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DE1667141C - Verfahren zum Verpressen eines trockenen, feinkornigen Schuttgutes - Google Patents

Verfahren zum Verpressen eines trockenen, feinkornigen Schuttgutes

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DE1667141C
DE1667141C DE19681667141 DE1667141A DE1667141C DE 1667141 C DE1667141 C DE 1667141C DE 19681667141 DE19681667141 DE 19681667141 DE 1667141 A DE1667141 A DE 1667141A DE 1667141 C DE1667141 C DE 1667141C
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DE
Germany
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steam
pressed
vapors
pressing
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Application number
DE19681667141
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DE1667141A1 (de
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Hans Dr Ing 3000 Hannover Autenneht
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K+S AG
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K+S AG
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Publication date
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Publication of DE1667141A1 publication Critical patent/DE1667141A1/de
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Description

Die Fahndung beirilTt ein Verfahren zum Verpressen eines trockenen, feinkörnigen Schüttgutes niittels Hochdruckpreßanlagen zwecks Hersteilung eines granulierten Produktes.
F.s ist bekannt, daß man feinkörnige Sa'/.e und Gemische aller Art z. B. in Walzenpressen m Schul pen. Briketts oder ähnlichen Preßkörpern von hohri in, dianiseher Festigkeit verpressen kann. Die Oberfläche du Preßwalzen kann dabei glatt, gerillt oder in anderer Weise profiliert sein; wesentlich dabei ist mir, daß in der Preßzone ein derartig honor Pruck herrscht, dal.', die· Koin;>re.i.'.en des zu verpresv. ::den feinkörnigen oder staubigen Mait-nais dutch Zi' sammensiiilem oder Verschmelzen cii.e mechanisch stabile- Verbinduni! eingehen. D"r enorderlichc I:i'eßeinn.k wird bei Wai/enpressen im allgemeinen in ι cm Wal/cnbreile angegeben. Bei dem vorausgesetzten trockenen Aufgabegut ist im allgemeinen je nach der Ar; des pufgegebcnen Feingutes, ein I':erduiiN /wischen i und 4 t/cm Waizcnbrcite 11 forderlich.
Die so gewonnenen Preßkörpei werden im all !'■.'meinen in W al/enmühlen oder Schlügermühlen ; ..'kleiner! iiiui in einem nachgeschalteten Siebprozeß dann die gewünschte Körnung herausgesiebt. wobei das l'nteikorn mit frischem Feingut vermischt zur Presse zurückgeführt wird, wahrend das Oberkorn erneut vermählen wird.
E> hat sich nun beim Betrieb derartiger Pressen gezeigt, daß der Preßvorgang außerordentlich ungünstig durch die in dem zu verpressenden Aufgabegut (Feingut) eingeschlossene Luft beeinflußt wird. Das zur Vcrpressung kommende Schüttgut enthält je nach Feinheit und Vorverdichtung durcn Rüttelvorrichtungen oder Verdicl.tungsschnecken, die vor die eigentliche Presse geschaltet sind, zwischen und 60 Volumenprozente Luft. Die Menge dieser
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stehen müssen.
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Im allgemeinen whJ das ζ . verpressende U.t bei
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Pn »anlagen aufgegeben. Es hat sich gezeigt, daß
fast immer nur bei höheren Temperaturen des Auf-
i'abegules ausreichend stabile Preßlinge erzeugt wer-Po den können. Die Gründe dafür liegen einmal bei der
jirößeren Bereilschaft der Oberfläche der Körner, bei
kompakticr, werden - ^ cinschliclit.
" In der Presse kompakiiordumieni^en, welches ungenügend
V J hindurchgeht. untr,.Bbar
κ-win«*.
i> sind bereits Verfahren und Vorrichtungen bekannt, bei denen vor der Verpressung von pulverförmigcn und feinkörnigen Substanzen zu Preßlingen verschiedener Form die in dem zu verpressenden Cut enthaltene Luft entfernt wird.
S.ι werden in der deutschen Patentschrift 895 286 ein Verfahren und Vorrichtungen zur Erhöhung des Reingewichtes pulverförmiger Stoffe beschrieben, tu:, denen vor der eigentlichen Verpressung die im zu .erdichtenden Gut enthaltenen Gase, vor allem Liiii. durch rotierende Walzen, die als Mantelflächen ga-ij;nchlässige Filterflächen haben, unter Anwendii ·' von Unterdruck abgesaugt werden. Jedoch hu!■■■·-'π die hier verwendeten zusätzlichen Entlüftungsvoüdnungcn den erheblichen Nachteil, daß sich die Pn -π der Filterflächen mit dem pulverförmigen Auv-'-üiegut sehr leicht zusetzen. Dadurch werden em.- «eite-T Entgasung sehr bald unterbunden und cbi'-.i eine vollständige Entgasung überhaupt nicht en '!it. ~
;>. deutsche Patentschrift 1 129 450 betrifft ebenf;i;: ein Verfahren und eine Vorrichtuni! zur Verdi-v.ung vjn pulverförn. gen Stoffen inner Anwende M)H Unterdruck zur Entgasung bzw. Entlüftung d. !einteiligen Aufgabegutes. Auch bei diesem \ . hren werden dafür rotier:nde, gasdurchlässige I- -flächen verwendet, die auf gegeneinander 1;: '.!iilen Hohlwalzen aufgebracht sind. Dieses V.:;.ihren und die dafür entwickelte Vorrichtung u. η aber gleichfalls de.< Nachteil auf. daß die IY- n der Filterfiäche.i sehr leicht durch das feinti.-.ii,.'e Aufgabegut verstopft werden und dadurch ei:u. weitere Entlüftung verhindert wird.
; rner erfolgt bei diesem bekannten Verfahren cii".,· Erhöhung des Raumgewichtes von pulverf.ü'iigL'n Stoffen nur durch eint- Verdichtuno de^ fo-iitei'igen Aufgabegutes zu größeren Körnern. Eine Verpressung zu großen, über die gesamte Walzcnbieite durchgepreßten und harten Schülpen ist weder bei diesem Verfahren vorgesehen noch mit diesem durchführbar, da die für eine solche Verpressung eriorderlichen hohen Preßdrucke hier nicht aufgewendet werden können
Die deutsche Auslegeschnft 1 147 564 beschreibt ein Verfahren und Vorrichtungen zum fortlaufenden lint lüften und Komprimieren von pulverigen Stoffen zwischen gegenläufigen, profilierten Preßwälzen. Dabei wird das pulverige Aufgabegut ebenfalls mechanisch in einer Vorentlüftungsvorrichtung, die z. B. aus einer Druckschnecke oder einer mit radialen lamellen od. dgl. versehenen Walze besteht, entlüftet und vorverdichtet. Auch kann für die Vorentlüftung eine zusätzliche, mit einer der beiden Komprcssionsvalzen zusammenarbeitende Profilwalze verwendet werden. Eine vollkommene Entfernung der Luft aus dem zu verpressenden Schüttgut kann mit diesen Entlüftungseinrichtungen keineswegs erreicht werden, wie eine solche für die Herstellung von plattenförmigen, gleichmäßig über die gesamte Walzenbreite durchgepreßten Preßlingen in einem Glattwalzwerk erforderlich ist.
Ferner können nach diesem vorbekannten Verfahren nur mehr oder weniger stark entlüftete pulverige Materialien zu kleineren Preßlingen beliebiger Form, insbesondere zu Tabletten und Granulaten, aber nicht zu großen, hart durchgepreßten Schülpen verdichtet werden. Es ist wiederum nur eine Erhöhung des SchüUgewichtcs durch Überführung der feinteiligen Stoffe in eine körnige Form zwecks einer verbesserten Weiterverarbeitung vorgesehen.
Aus dem aufgezeigten Stand der Technik ist also kein Verfahren für die vollkommene Verdrängung :> von Gasen, insbesondere Luft, aus trockenen, feinkörnigen Schüttgütern vor dem Verpressen in Hochdruckpreßanlagen zu großen, tafe'förmigen Preßlingen bekannt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde.
ίο ein Verfahren zum Verpressen eines trockenen, feinkörnigen Schüttgutes mittels Hochdruckpreßanlagen, insbesondere Glattwalzwerken, zu schaffen, das die genannten Schwierigkeiten und Nachteile der bisherigen Entlüftungs- und Preßverfahren für die Herstellung von Schülpen, die über die gesamte Walzenbreite gleichmäßig und liL,rt durchgepreßt sind, vollkommen beseitigt
Diese Aufgabe wird erfindungsgemuß dadurch gelöst, daß man aus dem Schüttgut vor dem \erpressen die in ihm eingeschlossenen schwer kond.nsierbaren Gase, insbesondere Luft, durch !eich: kondensierbare, trockene Dämpfe, insbesondere überhitzten Wasserdampf oder Dämpfe von Alk' holen. Aceton, Athern. Konlenwassersioffen und oder Chlorkohlenwasserstoffen, verdrängt, wobei dav Schüttgut vorher auf eine oberhall) der Kondersationstemperatur dieser Dämpfe liegende Tcni".:itur erwärmt wird.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren werdet
3c gleichzeitig auch die Ausbeuten und Abriebfest!.■ keilen der Schülpen und der aus ihnen anschließend hergestellten Granulate erheblich verbessert.
Man kann diese Verdrängung der vom Schüttgu' eingeschlossenen Luft auf verschiedene Art und Weise vornehmen, ζ B durch Einblasen des Damp fes an geeigneten Stellen des Aufgabeschachte:- de-. Gutes zur Preßwalze, durch Einblasen des Dampfedurch den Boden einer Förderschnecke, die das Gu: zur Preßanlage fördert, und Abpuffern des Aufgabe Schachtes zu der Presse durch Einleiten von über hitztem. also trockenem Dampf, durch Einbia ·ι, von Dampf durch den perforierten Boden eine Schwing- oder Rüttelförderers, so daß der i)amp' durch das geförderte Gut hindurchtreten muß. durch
'.5 Einführen des Dampfe·, von unten in ein dem \utgabeschacht vorgeschaltetes Rührgefäß, in di m der Dampf dem kontinuierlich zu- und abfließender! Aufgabegut im Gegenstrom zugeführt wird, durch Einführen des Dampfes in einen den Preßwalzen
5u vorgeschalteten Mischer bekannter Bauart oder durch eine Kombination einer oder mehrerer dieser Möglichkeiten, also durch Hintereinandcrschalk η von Spül- bzw. Verdrängungszonen.
Wesentlich ist, daß die Temperatur des Aufgabe-HS gutes und auch die Temperatur des zum Heraii·*- spülen der Luft aus dem Aufgabegut verwendeten Dampfes so hoch ist, daß eine Kondensation im zu verpressenden Gut, aber auch an den Wanden der der Presse vorgeschalteten Apparate nicht statt·
fio finden kann. Die einzustellende niedrigste Tempera tür des Aufgabegutes muß also, wenn man z. B. Wasserdampf als Verdrängungsgas benutzt, oberhalb der Siedetemperatur der an dem betreffenden SaL gesättigten wäßrigen Lösung liegen. Wenn es sich um zu verpressende Salzgemische handelt, muß die Aufgabetemperatur des Gutes über dem Siedepunkt der Lösung der Salzgemische liegen. Wird z. B. reines KCl verpreßt, dann muß das Salz vor der
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Verpressung sowie der für die Verdrängung der vom dann gelangen also auf diese Weise in das verpreßte
zu verpressenden Salz eingeschlossenen Luft ver- Material maximal 0,0166 Gewichtsprozente flüssigen
wendete überhitzte Dampf eine Temperatur von Wassers, eine Menge also, die die in den Kristallen
über 109" C haben; wird ein Gemisch von NaCl und des Aufgabegutes an sich eingeschlossenen Wasser-
KCl verpreßt, dann muß die Temperatur des Auf- 5 mengen, die aus dem Fabrikationsprozeß stammen,
gabegutes und des Dampfes über 1120C liegen. meist erheblich unterschreitet. Dabei reduziert sich
Durch den erfmdungsgemäßen Ersatz der vom zu aber auch das Porenvolumen des Aufgabegutes
verpressenden Gut eingeschlossenen Luft durch während des Preßvorganges von 300 ml auf das
überhitzten Wasserdampf oder andere leicht konden- Volumen des verflüssigten Wasserdampfes von
sierbare Dämpfe erreicht man, daß während des io 0,166 ml/kg Preßgut.
Preßvorganges Gase aus dem Gut nicht zu ent- Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
weichen brauchen, weil der im Aufgabegut einge- Verfahrens hat sich gezeigt, daß die dem Trocken-
schlossene Dampf bei den hohen Drucken in der preßverfahren anhaftenden bekannten Schwierigkei-
Verdichtungszone der Pressen von 1000 bis 4000 at ten vollkommen zum Verschwinden zu bringen sind,
leicht zur Kondensation zu bringen ist, da diese 15 Die Verpressung des Materials erfolgt über die
Dämpfe unter den Bedingungen der Preßzone nur in gesamte Arbeitsbreite der Pressen gleichmäßig. Tote
flüssiger Form vorliegen können. Der beim Preß- Zonen, aus denen bisher die mit dem Preßgut in die
Vorgang in die flüssige Phase übergehende leicht Druckzone eingezogene Luft entweichen mußte,
iondensierbare Spüldampf, bei Anwendung von treten nicht mehr ar' Die Preßlinge sind völlig
überhitztem Wasserdampf also flüssiges Wasser, 20 gleichmäßig durchgepreßt Schlecht verpreßte Zonen
bleibt in den Preßlingen eingeschlossen. Da es sich entfallen Das Preßgut zeichnet sich durch besonders
dabei um sehr geringe i..engen handelt, die. bei große und gleichmäßige Härte aus. Der spezifischt
Wasser w«*it unterhalb 0,05 Gewichtsprozente, be- Leistungsbedarf pro Gewichtseinheit hergestellten
zogen auf das Gewicht des zu verpressenden Gutes, Granulats geht auf 40 bis 60 °/o des ohne Anwendung
liegen, tritt keinerlei den Preßvorgang selbst noch 25 von Spüldampf erforderlichen Betrages zurück, da
die Qualität der Preßlinge ungünstig beeinflussende die Energieverluste durch schlecht verpreßtes und
Wirkung ein. Da außerdem diese geringen Wasser- daher in den Prozeß zurückzuführendes Material,
bzw. Flüssigkeitsmengen, die so in den Poren des das sich durch einen hohen Rücklauf von Unterkorn
entstehenden Preßgutes eingeschlossen werden, bisher besonders ungünstig auf die Wirtschaftlichkeit
durch Diffusion nach dem Preßvorgang an die 30 des Verfahrens auswirkte, unterbleiben.
Oberfläche des Preßgutes gelangen und dort ver- Ein weiterer, und zwar wesentlicher Vorteil ist der,
dampfen, tritt so zusätzlich noch eine Nachverfcsti- daß auf diese Weise auch Staub sowie hochstaub-
gung in diesen Porenräumen durch Nachkristallisa- haltiges Material verpreßt werden können, was bislur
tion ein, was zu einer weiteren Verbesserung der nicht möglich war.
Festigkeit des Preßgutes und damit auch zur Ver- 35 Da die Ausnutzung der zur Verfügung stehenden
besserung der Abriebfestigkeit desselben führt. Preßfläche für die Erzeugung von Preßgut auf
V'ird z.B. vorausgesetzt, daß das Aufgabegut Werte von nahe 100°/o ansteigt, während bisher nur
sowie der vom Aufgabegut umschlossene überhitzte etwa 50 % der gesamten zur Verfugung stehenden
Wasserdampf eine Temperatur von 1300C besitzen, Preßfläche für die eigentliche Verpressung des Gutes
tritt eine Verflüssigung dieses Wasserdampfes, wie 40 ausgenutzt werden konnten, sinken zudem die
direkt aus der Mollier-Wasserdampftabelle (vgl. z. B. Kapitalinvestitionen für die Anlagen auf Bruchteile
»HÜTTE« 27. Auflage, Verlag von Wilhelm Ernst der bisherigen Beträge ab. Da die Anlagekoslcn
Λ. Sohn, Berlin 1949, Band 1, Seite 557) abzulesen durch die erforderliche, sehr schwere Bauart der
ist, bereits bei einem absoluten Druck von 2,8 at ein. Anlagen sehr hoch liegen, bedeutet dies erhebliche
Werden zur Verdrängung der vom Aufgabegut um- 45 Ersparnisse durch Einsparung von Amortisations-
schlossenen '.uft organische Dämpfe, wie z. B. und Anlagekosten.
Alkoholdampf, Ätherdampf, Acetondampf oder Die hier genannten Vorteile können, wie oben
Kohlenwasserstoff- oder Chlorkohlenwasserstoff- bereits beschrieben, auch durch Verdrängung der
dämpfe, benutzt, dann kann die Aufgabetemperatur Porenluft des Aufgabegutes durch andere leicht
des Preßgutes entsprechend den niedrigeren Sieee- 50 kondensierbare, überhitzte Dämpfe, wie z. B. Dämpfe
punkten dieser Mittel unter Umständen noch wesent- von organischen Lösungsmitteln, wie beispielsweise
lieh niedriger eingestellt werden. von Alkoholen, Aceton, Äthcm, Kohlenwasserstoffen,
Bei Verwendung von überhitztem Wasserdampf Chlorkohlenwasserstoffen und andere, erreicht wcr-
als Verdrängungsgas errechnet sich die beim Preß- den. Auch eine Evakuierung der gesamten Anlage
Vorgang ins Preßgut gelangende Wassermenge wie 55 und Hinspeisung bzw. Ausspeisung des Materials
folgt; aus der Anlage über Schleusen, z. B. Zellenrädern,
Hat z. B. das Aufgabegut (Schüttgut), das aus ist möglich.
praktisch reinem KCl bestehen soll und dessen Wird das organische Lösungsmittel dem heißen
spezifisches Gewicht etwa 2,0 beträgt, ein Schutt- Aufgabegut in flüssiger Form zugesetzt, so ergibt
gewicht von 1,25, dann errechnet sich für 1 kg 60 sich eine weitere Vereinfachung. Durch die über der
Schüttgut ein Porenvolumen von 300 ml. Wird mit Siedetemperatur der organischen Lösungsmittel He-
übcrhitztem Wasserdampf von 130° C aus dem Auf- gende Temperatur des Schüttgutes verdampft die
gabegut die in diesem Porenvolumen enthaltene Luft organische Flüssigkeit sofort. Der dabei entstehende
verdrängt, darin ergibt sich aus der Dichte des über- Dampf verdrängt die im Aufgabegut vorhandene
hitztcn Was5"rdampfes bei 1300C von 0,5534 g/l 65 Luft in gleicher Weise, wie bei der Behandlung des
die in 1 kg Aufgabegut eingeschlossene Wasser- Gutes mit überhitztem Wasserdampf beschrieben
dampfmenge zu 0,3 X 0,5534 — 0,166 g. Wird diese wurde. Beim Preßvorgang kondensiert dann der
Menge Wasserdampf beim Preßvorgang verflüssigt. Dampf des organischen Stoffes in gleicher Weise wie
bei der Behandlung des Gutes mit überhitztem nen Luft benutzte Dampf wird durch 2 Reihen von Wasserdampf. horizontal angeordneten, mit Löchern versehenen
1A-Zoll-Rohren in das Gut eingeführt. Die erste
Beispiel 1 Reihe der Dampfzuführungsrohre befindet sich 10
1 5 bis 15 cm unter der Salzobcrfläche des beschriebenen
a) Versuch ohne überhitzten Spiildampf Aufgabeschachtes, die zweite dagegen versetzte
Reihe 10 cm unterhalb der ersten Reihe. Die Ein-
Chloridisches Kalidüngesalz mit 60% K2O sowie führung der Rohre im Aufgabeschacht erfolgt an mit 20 Gewichtanteilen unter 0,1 mm und 80 Ge- einer der Breitseiten des Schachtes. Die Länge der wichtsanteilen im Kombereich von 0,1 bis 0,5 mm io mit feinen öffnungen über die gesamte Länge verkommt aus der Trockenanlage mit einer Temperatur sehenen Dampfeinführungsrohre entspricht der von 1300C und wird in trockenem Zustand bei der Breite des Aufgabeschachtes von etwa 900 mm. Der genannten Temperatur mit einer Walzenpreßanlage Abstand zwischen den einzelnen Rohren beträgt jemit glatten Preßwalzen von 1200 mm Breite und weils etwa 10 cm. Insgesamt sind 20 dieser Dampfeinem Walzendurchmesser von 900 mm unter Vor- 15 zuführungsrohre installiert.
schaltung einer an sich bekannten Stopfschnecke Es werden nun durch diese Rohre gleichmäßig
(force-feeder) zunächst ohne Spüldampf zu glatten verteilt insgesamt 50 kg/h überhitzter Wasserdampf Schülpen verpreßt. von 130° C aus dem 2-at(Überdruck)-Dampfnetz des
Das Schuttgewicht des Aufgabegutes vor der Betriebes entnommen und in das Gut eingeblasen. Stopfschnecke beträgt 1,0, d. h., 1 kg Aufgabegut ao Der durch das Salz hindurchtretende Dampf spült umschließt 500 ml Luft. Durch die Vorverdichtung nun, wie beschrieben, die von dem Salz umschlosin der Stopfschnecke tritt eine Erhöhung des Schutt- sene Luft heraus und entweicht mit dieser über ein gewichtes des Gutes auf einen Wert von 1,25 ein. im oberen Teil des Aufgabeschachtes angebrachtes Das bedeutet, daß die Preßwalzen pro kg einge- Entlüftungsrohr von etwa 25 cm Durchmesser nach zogenen Salzes 300 ml Luft mit einziehen, die wäh- as außen.
rend des Preßvorganges in regelmäßig auf den Preß- Das in den Aufgabeschacht eingeführte heiße walzen verteilten Zonen zusammen mit unverpreß- Feinsalz besitzt genau wie bei dem vorherbeschriebelcm und schlcchtveireßtem G»t aus der Presse aus- nen Versuch ohne Spüldampf ein Schüttgewicht treten vom 1,0, d.h., das Porenvolumen beträgt 500 mi kg
Von der Walze werden 60 t/h Feingut eingezo- jo Salz. Diese ursprünglich vom Feinsalz umschlossene gen; davon werden 35 t/h in Form von Schülpen Luft wird nun in der Bedampfungszone des Aufgewonnen während 25 t/h Feingut und schlechtver- gabeschachtes durch überhitzten Wasserdampf verpreßtes Gut infolge der beschriebenen Bänderbildung drängt. In der Stopfschnecke verdichtet sich das während des Preßvorganges durch die Walzen hin- Material wiederum auf ein Schüttgewicht von 1.25: durchgehen und als Fehlgut der Aufgabe wieder zu- 35 dabei verringert sich das Porenvolumen auf geführt werden müssen. . 300 ml/kg Salz. Die Verringerung des Porenvolu-
Die Vermahlung der Schülpen in bekannter Weise mens in der Stopf schnecke von 500 auf 300 ml/kg in Prallmühlen und Siebung auf dem Doppeldecker Aufgabegut bedeutet, daß 200 ml überhitzter Wasergibt 26 t/h Fertigkorn der Kornspanne 0,5 bis serdampf pro kg Aufgabegut aus der Verdichtungs-3 5 mm und 9 t/h Unterkorn, das gleichfalls in die 40 zone der Stopfschnecke nach oben über den Auf-Preßanlaee zurückgeführt werden muß. Die Granu- gabeschacht zusätzlich entweichen müssen, so daß latausbeute beträgt also, bezogen auf die in die also ein Zutritt von atmosphärischer Luft zum AufAnlage eingeführte gesamte Salzmcnge, 43,3 «/„. Der gabegut und damit die Möglichkeit des Emdiffunsnezifische Energiebedarf für die Herstellung des dierens von Luft in das Salz nach der Bedampfungslertiggutes liegt bei 16 kWh/t Fertiggranulat. Die 45 zone ausgeschlossen ist.
Abriebfestigkeit des Fertiggutes ergibt sich durch Die in die Preßwalzen mit dem yorverdichteten
10 Minuten lanees Rütteln auf einem 0,2-mm-Sieb Feingut pro kg eingezogenen Materials mit eingezu KM/ zogenen 300 ml überhitzten Wasserdampfes (Poren-
volumen) verflüssigen sich bei der Aufgabetempera-50 tür des Salzes von 1300C bereits bei einem absotu-
b) Versuch gemäß der Erfindung mit trockenem, ten DnJ0Jj von weniger als 2,8 at. Beim Preßvorganj
überhitztem Spiildampf selbst reduziert sich nun das Volumen des vom Preß
gut umschlossenen Wasserdampfes von 300ml/kf
In einem Parallelversuch wird nun erfindungs- auf das Volumen des kondensierten Wassers vor gemäß dfe vcS^ zu verfressenden Aufgabegut der- 55 0,17 ml/kg. Die: dadurch in das Preßgut gelangend, selben Eigenschaften und Qualität umschlossene Wassermenge belauft sich, wie die Berechnung ir Tun vof S Preßvor^ng durch Einblasen von der Beschreibung ausweist, auf 0,017·/., ist alsc übe hitetem^asserdampf in das Aufgabegut un vernachlassigbar klein.
Bereich oberhalb der s\oPfschnecke verdrängt. In Unter diesen Bedingungen werden ,η die oben-
der Anlareist über der Stopfschnecke ein Schacht 60 genannte Presse 50 t/h Aufgabegut eingezogen. B von 1 90S HöhrLieebracht durch den das Salz entstehen dabei 48 t/h gut durchgepreßte, sehr stabil« de? StonfShnSe SfeKhrt wird und dessen FdI- Schülpen, während nur 2 t/h Feingut an den beider lu^Jäani so dnreSert ist, daß ein Füllung*- äußeren Enden der Walzen hindurchrieseln. Di< 3^f«~ «LhJrhfVTvon 80 cm Höhe über der verpreßten Schülpen sind wie gesagt einheitlich har feradAeses Schachtes von »υ cm durchgepreßt und ergeben bei der nachgeschalteter
2SiSiSVi^UAS der Preßwal- Vermahlung und Siebung 41 t/h Fertiggranulat de, ^c™i^nTund eine Breite von 900 mm. Korngröße O5 bjs ^ mn, wahrend 7 t/h Ur.tcrkon der vom Salz umschlösse-
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Leistung der Preßanlage hat sich also von 261 Granulat/h um 15 t/h auf 41 t/h erhöht Der spezifische Energiebedarf für die Herstellung von einer Tonne Fertigkorn beträgt jetzt 9,8 kWh gegenüber 16 kWh v/iine Spüldampf. Die Granulatausbeute beträgt, bezogen auf die frisch aufgegebene Feinsalzmenge, 82 °/o gegenüber 43,3 %> bei Betrieb ohne Spüldampf. Die Bestimmung der Abriebfestigkeit des Fertigkornes unter den gleichen Prüfbedingungen wie oben ergibt 3 °/o Abrieb gegenüber 10% bei Betrieb ohne Spüldampf.
Beispiel 2
Ein Gemisch von chloridischem Kalidüngesalz mit 60%K,O von derselben Körnung wie in Beispiel 1 und feingemahlener Thomasschlacke im Verhältnis 1:1 wird in der beschriebenen Preßanlage bei einer Aufgabetemperatur von wiederum 13O0C einmal ohne Spüldampf und zum Vergleich nach Zufuhr von überhitztem Spüldampf vor der Verpressung, wie in den Versuchen 1 a und 1 b beschrieben, verpreßt.
a) Versuch ohne überhitzten Spüldampf
Es werden bei Aufgabe des Gutes ohne Spüldampf 40 t/h frisches Feingut in die Fresse einge- zogen, und <?s entsteht durch Vermahlung der gewonnenen Schülpen und anschließende Siebung eine Fertiggranulatmenge von 15 t/h der Korngröße 0,5 bis 2,5 mm. Die Differenz zwischen Aufgabemenge und Fertigkornmenge muß als Unterkorn gemeinsam mit dem Frischgut in die Preßanlage zurückgeführt werden. Die Granulatausbeute beträgt also, bezogen auf die Aufgabemenge, 37,5 °/o. Der spezifische Energiebedarf pro Tonne hergestellten Granulats liegt bei 22 kWh.
b) Versuch gemäß der Erfindung mit trockenem, überhitztem Spüldampf
Wird dasselbe Gemisch von 60er Chlorkalium und feingemahlener Thomasschlacke im Verhältnis 1:1 bei einer Temperatur von 1300C in derselben Weise, wie im Versuch 1 b beschrieben, mit 40 kg/h überhitztem Wasserdampf gespült und werden von dei
ao Presse 45 t/h frisches Feingut eingezogen, so entstehen durch Vermählen der gewonnenen Schülpec und anschließendes Sieben 24 t/h Fertiggranulat dei Korngröße 0,5 bis 2,5 mm, während 21 t/h Fehlkora in die Presse zurückgeführt werden müssen. Die Gra nulatausbeute hat sich damit von 37,5 °/e, bei Be trieb ohne Spüldampf, auf 53,3 % erhöht. Der spezifische Energiebedarf zur Erzeugung von 11 Fertigkorn isi von 22 kWh auf 15,i kWh zurückgegangen

Claims (1)

  1. daß die erzeugten
    Patentanspruch:
    Verfahren zum Verpressen eines trockenen, feinkörnigen Schüttgutes mittels Hochdruckpreßanlagen, dadurch gekennzeichnet, daß man"aus dem Schüttgut vor dem Verpressen die in ihm eingeschlossenen, schwer kondensierbaren Gase. insbesondere Laft. durch leicht kondensierbare. trockene Dampfe, insbesondere überhit/ten Wasserdampf oder Dämpfe von Aikoholen, Aceton, Äthern, Kohlenwasserstoffen und/oder Chlorkohlenwasserstoffe!!, verdrängt wobei das Schüttgut vorher auf eine oberhalb der Kondensationstemperatur dieser Dämpfe Heuende Temperatur erwärmt wtid.
    eher. bzw. völligj ""^^fdeutscheH Audegeschrift Nachι dem ve.< Einstellung der Spaltweite
    ',25(' , V" H.lf o6o/, des Walzendurchmessc^. des Wal/werk. . - > { ο/θ( an StcK.. von qucr.
    oder darüber, J™ . Richtung der Walzuv
    gebanderten ^nup L ängsstreifen hochverdieb umdrehung v™^ zwischen denen aber eben teten Materials.er . verdichteten feinkörnig,,:
    falls noch Stremcl
    Ma'?nalsr™,en entstehen dadurch, daß ^ Diese »''"der[^ nt Luft beim Preßvorga.^ .5 mit uem £"'„ ^"nach den S-iten entweich,·, selbst ndcn - 7usu11,nensintern der einzeln,.··:
DE19681667141 1968-01-24 1968-01-24 Verfahren zum Verpressen eines trockenen, feinkornigen Schuttgutes Expired DE1667141C (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEK0064532 1968-01-24
DEK0064532 1968-01-24

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE1667141A1 DE1667141A1 (de) 1972-05-18
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