umdrehung verlaufende Längsstreifen hochverdichhitzten Wasserdampf oder Dämpfe von Aiko- teten Materials erhalten, zwischen denen aber ebenholen, Aceton, Äthern, Kohlenwasserstoffen falls noch Streifen nicht verdichteten feinkörnigen und/oder Chlorkohlenwasserstoffen, verdrängt, Materials vorhanden sind.
    wobei das Schüttgut vorher auf eine oberhalb Diese Bänderungen entstehen dadurch, daß die
    der Kondensationstemperatur dieser Dämpfe 15 mit dem Gut eingezogene Luft beim Preßvorgang liegende Temperatur erwärmt wird. selbst nach oben bzw. nach den Seiten entweichen
    muß, da sonst ein Zusammensintern der einzelnen Körner nicht oder nur schlecht erfolgen kann. Das
    bedeutet aber, daß neben den Zonen hoher Ver-
    20 dichtung notwendigerweise Zonen mit nur mangelhafter und solche ohne jegliche Kompaktierung entstehen müssen.
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ver- Daraus ergeben sich für den praktischen Betrieb
    pressen eines trockenen, feinkörnigen Schüttgutes außerordentliche Nachteile. Zunächst kann die mittels Hochdruckpreßanlagen zwecks Herstellung 25 gesamte Walzcnbreite, wenn es sich um Walzenpreßeines granulierten Produktes. anlagen handelt, nicht für den eigentlichen Preß-Es ist bekannt, daß man feinkörnige Salze und Vorgang ausgenutzt werden. In der Praxis hat sich Gemische aller Art z. B. in Walzenpressen zu Schul- dabei ergeben, daß höchstens 50 % der installierten pen, Briketts oder ähnlichen Preßkörpern von hoher Walzenfläche gut verpreßtes Material liefern; damechanischer Festigkeit verpressen kann. Die Ober- 30 zwischen entstehen, wie bereits erwähnt, Zonen, in fläche der Preßwalzen kann dabei glatt, gerillt oder denen überhaupt keine Kompaktierung stattfindet, in anderei Weise profiliert sein; wesentlich dabei ist und andere Zonen, in denen das Material nur unnur, daß in der Preßzone ein derartig hoher Druck genügend verdichtet ist. Gerade dieses ungenügend herrscht, daß die Korngrenzen des zu verpressenden verdichtete und daher verhältnismäßig weiche Preßfeinkörnigen oder staubigen Materials durch Zu- 35 gut führt aber zu Produkten mit unzureichender sammensintem oder Verschmelzen eine mechanisch Abriebfestigkeit. Es zerfällt entweder beim Mahlstabile Verbindung eingehen. Der erforderliche prozeß in Unterkorn, oder aber, was für die Praxis Preßdruck wird bei Walzenpressen im allgemeinen ebenso nachteilig ist, es gelangt ins Fertigprodukt, in t/cm Walzenbreite angegeben. Bei dem voraus- Das Fertiggut besteht dann also aus einem Gemisch gesetzten trockenen Aufgabegut ist im allgemeinen, 40 von Körnern hoher Abriebfestigkeit mit solchen je nach der Art des aufgegebenen Feingutes, ein niedrigerer Abriebfestigkeit, was beim Transport und Preßdruck zwischen 1 und 4 t/cm Walzenbreite während der Einlagerung und Anwendung zu Abrieb erforderlich. und Staubbildung führt.
    Die so gewonnenen Preßkörper werden im all- Ein weiterer, und zwar ganz besonders schwergemeinen in Walzenmühlen oder Schlägermühlen 45 wiegender Nachteil dieser Preßverfahren ist der, daß zerkleinert und in einem nachgeschalteten Sieb- gerade Staub oder hohe Anteile von Staub in dem prozeß dann die gewünschte Körnung herausgesiebt, für die Verpressung vorgesehenen Gut besonders wobei das Unterkorn mit frischem Feingut ver- schlecht oder überhaupt nicht kompaktiert werden mischt zur Presse zurückgeführt wird, während das können, weil Staub besonders viel Luft einschließt. Überkorn erneut vermählen wird. 50 so daß das Verhältnis von in der Presse kompaktier-
    Es hat sich nun beim Betrieb derartiger Pressen tem Material zu demjenigen, welches ungenügend gezeigt, daß der Preßvorgang außerordentlich un- oder gar nicht kompaktiert wird und also als Untergünstig durch die in dem zu verpressenden Aufgabe- korn durch die Preßanlage hindurchgeht, untragbar gut (Feingut) eingeschlossene Luft beeinflußt wird. klein wird.
    Das zur Verpressung kommende Schüttgut enthält 55 Im allgemeinen wird das zu verpressende Gut bei je nach Feinheit und Vorverdichtung durch Rüttel- Temperaturen zwischen 110 und 15O0C auf die vorrichtungen oder Verdichtungsschnecken, die vor Preßanlagen aufgegeben. Es hat sich gezeigt, daß die eigentliche Presse geschaltet sind, zwischen 30 fast immer nur bei höheren Temperaturen des Auf- und 60 Volumenprozente Luft. Die Menge dieser gabegutes ausreichend stabile Preßlinge erzeugt wer-Luft ist identisch mit dem Porenvolumen des Schutt- 60 den können. Die Gründe dafür liegen einmal bei der gutes. Sie füllt den Zwischenraum zwischen den größeren Bereitschaft der Oberfläche der Körner, bei einzelnen Teilchen des Schüttgutes aus. hoher Temperatur zusammenzusintern und so stabile
    Beim Preßvorgang wi,d diese Luft, die auch mechanische Verbindungen miteinander einzugehen; durch Rütteln oder Vorverdichten des Salzes im xum anderen wird aber bei Einstellung hoher Ein-Aufgabetrichter und im Aufgabespalt nur zu einem 65 trittstemperaturen des Gutes die Menge der vom kleinen Anteil entfernt werden kann, mit dem Salz Aufgabegut umschlossenen Luft entsprechend dem in die Presse eingezogen. Dies hat z. B. bei glatten geringeren spezifischen Gewicht dieser Luft bei Preßwalzen zu der bekannten Erscheinung geführt, höheren Temperaturen reduziert.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2810640A1 (de) * 1978-03-11 1979-09-13 Kali & Salz Ag Verfahren zur herstellung von gekoernten produkten

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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