DE1645193C - Verfahren zum Beschleunigen der PoIyadduktbildung beim Umsetzen von Epoxidverbindungen mit mehrbasischen organischen Säuren oder deren Anhydriden - Google Patents
Verfahren zum Beschleunigen der PoIyadduktbildung beim Umsetzen von Epoxidverbindungen mit mehrbasischen organischen Säuren oder deren AnhydridenInfo
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- DE1645193C DE1645193C DE1645193C DE 1645193 C DE1645193 C DE 1645193C DE 1645193 C DE1645193 C DE 1645193C
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Description
H7N-C-:
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G-NH,
N N
O μ
in der R einen niederen Alkyl- oder Aryl- oder Alkarylrest bedeutet, in Mengen von 0,3 bis
3 Gewichtsprozent, berechnet auf die Menge des Gemisches aus Epoxidverbindung und mehrbasischer
organischer Säure oder deren Anhydrid, verwendet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Beschleunigungsmittel einer Teilmenge der Epoxidverbindung bei erhöhter Temperatur beigemischt wird und der Polyadduktbildner
der anderen Teilmenge der Epoxidverbindung, worauf beide Mischungen vereinigt
werden.
zeit haben. Insbesondere wirkt sich dieser Nachteil auf. dem Gebjet der^Ereßmassen aus, die vor der Verarbeitung
eine möglichst lange Lagerfahigkeit aufweisen, bei der Formgebung unter Hitze und Druck
dagegen möglichst schnell zur Polyadduktbildung führen sollen.
Auch Derivate des 1,3,5-Triazins, z. B. das 6-Phenoxy-2,4-diamino-l,3,5-triazin,
sind bereits als PoIyadduktbildner für die Umsetzung mit' Epoxidverbindungen
bekannt (vgL deutsche Patentschrift 947 632). Aus der Literaturstelle geht aber nicht hervor,
daß diese Triazinderivate — in geringer, nicht äquivalenter Menge verwendet — auch als Beschleunigungsmittel
für die Umsetzung von Epoxidverbindungen mit mehrbasischen Säuren oder deren Anhydriden
wirken können, und schon gar nicht ist dort zu entnehmen, daß die Triazinderivate latente Beschleunigungsmittel
darstellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Substanzen zu finden, die die Polyadduktbildung beim
Umsetzen von Epoxidverbindungen mit mehr als einer Epoxidgruppe pro Molekül mit mehrbasischen,
organischen Säuren oder deren Anhydriden beschleunigen, ohne die Lagerbeständigkeit der mit ihnen versetzten
Umsetzungsgemische, z. B. von Preßmassen, ungünstig zu beeinflussen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Beschleunigen
der Polyadduktbildung beim Umsetzen von Epoxidverbindungen mit mehr als einer Epoxidgruppe
pro Molekül mit mehrbasischen organischen Säuren oder deren Anhydriden in Gegenwart geringer Mengen
eines Amins als Beschleunigungsmittel, das dadurch gekennzeichnet ist, daß als Beschleunigungsmittel
Diaminotriazine der allgemeinen Formel
40
Die Polyadduktbildung bei Epoxidverbindungen mit mehr als einer Epoxidgruppe pro Molekül zur
Herstellung von Formkörpem, überzügen, Klebeverbindungen
usw. erfolgt bekanntlich unter anderem durch Umsetzen in der Wärme mit organischen mehrbasischen
Säuren, wie z. B. Maleinsäure, Weinsäure, Citronensäure, Adipinsäure u. a., sowie mit Säureanhydriden,
wie z. B. Maleinsäure-, Phthalsäure-, Hexahydrophthalsäure- oder Methylendomethylen·
tetrahydrophthalsäureanhydrid u. a. Diese Umsetzung verläuft sehr langsam und ist auch bei Anwendung
höherer Reaktionstemperaturen für viele Anwendungszwecke noch zu träge.
Es wurde daher bereits vorgeschlagen, reaktionsbeschleunigende Substanzen, wie z. B. tertiäre Amine,
den Umsetzungsgemischen in geringen Mengen zuzufügen. In der deutschen Patentschrift 1 032 528
(Spalte 1, Zeile 32 bis 34) findet sich z. B. der allgemeine Hinweis: »Es ist ferner bekannt, daß man auch
Diamine mit primären und tertiären Aminogruppen als Beschleuniger verwenden kann.«
Diese bekannten Beschleunigungsmittel haben aber alle den Nachteil, daß sie, allein—d. h. ohne Anwesenheit
von Polyadduktbildnern wie mehrbasischen Säuren oder deren Anhydriden — eingesetzt, schon zur
Polyadduktbildung mit den Epoxidverbindungen führen, so daß die Umsetzungsgemische, denen sie hinzugefügt
wurden, nur eine sehr begrenzte Verarbeitungs-H2N-C'
/N\
C-NH2
Il
O
R
R
in der R einen niederen Alkyl- oder Aryl- oder Alkarylrest bedeutet, in Mengen von 0,5 bis 3 Gewichtsprozent,
berechnet auf die Menge des Gemisches aus Epoxidverbindung und mehrbasischer organischer
Säure oder deren Anhydrid, verwendet werden.
So können z. B. Äthoxydiaminotriazin, Phenoxydiaminotriazin,
Methylphenoxydiaminotriazin, Dimethylphenoxydiaminotriazin, 4 - Isopropylphenoxydiaminotriazin
u. a. als Beschleunigungsmittel Verwendung finden.
In erfindungsgemäßen Verfahren werden die Triazinderivate in Mengen von 0,5 bis 3 Gewichtsprozent,
vorzugsweise von 1 bis 2 Gewichtsprozent, berechnet auf die Menge des Gemisches aus Epoxidverbindung
und dem genannten Polyadduktbildner, verwendet.
Die erfindungsgemäßen Triazinderivate können leicht aus den entsprechenden Alkoholen bzw. Phenolen
durch Reaktion mit 6 - Chlor - 2,4 - diamino-1,3,5-triazin hergestellt werden (vgl. Journ. Am. Chem.
Soc, 1951, S. 2986 bis 2990 und 2990 bis 2992). Die
Herstellung .dieser Triazine soll im Rahmen dieser Erfindung nicht unter Schutz gestellt werden.
Die" erfindungsgemäß genannten Triazinderivate sind in Epoxidverbindungen bei erhöhter Temperatur
löslich. Die benötigten Mengen können ohne weiteres S bei Temperaturen über 1000C in der Epoxidverbindung
gelöst werden, ohne daß eine vorzeitige PoIyadduktbildung
eintritt
Das Verfahren wird zweckmäßig so durchgeführt, daß ein Teil der Epoxidverbindung mit dem gewählten
Polyadduktbildner entweder vorkondensiert oder vermischt wird, und dann der Rest der Epoxidverbindung,
in dem man vorher die benötigte Menge des erfindungsgemäß genannten Beschleunigungsmittels, wenn
erforderlich bei höheren Temperaturen, gelöst hat, zugegeben und homogen vermischt wird.
Je nach Erfordernissen können in an sich bekannter Weise Füllstoffe, wie Koalin, Kreide, Asbest, Glasfasern
usw., mitverwendet werden.
Die beschleunigenden Substanzen sind bereits in geringer Menge wirksam. Die zugesetzte Menge richtet
sich innerhalb der angegebenen Grenzen nach der gewünschten Beschleunigung und den Verarbeitungsbedingungen. In der Regel genügt ein Zusatz von
1 bis 2 Gewichtsprozent 2S
Die Umsetzungsgemische aus Epoxidverbindungen und mehrbasischen Säuren oder deren Anhydriden,
denen die erfindungsgemäßen Triazinderivate hinzugefügt wurden, z. B. Preßmassen, haben Lagerbeständigkeiten
von vielen Wochen bis mehreren Monaten.
Die Verwendung der erfindungsgetaäß genannten Triazinderivate bewirkt aber nicht nur eine Beschleunigung
der Polyadduktbildung, sondern ergibt gleichzeitig auch Formkörper mit besseren Festigkeitseigenschaften als solche ohne Zusatz an erfindungsgemäß
genannten Beschleunigungsmitteln.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die beschleunigende
Wirkung der erfindungsgemäS verwendeten Triazinderivate: .HiJ
Beispiel 1 a) Vergleichsversuch
100 Teile einer flüssigen Epoxidverbindung mit einem Epoxidwert von 0,52 pro 100 g Epoxidverbindung'werden
mit 44 Teilen Phthalsäureanhydrid (PSA) vermischt, auf 1600C erhitzt und die Zeit bestimmt,
nach der das Umsetzungsgemisch bei der Verfestigungstemperatur nicht mehr eindrückbar ist (Verfestigungszeit).
b) Versuche unter Verwendung der beschleunigenden Substanzen
50TeQe der gleichen Epoxidverbindung wie im
Vergleichsversuch werden mit 2,16 bzw. 4,32 Teilen der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Beschleunigungsmittel
vermischt, auf 1600C erhitzt und dazu eine Mischung aus 100 Teilen der gleichen
Epoxidverbindung mit 66 Teilen Phthalsäureanhydrid, die ebenfalls auf 160° C erwärmt wurde, gegeben.
Das Verhältnis Epoxidverbindung/Polyadduktbildner beträgt hier, wie im Vergleichsversuch, 100:44, der
Zusatz an Beschleunigungsmitteln 1 bzw. 2 Gewichtsprozent.
Die Verfestigungszeiten gibt die folgende Tabelle wieder:
Beschleunigermenge
Gewichtsprozent
Ohne (Vergleichsversuch)
Phenoxydiaminotriaän
Phenoxydiaminotriazin
4-tert-Butylphenoxy-triazin
4-tert-Butylphvjnoxy-triazin
4-Isopropylphenoxydiaminotriazin.
4-Isopropylphenoxydiaminotriazin.
4-Isopropylphenoxydiaminotriazin.
Äthoxydiaminotriazin
Äthoxydiaminotriazin
1
2
1
2
1
2
1
2
2
1
2
1
2
1
2
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
PSA
120' 10'45" 5' 7'
3'5" 8' 4'
4' 30" 2' 20"
Wie im Beispiel 1 beschrieben, wurde die be* schleunigende Wirkung bei der Umsetzung von
Epoxidverbindungen mit weiteren üblichen PoIyadduktbildnern geprüft. Als Polyadduktbildner wurden
Hexahydrophthalsäureanhydrid (H) und Methylendomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid
(MNA) eingesetzt. Das Verhältnis Epoxidverbindung/Polyadduktbildner
betrug im ersten Fall 100:80 und im zweiten Fall 100:91,5 Gewichtsteile. An Beschleunigungsmitteln
wurden 1 bzw. 2 Gewichtsprozent zugesetzt. Die Umsetzungen wurden hier bei einer Temperatur
von 8O0C durchgerührt.
Beschleuniger Beschleunigermenge
Gewichtsprozent
Gewichtsprozent
Polyadduktbildner
Verfestigungszeit
Ohne (Vergleichsversuch)
Phenoxydiaminotriazip.
Phenoxydiaminotriazin
4-lsopropylphenoxydiaminotriazin.
4-Isopropylphenoxydiaminotriazin.
4-Isopropylphenoxydiaminotriazin.
1
2
1
2
2
1
2
H
H
H
H
H
H
H
H
H
>20h 13'
6' 12'
6'
Fortsetzung
Beschluunigermenge
Gewichtsprozent
1
2
1
2
MNA
MNA
MNA
MNA
MNA
MNA
MNA
MNA
MNA
>200h 8 h 30' 4 h 45' 5h 30' 3h
Ohne (Veigleichsversuch) .„·.
Phenoxydiaminotriazin :
Phenoxydiaminotriazin'
4-Isopropylphenoxydiaminotriazin
4-I3opΓopylphenoxydiamiήotπazin.
B ei spiel 3 '
An -erfindungsgeiDäß hergestellten Formkörpern '
wurden mechanische Festigkeitseigenschaften ermit- 15 adduktbildner betrug bei Phthalsäureanhydrid 100:44,
telL Die Herstellung der Formkörper erfolgt in der in Beispiel 1 beschriebenen Weise. In allen Fällen
wurden die Prüfkörper bei 1600C 12 Stunden nachgehärtet.
Es wurde mit verschiedenen Polyaddukt-
bildnern sowie verschiedenen Beschleunigungsmitteln gearbeitet Das Verhältnis Epoxidverbindung/Polyadduktbildner
betrug bei Phthalsäureanhydrid 100:44, bei Hexahydrophthalsäureanhydrid 100:80 und bei
Methylendomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid 100:91,5 Teile. Die Menge an Beschleunigungsmittel
betrug 2 Gewichtsprozent
| Beschleuniger |
Polyaddukt-
bildner |
K,
kpcra/cm2 |
kp/cm2 |
Martens
0C |
Rockwellhärte M |
| Phenoxydiaminotriazin 4-Isopropylphenoxydiaminotriazin 2-Methylphenoxy-diaminotriazin Äthoxydiaminotriazin Ohne (Vergleichsversuch) Phenoxydiaminotriazin 4-Isopropylphenoxydiaminotriazin Ohne (Vergleichsversuch) Phenoxydiaminotriazin 4-Isopropylphenoxydiaminotriazin Ohne* (Vergleichsversuch) |
PSA PSA PSA PSA PSA H H H MNA MNA MNA |
7,7 6,9 9,6 9,9 4,3 10,1 8,0 7,1 7,5 9,8 |
1298 717 1187 1408 787 1130 1385 1025 728 732 |
121 78 95 112 66 121 121 92 149 152 |
117 114,5 115,5 119,5 104 107 103,5 103 114 111,5 |
♦) Die mechanischen Werte konnten nicht bestimmt werden, da infoige zu langer Verfestigungszeit keine einwandfreien Prülkörper erhalten wurden.
Claims (1)
1. Verfahren zum Beschleunigen der Polyadduktbildung beiin Umsetzenι von Epoxidverbindungen
mit mehr als einer Epoxidgruppe pro Molekül
mit mehrbasischen, organischen Säuren oder deren Anhydriden in Gegenwart geringer Mengen eines
Amins als Beschleunigungsmittel, dadurch
g e k en η ζ ei c h η et, daß als Beschleunigungsmittel
Diaminotriazine der allgemeinen Formel
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