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Die Erfindung betrifft ein mehrstufiges Verfahren zur katalytischen
Urciwändlüng eines Stickstöffvetbindungen enthaltenden Kohlenwasserstofföles mit
einem Anfangssiedepunkt von 288 bis 371°C in niedrigersiedende Kohlenwasserstoffprodukte
durch Umsetzung iriit Wassetstoff äi-_eiiiern Toneids, kie"sel= säure und Molybdän
enthaltenden Hydrofinierkatalysator bei einer Temperatur im Bereich von 260 bis
538°C unter einem Druck von 6,8 bis 204 at mit einer Plüssigkeitsraumgeschwindigkeit
von Ö,5 bis 10 und anschließende Hydrokrackung wenigstens eines rlor= malerweise
flüssigen Anteiles des Ausflusses der ersten Reaktionszone am Kontakt mit einem
stickstoffempfindlichen Hyärokrackkatalysator.
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Bei allen Hydrokrackverfahren ist eine selektive Spaltung zwecks Gewinnung
einer hohen Ausbeute an flüssigem niedrigsiedendem Produkt, insbesondere vom Benzinbereich,
bei langzeitiger Katalysatorwirkung sehr wichtig. Die Schwierigkeiten für die Erreichung
dieses Zieles sind besonders groß, wenn das Ausgangskohlenwasserstofföl einen Anfangssiedepunkt
von 288 bis 371° C bei einem Endsiedepunkt von 538° C oder höher besitzt. Selektives
Hydrokracken solcher Kohlenwasserstofffraktionen führt zu größeren Ausbeuten an
Kohleriwäässetstoffen, die im Mitteldestillatsiedeber_eiöli und äätuütet sieden,
d: h. voü Kohlenwasserstoffen und Kohlenwasserstofffraktionen mit einem Anfangssicdepuükt
von 177 bis 232°C und einem Endsiedepunkt von 288 bis 371°C. Außerdem soll aber
selektives Hydrokracken solcher schwererer Kohlenwasserstofffraktionen zu einer
wesentlich verbesserten Ausbeute an Kohlenwasserstoffen im Benzinsiedebereich, d.
h. Kohlenwasserstofffraktionen mit einem Endsiedepunkt von 177 bis 232°C führen
und eine Bildung gasförmiger Kohlenwasserstoffe wesentlich öder völlstähdig verhindern.
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Uhtersüciiuügenam Hydrokrackverfahren bei schwereren Kohlenwasserstoffen
haben gezeigt, daß die Anwesenheit von stickstoffhaltigen Verbindungen in der Hydrokrackbeschickung
(beispielsweise Pyrrolen, Aminen, Indoleu und anderen Verbindungsklassen organischer
Stickstoffverbindungen) zu einer relativ schnellen Entaktivierung der katalytisch
aktiven Metallkomponenten, die als das Hydrierungs- und/oder Hydrokrackmittel dienen,
sowie des festen Trägermaterials, das als saure Hydrokrackkomponente vieler Hydrokrackkatalysatoren
wirkt, führt. Eine solche Entaktivieruug resultiert offenbar aus der Umsetzung der
Stickstoffverbindungen mit den verschiedenen katalytischen Komponenten. Das Ausmaß
einer solchen Entaktivierüng steigt äh, wenn das Verfahren fortschreitet und wenn
die stickstoffhaltige Beschikkung den Katalysator zunehmend verunreinigt.
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Nach dem Stande der Technikwird das Beschickungsmaterial zunächst
unter Verfahrungsbedingutigen hydrofiniert, .die- zu einer -zersetzenden Entfernung
der Stickstoffverbindungen und anderer Verunreinigungen, wie Schwefelverbindungen,
führen, wobei Kohlenwassetstoffe, Ammoniak und Schwefelwasserstoff gebildet werden
und mono- und diolefinische Kohlenwasserstoffe gesättigt werden. Der in flüssiger
Phase vorliegende Anteil des Hydrofinierproduktes wird dann einer katalytischen
Hydrokrackung in einer oder mehreren Zonen unterzogen, um die im wesentlichen stickstofffreien
Kohlenwasserstoffe in niedrigersiedende Kohlenwasserstoffprodukte umzuwandeln.
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Die USA.-Patentschrift 3 004 913 beschreibt ein Verfahren zur Entfernung
von Stickstoffverbindungen aus Kohlenwasserstoffölen, wie Robölen, Gasölen, Benzin,
Schmierölen üüd sonstigen flüssigen Erdölfraktionen, insbesondere aber von Schwerbenzinbeschickungen
für die katalytische Reformierung, mittels Katalysatoren, die 15 bis 40 Gewichtsprozent
Dieselsäure, 1 bis 8 °/o Köbaltoxyd, 3 bis 20 °/ö Molybdäntrioxyd und Rest Tonerde
enthalten. Nach den Ausführungsbeispielen der Patentschrift wird jedoch bei dieser
Behandlung der Stickstoff günstigstenfalls auf Restgehalte von 69 oder 83 ppm erniedrigt.
Ein solcher ,Stickstoffgehalt ist zu hoch, um eine Hydrokrackung von hochsiedenden.
Kohlenwasserstoffölen mit einem Anfangssiedepunkt von 288 bis 371°C an einem stickstoffeinpfiüdlichen
Katalysator in guter Ausbeute durchftiheri-zu köhnüh.
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Die USA.-Patentschrift 3 294 673 beschreibt die Hydrokrackung von
Kohlenwasserstoffölen mit Anfangssiedepunkten oberhalb 205°C, beispielsweise 240
bis 250°C, mit vorgeschalteter Hydrofinierung, wobei der Hydrofinierkatalysator
Nickel und Molybdän auf einem Tonerdeträger und der Hydrokrackkatalysator Nickelsulfid,
Kobaltsulfid, Nickeloxyd oder Nickel-Wolfram-Sulfid auf einem Kieselsäure-Tonerde-Träger
enthält. Der Stickstoffgehalt der dort verarbeiteten
Ausgangsöle
ist relativ niedrig, verglichen mit etwa 1143 ppm Stickstoff in einem schweren Vakuum=
gasöl, wie es gemäß der Erfindung zur Verarbeitung gelangt. Auch wird wiederum nur
eine relativ geringe Senkung des Stickstoffgehaltes erreicht.
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Die USA.-Patentschrift 3 114 701 beschreibt ein sogenarintes Hydrodenitrifizierverfähren
aus Kohlenwasserstoflölen mit einem Anfangssiedepunkt oberhalb etwa 82°C und einem
Endsiedepunkt unterhalb etwa 675°C mittels sulfidiertem Nickel-Molybdän-Tonerde-Katalysator,
dessen Träger eine kleine Kieselmenge bis zu 5 °/o enthalten kann.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die katalytische Umwandlung
eines Stickstoffverbindungen enthaltenden Kohlenwasserstoff öles mit einem Anfangssiedepunkt
von 288 bis 371°C in niedrigersiedende Kohlenwasserstoffprodukte durch Umsetzung
mit Wasserstoff in mehreren Stufen derart zu verbessern, daß in der Hydrofinierstufe
der Stickstoffgehalt so weit gesenkt wird, daß in der Ilydrokrackstufe ein stickstoffempfindlicher
Katalysator benutzt werden kann und die Ausbeuten an Kohlenwasserstoffen im Benzinsiedebereich
und Mitteldestillatssiedebereichs vergrößert werden, ohne daß sich eine nennenswerte
Sättigung von aromatischen Verbindungen und unkontrollierte Krackung von niedermolekularen
Xohlenwasserstoffen ergibt. Die Erfindung beruht auf der Feststellung, daß es im
Tonerdegehalt des Tonerde-Kieselsäure-Trägers für den PIydrofinierkatalysator und
auch für den Hydrokrackkatalysator enge Bereiche von besonders hoher Wirksamkeit
gibt.
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Das mehrstufige - Verfahren zur katalytischen Umwandlung eines Stickstoffverbindungen
enthaltenden Kohlenwasserstofföles mit einem Anfangssiedepunkt von 288 bis 371°
C in niedrigersiedende Xohlenwasserstoffe ist deshalb dadurch gekennzeichnet, daß
man die FIydrofinierung am Kontakt mit einem Katalysator durchführt, der aus 1 bis
6 °/d Nickel, berechnet als Metall, und 4 bis 45 °/0Molybdän, berechnet als Metall,
und einem, Träger, bestehend aus 60,0 bis 78,0 Gewichtsprozent Tonerde und 40 bis
28 Gewichts-Prozent Kieselsäure, besteht.
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Für die Hydrokrackstufe verwendet maä gemäß der Erfindung vorzugsweise
einen Katalysator, der ein Metall der Platingruppe auf einem Träger, bestehend aus
12,0 bis 30,0 Gewichtsprozent Tonerde und 88 bis 70 Gewichtsprozent Kieselsäure,
enthält. Vorzugsweise enthält dieser Katalysator 0,1. bis 2 Gewichts= Prozent Palladium
oder 0,2 bis 10,0 Gewichtsprozent Nickel und 0,1 bis 2,0 Gewichtsprozent
Platin.
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Wenn man aus einem Kohlenwasserstofföl mit einem Anfangssiedepunkt
von 34j'(,' und einem Endsiedepunkt von 510°C mit hohen Stickstoffgehalt eine Höchstmenge
an Benzinkohlenwasserstoffen gewinnen will, so erhält man nach der Hydröfiriierußg
gemäß der Erfindung und nach E3tferriüng des dabei entstandenen Ammoniaks, Schwefelvcwasserstoffs
undüberschüssigen Wasserstoffs sowie kleinerer Mengen leichter Paraffinkohlenwasserstoffe
ein Produkt, aus dem sich eine unterhalb 218 bis 232°C siedende Benzinfraktion abtrennen
läßt, worauf dann die übrigen flüssigen Anteile der I-lydrokräckreaktiöü unterzogen
werden. Man war bisher der Auffassung, daß mit Erhöhung des Tonerdegehaltes des
Hydrofinierkatalysators die Entfernung von Stickstoffverbindungen kontinuierlich
gesteigert wird. Tatsächlich gibt es jedoch einen kritischen Bereich für den Tonerdegehalt
des Hydrofinierkatalysators, während bisher immer angenommen wurde; daß der Katalysatorträger
entweder nicht sauer sein darf, d. h: möglichst Wenig Kieselsäure enthalten oder
ganz aus Tonerde bestehen muß, Die Bedeutung des Tonerdegehalts im Träger des Hydrofinierkatalysators
ergibt sich aus der Zeichnung. Sie- beruht auf einem Versuch; bei dem ein schweres
Vakuumgasöl mit einem Stickstoffgehalt von 1193 ppm unter konstanten Betriebsbedingungen
an Katalysatoren mit verschiedenen Tonerdegehälten behandelt wurde. In der Zeichnung
bedeutet die Abszisse X = Gewichtsprozent Tonerde im Tonerde=Kiesel= säure-Träger,
die Ordinate Y = Stickstoffgehalt des flüssigen Ausflusses in ppm. Das Trägermaterial
bestand in allen. Fällen aus Tonerde und Kieselsäure, und jedes Trägermaterial wurde
nach seiner Bildung mit 1,2 g Nickel und 10;0 g Molybdän je 100 em3 getränkt. Die
gestrichelte Linie f1, die eine Reststickstoffkonzentration von 10,Ö ppm anzeigt,
schneidet die Linie 7 an den Punkten S und 9. Eine Reststickstoffkonzentration von
10;0 ppm wird allgemein als das Maximum angesehen; das in einer Kohlenwasserstoff-Destillatfraktion
toleriert werden kann; die als Beschickungsmaterial für Hydrokrackung Verwendung
finden soll. Demnach ist diese Menge ein geeignetes Kriterium für eine Bewertung.
Die Schnittpunkte 8 und 9 repräsentieren Tonerde-Kieselsäureträger, die 60;0 bzw:
78,0 Gewichtsprozent Tonerde enthalten. Die Bedeutung dieses Bereiches ist leicht
an dem Charakter der Kurve festzustellen, da - eine Tonerdekonzentration weniger
als 60,0 °/o oder mehr als 78,0 °/o eine Katalysatormasse ergibt, die zu einem Produkt
mit mehr als 10,0 ppm Reststickstoffes führt und daher für eine nachfolgende Hydrokrackung
nicht gut geeignet ist.
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Der Verlauf der Kurve in der Zeichnung ist überraschend, denn er zeigt,
daß der Grad einer Stickstoffentfernung nicht einfach von der zufälligen Einstellung
der Zusammensetzung des Trägermaterials abhängt, sondern daß überraschende Vorteile
bei Benutzung eines speziellen engen Tonerdebereichs im Hydroraffinierkatalysator
resultieren: Der Katalysator in der Hydrofinierzone besitzt eine doppelte Funktion:
1. Er ist nicht empfindlich gegen eine Anwesenheit wesentlicher Mengen von Stickstoffverbindungen
und Schwefelverbindungen, während er gleichzeitig in der Lage ist; diese zu zersetzen.
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2. Wie oben ausgeführt, bewirkt der Katalysator die Uinwändlung wenigstens
eines Teiles jener Kohlenwasserstoffe, die bei einer Temperatur oberhalb 371°C sieden.
Der übrige Teil des von Stickstoff befreiten Hydrofiüierprödüktes, der oberhalb
218 bis 232°C siedende Kohlenwasserstoffe umfaßt, wird mit Wasserstoff in einer
Menge von 178 bis 1069 Normallitern je Liter flüssige Kohlenwasserstoffe vereinigt,
wobei die Temperatur des Gemisches auf 260 bis 510°C gesteigert wird. Infolge der
Eigenschaften dieser Beschickung für die Hydrokrackzone können die Betriebsbedingungen
relativ mild sein. So kann die Betriebstemperatur des Katalysators wenigstens 28°C
niedriger sein als die' Temperatur, die in der Hydrofinierzone angewendet wird.
Die Krackzone wird unter einem Druck von 6,8 bis 200 atü gehalten, und die stündliche
Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit
wird im Bereich von 1,0 bis 15,0
liegen. Katalysatormassen, die wenigstens eine Metallkomponente aus den Gruppen
VI-B und VIII des Periodensystems sowie einen Träger aus Kieselsäure und 12,0 bis
30,0 Gewichtsprozent Tonerde enthalten, stellen bevorzugte Hydrokrackkatalysatoren
dar. Die Gesamtmenge an katalytisch aktiven Metallkomponenten liegt im Bereich von
0,1 bis 20,0 Gewichtsprozent des Gesamtkatalysators. Das Metall der Gruppe VI-B,
wie Chrom, Molybdän oder Wolfram, liegt gewöhnlich im Bereich von 0,5 bis 10,0 Gewichtsprozent
des Katalysators vor. Die Metalle der Gruppe V111, die in zwei Untergruppen geteilt
sein können, liegen in einer Menge von 0,1 bis 10,0 Gewichtsprozent vor. Wenn ein
Metall der Eisengruppe verwendet wird, wie Eisen, Kobalt oder Nickel, liegt dieses
in einer Menge von 0,2 bis 10,0 Gewichtsprozent vor, während bei Verwendung eines
Edelmetalls, wie Platin, Palladium oder Iridium od. dgl., dieses in einer Menge
im Bereich von 0,1 bis 5,0 Gewichtsprozent vorliegt. Geeignete Hydrokrackkatalysatoren
sind beispielsweise, aber nicht ausschließlich, die folgenden- 6,0 Gewichtsprozent
Nickel und 0,2 Gewichtsprozent Molybdän; 6;0 Gewichtsprozent Nickel; 0,4 Gewichtsprozent
Palladium; 6,0 Gewichtsprozent Nickel und 0,2 Gewichtsprozent Palladium; 6,0 Gewichtsprozent
Nickel und 0,2 Gewichtsprozent Platin.
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Das Hydrokrackprodukt wird . bei hohem Druck und niedriger Temperatur
in einen wasserstoffreichen Gasstrom und flüssige Kohlenwasserstoffe zerlegt, die
etwas leichte Paraffinkohlenwasserstoffe und Butane enthalten und vorzugsweise mit
den flüssigen Kohlenwasserstoffen vereinigt werden, die aus der Abtrennung aus dem
Hydroraffinierprodukt stammen, um daraus jene Kohlenwasserstoffe zu gewinnen, die
im Benzinsiedebereich sieden. Das Verfahren unter Benutzung der Katalysatoren nach
der Erfindung kann entweder in Chargen oder kontinuierlich betrieben werden. Bei
Benutzung einer bevorzugten kontinuierlichen Betriebsweise kann der Katalysator
als festliegende Schicht vorgesehen sein, wobei die Kohlenwasserstoffe und der Wasserstoff
kontinuierlich im Aufwärtsfluß oder Abwärts$uß durch die Katalysatorschicht hindurchtreten.
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Wie oben ausgeführt wurde, ist das Verfahren nach der Erfindung besonders
auf die Behandlung von Gasölfraktionen, schweren Vakuumgasölen, Schmierölen und
Weißölbescbickungen sowie die hochsiedenden Bodenfraktionen aus verschiedenen katalytischen
Krackverfabren gerichtet. Obwohl das Beschickungsmaterial für das vorliegende Verfahren
einen Anfangssiedepunkt oberhalb 343'C und einen Endsiedepunkt von 538°C oder höher
besitzen kann, wird das Verfahren nicht nachteilig durch Bestandteil mit einem Anfangssiedepunkt
von nur 204 bis 232°C beeinflußt.
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Herstellung der Katalysatoren für Hydrofinierung Sechs getrennte Tonerde-Kieselsäure-Hydrosolmischungen
wurden unter Verwendung von angesäuertem Wasserglas und eines Aluminiumchloridhydrosols
mit einem Verhältnis von Aluminium zu Chlorid von 1,24 zu kugelförmigen Hydrogelteilchen
verformt. Die Hydrogelteilchen wurden dann bei 93'C getrocknet und danach bei 593'C
calciniert. Jedes Trägermaterial wurde anschließend mit 1,2 g Nickel und 10,0 g
Molybdän je 100 cm3 getränkt, getrocknet, calciniert und einem Verfahren zur Bestimmung
der Aktivität unterzogen.
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Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
Das Beispiel 1 dient jedoch nur der Erläuterung der Versuche, aus denen die Kurve
der Zeichnung erhalten wurde.
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Beispiel 1 Das in dem Testverfahren zur Bewertung von Hydroraffinierkatalysatormassen
benutzte Kohlenwasserstoffbeschickungsmaterial ist ein schweres Vakuumgasöl mit
einem spezifischen Gewicht (15,6°C) von 0,9221, einem Anfangssiedepunkt von 313°C,
einem 50 °/ä volumetrischen Destillationspunkt von 407°C und einem Endsiedepunkt
oberhalb 482°C. Es enthält eine Gesamtstickstoffmenge von 1143 ppm und 2,28 Gewichtsprozent
Schwefel, berechnet als Element. 100 cm3 Katalysator werden in einer Reaktionszone
aus rostfreiem Stahl unter einem Druck von 102 atü auf einer Temperatur von 399°C
gehalten, und das Beschickungsmaterial wird mit Wasserstoff in einer Menge von 133,6
Standardlitern je Liter vermischt, wobei die stündliche Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit
bei 1,25 liegt. Nach der Entfernung des Schwefelwasserstoffes und Ammoniaks sowie
leichter Paraffinkohlenwasserstoffe wird der flüssige Ausfluß fraktioniert; um die
Menge der gewonnenen Kohlenwasserstoffe im Benzinsiedebereich zu bestimmen (wobei
lediglich jene in Betracht gezogen werden, die unter 204°C sieden), und hinsichtlich
der zurückbleibenden Stickstoffkonzentration analysiert.
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Die folgende Tabelle I gibt die Katalysatorbezeichnung (mit der Bezugszahl
des betreffenden Punktes in der Zeichnung), die Menge an Tonerde in dem Trägermaterial,
die zurückbleibende Menge des Stickstoffs in dem flüssigen Ausfluß und den Prozentgehalt
Umwandlung in Kohlenwasserstoffe, die unterhalb einer Temperatur von 204°C sieden,
an.
| Tabelle I |
| Bewertung der Hydroraffinieraktivität |
| Katalysator Nr. |
| 1 I 2 I 3 I 4 I 5 I 6 |
| Tonerde im Träger, Gewichtsprozent . . . . . . . . . . . .
. . 25 40 50 63 75 88 |
| Rest Stickstoff, ppm . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. 117 118 90 2,0 3,6 80 |
| °/o unterhalb 204°C . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . 13,4 16,2 - 12;1 18,2 19,2 13,7 |
Aus diesen Werten und der Zeichnung ist zu ersehen, daß die sechs Katalysatoren
mit Tonerdekonzentrationen von 25,0 bis 88,0 Gewichtsprozent nicht normalerweise
flüssige Kohlenwasserstoffprodukte von stetig abfallender Konzentration an zurückbleibendem
Stickstoff liefern. Die Katalysatoren 3,
4, 5 und 6 führten zu einem Produktausfluß
mit 90, 2,0, 3,6 bzw. 80 ppm Stickstoff. Diese Werte und die Kurve zeigen
klar
die Bedeutung einer Tonerdekonzentration im Bereich von 60,0 bis 78,0 Gewichtsprozent
für die Gewinnung eines normalerweise flüssigen Produktausflusses mit weniger als
10,0 ppm Rest Stickstoff. Ein anderer, völlig unerwarteter Vorteil eines Träger-Tonerde-Gehalts
in diesem Bereich liegt in der bewirkten Hydrokrackmenge, obgleich die Betriebsbedingungen
in der Hauptsache so gewählt sind, daß die Hydroraffinierreaktionen gefördert werden,
um eine Stickstoffentfernung zu bewirken. Es ist festzustellen, daß die Katalysatoren
4 und
5 mit 63,0 bzw. 75,0 Gewichtsprozent Tonerde den größten Hydrokrackgrad
zeigten, um unterhalb 204°C siedende Kohlenwasserstoffe zu liefern. Die zusätzlichen
wirtschaftlichen Vorteile liegen auf der Hand.
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Herstellung der Katalysatoren für die Hydrokrackung Fünf Katalysatoren
wurden aus Trägermaterialien variierender Tonerdekonzentration hergestellt. Obwohl
das Verhältnis von Tonerde zu Kieselsäure variierte, wurden die Trägermaterialien
in gleicher Weise hergestellt. Ein Tonerde-Kieselsäure-Hydrogel wurde aus einem
Gemisch von Hydrosolen zusammen ausgefällt, die durch Vermischen von Aluminiumsulfat
und angesäuertem Wasserglas gewonnen wurden. Die gemeinsame Ausfällung wurde durch
Benutzung von Ammoniumhydroxid bewirkt. Nach dem Abfiltrieren und Salzfreiwaschen
wurde das Hydrogel bei 93°C getrocknet und zu zylindrischen Pillen von 3,2 - 3,2
mm verformt, die bei 593°C calciniert wurden. Jeder Träger wurde mit genügend Chlorpalladiumsäure
getränkt, um darin 0,4 Gewichtsprozent Palladium abzulagern. Diese Katalysatorträger
enthielten 12,0, 25,0, 37,0, 46,0 bzw. 63,0 Gewichtsprozent Tonerde, wobei der Rest
in jedem Fall aus Kieselsäure bestand. Die Katalysatoren wurden einem Testverfahren
zur Bestimmung der relativen Hydrokrackaktivität unterzogen.
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Beispiel 2 Dieses Beispiel dient der Erläuterung der Bedeutung der
Tonerdekonzentration in dem Katalysator, der für die Hydrokrackung hochsiedender
Kohlenwasserstoffbeschickungen verwendet wird, die bisher Hydroraffinierreaktionen
unterzogen wurden, um stickstoffhaltige und schwefelhaltige Verbindungen daraus
zu entfernen. Das Beschickungsmaterial war ein schweres Gasöl mit einem spezifischen
Gewicht (15,6°C) von 0,8802, einem Anfangssiedepunkt von 366°C und einem Endsiedepunkt
von 469°C. Das Gasöl enthielt weniger als 0,1 ppm Stickstoff und gemäß der Analyse
keinen Schwefel.
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Das Aktivitätstestverfahren wird in der Weise durchgeführt, daß man
die Kohlenwasserstofffraktion bei 102 atü und einer Katalysatortemperatur von
316'C
in Gegenwart von 534 Normallitern Wasserstoff je Liter Kohlenwasserstoff
behandelt. Für jeden Katalysator wurden drei Testperioden mit einer stündlichen
Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit durchgeführt, die von 1,0 bis 4,0 variierte. Der
normalerweise flüssige Ausfluß aus jeder Testperiode wird destilliert, um die Menge
an Kohlenwasserstoffen zu bestimmen, die unterhalb 343°C sieden, und diese drei
Prozentgehalte werden gegen die dabei verwendeten Raumgeschwindigkeiten aufgetragen.
Die relative Aktivität wird durch das Verhältnis der stündlichen Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit,
die erforderlich ist, um einen Produktausfluß zu erhalten, von dem 60,0 Volumprozent
bei 343°C destilliert werden, im Vergleich zu der stündlichen Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit
eines Standardkatalysators bestimmt. In bezug auf einen bestimmten Testkatalysator
gibt ein relativer Aktivitätskoeffizient größer als 100 an, daß ein Katalysator
einen größeren Hydrokrackaktivitätsgrad als der Bezugskatalysator besitzt. Aus diese
Weise können zahlreiche Testkatalysatoren miteinander verglichen werden. Die folgende
Tabelle II zeigt die Bewertung von Hydrokrackaktivitäten für diese fünf Katalysatoren.
| Tabelle II |
| Bewertung der Hydrokrackaktivität |
| Katalysator Nr. |
| 101 102 ; 103 ; 104 j 105 |
| I |
| Tonerde im Träger, I |
| Gewichtsprozent 12 25 ' 37 46 63 |
| Relative Aktivität . . 108 147 53 31 i 21 |
| °/° unterhalb 343°C 63 74 i 40 i 33 30 |
Aus den obigen Werten ergibt sich die Bedeutung der Tonerdemenge in dem Trägermaterial
zwischen 12,0 und 30,0
0/°.