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DE1026904B - Verfahren zum katalytischen Entschwefeln von Kohlenwasserstoffen - Google Patents

Verfahren zum katalytischen Entschwefeln von Kohlenwasserstoffen

Info

Publication number
DE1026904B
DE1026904B DES39198A DES0039198A DE1026904B DE 1026904 B DE1026904 B DE 1026904B DE S39198 A DES39198 A DE S39198A DE S0039198 A DES0039198 A DE S0039198A DE 1026904 B DE1026904 B DE 1026904B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
hydrogen
catalyst
platinum
sulfur
line
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DES39198A
Other languages
English (en)
Inventor
Frank George Ciapetta
Harry Lynn Coonradt
William Everett Garwood
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
ExxonMobil Oil Corp
Original Assignee
Socony Mobil Oil Co Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Socony Mobil Oil Co Inc filed Critical Socony Mobil Oil Co Inc
Publication of DE1026904B publication Critical patent/DE1026904B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G45/00Refining of hydrocarbon oils using hydrogen or hydrogen-generating compounds
    • C10G45/02Refining of hydrocarbon oils using hydrogen or hydrogen-generating compounds to eliminate hetero atoms without changing the skeleton of the hydrocarbon involved and without cracking into lower boiling hydrocarbons; Hydrofinishing
    • C10G45/04Refining of hydrocarbon oils using hydrogen or hydrogen-generating compounds to eliminate hetero atoms without changing the skeleton of the hydrocarbon involved and without cracking into lower boiling hydrocarbons; Hydrofinishing characterised by the catalyst used
    • C10G45/10Refining of hydrocarbon oils using hydrogen or hydrogen-generating compounds to eliminate hetero atoms without changing the skeleton of the hydrocarbon involved and without cracking into lower boiling hydrocarbons; Hydrofinishing characterised by the catalyst used containing platinum group metals or compounds thereof

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)
  • Catalysts (AREA)

Description

  • Verfahren zum katalytischen Entschwefeln von Kohlenwasserstoffen Die Erfindung betrifft ein katalytisches Verfahren zur Entfernung von Schwefelverbindungen aus Erdölkohlenwasserstoffen sowie eine kombinierte Arbeitsweise, nach der Erdölfraktionen zunächst entschwefelt und anschließend einer weiteren Umwandlung unterworfen werden.
  • Viele Erdölfraktionen, wie Benzine, Gasöle, Schmieröle usw., enthalten bekanntlich verhältnismäßig große Mengen von Schwefelverbindungen, die ihre Beständigkeit und Verwendungsfähigkeit nachteilig beeinflussen. Daher muß z. B. schwefelreiches, sogenanntes »saures Benzin,< gesüßt werden. Diese Süßung erfolgt im allgemeinen durch verhältnismäßig kostspielige chemische Behandlungsverfahren. Andere schwefelhaltige Erdölfraktionen, wie Heizöle, Schmieröle usw., müssen chemische Zusätze erhalten, um sie zu stabilisieren und den schädlichen Einfluß der Schwefelverbindungen auszuschalten. Es ist vorgeschlagen worden, die Entschwefelung gänzlich oder teilweise durch Behandeln der Erdölfraktion mit Wasserstoff in Gegenwart eines Katalysators, wie der Oxyde oder Sulfide von Molybdän und Wolfram, Kobaltmolybdat usw., auszuführen. Es wird bekanntlich allgemein angenommen, daß die Metalle der Platin- und der Palladiumgruppe leicht durch Schwefelverbindungen vergiftet werden. Dementsprechend hat man die Verwendung solcher Metalle bei der Behandlung schwefelhaltiger Ausgangsstoffe vermieden.
  • Es wurde nun gefunden, daß, entgegen der bisher verbreiteten Ansicht, schwefelhaltige Erdölfraktionen praktisch vollständig entschwefelt werden können, wenn man sie unter bestimmten Arbeitsbedingungen in Gegenwart von Wasserstoff mit einem auf einem inerten Träger niedergeschlagenen Metall der Platin- oder Palladiumgruppe in Berührung bringt, ohne daß der Katalysator dabei durch Schwefel vergiftet wird.
  • Ein Gegenstand der Erfindung ist daher ein einfaches und wirtschaftliches Entschwefelungsverfahren, bei dem sich die übrigen Eigenschaften der zu behandelnden Fraktion nicht wesentlich ändern, indem man die schwefelhaltige Fraktion in Gegenwart von Wasserstoff mit einem festen Katalysator in Berührung bringt, der aus einem inerten Träger besteht, auf dem ein Metall der Platin- oder Palladiumgruppe niedergeschlagen ist. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine kombinierte Arbeitsweise, bei der die schwefelhaltige Erdölfraktion zunächst entschwefelt und das entschwefelte Produkt dann weiter umgewandelt wird, wie z. B. durch ein Reformier- oder ein Hydrokrackverfahren. Die in Fig. 1 der Zeichnung dargestellten Kurven geben die Abhängigkeit der prozentualen Entschwefelung und der prozentualen Umwandlung von der Temperatur für ein typisches schwefelhaltiges Gasöl bei Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung wieder; Fig. 2 zeigt die gleichen Beziehungen für den gleichen Ausgangsstoff bei Verwendung eines Platinkatalysators auf einem Träger, der als solcher als Krackkatalysator wirkt; Fig. 3 ist eine schematische Darstellung eines kombinierten Entschwefelungs- und Umwandlungsverfahrens nach der Erfindung.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird bei Temperaturen von etwa 260 bis 455° C, unter einem Wasserstoffdruck von etwa 7 bis 200 atü, bei Durchsatzgeschwindigkeiten von etwa 0,1 bis 10 und mit einem Molverhältnis von Wasserstoff zu Kohlenwasserstoff von etwa 1 bis 80 ausgeführt. Unter xDurchsatzgeschwindigkeit@: wird das Volumen des flüssigen Einsatzgutes pro Stunde pro Raumeinheit des Katalysators verstanden.
  • Das Verfahren ist auf alle schwefelhaltigen Erdölfraktionen anwendbar, z. B. auf Benzin, Leuchtöl, Heizöl, höhere Rücklauffraktionen katalytischer Spaltverfahren, Dieselöle, Gasöle, Schmieröle und Rückstandheizöle. Insbesondere eignet es sich zur Entschwefelung von Destillatheizölen und Einsatzgut für Krack- oder Reformierverfahren.
  • Als katalytische Metalle kommen die Metalle der Platin- und der Palladiumgruppe des Periodischen Systems, d. h. die Elemente mit den Atomnummern 44 bis 46 und 76 bis 78 (Platin- oder Palladiumgruppe) in Betracht. Platin und Palladium selbst werden besonders bevorzugt. Der Metallgehalt des Katalysators kann zwischen etwa 0,05 und 20, vorzugsweise zwischen etwa 0,1 und 5 Gewichtsprozent liegen.
  • Als Träger sollen inerte Stoffe verwendet werden, d. h. solche, die unter den Verfahrensbedingungen keine katalytische Spaltung der zu behandelnden Kohlenwasserstoffe bewirken. Solche Oxyde sind bekanntlich einzelne Oxyde von Metallen der Gruppen II A, III B, IV A und B des Periodischen Systems (s. »Journal of Chemical Education, Bd. 16 [1939], S. 409), wie z. B. Tonerde, Kieselsäure, Magnesia, Titanoxyd usw. Andere Stoffe, die keine katalytische Spaltung von Kohlenwasserstoffen bewirken, wie Aktivkohle, Koks, Bimsstein, Holzkohle usw., und Naturstoffe, wie Bauxit, indifferente Erden usw., kommen auch als Katalysatorträger im Rahmen der Erfindung in Betracht. Der Träger kann jede beliebige Form, z. B. Stab-, Kugel- oder Pillenform, besitzen.
  • Der Träger muß zunächst getrocknet werden, und dann wird das Metall auf ihm niedergeschlagen. Nach einem bevorzugten Verfahren mischt man den getrockneten Trägerstoff mit der wässerigen Lösung einer Säure des :Metalls, z. B. Platinchlorwasserstoffsäure oder Palladiumchlorwasserstoffsäure, oder des Ammoniumsalzes der Säure von der geeigneten Konzentration. Dann trocknet man die Mischung und behandelt sie bei erhöhter Temperatur mit Wasserstoff, um das Chlorid zum Metall zu reduzieren und den Katalysator zu aktivieren. Diese Katalysatoren sind, wie gefunden wurde, überraschend widerstandsfähig gegen Vergiftung durch Schwefel.
  • Nach längerer Benutzungsdauer kann eine Regenerierung und Reaktivierung des Katalysators erforderlich werden. Dies kann auf mannigfache Weise geschehen. Ein besonders geeignetes Regenerierverfahren besteht darin, daß man Luft oder Sauerstoff bei 480 bis 510° C durch das Katalysatorbett leitet, wobei man mit einem sauerstoffarmen Gas (ungefähr 2111'11) beginnt und den Sauerstoffgehalt allmählich erhöht, bis das Gas nur aus Luft oder Sauerstoff besteht. Nach anschließender Wasserstoffbehandlung besitzt der Katalysator wieder seine volle Wirksamkeit.
  • Ein Merkmal der Erfindung besteht darin, daß eine maximale Entschwefelung bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen erzielt wird, so daß die anderen Eigenschaften des Einsatzgutes nicht wesentlich verändert werden, d. h., der Höchstwert der Entschwefelung wird bei Temperaturen erreicht, bei denen nur ganz untergeordnete oder gar keine Reformierung oder Spaltung des Gutes stattfindet. Dies ergibt sich aus Fig. 1.
  • In Fig. 1 stellt die Kurve A in Gewichtsprozent die Temperaturabhängigkeit der prozentualen Entschwefelung eines von einem Kuwait-Rohöl stammenden Gasöls mit einem Schwefelgehalt von 1,211/11 dar. Das Verfahren wurde mit einem Katalysator ausgeführt, der 1,611/11 Platin auf einem Tonerdeträger enthielt- In allen Versuchen, aus deren Ergebnissen die Kurve abgeleitet wurde, betrug das Molverhältnis Wasserstoff zu Gasöl 10, die Durchsatzgeschwindigkeit 1 und der Wasserstoffdruck 34 atü. Die Kurve A' zeigt in Gewichtsprozent die Temperaturabhängigkeit der prozentualen Umwandlung des gleichen Gasöls in niedriger siedende Kohlenwasserstoffe. Die Ergebnisse, auf denen die Kurve A' beruht, wurden in den gleichen Versuchen erhalten wie diejenigen der Kurve A.
  • Wie sich aus Fig. 1 ergibt, fällt das Maximum der Entschwefelung in den Temperaturbereich von etwa 315 bis 400° C. In diesem Bereich findet nur eine sehr geringe Spaltung des Gasöls statt. Im Falle anderer Ausgangsstoffe ändern sich die Entschwefelungstemperaturen etwas, und es kann unter Umständen schon bei etwa 260° C oder noch bei etwa 455° C Entschwefelung stattfinden. Dementsprechend liegen die Arbeitstemperaturen bei dem Verfahren nach der Erfindung im allgemeinen zwischen etwa 260 und 455° C. Bevorzugt wird der Bereich von 315 bis 400° C.
  • Die Entschwefelung anderer Kohlenwasserstofffraktionen, wie Schwer- und Leichtbenzin, Leuchtöl und Schmieröl, wird in dem gleichen niedrigen Temperaturbereich ausgeführt und ist infolgedessen von einer nur sehr geringen Veränderung der anderen Eigenschaften dieser Stoffe begleitet.
  • Um eine derartige Änderung der Eigenschaften des schwefelhaltigen Gutes, z. B. durch Krachen oder Reformieren, zu verhindern, ist es wichtig, daß der Träger keine Wirksamkeit als Spaltkatalysator besitzt. Dies ist aus Fig. 2 ersichtlich. Hier stellt die Kurve C in Gewichtsprozent die Temperaturabhängigkeit der prozentualen Entschwefelung eines Kuwait-Gasöles in Gegenwart eines Katalysators dar, der etwa 2 Gewichtsprozent Platin, niedergeschlagen auf einem als Spaltkatalysator wirksamen Kieselsäure-Tonerde-Träger, enthielt. Kurve C gibt in Gewichtsprozent die Temperaturabhängigkeit der prozentualen Umwandlung des Gasöls in niedrigersiedende Kohlenwasserstoffe an. Beide Kurven sind von den Ergebnissen der gleichen Versuche abgeleitet. Bei diesen Versuchen wurde das gleiche Einsatzgut unter den gleichen Arbeitsbedingungen verwendet wie bei den Versuchen der Fig.1. Der einzige Unterschied bestand in dem Katalysator. Aus Fig. 2 ergibt sich, daß man bei Verwendung eines Katalysatorträgers, der selbst als Spaltkatalysator wirkt, bei den Temperaturen, bei denen eine praktisch vollständige Entschwefelung stattfindet, auch eine hohe prozentuale Umwandlung durch Spaltung erhält. Im Gegensatz dazu findet bei Verwendung eines inerten Trägers (Fig. 1, Kurven A und A') praktisch keine Spaltung statt. Der durch die vorliegende Erfindung erzielte Vorteil liegt also auf der Hand.
  • Der Wasserstoffdruck kann im Bereiche von etwa 7 bis 200 atü, soll aber vorzugsweise zwischen etwa 13,5 und 100 atü liegen. Das molare Verhältnis Wasserstoff zu Kohlenwasserstoff soll zwischen 1 und 80, vorzugsweise zwischen etwa 3 und 40, betragen, während die Durchsatzgeschwindigkeit zwischen etwa 0,1 und 10, vorzugsweise zwischen etwa 0,1 und 4, liegen soll.
  • Die Entschwefelung nach der Erfindung kann in jedem für katalytische Verfahren geeigneten Reaktionsgefäß ausgeführt werden, und zwar absatzweise oder kontinuierlich. Die fortlaufende Betriebsweise wird bevorzugt. Der Katalysator kann in Form eines bewegten Bettes oder eines Fließbettes angewandt werden. Besonders geeignet für das Verfahren nach der Erfindung ist jedoch ein festes Katalysatorbett.
  • Das nachfolgende Beispiel dient zur Veranschaulichung des Entschwefelungsverfahrens nach der Erfindung. Die Erfindung ist jedoch nicht auf die darin angegebenen Reaktionsteilnehmer, Bedingungen und Arbeitsweisen beschränkt.
  • Beispiel Als Einsatzgut diente ein von einem Kuwait-Rohöl abgeleitetes Gasöl mit den folgenden Kennzahlen: Spezifisches Gewicht ................ 0,838 Siedeanalyse nach ASTM Siedebeginn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 235,5° C 5011/11 Destillat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 290 ° C Siedeende ........... » ........... 340,5° C Schwefel, Gewichtsprozent ........ 1,20 Dieses Gasöl wurde durch Kontakt mit einem Katalysator, der 1,6 Gewichtsprozent Platin auf einem Tonerdeträger enthielt, bei verschiedenen Temperaturen entschwefelt. Der Wasserstoffdruck betrug dabei 34 atü, das Molverhältnis Wasserstoff zu Kohlenwasserstoff etwa 10 und die Durchsatzgeschwindigkeit 1. Die Ergebnisse sind in der Tabelle zusammengestellt. In ähnlicher Weise können auch andere Erdölfraktionen mit Hilfe des in diesem Beispiel verwendeten oder eines der oben beschriebenen Katalysatoren entschwefelt werden.
    Versuche mit 1,6°/o Pt auf Al, 03
    Temperatur, °C
    262 319 I 345,5 372 401 427,5 453,5
    i
    Volumprozent Umwand-
    lung zu leichteren
    Kohlenwasserstoffen ... 1,4 5,7 i 7,5 12,2 19,1 39,5 60,7
    Gewichtsprozent Schwefel
    im Produkt........... 0,97 0,11 0,036 0,052 0,087 ( 0,3 0,46
    02 , Entschwefelung ....... 19 91 97 97 92 75 62
    Das Entschwefelungsverfahren nach der Erfindung kann mit anderen Verfahren, wie dem Reformierverfahren oder dem Hydrokrackverfahren, kombiniert werden. Für Reformier- und Hydrokrackverfahren geeignete Platin- oder Palladiumkatalysatoren sind z. B. solche mit 0,1 bis 20 Gewichtsprozent Metall der Platin- und Palladiumgruppe (Atomnummern 44 bis 46 und 76 bis 78) auf sauren, hitzebeständigen Oxvdträgern von hoher Wirksamkeit als Spaltkatalysatoren, wie Kieselsäure-Tonerde, Kieselsäure-Zirkonoxvd, Tonerde-Borsäure usw. Die oxydischen Träger sind synthetische Massen von Oxyden mindestens zweier Metalle der Gruppen II A, IIIB, IVA oder B des Periodischen Systems. Das Hvdrokrackverfahren wird bei etwa 260 bis 400° C, vorzugsweise bei etwa 315 bis 400° C, ausgeführt. Die Durchsatzgeschwindigkeit (wie oben definiert) beträgt dabei etwa 0,1 bis 10, vorzugsweise etwa 0,1 bis 4, der Wasserstoffdruck etwa 7 bis 340, vorzugsweise etwa 24 bis 170 atü, und das Molverhältnis Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffbeschickung etwa 2 bis 80, vorzugsweise etwa 5 bis 50. Gewöhnlich führt man das Hvdrokrackverfahren vorzugsweise in flüssiger Phase oder in Mischung von flüssiger und Dampfphase aus.
  • Das Einsatzgut für das Krackverfahren nach der Erfindung kann in weiten Grenzen variieren. So ist das Verfahren auf unzerlegtes, asphalthaltiges oder entasphaltiertes Rohöl anwendbar. Auch alle üblichen Ausgangsstoffe für die thermische oder katalytische Spaltung sind anwendbar. Außerdem sind schwefelreiche Fraktionen, Rücklaufgut von der Kohlenwasserstoffspaltung und Rückstandfraktionen dem Verfahren zugänglich. Die verwendbaren Gasöle sieden im Bereiche von 150 bis 370°C, die Rücklauffraktionen im Bereiche von 205 bis 455° C und die Rückstandfraktionen bei etwa 400' C und darüber.
  • Das Reformierverfahrenwird an platin- oder palladiumhaltigen Katalysatoren bekannter Art ausgeführt, die 0,05 bis 2 Gewichtsprozent Platin oder Palladium auf einem synthetischen Träger, wie z. B. Kieselsäure-Tonerde, Kieselsäure-Zirkonoxyd, Kieselsäure=ronerde-Zirkonoxyd, Tonerde- Borsäure u. dgl., enthalten. Besonders bevorzugt werden die nachstehend beschriebenen Katalysatoren. Danach kommen drei Arten von Katalysatoren in Betracht. Ein Katalysator enthält etwa 0,05 bis 2 Gewichtsprozent Platin oder Palladium auf einem etwa 1,3 bis 3 Gewichtsprozent Tonerde enthaltenden Kieselsäureträger mit einer Oberfläche von etwa 80 bis 120 m 2/g, vorzugsweise von etwa 90 bis 110 M2/g, und einem Wirksamkeitsindex (vgl. »National Petroleum News, Bd. 36, S. R-537, vom 2.8.1944, Arbeit von Alexander & S h i m p) von etwa 6 bis 15, vorzugsweise von etwa 8 bis 12. Ein anderer Katalysator enthält etwa 0,05 bis 2 Gewichtsprozent Platin oder Palladium auf einem etwa 0,1 bis 2,3 Gewichtsprozent Tonerde enthaltenden Kieselsäureträger mit einer Oberfläche von etwa 350 bis 700, vorzugsweise von etwa 400 bis 650 m2/ g, und einem Wirksamkeitsindex von etwa 6 bis 15, vorzugsweise von etwa 8 bis 12. Der dritte Katalysator enthält etwa 0,05 bis 6 Gewichtsprozent Platin oder Palladium auf einem etwa 0,01 bis 05, vorzugsweise etwa 0,2 bis 10 Gewichtsprozent Kieselsäure enthaltenden Tonerdeträger mit einer Oberfläche von etwa 50 bis 500, vorzugsweise von etwa 100 bis 400 m=g, und einem Wirksamkeitsindex von etwa 6 bis 20, vorzugsweise von etwa 7 bis 15.
  • Das Reformierverfahren wird bei Temperaturen zwischen etwa 370 und 540° C, vorzugsweise etwa 385 bis 510° C, bei einer Durchsatzgeschwindigkeit von etwa 0,1 bis 10, vorzugsweise von etwa 0,5 bis 4, einem Wasserstoffdruck von etwa 6,8 bis 70 atü, vorzugsweise von etwa 24 bis 48 atü, und einem Molverhältnis von Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffbeschickung von etwa 1 bis 20, vorzugsweise von etwa 4 bis 12, ausgeführt.
  • Die bereits beschriebenen Verfahren können mit schwefelhaltigem Einsatzgut ausgeführt werden. Es wurde gefunden, daß der Schwefel die Katalysatoren nicht vergiftet. Beim Reformieren vermindern schwefelreiche Ausgangsstoffe allerdings die Wirksamkeit der Katalysatoren.
  • In der Praxis wird man, um in der Reformier- und Krackstufe die höchstmögliche Umwandlung zu erzielen, das Einsatzgut, wenn es schwefelreich ist, vorher entschwefeln. Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung eignet sich besonders zur Kombination mit dem Reformierungsverfahren mit den oben erwähnten hochwirksamen Platin- bzw. Palladiumkatalysatoren, wobei eine maximale Wirksamkeit der kombinierten Verfahrensgänge erreicht wird. Beim Reformieren wird Wasserstoff in Freiheit gesetzt, und dieser kann zur Abdeckung des Wasserstoffbedarfs des Entschwefelungsverfahrens benutzt werden. Dies geht aus Fig. 3 hervor.
  • Das in Fig. 3 dargestellte kombinierte Entschwefelungs-und Reformierverfahren arbeitet mit einem Reaktionsgefäß 10 zur Entschwefelung an festen Katalysatoren, einem Gasabscheider 11, einem Gaswäscher 12, einer Reformieranlage 13, die zur Ausführung von Hydroformierungsreaktionen geeignet ist, einem Gasabscheider 14, einem Fraktionierturm 15 und den dazugehörigen Pumpen, Kompressoren, Wärmeaustauschern usw.
  • Im Betrieb wird das schwefelhaltige Beschickungsgut, z. B. Schwerbenzin, Destillatbenzin usw. (das zwischen 15 und 230' C siedet), durch die Leitung 16 eingeführt. Durch die Leitungen 17 und 18 wird die erforderliche Menge Wasserstoff zugeführt. Das Beschickungsgut gelangt dann zusammen mit dem Wasserstoff in eine Kompressions- und Pumpanlage 19, wo das Gemisch komprimiert und durch die Leitung 20 in die Heizanlage 21 gepumpt wird. Von dort gelangt das Gemisch durch Leitung 22 in das Reaktionsgefäß 10, wo es mit dem oben beschriebenen Platin- oder Palladiumkatalysator in Berührung kommt. Hierbei werden die Schwefelverbindungen zu Schwefelwasserstoff umgewandelt. Das aus dem Reaktionsgefäß austretende Gemisch aus entschwefeltem Kohlenwasserstoffgut, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff gelangt durch die Leitung 23 in den Gasabscheider 11. Das dort von dem Gas abgeschiedene entschwefelte Gut wird durch die Leitung 24 dem Reformierverfahren zugeleitet. Die hauptsächlich aus Wasserstoff und Schwefelwasserstoff bestehenden Gase können aus dem Abscheider 11 durch die Leitung 25 in den Gaswäscher 12 übergeführt werden, wo der Schwefelwasserstoff, z. B. durch Waschen mit Äthanolaminen, entfernt wird. Die den absorbierten Schwefelwasserstoff enthaltende Waschflüssigkeit wird durch Leitung 26 abgezogen, während das in der Hauptsache aus Wasserstoff bestehende restliche Gas durch die Leitung 17 wieder zurückgeführt wird.
  • Das in der Leitung 24 befindliche entschwefelte Gut wird in geeigneten Mengen mit Wasserstoff gemischt, der aus der Leitung 30 kommt. Das Gemisch wird in der Kompressions- und Pumpanlage 30 komprimiert und durch die Leitung 32, den Erhitzer 33 und die Leitung 34 in das Reaktionsgefäß 13 gepumpt, wo die Hydroformierung an einem Platin- oder Palladiumkatalysator der oben beschriebenen Art stattfindet. Das aus dem Reaktionsgefäß 13 austretende Gut wird durch die Leitung 35 dem Gasabscheider 14 zugeführt, aus dem die Flüssigkeit durch Leitung 36, Druckentspannungszone 37 und Leitung 38 in den Fraktionierturm 15 gelangt, wo sie in Fraktionen zerlegt wird. Die Kohlenwasserstoffgase werden durch Leitung 39 abgezogen, das Reformbenzin wird durch Leitung 40 abgenommen, und der Rückstand fließt durch Leitung 41 ab. Man kann die Bodenfraktion auch durch Leitung 42 und entsprechende Einstellung der Ventile 43, 44 und 45 wieder in das Verfahren zurückführen.
  • Der in dem Abscheider 14 abgeschiedene Wasserstoff wird durch die Leitung 46 abgeführt, und ein Teil davon wird durch entsprechende Einstellung der Ventile 47, 48 und 49 durch die Leitung 30 wieder dem Reformierverfahren zugeleitet. Da beim Reformieren überschüssiger Wasserstoff anfällt, wird der nicht in der Reformierstufe benötigte Teil des durch die Leitung 46 - abgeführten Wasserstoffs durch Leitung 18 der Entschwefelungsstufe zugeführt. Um das Verfahren in Gang zu setzen, kann man durch entsprechende Betätigung der Ventile 51, 52 und 53 dem System Wasserstoff durch die Leitung 50 von außen zuführen. Ist das Verfahren erst einmal im Gang, so wird kein fremder Wasserstoff mehr benötigt, sondern es wird im Gegenteil oft noch Wasserstoff frei. Dieser kann seinerseits durch die Leitung 50 abgezogen werden.
  • Eine andere Ausführungsform der Erfindung ist die Kombination der Entschwefelung mit einem Hydrokrackverfahren. Die Arbeitsweise ist dabei ähnlich der soeben beschriebenen, jedoch mit einigen Ausnahmen. Als Einsatzgut kommt jedes für Spaltverfahren geeignete Material in Betracht, wie z. B. eine hochsiedende Rohölfraktion, ein Gasöl, ein Rückstandöl, das Rücklaufaut eines katalytischen Spaltverfahrens usw. Die Ent_chwefelung findet in der beschriebenen «'eise statt . Die aus dem Gasabscheider 11 kommende Flüssigkeit gelangt durch die Leitung 24 in die Krackanlage, wo sie, wie beim Reformierverfahren, mit Wasserstoff gemischt, dann komprimiert und weitergepumpt wird. Das Reaktionsgefäß 13 stellt in diesem Falle ein katalytisches Krackgefäß dar, das einen Platin-oder Palladiumkatalysator der oben beschriebenen Art enthält. Das aus dem Reaktionsgefäß 13 abfließende Produkt wird nach Gasabscheidung und Druckentspannung dem Fraktionierturm 15 zugeführt. Dieser wird jedoch etwas anders betrieben als beim Reformierverfahren. Die Gase werden durch Leitung 39 abgeführt, durch Leitung 40 wird ein aus C5 bis C7 Kohlenwasserstoffen bestehendes Benzin und durch Leitung 60 ein Schwerbenzin mit einem Siedebereich bis etwa 205° C abgenommen. Die letztere Fraktion kann zu hochklopffestem Benzin hydroformiert werden. Der Fraktionierungsrückstand, der hauptsächlich aus nicht gespaltenem Einsatzgut besteht, wird durch Leitung 41 abgezogen und läuft durch Leitung 42 in das Verfahren zurück.
  • Bei dem Hydrokrackverfahren bildet sich kein W asserstoffüberschuß. Deshalb muß der gesamte durch die Leitung 46 abströmende Wasserstoff durch Leitung 30 im Kreislauf zurückgeführt werden. Der für das Spaltverfahren zusätzlich benötigte und der für die Entschweferung erforderliche Wasserstoff muß von außen durch die Leitung 50 zugeführt werden. Dieser Wasserstoff kann einer Reformierstufe entstammen, die über die Leitung 50 an das hier beschriebene System angeschlossen ist.
  • Nach einer weiteren Ausführungsform des Spaltverfahrens kann man ein unierlegtes Rohöl durch Fraktionieren in ein Destillatbenzin und ein Einsatzgut für das Spaltverfahren zerlegen. Das Destillatbenzin kann entschwefelt und reformiert werden. Das zum Kracken bestimmte Material kann entschwefelt, dann dem Hydrokrackverfahren unterworfen und schließlich ebenfalls reformiert werden. Bei dieser Arbeitsweise reicht der in den beiden Reformierstufen anfallende Wasserstoffüberschuß zur Deckung des Wasserstoffbedarfs der Hydrokrackstufe und der Entschwefelungsstufe aus, so daß das Gesamtverfahren unter nur geringer oder völlig ohne Wasserstoffzufuhr verläuft, wenn es erst einmal voll im Gange ist.

Claims (4)

  1. PATEN TANSPRI:CHL:. 1. Verfahren zum katalytischen Entschwefeln von Kohlenwasserstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man eine schwefelhaltige Erdölfraktion mit einem aus etwa 0,05 bis 20 Gewichtsprozent eines Metalles der Platin- oder Palladiumgruppe auf einem inerten Träger bestehenden Katalysator bei etwa 260 bis 455° C unter einem Wasserstoffdruck von etwa 7 bis 200 atü bei einer Durchsatzgeschwindigkeit, gemessen in Volumenanteilen des flüssigen Einsatzgutes pro Stunde pro Volumeneinheit des Katalysators, von etwa 0,1 bis 10 und einem Wasserstoff-Kohlenwasserstoff-lllolverhältnis von etwa 1 bis 80 in Berührung bringt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen etwa 0,1 bis 5°/o Platin enthaltenden Katalysator verwendet und bei etwa 315 bis 400° C, einem Wasserstoffdruck von etwa 13,5 bis 100 atü, einer Durchsatzgeschwindigkeit von etwa 0,1 bis 4 und einem Wasserstoff-Kohlenwasserstoff-Molverhältnis von etwa 3 bis 40 arbeitet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Einsatzgut eine schwefelhahige Gasölfraktion verwendet.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man mit Tonerde als Katalysatorträger arbeitet.
DES39198A 1953-06-10 1954-05-17 Verfahren zum katalytischen Entschwefeln von Kohlenwasserstoffen Pending DE1026904B (de)

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