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DE1596864C - Fluoridfreies optisches Flintglas mit relativ niedrigen Brechwerten und relativ hoher Dispersion und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents

Fluoridfreies optisches Flintglas mit relativ niedrigen Brechwerten und relativ hoher Dispersion und Verfahren zu seiner Herstellung

Info

Publication number
DE1596864C
DE1596864C DE1596864C DE 1596864 C DE1596864 C DE 1596864C DE 1596864 C DE1596864 C DE 1596864C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
percent
weight
flint glass
tio
optical flint
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Walter Dipl.-Chem. Dr. 6507 Ingelheim. C03c3-12 Jahn
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Schott AG
Original Assignee
Jenaer Glaswerk Schott and Gen
Publication date

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein fluoridfreies optisches Flintglas mit relativ niedrigen Brechwerten und relativ hoher Dispersion und auf ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Zur Herstellung von Linsensystemen guter Korrektür sind neben Krongläsern Flintgläser erwünscht, die bei relativ niedrigen Brechwerten eine Dispersion besitzen, die über die der herkömmlichen Flintgläser hinausgeht. Gläser dieser Art, die als Tiefflinte bezeichnet werden, enthalten mehr oder minder große Mengen an Titanoxid, welches in besonders starkem Maße zur Erhöhung der Dispersion beiträgt. Titanoxidhaltige Flintgläser sind bereits bekannt, und zwar sowohl auf Phosphat- als auch auf Silikatbasis. Mit titanoxidhaltigen Phosphatgläsern !a>sen sich im allgemeinen extremere optische Werte erreichen in bezug auf hohe Dispersion bei möglichst geringer Lichtbrechnung. Als Beispiel seien die in der deutschen Patentschrift 939 531 angeführten Gläser genannt.
Das Erschmelzen solcher Gläser für Produktionszwecke ist jedoch wegen der relativ geringen Kristallisationsstabilität schwierig und umständlich. Tiefflinte auf Silikatbasis, die im allgemeinen auf d:m bekannten Dreistoffsystem SiO2 — Na2O — TiO2 basieren, zeigen optische Werte, die von denen der herkömmlichen Flintgläser auf Bleisilikatbasis nur wenig verschieden sind. Zusatz von Fluorid kann die optischen Werte verbessern, wie die deutsche Patentschrift 973 350 zeigt. Der Stand der Technik ermöglicht zwar die Herstellung fluoridhaltiger optischer Gläser, es muß aber von der Tatsache ausgegangen werden, daß der Herstellungsprozeß solcher Gläser aufwendig und damit kostspielig ist. Insbesondere hat es sich ergeben, daß die bekannten Gläser eine ausgesprochene Kristallisationsneigung zeigen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein optisches Flintglas mit relativ niedrigen Brechwerten und relativ hoher Dispersion, welches fluoridfrei ist, sich durch geringen Aufwand bei der Herstellung auszeichnet und insbesondere eine geringe Kristallisationsneigung zeigt.
Das optische Flintglas gemäß der Erfindung besteht in Gewichtsprozent aus 25 bis 70°/0 SiO2, 4 bis 35% K2O, 4 bis 45 °/0 TiO2 und 3 bis 48 % Sb2O3, wobei der Mindestgehalt an TiO2 + Sb2O3 20 Gewichtsprozent beträgt.
Es hat sich nämlich überraschenderweise gezeigt, daß die Kristallisationstendenz bei gemeinsamer Anwesenheit von TiO2 + Sb2O3 verhindert wird, wobei die wesentlichen optischen Werte aufrechterhalten bleiben.
Es ist zwar bekannt, auch Sb2O5 in optischen Gläsern zu verwenden, jedoch nur in geringen Mengen.
Je nach den Anteilen an K2O verschieben sich die Maximalmengen der übrigen Komponenten etwas, wobei der Anteil an TiO2 begrenzt wird durch das Gebiet beginnender Kristallisation und der Anteil an Sb2O3 durch die zunehmende Gelb-Braun-Färbung, die schließlich eine Verwendung der Gläser für optische Zwecke nicht mehr zuläßt.
Hiernach betragen bei einem K2O-Gehalt bis zu 15 Gewichtsprozent die maximalen Anteile an TiO2 35 Gewichtsprozent, an Sb2O3 48 Gewichtsprozent.
Bei einem K2O-Gehalt oberhalb 15 Gewichtsprozent betragen die maximalen Anteile an TiO2 45 Gewichtsprozent und an Sb2O3 38 Gewichtsprozent.
K2O läßt sich ganz oder teilweise durch Na2O er-: setzen, wobei jedoch die erhaltenen optischen Werte weniger extrem sind. Zudem können Farbe und Kristallisation der Gläser ungünstig beeinflußt werden.
Zum Variieren des Bereichs der optischen Werte innerhalb relativ weiter Grenzen eignet sich PbO, dessen Gehalt bis 42 Gewichtsprozent betragen kann. Insbesondere lassen sich hierdurch Erhöhungen der Dispersion bei vermindertem TiO2-Gehalt erreichen.
Zum Variieren des Bereichs der optischen Werte innerhalb kleiner Grenzen eignen sich vor allem MgO, CaO, SrO, BaO, ZnO, CdO, B2O3 Al2O3, As2O3, Nb2O5, Ta2O5 und WO3 einzeln oder in Mischung in Mengen bis zu 8 Gewichtsprozent.
Gläser mit hohen TiO2- bzw. Sb2O3-Gehalten können eine unerwünschte starke gelbe oder braune Farbe zeigen. Die Infensität dieser Farbe läßt sich deutlich verringern durch die Zugabe oxydierender Substanzen während des Erschmelzens, beispielsweise durch die Zugabe von Natriumarsenat.
Auch Einleiten von Sauerstoff oder anderen oxydierenden Gasen während des Schmelzens wirkt sich farbverbessernd aus.
Ausführungsbeispiel
1000 g Gemenge, enthaltend 570 g SiO2, 140 g TiO2, 190 g Sb2O3, 100 g K2O (als K2CO3 einzulegen) und 5 g Na2HAsO4, werden in einem keramischen Tiegel bei einer Temperatur von etwa 14600C in einem elektrisch- oder gasbeheizten Ofen eingelegt und nach dem Aufschmelzen 1 Stunde bei 15000C geläutert. Anschließend wird das Glas etwa 1 Stunde gerührt. Hierbei läßt man den Ofen auf 1460°C abkühlen. Der Guß erfolgt bei 144O0C in eine vorgewärmte Eisenform. Anschließend wird das Glas in einem Kühlofen, der sich auf einer Temperatur von 55O0C befindet, überführt und mit einer Geschwindigkeit von etwa 7°C/Stunde auf Zimmertemperatur abgekühlt.
Die Tabelle gibt Beispiele der Gläser gemäß der Erfindung in Gewichtsprozent an.
Diese Gläser zeigen sowohl eine gute Wetter- als auch Säurefestigkeit.
K2O .
Sb2O3
SiO2 .
TiO2 .
7,0
40,0
40,0
13,0
1,6984
27,02
7,0 .
25,0
48,0 .
20,0
1,6976
26,53
7,0
35,0
53,0
5,0
1,6312 33,25
1,6229
32,01
10,0
3,0
53,0
34,0
1,6831
26,61
10,0 40,0 28,0 22,0
1,7590 24,16
10,0 24,0 46,0 20,0
1,6780 28,28
1 596 S64
8 9 10 11 12 13 14
K2O 19,0-
3,0
33,0
45,0
1,7603
23,95
20,0
38,0
31,0
11,0
1,6975
28,57
20.0 :
8,0
39,0
33,0
1,7072
27,18
20,0
10,0
48,0
22,0
1,6436
32,86
25,0
10,0
25,0
40,0
1,7580
24,68
25,0
20,0
30,0
25,0
1,6863
29,44
35,0
10,0
30,0
25,0
1,6456
33,51
Sb2O, ..
SiO2
TiO2
Xl1J1
Vd
15 16 17 18 19 t 20 21
K2O 10,0
50,0
21,0
.19,0
4,8
14,3
38,1
4,8
38,0
4,8 '
33,3
42,8
4,8
14,3
10,0
18,0
54,0
13,0
5,0
10,0
18,0
54,0
13,0
5,0
1,6282
32,91
10,0
18,0
54,0
13,0
5,0
10,0
18,0
54,0
13,0
Sb0O, ....
SiO2 1,6370
34,18
1,7053
28,65
1,6733
30,21
1,6121
33,90
1,6321
32,95
TiO2
PbO
BoO, ...
P2O5 5,0
Na2O
MgO
WO1
Al2O3 1,6288
32,91
Nb2O5
CaO
CdO
ZnO
rid
Vd
22 23 24 25 26 27 28 29
K2O 10,0
18,0
54,0
13,0
10,0
18,0
54,0
13,0
10,0
18,0
54,0
13,0
12,0
8,0
55,0
21,0
9,0
11,0
54,0
20,0
14,0
10,0
52,0
18,0
8,0
10,0
52,0
14,0
8,0
27,0
3,0
28,0
40,0
Sb2O3 ...
SiO2
5,0 4,0 6,0 4,0
4,0
TiO2 ....
PbO
5,0 6,0
B2O, 1,6376 1,6306 5,0
1,6246
1,6357 1,6505 1,6454 1,6397
P2O5
Na2O
32,21 33,08 33,86 32,49 32,36 32,51 31,80
As2O3
MgO
2,0
WO3
Al2O3 ....
Nb2O5 ....
CaO
Ta9O=
CdO 1,7252
ZnO 26,33
Ho
Vd

Claims (9)

Patentansprüche:
1. Fluoridfreies optisches Flintglas mit relativ 65 niedrigen Brechwerten und relativ hoher Dispersion, dadurch gekennzeichnet, daß es aus 25 bis 70 Gewichtsprozent SiO2, 4 bis 35 Gewichts-
prozent K2O, 4 bis 45 Gewichtsprozent TiO2 und 3 bis 48 Gewichtsprozent Sb2O3 besteht, wobei der Mindestgehalt an TiO2 + Sb2O3 20 Gewichtsprozent beträgt.
2. Optisches Flintglas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem K2O-Gehalt bis zu
15 Gewichtsprozent die maximalen Anteile an TiO2 35 Gewichtsprozent und an Sb2O3 48 Ge- ; wichtsprozent betragen.
3. Optisches Flintglas nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem K2O-Gehalt oberhalb 15 Gewichtsprozent die maximalen Anteile an TiO2 45 Gewichtsprozent und an Sb2O3 38 Gswichtsprozent betragen.
4. Optisches Flintglas nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß K2O ganz oder jo teilweise durch Na2O ersetzt ist.
5. Optisches Flintglas nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Zusatz von PbO bis zu 42 Gewichtsprozent.
'6. Optisches Flintglas nach den Ansprüchen 1 bis 5, gekennzeichnet durch Zusätze an MgO, CaO, • uSrO, BaOrZnÖ/CdO, B2O3, Al2O3, As2O3, Nb2O5, Ta2O5"und WO3 bis zu 8 Gewichtsprozent.
7. Verfahren zum Herstellen von optischen Flintgläsern nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemenge bzw. der Schmelze oxydierende Substanzen zugegeben werden. ; "■■■■' ''■·:'.. . '.'
... 8. Verfahren nach-Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als oxydierende Substanz Na2HAsO4 dem Gemenge zugegeben wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekenn-: zeichnet, daß während des Schmelzprozesses Sauerstoff oder andere oxydierende Gase ;n die Schmelze eingeleitet werden.

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